1825 / 126 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Unter den schon jeßt befannt gewordenen bevorste- henden Ordensverleihungen erwähnen : die Zeitungen auch folgende: der Baron Damas wurde zum GropfkreuUz und der Kriegsminister, Marquis-von-Clermont Ton- nerre, zum Commandeur des Ludwigs - Ordens ernannt. Zu Groß-Offizieren- der Ehren-Legion die HH. v. Pey- ronnet, von Corbiere und von Rayneval; zu Offizieren die Deputirten Humane und Basterrehe (Sie gehören beide zur Opposition der linken Seite).

Fúufproc. Rente 101. 50.- Dreiproc. 74. 85.

London, 24. Mai. Am Sonnabend erhielten Se. Maj. den Besuch des Herzogs v. York. Vorgestern gaben Sie dem Lord - Kanzler, so wie gestern dem Gra- fen Münster Audienz, empfingen auch die Besuche der Herzoge v. York und v. Glocester.

Die Hofzeitung enthält die Ernennung des Lord Viscount Strangford zum Großbrittanuischen außeror- dentlichen Bot|chafter am Kaijerl. Ru}sischen Hofe, in- gleichen des Herrn Stratford Canning zum Botschafter bei der hvhen Pforte.

Der Kanzler der Schaßkammer erklärte am 20stet im Unterhause auf Aufrage : es sei seine Absiche, in der, dem Hause vorliegeuden Dijtilir - Bill auf- die Er- laubniß, Rum in England zu rectificiren, anzutragen, ohne daß der rectificirte eine höhere Abgabe zu zahlen haben solle. :

Die Jury’s- Bill ging dur< den Ausschuß. „„Sie ist,‘ bemerken die Times, „eine offenbare Verbesserung und wir begrüßen sie nicht allein um ihrer selbs willen, sondern auch als ein Pfand fur Hrn. Peel's Absicht, die Rechtsverwaltung überhaupt zu verbessern. Wir vertrauen, er werde den Muth haben wider alle Hin dernisse auszuharren und fich selbst durch seine Freund- schaft für Lord Eldon nicht -verleiten lassen, den Stall des Augias, das Kanzlei - Gericht, zu ver}chonen.“/

Wider die Bill zur Vermehrung der richterlichen Gehalte [{<lug Hr. Brougham vor, folgendes in die desfallsige Rejolution einzurü>en; „Da es erforderlich ist, die Unadhängigkeit der Richter durch angemessene Gehalte zu sichern und da es unweise und unrathsam isi, puisneé - Richter zu Oberrichtern und puisné-barons zu Over-Barons zu befdi dern.“ Dies Amendement fiel nach einer lebhaften Debacte mit 112 gegen 29 Srim- men dur<h; ‘indessen seßte das Haus die fernere Erwä- gung des Ausschuß : Berichtes bis nächsten Freitag aus. Die Canada-Compaguie-Bili passirce und das Haus vertagte sih bis zum 2b6sten d. M. -

_… Am Sonnabend fand hier eine große Versainmlung von Rômisch- Katholischen über die Emancipationus - An-

gelegenheit unter Vorsiß des Herzogs v. Norfolk statt, |

wo unter Auderen auch Graf Donoughomore, die HH. O’Cónnell uud O’Gorman sprachen. Henry Hunt wollte sih vorthueu und die Parlaments - Reform auf die Bahu bringen, wurde -aber fortgezish. Es ging im Ganzen höchst besonnen zu.

Am verwicheueu Freitag fam die Nachricht von der Verwerfung der Emaucipations- Bill nah Du- blin uud die dortigea Zeitungen sind mit dem Aus- druc>e gefränkter Gefühle angefüllt. Versammlungen sind dur< gauz Jrland über die Sache beschlossen und es heißt ,- daß viele Protestantische Grundbesißer und Gentlemen sih mit den Katholiken ini dem Autrage um

die Emancipation , nicht ais Geschenk. fúr eine Con-

fession, sondern als allgemeine Sicherung für Leben und Eigenthum, als natiouale, beruhigende, abhelfeude Maaßregel fúr Jrlaud, vereinigen wollen.

Sir W. Congzreve ist nebst Oberst Landmaun und Herrn Daniell vom Continent, wo sie viele Abschlüsse wegen Gasbeleuchtung zu Stande gebracht, fommen. :

Zu Liverpool sind dermalen niht weniger als funf- zehn Dampfschiffe, meistens größere, im Bau begriffen.

zurückge- f darauf. Ju der vom 16. Febr. meldet dieser, daß et

Hr. Coventry hat eine Schrift herausgegeben , zu beweisen , daß Lord Geo. Sa>ville der Verfasser Briefe des Junius gewesen.

In Folge der lesten, ihn betreffenden Verhand(

gen im Ostindischen Hause ist der Marq. v. Hastings 26sstten v. Zeitlang von Malta nah England abgesegelt. F Britt. Kaufleute und Eigenthümer erließen cinige T, vokher ein |<ônes Dank- und Glückwünschungs}chreil an ihn, und er erwähnte in der Autwort, daß er | Gelegenheit zu münolihen Vorstellungen an die Mi ster zum Besten der Jnsel benußen werde.

Gestern war Feiertag in der Bank, die Stockhi aber wègen des fritishen Zustandes des Geldmarkt offen. Cons. erlitten große Schwankungen, 897, L, sz

Aus Mexico haben wir Briefe bis zum 2. Ap Am 25. März ist Hr. Ward nebst seiner Gattin y; Hr. Srancis Baring von hier dort angelangt. Erste überbringt den, der mexicanischen Negierung zur Ra fication vorzulegenden Handels - Tractat mit Großb tannzen, von- dessen Seite er selbst und Hr. Mori jo wie von Seiten Mexico’s die Minister Hr. Alay (des Auswärtigen), und Hr. Esteva (der Finanzen), { ren Ernennung dazu der Sol schon am 10: v. M. ( zeigte, als Commissarien zur Unterschrift auftreten werd

Am 17. v. M. legten die Mitglieder des Ober-0 richtshoses feierli den Eid in die Hände des Práäside ten der Republik ab. Am Tage vorher war ein, weg aufrühri]cher Druckschriften angeklagter Herausgeber y der Jury freigesprochen worden, i |

39 der ersten dasigen Handlungshäuser haben ein Ta wider die hohen Zölle beim Congreß einreidu assen. ;

JIturbide?s Wittwe ist beim Congreß mit der Bítt Lea ian ihre Pension hier im Lande verzehren z

ürfen. : : | Der Bergbau geht thätig fort und immer werdt neue Uebereintünste zwischen den Gruben-Eigenthüme und fremden Gesellschaften abgeschlossen. Einige El berstangen aus Guanajuato sind in der National: Mün angefommen. Quecksilber fällt im Preise wegen d großen Zufuhr, die erwartet wird. ]

Der berüchtigte Räuber Gomez ist na< Acapul unter Wache abge]chi>t, um nach Californieu transpoi tirt zu werden, A

In dem, zu Mexico gehörigen Staat Campe! soll es no<h nit ganz ruhig und in Alvarado.- eiu neus Embargo aufgèlegt worden sein. i

Am 95. v. M. wurde in Guatimala unter große Jubel der erste Bundes - Congreß von Mittel - Ameri: instaliirt. Bei der Mittheiluug von dem großen Sieg von Ayacucho standen die Mitglieder unter dem Rufeu „Unabhängigkeit und Bolivar !“/ auf. : j

Nordameri?tanische Zeitungen, welche uns bis zut 23. April zugegangen, enthalten folgendes Schreiben de Generals Canterac vom 12. Dec. an Bolivar, welch) Aufschluß darüber giebt, warum der General nic mil nah Spanien abgegangen ist: „Als feuriger Verehré des Ruhms fann ih, obwohl überwunden, uicht uni hin, Ew. Ercell. zu der glückli<hen Beendigung Zhre Expedition nach Peru an dem wohldur<kämpftenu Tag von Ayacucho Glúck zu wünschen. Jch nehme diesel Anlaß, um die Ehre zu haben, mi<h zu Ihrem Dienst zu stellen und Sie im Namen der auderu Span. G6 uerale zu begrüßen. Jch bin Jhr ergebeuster Diencet, der Ihre Hand füßt.‘/

_ Jene Zeitungen enthalten auch, aus columbischen Blättern, eine dritte Resiguation des Libertadors als Präsident, und zwei Antworten des Vice -Práäfidentet

den Congreß am 3. auperordentlich- zusammenberufen und derselbe die Dimission des Präsidenten mic det

M. mit dem K. Schiff Cambrian für ¿¡Wrd durch die, dittheilungen aus Guayaquil bestätigt. Nach leßteren

Winde zerfallen in zwei Abtheilungen:

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dehrheit von 21 Senatoren und 52 Repräsentanten

ter allgemeinen Ausrufungen, denen sih die Bürger den Straßen zugesellt, abermals vérwotfen habe. Die in den Nordamerikanischen Blättern enthaltene ahriht, daß der Admiral Guise verhaftet worden sei, von der Jamaika - Zeitung gegebenen

t der dasige Jntendant sich zu dieser Verhaftung und x Absendung des Admirals unter Bedeckung nach ma dadurch veranlaßt gefunden, daß. derselbe 30,000 ollars zur Bezahlung seiner Offiziere und Mannschaft fordert hatte, mit dem einer Drohung gleichen Be- rfen, daß diese sih außerdem empören würden. Die fficiere des Geschwaders waren úber die Maßregel des itendanten sehr enrtrüstet, und machten anfänglich diene, auf dessen Wohnung feuern zu wollen; indeß en sie sich doch noch so ziemlich beruhigen.

‘“Callaó hielt sich no<h beim Abgang der lezten Nach- tenz der dasige Commandant wird als ein Mann n außerordentlichen Eigenschaften dargestelle. Man rdammt seine Grausamkeit, jedo<h spricht man mit ewunderung von seinen großen und seltenen Talenten. on Sciten der Jndependenten werdèn große Anstren; ugen gemachr, die Festung. zur Uebergabe zu bringen. je mexicanishe und die columbische Regierung rüsten, e es heißt, eine Expedition gegen die Jnsel Matan- j aus.

Künftigen Octöber - Monat werden sih Bevollmäch- ite von allen vormals Spanisch - Americanischen C0- jiiéèn zu Panama versammeln. :

Die Zeitung von Bogota enthält eine Uebersicht t Gegenstände, über welche bei dieser Zusammenkunft rhaudelt werden soll. Man legt um so mehr Gewicht rauf, da man sie dem Staatssecretair der auswärtigen gelegenheiten von Columbien beilegt. Jene Gegen- a. Verhandlun- , welche die friegführenden Americanishen Staaten s<ließli<h angehen und b. solhe, welche neutrale áchte ‘betreffen, - Zu den ersten gehören : , 1) Die

Merliche Erneurung des Bundes aller Staaten gegen

panien. 2) Ein Manifest an alle <ristli<he Nationen, rin die Gerechtigkeir ihrer Sache und ihrer Politik zulegen ist. 3) Abichluß- von Handels - und Schiff. rtsverträgen unter sich als Verbündete und Bundes- ossen. 4) Entscheidung, ob sich alle Staaten verei- jen sollen, Cuba und Portorico von Spanien unab; gig zu machen, und was in diesem Falle jeder Staat Geld und Truppen stellen soll. 5) Maaßregeln zu fen, um gemeinschaftlich ‘den Krieg in die Gewässer ‘Spanien und an dessen Küsten zu verseßen. 6) e Entscheidung , ob diese Maaßregeln auch auf die narischeu Juseln und die Philippinen ausgedehnt wer- sollen, Zur zweiten Abtheilung gehören : 1) Die vägung der Mittel, wie die Erklärung des Präsiden- der Nord - Americanishen Freistaaten . gegen alle stige Colonisationspläne auf dem Festkande von Ame- i, uud der Widerstand gegen jeden Versuch, sich in sere innern Angelegeiheiten zu mischen, ¿n Ausúbung ra<ht werden kann. 2) Gemeinsame Feststellung be- tener Grundsäße des Völkerrechts, besonders derer, <2. sich auf die neutralen und friegführenden Mächte ehn, 3) Bestimmung, auf welchen Fuß die politi- n und Handels - Verhältnisse der Länder Amerikas ellt werden sollen, die entweder, wie Hayti, bereits | Mutterlande getrennt sind, oder sich noch losfagen <ten, ohne daß sie von irgend einem Europäischen k Amerikanischen Staate anerfaunt sind. . General Soublette ist Kriegsminister des Staats } Columbien geworden. Consols 89è—?. i ' Amsterdam, 29. Maï. Bei dem Nothstande, in sich die übershwemmten Ländereien in Nord -

Holland noch befinden, ist von Regierungsweqen bee schlossen, zum Versuch auf einige Tage die Schleusen des Neuen Tiefs zu ôffnen und das Wasser in See laus fen zu lassen und follen, bei der Unsicherheit über die Würkung dieser Abstrdmung: für den Canal, einstweilen weder ins Neue Tief- noch ins Y, Schiffe von mehr als zwölf .Amsterdammer Fuß Tiefe eingelassen werden.

München, 27. Mai. Heute Vormittags wurde das hocherfreulihe Geburtsfest S. Maj. des Königs, unsers allergnädigsten Herrn, dur<h Hochamt und Te Deum in allen katholischen Hauptkirhen und durch Predigt und Gesang in der evangelischen Hof - und Pfarrkirche gefeiert.

Gestern begaben sich JJ. KK. Hoh. der Krons prinz, der Prinz Karl und F. K. Hoh., die verwittwete Frau Herzogin vou L-uchtenberg nah Tegernsee,

Aus der Schweiz, vom 23. Mai. Am 8. Mai, während dem na<hmittägigen Gottesdienst, tiaf der Blis ein Thúrmchen und den Dachstuhl der unverwahrten Kirche im St. Gallishen Städt» hen Wyl. Ein beherzter Maurer sägte den breunenden Balkèn ab und verhütete größeren Schaden.

Das Criminal - Gericht des Cantons Basel hat den Paßschretber am dasigen Polizei-Büreau , Jmanuel Lan- derer , einen Bruder des (wie leßthin gemeldet wdrden) zur Amtsentsezung, Kettenstrafe 2c., verurtheilten un- treuen Postoffizianten , weil er „in verhiedenen Malen von vorgem-cldetem Bruder eine Summe von 422 Laub- thaler entlehnt, während er wußte, daß sein Bruder dies ses Geld aus der ihm auvertrauten Post- Kasse enthos- ben, und er zu gleicher Zeit, sowohl von seiner eignen Jujolvenz als jener seines Bruders überzeugt war‘/ zum Verlust jeiner Srelle, achtmonatlicher besonderer Ein- sperrung im Zuchthausé, zum solidarischen Ersaß des von seinem Bruder aus dem veruntreuten Geld Empfan- genen und zu Bezahlung der Prozeßkosten verurtheilt. : St. Petersburg, 18. Mai. JI MM. die Kaisecinnen werden -Ende dieser Woche ihce Sommer- Residenzen beziehen.

Die Gemahlin des General, Kriegsgouverneurs von Moskau , Fürstin Golykin , stiftet daselbst auf ihre Kos sten eine besondre Jundustrie- Schule fúr arme Mädchen. Der Kaiser har huldvoll geruht, zur vollskändigen Defks kung der Bedürfnisse jährlich 13000 Rubel dafür auszus eben. General-Major Neidhart der erste ist zum Befehls- haber der Handelsstadt Odessa und der Obrist Gurfo zum Chef vom Generalstaabe des 5. Armee-Corps ernannt.

Die Witterung ist hier fortdauernd kühl und uns freundlich. s

Am 5. April d. J. wurden zwei Frauenzimmer beé ‘Riga, in einèr einsamen Gegend der Stadt, die un- glücklichen Opfer einer Koppel herrenloser Hunde, welche sie zerrissen.

Túrfke i.

Jn eínem (von der allgemeinen Zeitung mitgetheilten). Schreiben aus dem südlichen Franfreich vom 19. Mai heißt es: wir haben Briefe aus Marseilké, welche von fränfischen Berichten aus der Levante mels- den, die der (wie lebthin gemeldet worden) durch grie- chishe Häuser verbreiteten Nachricht einer Kapitulation

Jbrahim Pascha's, wodur<h die -Räumung Moreas durch dessen Truppen stipulirt worden seyn soll, gar nicht erwähnen. Inzwischen sagen sie nichtsdestoweni- ger, „daß cinige Tage lang zwischèn Jbrahim und den griechischen Präsidenten Conduriotis unterhandelt wor- den ist, daß man aber den Gegenstand diejer Unters

| handlungen nicht kennt, und daß sich dieselben zerschla-

gen haben.‘ Ibrahim Pajcha hatte wirklich zuleßt no< durch die in der Gegend von Suda zurückgebliebenen Truppen Verstärkung erhalten, und dadurch seinen früs hern Verlust wieder erseßt. Allein aus diesen fränki- schen Berichten, die von Personen herrühren „. welche