1825 / 306 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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gen werden, es zurücfzubezaylen. Reich zu werden , ist natúrlih der Wunsch eines jeden Measchen ; aber es isl schr unglücklich fúr ein Land, weun dieser Wun|ch 18 unlenfsam wird, daß -er den Einzelnen nichr erlaubt, auf dem Pfade dec Ehre und Tugend zu bleiben. Der Mann, in dem einmal der Wunsch, glúckliche Coups zu machen, Wurzel gefaßt hat, kann nicht länger an dem ruhigen ununterbrochenen Gang irgend eines Ge]chästs Veragnúgen fiuden, ebea so wenig wie der Champagner. Trinker Vergnügen daran findet, Hal» Bier zu ver- shlucken, oder der Straßenräuber als Handlanger, mit dem frohen Gemüthe und der Zusriedenyeir eines Jriän- ders , Mauerst-ine und Kalk za tragen vermag. Aber der beschriebene Zustand der Dinge kann natürlich nicht permanent sein. Die menschliche" Gesellschaf: kann sich nicht immer in einem Paroxismus befiudeu , und schon jekt sehen wir, daß der Periode der unnatärlihen An- reizung die Periode der großen Niederdrückung gefolgt ist.‘ Der Verfasser sucht deu Grund des Uebcls iu der Uebershäßang des Neichthums bei der Nation , die dahin fúhre, daß man bei dem Besiß desjelden uicht weiter darnach frage, auf wel<: Weije er zusammen- gerafft sei. „„Der Wirth-eiues Bordels, fáh:t er fort, der im- Grunde vielleicht ein nicht jo unrechilicher Mann als der Kaufmann ist, weicher, um Andere zu betrügen, einen fals<hen Prospektus ausgiebt, wird, selbst wenn et viele Tausende besibt, vou Jedermann gemieden, und dicser Umstand beweist die Macht der Meinung. Aber

Betruq? Weil wir ein unmorali{hes Volk ozue Graund- sáß2 sind. Die imorali\ che Erziezung der Kinder tun den Schulen wird ganz vernachlässigt. Neichtguai ist das ein- zige Ding, von dem man in unsern öffentlichen Schulen spricht. Die Quantität des Taschengeldes ist die große Quelle der Distinfktion, und das Vermögen, der Sinu;- lichkeit fröóhnen zu fônnen, wird dem Schulfknabeu als. das summum bonuin vorgehalten, Dieje frühe De- moralisation, diese frúhe Neichthums-Huldagung, diejes

Vernachlässizgen der moralishéu Kultur ist 11 feinew So Wie {89

Lande in dem Grade zu finden, wie bei uns. der Knabe auferzogen wird, so ist er auch als Natin, Der Schall, der stets sein Ohr trifft, ist: „What is that man worth?“ (Wie rei<h ist der Mann?) Dies ist etuc nur allein den Englándern eigene Redensa:t, und üder nihts wundert sich ein Ausländer, der unjer Land be- sucht, mehr, als über die häufige Wiederzoluag dersel ben. Sie deutet die höchste Wichtigkeit an, welche man dem Deichthume beilegt, und den jüdishen Probierstein der Tugend, den wir bdesizen. Da also RNeichthu!z n dey Augen von Engländern von weit größerer Wichtiz- feit als Tugend oder Talent ist, fo dürfen wir uus nicht wundern, daß in den meisten Fällen die öffentliche Mei: nung so unwirfsam ist, daß sie Leute, die durch Beirug reih geworden sind, nicht znrück;chrectt.*“ :

Stx. Petersburg, s. Dec. (Aus der Petzrs- burger Zeitung.) ZJbre Maj-stát- die Frau und Kai)e- rin Maria Feodorowna haben, um Se. Maje{tät den Kaiser rücksichtlich, Jhrer Gesundheir zu beruhigen, Sich entschlossen, Se. Hoheit Michail. Pawioivitsh mit der Nachricht darüber an Se. Majestät deu Kaïjer- zu jenden. i

Ihre Majestät die Frau uad Kaiserin Maria Feo- dorowya haben geftern Abend Nachrichteu erhalten, welhe von dem erwúnshcem Wohlsein Sr, Majestät des Kaisers die Versicherung cebeu und Die baldige Aukunft Sz. Majestác in die Resfidenz-hoffen lassen, Vom 8. Dec: An der Sißunug der Mtuister- Komwität am verwicheuen 28. Nov. hat der Dirigtireude des Ministeriums der :auswártigen Angelegeuheiten an

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die Komitát- folgende Vorstellung eingereiht: Auf Ver-

anlassung des Todes unsers geliebtesten Monarchen des Kaiers Alexander Pawlowith hat dex Geueral Färst,

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warum ist die Meinunug- unwirksam gegen Knaisfe uud f zum overten

] nigst zu berichten,

R Mp “ti aas ita. 2am: aaa. ahn eiae

Wolkonsfji dem Hofmarschall Naryschkin eine Mitt lung wegen verschiedener zu trcffffeuden nöthigen L gungen gemacht. Ju Folge dessen hat si der mar}|chall darúber an den Dirigirenden des Minister der auswártigen Angolegendeiten, da diese Gegeusi das Ceremonial - Departement, und nicht das Host toir angehen, gewaudt. Der Dirigircnde des Mini riums der auswärtizen Augelegenheiten, welcher für thig sindet, auf dieje Veraulassung eine Trauer, g mission zu errichten , hat dazu die Entscheidun Minister-Komität erbeten. Nach frühern B:isyj wurden soiche Kommissionea gebildet aus einem ob Mar|chall vom Range eines wirklihen Geheimerg aus einem obersten Ceremonienmeister vem Range Gedzeimeraths, und aus zwei Mitgliedern vom ÿ, cines Geheimeraths oder wirklicher Etatsräthe, dies:n fam auch gewöhnlih, na seiner Obliege das Ceremonial - Departement zur Trauer - Konmj| Die Komitát hat, nah Veruedmung dieser Vorst:] und da sie es unumgänglich uöthig findet, ohne Y zu den Vorbereitungen zu s<reiten, die súr die Y zgungea zur Beerzizung der Leiche Sr. Majesti Katsers Alexander Pawlowitsh Giorre:ch.n Undy erforderlich siaë, in Anleitung der Alleihd{sten Us daß sie in Fällen, die feinew Aufschub leiden. ini suguugeu in Ausführung bringen foil, besch 1) Hierzu nach den früheren Beispielen eine Tg Kommiüi}jion zu errichten“ und für dieselbe zu ern Marschail deù wirklichen Geheim Fürsten Kuratin, zum |teüveriretenden obersten Cg nienmeister, wegen Abwejernhzeirt des Ober : Ceremd meijters, den Stallmeiiter, Séuacoë Waßilt|chikon, Mitgliedern , den Cexemonicttmetister G. afén- Sch und die- wirklichen. Etätsräthe Komaro.v Und Ochlyi 2). Alle für diese Koramiision ndth;ge verschieden amten und Bedienten von den Bihdrden auf dit} quisition dieser Kommission abzulassen , “der2n Si dann sciu wird, die gauze Ceremonie mit der, di serliheu Person gebührenden Achtung anjitordnet, gemäß die ciuzeluen Tyeiie dersetdven zu bejiimmean

wmt von Peruau nah Stettin mit Leinsamen.

heitert. i

Sch]weizerishe Eidgenossenschaft.

ny Handelsvertrag mir Würtemberg ratificirt, rtdauer aller bestehenden Adbgabeu unverändert s Jahr 1826 gurtgehcißen und bestäti,

olizeiverg2hen befaßt, r. eine sorgfältigere Berathung zurückgewiesen.

nug dahin :

n Ve:fágung verhzuden Jei.

rauf dargethan, ug vorhanden sei, welche i den fraglichen Gegenstand

lagen.

Napoli de Nomanuíi, 3. Nov. suchte Clida einzunehymén,

túcégeschlagen,

se zur Allerhöchsten Bestätigung einzureih-n. - Fil Ausgabea der Kommijhjion fürs erste funfzig cal Rub4 aus der Reichs : Shaßfammer zu veratfol 3) Da aus der Zu}chrift des Geueralatjuatanten, Wolkousfkji, erhcic, daß einige Sachen, als: der Ka liche Sarg, de Todtendeke, der Purpurmantil, Krone uad das übrige in der hiesigen Residenz fertigen udchig sind, so wird es der Ko missio s lassen, unverzüglich alle diese Sachen und das údii das nóôthig jeiu könnte, anzufertigeu und mit Exp ab„ufeuden. 4) Diesen Beschluß jeßt gleich alm: nistern zur Vollziehung mitzutheilen, und- eine Ÿ »avon dem Dirigireudea der Hof-Angel?geaheitien, i lichen Geh.imerath Fürsten Golizyn und dem Gel adjutanten Fúrst:u . Wolfkfonskji zur Nachricht zu M nahen. 5) Ueber alle die e von der Komität gil nen Verfügungen S7. Kalsferl. Majestät alier

Libau, 19. Nov. Am 16. dieses, Nachmil am 4 Uyr, strandete gegen über dem Garcre O-baka) Schwedische zveimastige Schiff Zephyr, vou Evel 1 Livorno bestimmt, dessen Ladung aus Péanfken un M bestand. Dec Schiffer dieses Schiffes, Samuel V maun’ stieg in das zur Rettung dexr Leuze an gefomini Boot mit eincmm Matrojeu und zwei Bauernz sié ren der Küste zu, wurden ader, ehe sie jelbige erreidl von einer Welle herausgeworfen und ertranten alle i nebst den vou ihnen mitgenommenen Dokumente 7 übrigen Matrosen lud gerettet, aber von der Lady hât noch nichts geborgen werden können, weil das 2 69 Faden von der Küste entfernt ift.

sungen von Messenien zurü.

Fregatte, Autigone, angefommen, m General, Consul, uit,

te, Jn unserm Hafen befinden sich nde!sjschiffe. Frankfurt a, M.

gistezu enthaltenen einen andern beizufugeu.

Vermischte Nachrichten.

Mi Verlin, den 31sten Decetnber 1825.

2 t Bezug auf den , von der Berliner Vossic{en

A gestrigen 305. Stück aufgenommenen Artí-

ie Dn Zeitüng , Über die angeblich satt

Bri Perrung dey Russishen Grenze für Neiseude tiefe, in Fôlge der Nachricht von dem Ableben

ft, daß

dert Gute * it, ist. jolhen Sperrung nichts be

Denselben Tag strandete gegen über

alen das Preußische zweimastige Schiff die Hoffnung, [ Veefährt vom Schiffer Johann Gottiieb Lange, und be- Der

? hier und die auf dem Schiffe si< befundenen Mas | osen sind gerettet, das. Schif aber ist gänzlich ge-

G Der oße Rath des Kantons Basel har in seiner júngsten i6ung am 5., 6. und 7. Dezember, den umständlichen deriht Über die Tagsaßungsverhaudiunugen angehöre, die

füc } Hauptort der Union, Washington, in dem für si be.

auch die ; Di si i : e<hnung- der Landarmenkainmer für 1824 genehmigt. Lihen dan Mostretts Kolandia -

eicerhin hat derselbe die ihm angetragene- Organisa- on des Statthalter:-Verhôramts, welches die minderen wieder an den fkleinen Rath

u rweiterung .und Verbesserung der Einfahrt am ug n Thor zu Liestal wurde ein eingereihter Plan gut- heißen, und dazu diz Summe von 15,600 Fr. augewie- 1, Endlich fam der schou im Frühjahr gemachte und r Regiecung Überwiescue Antrag, für Aufstellung geseb- r Bestimmungen wegen Auslieferung, Einyzimtscher d Angehödrizer, an fremde Mächte zur Behand- ng, Der Antrag hatte beim kleinen Ruth feine gún- ge Aufnahme. erzalten und das Befinden desselben man möchte die Sache auf sich beruhen ssen, da maucherlei Schwierigkeiten in der Erörte- ng zum Vorschein fommen wärden, au< writer nun ine Veraalassung mehr zu einer besonderen gesebli- Allein in freiürhigen trägen mehrerer Glieder des großen Rathes ward daß allerdings fatisame Veraulas- geseßliche Bestimmungen - T fr wünschbar . macheu se, Somit ward t'ann auch ein Rachschluß hiefür: aßt und der kleine Nath eingeladen, geseblihe Be- mungen über das mehrgeda<hte Verhältauiß vorzu»

Ibragim Pascha wurde aber mit Verlust gen und zog sih, nachdem er gleihen Wis sand bei Celvena und Zourta gefuuden , nah deu

Port au Prince (Haiti), 7. Nov. Gestern ist die den franzdôfi ‘al, ¡ _Hru. Maller und zwei andere die in bèn Häfen wohnen werden, am Berd

echs franzós,><e Unterm 12. Dec. wurde den

den verboten, ohne obrigfeitliize Erlaubniß ißre Namen enmächtig zu verändern, oder den iu den Gebuxts-

a Kaisers Alexander Majestät wird be-

1223

Gegen deu Preußis&en Staat hat sos<he feinen Augenbli> , weder an der Kaiserlich - Russischen, no< an der Köuiglich - Polnischen Grenze, statt gefunden.

Ein Aufsaß in der ZeitsHrift Columbus enthäle nasteheude Notizen úber die, erjten Negierungs*- beamten im Aufauge des Jahrs 1826 in deu verelt- nigten Staaten, iu Haiti uud Brasilien.

41) Verctaigte Staaten (25 an der Zahl uud 5 Gebiete, 174,390 geogr. Q M., 1824: 9,654,415 Einw.)

4 Sis des Congresses, Práfidenr: John Quincy Adams, E zu R ce tree, im Staate M .ssichusetts, den 11, Jaly 1767: in- stallizt deu 4. März 1825 für die Jahre 1825 1828. Jädrlihes Gehait 25,000 Dollars. Viceprästdecnt : Calhoun. Gehalt 5000 Dollars; Clay, Staatssecretair der auswärtigen Anzelegenheiton; Rush, Stcaatssecre- aagias n G Pas Par be, Staats secretair des Kriegs- epartement«, . „.. Minister des J d - f

6000 Dollars Gepalr.) | es Juneru, (jeder mit 2) Haiti, (Jusel in Westindien: son Hiepanio!a oder St. Domingo genannt, 1385 QM. 1824: 935,335 Ecnwohner), Hauptort : Port au Prince, Siß des Prà- sidenten und der Regierungzsbehöcden, P-âsldenrc auf Lebenszeit : Jean Pierre Beyer, seit 1818, ein Ma: latte, geboren zu Porc ay Prinucez seit Chrijtoph's Tode, im October 1820, constitutioneller Gedieier über die gauze Nepublik, welher 1821 au<h der vormals Spanische Antheil hinzuge{úgt waid. Gehalt 50,000 Doll. Die Constitution vom 2. Juui 1816 ist sortwäh- rend in Krafec,

3) Brasilien, 1824: 126,931 QM., 4,877,892 Ein- ivohner, . Rio de Jaueiro, Residenz des Kaisers und

Si6 dex Regierung; consiitutioneller Kaiser: Don Pe-

d7o-L, geboren den 12. Oct. 1798, vermählc mit Leo-

polzine, Erzherzogin von Oestreich, Tochter des Kaiiecs

Franz L. vou O-tèireich, geberen den 22. Jauuar 1797

(vier Töchter). Luis Jose Carvalho e Meclho. Ministers Staag!s'efretair der auswärtigen Angelegenheiten; Frans cisco Villecra Barboza , Minister - Scaats][ckretair der Ma:inez Clemente Ferreira Frauca, Minister der Justz z J. S Maciel da Costa, Minister des Junern; M. J. Pereira de -Fonceca, Vanister der Finauzen; J. G. da Silveira Mendouza, Minister des Kriegsdepartements.

Die Zeitschrift Britannia enthält na<stehenden Aufsa6 : Das lebende Sfkeletrxc.

Jn London is, in Pall- Mall, cia fürchterliches Geripp, unter dem Namen des lebenden Skteletts öffent- lich zu sehen, über wel<hes uns aus der Feder ein:s Arztes folgender Berichc zugékommeu if.

¡7 Der Name’ dieses außerordentlichen Wesens ist Claude Ambroise Seurat, geboren den 40. April 1797 zu- Troyes in der Champazagne. Seine Matter, €œin Weib von guter Gesundheit, hatte wecdec einen Sehre>, noch irgend einen Unfall zur Zeit der Geburcz jo daß seine Mißgestaltung in dieser Hinsicht durhaus uicht aus äußern Ursachen erklärt werden fanu. Nach der Aussage seines Vaters die Mutter is tode zeigte er nichts Außergewöhnlithes in sciner Gestalt , als er zur Welt kam; aber na<h metcnem eigenen Urtheil fann ih nicht zweifesn, daß er {hon damals eben so augHers orbeurlih mißges<hafffen war, als jeßt. Er wuchs Tegel mäßig fort bis zu detn gewöhnlichen Endpunkt des Wachs- thumsz aber zugleih-nahm auch seine Auszehrung und der Verlust aller Muskelkrast bei ihm verhältnißmäßig

zu. Bei dem Eintrict in das Gemach, worin er

E E E S A E E, « a T aua Lt a O qu,