1825 / 115 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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nigen-Mitaliedern der Druck. derselben verlangt wurde, äußerte Hr. v. Puymaurinu, man músse auf den Krankheirszustand des Redüers Rúckücht nehmen (Ge- lächter uad Gemurre); dies“ sei die einzige Weise, wie man sich eine so sonderbare Rede erfláren tfônune; in- zwischen würde die Kammer gegen ganz Frankreich ver- antwortlich sein, wenn sie genehmigte, daß alle so eben gehörten Verläumdunaen gedrutc würden, Der Druck wurde beinahe einstimmig verworfen, nur sieben oder acht Deputirten der äußersten Linken \timmten da- für. Hr. v. Berbis sprach hierauf über das vor- liegende Geseß und eiferte gegen die Centralisation. Der Minister des Jnnern. dan spricht von der Centralisation, wie von einem Verwaltungs - Sy- stem, es it aber ganz etivas anderes. Es ist das noth wendige Resultat der gegenwärtigen Lage un}eres Lan- des. Jch begreife sehr wohl, daß, als es in den ver schiedenen Provinzen Privilegien gab, deren Ausfrecht- haltung sie sich: bei ihrex allmähligen Vereinigung mit Frankreich verwahrt hatten, auch die Local - Verwaltu gen sich eine mehr oder mindern großen Autheil an der Beitreibung und Verwenduug der Steuern vorbe- halten hatten. Dieses Sachverhältniß bot Vortheile und Nachtheile dar die nicht mehr aufleben fönncn. Sm gegénwärtigen Zustande werden alle öffentlichen Ausgaben durch Beiträge bestritten - welche die Kam- mern votirea, und worúbex die Minister, unter ihrer Verantwortlichkeit verfügen. Dies ist das jeßt beste- hende Sachverhältniß z ein solches kann aber nur durch seltene Umwälzungen der geselligen Orduung zum größ: ten Nachtheil der Gesellschaft verändert werden , wie die Ereiguisse beweisen, welche uus aus dem vor 1788 bestehenden Verhältnisse herausgerisseu haben. Der Minister {loß mit einem Vergleiche der jeßigen und vorigen Verwaltung. Hr. Méchin vertheidigre das Centralisirungs System, weil er die Rückkehr zur frú- heren Ordnnng der Dinge noch mehr fürchtet. Die Kammer ging ohne einen Beschluß zu fassen, auseinander.

Se. Mai. haben gestern dem großbritannishen außer:

ordentlichen Gesandten, Herzog von Northamberland,

feierliche Aidienz ertheilt. j Der Marschall Herzog von Belluno wird das bei Rheims zu bildende Königl. Garde - Lager befehligen.

Der Genetal - Lieutenant Graf Partouneaux und unter ihm die General - Majors Graf v. Quinsonas und Ba-| ron Mallet befehligen dies aus 8 Bataillons bestehende .

Snfantexie - Corps Und der General - Lieutenant v. Bor- desoulle, unter dem die General - Majors Vicomte v. St. Chatians und. Barou Dujow stehen werden, die Kaävalletie. : :

Hr. Letioble hat vorgestern die Ehre gehabt, Sr.

Maj. sein Werk2- Ueber die Salbung der Könige von Franfreich, vorlegen zu dürfen. : Man erzählt, sagt der Courier sranzçais,

bens um der“ Saldungs - Feierlichkeit beizuwohnen, ein

zweites Schreiben empfangen habe -, des Juhalts, daß

das Costúme, wel<hem man bei dieser Ceremonie er-

scheinen müsse in einem blauen No>, kurzen Beinklei: dern, Hut wit weißen Federn uid Degen bestehe. Die

Verbindlichkeit , fi diesem Ceremoniel zu unterwerfen

(fügt jenes Blatt hinzu) is für ihn sò0 ziemlich eben | reich (genug. séy.

so viel als eine Nü>nahme der erhaltenen Einladung.

London," T0. Mai. (Ueber Holland.) Die Hof

zeitung meldef,„. daß. der zum 12, angeseßte Cercle bis

znin 23. ausgeseßt sey. Man will wissen, dies sey Folge.

eitics Teihten Gichtaufalles, den Se. Maj gehabt. Am 9, legte dex

cine Petition von Einwohnern Edmonton’s wider die. Karholischen Fordekungen, mit 1692 Unterschriften, vor,

und bezeugte, daß er aufrichtig in das Verlangen dy Bittsteller einstimimne. 4 : Der Ausschuß im Unterhause über die Katholis(z

Bill wurde unter Vorsiß des Hrn. Macdonald gehz[F<h

ten. Der Sprecher des Hauses Hr. Manners Suttoh der jeßt als bloßes Mitglied an der Verhandlung This nehmen founte, benußte diesen Anlaß, um in d Kürze auch seine Meinung darin darzulegen, die dahiy ging, daß nichts von allem,' was er darüber gelesy oder gehört, die wichtigen Besorgnisse in seinem Gy müthe úber die große und nach seiner Ueberzeugung g fahrvolle Maaßregel der Emancipation zu heben ih Stande gewesen und daß er, so lange sein Gewissy

ihm die Gründe, welche er wider dieselbe hege, vorha

ten werde, auch kein Bedenken tragen werde, sie lay werden zu lassen. i

Gestern wukde der Auss{<huß- Bericht erstattet, dj Amendements wurden gutgeheißen und die dritte Lesuni auf heute bestimmt. Die. Littletonsche Bill erhids die zweite Lesung mit 168 gegen: 53 Stimmen, gi auch dur<h den Aus\<uß, der Bericht desselben wall gutgeheißen und die dritte Lesung auf übermorgen b} stimmt. Die Sibßung endigte um 1 Uhr Nachts.

Nach einer Dubiiner Zeitung dúrfte Marquis Wil lesley hecúberfommen, um der Verhandlung der Emay cipatíons:-Bill im Overhause beizuwohnen.

Ein Schreiben aus Turin vom 26. April melde der König habe nach dem Gurachten feines Conseils ein völlige Amnestie für feine verirrten Unterthanen vou 182 beschlossen. j

Der Blos}fon vou 28 Kanonen, Capt. Beechey, geh dieser Tage vón Portsmouth nach der Beringsstraße h um die Ankunft des Capt. Parry zur See, oder di Capt. Franklin zu Lande dort abzuwarten, und ihuy húlfreih zu seyn. y : i

Vom 11. Mai. Gestern Abend fonnte Hr. Canning Verhandlung der Emancipation- Bill nicht beiwohnte Hr. Huskisson vertheidigte dieselbe, hingegen Hr. Pl und der General-Solicitor befämpften sie na<hdrüc>lid Sie passirte èndlih mit 248 gegen 227 Stimmen.

Hr. Canning ist wieder ausgefahren. '

Aus Lissabon. wird vom 30. v. M. gemeldet, dis Sir Ch. Stuart am 15. Mai nach Rio abgeh:n wollt Der König hat auf ‘einige Wochen eine Reile nach di nordlichen Provinzen angetreten. |

Jn diesem und künftigem Monat werden 17 Schif mit 3300 Mann nach Judien abgehen. ¡5

Neuyorker Zeitungen bis zum- 17. v. M. zufch ivird an-die Stelle: des, zum Schaßsécretäir ernannt

| Hru. Rush, Hr. Rufur King gls Gesandter der V. Sh

hierher fommen. : Am 7. waren zu Boston 53 Häuser mit einem Vet

] lust von 500,000 S: abgebrannt, wovon nur 200,000 G daß dèr ' Y Diener einer Religión, dié uicht’ die Stáats - Religion. fst, zwei Táge nath Empfang eines Einladungs- Sthrei

versichert waren. Joseph Buonaparte hatte sie) durch einen Stüh aus seinem Wagen schwer verleßt, und. man zweifelt an- seinem Aufkommen. i : - n Am 4. März: war în -der Hauptstadt Mejico di Nachricht von unsrer Anerkennung der Republik angs

| fommen. ¡Der Senat hatte den Antrag, dem Gener Guerrero wegen seiner Verdienste. um die Unabhängig

feit einen Landstrih von 100,000 S. Werth zu schenke verworfen, weil die Republik zu folhen Gaben nid! Man war Willens , eine National Bauk zu evrichten; Das Unterhaus hatte eine Comnmis! sion zur Untersuchung: des Verhaltens ‘des auf säßige Bischofs von Sonora ernannt. iat, a ¿22108 Cous. auf Abrechnung - 915. F P ¿ Brúsfel, 13: Maï. Der na<h Holland gesandt

Herzog v. York dem Oberhause | Spanische Kabinets-Kurier ist ‘auf seiner Rückreise mi

Depeschen, nach Madrid dur<h unfere Stadt gereift. Das Gerücht fagte in Amsterdam, daß die Holländische!

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Banquiers, gleich den Brittischen, mit der größten Be- zimmtheit verweigert - haben, irgend eine Anleihe mit en zu diesem Eutzwecke daselbst eingetroffenen Spani en Agenten zu fontrahiren, wenn nicht im Voraus je Cortes - Anleihe vom Spanischen Hofe- anerfannt verde.

Stocéfholm, 6. Mai. Es ist hier eine ganze Menge Bankerotte unter bürgerlichen und Militair: Be- mten ausgebro<en, Genuß- und Glanzsucht etner-/ id wucherlihe Behandlung andererseits, die ihre hôchs ¿ Stufe erreiht zu haben scheint, siud meistentheils ie Veranlassungen.

Seit Aufang der Sifffahrt sind von hier an 37,000 |

Ahpfd. Eisen nach dem Auslande ver\chifst.

Sr. Petersburg, 4. Mai. Se. Maj. haben

¿m Oberho{meister Fürst:n Dolgoruki „dem Jägermei- ¿x Fürsten Galißin, dem als SJägermeister fungiren irfl. geh. Rath Fürsten Tjchtscherbatow, dem Mitgliede ¿x Bau- Coinmisjion des Kremlins würkl, geh. Rath zedeonow, dem Mitgliede des Vormundschaftsrathes 4 Kail. Findlingshau]es Secnateur Tschtschulepow, den unen - Orden erster Klasse mit huldreihen Schreiben theilt. Nach Béricht aus Kolywano-Wosfkresensf hat man i 9. Febr. ‘gegen Mittérnacht in den Shyranowski|chen hergwerfen eine starke Erdershütterung, welche selbst ie Gebiude bewegte, von großem Geräusch begleitet, ' der Richtung von Osten -nah Westen ver|pürr.

vom. 10. Mai. Zwischen unserer und der Groß- erzogl, Badenschen Regierung ist nunmehr. auch eine ebertintunft wegen Abschaffung des Abzugs Rechts ge-

ofen worden.

Jn deù Litthauischen Gouvernements Wilna, Grodno id der Provinz Byalisto>k sind von Privatpersonen ehrere Salzquellen“ entde>t worden. Um nun die dor- gen Gutsbesißer zur Auffindung und Bearbeitung von igl. Quellen aufzumuntern, hat die Regierung mehrere isen Judustriezweig begüistigende Verfügungen er-

en. / An alle unsere See- und Land Zoll Aemter is un- m 21. März die Weisung ergangen, streng darüber

wachen, daß feîne russishen Münzen aus dem Reiche führt werden. Den russi!chen Unterthanén, - die auf eisen úber die Grenzen des Reichs gehen, ist nur ge: 8 50 Rubel Silber und 50 Rubel Kupfer bei fich ühren. : :

Tüûrfey. Die Allgemeine Zeitung enthält folgende dersprehende Nachrichten: *

Triest, 5. Mai. Direkten Nachrichten aus Tri- lia vom 11. April zufolge is der Rest der ägypti- jen Expeditiou am 27. März, unter Befehl ZJbrahim asha’s, vollends aufs Haupt geschlagen worden. Man trachtèt uach diesen Nachrichten die, ganze Expedition ¿ zu Gründe gerichtet. Mehrere in Sbrahim Pascha’s leusten gestandene europäische Offiziere sind in grie- he Gesangeuschast' gerathèu, und nah Napoli abge- }rt- worden. p A /

Livorno, 6. Mai. Gestern kam ein Schiff von erxgudrien “an, welches vor Modon beigelegt hatte, n darauf befindliher Reiseñder“ war am Lande im ger von Ibrahim Pascha „vor Navaréno gewesen. n Pascha belagerte diesen Plaß, der von 300 Grie- vertheidigt ward, und hatte bereits eine Bresche i 2 bis 3 Fuß eröffnet. Von der Landseite hatten

mehrmals griechische Haufen sehen lassen, abet es r nie zu “einem ernsthaften Gefecht gekommen. u Lager befaudeu sich mehrere grie ische Gefangene. ie Araber hieltea sehr gute Kriegszucht, und Jbrahim [ha schien sehr sorglos zu sein, 0 daß er alle leine <iffe zurückgeschickt hatte. Er mochte etwa "89000 M. uppen haben4z feine Verbindung mit Coron und Mo-,

u wahr ungehindert, mit Patras aber noch nicht her- |

gestellt. Ju Alexandrien herrschte wegen des niedri- gen Standes des Nils, außer Mangel an Waaren die Schisse zu laden, sogar einige Tage Mangel an Ge- treide. Der neue Kanal war beinahe gauz ausgetro>- net. Die Pest wax nicht stark.

Noch etwas úber die Baumwollen - Manu- faftur. :

„Jn Nr, 123. der allgemeinen Zeitung sind die Re- sultate aufgenommen worden, welche der in diesen Blâts- tern“ enthaltene Aufsaß über die preußische Baumwoll- Manufaktur und Handel aufstellt. Diese Resultate werden um so erfreulicher befunden, als nach den amt- lihen Angaben die Ausfuhr anu baumwollenen Waaren die Einfuhr des Materials übersteigt. Doch wird zus gleich dabei bemerkt: Eine Schattenseite sei übersehen worden, nämlich, daß durch di? freie Einfuhr der eug lischen Garne in den öôstlihen Provinzen alle Spinnes

| reien, welche be'onders in Berlîn reichlich vorhanden

waren, zu Grunde gerichtet worden sind, und daß die angeblich liberalen Maaßregeln des jeßigen englischen Ministeriums uns úbrigens nicht abhalten dürften, auch vou dieser S2ite unsere Industrie zu s{hüßen.

Wir finden uns veranlaßt, einize Worte úber diese Bemerkung zu sagen, welcher zwar einleuchtend die beste Absicht zum Grunde liegt, die aber doh- nur aus Mau- gel an gehdriger Sachkenntniß gemacht werden fönnte. Sie enthält zwei unrichtige Anuahmenz erstens, daß die freie Einfuhr der englishen Garne die Ursach gewes s:n, weswegen die Berliner Baumwollen - Spinnereiea feinen Fortgang gehabt z- und zweitens, daß diese Jndu- strie jebt von dem Staate nicht gehörig beshúßst zu fein scheine. Es wird uns nicht s<hwer werden, die Un- richtigfeit dieser Ansichten zu zeigen; und wir halten uns um so mehr dazu verpflichtet , da der Zweck dieser Artikel úber die vaterländische Indusirie dahin gehetz nicht durch - verleitendes Räsonnement, sondern durch nicht zu bestreitende Thatsachen, den wirklichen Zustand detselben, ihr Entstehen, Fortgehen und Schassen, dem Jn - und Auslande vor Augen zu stellen, und ‘auf diese Weise dazu beizutragèn, eine ri<htige Kenntniß von ih- ren Verhältnissen zu verbreitèn.

L Zur bestimmten Berichtigung des ersten Punfts ij erforderli< , ‘daß wir uns in die Zeit vor dem Fahre 1806 verseßèn, wo in Preaßen noch das strenge Ver- botsshstem bestand, und dieses für die Schußwehr -der vaterländischen Gewerbsamfcit gegen fremde Einwirkung angesehen wurde. j :

Man hatte damals den Grundsaß angenommet, daß ‘jede-Art von ferriger Waare oder vollendetem Fas. brifat, welche im Lande felbst verfertigt werden fonntes verboten werden músse. Alle rohè Materialien, oder Halkbfabrikate, welche dazu dienten in den inländischen Matrufaktürèwn verarbèitet zu werden, mithin den Stef zu ihrem Betriebe: abgaben, wurden dagegen vom Aus: lande eitigelassen ; und-zwar ganz Stenerfrei, weil man

es nicht fúr rathsam“ hielt, fie dur< Auflagen zu ver“

theuetn,“ urid ihre Beziehung, Behufs des Verbrauchs in ‘den Fabriken - des Landes, zu erschweren. Daher. ert öb man * frühethin ‘sowohl ‘von der unverarbeiteten Seide, ‘als von der rohen Baumwolle, und den Baum- wollen - Gespinnsten, so wie von den Farbematerialieun und ähnlichen Fabrifationssoffen uicht die mindeste Abe gabe. Das englische Baumwollengarn war damals den Webereien in Berlin beréits unentbehrlich geworden, da

die bessere ‘Maschinenspinnerei die Handspinnerei vor drängte , indem fie nicht bloß weit vortresflichere, son- 4 dern auch 4veit woh!feilere Garne lieferte,

als dieje. Ja, mau fonnte die Handgespinnste zu den neuen Gats- cangen ‘von Baumwollen -Maaren, die in den Handel