1825 / 107 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Y/%i: Vie 65h o C E Me, A L t T O A ut P D ir ari E R E S R E E E Di

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irgend ein geehrter Herr Einwendung wider die Zulas- sung dieses Korns, durh welche ein so lange todtlie gendes Capital frei fommen würde, mahen, so würde derselbe gewiß eine ganz audere Ausicht , als die sei: nige sci, haben müssen. Nicht aus Rücksicht auf kie Eigner des Korns \preche er so; diese hätten auf den Arcifkfel speculirt und múßten sih die Felgen der Spe- culation gefallen lassen; fie hätten Vortheil haben kön- Ren, allein nah dem Gange der Dinge hätten ste Ver lust gehabc. Ju Erwägung demnach der Kosten, die sie \hon getragen und des Verlustes, den sie erlitten, nicht allein dur< den Verlust aller Zinsen von ihrem todt- liegenden Capital, sondern auch dur<h Nichtbenußung des Capitals selbst, sei ex gewiß, daß sie, wenn sie jeßt zu 80 s ve kfauf:n fönnten, doch noch verlieren würd.n. Sein Vorichlag werde hein, das jeßt unter Schloß lie- geude Korn zu 70 s herein zu lassen. Nun sei der Durchschnitt Ende März che dieser Gegenstand ange- regt worden , 69 s gewesen und würde längst 70 s er- reicht haben, wenu diese Anregung nicht gewejen wäre. Er dente, daß, wenn der Preis auf diesen Stand fkom- me, das Haus n <ts dagegen haben werde, das unter Schloß liegende Korn gegen 8 bis 10 s Abgabe vom Quarter zuzulassen, besonders da die Eigner dabei noch einen bedeutenden Verlust haben würden. Ste würden uicht die Freiheit bekommen, es alles mit eintnal an den Zarft zu bringen „. sondern , da vier Monate bis zum Anfange dex Exndte verlaufen- würden, 10 jollten sie die Freiheit haben, es in vier monatlicheu Terminen einzu; bringen, mit dem Vorbehalt, daß, wenn das Ganze nichr am 15. August eingebracht sein werde, die Eigner allen Bedingungen unterworfen sein sollten, unter wel c<en es urxipränglich eiugeführt worden. Ein solches | System werde nach seiner Meinung das Land -vor der Umwälzung \s<húzen, Die sonst eintreten föôunte, wenn vor 1mnstcehendemn August eine große Eiufuhr von frem: dem Korn statt finden follte. Noch ein Vortheil werde daraus entstehen, der, daß vieles von dem im Lande aufgehäuften Korn abgeseßt scin werde, «he die Zeit fomme , wo die Korngeseße eine Revifion vom Parla- ment ecfúhren. Er glaube daher, daß feine vernünftige Einwendung wider die Details der eben' von ihm er- wähnten Maaßregel gemacht werden köunez er werde sie recht bald in Vorschiag: bringen uud glaube, das Haus- alsdann úberzeugen zu tönnen, daß eine Abgabe von 8: bis 10 s vom Quartex vollkommen zum Schube des Fauteresse aller Betheiligten in dieser großen Augelegen- heit hinreichon wet de. Hr. Baring stimmte fúr umverzügltche Untersuchung nac<h-dem Antrage des Hrn. Whitmore. Der Kat: |

ler der Schaßfammer jhaate: die geehrten Herren auf } N E 1 S geeh o l ten Beinkleidex siud mit goldenen Tresseu besebtz ; die

der Gegenseite wúrden zu tadetn sein und nicht sein hoc geehrcer Freund, wenn Unannehmklichfeit im Ge- chäft die Folge der Anregung cines Gegenstandes sein wecde, dessen Diskusfion ste selbst voreilig herbeigeführt, obglcih das Mitglied, roelihes zuleßt gesprochen (Hr. Calcraft) zugegeben, daß das jeßige System die leßten se<s Jahre her von guter Wúrkung gewesen. Hätte die Regierung den Gege1:stand, die Korngescke becref- | fend, in diejer Session vorgenommen , so würde fie, der Beschaffenheit des Gegenstandes und der Wüärkung des-" selben auf andre, mit den Angelegenheéten des Landes zusammenhängende Gegenstände halber, micht im Stande gewesen fein, jene anderen Maaßregetn ‘einzuführen und zu vollenden, ‘von denen allgemein anerfarnt werde, daß sie von dcm woh!thätigsten Einflusse für alle Classen des ] Volkes seiea. (Hört) 1

_ Der Minister Lanning befindet sich bereits viel. besser als vor etlichen Tagen. j

Wie es heißt, wird dem Parlament ‘von der ‘Re-

| Kopfbedeckung if eite Müße mit einem FederbUsch, fund das Halstuch, mit einem steifen 'Halsfragen, ist

| Sprache }pricht er ausnehmend gut, von der englischen

irländischen Münzen mit den englischen vorgelez werden. Í '

Wir haben eine Reihe. Zeitungen aus Höbartstörs Vañdtemensland, vom 418. Juni bis 22. October erha ten. Die Colonisten führten einen vortheilhaften Ha del in Getraide, dessen Preis bedeutend gestiegen war man glaubte daher, daß diesmal mehr Waizen als j irgend einem vorhergegangenen Jahr gesäet werden würd Die Sicherheit der Schaaf- und Viehwirthe hatte sig durch die Einfangung der meisten Bösewichter, eutlay fenen Verbrecher, vermehrt, die vorhin die, ihry Weiden angränzenden Wälder durchstrichen und nig allein Vieh - geraubt, soudern häufig auch die Hütz dessclben gemordet hatten. Nicht selten scheinen dey gleichen Anfälle auch von de eingebornen Wilden vei úbt worden zu seyn, allein solhe waren dur< verhaf

scheinen ein ruhig harmloses Volk zu seyn, das sich fei ner Gewaltthätigkeiten, ohne vorher gereizt zu: seyn}

Colonien errichtete Kirche wurde in Hobartstown ay 12. September v. J. eröffnet. Als Beweis des Fort! schritts der Colonie faun au< angèmerkt werden, daj eiue vierte Brennerei bei Hobartstown angelegt worden Jm Ganzen geben die Blätter einen vortheilhaften Bs griff von der Colonie. Einiges, ‘aus dert erzielte Wolle verfertigte Tuch war aus Eng!and angekoinateu und soll von vorzüglicher Güte gewesen seyn.

Aus Havanah sind Briéfe vom 27. März eingu gangen. Man schiea daselbst wegen einer Jnvasion de Cotumbier sehr in Sorgen zu sein. Einer der angess hensten Kaufieute hatte sich, vou der Judependenteu Partei dazu veranlaßt, auf eine geheime Mission na Carthagena begeben. Auf Befehl des Gouverneurs wat darauf fein Haus versiegelt worden und im Fail nicht binnen einer bestimmten Zeit zurückfehite, sl jein gauzes Eigenthum coufiscirt werdea.

Herx Georg Chejierton , der etne Zeitlang in det Jahren 1319 und 1320 zu Bolivars Umgebungen ge yórt at, entwirsr nac)stehendes Bild von ihmt: „Klein und hager von Gestalt, das Haar bereits grau und fein Knebelbarrc völlig weiß; seine Augen sind groß und sein Stunme ist rauh und unangeneym, seine Manieren lud falt und abschre>end, wie es scheiut, mit Absicht,

j aber bis zur Uebertreibung. - Beim Gespräch schlägt et

die ‘Augen stets nieder und sieht niemals Jemaauden

1 offen ins Gesicht , meistentheils antworter er nur {Ja und Nein, und schciut zu wünshen, wo mögli Inichts mehr als diese einsittigen Worte von sich geben

zu dürfen. Seine Kleidung gleicht im Nock der Uni form der brittisheu reiteuden Artillerie, die rothen wei:

immer mit vieler Sorgfalt gebunden. Die französische

hat er nur einige Worte gelernt. Er is ras< in seinen Bewegungen, und geht mit einenr in die Augen fallen? den Zuge vou Selbstgefühl- einher; au<h verráth sein ganzes Benehmen angenscheinlih den Eindru>, deu Schilderungen Washingtons, .. namentlih die Bilder vou demselben, wo ‘er als Heros und: Befreier des Va terlandos erfcheint, auf ihn gemacht haben.“

Vom 30. April. (Ueber Holland.) Der Eifer der Mehrheit des Unterhauses, die Begünsbigungen der Katholiken Jrlands durchzuseßèn, hat sich auch gestern bei dem Antrag des Lords Levifon Gorwer, auf Besob- dung der Römischen Geistkichkeit von Staats wegen, nicht ‘verläugnee. Der Lord stellte die Sache als billig und polítish vor. Dem Jrischen Landmana, der ‘seinen Zehnten entrichten músse, um einx Kirche, ‘die nächt die

gierung nächstens ein Plan wegen Gleichmachung der

seinige ist, zu unterhalten, müsse es hart fallen, dabei

gegangene Aureizungen veranlaßt gewesen. Die Wildy -

|huldig macht. Die erste Presbyterianische, in beida® sich vergröpern wärde. Auf Anlaß einer Petition in

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au< no< die Mittel für seine eigne Geisilichkeit auf- j dauert hat. Am Abeud desselben Tags if er nach übringen. 250,000 fl. dürften genug seiu, um die Ge- f Araujuez zurückgekehrt, wohin sich dann am folgenden

halte zu bestreiten für vier Erzbischöfe zu 1500, 22 Bi

Tage- auch die übrigen Mitister. begeben haven, Ueber

dfe zu 1000, 26 Dechanten zu 300, 200 Pfarrer zu f die desfallsigen Gründe war wan verschiedeuer Meinung, 900, 800 zu 120, 1000 zu 60 fl. Nach einer lebhaften f indem Einige dieselbea- in der erfolgten Ankunft zweier Debatte, - wobei die Herreu Peel und Goulburn wider, f außerordeutliher Couriere aus Frankrei faden, Ans die Herren Brougham und Plunukfett aber für denielden f dere dagegen dasúr hielten, die Mintster hätten vou sprachen und nachdem ein Amendemeut des Hrn. Hume, | deni Prinzen Maximilian vou Sachsen, welcher am 20. dahin geheud: daß durch eiuen besonderen Aus|<upß unu- April von Aranjuez abgereist ist, Abschied unehmen

tersucht werden jolle, ob es nöthig lei, den rômisch- fatholischen Geistlichen oder denen der Dissenter Gehaice zu bewilligen, verworfen worden, wurde der ursprängliche Antrag (die erste Lesuug) mit 205 gegeu 162 Stimmen

génehmigt.

Unter den vielen Petitionen, die gestern wieder im Unterhause vorkamen, war auch eine von Paptierfabri- fanten in Dublin wider -die Zollhecabsezung von srem- dem Papier; eine von Tadacksfabrikanten aus Jrlaud

um Herabseßung des Tabacks:-Einfuhrzolls, durch welche, wie Sir J. Newport behauptete, die Zoll - Einnahme

Betreff der Korngeseße, merfte Hr. Lambtou an, die Minister sollten den Gegenstand jofort gründlich zur Entscheidung bringen, deun der Alarm wegen der Un: sicherheit jei so groß, daß keine Pacht: Contrafte jeßt zu tande zu bringen seien. (Hört !)

Die Arbeiter iu den Struaipfsfabrifen (frame- work cnitters) zu Leicester be¡hwereu si<h öffeutiih über die nwahre und übelwollcude Anzeige in öffeurlichen Blät- ern, daß sie im Staude seyen, jeßt 2 bis 3 fl. die Weche am verbesserten Stuhl zu verdienen z jeder föune ih überzeugen, daß fie es, selbst mit 2 Stunden Fei: cabends- Ärbeit, leider! uur auf 8s 6d brächten.

Brüssel, 1. Mai. Die Hojszeitung meldet die Er: ennung des K. Gejandten in Kopenhagen, Baron van Frombrugghe, in der gleichen Eigenschaft anu den K. <wed. Hof und die Erseßung desselben am K. Dän. ofe durch den bisherigeu K. Geschäftsträger in Ma- cid und Lissabon, Burggrafen vau Quabec>k.

Der Rath dieser Stadt hart das, abgebrannt ge- esene Hotel des Prinzen v. Oranien dem Staar ge- en das vormalige Finanz - Hotel abgetreten , nach 1vel hem lelzteren die K. Afademie der Künste und ver]chie- ene wichtige dffentliche Aemter, die aber uicht zur Stadtverwal(ung gehören, als die Wohlrhätigkeits- Ge. llschaft, die Recrutirungs- Commissionea ü. s. w., aus m Stadrhauze jelzt verlegt voerden follen, /

tan nieldet aus Batavia, vom 28. Oktober: Am sind die Könial. Fregatte Eurydice und zwei Trans reschisse mit 400 Mann Verstärkung nach dem - sehr | drângten Macassar abgegangen und man schmeitheit b, daß es dort eine bessere Wendung nehmen werde. Auf Banka ist leider! {aut Nachrichten vom b. eptember der ganze Hauprore Muntok in Flammen fgegangen. Die Regierungsgebäude in Muntof wur u durch die Austrengungen der Besaßung gerettet. Unsre Negierung hat vortheihafte Handelsverbin- ingen mit Perflen und dem Jmnam von Mascate am ersishen Meerbusen angeknüpft. “Hannover, 6. Mai. Die Stände des König- is haben, auf Antrag des Königl. Cabiuets-Mini- ti, eingewilligt, daß die Gelder, deren die Ein- ner der úbers<hwvemmten Laûdestheile zu Herstellung er Deiche und Schleusen bedürfen, aus der Landes- sse vorgeschossen und die dazu erforderlichen Sum- n auf den Credit der General: Steuer-Casse aufgelie- werden. Spanien. Na< einem Privatschreiben aus Ma-- d vom 21. April (im Aristarque) ist der Minister i de Bermudez am 418. von Aranjuez na<h Madrid ommen und hat gleih nahher in einem Minister-

wollen. : Wie man versichert hat Hr. Zea neue Unterhand- lungen mit Holland wegen einer Anleihe von 109 Mil- liouen Nealen eingeleitet; man hoffte den besten Erfolg, Der Criminal - Gerichtshof hat in der Sache des General Copons und seiner Mictangetlagten no< fein Urtheil gefällt ; man erwaxtete solches jedo<h im Laufe der Woche. Der General befand sich seit etlichen Ta- gzu in seiner Wohuung, wohin man iha Kranfkheïts- halber aus dem Gefängnisse gebrache hatte. ; Hr. Cortinez ist zum Polizei - Juteudanten für die Königl. Nesidenzien ernannt worden,

j F fa i:0.

Berlin. Die Afteu der vormundschaftlichen und polizeilihen Behördeu und die Listen der Straf- uud Gefangnen - Anstalten geben den traurigen Beweis, vie zahlrei die Jugend" ist, welche dur s<lehtes Beispiel ] der Eltern oder Angehörigen, durch gänzlihen Mangel an Erziehung oder dur< Verkehrtheit derielben, durch North und Verführung, schon frúh si< dem Laster ers giebt und selbst zu Verbrechen hinabsinkt, B Dae Arbeitshaus hat innerhalb 3 Jahren 295 Strâf- linge von cinem Alter von 10 bis 18 Zahren ausgen0uR: men; darunter befanden sih 32 die zum dritten, 17 die zum vierten bis sechsten, 8 die zum siebenten bis

In dfeutlichèn Straf; Anstalten kann für die Bes serung solcher jugendiihen Sünder in der Regel nux sehr unvollfommen gewirft werden, und die Gemein? |chast mit älteren Verbrechern, in welche sie bei der gewöhulichen Ueberfüllung sol<her Anstalten fast unver- meidlihh gerathen, bringt se uur noch tiefer ins Ver- derben. Davou scheint das Publikum beinahe im Voraus üSerzeugt zu seyn, und daher sieht man diese Unglück- lichen na< ihrer Entiassung häufig als Ungerathene gleichsam aufgegeben, aus den Schulen und vou Ge: werfsmeistern und Lehrherren znrücgewiesen. Kaum bseibt- ihnen etwas Anderes übrig, als si< neuen Ges- seßwidrigkeiten oder Verbrechen zu überlassen; und“ so fallen sie dann, nachdem sie der Gesellschaft erst no<

j mauchen Schaden aestiftet haben, zuleßt unwiderruflich

Gefängnissen und Zuchrhäusern anheim.

Dicse, in großen Städten leider uiht ungewdhu: lichen Erfahrungen haben die Veranlassung gegebeu, daß si hier, unter dem Vorsiß des wirklih Geheimen- Ober Finanz - Raths und Präsidenten der Haupt -Ver- waltung der Staats-S@{ulden, Rother, ein Verein geE: bildet hat, der den Versuch bezwc>t, solche Unglück: liche zu bessern und se zu nüblichen Gliedern der bür: gerlihen Gescllschaft umzubildeu. Des Königs Maj- Allerhöchst welcheu diese Absicht vorgetragen und der Ent- wurf zu einem Statut für den Verein vorgelegt 4v0k- den, haben nicht nur beide zu genchmigen, sondern auch) zum Ankauf eines Erziehungshauses eine namhafte Summe allergnädigst anzuweisen und sür cinen Erzie: her auf eine Zeitlang eine Bewilligung zu machen ge“ ruhet. Die Königl. Jmmediat-Kommission zur Vertheis {ung von Prâmien auf Staatsschuld scheinen ‘hat aus den Fonds der pcäcludirten Prämien eine ‘bedeutende Unterstüßung zukommen lassen, und ein Ungenannter hat in gleich wohlthätigem Sinne zuerst ein*Kapital über-

e präsidirt, der bis haib 3 Uhr Nachmittags ge

zehnten Male eingebracht waren. «s

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