1825 / 246 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Auf diesen Ausfall erwiedert die Etoile vom 14. Oct, ganz furz: Das Journal des Debacs will sich aus der Art und Weise, mie der Prospectus der Auleihe von Haiti ‘verfaßt ist, eine Wasse gegen das Ministerium shinieden. Wir erfuchen das J. de. D, den Moniteur nachzulesen, in welhem die Bedingungen der Anleihe der 23 Mill. fúr den Krieg in Spauien aufgeführt )st-hn. Es wird daun finden, daß der Prospcctus der von Haiti auf die Bedingungen der Auleihe von 1823 gestelit ist.

Madrid. Die Madrider Zeitung vom 27. Sept. meldet 1) Viele Beförderungen zu geistiichen Aeme-crn, 2) die Ernennung des General - Capitains von ‘Puerto Rico Marschall Miguel de la Torre zum Generallieute- nant, 3) die an die Junsel Majorca geg:bene Eriaubniß zar Ernfuhc einer bedeutenden Menge fremden Getreides und verschiedener Gemüse unter |panischer Flagge.

Cadix, 27. Sept. Die Polizei giedbr sich alle Mühe, die Proclamation einzusammeln, welche hier seit einigen Tagen herum läuft, und deren Jnhalt bejon- ders gegen Frankreich gerichtet ist. Sie ist nicht unters- zeichnet, ader man erkeunt- die Feder der eifrigsten Apo- stoiiscben.

“Der Courier will von Barcellona 5. Oftober fol gende Nachricht erhalten haben: Zu Lerida hat man mehrere O'ficiere, als in dre Verschwörung, welche die Apostoli])chen dur< ganz Unter - Catalonien angestister hatren, verwicelt, verhastet; 2 von ihnen haben 10 voll. fommne Geständnisse gemacht, daß der Pian j»ßt ganz eurcdect 1st. Der Proceß der Verschwörer ist im Gange, sie lassen aber auf dicjenigen ihrer Mitgenossen die gröpte Schuld fallen, die si< durch die Flug;t dem Are der Gerechtigkeit entzog:n haben.

In einer im Courier vom 13. Oft. sich befinden; d.n Betrachtung über die Lage Spaniens, wird auf die Güter der Geistlichen, als das einzige Mittel, die Finanzen wieder herzustellen,hingewiesen. Man lege, jagt 2er, diesen Gütern, welche mehr als ein Drittheil des Ein- fommens des Königreiches zieven, Steuern auf, und man wird in diejen das Mittei finden, um das laufende Deficit in den. Finanz: zu de>eu,

Londou, 11. Ofrober. Die Hofzeitung meldet, daß Se. Maj. den Grafen von Ormonde Ossory zum Marquis von Ormonde,: und den Grafen von Clan: rickarde, (Schwiegersohn des Hrn. Canning) zum Mars quis- von Clanricfarde, dea General - Major Montagu Ma:nwaring zum Statthalter von St. Lucia, und den General-Major Sir Hudjon Lowe zum General Lieute- nant ernaunt haben.

Sir Henry Watifins William Wynn, Gesandter in der Schweiz, ist zum Gesandten in Dänemark er- nannt, und ging Freitag von Lonvon ab.

Gestern hatte Lord Stranyforò Ge\cháste im aus- wärtiaecn Amte,

Die Rechnung von der Quartals Staats Einnahme, welché gester bekaunt geworden, fällt abermals hôchstt glänzend, besonders was bie Zdlle betrisst, aus.

Am 29. v. M. 1 hier auf der Grundlage der Res- ciprocitát ein Handels - und Scbisstahrts- Vertrag zwi-

und die, welche eine Stempel, Abgabe von politis Pawphleten angeordnet.

‘Die Calcutta - Regierungs: Zeitungen, die bis p 6. Max hier angetommen , lassen mit Gzuud ‘vermuth da sich General Campb-:ll des festen Plaßes Dou

jelbe nun äuperst ras< gegen Prome vor. Nur Gerüchr war es in Calcutta verbreitet, daß der Kj von Ava Feiedensvor]<läge gemacht, die aber Sir! Campbell im Vertrauen auf jene Eroberung verwor habe. Er soll na den leßten Berichten |<hon nahe Prome gestanden haben, und General Morrison | Arracan aus auf dem Marsch gewesen jeyn, um si igm zu vereinigen. Nach einem Privatbriefe jeil es Absicht seyn , die See-Provinz Arracan mir unserm dischen ¡Reiche, als Sicherheit für das fünftige Benehmen Sr. Birmanischeu Maj. , zu vereinigen y ein augesehener Reichsbeamter schon zu den, vorlij dort zu tresffs-nden Ewtichtungen ernannt seyn.

Gent, 12. Oftober. Das große Unterneh den mit dem Namen des Arel\chen Gat bezeich Meeram abzuschließen, ist am 9. dieses glüctlich vollsi 2000 Men\chen uud 2530 Fahrzeuge waren - auf. Sirecfe von 600 Ellen beschä¡tizt Faschinen- und Et zu legen, um diesen Arm, der einen Theil des Fu von Terneuzen nach Gent aus:nachen soil, abzudänm

Dieses Riejenwerk ist in der Zwischenzeit von'( Fluth zur andern, nämlich in 5 Stunden geschehen, war ein herrlihes Schauspiel, deu Uuternehmer, seine Angestellten, die Jngenieure und deren Gehlh ein Heer von Arbeitern leiten und ermuthigen zu welches seiner Seits mit einer thatfräftig-n Anstren arbeitece, die n:<t genug zu loben ist. Schon stiq Fluih und ungeacht.t des mögli schnelljien Fortzy der Arbeit durste das Wasser nur noch um eindß steigen um die Linie zu überfluchen. Jun diesem |<en Augenblicke, vou dem der Erfolg des Unterneh! abhing, verdoppelte man die Aystrengungen, um vom steigenden Wasser niht den Sieg abgewi:nen lassen. Nach einem mehr als Stunden langen Kan mit dein hohen Meere, welches über die Schranke, d nan ihm vorzeichnen wollte erzürnt schien, erreicht endli den Augenbli des höchsten Wasserst1n1des/ 1 noch ragte der Damm um einen Fuß Úder das unt} Element empor. Nun erscholl ein pldblicher Freu |chrei lángs der ganzen Linie, alle Fahrzeuge flag und ein Freudenfeuer aus Kleingewehr feicrte den Li den man úber den Ozean errungen.

Schon hat der uúeue Mc:erdamm den Stoß | heftiger Fluthen ausgehalren, ohne den mindesten S den zu erleiden, obgleich die See in dieser - Jaht sehr unruhig ist; die fortgeseßten Bestrebungen, | | Damme immer mehr Festigkeit zu geben, lassen ü allen Zweifel annehmen, das Areliche Gat habe für l mer aufgehdct, dem Ozean anzugehdrea. Es wird d Art Binnen : See bilden, den die ron Gent na: neuzen bestiumten Schiffe mit aller Sicherheit d

fahren. : i Franffurt a. M., 10. Oftober. Die beiden \

sen Großbrittanien uud deu Haujestädten abgeschios- sen worden,

Die Durham- Chronicle erinnert, wie es doch so . niemand bemerft habe, daß von den, seiner Zeit so heftig discutirten se<s Parlaments - Acten (‘Ausnahine- Geseßen) von 1819, schon die dritte wit der leßten Par» laments. Secssrohi abgelaufen ist, nämlich die zur würk- samereu V:rhiuderung ausführlicher Versammlungen. Ein 6d4s glúcklihes Zeichen der, durch die Regierung so weise beförderten allgemeinen Wohlfahrt! Nur drei jener Acten sind no<h in Krafr: die zar Verhinderung von Privat ; Waffen - Einúbungen; die zur würksameren Verhinderung lästerlicher und aufrührischer- Schriften ;

tungen des Papier\yst-ems, woria si<h im gegenwär | Augenblicke der Spefkulations- Jnstinkt unjerer V männer vornemlich äußert , sind die Ess: ften der [ehl ' vielbcsprohenen Darmstädter Lotterie, Auleide- und | badischen Loose. Er har jedo dabei ganz entgegi® seßte Richtungen genommen, indem er die Bör eupis machen strebt. Um leßteren Zve> zu erreichen/ * gebildet, die seit einigen Tagen bedeutende Aufkäáust

Badischen Loosen . machen; in Opera habeù sich dieselben auch wirklich" wieder auf 645 (8

ben, Man will wissen, ein ansehnliches Bantieth!

7 Essefteu zum Kapitalwerthe von 60 pr. Stück jenem

im Apcil bemächtigt hade; denu feit April. rückte h

von jenen herabzuseßen, die von diesen aber se: igen) sich ein Verein von vier unternehmenden Spefulonl!

Folge dieser Operation

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be s<, aus höhern Rückichten, qegen jene. Li-bhaber ctindlich gemacht, - stets einen, Fond von- 500,000 fl, reit zu halten, um dur< Darlehne aegeú Verjaßz die-

terneßhmen Vorschub zu leisten. Hätte man Hinsichts r Darmstädter Effekten eia gleiches Verfahreu anwen- y wellen, |o0 wäre gewiß threm Fallen vorgebdeiat wor- n, und sie wärcn nicht auf 877, also beinahe 9 Pro, c unter dem Sudbscriptionsprei)?, innerhalb zwei Mo- ten seit Erôffnung- der Unterzeichnung, herabgejunufen ; ¿‘in der neusten Geschichte unsers Papierhandels auf: ordentliche Crscheinung, die. um so uehr Verwunde ng erregt, da fein allgemeiner oder individuell-r po icher Grund obwaltet, der diese Entwérthung her- jgesúhrt, und das Zutrauen der Staarsgläubiger ge. wácht haben fönnte. Die österreichi] <eu Metaliiques d auf 9315 heruntergegangen; Partciale auf 129.1; btbschildi<he 100Guldea - Loose von der ersten Lotterie- [ehe auf 148; Wiener Bankaktien- auf 1427, Von ed selbr:efen auf fremde Pláße bleiben London zu 148 » Hamburg zu 1447 gesucht. Der Disfonts sieht f 42 bei Ueberfluß an Bazrem, das aus Mangel an ports feinen sonderli<hen Abzug hat. Vor mehre | Tagen is der an unserer Bôrje höchst seltene Fall getreten, daß ein Papierspekulant sich geweigert hat, e aus eingegangenen Liefecungskfontrakten auf Termin ergebende Differenz von etroa 10,000 fl. dem audern ile zu bezahlen. Türkei. Die allgemeine Zeitung meldet: Triest Ofiober. Wir haben Briefe aus Corfu dis zum- 18. piewber. Jorahtn Pascha hatte endlich ‘as Junere 1 Mor a geráumt, und auf seinem Rückzuge das 1d voitends verheert. Ju den ersten Tagen des S:p bers traf er in Navarin, von wo er im Monat? i mit den glänzendsten Hossuungen aufgebrochen war, dit ein, Bald nach sczner Ankunst nahm die be- s aus dem Núckmarsche mit dem zweiten Komman- iten Hussein Bey, der ihm Verstärkungen aus Can: zugeführt hatte, ausgebrochene Mißhelligkeit, in ge deren die aus Candia gekommenen Truppen mit eigentl:chen Egyptiern sogar hanègemein geworden ren neuerdings überhand. FJdrahim Poscha und }in- Bei geriethen in heftegen Wortivechzel; Erste: seuerte eine Pistole auf Hussein Bei ab, und tôd- denselben auf der Stelle, Dieses Ereignip, (hes übereinstimmend in mehreren Briefen gemeldet d, soll auf die Truppen des Hussein Bey einen sol n Eindru> gemacht haben, daß sle unter Jbrahin Nt mehr dienen, sondern nur den aus Candia mitge: imènen Beys gehorchen wollen. Griechische Briefe, freili< wenig Glauben verdienen, wollen sogar wis; 1 daß hierauf ein N-ffe des Huss:in Bey aus Rache Jörahim Pascha meuchelmörderi\< erschoss:n habe ; f IGeint indessen noch etwas fabelhaft. Ju gewis- dâllen fônnen jedoch die zwichen den Türfen und jptiern ausgebrochenen Uneinigfkeiten, v»rbunden mit Rückzuge Jorahim Pascha’s von Tripolißa und Aufstande iu Candia, sehr vortheulhajse sür die Sa- dei Griechen werden.

vissenschaftlihe und Kunst-Nachrichten.

Der Kaiser Alexander, genau davon unterrichtet, in der taurischen Halbiniel und an der Küste des dbarzen Meeres, eini dem Siß von hundert griechl- 1 Pflar;zstätten und des Waltens einiger Regenten Wiastien, die Erde noch vie! Köstliches aus klajsischer

bârge, urid durch die gelehrten For'<ungen des Kaiser selbst dahin geschickten Staatsra:hs v. Köh- und anderer Reisenden darin b-stàckt, hat vor Kur- die Vorstellung des Géneral-Gouverncurs von.Neu-

| Reußen, des Grafen v. Woronzow, zu bestätigen geru- het, der gemáy- das Nachgraben uach Alterthúmern iu Taurien uud Bessarabien nuc unter der |Leitung sach-- verjtándiger uud dazu autorifirter Männer vorgenommen ‘werden darf, Die Regieruug seltst betreibt das Anufs- :grabeu und Untersuchen einer Reihe von Grabhügein, ‘deren es in jenen Gegeuden uo< jo viele giebt, Kertsch, ivo einst Mitzridat den E-osporus Überschritt, wird ter Centralpunft für diese Nachforshungen sein, so wie ‘Odessa für Bessarabien, das Cherfonshe Gouvernement mit embegrifssen. Der Staatsraty v. Bilarambey ist mit einem Gehalte von 3000 Rubeln, als der Dirigent für diese Nachgrabungen und fúr die zwei in Kertsch und Odessa zu errií6tenden Museen, ernannt. Wer dessen in Par:s 1822 auf eigene Kesten und dem ehe- matígen Gouverneur von Odessa, dem Herzog von Zi- <elieu, zugeciqnete Notice sur cuelques objets d’an- tiquité decouverts dans un tumulus de Panticapée, uns jeine Choix de medailles -antiques d’Olbia mi zwanzig Kupfertafeln, in eben diesem Jahre zu Paris publizirt, in die Hände befam, wird de Freude mit allen Alterthumefreunden theilen, daß gerade di:sem Manne, dessen reihe Sammlung nun wohl ein ôffent- lihes Besibthum werden dürfte, dieser ehrenvolle Anf- irag wurde, und auch darin dem Keunerblick des Mos narchen Gerechtigkeit widcrfahren lassen.

LA nd 2 Lu nd,

Nach dem Sching-meaau-che giebt es in China 1560 dem Confucius -geweihete Tempel, in weben während der Früh ings - und Herbstfeste aecpfert wer- den: Ochsen sechs, S<weine 27,000, Schefe 5800, R he 2800, Kaninchen 27,000; zuïammen 62,606 Thiere jeder Gattungz zu gleicher Zeit werden aber auch 27,600 Stúcke Seidenzeuge geopfert.

Die gewdhnlihe Begrüßungsart in Cochinchina ist, sh bis zur Erde zu verbeugen, und zwar: fünf Mal vor dem Kdöuige , vier Mal gegen die zunächst dem Monarchen stehenden Großen , drei Mal gegen Persos- nen im dritten Range , zwei Mal gegen jeden and.rn Vornehmen , und einmal gegen jeden sonstigen Beam- ten. Hinrichtungen gescheyh:n in jenem Lande gewöhns lich auf folgende Art. Der Verbrecher wird an eian Pfahl gebunden, und etn Elephant über ibn hinwegge- trieben. Hr. Gibson, ein Engländer, welcher die Birs- mansci,e Miision nach Cochinchina begleitete, und aus dessen Journal diese -B-merkungen entlehnt sind, sah 13 des Diebstahls beschulöigtre Menschen durch den Lieblingsel-phanten eines Großeu zu Tode treten. Es wurden zu Saigun möhenutlih drei bis vier solcher Unglücklichen hingerihtee. Hr. Gib'on sah eine Ues- bung der El-phanten. Sechzig dicser Thiere mußten einen Verhack anarecifen , welcher von Soldaten vectheis- digt wurde, die Raketen und Pistolen gegen die Töiere abfeuerten. Aber diese brachen durch, und verjolgten die Fiichenden, bis ibre Führer sie anh:elten. Es wurde dabei die arôßte Ordnung erhalten und alle Befehle dur<h die Tromp-te ertheilt. Diez Elephaucen houtcen je zwei und zwei das Biid eines f:uer"peienten Tizers angreifen, welcher no< von Soldaten vertheidige wurde, die mit Gewebren auf fe s<hossen. Die meisten Ele- phanten aber liefen vor dierem Schr bilde. weg und einer der Führer erhielt 20 Prúa.l, weil er sein Thier niht zum G:horsam bringen fonte. Des Gouver- neurs Lieblingselephant , welcher 87 Jahre alt war, und 25 Fzh-e lang in seinem Dieuste gewesen, machte einige Kun ststücke.

(Aus d¿m Werke: A picturesque view along the Ganges.) ¿¿Voa den beiden entgegengeseßten Seiten