1825 / 195 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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fällen ist bis jeßt nichts hier befannt. Nach einem uns zugefommenen furzem Auszuge eines neuern * Blattes jener Zeitung sollte am 5. Juli bei einem Orte der Tri- corfa genàännt wird (und der sich auf feiner unserer Charten findet) ein hartnäkiges Gefecht mit Colocotroni Statt gefunden haben. Da die zu Navarin unter Hus- sein Bey ans ¡Land geseßten Verstärkungen, sich vor dem 7 oder 8. Juli niche auf den Marsch begeben hatten, folglih nicht vor der Mitte des Juli bei Tripolißa ein- getroffen seyn konnten, so ist es nicht wahrscheinli, daß JFbrahim Pascha si früher in irgend eine neue Opera; tion eingelassen habeu sollte. Die nächsten Berichte müssen uns hierüber nähern Aufschluß geben.“ Ga

Auszug eines Berichts aus Corfu vom 21. Juli (evenfails aus dem Oesterreichischen Beobachter ) : In dem ‘Augenblick der Abfahrt des Packetbootes erhalte

‘ich, aus ciner Quelle, deren Glaubwürdigkeit- sih mir

" cebern. Gelegenheiten (oft erwiesen hat, die Nah: beg nes am 16. d. M. Reschid Pascha einen Sturm auf Messolonghi unternommen habe; daß am folgenden Tage die Belagerten einen 24stúndigen Waffenstillstand verlangt und erhalten hatten ; und daß man die Ueber: gabe des Plaßes am 20, oder 21. erwartete. „Ja wie fern diese Nachricht gegründet ist, muß sih in wenig

Tagen ergeben,““

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rlin, 21. August. Der dem Staate und dem B zum hô<hsten Bedauern, in der Blüthe des Maunes : Alters , plöbli< durch einen Schlagfluß fn Lande>, in der Nacht vom 40. zum 11. d, M., ent- rissene wirflihe Geheime Staats - Minister Graf Ludwig Friedrich Victor Hans von Büâlow, ward am 14. Juli 1774 zu Esseurode, dem Stammgute seines Vaters, des Majors und nachmali- gen Lüneburgschen Land- und Schaß - Raths auch Land- \chafts-Direftors, weltlichen Adts des Klosters St. Mi <aelis zu Lüneburg und Ritter - Akademie - Direktors Friedrih Ernst von Bulow, in dessen zweiter Ehe mit Eleonore Luise Margarethe von Behr auf Forste und Osterode geboren, und genvß seine erste Erziehung im Hause sciner würdigen Eltern. “Vom Jahre 1788 bis 1790 besuchte er die Ritteracademie in Lüneburg und daun die Universität Göttingen, die er, nach vierjähri; gem wohlgenübten Aufenthalte und zum Sraatsdienste túûchtig vorbereitet, verließ und unker der Leitung des Schwestersohues seines Vaters, des dem „preußischem Staate unvergeßlichen Staats - Kanzlers Fürsten von Hardenberg, welcher damals dirigirender Staatsminister der sränfischen Fürstenthümer war, im Jahre 1794 als Auscultator und dann als Referendarius bei dem Kam- mer-Collegium in Bayreuth“ angestellt wurde, aud zu: gleih Zutritt zu dex Kämmerei Anspach erhielt, und bei beiden Collegien in allen Administration€zweigen, besonders in Steuersachen arbeitete, im Jahre 1795 bei der Bayreuther Kammer zum Assessor erhoben und im Jahre 1801 nah. Berlin zum General -Direftorium als Kriegs - und Domainen-Rath berufen wurde. : Hier, dem schon früher. nah Derlin verjeßten Mi:

nister von Hardenberg unmittelbar untergeordnet, ver:

ah er die Geschäfte für das magdeburg - halber städtsche L arbeitete au< im - fränfischen und im Berg- Departement und als vortragender Rath in den

‘hateller Angelegenheiten, ; «s Ee ‘Zahre 1804 wählte er zu seiner würdigen Le-

Jahren verstorbenen, vielseitig: gebildeten und! als @ schäftsmann geshäßten Geheimen Justizraths- Schmuti

und erhielt furz darauf in seinem neun und-zwanzigsi | l c U ß í f < c S Î

Jahre die Stelle eines Präsidenten der Krieges» Nach dem Tilsiter Frieden trat er, : mit Genehnj

Domainen-Kammer in Magdeburg. gung des Königs, in die Dienste des ueu errichte

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meine

aats Zeitung.

Westphälischen Reiches als Staatsrath, erhieit 415 das Portefeuille in der Finanzsection des Staatsra und wurde in demselben Jahre wirklicher Minister | Finanzen, des Handels und? Schaßes, auch Großfr der Ehrenlegion.

Nach der Vernichtung dieses Reiches bestellten j

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des Königs von. Preußen Mäjestäc im Jahre 1313 SJhrem Finanzminister und* ertheilten ihm den rot C erster Klasse | hiernächst. aber die Graf würde. 7 : E. 14 | | /

Im Jahre 1817 nahm. der Graf. von: Büle seine Entlassung als Finaüz- Minister, uud es wy ihm unter deu ehrenvollsten Verhältnissen -die Veruy tung des Handels, Gewerbe und Bau Wesens als besonderes Ministerium, und der Vorsiß in der Fin sektion des Staatsraths übertragen, welche: erstere je! seit dem 1. Juli dieses Jahres mit dem Königl. ‘Mi sterio des Jnnern vereinigt worden ist, na c<dem Königs Majestät zu bestimmen geruht hatten, | Grafen von Búlow die ‘oberc Leitung der - Pre Schlesien, mit Beibehaltung seiner Stelle im Sti ministerium zu übergeben, bis dahin, daß ihm ein deres Ministerial,Departement anvertraut werden fs

Eben bescháftigt, sich diesem Zwecke mit aller ÿ eigenen Thätigkeit, von- der grenzenlosesten Liebt seinem erhabenen Könige, zu weihen, - übereilte ihn Tod.

I Amtliche Nachrichten. Kronilf. dev: Tages.

Befanntma chung.

Den Bestimmungen der Allerhöchsten Kabinets- dre vom 13. Mai v. J. (Geseßsammlung No. 867) ß, soll nunmehr die dritte halbjährige Verloosung

zum Tilgungsfonds einzuziehenden Staatsschuld- eine eintreten, Die Verloosung geschieht unter Lei- g und Aufsicht eines Mitgliedes der unterzeichneten zupt-Verwaltung der Staats-Schulden, so wie eines itgliedes des hiesigen Magistrats, in dem gewöhnli- n Lotterie-Ziehungs-Lokale, Markgrafenstraße No. 47, ittwo<hs den 31. August d. F. Vormittags 9 Uhr. e an diesem Tage gezogenen Stadtschuldscheine wer- 1 na< ihren Littern, Nummern und Geldbeträgen r< die ôffentlihen Blätter zur Kenntniß des Publi- ns gebracht roerden, die Auszahlung der baaren Va- a derselben aber erfolgt im Monat Januar 1826 zum enunwerth,

Berlin, den 16. August 1825.

Haupt-Verwaltung der Staats. Schulden.

Wz.) Rother. von Schüße. Beeliß. Deesb.

Was er in seinen ss- vielfachen Amtsverhältuis leistete, wie er mit dem hellen Blicke seiues rastlos wegten und fräftigeu Geistes in die verschiedenen Z1 der Verwaltung cindrang, welche große Jdeen er f wirklichte, wie er das Gemeinnäßige vor allem hei hob, der Gewerbthätigfkeit, der Erleichterung des triebes in alleu Provinzen der Monarchie ein fris Les verlieh, liegt osfenfundig vor dem Auyzu d Leit. :

Wes er als humauer Chef. für seine Untergedm chat, seine Liebenswürdigkeit im Umgange mit Hos und Niederen, scine Bereitwilligkeit dem Bebrüd beizuttehn, sein Eifer, alles zu fôrderir, was dem ge! nen Wohl. ersprießlich: sein konnte alle diese F eines wahrhaft hochgebilden: und liberalen Charaft werden fortleben in dem Andenken derjenigen, die nahe und fern standen unddie ihn wirklich fannten, l

Sein Werch als- Gatte: uud. Vater, als Fr und Beschüber der Seinigen, der kein Opfer 19M um andern zu helfen undy fern vom Egoismus, l das Wahre und das“ Rechte-überall geltend zu mi strebre, wird seinen spätesten Nachkommen im Gedid niß- bleiben und sein Ehrendentmal wird in- ihren zen ruhen. Î

Abgereist. Se. Excellenz der General-Lieutenant, nspefteur der 1. Artillerie- Inspektion und Chef säámmt- Y E M M Kignite) Braun, nach

Atettin.

Der Königl. Neapolitanische außerordentlihe Ge- ndte und bevollmächtigte Minister am hiesigen Hofe, arquis von Gagliatti, nach Florenz.

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E R E S E E R H E I E T A S A SA M K E E I S T ESHG S TR A E R R R HSR Mt

von Rochow. |

N, Zeitungs - Nachrichten.

Ausland.

„Paris, 15. August. Der König hat an den Erz- schof von Paris folgenden Brief erlassen: Mein Herr tzbischof von Paris, beim Herannahen der Feier, Me die Kirche alljährli<h zu Ehren Maria's begeht,

nd Wir mit Vertrauen der Frömmigkeit eingedenk ge-

Königliche Schauspiele

Montag, 22. August, Im: Schauspielhause: 72 túffe,// oder: „Der Scheinheilige,‘/ Lustspiel in I theilungen, nach Moliere: Hierauf zum ESrjteul „„Die Benifiz-Vorstellung „Posse-in:1 Aft mit I zügen, nach dem Französischen bearbeitet ‘von Th.

bensgefährtin die, älteste Tochter des hier vor wenigen

Gedruckt ‘bei Feister und Eisersdorff.

i Mesen, welche Unsere erhabene und sehr geehr

geehrte Vorfah- Redacteur Jh v veranlaßt hat, Franfreich in alle Ewigkeit der Mut, T Fuer Gottes, als dessen speciellen Beshüßerin, zu weihen,

Berlin, Dienstag, den 23sten August 1825.

Da dem also ist und Wir wünschen, Uns nach so {<s- nen Beispielen zu richten und Unsere Regierung unter den Schub der Königin des Himmels zu stellen , so erlasse ih an Euch dieses Schreiben, um Euch zu sae gen , es sei mein Wille, daß Jhr am Tage der Him- inelfahrt der allerheiligen Jungfrau in Eurer Metro- politanfirhe und den übrigen Kirchen Eurer Diözese von den Kanzeln aus die Deklaration Ludwigs XIIT, vom 10. Februar 1683 verlesen lasset, und daß am näáme lichen Tage zur Stunde, welche Eu<h der Großmeister und in dessen Abwesenheit der Meister der Ceremonien Franfreihs nennen wird, in der genannten Mecropolis tankirche eine Procession statt finde, welher wir Uns beizuwohnen vornehmen. Jhr werdet nah dem Ge- brau die Civil - und Mikitair - Gerichts - Behörden dazu einladen. Da- dieser Brief zu keinem andern Endzwecke erlassen ist, so bitte ih Gott, mein Herr Erzbischof , daß er Euch in Seiner heiligen und wer- then Obhut haben möge. Geschrieben zu St. Cloud, den 3, August 1825. Gez. Carl. Concrasign. Dyonisius, Erzbischof von Hermopolis. Jn Verfolg dieses Schrei- bens hat der Erzbischof von Paris ein Sendschreiben erlassen, um die Mitglieder seiner Diözese von dem Inhalte des königlihen Schreibens und von der Be- deutung der bevorffehenden Feier in Kenntniß zu seben. Vor den Assisen des Departements der niedern Pyrenäen ist ein Mensch, des Sacrilegiums angeklagt, vor Gericht ges stellt worden. Aus der Untersuchung ergab sich, daß die heiligen Gefäße und die geweihten Kerzen gestohlen, die Hostien aber auf die Erde geworfen und mit Füßen getreten worden waren. Es fonnte aber nicht ermittelt werden , wer den Diebstahl begangen hatte, denn es waren weder Zeugen vorhanden, noch hatte man irgend- wo gestohlne Sachen gefunden. Der Verdacht fiel auf einen herumwandernden Schuhflicker , der nah einer zehnjährigen Abwesenheit si<h zum erstenmale an dem Tage vor dem Diebstahle wieder hatte sehen lassen, Er wurde gefänglich eingezogen, läugnete die That, gerieth aber in Widersprüche, als er sein Alibi darzustellen versuchte, Auch fanden sih bei ihm Zangen vor, die genau in die Spuren paßten, welche das Werkzeug, mit welchem die Kirchenfenster aufgebrochen worden, hinterlassen hatte. Ferner sagte eine Frau aus, sie habe ihn bei einem Stücke gelben Wachslicht arbeiten gesehen und die Flecke, welche es auf den Leuchter gemacht, stimmten nah dem Ausspruche der Sachverständigen mit der Composition der gestohlnen Kerzen überein. Diese drei Verdacht ers regenden Umstände schienen den Geschwornen hinrei: <end, um das Schuldig auszusprehen; da indessen das Verbrechen noch vor dem neuesten Sacrilegiums- Gesekße begangen worden war, so wurde er nur auf 10 Jahr Strafarbeit, Ausstellung am Pranger und Brand- marf verurtheilt.