1825 / 129 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

N TONE L i E Pi O O.

pr E S M E P

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Tuntíca, der Dalmatiur und dem Königl. Mantel von violeitem mit Hermelin verbrämeten *und g:futterten Sammt. „Dann fhiete der König nieder uud der Ex zr bischof salbte seine Hátide „¿” Überreichte: ihm? die Hahd-

f{<uhe, den Rig, den Séeßter und die Händ der Ge

rechtigfcit, und seßte ihm die Krone Carls des Großen auf, während sämmtliche Prinzen sie mit der Hand be- rúhrten, um sie zu unterstüßen. Hiérauf bestieg der König seinen Thron; nach einigen Gebeten küßte ihn der Erzbischof und rief dreimal laut: v1ivat rex 11 aë- ternum und alle Anwesende antworteten mit einem ju- belnden Vivat. Jn dem Augenbli - als hierna< der König den Dauvhin und die Prinzen umarmte, erscholl ein dreimaliger Tusch, die Leinvand, welche das-unter der Vorhalle versammelte Volk von dem. Junern, der Kirche trennte, ward zerrissen, das Volk stürzte in die Kirche hinein, die Köulgl.--Falconiere-ließen die Tauben und andere Vögel fliegen, und die Waffenherolde ver- theilten die Kröônungs-Medaillen ; die Artillerie donnerte von. den Wällen heräb, alle Glocken läuteten und der Enthusiasmus der ganzen Versammlüng stieg aufs höchste. ‘Nachdem wieder étwas Ruhe eingetreten war, wurde

. das Te Deum atigestimmt; der Groß: Almosenier holte

von dem Erzbischof den Friedensfuß und brate ihn dem Könige, von welchem ihn die Prinzen empfingen. Als der Dauphin vor seinen Vater niederkniete, hob der König ihn auf, und hielt ihn lange fest umschlun- gen. „Diese Scene war unaussprehli<h rührend. Zum Schluß der firhlihen Feier nahm der König das Abend- mal unter beiderlei Gestalt ‘und: begab sich hernach im feierlichen Zuge! nach seinen Gemächern zurück.“ Später fand im großen Saale des “erzbischöflihen Pallastes ein großes Gastmal statt. Der König speiste an einer unter einem fostbaren Baldachin errichteten Tafel, an welcher die Prinzen saßen. Rechts davon speisten an zwei Ta- feln das Corps diplomatique und die Pairs; linfs an zwei andern Tafein- die Minister und die Deputir- tenz der Königl. Tafel gegenüber die Catdinäle, Erzs bishôfe und Bischôfe. Das Gastmäl ‘dauerte eine halbe Stunde. Der König trug eine Krone von Brillanten, die einen Werth von 104 Million Franken haben soll, jeder- Prinz- die goldene herzoglic<e ‘Krone.

.___ Der Moniteur máächt eine bet Gelegenheit der Krönung ergangene Königl. Ordönnänz bekannt, w0- durch 58- wegen“ verschiedèner* Verbrechen verurtheilte Personen und. 72 Ueberläufer begnadigt werden. An der Spiße - der ersten Liste befinden fich die ‘Namen des Wilhelm von Vaudoncourt und des Generals Drouet d’Erlon. Durch éine andere Ordonnanz sind alle diejenigen begnadigt worden, welche vor dem 29, Mai ch Fischerei und Holzfrevel' haben zu ‘Schulden fommen lassen, und ‘alle wegen Polizeivergehen züerkannte Geld- strafen - bis auf Höôhe von 100 Fr. sind den Delinquen- ten erlassen worden. Der König hat vermittelst einer dritten Ordonnanz den Grafen- von Sezé, den Marquis von TalarÎ: und den Grafen von Laforest zu Staats- ministern und Mirgliedern: des Geheimen Raths er- nannt. —- Es haben ferner verschiedene Bèförderungén unter: den Justizbeamten statt gefundén. “Endlich ist auch die den: Deserteurs der Armee zugesicherte-Amne- stie auch- aufdie Offiziere, Soldaten und“ Matrosen der Königl. Marine ; welche desertirt haben und si freiwillig stellen, ausgedehnt wordet. : __ Fúnsfproc. Rente 101 Fr. 45 30 C. 74 Fr. 75 —.70_C. i _ “London, 27. Maï. Jm Unterhause machte gestern Hr. Spring Rice den Antrag: daß die Correspondenz des Vicefônigs von Jrland mit. der Regierung über den Zustand dieses ‘Landes, namentli<h in Bezug auf den Ursprung, die Beschaffenheit und Ausdehnung der dort waltenden religiösen Feindschaften und auf die besten Mit- tel, zu deren Dämpfung vorgelegt werden solle, Nach eiuer

Dreiproc.

lebhaften Debatte, die «bis 2 Uhr Morgens dauert

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p iti allen Artifeli? zugteignët bat, ‘indem’ er dié

fand sih Hr. Sp. Rice ‘veranlaßt, den Antrag zurüdreise béstimmt,* den* Anbau“ sowbohk“ mindern als- meh»

un chene. Hr. Peel -. Hr, Cannfüug, z der „Kanz!er>t Schaßkammer, Fr. Dunst ferner die Heren Béoù o

ham Bromwniow,/, dett Und die Lord Russell nahmen an der Debatte Theis,

Hr. Canning vertheidigte, unter großem Beifal}

seinen Freund und Collegen, Lord Liverpocl, gegen dey ihm von “Seiten des Hrn. Brougham gemachten Vet wurf, daß er bei sciner zuleßc abgegebenen Meinuy sich dur< Rücksichten gegen eine hohe Person habe bi stumweu lassen. „Wenn (sagte Hr. Canning dabei) in gend Jemänd in England seine Meinung nicht nah dem Zornblicé oder Lächeln -eines-Jndividuums , wi hoch dasselbe au< steheu môêge, zu modeln geneigt is so ist es der edle Lord an der Spiße der Regierun Ich -sebe Ehre und .Lebeu zum Pfande , daß , -was in mer er ge]prochen haben mag, aufrichtig gesprochen wat und vbjchon ich das, was er gesagt hat, nur bedaueti fann, fo verbürge- i<hmi< do für die Redlichkeit du von ihm ausgesprochenen Meinung. :

Die Bill wegen der Londoner Universität erhielt di erste Lejaing- utid waxd dïe zweite auf Mohtaäg ‘bestim wo Hr. Peel Einwendungen machen will. ¿v

Cinige unserer Blätter stellen “den Zustand* Jrlan) als sehr beunruhigend dar. Mit Schinerzen erfehen wi (áußerr unter ‘andern die Bkrittish Preß) aus den gt jtern aus Jrland ‘hier eingelaufeuen Briefen ; daß ‘di Erbitterung der Katholiken eine“ Unterbrehung der d}

fentlichen Ruhe“ mit Wahrscheinl:chfeit erwarten läßt

Jrland „/ sagen jene Briese, ist nie tiefer und gefährli cher aufgeregt gewesen. Allgemeine Versammlungen sèl len in allen Stádten und Dôrfern zusammenberufen werden, und Niemand“ zweifélt, daß man in diesen Zu sammenfünften die Beschwerden des irländischen -Volts mit enutflammender Beredsamkeit darstellen werde. Win. sind weic entferüt, die. Häupter der Katholifen zu dei schuldigen, daß; sie Unruhen zu nähren trachteten ; wit glauben , daß sie zu-gut- die nachtheiligen Folgen kennen welche ein ¡jjolches Benehmen von ihrer Seite für del günstigen Ausgang der von ihnén vertheidigten Sach unvermeidlih nah sih ziehen müssen; wir hegen jedo zu ihrer Einsicht nicht dasselbe Vertrauen wie zu ihre Absicht. Sie regen jeßt eine gewaltige Masse physische Kräfte auf, weiche sie demnächst zu zügeln oder zu le ten ganz außer. Stand seyn werden. 4 D

Nach Ausweisen die dem Oberhause vorgelegt ‘wol den, haben die Westindischen und die London - Docfs- int Jahr 72,916 fl eingetragen ; -so daß, wein “die. Sk. Katherine's und die Süûd- Londou- Docks eben #0 groß werden, sie dem Patronat der Regierung . wenigsten noch 50,000 fl im Jahr hinzufügen werden.

Auf die Reclamation mehrerer Personen, welch

Forderungen an die Spanische Regierung haben, ist au!

dem Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten el wicdert worden, daß der, nah Madrid unterwegs bs

findliche, «Gesandte: Sr.“ Maj. am- Königl. Spatischen | Hofe besondern Austrag habe, der Spanischen Regie

rung die Nachtheile vorstellig zu machen, welche die R6 clamanten durch die verzögertë Berichtigung ihrer Fot

‘derungen erleiden, und auf die baldige Ausführung det

deshalb abgeschlosseuen Uebereinkunft zu dringen... Es bildet sich in England eine Gesellschaft zur An! pflanzung von Maulbeerbäumen, um Seidenwürmer zl ziehen. - Ein Herr Agar zu Camden - Town hat. bereits eine- Auzahl von 8000 weißen Maulbeerbäumen.: ange! pflanzt, welche gut gedeihen. ; | Ein Aufsaß in der Malta:Gazette vom 12. Januat

schilderc die unúberwindlichen Hindernisse, mit: welchen

der Handel mit Aegypten, alles Scheins vom Gegen?

theil ungeachtecr, zu kámpfen hat und die hauptsächlich

in dem Alleinhandel.- ihren Grund haben, den- sich. der

r. “Goulböurn, Sir Fkancis Bis Ire i i ort einen Agenten des Pascha's“ als Concurrenten zU

Ta fan ; z. B. ‘voi Bautuwolle*‘üind’ daß ‘der, welcher

irgend einen Markt“ einén ‘vorthcilhaften Absaßz“ der;/ ¿m Paschá gekauften Waaré erwatret , sicher feyi kann,

et; mit welchem er- nicht Preis ‘halten fann. Viel ¡tes Geld, “daß-zum Baumwollen? Einkauf nah Ale- ¿ndrien gesandt worden, sei, wegen der úbertkiebenen vitise, die der Pascha gefordert’, nah Malta und Vibraltär zurückgekommen. „„Die Eitführ von Bricti- Gen Mañüfacten“ wird* schon ‘als Beeinträchtigung der ige Manufacturen zu Kairo und Rosette ange\ehen,/ on Liniñen- ‘Seiden - ltd ‘Baumwollen - Zeuge, selbst Menge, vermittelst Brittischer Mäschinen und Fran- dsischer , Déutschèr und Jtalientscher Atbeiter- verfer- gt werde. - Ein ‘rechtschaffner Vérfuch es den Britti- sen: Maúñtufäcturen gleich zu thun „kann feinem Lande dat werden, so lange- der Hatidel nicht dur un- ¿rechte Maaßregeln gehemmt wird,“ auch ist es gewiß f'lange Zeit hinaus noch nicht denfbar, daß diè Aegyp- hen Mänufacte die Brittischen dort werden verdrän- i fônnen. Ein ‘Grund aber, warum der Zug für drittishe Waaren dorthin abnimmt, ist die nich stets {mehrénde: Armuth des Volks als natútliche Folge der jeibehaltung-?des jeßigen Systèms, nämlich: 1) durch sonopolisirung aller Erzeugnisse' des Bodéns, die mit nveisungen auf ‘den Aegyptischen Schaß bezahlt wers 2) midèm der Bauer gezwungen wird, beim Um- eines: Artifels gegeti den’ andern Schaden zu leiden. belbst Mattén „die inso allgeméinem Gebrauch beim dolteisind , kann dasselbe ‘sich: nur: vom Pascha verschaf- n, der. sih“ das Monopol ‘von ‘allen, ‘die im Lande tsertigt- wérden, zugeeignet hat.“ Es ist also immer ieder die alte „Aegyptische Dienstbarkeit.‘/ Es sind Lissaboner Briefe ‘bis zum 15. d. M. hier gekommen. Man hatte erwartet, ‘daß die Vereinba- ng ‘wegen? Brasiliens am- Geburtstage des Königs, n 13. Mai, bekanut“ gemacht werden würdez es er- lgte aber nichts dergleïheu./ Sir Charles Stuart ollte, ¡vor einer Abreise nach Biasilien, “dem Könige n Porttugall an Bord des Wellesley ein Fest- geben.

Man \<reibt aus. Rio Janeiro , ‘daß unser Admi- ( Eyre den Vicefönig Gen. la Serna- (Grafen de las des). mitder, ‘seinem Range gebührenden Salutis- nig, am. Bord. des Spartiate empfangen - habez der gent aber ihn nicht habe vor sich lassen wollen. Zu Rio -Janeiro sind am 17. März drei Theiineh- r der Revolution: von Pernambuco, Radcliff, in Por-

gal von - Englischen Eltern geboren, Metrovich aus: alta und da: Silva Loureiro aus Portugall, hinge- tet worden. La.

Am 28. März wurden. zu Rio-Janeira 1000 Mann fanterie, unter wel<en ein Bataillon Ausländer, eins <ifft, um eine gleiche Zahl von. Truppen in Pernam- 0 abzulôsen. :Lebtere: jollen die Garnison von Mons- ideo verstärken, indem die. Brasilische Regierung be-- tet, daß nah Beendigung des Krieges in Peru die depeudenten den Plan fa]ssen möchten, die Cisplata- he Provinz: wieder zu erobern.

“Jn der Münze zu Mexico allein waren in den leß- zwölf Monaten 7 Millionen Péíaster geprägt wors- “Man hatte feine Angaben von den anderen Pro- jen, wo auch sehr beträchtlih geprägt worden war. ige der Bergbau Gesellschaften verkauften wöchent- große Quantitäten Erz uumittelbar bei den Gruben, ür die, welche es zum Behuf des Schmelzèns und es dann in die Múnzen zu liefern, kauften, sofort Phlten. Das Schmelzen sollte aber von den Gesell- ften selbst betrieben werden , sobald die erforderlichen tichtungen- getroffen seyn würden, |

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Cópewhà g eln, 28. ‘Mai. - Mittelsteiner allerhöchs sten ‘Resölution? ist: bestimmr: worden:+ daß- die: Zinsen von den bisher 4# Procent gebenden -consignablen Banks fonds vom LUsten“ Juli d.:J. nur mit 4 Proc. jährli bezahlt: werdet sollewz? do< steht es den Jahabern frei, das Kapital aufzutkümdigén, welches dann zum nächsten Déceinber- Termin zu dem vollen ‘ak -pari Belaufe bezahlt wird. - Die: Direction der Staats|chuldén und des siue fenden Fonds ‘hat ebenfalls alle „: von d-m vorigem Fie nañzcollegio unteïm:31sten/ October und 31sten Decemse ber: 1814 fúr - eingelieferte Committeezettel ausgestellte Obligationen aufgetündigt, so wie dasselbe hin sittlich der von der Administration des Schleswig Holstetnischen Leih :Jristituts ‘in dem. Zeitraume von 1802 bis 1813 ausgestellten" Obligatronen 7; welche 5- Procent Zinsen tragen, ‘undder inden Hérzogthümeru im J. 1809 ers E Staatsfouds- Anleihe zu 6 Proc. Zinsen gesche- hen ist.

7 Heute. wurde das ‘neue Gebäude des hiesigen Colle- gil. medici oder des sogenannten Borchens Collegii feierli< eingeweiht. Das frühere ward im Jahr 1807 in Asche gelegt. Dieses. Collegium„- wo 16 Alumnen zur Fortseßuug ihrer Studien reichliche Unterstüßung erhalten, ist im Jahre 1689 gestiftet worden. Es sind viele ausgezeichnete Männer aus demselben hervorge: gangen. j f : As Spanien. Privatbriefe aus Madrid vom 19. May (in Pariser Blättern) melden, daß. sich Tags]zuvor sámmts (iche Minister nah Aranjuez begeben „- wo alsbald eit Conseil statt gefunden, nach dessen Beendigung eiwBote an den Prásidenten- des Raths von Kastilien abgesandt worden, der danu sofort die Mitglieder dieses Collegiums zu einer. außerordentlichen. Sißung berufen habe. Ueber die Veranlassung und das Resultat dieser Berathungen

| war man-im Publikum noch iu Ungewißheit,

Der neue, General; Polizer- Jntendaut Hr. Recacho/ flôßt durch seine Rechtlichkeit und Festigkeit Jedermann ‘Achtung ein. Er läßt die: Gesehe und Reglements mit solcher Unupartheylichkeit ausüben, daß selbsk ein Geists licher, - dêr sich, begúnstigt von dem- Präsidenten des Raths von Kastilien, seit. einiger Zeit in. Madrid be- fand, von. dort entfernen mußte. Hr. Recacho stúbte' sich - dabey auf eine Vorschrift seines. Vorgängers im Amte, - wonach jeder daselbst befindliche geschäftslo se: Geistliche «binnen 48- Stunden die Hauptstadt verlassen sollte. r lt D A6 a4 Túrkey. Nachstehende Mittheilungen sind (näht den bereits gestern gegebenen)“ weitere Auszüge aus der zu Mesalonghi, erscheinenden Chronik bis zum 8, April.

“Aus Nro. 25. Mesalónghi, 26. Márz. ‘Die Egyptier, welche Navarino regelmäßig belagern wolltèn, werden jeßt von den allenthalben herbeiströmenden Schaaren ‘der Griechen selbst belagert. Aus Gastuni erfahren- wir daß die aus 40 Segeln bestehende griechische Flotte unter den Befehlèn des Admirals Miauli, unter wel- her s< 7 Brander befinden, bereits vor Navaririo erschienen sei, und eine andere Division zu Hydra bés reit ist, auszulaufen, und auf die egyptische Flotte zu“ freuzen. Die Zahl der im Gefechte bei Navarino am 16. d. gefallenen Türken war außerordentlih großz jene der Verwundeten ‘ist noch nicht befannc. Funfzehn Wägen mit Bajonetten wurden als Siegeszeichen nach Tripoliza gebraht. Der Verlust der“ Griechen betrug nur 50 Mann , darunter aber drei ausgezeichnete Mäns ner, namentli<h ein Bruder des berühmfen Palasfa, den Odisseus vor drei Jahren meüchelmdrderisch hatte tôdten lassen. Am folgenden Tag - nämlich den 17.- d., soll ein anderes Gefeht vorgefallen seyn, in wels chem die Griechen ebenfalls siegten , viele von den Egype tiern niedermachten oder gefangen nahrnen, und-die übrí- gen in die Flucht trieben. Dieser zweite-Sieg braucht

indessen Bestätigung.