1825 / 172 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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umfassendste Auskunft zu geben, die úur in ihren Kräf- ten stände ;. sie enthält sich “aber jeder Bemerkung über diese Aussagen, in der Ueberzeugung, daß sie, den-Ab- sichten des Hauses gemäß, bei einem so Hôchstwichtigen, mit großen constitutionellen Fragen in Verbindung stehen- den, Gegenstande, uur allein Nachrichten einzusammeln hatte. Auch ist zu bemerfen , daß nur wenig Aussagen über das Erziehungswesen ausgenommen worden sind. -Die- ses Geschäft war bereits Commissarien úbertragen, deren Bericht über die Armen-Erziehung, voll hôchstschäbßbarer Nachrichten, dem Hause vor kurzem vorgelegt wurde, und man vernimmt zugleich, daß die Commissarien ihre weitern Untersuchungen auch auf andre Zweige richten und der Regierung sowohl als dem Parlament das Re- sultat derselben im Ganzen vorlegen follen. Die Com- mittee hat eine große Masse Ausjagen úber den jeßigen Stand der Verhältnisse zwischen Grundbesißer und Pächter erhalten, welcher hôchstwichtige Gegenstand die aufmerfsame Erwägung des Parlaments verdient. ZU den großen Uebeln derselben gehört die sehr ins Kleine gehende Unterabtheilung der Ländereièn ; die große Zahl der Personen, die zwischen dem Hauptbesißer und dem- jenigen stehen, der das Land unmittelbar im Besiß hat; die außerordentliche Schwierigkeit, Afterpachtungen und die Befugniß zu hindern, welche jedem Zwischenbesißer, so wie dem- Hauptbesiver zustehe, sich an dem Pächter zu erholen, der das Land inne hát. Das Parlament mag in seiner Weisheit erwägen, ob und welche Ver- besserung hinsichtlich dieser Gegenstände nüßlich und thunlich is. Man wird über das Verhältniß zwischen Grundbesißer und Pächter in den Protofoslen sehr shäßbare Rathschläge finden. Mit Vergnügen bemerkt die Committee, daß die zunehmende Einsicht der erstern gegenwärtig der Theilung des Landes -allmählig abzu- helfen sucht, und hegt das feste Vertrauen, daß zum wechselseitigen Vortheil des Grundbesißbers und des Pächters dies Heilmittel so weit ausgedehnt werden wird, als die Beschaffenheit der bestehenden Contracce und - die Wohlfahrt wie der Wohlstand des Volks es gestatten. Ueber die Last, welche dur<h das gegenwär- tige System der Großen Jury -Eingaben (Grand Jury presentments) unterliegt, hat man schon lange geklagt und verschiedene Vorschläge zur Abänderung desselben gemacht. Auch hat die Geseßgebung theilweise einigen Mißbräuchen abgeholfen ; doch ‘muß no<h mehr geschehen, denn die Art und Weise der Entscheidung, welche Ar- beiten unternommen werden sollen, der Regulirung der Ausgaben und Liquidirung der Rechnungen ist noch in vieler Hinsicht unvollkommen, Auf jeden Fall scheint es wünschenswerth wenn man für dienlich erachten sollte, den Grand Juries diesen Funftionen noch ferner zu lassen wirksam für die Oeffentlichkeit alles dessen, was die Erhebung und Verwendung der ödffentlichen Gelder betrisst, zu sorgen. Auch hat man gerathen, daß die Lasten von Grand Jury assessments fúr ste: hende Gegenstände, bei tünstigen Verlassungen- in ge- hôrigem Verhältniß dem Grundbesißer, wie dem Päch- ter zur Last fallen sollten.‘ (Schluß folgt.) Aus Berichten an das Unterhaus erhellt, daß die Grafschaft Middlesex 157 Miles Straße, mit einer Durchschnits-Einnahme von 608 Pfd. diè Mile, und Durchschnitts - Ausgabe ‘von 548 Pfd. enthält, so daß 60 Pfd. Ueberschuß pr. Mile bleiben. Unter den Bei- lagen ‘zu dem gedachten Bericht ist ein Schreiben der HH. Macadam und Cook, worin die erforderlichen Ko- sten zur Unterhaltung dieser Straßen, wenn sie erst vollkommen ausgebessert seyn werden, angeschlagen wer- den: pr. Mile zunächst den Steinen auf 500 Pfd., pr. Mile der Hälfte der darauf folgenden Entfernung 350 Pfd. , - der übrigen Hälfte 250 Pfd. im Jahre, std daß

der Straßenzoll beträchtlih herabgeseßt werden fönnti Die jebige Unterhaltung, wird behauptet, foste de dritten Theil mehr, als es nah dem Plane jener Hut

ren der Fall seyu werde. j Aus Newcastle wird gemeldet: Es werden Jeßt

wo nicht alle, als Kauffahrer von England aus q braucht zu- werden. Einer der ersten Schissbaumeist hier giebt scin Geschäft auf und hat seinen Sohn na America geschi>t, um Schiffe zu bauen.

Die Morning- Chronicle theilt ein Schreiben ay Oxford mit, in welchem unter andern Gründen d Nothwendigkeit, daß in London eine Universität erri tet werde, auch angeführt wird, die Professoren j Oxford erfüllten ihre Pflichten nicht gewissenhaft u fônnten dennoch, weil sie nur Cambridge als Rivall hätten, dieses System des Monopols durchführen. ,,

meisten Professoren „‘/ heiÿt es in jenem Schreibe! „versäumen auf eine s{händlihe Weise ihre Pflichte wiewohl sie sehr gut bezahlt sind. Die größte Zahl li nur ein Collegium im Semester (weniger dürfen sie Staturen nach nicht thun) und um die Pofse n vollständiger zu machen, werden diese Vorträge schr lateinish gehalten, so daß weit entfernt, Vergnüú oder Belehrung zu gewähren , es vielmehr eine wa Búßung ist, ihnen beizuwohnen. So geschieht z.

der Vortrag über Poesie und über angelsächsische Spra( lateinis<h. Vorlesungen über bürgerliches Recht, g his< , Astronomie u. s. w. werden manchmal gar nil gehalten. L

Stocfholm, 15. Juli. Vor ihrer Abreise wer si< JJ. MM- noch einige Zeit auf dem Lust|chl Rosersberg aufhalten.

Major Kjzerulf, Norwegischer Artillerie - Jntenda ist Adjutant Sr. Maj. des Königs geworden.

Der Oberst der Garde - Husaren, Hr. v. Aminc hat den Freiherrn von Anferswärd jebt herausgeforde nachdem er den gegen ihn anhängig gemachten Prod in allen Justanzen verloren hat. Der Freiherr hat dd falls eine Denkschrift herausgegeben, worin er a Recht sagt: „¿¿Wenn sih das Officier - Corps follw W Recht anmaßen dürfen, das Geseß der Ehre so a wenden, daß es eine Jnstanz über den andern Gesehs des Staats bildete und dort zu wirken anfinge, w0 ! Justizverwaltung dér Gesellschaft endete, so dúrste ! Folge davon eine militairische Unterdrückung sein - die Schweden sie in der Art noch nie ertragen , halb sich auch nit denfen läßt, daß man sollte glau! fônnen , sie einem einzelnen Schwedischen Bürger al zudringen.‘“ z

Professor Hansteen hat neuli<h von Christial eine Reise nah Tornea- angetreten, unm seine Bt ahtunzen über den Magnetismus der Erde fo! leben. : : k Ein hiesiges bekanntes Handelshaus hat fÚM eine Parthei Silber, ungefähr 200,000 Mk. H Bco. an Werth, zugesandt erhaiten , welche für hiesige Bank bestimmt ist.

Hambur g, 18. Juli, Mehrere Mitglieder der maligen Hanseatischen Bürgergarde úberreichten am Juli dem Hrn. Obersilieutenant Mettlerkamp , bei ner bevorstehenden Abreise nah Rußland , einen 1d gearbeiteten, mit den Jahreszahlen 41813 und 1814 der Jnschrift: ¿Dem vormaligen Chef der Hansel hen Bürgergarde, von seinen Waffenbrüdern,// v6 henen Degen, als Zeichen der Achtung und Anhängll feit an einen Chef, der sie 1814 mit den Waffen in | Hand siegreich in die befreiete Vaterstadt zurückführl

Hannover, 18. Juli. Die Landdrostei zu -Hild heim hat publicirr daß die Ausfuhr der Lumpeu

uicht allein die Schulden bald abbezahle, sondern auch

Papier - Fabrication aus dem Hildesheimischen "

bis 40 große Schiffe in Quebec gebaut, um meisten

êrs zu gestalten und ihr ein neues kräftiges Leben zu | ben, wenn sie die vorangeschrittene anderer Staaten

Mi der. Welt zu begnügen. Veraltete Formen müssen

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ann verboten sei, wenn sie ins Ausland und nicht, enn sie nah andern Hanndverschen Provinzen geht, - Das Patrimonial - Gericht Sauensiek ist mit dem (mte Zeven vereinigt worden. Einer Bekanntmachung der K. Landdrostei zu Au- h vom sten d. zufolge, sind die sämmtlichen Salz: actoreien diesér Provinz angewiefen , vom 1sten Juli , J, an, das Lüneburger Salz zu dem neuen Preise on 61 Rthlirn. Conv. M. für 12 Tonnen Salz, oder ne Last, (mit Ausschluß jedoch der geseßlihen Steuer), ) wie das etwa zum Verkauf fommende Salz in Säf- n wegen der Verschiedenheit des Preises der Tonnen / der Säcke , um 3 Rthlr. geringer die Last , zu ver- ufen, / Wien, 20. Juli. Die Mailänder Zeitung meldet, 1 der Kaiser eine Summe von 60,000 Lire fúr die rmen bewilligt hat. Jhro Majestäten sind den 9. d. E N abgereist und zu Parmigiano einge- offen. Staatsschuldverschreibungen zu 5 Procent 965. ¡;— var Lage arte München, 20, Juli. Die drei, von der Königl. egierung am 15. Juni in der Sißbung der Kammer r Abgeordneten vorgelegten Geseßentwürfe: 1) Ueber ¿ Grundbestimmungen für das Gewerbewesen in den ben älteren Kreisen des Königreichs, 2) über die Hei- h, und 3) übér die Ansässigmahung und Verehe- hung, beschäftigten lange die allgemeine Aufmerksam- t und die Blicke der Vaterlandsfreunde waren be- rig und mitunter ängstli<h na<h der Kammer der bgeordneten gerichtet, wo diese wihtigen Gegenstände den nächsten Tagen zur Erörterung gekommen waren. thut wahrlih Noth, die heimathliche Jndustrie an-

cihen, oder nur dem eigenen Bedürfnisse genügen d wenn der stete fortdauernde Ruf von Verdrängung r ausländischen Erzeugnisse irgend einen Sinn und erstand haben soll. Wir halten in der That niemand n den Gönnern der Prohibitiv-Systeme für so origi- \, daß er verlangen werde, unser Vaterland solle auf e Früchte und Genüsse der Versittlihung verzichten dzu dem Zustande einer beginnenden, noch ungestal- en Colonie zurücffehren, um si<h mit den rohen un- tedelten Erzeugnissen des Bodens ohne ‘allen Verkehr

n Bedürfnisse der Zeit weichen und die hergebrachte vorre<htung Einzelner den unverjährbaren Rechten Natur. Von diesem Gesichtspunkte ausgehend, sind drei Geseßkentwürfe ein unshäßbares . Geschenk fär è Vaterland. Sie stehen im engsten Zusammenhang d bedingen sch gleichsam wechselweisez; nur wenn man als ein unzertrenntes Ganze betrachtet, fann man in ganzen hohen Werth erkennen; und um so erfreu- er ist es, daß sie alle drei in der gestrigen Sißung Kammer der Abgeordneten mit großer Stimmen- )rheit angenommen worden sind. Rom, 8. Juli. Heute zog das zweite Bataillon Infanterieregiments Lichtensicin, von Neapel fom- id, unter Anführung des Obristen Reisinger, durch n. Da der Pabst, auf Ansuchen des Baron Fri- it, Fürsten von Antrodocco, Ober-Feldherrn der k. k. geidischen Truppen in Neapel, allen durch Ron: zie- en Truppen die Gnade, das heilige Jubiläum zu "innen, verliehen hatte, wenn se einmal in Corpore < die Kirche des Vatikans zôgen, und sih vornäh- - zum Tische des Herrn so bald als möglich zu tre- , so marschirte jenes Bataillon am 9. durch genannte (e, und empfing sodann auf dem benachbarten he, Cortíle di Belvedere, aufgestellt, den Segen | Heiligkeit, die sich auf einem der dortigen Balkone

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Türkei. Die neuesten Berichte aus Konstantino- ge vom 295. Juni (im Oeésterr. Beob.) E die achricht von den Vortheilen , welhe Jbrahim Pascha am L Juni uber die in einer sehr festen Gebirgs : Po- sition (die Türken nennen sie Mainaki - Tag), 4 bis 5 teutshe Meilen nördlih von Modon, verschanzten Jn- surgenten errungen hatte. Ju dem hierúber am 23 in der Hauptstadt befannt gemachten, na<h Arc der Túr- E E RpRE, Bulletin , welches die am erails aufgest: i i ite) btist és. a gest céten Siegestrophäen beglei ¡Der Statthalter von Morea, und Befechlshab ans osmanischen Truppen auf dieser L L M Es nachdem er sein Lager bei Sacramanga, Stunden landéinwärts von Modon, aufgeschlagen, und von der Anhöhe Condovina aus den Berg Mai- nafi hatte umringen lassen, machte mit seinen Truppen gegen die auf diesem Berge verschanzten Jnsurgenten einen Angriff, in Folge dessen die Aufrührer, nach ei- nem zweistündigen , sehr hißigen Gefechte, nach dem Berge Zirve zu fliehen“ gezwungen wurden. Die von Stein gebauten Batterien , worin sie si<h verschanzt hatten , wurden von den osmanischen Truppen umzin- gelt, und nach einem hartnäckigen Kampfz erstúrmtz dis Rebellen aber sämmtlich niedergemacht.// ___ Die Rüstungen zur thätigen Fortseßung des dieß- jährigen Feldzuges werden aller Orten mit größtem Eifer betrieben. Von Konstantinopel sollten neuer- dings ‘mehrere Compagnien Artilleristen zur Armee des Seraskiers von Rumelien abgehen , und bedeutende Geld - und Munitions - Transporte waren gleichfalls E auf dem Wege. Jn Candia lagen 4000 Mann ereit, um nah Morea übergeschisst zu werden, ‘und die Zahl der zur ferneren Einschiffung in Alexandria fertig stehenden Truppen wird auf 14,000 Mann, Jufanterie und Kavallerie, angegeben. | Außer einer ernsthaften Unpäßlichkeit des Groß: wesirs, die sogar Besorgnisse für sein Leben erregte, und der Absebung des Bostandschi Baschi, melden die Konstantinopolitaner Berichte von obigem Tage we- nig Erhebliches, Der neue königlich - sardinische Ge- sandte, Marquis von Gropallo, hatte, no< vor der Er- franfung des Großwesirs, am 18. seine feierliße An- tritts - Audienz bei demselben, wobei er ihm die Schrei- ben seines Hofes und Ministeriums, mit dem bei den Audienzen der Minister anderer großen Höfe üblichen

-Ceremoniell , überreihte. Als eine besondere Aufmerk-

samkeit von Seiten des türfishen Ministeriums ward demerft, daß auch der Gemahlin des Gesandten, ihren Töchtern, und einigen Damen ißFres Gefolges, Pläke in dem Audienz - Saale angewiesen waren, um der Fei: erlichkeit bequem zusehen zu fönnen.

Der ehemalige spanishe Geschäftsträger, Hr. Pe- rez- war am 24. Juni, über Varna, nah Bukarest ab- gegangen , um sich von da, über Wien, nach seinem neuen Bestimmungs, Orte Berlin zu begeben. Dem neuen königlich - niederländishen Botschafter, Hru." van Zuylen dessen Aukunft nächstens erwartet wurde, ist ein Mihmandar oder Geleits - Commissair nach den Dardanellen entgegen geschicêt worden,

Jn Adrianopel soll eine heftige Feuersbrunst , die ihre Verheerungen vorzüglih über das Kaufmanns- Quartier verbreitete, großen Schaden angerichtet haben. Konstantinopel ist seit langer Zeit von diesem Uebel, so wie von der Pest - Seuche , verschont geblieden. _Ueber die Resultate des vom 1. auf den 2. Juni zwischen dem Cap d’Oro (auf Negropont) und der Ju- sel Andros griechischer Seits erfolgten Angrisss gegen die auf der Fahrt dur<h den Archipelagus begrissene

Flotte des Kapudan - Pascha , dessen die Berichte aus Konstantinopel. vom 10, Juni bereits erwähnten, hatte man in Smyrna durch die Ankunft der englischen Fre-