1825 / 280 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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rungen ihre Politik auf die Legitimität. _ Spanien war dariais von Parteien beunruhigt, der Kduig hob die Konstitution auf und gab das berühmte Defret von Valenzia vom 4. Mai 1814, durch welches ër die Cortes zu versammelu und in ihre Mitte die Deputirten von Amerika zu berufen ver\prach. Ohne daß man- im min- desten Über das spanishe Gouvernement urtheilen will, wtrd es erlaubt sein, indem man nux Thatsachen an- führt, zu sagen, daß dieses Versprechen nicht realisirt werden fonnte. Der Einfall der Portugiesen am dstlichen Ufer des Platäflusscs vollendete die jÜdameri- faniiche Revolution. Die Revolution von 1820 brach nun in Spanien aus, die Verhältaisse von Ame- rifka beschäftigten die Cortes - und einige europái'che Deputirten s<lugen damals vor, zwischen dem spani; hen Amerika und dem Mutterland eine sôdérative Monar chie zu errihteu. Aber schon war die Expedition Mo- rillos verunglücft, dieser General war, nachdem er mit Bolivar einen Waffenstillstand geschlossen , ua<h Europa zurückgefehrt. Ales dies erhob den Stolz und die Hoffnungen der Jusurgenten. Jeßt wurde O Donoju als Vicekônig nah Mexico gejendet, er \<loßþ mit Jturbide den Traftat von Jguala, welcher einen Sou verain aus der fdniglich - spanischen Familie verlangte. Der Traktat wurde in Madrid nicht ratificirt , und Fturbide sekte sih nun selbst auf den Thron von

N exico. Die Unabhängigkeit mehrerer bestehenden Regierungen wurden nun von den vereinigten Staaten im Jahr 1822 anerfannt. Ferdinand der 7te erhielt 1823 seine souveraine Gewalt wicder und die fo häu: figen nicht oberflächlichen, sondern radifalen Ummwölzun- gen in den Fundamental-Geseßen der Monarchie, haden den Geist des Aufruhrs in der Neuen Welt nähren mússen. England hatte während dem zu verschiedenen Ma- len dem Kabinet zu Madrid bekannt gemacht, daß seiù Interesse es bald zur Anerkennung der Unabhängigkeit Süûd- Amerikas nôthigen werde. Endlich am Anfang dieses Jahres hat es sein Projeft auf einer officiellen

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Weise ausgeführt, und Traktate mit mehreren südameri

fanishen Staaten unterzeichnet, jedoch ist der Friede, wie Hr. Canning im Parlament voraus sagte, dadurch nicht ge- stört worden. Kürzlich hatCharles Stuart, nachdem er früher in Lissabon gewesen, sich na< Brasilien begeben, unddie Unabhängigkeit dieses Reichs ist von dem Mutterlanv anerkannt worden. Frankreich hat die Unabhängig- feit des französishen Antheils von St. Domingo aner: kannt , und läßt die Schiffe der südamerikani]<h2en Pro- vinzen in seine Häfen eiu. Dies ist der kurze J1- halt dex Begebenheiten, die nach und nach bei der gro- ßen Catastrophe der neuen Welt statt gefunden haben. Man muß von diesen Wayrheiten ausgehen und nach ihnen handeln ; anders zu deúifen wäre Jrthum. Nicht die gesellschaftlichen Verhältnisse, nicht die Gou- vernements, nicht die Interessen sind mehr die ehemaligen. Spanien muß si< ernsthaft mit dieser Angelegeuheit beshäftigen, da es fast von allen Seiten auf seine eigene Mittel allein zurückgeführt ist. Zun entsteht die Fráge: Werdet die europäishen Mächte, bewaffnet, Spanien zux Eroberung von Amerika unterstüßen? Hat Spanien friegerische Mittel zu Wasser und zu Land, um diese riesenhaste Unternehmung allein auszu- führen? Das ist sehr zweifelhaft, wo nicht unmöglich. Können neue Revolutionen die Anerkennung des Mukt- terlandes herbeiführen? Entstehen Unruhen in jenen Provinzen, so entstehen sie wahrscheinli<h nur, um Pri- vateinfluß oder die Macht ini “Händen zu bekommen, ni<t aber um in den ehemaligen Zustand der Dinge zurückzukehren. Auch werden diese Bewegungen .nie all- gêmein in dem ganzen Umfang von Súd - Amerifa, sondern immer nur theilweise, statt finden fônnen, wit hin nie zu einem allgemeinen Resultate führen. Die Sache ist für Spanien national, für die übrigen eur0-

päischen Mächte politish und commerciell. Diejeni Máchtre, bie fein direftes und bestimmtes Interesse] Amerika fnüúpfr, werden diese Verhältnisse nur politi betrachten, und werden di jenigen sein, die sich

lezten entscheiden; die, welche mit diesen Staatey Handelsverdbindungen stehen, werden cinen and:rn Y einschlagen. Endlich kann diese Revolution nicht 1 der von Neapel uñd Piemont, selbst nicht mit der

Griechenland verg!ichen werden. Und welche Stay sind es, deren Jnteresse das commercielle Princip voih ¡ichen lassen muß? die Vereinigten Staaten jens des atlantishen Meeres, Portugall, England und Fry reich in Europa. Môge doch das Gouvernelticu | Haldinsel seine Stellung zu diesen Mächten berü] tigen, wenn es auch nur in Hinsicht der europàäist wáre, und cs wird die Nothwendigkeit einsehen, i Politif anzunehmen, welche sih mit dem Jauteresse | ser Máchte vereinigen läßt, Welches sind nun dieß gen der jeßigen Situation Spaniens ? die Gefahr es fúr Cuba und setne no< übrigen Besißungen li die seinem Handel drückenden Maaßreg-ln der ameri \hen Regierungen, die Vermehrung der Korjaren, dit Cadix, Ferrol und anu den Küsten des mittelländis Meeres kreuzen, die zweideutigen Verhältnisse des Y crider Kadinets mit den andern Kabinettern Eur und endlih eine traurige beflagunaswerthe Zufuil Di s sind die unglücklichen Verhältnisse, nur zu m und zu bekannt: J-dem man siz berührt, will ww u der die spanische Regierung, indem was sie gu hámisch beurtheilen, noch sie sür die Zukunft entmü gen. Was bleibt nan Spanien zu thun üb l) Dem jebigen precairen Zustand der Dinge zu Laj und von der Zeit Begebenheiten zu erwarten, die. der Wiedererlangung seiner Staaten verhelfen f 2) Von neuem ihre Eroberung versuchen. 3) Die abhängigkeit der súdamerikani\<hen Staaten at: erfell 4) Oder si< nur auf die Anerkehnung einiger ihnen zu beshränfen. Was das erste betrifst, fo fi es môgli<h sein, wenn England und die vereini Staaten die Unabhängigkeit nicht schon änerfi _zátten. Das zweite Mittel ist shwer und fast un fúßrbar. Das dritte, außerdem daß es sehr mißlih ist einer Menge von Berechnungen über die Art

die Zeit, und über die eignen Verhältnisse mit den p hen Grundsäßen der verschiedenen Regierungen Ul! worfen. Das vierte ist ungereimt, indem man die Ui hängigfeit eines Staates anerfennt, so stellt man durd! Ausnahme selb, ein Prinzip auf, es ging dann j aus hervor, daß die spanishe Regierung ihren Nuß nicht ihre Rechte zu Rath g-zogen hätte. ‘Uebri erfennen und ehren wir das Recht Ferdinand des ! Die Einwilligung dieses Souverains ist die Hauptsi in dieser Angelegenheit, besonders sür die Amerik \-{bst|, Eine Bewilligung von Sr. Katholischen A stät, von welcher Art sie auch sein möchte, ist ihne! Hinsicht der Festigkeit und Dauer ißrer politischen® tenz vortheilhafter, als die Anerkennung aller übri Mächte. Wir werden in einem audern Artikel | Mittel zeigen, dur< welhe Spanien sxin Jauteresse! dem Juteresse von Amerifa und Europa verein fann.

London, 18. November. Jahren erbot sich eine [chafr, der Stadt Paris Wasser auf dieselbe Weise! die hydraulische Gesellschaft in billigen Bedingungen zu schaffen. Jhr Agent und \ genieur war jener fähige und berühnte Brunel - (d ein Franzose und in England wohl bekannt und <äßt, durch eine bewunderuswerthe, mouth vollendete, Maschine, durch

die Sägemühlen

„Vor etwa sieben, Englische Capitalisten - Gil

London und unter |

von ihm in Po

Chatham und den Weg unter der Themse durch, ' l je6e in Arbeit ist, Die Franz. Regierung nahm

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H, sehr achtungsvoll und herzlich auf; die große Wich- igfeit und einteuhtende Nüblichkeit der vorgeshlage- en Wasserwerke ward vôllig eingejehen, all.in ihm ffenherzig angezeigt, daß fein Franz. Minister die Un- ernehmutig gutheißen werde, wenn die eisernen Rdh- en aus England eingeführt werden müßten. Hr. B. ellte vor, daß die Franz. Schmieden faum zu den fklei- ¿n Vertheilungsröhr:n Rath sassen fönnten und daß, enn nicht weuigstens die Haupt- Eisenwerke aus Eng- and vershrieben würden die Ausführung unmöglich ei, Auch unterblieb sie.‘ ]

_Hr.. Brougham ist aufs neue zum Recror der Uni- versität Glasgow gewählt worden.

Aus Gibraltar wird . vom 31sten v. M. gemeldet, daß große Frage nach Korn fár die Barbarischen Staa- n war und Spanien ebenfalls vor der fünftigen rndte großer Einfuhren bedürsen werde. Cours 51 d,

Madras, 16. Juli. . Der Krieg in Ava scheint «< den neuesten und zuverlässigsten Nachrichten so weit n seinem Ziel zu seyn, als er heute vor einem Fahre ar. Sir A. Campbell ist mit der Hauptmachr în ))rome und die Regenzeit ist mit ihrer vollen Gewalt ingetreten und die Truppen fránfeln. Die großen osten dieses Krieges haben die Regierungs »- Kassen dei- ahe ershópfr und es wird, fürchten wir, wenn derselbe ortdauert, eine neue Anleihe erôssnet werden müssen. Bielleicht aus dieser Erwartung, so wie dur<h Nach: ihten vom Londoner Markte, hat der Cours in Cal- utta, und ein wenig auch hier, eine günstige Wendung enommen, : i

Copenhagen, 22. Nov. Se. Majestát der König ben den Deputirten der Schleswig- Holstein - Lauen; urgischen Kanzlei, Freiherrn v. Pechlin, an die Stelle es verstorbenen Grafen v. Eyden , zu ihrem Gejandten dim Deutschen Bundestage zu Franffurt ernannt.

Vir haben Berichte aus Jsland bis zum S. ptember. Der Soinmer war naßfalt, und das Grönländische Tre1b- s hatte zum Theil schon im Frühjahr die nordwestliche üste umgeben. Jun dem Süderlande hat die nelle bwechselung der Temperatur viele Krankheiten veran t. Sowohl Fischfang als Heu - Erudte ist im All- emeinen mittelmäßig ausgefallen. Nach der lebten ihrlihen Zählung beträgt die. Einwohnerzahl auf der anzen Junjel über 50,000. _Stohol4n, 15, Nov. Dieser Tage hat si< hier nt Gesellschaft zur Bearbeitung der reichen Kobalt jruben bei Asfersund gebildet. Sie zählt 140 Actien, de zu 1800 Rthlr. Bco.

Cours auf Hamburg 123 Schill.

München, 24. Nov. Einer unterm 18, Nov. er- ssenen fönigl. baierishen Verordnung und Instruktion \r den fônigl. Staaterath zufolge, besteht diese oberste tathende Stelle, in und mit welcher der König die ihtigsten Angelegenheiten der Krone und Seines Vol- ¿in Berathung nimmt, unter der unmitteldaren ober- in Leitung Sr. Majestät, aus dem Kronprinzen, so ild dieser die Volljährigkeit erreiht, aus den in der ‘sidenz anwesenden nachgeborneh volljährigen Prinzen s fônigl, Hauses in der direkten Lin.e,- so oft der dnig für gute findet, diese in denjelben zu berufen, s den aftiven Ministern, denen Portefeuilles zuge- eilt sind, und dem Feldmarschall; aus sechs vom Kö- ge ernannten Staatsräthen unter welcher Zahl auch inister ohne Portefeuilles begriffen seyn fônnen, aus em Generalsefretär und aus dem für die Expedition, Ms Sekretariat, die Registratur und die Kanzlei er- tderlichen Personal. Folgendes ist der Personal-Status s fônigl. Staatsraths nach obiger allerhôchster Bestim- ung: Se. Majestät der König, Se. königl. Hoheit r Prinz Karl; die königl. Minister: der Hr. Feld- arschall Fürst v. Wrede, der Hr. Staatsminister des nern Sraf v, Thürheim, der Hr. Staatsminister der

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Brauder und ein Dampfboot mit 3

Justiz Freiherr v. Zentner, der Hr. Staatéminister der Armee Maillor de la Treille; die fônigl. Staatsräthe im ordentlichen Dienste: Hr. v. Schilcher , Hr. v. Neus- maier, Hr. Graf v. Leyden, Hr. v. Suttner/ Hr. v- Stürmer, Hr. v, Kuoppz Hr. E. v. Kobell, General- jekretár. Se. Maj. haben ferner geruht, die aus der Reche der wirklichen Staatsräthe im ordentlichen Dienste aus-/ und in cie temporáre Quizeszenz tretenden HH. Freiherrn v. Colonge, Graf v. Preysing, Freiherr v. Seckendorf, Freiherr von der Becke, v. Ritter und v. Koch zu wirklichen Staateráthen im außerordentlichen Dienste zu ernennen. Endlich haben Se. Maj. beschlos sen, die bestehende Staatsraths - Kommission für die ge- mischten Rechtegegenstände mit Ende des Monats De- cember d. J. in der Arc auszulôsen, daß di:selbe bis zu diesem Zeitpunkte diejenigen Gegenstände erledige , welche ihr noch zugetheilt sind, sodann aber am Schlusse des laufenden Jahres sämmtliche Aften an die Registratur des Staatsraths abgebe.

Würzburg, 195. Nov. Nach einem allerhöchsten Befehle, die militärischen Wachrposten möglichst zu be- schränfen, sind in hiesiger Stadt 14, vor mehrêren ôf- Een Gebäuden gestandene, Milirärposten eingezogen worden.

Regensburg, 8. Nov. Se. Königl. Majestät hab-n Sich (unterm 5. d. M.) allergnädiast bewogen gefunden, die Wiederherstellung der (leit Einem Jahr aufgehobenen) theologiihen Lyceat- Seftion zu Amberg zu dewilligen. Sie wird demnach in Amberg nächstens feierlih eróffnet werden.

Hannover, 25 Nov. Jn den nächsten Wochen werden neue, auf Ricmen ruhende, bequeme Postfkut- schen nacheinander auf den Coursen von hier nach Har- burg über Soltau, auch über Lüneburg, von hier nach Bremen, nach Ges!ar und nach Braunschweig eingeführt.

_ Rom, 5. Nov. Der Herzog von Blaças wird in einigen Tagen von hier nach Neapel abreisen, um dort seinen Gesandschaftsposten anzutreten, _ Rom, 7: Nov. Die Mitglieder der Gasbarrones hen Bande, sämmtlich in der Engelsburg eingesperrt, siben jeßt eiuzeln, und werden auch einzeln veryört, nicht um ihre eigenen Verbrechen , úber welche kein Zweifel herrscht, sondern ihre Verzweigungen im Lande, bejonders in den ‘Provinzen Marittima und Campagna, wo ein großer Theil von ihnen häuslih angesessen ist und seine Anverwandten hat kennen zu lernen. Es siad vollgúltige Gründe da, zu vermuthen, daß feiner mit dem Tode wird bestraft werden. Die Polizei hat verboten, das Bild Gasbarron’s dffentlich auszubängen. Ju diesen Tagen hat die Vergrößerung des Juden- viertels dur< Hinzufügung zweier Gäßchen wirklich statt gefunden; auch die übrigen gegen sie getrofsenen Maaßregeln werden, heißt es, in diesen Tagen in Aus- úbung gebracht werden, i

Genua, 12. Nov. Der König und die Königin sind den 6. in hiesiger Stadt angefommen. Die ver- wittwete Königin Marie Theresia ist gleichfalls hieher zurückgekehrt.

Der Griechen. Verein zu Genua hat dur< Sub- scription 30,000 Fr. erhalten. Er hat mit diesem Gelde 1000 Gewehre und andere Equipirungs Gegenstände g2- faufe, die sogleich nah Napoli di Romania abgeschict worden. |

Livorno, 14. Nov. Mit einem gestern von Alexan- drien angefomminen Schiffe erhalten wir Berichte von da bis zum 22. Oft. Morgens. Die große Flotte, an- geblich 220 Segel stark, war den 18. und 19. nah Mo- rea unter Segel gegangen... Es waren 10,000 Manu Infanterie und 2000 Mann Kavallerie eingeschift.

Kanonen begleites

ein zweites Dampfboot-fonnte we-

ten die Expedition; Der

gen Fehlern in der Maschinerie nicht mitgehen.