1825 / 149 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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ister und 2ter und dew rothen Adler-Orden 1ster Klasse, von vielen anderen Monarchen Europg's aber Orden und Gunst - Bezeugungen im Ausdrucke ihres wahrhaf- ten Wohiwollens. Seit 1801 mir der Hofdame der hochseligen Königin Majestät , Anguste Sidonie von Srteiniß eh:lih verbunden, lebte er mit derjelben in einer ungetrübt glücklichen Ehe, in welcher zwei Tôch ter , deren eine an den Kammerherrn 2c. von Thielau, die andere an den Hauptmann und Adjutanten, Grafen von Schlieffen“ verheirathet ist, den blúhenden Kreis häuslicher Glückjeligkéir vollendeten! Aber organi]che Fehler und Verbildungen zerstörten seine sonst jo fräf tige Gesundheit - unendliche Leiden fesselten ihn seit Jahr und Tag an des Schmerzes Lager - vermochten Tber dennoch nicht , den freien Geist zu beugen, die wohlwollendeste Liebe aus seinem Herzen zu verdrätigen. Der angejirengtesten Kunst und Sorgfalt der ersten Aerzte Berlins gelang es nicht, ihn zu retten ; als der Frühling schied und der Sommer in seiner bunten Far benpracht heranzog da ging auch er heim, an dessen Gruft näch| seiner Wittwe, seinen Kindern, Enkelu und Geschwistern auch heine achtzigjährige Mutter den Liebling ihres Herzens beweint! Jn der ländlichen Stille seines Stamm - Gutes, an von ihm selbst ge- wählter Stätte, ruhen heine irrdishen Ueberreste und zerfallen in Staub, sein Andenken aber wird in den Herzen Aller , die ihn kannten , treu und unwandelbar

bewahrt ! :

Magdeburg, den 27. Juni. Vorgestern hatten wir das Glúck Se. Mai. den Köuig, begleitet von den Gliedern der Königl. Familie, in unjerer Stadt ein treffen zu sehen. Se- Maj. waren um 8 Uhr Morgens von Potsdam abgereijet, um Ihre Durchlauchtigstie Toch: ter, die neuvermählte Frau Prinze|sin. Friedrich der Niederlande Kön1gl. Hoheit , bei Höôchstdero Abrei)e nah Brússel bis hieher zu begleiten, kamen nach halb 5 Uhr, kurze Zeit vor Jhrer Königl. Hoheit hier an und nahmen Jhr Absteige- Quartier in der Dom - De: chanei bei dem General-Major Gr. v. Hacke.

Zum Empfange der Prinze\sin waren alle Straßen, welche Hôchstdiejelve passiren mußte / und insbesondere der breite Weg, aufs Festlichste mit Blumen und Laub, werk ges<hmückt , und es würde schwer sein, die vielen Bewrise der Liebe und Anhänglichkeit aufzuführen, mit welhem Se. Maj und sammtliche Höchste Herrschaften nicht bloß hier, sondern auf der ganzen Tour, welche Sie durchreiseten - empfangeu wurden. Es bedarf des sen aber au<h nicht, denn in den übrigen Provinzen herrscht ja derselbe s{<ône Geist der Anhänglichkeit an das hochverehrte Königshaus z die bloße Erwähnung wird daher hinreichen, um von allen unjern Landsleuten vek:

n zu werden. : stan achdem Se. Maj., gleich nah Hôchstihrer Ankunft die obersten Militair- und Civilpersoner:angenommenhat- ten, geruheten Hôchstdielelben Sich das Junere des hie: sigen Doms zeigen U lassen , und darauf eine Spazter- fahrt durch die Stadt und die Festungswerke zu machen, wobei Sie insbesondere dts der neuen Defensions - Ka-

in Augenschein nahmen. S n Sestern ‘Vormittag wohnten Se. Majestät dem Gottesdienste in der Domkirche bei , welcher. nach der neuen Liturgie abgehalten, und dessen Feierlichkeit durch die herrlichen Chôre, \#o wie durch ‘die Ruhe / welche, ungeachtet der hôch t zahlreichen Versammlung die ganze Zeit hindurch herr\chte/ ungemein erhöht wurde auch hielt der Konsistorialrath Westermeier die Kanzelrede in so ácht c<ristlichem Geiste und berührte dabei mit fo vieler Zartheit die Veranlassung zur Gegenwart Sr. Ma- jestät in unsern Mauern, daß tiese Rührung der Ge- müther sämmtlicher Anwesenden nicht zu verkennen war.

Nach dem Gottesdienste besahen SDe- Majestät das 27ste

Jufanterie - Regiment welches auf der Esplanade dy Forts Scharuyor|t en parade aufgestellt war „j nahm darauf die neuen Aulagen auf Kloster Berge in Auge |hein, und geruheten Sich dort von dem General. M jor Gr. Hake mic einem Frühstü> bewirtben zu lassey Demnächjc bejayen Höôchstdiejelben noch die neuen Kj

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reußische St

hen in der Sudenburg und Neustadt, welche währe

des Krieges zerjtdrt waren, und jeßt durch die -Gnay Sr. Mazjestäc uns neu wieder gegeben worden sin} Mittags war grope Tafel, zu welcher die obersten Mj

licair - id Civil Perjonen hinzugezogen worden ware

Nach aufgehobener Tafel machten Se. Majestät eiy Spazierfaycr na dem Herren - Kruge. Hier hatte h Laudraty und Ober-Bürgermeister Franke alles vorber cet, um Se. Mazjestat und die Hôchjien Herrschasty würdig zu empsangeu, Die Untergaltung mit Gesang, und die Schduyeir der vorgetragenen , zu diesem Yj yufe gedichteten Lieder, verdient einer besonderen ({y wäàynungz; wir theilen darum auch gern als Beis cines duejer Gedichte hier mit: Dem Lorbeerstamm eutfproß die Rose Die Schduheit 1st der Stärke Kind, Und in der Huldgditinnen Schooße Erblüyce die Luedluche ge}<wind. Kaum mochte sie der Lenz entfalten, Wirbt Licbe [hon mic jupem Wort; Ein Band der Lede will sie halten, Ein Band der Liebe zieht sie fort. Es fúyrt der gleiche Tanz der Horen Zurück des Frühlings heitern Stern, Neu wird die Roje uns geboren, Allein die \< dn ste bleibt uns fern! Fern nicht getrennt! die Liebe windet Vou Herz zu Herzen sich ein Band, Das Herz mit Herzen ehg verbindet, Bis in ¿as alte Vaterland. Schroingè Gejang dich empor! Tôue deu weitesten Fernenu! Schwinge dich hoch zu den Sternen! Juvelnd er]challe dein Chor! i Dem König, dem sich jedes Herz geweihet, Dem Helden, der das Vaterland besreiet, Dem König Heil!

Dem Weijen, der sein Volk o milde lenfet, | Dem Vater, der deu Frieden ihm geschenket, Dem König Heil! Königsjang, }<hwinge dich hoch! Tôue den Helden zu preijen, Tôue dem Vater, deu Weisen! Bringe dem König dein Hohl Abends wurden die Königl. Herrichasten im Thel mit den Ausdrücken der höchsten Freude empfanj Einer Operette: Julie oder der Blumentopf, von Sp! tini, folgte ein Divertissement, zU dessen Aussühruts hiesige Stadt einige. der vorzüglichsten Tänzer und A zerinuen aus Berlin hatte fommen lassen. | An beiden Abenden, gestern und vorgestern - 7 großer Zapfenstreich, und die Stadt aufs Prä!

l tet. j erleuchte 8 Uhr verließen Se. Majestät Vi

Heute fruh um Se deburg, begleiter von den Segenswünjchen aller J

wohner, um Sich uach Potsdam zurück zu begeben, dem Hdchstdiejeiben Sich mehrm Jhrem hiesigen Aufenthalt geäußert hatten,

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Schau\piele

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Mittivoch, 29, Juai. Jm Scauspielhauje: t

Carlos,‘ Trauer}\p. 1a 9 Avtheil. , von Schiller. Emil Devrient, Mairglied des Stradttheaters zU

Köntgltiche

Carlos, als Gastrolle.)

Gedruckt bei Feifter und Eisersdorff.

Redacteur Jo!

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ma>vollste mit Blumen und andern wohlriehenden

E aas Caro Dal f Z

- I Mien gebeten. er a and in den Zimmern des

hrmals sehr zusriede) Werzogs von Bordeaux statt, und um 1 Uyr nah Mit- Wrnacht wurde in den Zimmern der Herzogin das Sou-

r’ sèrvirt. Vorgestern hat der-Minister des Jnnern

étifalls einen Ball gegeben , auf welchem die Herzogin

u Becry- drei Quadrillen getanzt hat.

aats - Zcitungs.

Me 149.

Berlin, Donnerstag,

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l Amtlihe Nachrichten.

Kr.0o.0if &$è8:. T ag: 6: b

Seine Majestät der König haben dem in Sachsen- othaischen Diensten stehenden Ober - Forstmeister und ammerherrn von Bassewiß, den St. Johanniter- iden zu verleihen geruhet.

Se. Maj. der König haben dem Schleusenmeister retch bei der Hammerschleuse am Friedrich Wilhelmes- anal, und dem Küster Gohl, bei der Jerusalem- d Neuen - Kirche in Berlin , das allgemeine Ehreuzei- n zweiter Klasse zu verleihen geruhet.

Se. Königl. Hoheit der Herzog von Cumberland, id von Neu-Streliß hier angekommen. Se. Durchlaucht der Prinz Georg von Hessen- assel, sind nah den Ryeingegenden gbgereist.

Abgereist. Se. Excellenz der Königl. Sächsiséhe Zeueral/ Lieutenant, außerordentliche Gejandte und be- mächtigte Minister am hiesigen Hofe, von Wah- orff, nach Leipzig.

-II, Zeitungs-Nachrichten.

Ausland. Paris, 23. Juni. Gestern hat Ihre Königl. Ho- it die Herzogin von Berry ein glänzendes Fest gege- Die Trepven des Pallastes waren auf das ge-

Es waren 1800 bis 2000 Per-

Seit langer Zeit hon war im Publifum der Wunsch

(standen , daß ein im Jahr 1815 bereits angefangener anal zur Verbindung der Loire und der Seine von

leans úber Corbeil na<h der Hauptstadt ,- beendigt erden möchte,

Jebt hat man die Hoffnung, dieses

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den zosten Juni 1825.

Werk, welches in früherer Zeit schon. sehr“ weit vorge- schritten war , bald beendigt zu sehenz-denn es sind deshalb von dem frúhern Unternehmer, in Gemeinschaft mit der Behörde, bereits Anstalten zur Vollendung der angefan- genen Arbeiten getroffen worden. Für den Handel von Paris mit den Departements an den Ufern der Loire und selbst mit den südlihern Theisen des Reichs wird diese Verbindung von großer Wichtigkeit sein,

Sidi Mamouth , Gesandter des Bey von Tunis, hat gejitern die Königl. Münze der Medaillen besucht. Es wurden in seiner Gegenwart mehrere Medaillen mit folgenden Jnschristen in arabischer Spräâche geschlagen: . Sidi Mamouth, Gesandter des glorreichen Bey von Tunis , hat heute das Hôtel der Königl. Münze mit seinem Besuche beehrt. Und auf der Kehrseite: Geschla- gen zu Paris, auf Veranstaltung des Direktors der Müúnze der Französishen Medaillen, Herr Püymaurin, am 21. Juni 1826 des Messias, welcher Tag der fünfte Tag des Zelkadel ist, im Jahre 1240 der Hedgita.

Das Postschiff zwischen Paris und Montereau ist jeßt ein s{ônes Dampfboot.

Das Memorial Bordelais enthält ein aus Pauil- lac vom 15. Juni datirtes Schreiben des bekannten spanischen Generals Canterac, worin derselbe den von engliichen Blättern mitgetheilten. und aus diesen au< in die genannte Zeitung und andere Blätter übergegan- genen, angeblich von ihm an den General Bolivar ge- richteten Brief für unächt erflärt und bemerft, daß er,

Bolivar, keine andere Mittheilung gemacht habe, als

ein bloßes Höflichkeitsshreiben , von so einfachem Inhalt,

] daß er es ohne Entwurf und ohne eine Abschrift davon

zurückzubehalten , geschrieben habe, lediglih zu dem En- de, um die Lage seiner Waffengefährten zu verbessern, und insonders den General Monet vor der Rache sicher zu stellen, die denselben, weil er zwei gefangene Offi- ziere erschießen lassen, bedroht habe.

Fünfproc. Rente 102 Fr. 60—80 C. Dreiproc. 75 Fr. 75-—80 C.

London, 18. Juni. Ueber die Verhandlungen im Unterhause bei Gelegenheit der leßthin bereits erwähne ten Ueberreichung einer Petition: die Gesebe gegen die Ausfuhr von Maschinen nicht aufzuheben, theilen wir nachträglich folgendes mit : Herr Huskisson räumte ein, daß es allerdings ein hôchst wichtiger Gegenstand sei, erklärte aber, daß er die Beibehaltung der alten Gesebe für höchst unverträglih mit der von dem Lande seit furzem angenommenen liberalen Handelspolitif halte. Der Gegenstand verdiene indessen auf die möglichst ges nauste und gründlichste Art in aklen seinen möglichen und muthmaaßlichen Folgen untersucht zu werden, und ehe dies nicht ausführlih von Seiten der jebigen pars- lamentarischen Committee geschehen sei, - würde er feine Veränderung der jeßt bestehenden hierauf Bezug habens-

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