1825 / 295 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

der Behörden verkauft. Dieses \{<ädliche Libell hat den Titel : nouvelles lettres provinciales, Der Ver: fasser reizt förmlich zum Dyüuastienwechsel an; ebèn wie der Constitut. und Courier greist es“ die Jesuiten an, und dies ist scine Rettung: die Flagge deckt die Waare.

Der Courier antwortet der Etoile auf ihren gestri- gen Angriff} wegen liberaler Reliquien- und liberalen Aberglaubens (Ste. Zeit. Nr. 294.) bei Gelegenheit des Begräbnisses des Generals Foy, wo si<h die Zuschauer in seine Epaulets, Kekarde und das Leichentuch theilten : seit wann macht mana daraus ein Verbrechen, in den-

| jenigen Dingen, die von Perfonen kommen, den:n man ü Verehrung und Bewunderung zollt, Werth zu“ seßen. [18 Wir wollen uus mit einander verständigen: der. Aber-

glauben besteht nicht in der Aufbewaßrang von Reliquien, sondern in dem Glauben an übernatärliche Eigenschaften derselben,

‘Der Buchhändler Bossange und Didot ,“ Eigen- thúmer der Memoires pour servir à Phistoire de L U France. saus Napoleon par les Généraux Montholoa M A et Gourgaud, haben die Cinzichung des Werkes l’histoire E de Napoleon d’après lui méme, par M, Leonard Gallois verlangt, weil mehrere Stellen in diesem Werke aus den Memoires abgedruc>t worden sind, was -sie als einen Nachtruck betrachten. (Nach dem französischen Ge- seßbuch- wird jeder -Abdru>, der ohne Bewilligung des Eigeuthämers, aus einem Werke, wel<hes noch nicht | Eigenthum der Nacion geworden, gemacht und über | 50 Zeilen beträgt, als Nachdruck betrachtet.)

Fünfprocentige Reuten 96 Fr. 40 C, —- Dreiproc. 63 Fr. 33 C. |

Ma drid, 29. Nov. Der päpstliche Bothfchafter hat dem franzdsischen - Gesandten gestern “ein: großes Diner gegeben , dem die Mitglieder des diplomati]chen Corps und der Herzog voz Jnfantado béigewohut haben. Herr Corpas (abgerufener Minister der. Schweiz) ist auf seiner Herreise, 7 Meilen-von hier, angehalten, und nah Abnahmez2 der mitgebrachten Depeschen nach Burgos verwiesen worden, Herr Zea ist -no<h nicht na< Dresden abgereist.

Ob es gleich. halb officiell war, . daß Hr. Zea zum i Gesandten in Dresden ernannt seyn soilte, jo nennt j man. do<h den Marquis de Bassecourt als Empfänger dieser Stelle. j

Der Thätigkeit des Hrn, Recacho, des Polizei: Jn- tendanten, ist die Rettung des Escurials bei dem Brande zu danfen. Die - fanatische Parthei sucht Hrn. Recacho zu siúrzen, aber derjelbe verbirgt nicht, daß er Documente in Hánden hat, um diese Parthei

4 3 | zu verderben. Die Jesuiten machen hier wieder Um- F ; triebe,- und sollen sogar dem Könige die Wiedereinfüh- f rung der Juquisition vorgeschlagen haben, was ihuen

aber ni<t geglúcft ist, London, 1. Dec. Zwischen den Aftionairen des

/ Coventgarden Theater ist ein Streit entstanden , - der

einen Proceß zur Folge gehabt hat. Die Ursache ist, daß eine Partheï verlangte, daß man nur Harle- quinaden spielen sellte, weil sie vorgab, daß der Haufen allein dur<h solche Stücke angezogen würden, dagegen die andere behauptete, daß sich solche für ein Theater, wie Coventgarden, nicht paßren.

j Copenhagen, 1, Dec. Das gegen den vormäli- gen dänischen Oberst Aubert gefällte Urtheil zu Festangsarrest (siche Staatsz. Nr. 278.) wurde densels- ben in Hamburg, wohin sich zu begebenètr die Er- laubniß erhalten, - und woselbst er seit ¿wei Fahren in faufmännishe Geschäften - getrieben, -mitgetheilt, worauf derselbe zur allgemeinen Verwunderung sich nach Copenhagen begeben, um sl< als Gefangener zu stellen, ob er gleih feine Hossnung hatte, Guade zu’ erhalcen.

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Man bewundert die Treue, ‘mit der er sein Wort yalten.

Rom, 26. Nov. . Ein neues Feld öffnet si< Alterthumsforschern , indem man nahe bei Frags durch Nachgrabungen, die auf Befehl des Kduigs macht worden sind, den Ort entdecêt hat, wo Tuscu gestanden hat. Man hatte in dieser- Gegend f<on Theater aufgefunden, nun au< die Mauern diefer S;

Tanger, 17. Nov. “Der Kaiser von Marocco h vom König von Spanien die Gnade für mehrere viduen, welche sich in seine Staaten geslüchtet ha verlangt. Der König hat erklärt, jenen das-$ [henfen zu wollen, uuter der Bedingung, daß sie spanischen Consul von Tanger übergeben würden, ( Kaijer hat nur geantwortet: wir werden sehen. Mangel ist in diejem Lande fo groß, daß der nicht Fez verlassen fann, um sih na< seiner Hy stade zu ‘begeben, weil die dazu nothwendige E nicht hinreichend Lebenemittel auf dem Wege würde. Die coiumbische Goelette, la’ Trinité, ij Depeschen der Negierung an den Kaiser cingel die die Abschließung eines Allianz - Traktates zur Y yaben soilen. i

Rio de Janeiro. Der Kaiser von | silfien hatte den Behörden seiner Festungen bef die Grüße derjeuigen fremden Kriegs}chisse nid erwiedern, welhe im Augenbli® des Grüäßené| glagge nicht herunter lassen würden, um die] serliche Flagge aufzuzieyen, Die englische Fre la Blanche hatte die Festung Fernamduco dur Schüsse begrüßt, ohne die brasfiianishe Flag zuziehen; da aber der Gouverneur des Plaßes den (j nicht. haite erwiedern wollen, jo hat sich dis Fry sogleich nach Nio de Janeiro begeben , um den deswegen Vorstellungen zu machen, Dieser hat hig dem Gouverneur von Fernambuco befohlen , deu zu erwiedern, und die Fregatte har sich nach l Orte begeben, um jenen zu cmpfangen,

Ein von Washington erhaltener Brief meldet, der Prásidènt verweigert habe, cinen Abgesandten Congreß nach Panama zu senden. Es scheint, als 1 der Kaijer von Brasilien und die Negierung-.von Vyeu Ayres denselben Entschluß gefaßt härten.

Vermischte Nachrichten.

Die Zeitschrift Britannia enthält nachst Aufsaß über: L _SETt Men

, Die englische Literatur concentrirt sich immer l in den Reviews und Zeitschristen. Außer den, Reil schreibungen und den sogenannten reinwiisenschaftl Werken beschäftigen jene am meisten die Pressen | die Leser.

_ Auf dem Pulte sowohl des Staatsmannes als! Gelehrten, der Hofdame und ter Pulmacherin, in Klubbs der Kaufleute und in den Schenfen der A ter sieht man nichts als die farbigen Umschläge | Zeitschriften. Jeder sucht sich die Zeitschrift aus, * am meisten seiner politischen oder religiósen Gesiunul seinen Kenntnissen und Bedürfnissen entspricht.

Der gelblih fahle Umschlag der Quarterly view, ist auf dem. Schreibtischhe des Staätsmanns ? Gelehrten, und im Salon der vornehmen Dame hen. Hier stehet er auf einem Tifche, - zwischen L men, Muscheln , Amoretten , Steiufrüchteu Mets beiten, RKartenspielen , Einladungskärten und M âlddhen, : : i :

Während jene Dame dorten im Morgenanzuge mit ngweile cine Sammlung von Kupferstichen durchblät- e, und zuweilen das Stillshweigen mit dem Aus- f untexbricht ; wahrlih [{<ôn, wahrl:< prächtig! hat » andere die neueste Nummer der Q. R, in die Hände nommen, - Am Abend hat sie zu ciner auëgesuchten all tea parthie einen der Hauptmitarbeiter an die- 1 Journale eingeladen; sie muß die gesiügelte Zeit ußen, um den Juhalt des Buches zu euträthjeln; 1s würde sie für eine Rolle spielen, wenn der Autor fragen sollte: haben Sie die Q. R, gelesen? habe ich Materie, diz wir fo viel auf dem Lande besprochen, < flar uud nah ihrem Wunsche auseiuandergejeßt ? (svegen muß die gute Lady fletßig lesen, und wenn (suchende sie stôren wollten, sie mit einem Not a home weisen lassen. Daß die Quarterly Review die Licblingsleftüre p voruehmen und gelehrten Welt ist, darf uns nicht indern. Sie hat diese Auszeichnung ihrem innern erth zu verdanfen. Sie ist mit vieler Wahl, Ge- i> und Umsicht redigirt. Nur das ÄAnteressante|ste, s, was den meisten Cinfluß auf Politik und Wissen- aft hat, wird darin autgeuommen. Schönheit des tyis, Gründlichkeit und Tiefe der Untersuchung, Reich- m an: Thatsachen und Beobachtungen , machen die R, zu der ersten Zeitschrift Engländs.

Es ist höchst: natürlich, daß das Ministerium, wenn etwas durch die öffentiiche Meinung gewinnen will, ) des Organs dieser Zeitschrift bediene; doch s<adet ses dem Journale gar nicht, vielmehr giebt es ihm gl'ôßeres Juteressez deun alles, wgs -darin cinen zug auf Politik hat, wird mit der größten Begierde esen. Uebrigens ist im Wissenschafiliczen diefe Zeit- ifi darum sehr merkwürdig, weil sie jelten oder uie ulihe Kritifen úber Bücher aufnimmt. Sie benütt nider die Titel der Búcher dazu, uni Über wichtige aische Gegenstände trefsuche Abhanelungen zu lie- n, oder sie gicbt' von größeren Werken -die vollständig- ¿ und gelungeasten -Auszüge.

Mit großex Zuversicht und hoßgem Selbstgefühl tritt Edimburger Reviciv im blauen Ausschlage seiner ivalin entgegen. Wiß, Lautie, Genialität zeichnen sie r allen Úbrigen,* selbft vor der 0. R., aus; aber weit ht sle dieser an Tiefe, Gründilichkcit, Feinheit, Mükig- it und Festigkeit der Principien, zurück. Man sieht wu sehr an, daß fie nur cine Oppositionsschrift ist, e, um Wahrheit und Recht unbdekümmert, keinen vem Zuveck verfolgt, als überall, wo sie fann, dem gaer tôdtlice Wunden zu vetscen. Die Redaftoren d gewandte Advokaten einer verworrenen Streitfrage. is sie heute lóben, tadeln sie morgen; was sie heute eben, haben sie gestern tund weggeleugnet; und das mer jo fort in einem zu s{neidenden und ent|schiede- Tone. Dieser Fehier ungeachtet liefert die Edim- ger Neview zuweilen tresslihe Abhandlungen und asen.

Nicht sorgsam genug in der. Wahl, zu arm an sitiven Kenntnissen und durchgreifenden Prinzipien, eint uns die Redaktion der Westminsier Review eine ; besiminte und ungeregclte Bahn zu verfolgen. nig treffliche Abhandlungen steh:n neben ganz s{le<s | dder mictelmäßigen; der Ton ist zu heftig, stürmisch d unüberlege. Doch zeigen si{< hie und da deut- Spuren ein:s höhern Genius, und so wird sie hof- flih von Nummer zu Nummer eine bessere Richtung d eine gemäßigtere und fklarere Ansicht entwickeln.

- Die Universal - Review hat bis jeßt die Linien der iittelinäßigfeit ni<ht überschritten; kein Funke einer hern Weltansicht , - feine Ahnung cines tiefern Blickes das Menschenschicksal oder in die Wissenschaft zeigt ) darin. Darum wird se, wie alles Mittelmäßige,

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__ Einen großen Fond gelehrter Kenntnisse und gründs- licher Sprachforshuug entwicelt die Claïsical- Review. Aber es fehlt dieser Zeitshriit an der Glut der Begei- sterung und an Geistesfülle. Hier, wie úberall, giebt es der geistreichen Phzilolozen wenige; und die Erudition stehet jehr ofe mit dem Genius im umgefkehrten Ver- hältnisse.

Viele nüßlice und interessante Abhandlungen ents

halt die Edimburger Philosophical Review. Sie ist haupt}ächli<h der Naturwissenschaft geweiht, und den aigewandten mathematischen Wissenschaften. Leider

fehlt aber diesem Journal, was der Wissenschaft über- haupt in England. fehlt, das geistige Band, welches Alles vereint und wodurch die Beobachtung ein waH- res Interesse gewinnt; so daß hier. die zwei germaui- schen Hauptsiämme, Engiand und Teutschland, sich wie entgegeugejeßte Pole verhalten, Unsere Naturphilosophen fonstruiren Alles a péiori, und sind froh, wenn sie nur eine hochtlingende Phrase erfinden können, um ein Na- tirgejeß auszudrücken. Die hiesigen Naturforscher sam- meln bloß Thatsachen um ihre- Erklärung uúd Clas- sificiraug betünmmern sie sich gar niche,

Lodenswerty is tie Unternezmung der Retrolpec- tiven Review. Berúhmte Männer und wichtige Werke der Vergangenheit werden no<h einmal einer strengen Untersuchung unterworf:n. Parteilos und unerbittlich werden von eitœer erleuchteten Kritik erbettelte oder er? schlichene Lorbeerfronen zerpfli>t, verkaunte oder ver: gessene Verdienste aufgedecit, und. so úÚber die Gescichte seibst Gericht gehalten.

Nicht allein gegen diese Zeitschriften, sondern gezet alle periodischen Schriften der neuern Zeit, kúndigt die vierzüngize Europäische Review cinen Krieg auf Tod und Leden an. Mit einem humor à la Sir John Falstaï preißt diese Zeitschrift sl< selbst. als ein unges- heures Diesenwerf an ; welches alle Bibliotheken und Dücherpressen ins Stocken bringen wird. Der Heraus- geber hat einen Baum der Wissenschaft erfunden, der deu von Baco d’ülembert weit Úbertressen soll. Diefex Baum aber, wie er uns vortêmmrt, ist krafclos, unbe- laubt und dúrrez schwerlich wird er Früchte der Erfkfeukt- niß hervorbringen.

Diz erste Nummer dieser Zeitschrift li-gt vor uns, und Einiges vou Guizot, Schlosser und Dupin abge- re<hnet, ist Alles cin unverdautes, gedanfenleeres Quod- libet, ohne Waßl und Geschma>.

Die Ciafsical- und Retrospektive Neviews sind mehr für den-Geleßrtea und Kritiker, als für das grö- ßere Publikum, eingeribt:e. Um die Gunst des \<d- nen Geschlechtes, und úberhaupt um die Gunst Aller, die auf eine angenehme Weise s unterhalten wollen, buhlea das London, das monthly, das new monthly Magazin, * die London Litterary Gazette, Acker- manns Mirror of Fashion. Sie Juden einander dur< shdue Gedichte, artige Erzählungen, Auszüge aus/NReise- beshreibungen, Sittenschilderungen, leichte Kritiken u. s. w. zu überbieten. Man kann sie woßl fäzlich mit unserem Morgenblatte und unserer Abéndzeitung vergleichen. :

Auch mit diesen will die Europäische Review eime Lanze brechen. Diese Soune der Aufklärung führt als Trabanten ein Wochenblatt mit sich, unter dem Titel: The news of Literature and Fashion. Hierin werden die Brosamen und Abhübe, welche vom Euros- päischen Symposium übrig bleiben, mir ejner sauce piquante úbergossen, aufgewärmt, dem englischen .Pu- blikum: und der galanten Welt vorgescbt. Ueberbleibse!

von franzôósischen .volauvents, italienishen Maccaroni

und teutshen Schinken, eine herrliche Mahlzeit fär 3 Pfennige !-- Diese sind die Hauptzeitschriften Englands.

serbeu, ohne daß jemand si< ihres Lebens erinnert.

sind von uns übergangen worden, weil wir sie entweder

P S hiutatth rur 225 “S0 E S tv O E eni R A e ZE R V A M

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