1825 / 192 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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allen Hauptartikeln der Fabrikation. Man hat zur Zeit mehr Leder, mehr Tücher, selbst mehr Baumwollen- Zeuge aus den deutschen Fabriken und Druckereien ge- sucht, als man verfertigen fonnte. Die Produzenten waren im Vortheil der Preisstellung. Sie nahmen jo- gar Anstand, ihre Vorräthe vollständig auf den Markt zu bringen, weil sie dem Eintritt- noch günstigerer Kon junfturen für ihren Absa& entgegensahen. Unterde)- sen der Ueberfluß an den Produften des Landbaues; besonders an den Nahrungsmitteln , immer mchr zu nimmt, und deren Preise im Fallen verbleiben , zeigt sich hinsihts der Fabrikate das Gegenth.il. Es feylt an Stoffen zu ihrer Hervorbringung. Ein Beweis, daj die neuen Wege des Abzugs für das deutsche Ge- werbe ersprießlih sind. Englands liberalere Handels- Verorduungen tragen offenbar hierzu bci, :

Die Niedrigkeit der Preise der Erzeugnisse des Ackerbaues hat natürlicherweise einen sehr wejeutlichen Einfluß auf den Verbrauch der Fabrikate. Wenn es dem Haupt - Consumenten der Produkte der verarbeiten den Gewerbe, dem Landmauzn an Mitteln gebricht zur Anschaffung von Sroffen der Bekleidung und der häus- lihen Verzierung, so müssen diese Gewerbe nothwendig darunter leiden. Daß dieser Umstand in der leßteren Zeit ungemein nachtheilig auf den Landes, Verkehr, und mithin auch auf den deutschen Meßhandel eingewirkt

at, bedarf feiner weitern Auseinanderjeßung.

Endlich fonnte das von den größern Mächten des Festlandes , allgemein angenommene System der Ver- \{licßung ihres inneren Markts , theils durch gänzliche Verbote des Verbrauchs fremder Waaren, theils durch Belastung derselben mit diesen gleich kommenden Steu- ern, dem Meßhandel unmöglich günstig sein. Es wurde um so fühlvarer , als diese Beschränkungen gerade in den Ländern eintraten , deren Einwohner bis dahin mit ihrem Bedarf an Manufakturwaaren von den im Nord- osten Deutschlands bestehenden Messen versorgt worden waren. Und wenn auch das Beziehen der noch zur Einfuhre in Nußland und Pohien erlaubten Artikel, so wie der Bedarf einiger freien Städte an ausländischen

Manufakten, oder das zufällige Erscheinen einiger Käu--

fer aus dem entfernteren Osten, den Meßhandel noch ab- und zu belebten, so- tnußten diese Geschäfte doch im Ganzen dadur< abnehmen ; und es ist wohl einleuch- tend, daß eine geseßliche Freiheit ihres Betriebs sie je- derzeit in einem weir blähenderem Zustande würde er- halten haben , als ein so gehemmter oder nur durci) Sdleichhandel bestehender Verkehr. Die Anordnung:n in den geschlossenen Staaten, wo derx lunere Markr durch das Bollwerk {wer zu úberschreitenden Zolllinuien vor fremder Einmischung gede>t ist, wirften auf den deutichhen Handel störend ein. Zürückgewiesen von je nen Märkten mußte er andere aufsuchen, und so dien- ten jene Hemimungen selbst mit dazu, die neuen Ver- bindungen mit den überseeishen Ländern anzuknüpfen, die jeßt eingegangen werden, wovon die nothwendige Foige aber eine noch shwächere Belebtheit der Mep- plábe sein- wird. :

Alle diese Umstände treten zusammen, den deutschen Meßhandel seine Bedeutung und Wichtigkeit zu rauben ; und man wird nicht abläugnen fönnen, daß ste wohl von derx Art sind, um nachthèilig auf derselben wirkten

_zu fônnen.

Wir fommen nun auf die Erörterung der zweiten

Frage, sich auf die Folgen der Abnahme des Meß-

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Handels bezichend, und- wollen diese versuchen. 9 müssen gestehen, daß wir nicht zu denjenigen geb welche: darin ein großes Uebel für den National-Vert und die deutsche, somit auch für die preußishe Gen samfeit absehen. Die Manufakturen Englauds, Fra reichs und Oesterreichs blühen ohne Messen , denn

Verkehr im Allgemeinen nicht nothwendig. Wird er

aber für die- besonderen Verhältnisse Deutschlan)

Dies verdient Erwägung.

Für den inueren Verkehr Deutschlands sind die Y sen entbehrlih. Dieses beweisen die bedeutenden 6

sháfte, welche unmittelbar zwischen den * deutschen brits: Verlegern und ihren Abnehmern betrieben wert durch Versendungen aus den Comptoiren und Nie lagen auf eingehende Bestellungen oder in Folge des) bietens dur<h Reisende. Diese Art von Handel finy wie gesagt, in allen Gegenden Deutschlands, nicht h zwischen näher liegenden Städten , sondern au< zwis entfernteren Ländern statc, so -z. B. von dem dösilid Theile der Preußischen Besißungen nach den Niederl den, der Schweiz, Jtalien u. |\. w., und umg?k( Sie wächst mit den zunehmenden Mitteln zur Besi rung der Correspondenz und zur Beschleunigung Waarentransporte, so wie mit der fortschreitenden ( wickelung der gewerbfleißigen und handeltreibenden | wohner dieser Länder.

Geht dieses so fort, so werden sih die Fabrifst| in Deutschland gewissermaaßen selbst zu dauernden Y oder Stapelpläßen erheben, wie es London, Lzvery Manchester, Birmingham u. st\. w. in England, Pi und Lyon in Frankreich sind. Aus den Commissi lägern und Niederlagen, die in - den entgegengese( Tyeilen des Landes entstehen, - wird die wech\elsei Versorgung dés Ganzen mit den verschiedenartigen zeugnissen des Gewerbfleißes eines jeden- Theils erfol Wenn die Elberfelder und Solinger jeßt ihre Ki schaft im Lande dur< Zasendungen von der Naun ger Messe aus befriedigen, wozu die Bestellungen l her eingegangen sind, so ist dieses ja schon nid Speditionsgesháft. Man wird die bequemster0# ter zu solchen Niederlagen und Verfeindungspläßz6wWh len, und von hieraus die Bestellungen zu jeder Ÿ realisiren, So geschieht es schon jebkt. häufig, und w in der Folge noch mehc geschehen. Die L-ipziger d:nhandlungen vertreten für Deutsch!and die Lyoner} priken. Man bezieht die Waaren ‘aus ihren Nied! gen zu jeder Zeit, so wohl in als außer den Messen

(Fortseßung folgt.)

Königliche Schauspiele

Donnerstag, 18. August. Jm Schauspielyause: „d Fahnjunfkers Treue,‘/ oder: „Besser spät äls aar nid dramatisirte altpreußishe Anefdote in 3 Abtheil. , | J. v. Voß. Hierauf : ‘¿„Die -Eifersúchtigen auf! Lande,// fom. Ballet in 2 Abtheiluugen. |

Freitag, 19: August. Jm Schauspielhause: 0 beiden Türenne,‘/ Liederspiel in 1 Aufzug, von C Blum. Hierauf :-,„Die: Dorsfsängerinnen,“/ kom. Sh spiel in 2 Abtheilungen, Musik von Fioravauti. -

Gedruckt bei Feister und Eisersdorff.

Redacteur F ohl

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Preußisch Staats - Zeitung.

von Beaucaire verdient nicht in Betracht zu“ komm Zum Flor der Gewerbe eines Landes is also der Mj

Mg 192.

Berlin, Freitag, den l9céèn Augu| 1825

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L Amtliche Nachrichten.

Kronik des $#M

Der bieherige Kammergerichts-Referendarius R i <- ist zum Justiz-Commissarius bei den Untergerichten Schweidnißer Kreises, mit Bestimmung seines husibes in Schweidniß, bestelle worden,

Bei der am 16. und 17. d, M- geschehenen Ziehung 2ten Klasse 52ster Königl. Klassen-Lotterie fiel der uptgewinn von 5000 Thlr. auf Nr. 82302; 2 Ge- iße zu 1500 Thlr. fielen auf Nr. 44456 und 58014; Bewinne zu 1000 Thlr. auf Nr. 9194, 27260 und 68; 4 Gewinne zu 500 Thlr. auf Nr. 6876, 33179, 835 und 86929; 5 Gewinne zu 150 Thlr. auf Nr. 53, 16101, 25203, 30601 und 87466; 10 Gewinne 100 Thlr, auf Nr. 1775, 4316, 20273, 27742,

153, 41231, 59045, 67077, 68185 und 86307.

Der _Aufang der Ziehung 3ter Klasse dieser Lotterie auf den 13. September d. J. festgeseßt.

Berlin, den 18. August 1825.

Königlih Preußische General- Lotterie- Direftion.

Angekommen. Der Königl. Spanische Geschäfts- ger am hiesigen Hofe, Perez, von Constantinopel.

IL, Zeitungs - Nachrichten. Ausland. :

Paris, 12. August. Gestern Morgen hat der (minister folgende aus Brest vom 10. August Abends hr datirte telegraphische Depesche vom Marine -Be- lehaber erhalten: „Die Goelette La Bearnoise ist so h auf der Rhede nach einer Ueberfahrt von 32 Ta- aus St. Domingo angefkommeu ; ih übersende Euer cellenz die Briefe- des Hrn. von Mackau durch eine

tafette. Einstweilen beauftragt er mih, Euer Excel- jz Folgendes zu melden: Die Absichten Sr. Maj. sind lfommen exreiht worden; die Königl. Ordonnanz ist

St. Domingo mit Ehrfurcht und Dankbarkeit ange- mmen worden.// (Die oben erwähnte Königl. Ordon- iz bird morgen mitgetheilt werden.) Diese Depesche

ist vom Finanz-Minister dem Börsen-Commissarius zus- geshi>c worden, um sie auf der Börse bekannt zu machen.

Ein panisher Schre> scheint mehrere Junhaber dreiprocentiger Renten ergriffen zu haben und diese Pa- piere sind auf der gestrigea Börse no<h mehr herunter L De nie wurden B zu 74 Fr. 65 E verkauft. Die Fünfprocentigen hielten si<h a : bis 102 Fr. 25 Cr. ns:

London, 9. August. Vom Donnerstage zum Frei- tage haben wir hier einen furchtbaren Sturm mit Guß- regen erlebt, der an Fahrzeugen auf dem Wasser und Gebäuden auf dem Lande großen Schaden angerichtet hat. Jm St. James's-Park und mehrerwärts sind Bäume entwurzelt worden,

Die Times sagen: „Unsre Aufmerksamkeit ist erst fürzlih durch einige einsihtsvolle Mittheilungen des vers storbenen Sir Thos., Maitland ‘an das Amt des Lords Bathurst über den Charakter und Fortschritt der Pest angezogen worden, entwicfelt aus einem [reihen Ver- zeichnisse von Thatsachen , die er persônlih wahrzuneh- men Gelegenheit gehabt. Sir Thomas scheint die ihm vorgekommenen Erscheinungen ruhig untersucht, und mit genauer Unterscheidung scharfsinnig beurtheilt zu haben. Die Gründe, mit welchen er die anste>ende Eigenschaft dieser fur<htbaren Plage behauptet, scheinen uns feiner Widerlegung fähig, so wenig als die für die zweite, beruhigendere, Wahrheit, daß sie, außer dur< Berüh- rung, sich nicht fortgeflanzt hae. Nach der Erörterung des Sir Thomas erscheinen die Sätze des Dr. Maclean als auf feinem festen Grunde irgend einer Art beruhend und er hehauptet, daß die Angaben dieses gelehrten Herrn aus unwahren, befangenen und sophistishen Be-- obachtungen abgeleitet sind. Die Bekanntmachung dies ser Depeschen des vorigen Statthalters der Jonischen Inseln war unsrer Meinung nach geeignet, viel Gutes zur stiften.‘ :

Nach der Lissaboner Hofzeitung vom 25. Juli hat der- König die Nußung der Steinkohlengruben in Als garvien einer Gesellshafe überlassen ] die aus zwei Por-' tug. Kaufleuten in Lissabon und zweien in London besteht.

Die Bombai- Zeitungen erwähnen eines Erdbebens in Manilla, dur<h welches unter andèrn die K. Franz. Fregatte, welche nah vollendeter Ausbesserung ihrer Gefährtin nach Macao hatte folgen sollen, mit mehr anderen Schiffen zu Grunde gegangen.

Von Portauprince haben wir das Decret des Präs sidenten vom 12. April erhalten, daß na<h dem 15. Juni d. J. von Seiten der Regierung fein Passagegeld fär einwvandernde Farbige aus den Vereinigten Staaten mehr erlegt, diesen auch feine weitere. Unterstüßung als Versorgung auf vier Monate und ein Theil Landes zum Anbau, das sie, wenn sie wollen, käuflih an si<