1825 / 205 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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mer-, au< Gartenfrüchte ío erholt, daß sie die erfreu- ¡ Minden, Die Winterfelds Erndte ist in den Minden|

iste Aussicht auf eine gute Erndte gewähren. Der O úberall gut und das Korn, das bereits zur Reife g:langt ist und mit dessen“ Einschnitt schon vor- geoangen wird, foll in der Schofzahl mittelmäßig, an Körner - Ertrag aber desto besser lohnen. Der Ertrag des Heues, das größtentheils eingeärndtet ist, steht dem des vorigen Jahres zwar nicht gleih , indessen ist es von vorzüglicher Güte, da es sehr ctro>en eingesammelt ist. Bromberg. i bar im Ganzen und für das Sommergetr¿ide und die Gartenfrúchte vortheilhaft. Der häufige Regen in der ersten Hälfe des Monats ist jedo der Heuerndte nach the:lig gewesen. Jm Gunesener und Schubiner Kreise war ín mehrer.n Gegenden Hagelschlag, wodur beson» ders bei Sokolnik, e:stgedachten Kreises, die ganze Erndte und im Jerewer Haulande, leßtigedachten Krei . ses, das Sommergetreide total vernichtet wurde. Der diesfällige Schaden in andern Gegendeu, auch im Won: growiner Kreise, ist minder bedeutend gewesen.

_ VILI. Sathsen. Magdeburg. Jm Anfange des Monats war die Witterung abwech]elud warm, fkúhl und regnigt. Weiterhin trat beständige und warme Witterung ein, welche bald in große Hiße überging. Diese ließ gegen Ende'des Monats nah und es ward fühl und windig. Die große Hiße und ¿nhaltende Trok fenheit wirkten nachtheilig auf Fe:d - und Gartenfrüchte und fährten die bereits begonnene Erndte' im Getreide, welches zum Theil die Nochreife erhielt , früher herbei, als man erwartet hatte. Im Weißen wird die Erndte im Allgemeinen nur mittelmäßig ausfällen, besser jedoch im Roggen und in den Sommerfrüchten. So ergiebig die Heuerndte war, so wenig ist wegen des zurükgeblie: benen Regens zu einer guten Grummeterndte Hoffnung vorhanden. Auch die Weidenreviere litten bei der gro; ßen Hiße. Sie gewährten dem Vieh fast gar feine Nahrung, indem dic Grashalme größtentheils verdorrt waren. Merseburg. Die Erndte wurde durch die

trocéene Witterung sehr beschleunigt und ist zum Theil'

schon eingebract , auch die Gerste und der Hafer ‘sind fast überall reif; aber diese Frühreife wirkt jehr nach- theilig auf die Güte dieser Fruchtarten, Es wird im Ganzen daher im Sommergetreide ein Ausfall befürch- tet; im Wintergetreide aber rechnet man auf eiue gute Meittelerndte, die freilih die vorjährige nirgend errei- chen möchte. Den Futtezkräutern, besonders dem.Nach- wuchse des !Klees und Grummets is die anhaltende Tiockenheit besonders nachthèilig gewesen; auch auf das Obs - und die Gartengewächse hat die Dürre s{ädli< gewirkt und den an kleinen Gewässern liegenden Müh [n mangelt es in mehreren Gegeudeu an hinreichendem Wasser. : | ;

VŸVIII. Westphalen. Münster. Die Witte- rung während der ersten Tage des Julimonats war schr fruchtbar mit abwe<jelndem Regen “vermischt; indeß ‘nahm die Wärme von Tage zu Tage zu und erreichte vom 13. bis zum 20. eine in hiesiger Gegend ganz un- gewöhnliche Höhe. Dann traten einige kühlere Tage ein. Gegen das Ende des Monats stellte sich die frû-, here Hiße und Trockenheit wieder ein; wobei -an- mehre- “ren Orten fühlbarer Mangel an Wasser entstand. “Béi der anhaltenden Dürre versengren gauze Gras- fächen und die Garteigewächse insbesondere fauden auf croéenem Boden gar kein Gedeihen mehr Gemitter ivaren wenige; cin fehr starkes war am 10. Juli, wo der Bliß in hiesiger Stadt ein Gebäude traf, chne zu zúnden. Auch vom Hagelschlage wurden leider am 9. cinige Gemeinden in den Kreisen Münst;r und Tecklen- burg heimgesucht und uicht unbedeutznd be‘<ädigt.

Die Witterung wer fehr frucht-.

Ravenebergischeu Kreisen rait Ende des Monats Juli fast beendigte und in den Paderboruschen wenigstens by gonuen gewesen. Die ungewdöhnlihe Dürre wird ein lehr \s<hn-lle Folge aller Erndtegattungen- dewirken. Der Roggen - Ertrag wird im Ganzen doch nur mitrelmäßi ausfallen, uid besonders die Ausbeute an Stroh weit hinter der vorjährigen zurück bleiben. Dem Weizen hat die leßte Dürre noch sehr geschadet, fast Úberall unter der Mittelmäßigkeit sein. Die Som merfrüchte sind nothreif geworden und ver*‘prechen seh wenig. Gemúse und Garteufrüchte haben uncer de

Dürre seyr gelitten, besonders Schooten und Knollen> Die Kartoffeln sind in manchen Gegendey! Der im vor!g n Monat

gewäch}e. schon geradezu vertro>net. noch so vicl versprechende Buchwaizen dürfte gänzli miprathen. Um die Vichfütterung stehr es \<><le<! S@on beim Vorhau war gegen voriges Jahr ein Aus fall von vielleicht 50 pCr. und auf G-ummet ist faß gar nicht zu rechuen. Der Klee ve.dorrte na< d:y

ersten Schnitte auf vielen Fe!tern und. Rüben unf

Spôrgel konnten nicht zur reten Z it in den glühen den ausgedörrtecn Boden gejäet werien. Das futter verspricht nur sehr geringe Ausbeute. Alle Wei den sind verjengt und unergiebig. Auch an Wässer mangel hat das Vieh sehr gelitten und ununter den Gän sen ist dadur< sogar cin? bedeutende Srerblic k.it ei gerissen, Der geringe Betrag des Flachses und Han fes 1st fast eine Mißerndte zu nennen und die Beriei cung des wenigen gewonnenen Produkts wird nc< dur Wassermangel in den Rottekuhlen ei s<wert. dli cher Wrise sind von der reichen F'achse! ndte des vori lgen Jahres noch bedeutende Bestände übrig. Stett obst und Aepfel sid un Metige xorhanden, ander Obst ist sparjam. Arnsberg. Die Dürre dauert (ua Monate Juli fort und hat dei immer steizenoer rast unercrägliher, Hiße einen G.ad errei>t, dessen sid die ôâlteften Leute uicht erinnern. Der Woss:rmangt war so groß, daß die Brunnen in manchen Gegenutde austre>uneten und Bäche und Walèst dme vers<wa!:de Die meisten Weosserwerke staniden st:ll. Der fast vèr brannte Boden kcunte din Gewächsen nur lid “Nahrung gewähren; ein Theil derselben, insbesonder Kartoffein und Geiu.üje sind verwclfkt; das Laub an kei Bäumen beainut, sh zu färben und Wald und F lder gewähren einen traurigen Anblik. Die Rog. enerndfe wird vermu:hlich nicht !o reichhaltig ausfalicn, wie u vorigen Jahre; die Köner enthalten ader seh" ri Nahrungestef} und es mag sein, daß die Quan. dil Ko. us den Abgang an der Quantität in etwas vergl tet. Die Auesicht auf die Hafereruèdte ist wenige günstig und eiue Folge davon ein unverßättyif mäßige Steig n der Haferpreis?, die in manchen Gegenden de neu tes Roggens gleich fommen. Nicht günst!ger wir cer Kartoffel-Ertrag iu dieïicm Jahre auefallen, wel in Folge der anhaitenden Dórre und der versengendel Hiße zum Theil ersterden und alle verwelkt sind.

: (Schluß folgt.)

Könt(alihe Schausptel. Ä Freitaa, 2. Septenber. Jm Schauspielhause: Wi {dne Mülierin „‘“/ fom. Oper- in 2 Abtheil. , zus von Paesiello. Vorher ¿ „Der Vetter aus Bremen} oder: ¿Die drei Schulineister,“/ Spiel in Versen , | 1 Aufzug, von Th. Körner. Gg Gei ns 3. Sepcember. Im Schauspi-lh2u“ „Des Fahnjuniers Treue,‘ dramatisirte- altpreußifd| Anekdote, un 3 Abtheil. , vor J. von Voß. Hierau| „„Tartúsfe,// Lustipiel (u 5 Ausz. nah Moliere.

Gedrucêt bei Feister und Eisersdorff.

Redacteur John

sein Ertrag wir)

Rauhf

All geMte

Preußishe Staats-Zeitung.

Ag 20

J.

Berlin, Sonnabend, den 3ten September 1825.

L, Amtliche Nachrichten.

N Lom if des Ta ge K

Des Königs Majestät “haben den bisher bei der f zugekommen waren, mitgetheilt.

Regierung in Erfurt angestellt gewesenen Regierungs- rath Windhorn zum Geheimen Finauzrath und Mit- Pte im Finanz - Ministerio allerguádigst zu ernennen geruhet. : |

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Im Bezirk der Königl. Negierung ¡u Aachen wurde der bisherige Vikar bei der Kapelle zu Rodt, Joseph Reuter, als Pfarrer fúr die fatholi- sche Pfarrstelle zu Schönberg crnanut, und die erledigte fatholische Pfarrftelle zu Mackenbach durch den bisheri: gen Vikar bei der Kapelle Emmels, Jgnatius Braunk, pieder beseßt.

Zu Coblenz is der bisherige evangelische Pfarr- Verwalter Wirtmann zu Hilgenroth, Kr. Altenkirchen, um wirklichen Pfarrer daselbst ernannt, und

zu Königsberg ist die erledigte Predigerstelle in Camrott und Quittainen dem Kandidaten Elsner aus Krofow, und dem Schulamts- Kandidaten Klupsz die erledigte dritte Oberlehrerstelle am Königl. Gymuag- sum zu Rastenburg verliehen worden.

“Abgereist, Der Königl. Baiersche wirkliche Ge- heime Rath, außerordentliche Gesandte und bevollmäc- tigte Minister am Kaiserl. Russischen Hose, Freißerr von Giese, nah St. Petersburg.

_ Dem heutigen Blatte der Allg. Pr. Staats-Zeitung i das Verzeichniß der, im Dritten halbjäßrigen Ver- losungs-Termine,! am 31. August d. J., gezogenen, und im Januar 1826 baar auszuzahlenden Staats - Schuld- Scheine beigefügt.

11, Zeitungs - Nachrichten.

Ausland.

Paris, 27, August. Vorgestern, am heil, Ludwigs, wurde in der Kirche von Stk. Germain- l'Auxerrois die Lobredè des verstorbenen Königs Lud-

von Hermopolis und eine Deputation Fer Academie wohnten der Feier bei. j

__ Gestern, sagt die Ecoile; haben wir unsern Lesern die aus Spanien erhaltenen Nachrichten , so wie sie uns Wir haben fein Coms- mentar hinzugefügt, und uns enthalten, die thöôrigten Gerüchte wiederzugeben, wel<he zu Madrid im Umlauf waren, und welche die hiesigen Zeitungen nah Briefen vom 15. mittheilen, die uns aber, da wir Nachrichten vom 20.- haben, sehr wohl bekannt waren. Eine Zeicung behauptet, daß in Sevilla 300 Personen ver- haftet worden sind; die Zahl derselben dürfce sih jedo< auf 12 beshránfen. Ein auderes ‘Blatt erzählt, Herr von Zea sei 24 Stunden lang ohne Portefeuille gewe- len; eine erhabene Person habe mit dem Könige von \einer Addankung gesprochen u. s. w. Man ist von die- jen Blättern so ost getäuscht worden, daß man recht gut weiß, was man davon zu halten hat, wenn man nah Wahrheit strebt. Uebrigens wird man Spaniens Lage besser beurtheilen, wenn man si erinnert, mit welcher Leichtigkeit die Gemüther während der Fahre 1816 bis 21819 in Bewegung zu bringen waren, Man legte damals auf die verbrecherishe Unternehmungen von Didiox und Bercon mehr Gewicht als sie es verdienten. Es war nicht s{<wer, Europa úber unsere Lage zu be- unruhigen, und es geshah mit Emsigkeir. Diese Bes trachtungen mögen auf Spanien Anwendung finden, und sie werden zur Ueberzeugung führen, daß natürlich Spanien eine mehrjährige Ruhe braucht, damit nach jo großen Revolutionen die Ordnung vollständig herges stellt werden föônne. Jm Gebiete der Politik dauert die Erschütterung der Gemüther noch lange, nachdem die Bewegung aufgehdrt hat, fort.

Aus Tanger sind Nachrichten vom 6. Juli einge- laufen, wonach der Kaiser von Marocco über die eme pôrten Stämme in der Nachbarschaft von Mequinez einen Sieg erfochten hat. Zum abschre>enden Beispiel hat der Kaiser mehrere 100 Rebellen - Köpfe na<h den vornehmsten Städten des Reichs geschickt. Eine große Anzahl faiserliher Trüpden stand im Begriff in Mes quinez einzurücfen.

Fünfprocentige Rente 102 Fr. 30 C. 72 Fr. bis 71 Fr. 75 C.

London, 23, August. Am 20. d. fand zu Du- blin eine zahlreiche Versammlung des katholischen Vers eins statt und es wurden viele neue Mitglieder, wor- unter si< mehrere ausgezeihnete Personen befandenz aufgenommen. Nachdem mehrere Neden gehalten und darauf bezügliche Beschlüsse gefaßt worden waren, fam

Dreiproc.

Tage des j man dahin überein, den Verein bis zum ersten Sonn-

abend im November zu vertagen und einen Ausschuß von 31 Mitgliedern zu errichten, welcher über die Jns

vigs XVILE, vom Abbé Roi gehalten, der Erzbischof | teressen der Katholiken während jener Vertagung wa-