1825 / 256 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Lis 7) ‘ais t:

Uebernahme der Haitischen Anleihe gemeldet. Die 1ste besteht aus den Hrn, André und Cottier H: LE febre, Maller frères und Pillet - Will; die 2te aus dem Hrn, Delessert und Comp. und Casimir Perrier. Dieje leßtern haben sih genöthigt gesehn, (wegen der großen Theilnahme, die angenommenen Unterzeichuungen um ein Drittel zu vermindern. Man spricht noh von eluer Zten Geselliha\t, die des Hrn. J. Lafirte Ardoin Hubbard, Gebrüder Rothschild, Pararey'u. Comp., Blane, Collin u. Comp., Jonas Hagerman und der General Ein- nehmer, welche den einge\<lagenen Weg der geheimeu An- gebote nicht gebilligt haben, sondern der größten Oefs- fentlihfeit wünschen soll. Sie soll daher nur dann zur Mitbietung auf die Uebernahme der Anleihe sich erbo- ten haben, wenn der Verkauf der Anleihe dur< öffent: lihe Versteigerung geschieht, wogegen sie vorschlägt, daß-sih die Bretenden für das Minimum, zu welchem die Haitische Regierung nur die Anlethe machen will, zu gemäpigten Bedingungen verbürgen jollen.

München, 24. Oktober. Das gestern erschienene Regierungs- und Jntelligenz-Blatt enthält nachstehendes Regierungs Antritts-Verkündungs-Patent Sr. Majestät des Königs Ludwig von Bayern. _ Wir Ludwig, von Gottes Gnaden, König von Bayern. Entbiethen Männiglih Uusern Gëuß und fôniglihe Gnade zuror.

Nachdem der allmächtige Gott nach seinem uner- forshlihen Rach und Willen den allerdurhlauä tigsten, großmáchtigsten König und Herrn, Maximilian Joseph, König von Bayern, Unseres vielgeliebten und hochver- ehrtesten Hern Vaters fdnigliche Majestät, aus dieser Zeitlichkeit abgefordert hat, und durch diesen hohen To desfall das Körigreich Bayern in der Gesammtvereini- gung aller seiner áltern und neuern Gebietetheile nah den Bestimmungen der Verfassungs - Urkunde auf den Grund der Staats, und Haus: Verträge Uns als näch- sten Stammtjolger nah dem Rechte der Eistgeburt und der agnatisch-linealen Erbfolge angefallen ist und Wir davon vollständigen Besiß ergriffen und die Regterung des Königreichs anaeireten haben ;

Als wollen Wir Uns zu sämmtlihen Ständen, Bürgern und Unrerchanen in den Städten und auf dem Lande, auch allen Bedientteten und üderhaupt allen Unserer Erb Lande Angehödrigen, welchen ‘Standes,; Würde und Wesens sle immer sein mögen, gnädigst ver- sehen, daß Sie Uns von nun an für ihren rehimäßigen und einzigen Landesherrn so willig als pflihtmäßig ers fenen, Uns unverbrüchlihe Treue und umveigerlichen G-horsam leisten, scfort in allen Stücken si, wie es pflichtbewußten Unterthanen gegen ihre von Gott ver- ordnete Landes Hercschast und Obrigkcit geehrt, gegen Uns bezeigen werden. i

Wir geben denselben dageger zu erkennen, daß Wir den im Titel X. 6g. 1. der Verfassungs-Urkunde enthal- tenen Eid bereits abgelegt haben.

Damit aber durch diesen Todesfall der Gang der Regierungs und Justizaeschäfte nicht unterbrochen werde, oder zum Sch1den des gemeinen We!ens einiger Aufent- halt entstehe, so ist Unser Befehl, daß sämmtlt<he Kol- legien und Behörden im ganzen Königreiche ihre Ver- richtungen provi'orish und bis auf Unsere nähere Be- stimmung gebühreud und nach ihren aufhabenden Amcts- pflichten fortsesen, die amilihen Ausfertigungen von nun an unter Unserem Namen und Titel, wo solches vorgeschrieben “ift, erlassen, bei der Siegelung aber sich der bisherigen Siegel so lange, bis Jynen die neu zu verfertigenden werden zugestellt werden, bedienen sollen.

Wir wellen alle Bedienstete an den von Jhuen ge- leisteten Verfassungs- uud Dienst-Eid besonders. erinnert haben, und versehen Uns gnädigst, Unsere gesammten Stände, Uncèrthanen und Diener werden dieser ersten

vou Uns als ihrem angetornen rechtmäßigen Landes-.

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herrn an sle gerihteten Aufforderung sih treu gehorsan fügen, wogegen Wir Jhnen mit königlicher Huld y; Gnade wohl beigethan verbleiben, s

Gegeben in Unserer Haupte und Residenz-Sty4 München, den drei und zwanzigsten Oktober achtzeh hundert fünf uad zwanzig.

Ludwig. Graf v. Thürheim. Auf königl. Allerhöchsten Befehl, der General-Sekriti At. 9. MODEil,

Gmünd. Seine Majestät der Köuig würdigt die hiesige Taubstummen- und Blindenanjtalt am | d. M. etnes allergnädigsten Besucs. Die sämmtli 31 Zöglinge wurden Allerhöôchstdenselben von dem j; Visitation der Anstalt gerade . anwesenden Oberhofy diger, Prálaten v. d’Autel, vorgestelle. Bei der hi auf ‘vorgenommenen Prüfung zeigten sich erfreuli Früchte des Unterrichts, welchen die meisten Zöglin erst seit 2 Jahren genießen. Seine Majestät wohn der Prüfnng mit der menschenfreundlich sten Theilnah bei, und erfundigten sih na< allen Cinzelheiten | Unterrichts. - Besonders zog die bei dem Taubstumm Unterricht neu eingeführte Methode Allerhöch stdersel! prüfende Aufmerksamkeit auf sih, und Lehrec und Z| linge durften sih der herablassendsten Huld erfreuen,

Karlsruhe, 25. Oktober. . Se. Königl. Hoh der Großberzog haben dem Großherzoglichen Kamm herrn, Geheimenrath Grafen von Benzel-Sternau, | Kommandeurfkfreuz des Zähringer Löwen -Ordens zu y leihen geruhte,

Jhre Hoheiten der Herr Markgraf und die F Markgräfin Leopold sind mit Höchstihren Kindern geste in bestem Wohl'ein, von dem Sommeraufeuthalte a Baden zurückgekommen. :

Madrid, 13. Oct. Es schcint, daß das erwart Dekret der Amnestie, und das der Aufhebung der poli schen Reinigung, morgen an dem Geburtstage des ÿ nigs micht publicirt wird, und daß man sich damit gnügen werde, dem Fuspecteur sämmtlicher Waff gattungen die Erlaubmß zu ertheilen, Ojficiere v Seconde-Lieutenant an, bis zum Hauptmann inclusiy e vorhergegangene politische Reinigung anstellen dürfen.

Man vermuthet, daß der General- Capitain ( seine Stelle verlieren wárde, da der Kriegsminis Klagen gegen ihn geführt hat.

Das Regiment Garde - Kürassier, welches in | Umgegeud von Madrid in Cantonnement gelegen h rúcke sogleich als Garnison näa< Madrid.

Vorgestern hielt der Kriegsminister Revúe úber d

Regiment, und ließ-es mahñdvriren. _ Die Berathungs- Junta bés<häftigt sich in dies Augenbli> mit dem Reglement ihrer innern Einricht gen z chon ist sie bis zum 26. Artikel. Es entstand ei Dickujsioa Úber den Artikel der Verantwortlichkeit | Meinungen betr. ffend. Die Mehrzahl der Mitglie behauptete hierbei, daß dieser’ Artikel überflüssig fet, die Junta unmittelbar dem Köaige ihre B-1{hüsse u Berachungen vorlege, und Sr. Majestät, selbst di ihre Ernennung, sie aufgefordert habe, 1rei iyre M nung anzujagenu. S

Mannheim, 23. Oktober. Es verdient als außerordentliche Natur - Erscheinung bemerkt zu werd daß ter Nhein seit 48 Stunden hier um volle 9 S! angeshwollen ist, uyd jet 3 Schuh über Mittelwass steht. Ais Urjache giebr man ein s{<nelles Austrel des Bodensee's an. Auch der Neckar is indessen ded tend gestiegen. Jn wieferu ein seit mehrern Tagen b obachtetes ungewöhnlih-s Fallen der Barometer dam in Verbindung stehe, muß nur “die uäd ste Folgez! lehren: Nach Nacl,richten vom 26. Oftober ifi d Nyein wiecer bedeutend gefallen. !

nische Seeräuber haben

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Rom, 15. Oktober. Wir können jeßt aus authen- tischer Quelle die Versicherung geben, daß der heilige Vater wirkli<h in der Besserung is. Seine Genesung gehr so schnell von statten, daß er selbst geäußert haben soll, wie er glaube, no< die leßten Tage der schönen Fahrszeit auf dem Lande zubringen zu können. Seine

I Heilung trägt den Charakter des Wunderba:en an sich, denn er ist diesmal fránfer und der Blutverlust ohne

allen Vergleich beträchtlicher gewesen, als je vorher. Er at in diejen Tagen sämmtliche hier anwesende Bischöfe zum Fußkuß gelassen.

Unter die neuesten Tagesereignisse gehört die Arre- station des berüchtigten Gasbarrone und seiner Genofs- sen. Jebt haben sich von dem, nicht zur Haft gebrach-

ten Ueberreste der Bande abermals so viele auf Dis-

fretion ergeben, daß von den achtundzwanzig Mitglie- dern derselben nur noch drei auf flúchtigem Fuße sind.

Die Regierung \<.int wihtige Gründe zu haben, gegen die hiesigen Juden jeßt strenger, als je, zu ver- fahren Nicht allein ist die schärfste Verordnung ergan- gen, sie und ihre Boutikeu, sowol hier, als überall in den Provinzen, von neuem in ihr Viertel (Ghetto) ein- puschließen , woraus es in den vorigen Zeiten einigen Reichen gelungen war, herauszugehn, sondern sie sollen uh wieder gehalten sein, das gewöhnliche Abzeichen die Männer ein gelbes Futteral über dem obern Theile des Huts, und die Frauen eia gelbes Band an der Brust) zu tragen.

Der Architekt Ferrari hat dem heiligen Stuhle den lan zu einem Kanale vorgelegt, welcher das adriati- he Meer mit dem _ mittelländischen verbinden joll, es ist aber über desscu Aueführung no< nichts bestimmt orden.

| Ju Faenza, dem Hauptsike der sogenanten Carbo- ari, sind Unruhen vorgefallen und Schüsse auf einige der Regierung ergebene Personen geshehen; tripolita: je<hs fleine rômishe Schifse veggenommen; der Prozeß der sogenannten Targhini- <en Verschwörung ist , heißt es, seinem Ende nahe, nd endlich hat man den befannten, um mt zu sagen, derúchtigteu griehishen Abgeordneten Chiefala oder Kai: ala (er jelbst schreibt seinen Namen auf beide Arten) zus den rômischen Staaten „verwiesen. Der Hergang einer, hier und im Auslande so viel besprochenen Sache, ist buchstäblih folgender. Chiefala , mit Em- fehlungen an Monsignor Barberini nah Rom gefom- en, ward von diesem ‘dem Kardinal Pacca vorgestellt, elcher leßterer es übernahm, dem heiligen Vater das pon ihm abgefaßte Memorial zu Überreichen. Jn diesem var, wie bckannt, Mamens der griechischen Regierung er Wunsch ausgedrückt, die grie Hishe Kitche mit der ateinishen vereinigt, und Se. Heiligkeit als Fürspre- her für die griehis{<he Sache bei den übrigen eucopäi, hen Mächten öffentlich auftreten zu sehen. Chiefala thielt wirfli<h eine Audienz beim Papste. Während edoch die Regierung, durch die vorjährige mißlungene Sendung des Mousignor Klur nach Alexandrien besorgt jemachr , Über ihn und seinen Pian sich ‘nähere Auf- <lús}se zu verschaffen suchte, gingen Privatc- und öôf, entliche Nachrichten (leßtere besonders aus ien franzdó- fischen Zeitungen) ein, welche den heiligen Vater bcwo0o- zen, Chiefala’n alle ferueren desfallsigen-Shritte unter- fagen zu lassen. Kurz darauf echie!t sogar der Kardi- tal Pacca den Auftrag, ihn- zur Ráumung der Stadt nd des päpstlichen G bietes anzuhalterì. So eben erscheint hier Gasbarrone’s Bild in Scein*

rud>.

__— Seine päpstliche Heiligkeit haben, mittelst igenhöndigen Schreidens vom 18, Sepr. an den Kar- inal Staatssefretár dell» Scmmaglia, Prôsidenten der pezial:Kommis|sion zum Wiederaufbau der St. Pauls-

Mithe, die hauptsächlichsten Anordnungen, Behufs der ;

Ausführung dieses Werkes: erlassen, und zu den jährli- hen Ausgaben für den Bau sind mindestens 50,000 Scudi bestimmt worden.

Stucetgart, 7. Oct. Der diesjährige Ertrag von Ríißlings-Most, aus dem Versuchs Weinberae zu Unter- Türkheim, ist um 130 fl. dem Würtemberg’ hen Cimer nach verkauft worden.

Wien, 24. October. Die neue Kettenbrücke úber den Wiener-Donau- Kanal, welche den Prater mit den an diejem Kanale gelegenen Vorstädten verbindet, wurde am 4. Oftober d. J., dem Namensfeste Sr. K. K. Ma/ jestär, zum Gebrauche geöffnet.

Plan und Ausjáhrung verdankt man dem nied. diterr. Wasserbau - Director, Ritter v. Kudriaffsky,

Diese Brücke erhielt den Namen „„Sophienbrüce.// Sie ist von Stús6 - oder Aufhänzepunkr zu Aufhänges punft 240 Wiener Fuß lang. Die vier Tragketten, je zwei unter einander an den beiden. Seiten der Brücke, bestehen aus 16 Stangen zu zwei Quadratzoll , welche somic zusammen 32 Quadratzoll Eisen im Querschnitte halten, seufen sih von den Stüßpunfkften bis in die Mitte um 18 Fuß herab, und die horizontale, im Lichten der Geläuder 12 Fuß breite Brückenbahn, ijt mittelst 90 vers tifaler, zusammen 62 Quadratzoll Eisen im Querschnitt haltender Tragstangen, welche von der Mitte der Brücke gegen die Ufer verhältnißmäßig länger und länger wer- den, befestiget.

Am 25. Oftober war zu Wien der Mittelpreis der Staatsschuld - Verschreibungen zu 5 pCt. in CM. 942; Darl. mit Verioos. v. J. 1820, für 100 fl in CM. —;

detto detto v. J. 1821, für 100 fl in CM. 130;

Wiener Stadt - Banco: Obligat. zu 25 pCt in CM. 95353 Conveut.- Múnze pCt. Bank-Actien pr. Stück 12195 in C. M.

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Düsseldorf. Die Fabrifen haben im Allgemeinen hinreichende Beschäftigung, nur leiden einige, vorzüglich die CEisen- und Tuct fabrifen, so wie die Färbereien und Bleichereien, sehr dur<h den großen Wassermangel. Dies Eijenhaniniet des Kreises Lennep sind aus diejem Grunde seit dem Monac Mai fast gar ni<ht im Betrieb gewe- jen, Der Kohlenhandel in dem Kreise Duisburg hät eoeufalls dur den niedern Wasserstand merklich gelitten, Der Becrieb der Solinger Fabriken ist befriedigend, insbejondere fiuden Scheeren, vorzüglich die feinen- und Luxus-Sorten, häufigen Adjaß, und kleine Küchenmesser imic aujgenagelten Hesten und andere Arten, welche bisher |<wer zu shmieden waren und jeßt mittelst Eiujägens der Klinge in eine Spalte der erglüheten Metcallmasse an leßtern aufzetrieben werden, wurden zu mehreren tausend Dußb:nden bestellt, weil dur) diejen Mechauismus die Messer viel solider a!s früher geliefert werden kdunen. Der Auféauf der Rusfkuchen ist noch immer bedeutend, in N-uß allein siad im Laufe des Monats September ¿erea wieder 70,000 Siück vertaufe worden. Anfangs stieg dadurch der Preis zu 27 Thlr. 20 Sgr. 9 Pf-. fúr 1000 Stück, derjelbe id äber jet wieder auf 23 Tolr. 2 Sgr. 4 Pie. zuruücgewichen, bleibt indesscu immer noch beinahe um die Hälfte höher als der frühere.

Koblenz. Auf der Frankfurter Messe sind in Les der ; besonders Sohlleder, von unjeren Fabrikanten gute Geschäite gemachr worden. Wille wird statk einge¡ührk. Die vor noch nichr langer Zert zu Bacharach etablirte Saffian- und Z-ugleder- Fabrik von Michel et Dennin: ger hat guten Fortgang, und deschästizt bereits 27 Mens sen. Aus dem Kreise Kreuznach sind bedeutende Quan citáten von Leder nach den älteren Provinzen des Preuß-