1825 / 188 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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erháltniß der Sterblichkeit der Kinder n vergleihenden Standpunft zu erhalten. lligen Forschungen des Hrn. de Chateau-

daß. die vor funfzig Jahren gemach- ere<hnungen über die menschliche Lebenv- swegs mehr unbedingt richtig ß besonders in der ersten Lebens: andelt, die Sterb-

gemittelten V Überhaupt eine Aus den diesfà neuf geht hervor: ten statistischen B dauer gegenwärtig keine und anwendbar sind; da periode, von der sichs hier einzig h lichkeit abgenommen hat; daß wenn die meisten Berech- nungen für zuverläßig gehalten werden fônnen, diese Sterblichkeit, die vormals für das erste Lebensjahr auf die Hälfte, oder auf 50 vom 100 anstieg, auf zwei Fúnftheile gesunken zu sein scheint ; daß diejelbe in meh- rern Hauptstädten 40,08 (in London), 41,73 (in St. Petereburg), und vollends nur 37,27 gegenwärtig in Paris beträgt. Es ist aber leider der Fall, daß die Ursachen, welche einen so günstigen Einfluß auf die Sterblichkeit der Kinder im Allgemeinen zu Tage legen, denselben auf die Klasse der Findelkinder nicht ausdeh- nen, deren Sterblichkeit unverhéltnißmäßig groß bleibt. Es sterben gegenwärtig in- Frankreich, nah der Versiche: f rung des Hrn. de Chateauneuf, beinahe drei Fünftheile, oder 60 vom 100 dieser unglücklichen Kinder jchon im ersten Lebensjahre. Seinen gesammelten Angaben zu: folge findet si< das günstigste Verhältniß der Sterb- lichkeit dieser Kinder im Elsaß, wo sie 15,25 auf 100 be- trägt ; am stärksten erscheint sie in den Provinzen Maine und Bourbonnais, dort im Verhältniß von 75,50, ‘hier von 80,04. Diese‘Angaben sind vom Jahr 1821. EinBericht, durch den Minister des Jnnern im Jahr 1818 erstattet, ságt ausdrüclih: es sei die Zahl der zu Paris in den Fahren 1787, 1788 und 1789 gestorbenen Findelfinder zur Gesammtzahl der ausgeseßten oder ins Findelhaus aufgenommenen , im Verhältniß von 29 zu 32 gestan- den ; dagegen in den Jahren 1815, 1816 und 13817 das Verhältniß der gestorbenen zu den aufgenommenen Fin- delfindern dasjenige von 24 zu 32 war. Hier finde (ich aber eine merkliche Besserung erzielt. Auf jeden Fall aber geht aus allen gesammelten Angaben unzweideutig hervor: daß während der zehn ersten Lebensjahre das Verhältniß der Sterblichkeit bei den Findelfindern gar viel ungünstiger bleibt, verpflegten Kindern; d Findelfinder die gefehrtem Verhältniß mit“ der Zahl der ihnen gegebenen Ammen teht , zum Beweis, daß die Muttermilch auf jeden Fall die dem Säugling entsprehendste Nahrung ist. Alsdann sînd es, bei úbrigens gleichen Umständen, dic bei minder dárftigen Ammen, welche eine Kuh be- siben versorgten Kinder, welche die günstizste Aussicht auf Lebenserhaltung haben. Wesentlich aber wird die

unter einer gegebenen Zahl

als bei den von ihren Eltern |

Sterblichkeit des ersten Jahres in um- j

baren Ausspruch veranlaßt haben: „Wer der Bevöl rung Einhalt thun wollte, und in Wahl der Mit dafur gleihgültig wäre, fönnte faum ein kräftigeres wenden , als für unbedingte und unbeschränkte Aufnah von Kindern recht viele Findelhäuser zu errichten.‘

Geständniß ist shauderhaft , aber wer will ihm, bei d

vor Augen liegenden Thatverhalt, widersprechen ? V|

ren, sagt Hr. Malthus, die Kinder des Findelhaus in der Pflege ihrer Eltern geblieben , so mag, wie man Gefahren ihnen auch hier drohten , do<h Niemand zu feln, daß eine ungleich größere Zahl derselben beim { ben geblieben seyn würde. „„Will man die Sache nij überlegen ,‘/ seßt er hinzu, „wird man sich Úberzeug daß die Findelhäuser nicht allein nur ihren unmittel! ren Zweck verfehlen , sondern daß sie auch einerseits ) Sittenverderbniß mächtig befördern, -und anderers der Erhaltung und Zunahme der Bevölkerung bed sam entgegen wirken, Die Verhütung einzelner | Zeit zu [Zeit eintretender Fälle von Kindermord, gy Furcht vor Schande, wird allzu theuer durch ein M tel erfaufe, das die ehrwürdigsten und wohlthätig sittlichen Gefühle im Volk ersticken hilft.‘ Bemerk werth ist anno<h ein Schlußabschnitt der Schrift | Hrn. Chateauneuf, welcher eine vergleichende Uebers der Erziehung liefert , die den Findelkindern in den schiedenen europäischen Staaten zu Theil wird.

Frankreich erhalten sie die einfachste und mangelhaft wie ihnen solche von den meist armen Eltern wäre cheilt worden, und eben so werden sie zu den gen sten Handthierungen angeleitet. Jn Madrid foll| Unglück ihrer Geburt durch eine lieberale Erziehung roissermaaßen Ersaß und Entschädigung erhalten , so! die Kinder, welche am Leben bleiben, in ihrem Unif Grund und Veranlassung günstiger

die natúrlichen Anlagen der Kinder zu Rath gezo) und je nah Maaßgabe derselben, ihnen Unterricht Handwerken und mechanischen Känsten ertheilt , auch , wo sattsame Begrúndung gefunden wird, wis schaftliche Bahnen ihnen eröffnet. : |

Königlihe Schauspiele.

Sonnabend, 13, August. Jm Schauspielha! „„Fridolin,// Schauspiel in 5 Abtheilungen, von F. | Holbein; nach Schillers Gedicht: ¡Der Gang nach d Éisenhammer,‘/ (Hr. Lemm wird hierin als Graf Savern wieder auftreten.) ;

Sterblichkeit in den Findelhäusern vermehrt, durch den traurigen und elenden Zustand, worin die neuge- bornen Kinder gebrachr werden, und durch den Mangel jener wohlthätigen Wärme, den die Mutterbrust ihnen dur. eine Acr belebender Jnfkubation ertheilen sollte. Diese Ursachen liegen außer dem Bereich der Hospiz- Verwaltung und ihnen is zuzurehnen , daß im Zeit- raum von acht bis zehn Tagen, oder -au<h weni- ger, welche die Findlinge im Pariser Spital zubrin- gen, bis sie den Ammen auf dem Lande übergeben wer- den können, úber ein Viertheil derselben stirbt. That; sahen, wie die vorstehenden, und die Betrachtung, daß wenn feine Findelhäuser vorhanden wären, die meisten Mätter ihre Kinder selbsk stillen, oder fúr ißre Verpfsle- gung Bedacht nehmen würden, sind es dann woh! au<h gewesen, die den Britten Malthus zu dem furcht-

Im Opernhause: f

Sonntag, 14. August. mit

Hochzeit des Figaro,‘ Oper -in-2 Abtheil,

Musik von Mozart.

¡Der Vetter aus Bren Spiel in Versen Hierauf: „Der.

In Charlottenburg: oder: „Die drei Schulmeistor,‘/ 1 Aufzug, von Theodor Körner. heime Registrator,‘ oder: „Die versalzenen Kidj Lustspiel in 1 Aufzug, von J, v. Voß. Und: s{<warze Mann „‘/ Posse in 2 Abtheilungen, nad ! Französischen, von Gotter.

Montag, 15. August. Jm Schauspielhause: y Aussteuer,’ Schauspiel in 5 Abrheilung:n, von A

Jffland. (MUe. Caroline Bauer: Sophie-)

Gedruckt bei Feister und Eisersdorff.

Redacteur Jo)

Schicksale fuß mögen. Jn Neapel, Moskau, St. Petersburg wu

N 1 8m

reußishe Staats - Zeitung.

N

188.

Wetlin, Montas,

I Amtliche Nachrichten.

Kro-nif- des. Tages.

Sine Majestät der König haben dem Gro - | Mecklenburg s Pn B Ober - So Hof - Cavalier Jhrer Köuiglichen Hoheit der Frau zroßherzogin zu Mecklenburg , Schwerin, von Bü- , den St. Johanniter - Orden zu verleihen geruhet. Seine Majestät der König haben dem Lehrer storff an der evangelischen Stadtschule zu Solin- im Regierungsbezirk Düsseldorf und dem Cantor Schullehrer Busse zu Heepen, im Kreise Biele- das allgemeine Ehrenzeichen zweiter Classe zu ver- 1 geruhet.

Se. Majestät der König haben den Adel des Se- : Lieutenants im vierten Jnfanterie - Regiemente, st Wilh.lm Horn, zu erneuern geruhet.

T, Zeitungs - Nachrichten.

Ausland.

Paris, 8. August. Seit vorgestern früh is das bniß der bisher geschehnen E ao Gan eA nt. Den 5. Abends versammelte sich die Commis- um 12 Uhr wurden die Bordereaux geschlossen, des Morgens- um 3 Uhr unterzeihnete die Com- on das Protocoll, aus welchem hervorgeht, daß bis- imgewandelt worden sind 17,700,892 Fr. Rente ndirte Umschreibungen wegen / gels einiger Documente 377,084 - 12,610,292 - s

ten eingegangene Anträge auf audlu agen Total Summe . . 30,688,268 t in dreiprozcentige Rente umgeschrieben A Da CItrliche Ersparniß: 6,137,653 ung des Vtominal- Capi ; 6478 m g tlinal- Capitals der Schuld: le Herzogin von Berry ist in Dieppe angeko und eben so glänzend wie freudi f Pren m empfangen worden. | r dae JVor mehreren Tagen hieß es, daß der Staatsrath

s

. a . - -

F it dem Entwurfe beschäftige, auf der Ebene von

den 15ten August 1825,

Grenesle einen Hafen anzulegen,

Havre einen Kanal zu führen; ( eut Staatsrath diesen ihm A

uo von Paris bis lle jagt man , daß der "ee zur Berathschlagung v

Entwurf gebilligt habe; was diese feu lateie Os

gen scheint, ist, daß mehrere Ingenieur ie di

nale anzeigen, das Verhältniß d Hdd j d N des Rheins zu der Marne und der Marne zur S E untersuchen ; der Hafen von Paris würde demnach E mit dem Rheine in Verbindung zu stehen kommen e ist leicht vorauszusehen, daß der Handel P amttAiaeaa

mit der Hauptstadt v : m Hauptstadt von Frankreich bedeutend zunehmen

Ein hiesiges Blatt fagt: O A tas Kongresses ein Geseß vorgeschlagen wer i hes zum Zwecke hat, von Ln E e M welche die Unabhängigkeit der Republik nicht anerk Á haben werden, eine Abgabe zu erheben, die dem E pelten Betrage der Abgabe von jenen Gegenständen gleih ist, die bei ten Völkern fabricirt worden si E welche mit den fonfôderirten Staaten von Me if E nen Vertrag abgeschlossen haben. Indem ads diese Nachricht befannt machen , haben wir nicht allein die Absicht, dem Ministerium. die Nothwendigkeit be reife S Peel egen: Rees das System E

n nets zu befolgen, fondern wi auch eine Pflicht daraus, die fndnz lien Ge und Handelsleute davon in Kenntniß zu seßen bart projeftirte Sendungen durch diese neue Maaßre el f Schwierigkeiten stoßen fönnten. i ; Ein Ausschuß von Artillerie - in diesem Augenbliée in den lichen Franfreihs das Geschú nämliche Untersuchun

Wir wissen aus l uter Sibung des mepicaniseben

Offizieren untersucht. festen Pläßen des E g auf der e U L l nsel Korsi

In Perpignan hat eines der dea L ser bei dem Maire um die Befugniß angehalten, au< qu Sonn - und Festtagen in seinen Wolltrocken, Wer- en arbeiten zu dürfen, und hat als Unterstüßungsgrund angeführt, daß den Landleuten während der Erndte ges stattet sei, an Sonntagen Feldarbeit zu verrichten, Der Ns, hat schriftli<h zur Antwort ertheilt, nur wenn se geistliche Behörde die Erlaubniß zur Arbeit gäbe

M L Be die Polizei enthalten, an Sonn - und Feste cagen ie Arbeit in den Wolltro>en - Werken zu

Ein ehemaliger Jsraelit , Hr. Drach, d

tholischen Religion ae o a die O die ihn dazu bewogen haben, öffentlih in einec Schrife befannt gemacht, die den Titel führt: „Brief eines be- fehrten Rabbiners an die Jsraeliten, seine Brüder.‘ Die Etoile preiset diese Schrift sehr an und - stellt eis nen Vergleich zwischen ihr und dem Glaubensbekeants- niß des Hrn. Mollard an, dex natürlich zum Vortheil