1825 / 306 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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sh besiazdet, macht eine zusammengefrümmt sißende Ge- stalt, dünne, ausgemagerte Hände, eingesunkene Augen und ein fleishloses Besiht auf den Eintreteuden den Eindruck eines eben erst von einem langwierigen Kran- fenlager Erstandenen. Die Gesichtszüge sind vollkom- me ausgebildet und so, daß sie im Zustand der Ge- sundheit vielleiht selbst anziehend zu nennen“ wären ; sein Auge ist dunkel und ohne-Fehler, die tunica con- junctiva von einer shônen Weise; aber die Wirkung desselben auf den Beobachter ist peinlich, durch jenen Ausdruck von Aengstlichkeir und Gläsernheit (glaciness), den man ho allgemein bei Personen, welche an der Phthisis sen y svahrnimmt. Seine Zähne sind gut und seine Fähigkeit zu kguen entspricht jeinem Bedürf- niß; doch wird er bald dadurch ermüdet, eben so wie dur<h jede andere Maskel- Austrengung, weshalb er, um seine Mahlzeit zu halten, die leßte Kraft seiner Kau - Muskfeln anwenden muß.

Vergangenen Sountag war ich bei ihm zur Zeit des Mittagessens. Er nahm Suppe zu sich Nudeln, wie ih glaube ungefähr vier Eßldssel voll, und ap dazu den achten Theil eines Pfenning - Franzbrodes. Dieß und ein halbes Gläschen Cider machte jeine ganze Mah!zeit aus, Vor dem Essen schien er ängstlich; als er die Hälfte der angegebeneu Ouantität verzehrt hatte, nahm sein Appetit \merklih ab. Er ist im Stande, selbst seine Speise zu sich zu nehmen, wenn er sein Haupt halbwegs auf den Tisch hcradbeugt, wo der Vorderarm ruht; aber went er trinken will, jo muß seine Schwiegermutter (die ihn mit großer Sorgfalt pflegt) ihm helfen, weil er das Glas nicht bis zum Munde erheben kann. Sein Schlaf ist gesund und gutz blos zuweilen dur< Alpdrücken gesidrt. Seine Verdauungsfraft scheint hinreihead für das, ‘was das Gefühl ihm anweist, und seiue übrige Leidesbefchassen- heit ist regelmäßig. Der Puls war, als ich ihn uncter- suchte, voll, sanft und natürlich be]<hleunigt; nach der Mahlzeit hatte er etwas zugenommen, Seurat sprach gut franzôsish, und mit vieter Lebhaftigkeit; doch war er nach einigen Minuten sihtlih ershöpse Er hatte,

e er selbst erzáhlte, bei der Ueberfahrt nicht den ge-

Anfall von Seefkrankheit gehabt; au<h muß ich

t bezweifeln, daß. seite Muskelschwäche die-

ten hâtte. Seine Gesundheit war im All-

n immer iv gutem Zustand gewejen; vor fünf

ren hatte er indeß cine Leberverhärtting und außer- einen Anfall von Pleuritis gehabt#

Dieß ist im Allgemeinen die Beschassenheit des Un- alücflihen. Schreflich ist fein Audbli>, enn er sich atbidft hat. Die Grôße 5

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Seurats ist 5 Fuß 7-Zoll Linien; und seine Gliedmaßen sind, was / die=- Länge trie, in gutem Verhältniß. Nur, „wentt-erx in Gemach eintritt, bemerft man die ‘Austreungung, hn fostet - zu gehen, und -diegt-si<h «aw

er cines fleinen Kindes , das zugehen. ver-

{ei ißr. Wenn er aufrecht-da steht, so ausgezeichnete Vekttigfung des

nnd die sonderbare Biegung

ppen zu den unten eBstäe hin,

tbens- erflärt die-guffallende

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ih gus - und abwärts hewegt wer-

hmen scheinen. DaßdexSchlag deutlih zu sehen sein muß, , versteht sich uch die Leber, in ihrer Lage WÆuter- den

lich Zu -erfennen; sie ist gt" und ver- cheinlih durch eine frühßere-Eu- *ündungs- ranfheit ist zusammengezozen 'd ganz zeshæwunden ; as bei r Diât wohl Hay zu ver

en ind gleichsam mit zu

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Gedruact bei Feister und Eisersdorff.

wundern ist. Die Haut, die ihn bedecfc, einen größern Umfang bestimmt zu sein ; bene Spiße des fkemur (Dickbeins) is völlig sich so auch die obere spina des ilium und die Gestalt y isChium (Hüftbeins), nur eben das etwas mit 5, bede>t i; die glutei musculi sind bis auf nichts nahe géshwunden; und das 0s coocyx fann j dem Auge dis zu seinem äußersten Endpunkt vet werden, Aber bei aller dieser Vernichtung der Mus materíe finden wir die Sexualorgane in vollkommy Ausbildung und Kraft.

Wenn er sih umwendet, so zieht dic scapula y sere Aufmerksamkeit auf sich, die von ihrer natürli Lage abweicht, indem sie auf dem Trapezius - Mis bedeutend crhöhr ist, der dur<h deu beständigen ( brauch etwas gestärkt und daher schärfer bezeichnet als die andern Muskeln; die kleinsten Theile der g pulae (Schulterblattbeine) sind wohl zu unterschü Wenn sle aneinander gebracht werden, so fann y die Finger zwischen die hintere Ecke derselben und | Röäcken hinein legen; dort ist im Rückgrat eine bin tende, Seitenbiegung und ein Ausrouchs an einer Cervical-vertebrac. Auf den Schenkeln ist kaun (f Spur von Muskeln erhalten; das Knieband ist uy mein groß, weil alle Muskeln, welche die cylindrish Knochen verhüllen sollen, eingeshrumpft sind, F Hinter-Schenkel sind in weniger erbärmlichem Zus als die vordern , doch auch äußerst abgemageri, Y Haut über dem Knieband ist roth; die Füße zeity sih nur dur<h auffallende Breite aus.

Der humerus (Schulterbein) hat, wo er am sten ist, nicht über 4 Zoll an Umfang, indem die A keln hier noch viel mehr geshwunden sind, als um femur, Kaum ist noch eine Spur von dem Di und dem biceps fllexor cubiti, Der Vorderarm wo er am dicksten ist, 57 Zoll; die Handmuskeln jh ihres häufigen Gebrauchs wegen, nichc ganz ihre Hd beraubf, Die Hand isk dúrr, doch sonst nicht Ÿ nur sind die Finger aufwärts gekrünimt.

Die Ursache dieses elenden Zustandes des Unl lichen scheint in der allgemeinen Mißbildnng des thal zu liegen; für eine weitere Ausführung dieser Arsi it indessen der Raum dieser Blätter zu béschränkr, 1 wir verweisen unsere Leser desfalls an ihre ntedicinisd Freunde.

; {eint p die eingesg

Königliche Shausptele.

Sonnabend, 31. Dec. * Im Schguspielhause: genstreiche,// Posse in. F Abrheil., von Koßebue. Sonntag,“ 1. Januar. Jm Opernhauje: Jungfrau von-Orleaus „//-. romant. “Tragôdie in 2 theilungen, von? Schillèr." i “F Fm -Schauspiélijause:“>3¿Das heuer Sonntag fom. Singspiel“ in 2 ¿Abtheil y A Jn Potsdam, Zum Erstenmale: ¿Die D ten,‘ Lustspiel in 5 Abtheilungen, von E, Ky0 Hierauf: „¿Atexis und Susetta,// oder: „Die 1 sche Weikñlese „bei Monr'olivetto „‘/ . kbm. Balet ® Abtheilungen, vom. Köüigl. Balletmeister Hrn. W Musik von. Umlauf. Montag, ; ¿Jguuar. uan,‘ Oper 0 2 Abtheilungen,

von Mozart. A c In Potsdam. „¿Pagensiteiche,// Posse 1 75 thellungen, von Koßebue. Hierauf: „Alexis unt G

setta,/s kom. Ballet in 2 Abtheilungen.

Im Opernhause: ¡J inie Tanz- V

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