1825 / 139 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Am

der Abgeordneteu über den in Frage befangenen Antrag

Die Arbeiten an dem Weg unter dem Bette der Themse schreiten rash vor.

* Nach dem Hampshire Telegraph haben die befann- ten Reisenden Denyam und Clapperton - (deren glú>- liche Rückkunft nach England bereits gemeldet worden) die Gewißheit erlangt, daß der Tyad, ein großer See von frishem Wasser, ohne Ausfluß ist. Zwei große Flüsse ergießen sih in denselben, derèu etner, der Shary auf | einer und derselben Gebirgsfette mit dem weißen Nil entspringt. Er läuft beinahe in gerader Richtung von |

Süden nah Norden, wogegen der andere Fluß Yao von Westen nah Osten läuft, und auf der Nordwest: seite in den See fällt. Sie bestätigen die {hon vor ihnen aufgestellte Meinung, daß zwischen Cano und Ni1fffe feine Wasser- Communication ist. Unterm 12. : Grad nördlicher Breite, und dem 5. Grade östlicher Länge liegt, nah ihnen die: Stadt Succatoo, Haupt- stadt einer anscheinend bisher ganz unbefannt gewelenen großen Nation, die ein sehr fruhtbares Land beivohnt. Der König, Namens Bello, hat die englischen Reisen den fehr wohl empfangen ; sie waren sehr erstaunt, ihn im Besib eiuer großen Menge englischen Steinguts zu sehen, das er von den Einwohnern von Benin erhalten hatte. Er bezeigte den Wunsch, Handelsverbindungen zwischen seinen Unterthanen und den Engländern ent- stehen zu sehen.

München, 10. Juni. Der zweite Redner (Frei- herr von Closen) welcher in der (gestern erwähnten ) vier und zwanzigsten dffentlih.n Sißung der Kammer

wegen“ des Handels mit Staats : ‘Papieren prach, em pfabl der Kammer die größte Umsicht in der Behaud lung des Gegenstandes ‘und warf zuvörderst einen Blick auf die Gesebe in den benahbarten Staaten, nach vor- ausgesci>ter Erinnerung , daß sich die Legislation in Baiern , weun. von Angelegenheiten des Handels und Credits die Rede ist, nicht einseitig isoliren fônne ; Er behauptet , daß in Frankfurt am Main kein Geseß wi- der Lieferungs - Verträge auf Zeit besteh=- . daß es auch in Wien und Leipzig. an bestimmten uttd speci llen An- ordnungen hierúber fehle, daß in Holland jene Verträge vollkommen erlaubt, hon seit länger als einem halben Jahrhundert in Uebung, und in Pinto’'s bekannten, von Sctruensee úberseßten Schriften auf der vortheilhaftesten Seite dargestellt jeien; daß zwar England eine Geseb-

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fonnteu, ohne sih der Verfügung über ihr ganzes Y möôgen zu eutshlagenz Er behauptete, daß der gest]

wirthschaftlichen Grund'äße über die Circulation verl

eben durch die Deponirung, doppelt beschädiget und ! größern Anlehensgeschäste des Staats, der Creditv

' bräuche (fuhr Er fort) sollte niht fogleih eine lähmy

„orauf nur redlihe und rechtli<he Geschäfte Anspruch 1 machen hätten. Zum Erfkenntnißzeihen diene die Depositiou der Papiere oder des Geldes von Seite des Rlägers ; - die blopye oblatio realis-. genúge nichr ‘und verde i1 der That gar oft nur etne oblatio verhbalis «in, Die Deposition zur Zeit des Contrafcs würde hne Zweifel das durchgreifendste Mittel darbieten, al ein hierdur< würden auch jolide Käufe gehindert wert enz die Deposition zur Zeit der Klage scheine foùsequen nd nicht so úachtheilig, als man glaube, auch äudere e nichts an den geseßlichen Zeiträumen der Verjährung; ja indessen. die Klage auf Erjúllung nur möglich werde m Verfalltage, fo sei nichts zu erinnern, wenn dteler ehte als Zeitpunft der Deposition ausgedrüc>t werden volle. j Der vierte Redner: Kremer betrachtete den Ge- jenstand vorzüglich in Beziehung auf die Stadt Augs urg und erklärte sih zuförders|t gegen die Petition des dba, v. Anns , deren Motive Er zu widerlegen sucht. Fenn (meinte Er, anvertraute Gelder gefährdet wer- en, so liegt diejes nicht in dem Händel mit Staats apieren soudern- in der Persönlichkeit des Kaujmanns. Durch jenen Handel wird keineswegs das baare Geld ns Ausland, ohne Ersaß, hinausgegeben, viele und noch) eträchtlichere Baar|chaften werden, als Gewinn vom uslaude herein gebraht. Es sei eine sonderbare umuthung, daß der Handelsmann seine Gelder nur m Ackerbaue und dem Gewerbe zuwenden solle; selb|i enn der Papierhandel ganz verboten wäre, wurde |[:r h nicht zioingen lassen, über sein Numerair und über inen Credit gerade nur auf solche Weije zu verfügen, e es irgend einem Dritten nach vorgefaßten Jdeen eieden möchte. Leicht sei es, irgend eine Hatidelsbranche ur< vorschnélle Einschreitungen zu ruimren und von inem bestimmten Handelvplaße zu verdrängen; den handel stehe die ganze weite Welt offen, und wenn- ihm gendwo Schranken gesébt würden, fo wisse er ander- âris seinen Markt zu suchen und zu finden, Der

als Verminderung der Schwindelei ; Er nahm die f nern Handelsleute in Schuß, welche oft nicht deponj

Antrag ganz gegen die Natur des Handels verstoße, j dem er alle merfantiliihe Vorausberehnungen zerst und den Kaufmann zwinge, sein Geld todt liegen lassen; dadur<h (meinte Er) würden auch die stay

selbst joluide Geschäfte re<tlos gestellt, die Beschädigu

u. s. w. unmögiih gemaht. Wegen einzelner Y

Obervormundschaft in die Verhältnisse des Verkehrs greifen; in rechiliher Hinsicht könne niht mehr g dert werden, als oblatio reéealis am Tage der stipuly Lieferung; ein neues Geseß sei keinesweges dringen, Der dritte Redner, Rudhardet, meinte: wenn Piy und näch ihm andere Schriftsteller die Staats\chul als Quelle des Nationalwohlstaudes berrachieten, y daduc<h die Cirkulationsmittel vermehrt würden, werde Er durch diese so gepriejene widernatürliche Sta glúcjeligfeit unwillfkführli<h an die gewaltsame Fri des Veitsrages erinnert j die Nachtheile der Srocejl rei scien zu befannt, die Anlo>ungen hiezu außeror! lich verführeris< und die Calamität vom Jahre lf noch im fri¡hen Andenken; die Gefahr für die Sta schulden - Tilgungsanstalt sei ni<he zu mißfkennen u eine auch nur augenbli>lihe Stdôrung dersclben für das allgemeine Beste die empfindlihstén Folgen zeugen; zwar sage man, daß eben durch den Papierf del Werth und Credit der Staatseffekten gehoben u den, allein der hohe Cours derselben sei nit inn ein Zeichen nationalwirthschaftliher Gesundheit ‘un al jolches fônne er nur dann erkannt werden, weun W Neünwerthe allenfalls mit einigem Agio glei&\W nicht erwünscht aber sei .die Hdhe des Courses, wenu davon herrühre, daß der Kapictalist im Ackerbäue unl den Gewerben feine anretzende Gelegenheit finde , s bereiten Baarschaften mit einigem Vortheile umzukeh die Grundlage des Staats - Credits beruhe auf dem fentlichen Vertrauen , daß die Regierung ihre F pflihtungen einhalten wolle, durch die gegebenen Y tel einhalten fkônne und, vermöge des Geseßes, |

6 Jahres 1820 siegreich bestanden und diesen Ertolg tdanfe er der strengen Wechjelordnung und dem schnel Prozeßgange z- hierin und hierin allein liege das be- ährteste Mittel, den Redlichen zu sichern, den Unred- hen zu schre>en und unschädlich zu machen; weitere ingrisse in deu fommerziellen Verkehr bedürfe es nicht; würden auch nicht im Stande sein, den Spekulations-

gebung in gauz entgegengeseßtem- Sinne darzubieten scheine , daß aber dort die besagten Verträge . von der öffentlichen Meinung sehr nachdrucflih in Schub ge: nommen würden , und daß endlich die in Frankreich er- hobenen Controversen sich weniger auf die neueren Ge: seße, als vielmehr auf- die Gültigkeit einiger alten Or- donnanzen bezögen, deren Gerechtigkeit und Zweckmäßig- feit selbst von Coeffinière und Mirabeau angegrifsen worden: Nath dieser historischen Erdôrterung ging der Redner auf ‘die Fragen über, welche bei einer gründ- lichen Berathung des Gegenstandes in Erwägung gezo: gen werdeu müßten, nämlih: wann die Klage zu sstel- len sei; wie lange die Deponirung dauern dürfe , -da befanntli<h die Prozesse ‘oft in Jahren uicht beendigt werden z auf wessen Gefahr die Deponirung geschehe, da es an Beispielen - nicht fehle, daß der den Vertrag nicht erfúllende Theil durch das inzwischen erfolgte Stei: gen des. Kourses gewonnen habe; welche Klage an- gestellt werden dürfe: ob die auf Vollziehung:, oder jene auf Entschádigung , oder Beide zugleichz vor wel- hes Forum diese Klagen gehören ; welchen Per: sonen die Eingehung eines Lieferungs: Vertrags gestattet sei, ob nur wechselfähigen oder auch Auderen 2c. Sodann prúfte der Redner das Gutachten des Aus- s<usses und suchte darzuthun, daß es demselben an ei- nem rechtlihen Prinzip mangle und große Nachtheile in seinem Gefolge habe; Er besorgte eher eine Vermehrung

halten mússez auf einem so befestigten Credit fl die Agiotage keine bleibende Wirkung äußern, gegen entwickele sie um so gewisser alle ihre Nacht in dem allgemeinen Verkehr, eutziehe den übrigen | [chäâften Talente, Zeit und Kapital, der Geldbesißer h ch frei von öffentlichen Lasten und während der K alle Übrigen Sraatsbürger niederdrücfe, erfreue er erst seiner eigentlichen vollesten Erndte. So sei allo Handel mit Staatspapieren, wenn si<h dazu nod besonderes Spiel ge]elle , - in Beziehung auf das al meine Juteresse, keineswegs gut zu nennen, und es 1 die Frage, ob es nichr besser sein würde, gar Handel dieser Art zu haben, . Die bei der Kam eingereihte Peritión gehé dahin, daß aus Lieferu verträgen auf Zeir gar feine Klage gestattet wet sollez gegen diesen Vorschlag aber erhoben sich ( Bedeukeu, indem dex Staat seine eigenen Papiere Waare geniacht habe und. daher den Verkehr damit statten müsse. Vergeblih sei es, simulirte Lieferun Vercräge mit Strafe zu belegen, da die Erfahrunz Frankreich gezeigt habe, wie wirkungslos solche St! Androhunugen seien. Cin Verbot der Lieferungsvertt auf Zeit würde seinen Zweck ebenfalls nicht erre und sei au< keineswegs nothwendig, wenn Ae und- Gewerbe entfesselt wúrden. Die Absicht könne d nux darauf gerichtet sein, den Scheinverkäufen Schub des Staates, d. i. das Klagerecht, zu entzie

ist zu unterdrúcfen, und geräde die vorge|chlagene lagelosigkeit werde den Schwindler begünstigen, den oliden ins Unglück stürzen. | Die Diskujsionen vom Plaäbe sind auf die nächste e Sibung verschoben, welche am 13. d. statt m wird, i

Würzburg, 11. Juni. Gestern früh verkündete s eine Salve von- 25 Kanonen|schüssen die glü>liche iederkunft der Kronprinzessin. Jhre Königl. Hoheit von einer Prinzessin entbunden worden, die heute der Taufe die Namen: Hildegard, Louise, Charlotte, erese, Friederike, erhaltea hat; Pathen waren? Jhre nigl. Hoheit die Großherzogin von Hesseu , die Prtn-

Paul von Würtemberg, die Fürstin von Thurn d Taxis und die Herzoginvon Cumberland.

Spanien. Ein Privatschreiben aus Madrid vom Mai (im Journal de Debáts) meldet, daß die gierung in Hinsicht auf die Geneigtheit der Linien- ppen, sich nah America einschiffen zu lassen „, nicht jz außer Sorgen sei, und daher für angemessen er- tet habe, die ecinzuschiffenden Regimenter dur das s bestimmen zu lassen. Die hierdurch bestimmten 6 gimenter, nämlich: von Algarbien; Santjago, Kd, in (Kavalleric) Prinz, Königin und Lusitanien (Jn-

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-hiervon Nachricht erhielt, ging er mit

andé&sftand von Augsburg insbesondere habe die Probe

fanterie) würden im vollzähligen Zustande ein Corps von 7000 Mann geben, in ihrem dermaligen Zustande aber faum halb so viel. Sie sollen theils zu Cadix, theils zu Corunna eingeschift werden.

Der vormalige Mwister_ der auswärtigen Angele- genheiten, Graf von Ofalia (meldet jenes Schreiben weiter) hat eine Aufforderung erhalten, aus seinem Verbannungs Orte nah Madrid zu kummen, und sei- nen Plaß im Staats Rath einzunehmen ; eine ähnliche Aufforderung soll an den vormaligen Finanz - Muuister Erro nah Valladolid ergangen |eyn.

Die Gazette vom 29. Mai enthält ein Königl. Dekret an deu Rath von Castilien, worin Se. Maj. ihm auftragen, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mits teln da úber zu wachen, daß die Zeitichrift Vida de los santos (Leben der Heiligen) welche- in Gibraltar eriheinen. soll, niht na< Spanien eingebracht werde, ZFhre Tendenz soll dem Vernehmen nach, gegen die Mönche und geistlihen Corporationen überhaupt gehen.

Briefe aus Cartagena und Alicante sprechen von mehreren aus Gibraltar gefommenen Eilboten mit De- peschen für sämmtliche. englishe Consuln in den späni- scheu Hafenpläßen am mitrelländischen Meere.

Drei columbische Corsaren nehmen jeßt (wie im Aríis sarque aus Cadix vom 20. Mai gemeldet wird) alle spa- nische Kauffahrteis Schiffe weg, die sich dem Meerbusen nähern. Am 12. Mai verfolgten sie ein solches Schiff bis unter die Mauern des Forts St. Petri. Am 4- Mai ward der franzdsische Kauffahrer l’Honorine, von Marseille, von einem jener .Corjaren visitirt, und da er aus den, Papieren erjah, daß die Ladung einem, ob- iGohl zu Marseille etablirten \panichen Kaufmann ge- hörte, so nahm er alle Waaren, als spani\sches Eigen- thum weg, indem erdem französischen Schisss- Capitain die Fracht bezahlte. Sobald der, die franzdsi\che Sta- tion bei Cadix befehligende S“hiffs - Capitain Amous den Fregatten Amazone und Amphitrite unter Segel, um die colums bischeu Corsaren zu verfolgen , und sie zur Rückgabe der obgedachten Waarén zu nöthigen. Daß ist aljo die Vere anlässung des (früher bereits gemeldeten) plöblichen Auss laufeus der bèidén geñanntèn Fregatten. i

S la B |

Königsberg. Der Schiffsverkehr in Pillau be- stand in 45 eingelaufenen- Schissen, uud zwar 16 mit Stückgütern, 10 mit Tbeer, Eilen und Kohlen, 19 mit Ballast; - und in 46 ausgegangenen Schiffen, nämlich: 22 mit- Getreide, 16 mit Scäckgütern, 4 mit Holz und 4 mit Ballast beladen. :

Memel hat fortdauernd einen sehr bedeutenden Holzabsaß , und der Schiffsverkehr im Monat Mai war ni<ht unbeträchtlih. Es sind daselbst eingefommen 96 Schiffe, “von denen. 79 mit Ballast, 5 mit S1úckgut, 1 mit Dachpfaunen, 8 mit Heeringen, 3 mit. Salz bes laden waren , und abgesegelt 98 mit. Holz, 10 mit Flachs und 10 mit Saat befrachtete Schiffe, zusammen 118.

Vom inländishen Getreide sind auf die hiesigen Handlungsspeicher aufgemessen: 105 Lasten 36 Scheffel Weizen, 223 Lasten 16. Scheffel Roggen, 43 ‘Lasten 18 Scheffel Gerste, 95 Lasten 14 Scheffel Hafer, 12- Lasten 14 Scheffel weiße, und 4 Lasten 40 Schefsel graus Erbsen. Vom ausländischen Getreide nichts. Abgemess sen wurden 1) nah dem Auslande: 92 Lasten Weizettz 331 Lasten 432 Scheffel Gerste, 136 Lasten Roggen, 175 Lasten 112 Scheffel weiße und 187 Lasten 354 Schefs fel graue Erbsen. Nach dem Julande wurden versendet: 9 .Lasten- Gerste.