1825 / 248 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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fehlshaber, Oberst de Stuers, ist von Bencoolen zurücf- gekehrt, wo er si<h uur einen Monat zur Organisation dieser Niederlassung aufgehalten hat. Er har nach den andern vormaligen Brittischen Niederlassungen: Notal, Air Bangi und Topanooly, eine Committee und Trup pen abgeschit, um dort dieselben Veränderungen, wie zu Bencoolen , bewerkstelligen zu lassen. Unsere Re- sidentschaft ist in zwei Regentschasten ‘eingetheilt ; es herrscht die vollfommenste Ruhe - und der Gesunddeits- zustand läßt nichts zu wünschen übrig, Die Küsten- \chifahrt if ie lebhaft, der Handel gedeiht und die Ausfuhren nehmen zu. Ae Zérithtllthe Verfahren wider den Vicar de Muaynck zu Gent, ist eingestellt worden, da sich in sei- nen confizcirten Papieren nichts gesebwidriges vorge- funden hat. : 10 S Pletersburg 9. October. Dur die neue Handels - Convention mit Preußen sind, hinsichtlich un- serer Zollämter an der Ostsee und in Litthauen, be- deutende Veränderungen eingetreten. Die Zollámter vou Polangen und Jurburg sind zu Zollämtern erster Klasse erhoben die bisherigen Depot-ZollAemter zu Kiew und MWilna aber ganz aufgehoben. Die Garde Odersten , Baron Tornau und Stembel, haben 4000 Dessätinen Kronuländereien zum Geschenk

erhalten. Am 1. d. wt neues Linienschis\ von

vom Stapel gelassen, : Laubenheim, 13. Oktober. Morgen beginnt hier

die Weinleese, nachdem man sich überzeugt hatte, daß die Trauben fast keiner größern Reife fähig sind, und daß ohne Gefahr eines jedr großen Verlustes, der Herbst nicht wohl länger verschoben werden fann, Jedoch ver- anlassen die hiesigen Forenjen da der Herbst wohl acht Tage dauern wird, dap an ihren vorzüglichsten Wein- bergen zulelzt gelesen wird, welches immer noch ein gro- ßer Vortheil für die Qualicät seyn dúrfte. Jebt schon über die Qualitát zu enischeideu ist nicht wohl möglich, jedoch begaupt:n Uipartheiische, der Laubenheimer 1523er werde den 1822er zwar nicht erreichen, aber den 1819er übertreffen. Künftigen Montag wird die ¡Leefe allge- mein seyn. Straßburg, 12. October. In der verflossenen Nacht drangen bei dem hiesigen Juvelier und Gold- schmidt, Herrn Siegel , hinter der neuen Kirche Nr. 9, vermittelst falscher Schlüssel und Hafen, Diebe in de): sen Haus, und erbrachen inwendig die Schränke, aus welchen sie den größten Theil der Gold- und Silber- waaren raubten, deren Werth auf mehr fals 20,000 Fr. angegeben wird. Auch sollen fi die Diebe eine Summe baaren Geldes von ungefähr 900 Fr. bemäch- tigt haben, nebst einer Briefrasche „. worin sich verschie- tene Wechsel befanden. | Oldenburg, 9. Oftober. Unsere Zeitung enthält Folgendes: ¿Die Nachricht daß Se. Durchl. der Erb- prinz durch cinen mglücklichen Fall, in Folge cines ‘usgleitens auf dem Fußboden des Zimmers, den rec<)- ten Schenkeltnochen, nahe über dem Kniegelenk gebro- chen habe, erregte am 3. d. die allgemeinste Theilnahme und bange Besorgnisse. : l) ) drei ersten Tagen nur gelinde Wundfi:ber eingestellt, und die Aerzte geben die Versicherung, - daß sich alles zu einer glücklichen Heilung anlasse. : Bremen, 16. Oftober. Der Senat hat Herrn Friedri) Richard Thorbece in Potrt-au- Prince zum Bremischen Geueral - Consul auf Hayti ernannt. Hannover, 12. Oftober, Der Direfïtor Múller hat mit einer. Schaar -Derg - und Hüttenleute aus dem

wurde von den Admiralitäts-Werften ein 84 Kanonen, genaunt Homgut,

Es haben sich jedo< in den

hanndverischen Harzgebirge, und zwar mir Bewilligy der fônigl. hanndverischen Berghauptmann\chaft, Reise von Hamburg aus nach Alvarado Ende Septq bers angetreten, um für die brittiz<he Minengesellscy die mexifanishen Bergwerke, namentlich die Silbergr ben von Valencia bei Guanaxuata, 36 Meilen nörd von der Hauptstadt, sin der Sierra Madre, mit dey her Kunst und Sorgfalt zu bearbeiten. Wir rij ihnen ein herzlihes Glück auf! zu. |

Die Karlsruher Zeitung liefert nachstehenden Y zug aus einem Schreiben des Freiherrn von Langsd faiserl. russishen Ambassadeurs und General, Konsy zu Rio - Janeiro, an seinen Vater, den großherzoz! bad. Oberhofgerichts: Kanzler Langsdorf.

Rio- Janeiro, deu 16. Juni 1325

„„Es wird Jhnen gewiß angenehm seyn zu hly daß der Kaiser von Rußland nicht nur durch ein Schreiben seiner Minister , die ih voriges Jahr erhi Höôchstseine Zufriedenheit mir bezeugte, hondern 4 von neuem auf eine ganz außerordentliche Weise n begnadigt hat. Auf verschiedene Berichte, in wil ih um fräftigere Unterstüßung zu Vollziehung der aufgetragenen neuen Expedition bat, roeil die mi stimmte Summe dazu nicht hinreicht, erhielt ich 1 eine faiserl. Ukase, in welcher Se. kaiserl. Maj. mir jährlihe Summe von: 30,000 Rubeln zur Fortjebungh ser wissenschaftlichen Expedition guädigst bestimmt, y dabei befohlen haben, dies Summe, so lange al Reise dauern wird, jedesmal voraus zu bezahlen, 1 es unmöglich ist, in weit entlegenen Distriften und} vinzen, wo feine Kommuñifkation statt finder, auf hi Zahlung zu: warten. Diese herrlichen Beweise der | sten Gnade und des Zutrauens Sr. faiserl, Maj. 1 sen nun mich aufs neue anspornen, etwas Großes Vorzúgliches zu leisten, um den gere<ten Erwartu nicht nur von Rußland, sondern auch von ganz L zu entsprechen.

Zufolge der neuen Aufträge rüste ih mi nun, Provinzen St. Paul, Goyaz, Matto Grosso 2c. zu juchen , und will in Bälde die Reise antreten, von cher is erst na< 2 Jahren werde zurückkommen t dun deine vorige Reise ist durch die Entdeckung Medizinal. Wurzel, ein unfehlbares Heilmittel in L sersuchten, gekrönt und herrlih belohnt worden, Î habe [<hon einige Pfund davon nach Berlin , Peters und England ge|[chicét, um in Hospitälern Versuche du machen zu fdunen, de>éung fúr den großmüthigen Monarchen, der l seine Unterstüßung “für die Wissenschaften , auf einl aus dem Junern vou Brasilien Heilmittel herdei}@ láßt, um der leidenden Menschheit beizustehen, Ei die Wurzel ciner Chiococea, in der hiesigen Lanl sprache Cainca genannt 2c.‘

Ködntgliche Schaus pbe l S Sonnabend, 22. Oftöber. Jm Shauspielhi! „Der ewige Jude,// dramatische- Legende in 9 Abih von A. Klingemaun. Seitenstúck zum Faust. j Souutag, 23. October. Jm Opernhause: À nand Cortez,// oder: „Die Eroberung Mexiko's,/ ® in 3 Adth. , mit Tanz. Musik von Spontini. Bi von Telle. | : : Jm Schauspielhause : „Emilia Galotti, // Tel) spiel in 5 Attheil., von Lessing. / (Herr Demmer: rinelli. i ? d E Charlottenburg: ¿„Eigne- Wahl „‘/ Lu stspi

9 Abch. , von K. Schall. Hieraus: „„Flattern® dem Franzö

Liebe ,‘‘ Lustspiel in 4 Abth. , nach

von A. v. Kurländer.

Gedruet bei Feifter und Eisersdorff.

Wie beloyuend ist nicht dies: (i

s Nedacteur I

És * Lci O E s R L V E N M CU L r B M A De va e 7 Sd Mis Pi

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\reußishe Staats - Zeitung.

N

248.

Berlin, Montag, den 24sten October 1825.

I Amtliche Nachrichten.

L061 O De T0: #4

Der bisherige Privat-Docent Dr. Moriß Nau- n in Leipzig ist zum außerordentlihen Professor er medicinis<hen Fakultät der hiesigen Königl. Uni, ât ernannt worden.

Angekommen. Seine Excellenz der wirkliche Ge.

je Rath und Ober - Prâfident der Provinz Pom-

y, Sa, von Stettin...

Der Königl. Franzüsiche außerordentliche Gesandte bevolimächtigte Minister am Kaiserlich - Russischen

, Graf de la Ferronay, und

der Königl. Französische Kabinets- Kourier Teisset, mis.

Der Kdnigl. Großbritannishe Kabinets - Kourier,

ore, von London.

Abgerei|. Det Kaiserlich - Oesterreichische wirk- Kämmerer, außerordentliche Gesandte und bevoll-

tigte Minister am Königl. Dänischen Hofe, Graf

Colloredo, nah Lübeck,

An Ernennungen enthält das Militair Wochenblatt 13. Oktober: von Borstell, General der Caval- , um Chef des 5. Kürassier Regiments, von Blan: burg, Oberst Lieut. , zum Commandeur des 4. Dra. t:-Regiments, von Nyssel IL., General-Lieut., rethen Adler: Orden- 2ter Classe mit Eichenlaub, Wrangel desgleichen ; die General, Majors von jeqraven und von Czettwilß den rothea Adler; n ôter Classe; von Below, Oberst, zum Direk; K Administration des Potsdamer Militair - Wai: uses.

l, Zeitungs - Nachrichten.

al Ano.

Paris, 16; Ofroder. Der Courier vom 14, Oft. sh über die vom Papste erlassene Excommunica- b: Bulle gegen den W. Vet, Bischof von Deventer,

) man glaubt, sagt er, in die Zeiten zurückversekt

yn, wo der Popst die Vêlfer ihres. Gehorsams ge-

ihre Fürsten entband, ‘und die Könige in das Jn-

(t seßte.

Vom 17. Oftober. Der König, der Dauphin S Dauphine sind vorgestern hier wieder einge-

Die Minister, der päpsilihe Nuntius, der spani» sche und neapolitanishe Gesandte, die Marschälle, der Práfect der Seine und eine große Anzahl von Generale sind beim König zur Cour gelassen worden, Hierauf hat der Könige beim Ministerrathe präsidirt, dem der Dauphin beigewohnt hat. s

Der Prinz Carignan ist plôblih auf seinem Gute bei Paris gestorben.

És scheint uns nüßli<h , sagt die Etoile, in einen Augenbli>, wo alles, was den Credit des Landes \cha- den fann, ohne Schonung unter die Augen des Publíés kums gebracht wird, folgende Zusammenstellung zur dfs senilichen Kenntniß zu bringen.

Im April 1824, Zeitraum der Vorzeigung des er- sten Entwurfs des Gesebßes der Verwandlung der 5ptigen Papiere in 3ptige, standen die 3ptigen englischen 967 Fr., (pr hôchster Cours im leßten September - war nur 987 Fr., eine Differenz von 8 Fr. weniger.

Im Januar 1825, in dem der zweite Entwurf des Geseßes Über die Umwandlung der Sptigen, in 4z2p., oder in Îptige zu 75 Fr. vorgelegt wurden, stauden die 3ptigen englischen Papiere zu 947; ihr höchster Stand am Ende des Septeinbers war 887, die Differenz war aljo 57 weniger.

Diese Zutiammenstellungen werden unbezweifelt dazu

dienen, den Unterschied der Renten zwischen den gegenwär- tigen Stande der 3ptigen und des festgeseßten Preises s[Úr die Umwandlung, naturgemäßer darzustellen, als es die Zerstôrer unseres Credits thun wollen. Sie beweisen, daß der Stand der öffentlichen Ef- fecten weniger heruntergegangen ist, als bei unsfern Nachbaren, und sie geben die Ueberzeugung, daß er sich in Franfreich wenigstens in eben dem Verhältniß und wit derjelben Leichtigkeit, wie in England, heben wird, obald nur die finanziellen Verlegenheiten , welche Lons don jeßt empfindet, gehoben sein werden.

Ein Journal, sagt die Etoile ferner, führt als eine große Ursache des Mißkredits und des Fallens der Pa- piere die Nothwendigkeit an, in der s{< die Stadt Pa- ris befindet, den 23sten dieses Monats 8 Millionen auf die 46, welhe die Bank auf TITnscriptions Certificate vorgeshossen hat, zurückzuzahlen. Wir tônnen als gewiß versichern, daß den 13ten dieses Mo nats Paris der Bank nur noch 26,496,000 Fr. schuldig war. Es sind also, statt das Fálligseyn der 8 Millionen abzuwarten , schon voraus 20 Millionen zurückgezablt wors- den, Hieraus kann das Publikum die Glaubwüärdigkeit dieses Journals , und den Grad von Vertrauen, wel» ches man seinen Nachforschungen schenken muß, ade messen.