1825 / 205 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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chen und eine Correspondenz mit der Geistlichkeit in den

Provinzen anfunüpfen jolle. “es N © De funf Kinder des Exkaisers Jturbide sind in

Neu - Yorf augekommen, wo ihre Mutter bereits 14 Tage früher eingetroffen war und in Zukunft zu wohnen gedachte.

Das Londoner literaris<he und wissenshaftlihe Jn- stitur zum Unterricht für junge Handelsbefliisene, bejteht bereits aus 500 bis 600 jungen Leuten, tie wöchentlich zweimal 1n Albion Hall den Vorlesungen beiwohnen. Aehnliche Justirute werden jeßt in mehreren andern Städten Englands gebildet.

Jn den brittish-nordamericanishen Provinzen wer- den gegenwärtig 39 periodische Journale herausgegeden, 6 in französi\cher und 33 in englischer Sprache. Beim Ausbruch des amerikani\<hen NRevolutionstrieges gab es in allen diesen Provinzen nur zwei Zeitungen.

Daß es in der Republik. Chité niche am besten aussieyt, geht aus folgendem Briefe-hervor : ¡Die Fi: nanzen der Republik befinden fich. ‘in enem traurigen Zustande, und man darf si< Tärúber auch gar nicht wundern, denn das alte Monopolfpstemist zum Nußen ezniger wenigen Judividuen b ibehabren-woiden. S0 z- B. hat ein Handelshaus das Mouopol. für Thee, Tabäck und spiritudse Getränke , wofüv es sih zur Be zahlung der Zinsen auf tie in London'im Jahre-1823 gemachte Anleihe von 1,000,000 Pfd, Srt:- verpflichtet hat. Noch mehrere andere Handeloreglements bestehen, die gleichfalls dem Öffentlichen Juteresse ganz entgegen sind. Wollen sie es glauben, dap fein <iliscer Bürger auj seinem eigenen Lande eine einzige Stange Taback erzeugen dars? Wahrlich , unsere südamericaniichen D haben noch viel zu thun, ehe sie sich frei nennen können.

Côthen, 27. August. Nach amtlichen Nachrich- ten aus Paris vom 14: August befanden sich Se. Her- zogl. Durchlaucht, unter gnädigster Herr, im vollkom; mensten Wohl\ein, Mit der Gesuudheit der Durch: lauchti-sten Frau Herzogin ging es fortwährend gut und founte Hôchstdieselbe, einige no< vorhafdens Schwäche und Mattigkeit abgerechnet, als vôliig herge- stellt betrachtet werden. h

Gotha, 25. August. Ju dem an der Straße von hier nah Georgenthal gelegenen Orte Hohenkirchen sind gestern Morgen in kurzer Zeit 31 Häuser, Scheuern und Scálle ungerechnet, in Asche gelegt worden. Leider ist es hôchst wahrscheinlih, daß Bosheit -das Feuer ver- anlaßt hat. i j

Vom Main, 14. August. Das in Verbinduug mit mehreren berühmten Staatsmännern und Gelehrten, vom Hofrath Harl, seit dem Anfange dieses Jahrs zu Frank; furt hzrausgegebene Archiv für die gesammte Staats- wissenshast, Geseßzebung- und Staatsverwaltung be- ginnt in der deutschen Litteratur Epoche zu machen, und zivar unter andern mit -einer eben jo gründlichen als vollständigen, mit allen Urkunden verseheuen Öriginal- abhaudlung gegen den gemeinverderblichen und die hô- here geistige Kultur untergrabeaden Büchernach dru >.

Man findet in diesem allgemein beliebten Archiv voll- |

fommene Beweisefür die unbedingten und von feiner Zeitbestimmung abhängigen Schriftei genthumsrechte der Verfasser, welche, nach der

langte Buchhändler Gros, führt nämlich zu- seiner Ver; theidigung an, daß na<h dem Großherzogl. Bádischeu Landrechre das Schristeigenthum des Verfassers mit dem Tode desselben eridsche! Außerdem lieferc das obige neue staats: und gewerLswissen]chaftliche Archiv andere hôchst interessauté Originalabhandlungen und zwar über den neuesten Zustand und Umfang (nah Urquellen) der in vieljsacher und selbst in staatswirth}chaftliher Bezie: hung so allgemein wichtigen und jür die leidende Mensch- heit überaus nüßlihea orthopädishen Heilanstalt inf Würzburg, nebst der pragmatischen Biographie seines Gründers und Vorstandes, Dr. Heine; dann über die! Gemeindeversammlung in Karßhessen ,. ferner über dies radikale Verbesserung des Dienstdbotenwejenv, Über dies wahren Hindernisse und Beförderungsmittel des Acker: baues, der Gewerbe und Fabrifen, und des Handels inß Deut¡chland, über den Eutwuf eines“ neuen Steuer Geseßes mit besonderer Rücksicht auf das Erwerbssteuer| Iystem. : avid Mitarbeitern auch kritische Anzeigen der neue sten staats und gewerbswissenschaftliheu Schriften, z. BY auch s\<hon von Hru. Kreis - Direfto:s Dr. Rudhart Schrift úber Baierns gegenwärtigen Zustand, eine um fasscude Darstellung von einem kompetenten Beurtheiler,

Múnchen, 25. Aug. Ju der vier und se<hzigstenSißung der Kammer der Abgeordneten wurden vonSeiten des 3ten Aus|cbusses Über inehrere Beschlüsse der Kammer der Reichs! ráthe, namentlih in Ansehung der Gründbestimmuagen für das Gewerbewesen , ingleichen hinsichtlich des des Antrags mehrerer Abgeordneten auf Revision der Dienst boten: Ordnung Vorträge erstatter. Ju ersterer Hinsicht hatte die Kammer der Reichsräthe ihre Zustimmung zl dem g dachten Geseßentwurfe erktlärt, jedo<h mit Beiß fügung verschiedener Modificationen; in leßterer Hin sicht hatte die eben genannte Kammer ihre Zustimmung zu dem Beschlusse der Kammer der Abgeordneten nur in so weit erflárt, daß blos 1m Allgemeinen, (mit Um: gehung specieller Anträge) die Herstellung einer neuen Dienstboten - Ordnung als Wunsch ‘ausgedrückt werde.

Wien, 25. August. Ihre Majestäc die Frau Erp herzogin Marie Luije, Herzogin von Parma, fährt mit preiswúurdigem Eifer fort, für die Wohlfahrt des Lan des zu sorgen, das die Vorsehung Jhrer Leitung auver- traut hat. Kaum war die Brücke úber den Taro, im Herzogthum- Parma, vollendet, als die gütige Fürstin, mit gleiher Huld für das Beste der Einwohn-:r von Piacenza hesorgt, auh eine über die Trebia erbauen

ließ.

; Die Feier der Legung des Gruundsteines wurde dur die Gegenwart Jhrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin von Ocsterreich unendlich erhöht.

Die Voilendung dieser Brücke wird durch eine vou Santarelli geschnittene Denfmúünze angekündigt, dereu Vorderseite das wohigetroffeue Bildniß Jhrer Majestät der Frau Herzogin mic der Umschrift zeigt, M. LVDOYV, ARCH.: AVSTR. D, G. PARM.-FIHAU:KT. VAS H DVX.; die Rückseite aber die belehrende Juschrist ent

hâlt : TREBIA HANNIBALIS A D S La LICHTENSTEINII

FBúr :ertugenden, zehn Jahre um (hr Dasein kämpfen

Iyerflossen ,

Men dôsterreihishen Waffen in Jtalien das verlorene

Whardei eroberte,

Üe-berdieß euchälr obiges allgemeine Archiv von!

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Das Sankdbette der Trebia war sowohl im Alter; thum, als in neuern Zeiten der Schauplaß großer Welt- excignisse und dreimal wurde in demselben das Loos von Ober - Jtatien entschieden. Hier war es, wo Han- nibal 218 ver Cyristi Geburt, durch einen großen Sieg ber den Proconiul Sempronius si<h als den furchr- dirsten Geqner Roms anfündigte, mit dem die tkünfscige We!:b he rs<herin, im Zeitraume ihrer vollen Kraft und

mußte. Zwei JZahrtausende waren beinahe seit dem als in derselben Gegend einer der edelsten Pitrioten OD:sterreihs, der Fürst Wenzel, aus dem ver; zrren Heldenstammwme der Lichte! steine, dur< einen enc- sheidenden Sieg Über das sp-nis< - franzôsishe Heer

lebergewihr wieder errang, 16. Juni 1746 die Lom- Piemont rettete, den Tod seines Va- erö, der 1704 an der Bormida noch dem heldenmüthig- e K-mnofe mit dem Degen in der Hand gefallen war, an demselben Feind rächte und das hohe Zutrauen recht- ertigte, das seine Kaiserin in ihn, den sie ihren Freund annte, geseßt hatte. *) Drei und funfzig Jahre |\pä- er stießea auf demselben Schlichtfelde die vereinigten Russen und Oesterreicher unter Sou warow und Melas auf as franzôsisch: Heer, mit dem Macdonald in Eilmärschen us Neapel herangezogen war, um sich in den Ebenen on Piemont mit se:nen Waffenbrüdern unter Moreau u vereinigen, Die Franzosen fampften hier mit noh «¿cem Mutbe, als das Heer Cal VEIL, welches sih bei orniovo ain Taro (6b Juli 1495) mitten durch die feind- hen Scharen den Weg nach Franfkre:< gebahnt, und

en Völkern Jtakiens statt der gchofften Beute nur das |

Inde! fen an den französischen Ungestüm (furia fran- ese) zurúicgelissen hatte, Doch diesmal scheiterten die dchsten Anstrengungen der Franzosen und ihres kühnen eldherrrn an der uvershütterlihen Tapferfcit ihrer begner, und Macdonald zog sich hinter die Appenninen irö>, um auf der Küstenstraße úber Sargana und Destri die Trümmer seines Héeres nach Genua zu füh: n. Jn diesem dreitägigen Riesentampfe (17., 18., ), Juni 1799) hatten, nah Souwarows Geständniß, sterreicl;er und Russen wie Helden, gekämpft, und ein nderer Lichtenstein die dem Vaterlande bhd<hst erfreuliche Pahrheit erprobt, daß auch er den Heldengeist seiner lhuen ererbt hat. Durch so große Wesltereignisse wucden die Gefilde n der Trebia ein flassisher Boden für die Geschichte ; rebia Magna) aber so oft den Schrecken des Todes weiht, gewährte er der Menschheit nur traurige Er. inerung:n. Doch durch die milde Sorgfalt Marien lisens, erhielt er nun eine ih:en Uäterthanen segen- lle B st mmung (Trebia l’elix); deun úber das Sand- tt der Tredia, das eine ira'ienishe Meile breit ist, hebt sich nun eine Brücke, die an Schöuheit und Fe- igfeit ihrer Schwester über den Taro nicht nachstehr, id die Verbindung zwischen den- verschiedenen Theilen s Landes erhált, welche die häufigen Uecbershwem- ungen dieses Waldstcomes bisher so oft gestört hatten. Spanien. Nach einem vom Journal des Debats ifgetheilten Privatbriefe aus Madrid vom 15. August ar auf dem 17. dess. M. eine außerordentliche Staats- ths - Versammlung festgeseßt , uud dazu auch mehrere, ust im Staatsrathe. feinen Siß habende, hohe Beam-

Die gewdhnli<he Begrüßungsart in Cochinchina ist, sih bis zur Erde zu verbeugen, und zwar: fünf Mal vor dem Kömg?, vier Mal gegen die zunächst dem Mo- narchen |teheudeau Großen, drei Mal gegen Personen im dritten Range, zwei Mal gegen jeden anderu Vor- nehinenu, und ein Mal gegen jè. en sonstigen Beamten. Hincichtungeu ges<chen in jeuem Lande gewdöhuiich auf folgende Art. Der Verbrecher wird an einen Pfahl ge- bunden, und ezn Elepyaut über ihn huwegger. iebeu: Hr. Gibson , der Engländer, w-:lher die Birmansche Ycijsstou nah Cochiuchina begleiicte, und aus dessen Journal diese Bemerkungen entlehnt sind, sah 13 des Diebstahls beschuldigte Meujcheu durch deu Lieblings- elephanten eines Großen zu Tode trecen. Es wurdeh zu Saigun wöchent!ich drei dis vier jol<h:r Ung!ückli- hen heugerihtet, Hr, Gibjon sah eine Uebung dec Elephanten. Sechzig diejer Thiere mußten einen Ver- ha> angreifen, welcher von Soldaten vertheivigt wurde, die Raketen und Pistolen gegen die Thiere abfeuerten. Aber dieje brachen dur<h , und verjolgten dic Flichen: den, bis 1hre Fügrer sie anhielten. Es wurde dabei die größte Ordnuug erhalten und alle Befehle durch ‘dîe Trompete ertheilt. Die Elepyauten sollten je zwei und zwei cas Biid eines feu.ripetenden Tiegers angre:feu, welcher uo< von Soidaten vertheidigt wurde, - die mit Gewehren auf sle |<oss:n. Die meisten Eiephanten aoer liesen vor diejem Sch:eckbilde weg; undo eiuer der Führer erhiclt 20 Prüzel, weil er sein Thier niche zum Gehyorjam bringen kounte.

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Frankfurt. - Die auch im vorigen Jahre von der hiesigen Regierung angeordnete allgemeine Jm- psunz der Schußbblattern hat einen hôch|t segenreichen Erso.g gehabt, nach Juhalt der darüber im Amtsblatt er]Vwieuenen Bekanntmachung der bedeutenden Anzahl vou-28,958 Judividuen die Wohlthat der Schußblattern unentgeldlih zu Theil gewocden ist. Die sämmtlichen Landräthe, so wie mehrere Magisträte, haben sich dabei durch rege Theilnahme, Eiser und einsichtigen Anord- nungen verdieut gemach t.

Landwirthschaftlihe Berichte aus dem Ju-

nern des Neichs vow Ende Juli. :

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IX, Jülich, Cleve, Berg. Köln. Die Erndte der Winterfrüchte hat begounen , und wicd, wie man glaube, im Ganzen ziemlich gur ausfallen, Dagegen haben die Sommerfrüchte in deu flahen Gegenden durch Trockenheit und Hiße ungemein gelitten. Ju den Berg: und Waldgegenden , wo die Feuchtigkeit si länger hält und mehr Regen gefallen ist, stehen sie etwas besser. Die Heuerndte hat nur theilweise einen guten Ertrag geliefert. Der. Klee is nicht aufgegangen und die übri- gen Futterkräuter sind größtentheils verdorrt, daher ist überhaupt Futcermaugel zu befürchten, der in mancheu Gegenden schon eingetreten is. Für den Weinstock- fonnte die Witterung während und nah der Blüthe desselben nicht günstiger jem ; desto nachtheiliger war sie den Gartengewächjen und Gemüsen, welche ktcinen er- freulichen Anblick gewähren. Düsseldorf. Die Ecndte des Reps ist ganz und die des Roggeus beinahe

hier aufgestellten Behauptung, auf die Verleger Übergehen, so weit die erstern solche den lebß- tern Úbertragen. Wie wichtig diese tresslihe Lehre über die Eigenthumsrechte der Schriftsteller und Buch- händler sey, beweiset der gegenwärtige öffentliche und auch vor Gericht anhéngige Rechtsstreit zwischen den Buchhäundlern Winter und Gros fin Heidelberg, über die Ausgabe von Genslér's Diftaten, zu Martins Lehr- buch des deutschen gemeinen bürgerlihen Prozesses. Der von dem Buchhändler Winter darüber gerichtlich É

1 berufen worden. Eine von dem General - Polizei-

iterdanten in Beschlag genommene Correspondenz soll

t Hauptgegenstand dieser Versammlung sein, die sich

oh überdem au<h no<h mit definitiver Erwägung der

E, “aht Wiedereinführung der Jnquisition beschäfti- ou,

A. MDCCXXXAVI. SOVWAROFII. ET. MELAS A. MDCCLXXXXVIIIL, VICTORIIS. MAGNA EX DECRETO. AVGVSTAE A. MDCCCXXI. PONTE. IMPOSITO VTILITATE, POPVYLOR. FELIX,

beendige. Die Ausbeute des Repses war zwar nicht |o ergiebig wie im verwichenen Jahre, allein sie wird do<h immer für mehr als mittelmäßig gehalten. Wenn gleich der Roggen in der Quantirät nicht so viel. ein- bringt, als man gehofft hatte, so ist do< der Landmann mit der Erndte dessclden äußerst zufrieden, weil die Qualität über alle Erwartung gut ist. Der Weizen und die Wintergerste lassen eine gute Ausbeute erwarten,

7) Mit diesem Namen beehrte Maria Theresia den Fürsten Wenzel von Lichtenstein,