1825 / 198 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Augenbli> alle Speculationen. am Englischen Markte gelähmt, da die Speculanten nicht zu wissen sheinen,- wie sie daran sind, indem ein politisher Grund nich vorliegt. i « / St. Petersburg, 1b. August. Am 27. Juli fand hier die gewöhnliche jährliche Vorlegung der Rech- nung der verschiedenen Kreditanstalten Statt, wobei der Finanzminister folgende Rede in dem Konseil des Kreditwesens hielt: „Meine Herren! Zum dritten Male habe i<h- die Ehre, Jhnen Rechenschaft von dem Erfolge unsers Kreditwesens abzulegen. Judessen ehe ih zur Erläuterung der Rechnungen für das Jahr 1824 selb schreite, halte ih es für nôthig, einige allgemetne Bemerkungen voranzuschicen. Der Stand unjers Wechselkurses und das Agio der flingenden Münze gegen A ssignarionen beweiset dur die Erfahrung selbst, daß die einstweilige, mit Jhrer Zustimmung gernachte Einstellung der Verminderung unserer Bank Assignatio- nen, durchaus feine nachtheiligen Folgen gehabt hat, und daß dies Kreditgeld in seinem Werthe gehalten worden, ohne Belästigung für das Reich und ohne Ver- mehrung unsrer verzinsbaren Staatsschuld. Schon längst waren Jhnen die nachrheiligen Verhältnisse un]rer Banken bekannt, nämlich die bedeutende Anhäufung müßiger Summen. Durch die Jhnen befannte neue Versügung für die Leihebank ist nun diesem Uebel ab- geholfen worden. Noch im Ausgange des Jahres 1824 geshah dazu ein großer Schritt; im gegenwärtigen Jahre gedieh die Absicht zur Vellendung, indem zu- sammen im Verlaufe der Jahre 1824 und 1825 c. 92 Millionen auf Hypotheken -ausgeliehen worden.

Der Zustand des Kreditwejens in Europa úber- haupt, die Genauigkeit der Schuldtilgungskommission in Erfúllung ihrer Verpflichtungen - nicht minder die sparsame Anordnung der dentlichen Ausgaben, haben

'zusammengewirft, unsere Fonds in ihrem bisherigen hohen Stande zu erhalten. Dies hatre indessen die

Die Rente-Reduftion, welche vorliegende freiwillige

Ganges erfordern. dieser Plane, ihrer

viel gewiß, daß Veränderungen der

unsrer Fonds zur Folge haben können.“ Der

Gulden, Gulden.

tionen 31,162 466 Rubel 67 Kop. 3

2,520 Rubel, Verlaufe

in

zahlbar 3,626,466 Rubel 67 Kop.

tionen

in Bank - Aisignationen 4,407,500 Rubel; centigen in Silber 2,200,700 Rubel. auffundbaren “in Bank - Assizuationen Feraer sind,

1816 im Kriegsdepartement nah gehöriger Liquidation

eingeschrieben worden : Bank - Assignationen 1,038,300 Rubel Kapital, dies ist ein Theil worden, wovon die

Folge, daß die freie Summe von ungefähr 6 Millionen

Rubeln , die vorher zum Verbrennen der Aisignationen bestimmc war, im Jahre 1824 nicht zum Anfauf von Schuldscheinen verwendet werden fonnte, theils weil feine hinreichenden Fonds zum Verkauf ausgeboten wurden, theils um dur<h Nachfrage nah ihnen feine fúnsilihe Steigerung ihres Preises zu veranlassen. Aus dieser Ursache verbleibt diese Summe noch im Reichs- hal, so wie ein fernerer Rest, der die jährlichen be- stimmten Tilgungszinsen überscreitenden Summen, welcher vorzüglich zur außerordentlichen Rúcfzahlung an die Leihebank bestimmt war, die ohnehin sich damais mit múßigen Kapitalien überladen fand. Ueder diese ganze Summe, nah den Rechuungen gegen 10 Mill. Rubel betragend, werde ih Jhnen, meine Herren, zu seiner Zeit die weitern Erörterungen vorlegen. Die Nothwendigkeit, die Tilgungsoperationen der Zweckmä- ßigfeit unterzuordnen, haben Sie, meine Herren, übri-

Kapitaljumme in Silber

Kopz betrágt. ist mithin: die wovon auf Rechnung Rußlands An einheimischen rüczahlbaren Schulden : 2,688,000 Rub., Rub.

Bank - Assignationen 226,096,411 Rubel. auffúndbare: in Gold 2520 Rub., Rub.-. 93 Kop. - Ruß$elz

von der Schuldtilgungsfommi worden, Auch für dies bericht darüber gemaht werden.

Sahr 1825 nach reifer Erwägung der Umstände, ein- stimmig die nachher Allerhöchst bestätigte Verfüaung trafen, das Tilgungsgeschäft nicht über die ursprúunglich bestimmten Tilgutigszinsen auszudehnen, mithin die für das ganze Jahr 1825 úberschießende Summe, welche mit der obenerwähnten von gleicher Natur ist, zur Er- leichterung des Reichsschalzes in demselben als eine nicht zinstragende Schuld, bis zur fernern Verfügung, stehen zu lassen, Diese wichtige und nothwendige Maßregel muß unstreitig von den núblihsten Folgen sein; denn die mit jeder unverhältnißimäßigen Tilgungsanstrengung verbundene Steigerung der Fonds {wächt die Wirkung des Tilgungsfkapitals an sich; ja die Masse unsrer Schulden selbst wäre durch eine solche éúnstliche Erhöhung des Wer- thes unsrer Jnskriptionen wesentlih vermehrt worden, wenn auch nicht nach ihrem Nennwerth, doch in Ansehung

leihe nichts wendet worden, indem gezahlten Summen , noch

auswärtiger Zahlungen verwendet werden. gen hier aus den Reichsschaß erfolgenden gen werden zum außerordentlichen Fonds der tilgungsfommission geschlagen - seiner Zeit genaue Rechnung vorlegen werde

noch todt , hauptsächlich

jest größtentheils eine außero

sern Wechselkurs dur< irgend

der Zeit der Tilgung und der dazu erforderlihen Summey von einigen Europäis Regierungen eingeleitet worden ,. und die in Frankf Zinsveränderung, sind Ereignis die unsrer Seits ein aufmerfsames Beobachten is Obgleich úLer die fernern Foly Neuheit wegen , noch keine entsqb:findie dende Schlússe gezogen werden fônnen, so ijt doch lieben ist, und sich Art kein Sin inis schritt hierauf folgendermaaßen zur Darstellung der ÿ sultate der Amortissemencs- Commission: „„Zum 1, nuar 1824 bestand die Holländische Schuld aus 93,600) wovon auf Rechnung Rußlands 47,600, (ordnet Die einheimischen rückzahlbaren Schulden | trugen in Silber 3,026,000 Rubel, in Bank - Ass die sech sproceutiy :

Rentenschulden in Gold 20,620 Rub., in Silb. 8,831, Æisikatione Jubel 932 Kop., in Bank - Assignationen 229/465] rtheilende Rubel; unter diesen an unauffündbarer Schuld: in in Silber 37,292 Rubel 93> Kop, | Bank-Ajsignationen 37,893,111 Rudel; die fünfpra tigen Rentenschulden in Silber 79,677,200 Rub. des Jahrs 1824 sind bezahlt: von der Hill dischen Schuld 1,000,000 Gulden, davon auf den] theil Rußlands 500,000 Gulden, von den übrigenß Silber 338,000 Rubel, in Bank - Ass Aufgekausft | an sehsprocentigen Renten in Silber 338,700 R an fünsi Umzgzseßt | aus gewöhnlichen Rentenschu!den ohue Termin zul 20,000 - Ri dem Reglement der Schuldtilgungüs mission gemäß , iu dem gedachten Jahre von den! aufgelaufenen Schul als - sehsprocentige Rail in Silber 49,400 Rub., unl]

solcher Schulden gleich baar be 7856 R 522 Kop-, in Bank - Assignationen 750,730 Ad. R Der Schuldenbestand zum Jahr M Holländische Schuld 92,600,000 Gul 47,100,000 Gull in i in Bank - Assignationen 27,5% An - sehsprocentige Reutenschulden : in 0 20,620 Rubel, in Silber 8,491,812 Rub. 935 Kop, Darunter

in Silber 27 in Bank - Assignationen 37,9144 an fúnfprocentiger Rentenschuld - in G 77,476,500 Rubel. Im vorigen Jahre hatte iq Ehre, dem Konseil des Kreditwesens zu bemerfen, | gens schon selbst anerkannt, indem Sie fúr das laufende } die Schlußberechnung der leßten Anleihe von Rothss son “noch nicht gel

Mal kann noch fein SG Ich halte es * für Pflicht, zu bemerfen, daß von dem Rest dieset für das Bedürfniß des Reich s]chalzes" die rúständigen noch nit! bis jeßt, wie ih s<on die Ehre gehabt habe, Jhnen anzuzeigen , zur B

ie di Rúüctzah!

Winsichtlih des Baues von Handelspflanzen, noch sehr

über den ih Jh

der liegt dieser Fonds selbst im Allgemein 4 f

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gáfzahlung auswärtiger Schulden nicht zu drücken, Das Finanzministerium wird indeß nicht ermangeln, D hald sich eine zwe>mäßige Gelegenheit finder, nach eit und Umständen- von dieser Hülfsquelle jeden mög/ ihen Nußen zu ziehen.‘ Aus dem weitern Vortrage ves Minijiers ergad fich, daß die Masse der im Umlauf ndlihen Bank - Assignationen seit 1823 dieselbe ge: also auf 595,776,310 Rubel beläuft.

Der reine Gewinn der Leihbanf war ungefähr 1300 Rubel Gold, 36,000 Rubel Silber und 868,000 Rubel e M 3 der Gewinn der Kommerzbank 250,000 Rubel.

München, 19. August. Die Kammer der Abge- en hat in der geheimen Sißung vom 16., úÚber en Entwurf einer Verordnung über das Zollwesen ( vor- iglih Begünstigung des Transits und der Ausfuhr be- rffend) abgestimmt, und denselben mit den beiden Mo- n angenommen, 1) daß der der Regierung zu n Ermáchtigung, die Eingangszollsäße provi- erhöhen oder zu vermindern, betgeseßbt werde, daß jede Erhôhung oder Verminderung der Cingangs- ille nur bis zur nächsten Ständeversammlung dauern nne, und die getrossenen Abänderungen der einzelnen dollsábe alsdann entweder die ge)chbliche Bestätigung er- alten, oder im Fall diese nicht erfolgen würde, mit ¿m Schlusse der Sißungen beider Kammern wieder ufhóren sollen, und der Buchstabe des Zollgeselzes vom 2, Juli 1819 wieder einzutreten habe (mit 89 gegen

Stimmen); 2) daß die erwähnte Befugniß der Re- ierung bei dem Schlusse der nächsten Ständeversamm- ng erlôsche, wenn sie niht wieder erneuert wird (mit 5 gegen 25 Stimmen). Neben diesen Modifi-ationen zurde eine große Anzahl von Wünschen, besouders in (usehung einzelner Zollsäße erhoben, und die Annahme ¿s Entwurfes mit den Modificationen im Ganzen mit 7 gegen 2 Stimmen beschlossen. Hierauf wurde der (atrag der Abgeordneten , Häcker, v. Ubschneider und Closen, Veränderungen im Zollsystem betressend, zur {bstimmung- gebracht, und unter Verwerfung des vor- eschlagenen Tarifs (84 gegen 12) so wie die Fragen her Schutz der Gewerbe u. s. w. dur hohe Zoll ábe wit 55 gegen 40) und über alsbaldige Ergreifung des 2ystems hoher Belegung der Kolonialwaaren und aus- ndischer Fabrikate (mit 56 gegen 42) lediglih der Be- <luß (mit 68 gegen 380 Stimmen) gefaßt, darauf an- tragen , daß die Regierung bei Entwerfung des neuen Steuergeseßes, und eben so bei der Ausführung der ihr rei gegebenen Erhöhung der Einfuhrzölle, auf die an- eregte Belegung ausländischer Fabrikate und Waaren it hohen Einfuhrzöllen vorzüglichen Bedacht nehmen ¡jóge, Ferner wurde der Entwurf zu einer Verord- ung über das Staatsschuldenwesen zur Adstimmung ebraht, und mit wenigen Modificationen einstimmig ugenommen.

__— În der vorgestrigen Sißung wurden die Vor- âge des ersten Ausschusses hinsichtlich einiger Gesebße ngehört, die fein allgemeines Juteresse gewähren; und stern in geheimer Sißung über verschiedene Privat; nträge, welche Localgegenstände betressen, abgestimmt, jn der gegenwärtigen Versammlung unserer Stände

die Diekussion dfters auf den Ackerbau und die Ju- strie geleitet, und es sind deshalb ernste Worte ge- rohen worden. Die Landwirthschaft ist, besonders

orish zu

ü, Nach einem niedrigen Anschlage der cingeführ- n und verzollten Handelspflanzen, Garn und Lein- and, Oele, Butter, Schmalz und Vieh beträgt die “umme des dafür ausgeführten Geldes jährlich 3,165,484 - Und in der That wohl 5 bis 6 Millionen. Sollten ir diese Dinge nicht selbst produziren und raffiniren, nd das Geld nicht selbst im Umlaufe behalten können?

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geschieht, daran mögen zum Theil die Zollgeseße eine Schuld tragen; die Hauptursache liegt aber gewiß in dem vorherrschenden Mangel an Industrie und an ge- shi>ten und fleißigen Arbeitern für den Handelspflan- zenbau. Aber solche bildet man nicht in einem Jahre, auch nicht in zweien, und gerade in dieser Beziehung möchte die im nächsten Herbste in Gern, Landgerichts Eggeufelden, zu erdffnende landwirthschaftliche Erzie- hungs - Anstalt, errichtet von dem Königl. Kämmerer, Ministerialrathe und Abgeordneten, Freiherrn v. Clofen, in Verbindung mit dem vormaligen Juspeftor und Professor Wimmer, eine besondere Anerkennung ver- dienen, Es sollen darin gegen eine äußerst billige jähr- liche Bezahlung von 50 fl. die Knaben vom 10ten oder 12ten bis 15ten oder 17ten Jahr zu Landwirthen erzo- gen, und nicht bloß theoretish, sondern vorzugsweise praftisch befähiget werden; wozu ein großer und viel- seitiger Wirchschaftsbetrieb seltene Gelegenheit gewährt. Da das Institut, auf 60 Zöglinge bere<huet, mit dem Zweck eines landwirthschaftlichen Unterrichts- Instituts auch die Tendenz einer Wohlthätigkeits - Anstalt ver- bindet, so ist zu wúnschen, daß Jedermann das hier- über an die fönigl. Landgerichte und Magistrate ver: theilte ‘Programm selbst einsche, indem dasselbe eines furzen Auszuges nicht fähig ist. Wenn etwas hie: von mangelhase erscheint, so ist es der Umstand, daß feine Vorsorge getroffen ist, dur<h welche ents ferute Knaben, auf eine wenig fostspielige Weise, in die zum Theil weit entlegene Anstalt gelangen fônnen. Uns dúnft, daß Knaben aus dem Rhein -, Ober- und Untermain -, Rebat-, Oberdonau- und zum Theil auch aus dem Jsarkreise, fich am besten in der zweiten oder dritten Woche des Oktobers, mittelst der aus jenen Ges genden dahin gehenden Boten, in Mänchen' versammeln würden, wo sie die Anstalt zu Übernehmen wohl geneigt seyn dürfte, Denn nah München bestehen frequente Kommunikationen aus jeder Gegend des Landes, aber nicht nach Eggenfelden , und die scheinbare Beschwerlich- feit, einen Knaben dahin zu bringen, dürfte außerdem Manchen abhalten, von den dargebotenen, in der That sehr erheblichen, Vortheilen Gebrauch zu machen.

Florenz, 5. August, Der Durchmarsch der k. k. dsterreichishen Truppen dauert fort. Wir sahen dieser Tage mehrere Bataillone vom Regiment Giulay und Eskadrons von Frimont Husaren. Alle diese Truppen zeichnen sih durch treffliche Kriegsezucht und schône Hals tung aus.

Vom 8ten. Gestern famen unsere Souveraine aus Venedig im besten Wohlsein hier zurück an.

Rom, 6. August. Se. Heiligkeit haben dem Mon- signor Ridolfo Brignole Sale, Bischof von Assurro (in part, Infid.) unter die beim päbstlihen Throne assistirenden Bischdfe aufgenommen. Am 1. August starb hier in seinem 82sten Jahre der Kardinal Anto- nio Rusconi. Am «4. d. kam hier ein öôsterreichisches Grenadier - Bataillon unter dem Kommando des Oberst- lieutenants Grafen von Miestruzzi an, gewann am 5. den Aubiläums- Ablaß, und empfieng die pábstliche Bes nediftion. Aw 30. v. M. wurde in der h. Kongre- gation dées Ritus die Seligsprehung dreier Diener Gottes, nämlich des ehrwürdigen P. Leopoldo dalle Gaiche , eines Missionairs aus dem Franzisfkaner - Or- den; des Jacopo di Ulma, eines Dominifaners, und des Kamaldulensers Angelo di Gualdo beschlossen. Bologna, 9. August. Am Sonnabend Abends fam der Großherzog von Toskana mit seiner Gemahlin hier an, und sekte Tags darauf die Reise nah Toskana fort. Vom 31. Juli bis heute sind die 3te,/ Lte, Ste und 6ste Kolonne der österreichischen O fkupations - Ar- mee von Neapel auf dem Rückmarsch in die österreichi-

Man sollte es wenigstens glauben. Daß es nicht

schen Staaten hier durchpassirt,