1825 / 301 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

és Ses

E O E E L LSELIE: F Ï

Se R

Cte: „iti,

ben sie Flei und 2 Pfund Kartoffclka ; die übrigen Tage i eine Sd Suppe und Kartoffeln. Wenn sie Bier oder Porter haben wollen, so müssen sie es von ihrem Gelde auschassen. Alle übrigen geistigen Getränke sind ihnen untersagt, und von den erlaubten dürfen sie nicht mehr als ein halbes Maaß (zwei Pinten) täglich kaufen.

Nach dem Mittagessen gehen sle wieder zur Arbeit; zur Sommerzeit fomme um 7 Uhr Abends die Beschlies gerin, um sie in ihre Zimmer einzuschli-ßen ; im Winter werden sie [hon Abends um 5 Uhr eingeschlossen. Hier fônnen sie no< na< Gefallen arbeiten oder nicht.

Die Auf\ehecin muß immer bei den Gefangenen bleiben. Ihre Wahl geschieht auf folgende Weise: Die Damen - der Commitee wählen die Person, die ihnen wegen ihrer Aufführung die tauglichste zu diesem Ge- schäfte [heint, und zeigen den Gefangenen die getroffene Wahl an. Diesen ist erlaubt, Einwendungen gegen diese Wahl vorzubringen. Geschehen keine gegründete Einwendungen, so wird die Wahl bestätigt.

Die Kinder der Gefangenen, eheliche und unehe'

- liche gleih viel, werden bis zum siebenten Jahre in

Newgate erzogen und unterhalten. Jm Gefängnisse selbs ist sür sie eine Schule errichtet. Eine der Gefan- genen is als Aufseherin und Lehrerin bei dieser Schule angestellt, Die, welche gegenwärtig dieses Geschäft versieht, war wegen Diebsiahls zum Tode verurtheilt worden. Jhre Aufführung - ist gegenwärtig musterhaft ; man fann wohl sagen, daß Mad. Fry an ihr eine mo- ralische Wiedergeburt bewirkt hat.

“Außer der Kinderschule giebt es noch eine in New-

gate für die Gefangenen; welche weder lesen no< schrei |

ben fônnen. Die Lehrerinrien an beiden Schulen erhal- ten von der Commitee alle Vierteljahr ein Pf. Sterl. zum Geschenke. : | “dél

Die Commitee ist durch die milden Gaben des Stadt - Magistrats und wohlthätiger Menschen in den Stand geseßt, die Gefangenen mit Büchern, Papier und Federn zu versehen, und die Kranken und shwan- gern Frauen mit Arzneien und Wäsche zu unterstüßen, Dergleichen milde Gaben sind sehr beträchlich.,

Zweimal in der Woche wird in einer. in Ne,vgate eigenòös erbauten Capelle Gottesdienst gehalten.

Zur Handhabung der innern Ordnung wurde vom Stadt-Magistrat der Damen -Commitee Kraft und Be- fugniß verliehen, die Gefangenen, welche den getroffenen Vorschriften zuwider handeln sollten, nach Gutdünfen zu bestrafen. Aber selten ist man genöthigt , strenge Maaßregeln zu ergreifen, und doch sind die hier. einge- sperrten Personen meistens solche, welche im Zustande der größten Nohheit und Verwahrlosung die schauder- haftesten Verbrechen begangen habeu, So viel *ver- mag wahre Tugend, Frömmigkeit und chrisilihe Men- schenliebe auf die rohesten Gemüther.

Die in diesem Gefängnisse eingeshlossenen Frauen und Mädchen werden meistentheils na<h Botanybay transportirt. Hier sollen sie sehr oft recht wa>ere und tüchtige Hausmütter werden, Mad. Fry übt noch aus der Ferne einen wohlthätigen Einfluß auf .sie, und ist nicht selten erfreut, von dorten- her -Briefe zu erhaltèn, worin die Unglücklichen der edlen Frau ihre dankbaren Gefühßle- für die wahren Wohlthaten, die sie ihnen er? wiesen , ausdrücen, :

Neue Eintheilung vonSébirien und dessen Bevölkerung. F

Siberien, bis zum Jahre 1822 aus drei Statthal-

terschasten bestehend, hat seitdem cine neue Eintheilung

1200

erhalten. Dieses Land liefert die {dust Pelz von ganz Asien, es besißt reiche Gold; und Siiberminj und dennoch reiht der Tribut der Fischer- und Jäg,

zu de>en, welche an der Súdgränze einen Kordon h den, um die umhershweifenden Nomadbenhorden im Zay zu halten. Seit 1577, wo der Kaisaf Jermat y mofecjew die Gränze Europens durchbrach, fam S bij

vôlfer, die es bewohnen, nicht hin, um die Ausgah c U + f , der drei Statthalterschaften und. den Sold der Trupp l l c d a 2 Ç [ î U N g.

R ir e at D 0Ot a R dier G G e D G O d n

A llg M cine

allmählig unter Rußlands Herrschaft. Damals wohn in den Ebenen von Sibirien eintkge tartarische Stäm (Khanati), welche allerdings einen Anstrich vou Cin Ne sation hatten ; aber sie waren in dem unermeßlichen Ly

wie v:rloren. Ju den übrigen Gegenden \><weis

301.

Jäger- und Fischer-Horden, frei, ohne Gebieter y Herrschast, du-< Wälder und Steppen. Aber gy sie mußten na< und nah den Mosfkowiten sch un werfen, Gegen einen Tribut (Jassak) an Pelzwerk y andern Produften, ließ man sie im ruhigea Besiß ij Wüst:n und ihrer Götter, ohne daß man sich um| inneren Einrichtungen und ihre Religion befümmert gesucht hätte, sie, sei es dur<h Gewalt oder Ueberred zu befehren. Judessen wurden na< und nach e Keime der Civilisation gelegt; die dorthin verbay Verbrecher versuchten zuerst in den Umgegenden ven bolef, Beresow und Barnaul eine Art von europüis Kultur einzuführen. Bald wurden sie von anlangy Kolonisten in den weniger unwirthbaren Gegend terstúßt. Die Entde>ung der Silber - und. Kups nen von Kolwan und Nertschinsky gaben Sibirien Y tigfeit, und späterhin erôfsnete der Handel mit Ci und auf den östlichen Meexen den Russen eine Q ergiebiger Handels - Spekulationen. Mit Ausn der Khanereien , * der Stómme von- Turan und. Tiumeunsk enthielt Sibirien ¿m Jahr 1577 kaum 1(/ seßhafte Bewohner; im Jahr 1763 zählte man d son 133,995; im Jahr 1783, 130,964; im Jahr! 212,613; und 1817, 220,307, die Nomaden , und Fischer, welche Tribut bezahlen, und die Just der ôftlichen Meere nicht mit inbegrissen. Die gan) vôlferung Sibiriens betrug im Jahre 1823, 1,60 Seelen, wovon 842,058 dem männlichen und 750,4871 weidlichen Geschlechte angehörten ; wie denn im. Ale Gestern Abend um 6 Uhr kommen 2 Männer zu nen die Zahl der Männer jene der Frauen in Rußland üs, Joseph, Wechsler in der Gallerie de Pierre Nr. 20., steigt. Ganz Sibirien war in drei große StatihalF ine vo3 ihnen verlangt ein Goldstäck zu wechseln ; schaften eingetheilt, welche nach Art der russischen Wind dieser Zeit geht. der andere nah dem hintern vinzial, Verwaltung organisirt waren. Jene von Mildes Comptoirs , läßt, wie aus Versehen, mehrere bolfs hatte eine Ausdehnung von 24,961 Quadrat t Geld fallen, Und bittet dem Wechsler ihm zu Tomsf von 60,425 und Jrkubfk von 126,460. DWtn, um sie wieder zu finden. Der Wechsler bringt unmöglih war, von diesen 3 Hauptstädten aus, Migt, und faum har er sich gebückt, als ihm dieser das Wohl der entfernteren Bewohuer zu jorgen/, Mis) mehrere Stiche mit einem Pfriemen, worunter <hloß si<h der Kaiser im Jahr 1822 Sibirien ene Fin den Kopf giebdt, während dieser Zeit nimmt der Einrichtung zu geben, der zufolge es in 4 Statthre Dieb mehrere Hände Gold und ein Packet Puulóte,

Amtliche Nachrichten. Kron i k des Tages.

Abgereist. Se. Excellenz der Kammerherr, wirk- Etheime Rath und Direktor im Justiz - Ministe- und dem der Geistlichen - Unterrichts- und- Medi- Angelegenheiten, vou Kamp, nach dem Meck, ¡rgichen,

Zeitungs-Nachrichten.

AUsSl ad

Paris, 17. Dec. Durch ein Schreiben vom Mi- der geistlihen Angelegenheiten sind alle Bischöfe diejenigen Personen, wel<he die Commission zur {tung einer Schule der hohen geistlichen Studien n sollen, zum 16. Jan. f. Jahres einberufen worden.

Die allgemeine Zeitung enthält nachstehenden Auf» “saß úber -

schaften, 2 Provinzen und 2 besondere VerwaltunWüuf beide entfliehen. Der unglücliche Wechöler schleppt zirfe für das Seewesen eingetheilt wurde. wit Blut bede, bis an die Thúren, und ruft na< i (Schluß folgt.) e, bis er besinnungslos hinsinke. So finden ihn Nachbaren. Die herbeigerufenen Aerzte haben die wun für fehr schwer ertannt, doch glauben sie sie nicht id, Die Mörder sind no< nicht entde>c worden. Hute Mittag ist die Herzogin von Betry zu Fuß (eitung dërx Herzogin von Reggio ausgeganget, Mläufe zu Geschenken súr den Neujahrstag zu Die Subscriptionen für díe Foysche Familie sind uf 470,090 Fr. gestiegen. PENy Vettitige Rente 95 Fr. 55 C. Dreiproc. j L, , | Nadrid, 6. Dec. Es sind 2 Kiffen von de: Di- (e auf dem Wege nah Bayonne gergubt worden, eine ein Geschenk der Königin fút ihren Onkel;

K 6:0. 4:9 1.4: <. e Schauspiele

Freitag, 23. Dec. Jm Opernhause. Zum male: „„Euryanthe,“' große ‘historisch ? romantisches in 3 Abtheil. , mit Tanz; von Helmine von d Musik von C. M. von Weber. Ballers von Tell

Jm Schauspielhause: „Pachter Feldkümml Tippelskirchen, Póösse in 5 Abtheil, von Kobebut

Sonnabend, 24, Dec. Kein Schauspiel.

Gedruckt bei Feister und Eisersdorff. i

Prinz von Sachsen, die andere. cin Geschenk des 19s an seine Niece, die Prinzessin von- Lucca ent-

Nedacteur J

Berlin, Sonnabend, den 24sten December 1825.

hielt. Man s<äßt den Werth der geraubten ene stände auf 500,000 Fr. ' J m

Hr. Zea - Bermudez, meldet der Courier, reist mor- gen zu seiner Gesandtschaft na< Dresden ab; es ist ihm verboten worden, über Paris zu gehen.

Man schreibt von Jrun, den 9. Dec. Der Capi- tain eines englischen Kauffartheischifss hatte die Neu- gierde bei seiner Vorbeifahrt St. Sebastian zu besu- chen; er wurde hier aber als Spion angesehen, arretirt und nah Franfreih gesühr. Jn Bayonne wurde er hierauf in Freiheit geseßt. :

Man hat entde>t, daß der mit der Meublirung des Prado beauftragte Kaufmann, die erhaltene Erlaub- niß, die dazu nothwendigen Gegenstände aus Franfrei< foinmen zu lassen, benußt hat, um Coutrebande herein- zubringen, indem die an Se. Majestät adressirten Kis- sten an der Gränze nicht geöffnet worden sind.

München, 13, Dec. Seit Kurzem wurden íîn Mänchen nicht nur viele einzelne Wachtposten vermin- dert, sondern es ist unter andern auch das Korps der Gardes ia der Herzog - Maxburg gänzlich eingezogen worden. Dadurch, daß das 1ste {were Reiter - Negi- ment nunmehr die Wache am Feuerhause und die Yas trouillen außerhalb der Stadt versieht, wurde die Es- fadron leihter Reiter, welche bisher zu diesen Diensten hier anwesend war, Überflässig, und fonnte zu ihrem ‘Regimente na<h Augsburg wieder zurückkehren. Die Grenadiere (K. Leibrègiment) , sonst nur haupsächli< mit Bewachung der König!. Residenzen beauftragt, haben nun au<h das Jsarthor zur Bewachung übzr- fommen.

Das Erscheinen der Militärpatrouillen in den Gast- häusern Nachts 11 Uhr ist abgeschafft, und es werden in, Zukunft wegen Uebertretung der Polizei - Verord- nungen blos die Wirthe um 1 bis 25 l. bestraft.

Florenz, 10. Dec. Der. Großherzog hat die Grundsteuer vom 1. Jan. k. J. an um ein Viertel er- niedrige.

Hydra, 22. Oct. Hr. D'Aufeuil, Commandanc der französischen Corvette la Victoricuse, ist von dem Vice - Admiral de Rigny hergesandt worden, um auszus- mitteln, ob- eine sranzösische Brigg auf den Brander des Canaris, in dem Hafen von-Alexandrien geschossen habe, die Königl, Goelette l’ Estafette ist zu demselben Zwecke nach Egine zu Canaris geschi>t worden. Hr. v. Rigny mißbilligt eir solches Betragen, welches er für eine Verlebung- der Gescße der Neutralität hält, welche seine Regierung in dem Kampfe der Levante angenommen hat. Inzwischen haßen die Capitaine Tombafsî und Kriebßi, elche díe Expedition des Canaris beglcitet hatten, Hrn.

d’Aufeuil ein schriftliches Zeugniß übergeben, in welcherz

sie darthun, daß sie, als. sie außer dem Hafen von älexandrien mandvrirt haben, Kanonenschüsse gehöre