1825 / 300 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

‘werden soliten. Dräuf sprach fle zu ihnen einige Worte des Trostes und der Liebe, und entfernte sich. Als sle

weggch:n wollte, drängten sih alie Weiber um sie. „„Lebrt wohl, sagte sie ihnen mit saufter Stimme, lebt wohl ; bald werde ih wieder bei euch erscheinen.// Sie fommt do< nie wieder, schrizen die Weiber aber sie irrten. Madame Fry war nach einigen Tagen wieder in ihrer Mitte; die Thore des Gefänzuisses [<lossen sich binter ihr, und sie blieb einen ganzen Tag bei densei- den. Hier suchte sie durch ihre von christlicher Liede

belebte Rede sih ihrer Herzen zu dvemächtigen dann begaan sie mit ihnen über ihren Zustand , Lebenswau-

del, und ihre gegenwärtige Noth zu sprechen, und zu

derathen, ob es ni<t mögli wäre, i Anordnung die Hauptübel des Gefängnisses zu heben, | die physische und moralische Existenz zu verbessern. Viel vermag die Stimme der Tugend und der rel: nen Menschlichkeit; die verhärtetsten Herzen weiß fie zu erweichen. 978

L Diese in Lastern und Verbrechen aufgewachsenèt T E Geschöpfe wurden aufmerksam auf solche Reden und T Vorschläge, und erboten sich alles zu thun, was in ih ren Kräften stehe, um die Pläne der trefflichen Frau

ausführbar zu machen. |

Der erste Schritt zur Verbesserung dieses Zustan- des war die Errichtung ciner Schule für die Kindek die- ser Unglücklihen. —- Dieser Einrichtung folgten meh rere, und nun, Dank den Bemäßhungen -reiner Mensch- lichkeit, hat Newgate, welches früher einer Zigeuner, Höhle glich , das Ansehen und die Beschassenhetr eincs reitlihen, wohleingerichteten Arbeitshauses erhalten.

Die Gesebe und Einrichtungen, welche Mad: Fry den weiblichen Gefangenen in Newgate zur Annahme vorschlug, und die, nachdem sie von deu Gefangenen angenommen, von den Aufsehern des Gefängnisses saic- tionirt wurden, sind fölgende:

Art. 1. Eine Matrone, welche von der Geselischaft für die Verbesserung der Frauen in Newgate erwählt wird, hat die Aufsicht Über die Gefangenen. (Mad. Fry, die allein das große Werk nicht aussühren koutute, hat nämlich für diesen Zweck eine beträchtliche Anzaht edelmúthiger Frauen gewonnen, die vercinizt für die moralishe und religióse Besserung dieser Unglücklichen

4 besorgt sind.) Diese Juspektion erstret sich eben so-

Y wohl auf die Aufführung der Gefangenen, als auf

ißre Arbeiten, worüber sie eine genaue Rechnung zu halten hat. Art. 2. Die Gefangenen selbst sind in verschiedene Classen getheilt, und über jede Classe führt eine, aus der Mitte der Gefangenen selbst gewählte Person die 43 Aufficht. Jede Gefangene muß ein Stück Blech tra- gen, worauf die Nummer ibrer

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Classe und ihre Rang- |

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eithalten, und überhaupt daf Keine der Andern jj

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müssen sih gegenseitig als Unglücksgefäßrtinnen betri ten, die der wechselseitigen Nachsicht und Hülfe |

hre frühere Aufführung einen Vorwurf machen.

dürfen.

net,

Art. De

sagt.

durch bessere innere | :

a. 4 ordnung eingegraben ift. : Art. 3. Einer andern Person, glei<falls aus der 1 Zahl der Gefangenen gewählt, ist die Aufsicht über den ; Gefängnißhof anvertraut, sie muß wacheu, daß feine Unordnung statt finde; sie hat den Auftrag, den Ge- fangenen die Ankunft ihrer Freunde und Anverwandten zu melden ; und auch Acht zu geben, daß keine derselben, sobald die Besuchenden fort sind, am Gitter bleibe.

Art. 4, Den Gefangenen is streng untersagt, die Besuchenden um Geschenke zu bitten. Will aber der Besuchende ihnen freiwillig etwas schenken, so darf feine Einzelne das Geschenk annehmenz sie muß sih höôflich dafúr bedanfen, und ihn bitten, diese GaSe in einen E dazu bestimmten Alraosenfasten niederzulegen. Die in D diesem Kasten niedergelegten milden Gabeu werden dann von Zeit zu- Zeit unter die Gefangenen getheilt,

‘Art. 5. Die Gefangenen sollen jeder Zänkerei sich

| Hoscheater zu Dresden: Elise,

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beizuwohneu. geheu, machen hievon cine Ausnahme. vor der Lectúre wird éin Zeichen mit der Glo:

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Art. 7.

Art.

geben. Auf dieses muß jede Aufseherin izre Classe sammeln, Glocke gegeben wird, sie Alle vereint in die Betsil gehen fônnen. Sobald dieses Zeichen gegeden' 1 soll eine Classe nach der audern, von igrer Ausjch angeführr, in stiler Orduung in deu Saal gehen, 1 jede Gefangene si<h an ihren Plaß stellen. Ed die Lectúre beeudiut ist, soll sih jede Classe auf eli

Weise wie beim Eiutritt, in stiller Ordnung entsu

Art. 9, Die Gefangenen müssen sich der äuß Reinlichkeit besleizen, und si<h wechselseitig die M dazu erleichtern. laubt, ihre Kleider und Wäsche zu verpfänden.

Art. 10. Die Aufseherinnen siud verpflichtet, i allein úber die Aufführung ihrer Klassen zu wh sondern auch gegen}eitiz si<h zu in{piciren. Wen die Nothwendigkeit erheis&t, müssen sie die Mat um Beistaud ansuchen. Auch ist ihuen auferlegt, Tage den Damen der Commitee einen treuen úber die Aufführung jeder cinzelnen Gefangenen | statten.

Art. 11. Wenn eine Aufseherin ihre Pflichten ecfúllt, fo wird si: ihres P'aßes verlustig, und di ledigte Stelle einer- der uter ihr stehenden Gefau nen, die dazu. am tauglisten scheint, Übergeben.

Art. 12. Jeder Gefangenen ist erlaubt, Heu den gegen die Aufseherinnen vor eine, der Damen Commitee oder vor die Matrone zu bringen. If Klage aber unbegründet, oder beträgt sich eine Gi gene shle<t und widerspenstig gegen ihre Aufseh jo wird dieses Betragen als stratbar anerfannt,

(Schluß folgt.)

Königliche Schauspiele

Donnerstag, 22. Dec. Jm Schauspielhause: von Valberg,‘/ Schauspiel in 5 Abtheilungen, v 8. Jffland. (Dlle. Wagner vom Königl. Süds als Gastrolle.)

Im Opernhause. Zum E! historis< - romantische 4 von Helmine von f Ballets von Tell

Freitag, 23. Dec. male; „„Eurganthe,/“ grope in 3 Abtheil. mit Tanz; Musik von C. M. vou Weber.

Im Schauspielhause: „Pachter Feldkümm!l Tippelskirchen, Posse in 5 Abtheil, von Koßedub,

Sonnabend, 24. Dec. Kein Schauspiel.

| | E M4 Gedru>t bei Feister und Eisersdorff.

Redacteur Jol

Auf keine Weise dürfen die Gefäng fluchen und s{<wören und den Namen Gottes eitel ny Alle Schmáhworte, unmoralishe Gespräche, y fictlihe Hantlungen und Gebärden sind streng unt

Streng verboten ist ißnen das Kattensy und andere Spiele, so wie auch die Lectüre von Stj spielen und Romanen.

8. Zweimal des Tags, Morgens und Aber müssen die Gefangenen sich in dem Committee- Zim verjammeln, um daselbst der Lectüre der heil. Nur die Tage, wo sle in die Kay Z2:hun Mini

damit, wenn das zweite Z:ichen m't

Unter feinem Vorwand ist ihna

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reußishe Staats - Zeitung.

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300.

Berlin, Freicag, det 23sten December 1825

Amtliche Nachrichten.

Se. Majestát

nuen gerußet.

Angekfonrtmen. Muskau tund

ron e T4 es

i der König haben den Kaufmann rtin Koester in Rosto>® zum Consul daselbst zu

Der Fürst |\Pückler Muskau,

Der Ober-Landes-Gerichts-Präsident von Groll-

nn, von Magdeburg.

Zeitungs- Nachr{hten.

wsministerium.

Ft, 20 C.

gen. iee empfehlen,

den,

dimnen.

ward Douglas in

Fúnsprocentige Renten 96 Fr. 5 C.

Ausland.

VDaris,..107 Dec. sich oßne Erlaudniß in París befand, ist arreti tue R rt d nah Üddaye gebracht worden, in Folge der in den urnalen vom 19. November eingerücften Anzeige des

Der Oberstlieutenant Vogt,

Dreiproc.

London, 14. Dec. Am 7. ist die Fre i . Am 7. gatte Piranga Portsmouth nah Rio de Janeiro untex Segel E

Nach der Kent - Zeitung wollen die Mini i - ( e Minister glei h: Erdffnung des Parlaments die tun fA e len Alle Königl, Regimenter in Oftin- sollen mit einem Bataillon verstärkt, und überdies h dre neue Negimenter leichter Dragoner errichtet

Die Briefe Lord Byron?s an seine Mut i utter

(ibe Hrn. Dallas' übergab und deren Bikaria trnadusa Kanzler hinderte, sind jeßt in Paris bei Gallignani

Der Regierungs Präsident zu M

caranham hat d er "a Tageblattes, der Censor, Mae a ritte der Regierung heftig getadelt hat e di verhaften lassen. S Lite eist eines speciellen Decrets- des Staatssecretai Y retatrs | Innern , auf Befehl des Kaisers , ‘einen starken ers wegen des geseßwidrigen Betragens, die per ide Freiheit eines. Bürgers vektleßzt zu Die neusten Depeschen

Am 3. Sept: erhielt derfelbe

haben. - Neu - Braunschweig vom 8, Nov,

| Snhnaith- und Comp, eingestellt.

enthalten hs b nal ie - e N etrübte Nachrichten über die “dortigen Der Columbische Kreuzer, General ( oub 8 Kanonen und 116 Mann Besa6ung, inte Me G E schen Küstenhandel so vielen Nachtheil zufügte, ist zu Gibraltar eingelaufen, na<hdem er am 19. Nov, eine Spanische, unter Bedeckung von 2 Briggs, jede von 20 Kanonen und einem Schooner von 16 Kanonen segelnde Convoy angegriffen hatte. Die Spanier nahmen , tros ibrer großen Ueberlegenheit an Kanonen und Mann- schaft- bald die Flucht und. fehrten zurü. Kapitain Cuningham, der Befehlshaber des Kreuzers, verlor jes do<h im Gefecht einen Arm, der amputirt werden mußte i Die Me U e R a hat ihre Zahlun- en eingestellt, weiset aber úber 70,000

Luß Le / / Pf. St. Ueber- E Eine Bank in Northampton, die am D f j p | onnersta a Mae Me Ueberlaufens dgie N

¿e zugleich, daß sle hoffe, einen bede | gus namen zu fönnen. E . iesen Morgen wurden die Zahlungen d D : f quierhäuser Everett Walker und Gand, vid eid f

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) i Der Courie j die Krisis nun ihre äußerste Höhe erreicht Pi aas

City 2 Uhr. Conf. diesen Morgen 81x, 81, fast ohne Absab und fielen auf 752, so daß die Continua: tion bis zum 19ten d. nicht weniger als 6 pCt. bes trägt. Red. wurden zu 75> -verkaufe. Schaßfammer- scheine blieben eine Zeitlang stät zu 30 s Verlust und sind jeßt nur 17 s Verlusi. Der Lord - Mayor hat eine, jedoch nur Privat-Zusamwmenkunft, einiger Ban- quiers und Kaufleute zu 17 Uhr wegen dringender Ge- schäfte na<h dem Mansion- house eingeladen. Es sind nicht völlig hundert Karten dazu ausgesandt. Durch diese Nachricht stiegen Cons. auf 823 und Geldsto> Z# pCte. Cons. jeßt wieder 82. Red. 782; 32 pCts. 822. Morgen Abrechnung in fremden Fonds. Colunib. 54, 55. Mex. 55, 56. Bras. 20 Verlust. Span. 14. Russ. Bonds 84x, 85. Unirt-Mex. Actien 5.Pm. 4 Uhr. Cons. schlossen 817, 82. Neue Columb. 542 552, Mex. 6 pCts 55x, 5b. Ns Der Courier ershien um 37 Uhr in einer zweiten und um 5 Uhr in einer dritten Auflage, um Bericht von den Verhandlungen im Mansion - house zu geben, wo diè Herren Majoribanks, Robinson, der Vorsißend2 und Vice-Vorsißende der O. J. Compagnie, Alexander Baring Esqr. die HH. Jroing Thoriton, Tooke, T,

des General: Major Sir

Wilson Esqr. u. A. m. gegenwärtig waren. Der leßt- genannte trug auf eine Resolution zu dem Zwecke an, daß die von Seite der Bank von England geschehenden Schritte zur Abhülfe in der herrschenden Geld. Verlegen- heit die angemessensten- seien und eine öffentliche? Zu- sammenfunft nicht erforderlich sei; Dem stimmten Hr.