1887 / 125 p. 23 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

. zum Deutschen Reichs-An

M 125.

Sechste Beilage zeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Mittwoch, den 1. Juni

1887.

Der Inhalt dieser Beilage, in welcher die Bekanntmachungen aus den Handels-, Genofsenschafts-, Zeichen-

Eisenbahnen enthalten sind, ersheint auch in einem besonderen Blatt unter dem Titel

Central-Handels-Register für das Deutsche Reich. (:. 1254)

Das Central - Berlin auch dur die H Anzeigers SW., Wilhelmstraße 32, bezogen werden.

andels - Register für das Deutsche Reih kann dur alle Post - Anstalt ü Borde Expedition des Deutschen Reis- und icli Preafiftea Glacis,

Das Central - Handels - Register für das

und Muster-Registern, über Patente, Konkurse, Tarif- und Fahrplan-Aenderungen der deutschen

Deutsche Reih erscheint in der Regel täglih. Das

Abonnement beträgt 1 & 50 4 für das Vierteljahrr. Einzelne Nummern kosten 20 H. Insertionspreis für den Raum einer Druclzeile 30 S.

man

Vom „Central - Handels - Register für das Deutsche Reich“ werden heut die Nrn. 1254. und 125B. ausgegeben.

Der dritte Verbandstag der deutschen" Wohnfuhr-Unternehmer tritt am kommenden Montag, den 6. Juni, zu seiner Jahres-Versamm- lung in Frankfurt am Main („Rosenau“) zusammen und läßt eine zahlreihe Delegation aus allen größeren Städten des Reichs erkennen. Wie wir der inhaltreihen Tage8ordnung entnehmen, {ind bis- her 15 Punkte als Verhandlungsthema aufgestellt, die den ernsten Willen dokumentiren, niht nur direkt den Beruf berührende Angelegenheiten zu diskutiren, sondern auch Fragen, welche im Interesse der Obrig- fait, des Publikums, Straßenverkehrs 2c. eingehende Aussprache erfordern werden. Daß au die Lohn- fuhr-Unternehmer zu den Bewegungen der Gegen- wart: Innungen 2c. Stellung nehmen, läßt darauf findeuten, daß in diesen Kreisen das Bewußtsein tgster Förderung der Standesinteressen rechie An- ateniung gefunden. Ueber die Verhandlungen selbst aden wir \. Z. referiren.

‘en ‘thatsächlihen Theil des Jahresberichts dithandels- und Gewerbekammer zu Stutt- zut sür 1886 entnehmen wir Folgendes: In der Nilenindustrie befand \sich die Kundenmüllerei in feserer Lage als die Großindustrie, weil die Land- bebölkerung ihren Weizen, seitdem der Getreidepreis immer mehr sinkt, niht mehr so häufig, wie früher verkauft und gegen feineres Mehl vertauscht, sondern wiedèr mehr in den Kundenmühlen vermahlen läßt. Die Konkurrenz billigerer Weizenmehle aus Mittel- und Norddeutschland hat sich in dem abgelaufenen Berichtsjahr noch mehr verstärkt. Unter der Ein- wirkung derselben war die für Württemberg allein in Betracht kommende Weizenmüllerei noch weniger lohnend, als im Jahre 1885; einige Mühlen ließen au weniger arbeiten. In Hopfen entwickelte fich in Folgè der Mißernte in dem östlichen Theile der

Allgäu unternommen, und zu diesem Zwecke eine E Allgäu erworben und eingerichtet. Erzeugnisse werden in Stuttgart kontrolirt und von dort aus versandt und exportirt. Die Produkte gehen hauptsächlich nah Australien, Jaápan, China, Rußland, Indien, ferner nah Nord- und Süd- Amerika. Einen ausgedehnten Gebrau von reiner Milch-Konserve ohne Zucker machen neuerdings die großen englischen Dampfer, die nah Ost-Asien fahren, die P. u. D.-Linie 2c., sowie die englishe Marine. Die Preise der Rohstoffe sind’ etwas steigend. Die Anilinpreîise haben unter der Ungunst der Mode bei der stets wachsenden Produktionsfähigkeit der Theer- farbenindustrie seit 1883 eine enorme Baisse ver- folgt. In Indigo wär das Geschäft das ganze Jahr hindurch s{chleppend. Die Farbholzindustrie entwickelt sich in erfreuliher Weise. Die Lage der Seifenfabrikation hat si etwas gebessert. Mit Beginn des Berichtsjahres hatten Roheisen, Zink und Kupfer einen Tiesstand erreicht, wie ein solcher seit Jahrzehnten niht da war. Der Umsaß schien sich zu heben, doch ließ er wieder gegen den Sommer und das Spätjahr nah, woran die un- günstigen Herbstaussihten {huld waren. Endlich er- reichte die rückgängige Preiskonjunktur, an welcher das Eisenwaarengeshäft seit 1880 leidet, im Dezember 1886 dur eine Konvention der Hochofen- werke ihr Ende. Die Preise der Gußwaaren haben sich das ganze Jahr hindurch behauptet. Die Ein- fuhr amerikanischer Llandwirthschastliher Artikel blieb auf der vorjährigen Höhe. In Stuttgart war das Geschäft befriedigend. In der Geschäftslage des \{chmiedbaren Eisengusses hat sih wenig geändert, nur daß die Preise weiter sanken. Für die Fabrikation von Herden, Füll- und Regulir-Füll- ofen bestehen Etablissements in Stuttgart, Eßlingen, Maulbronn, Untertürkheim 2c. Seit etwa 6 Jahren

Union ein umfangreicher und lohnender Export nah Nord: Amerika. Der Bierkonsum wurde im Braujahr 1885—86 durch die reichlihe Obst- und Weinernte 1885 beeinträchtigt, erst im Herbst 1886, als Wein und Obst mißrathen war, gestaltete fich der Bierkonsum günstig. Die Stuttgarter Brauereien versteuerten in 1885 —86 122575 Ctr. Mal, gegen 159 959 Ctr. in 1884—85, und zahlten an Staats - Malzsteuer 712 878 F und städtischer NVerbrauchssteuer 173 343 #, gegen 799 797 be- ziehungsweise 199 974 Æ in 1884—85. In Folge der Mißernte in Obst wurden von außerhalb in Vürttemberg 1692000 Ctr. Obst eingeführt. iese Einfuhr überstieg den Landesmittelertrag an Kanobst, der nah dem Durchschnitt der Jahre 16 fich auf 1100644 Ctr. beläuft, um 1% Cr. Dank dieser großen Einfuhr stieg der Obstvreis nicht allzusehr, wie man im Anfang des E sefürhtet hatte. Ja er fiel sogar gegen ibe der Saison. Das Anfangs s{chwache Wein- ¿bist hob sich nach dem ungünstigen Herbst. Die Sliticifabrikation hat sih günstig entwickelt, dckch wird die Konkurrenz und „die Surrogat- fabrikation bereits empfindlich. Die bei Eßlingen sehr umfangreih betriebene Gurkenzuht (4 bis 5 Millionen Stück im Werthe von 10 000 4) war lohnend, Die Cisigfabriken hatten größeren Umsaß als im Vorjahre. Das Spritgeshäft läg ziemli lahm. ‘Die 5 württembergischen Zuckerfabriken ver- arbeiteten in- 1885/86 578 869 100 kg Rüben gegen 1026315 100 kg in 1884/85 und erzielten 14,86 9% R Produkte, gegen 14,02 %/ im Vorjahr ; die Mehrzahl der Fabriken arbeitete mit Verlust ; aud die Lage der Raffinerie war eine höchst un- günstige, besserte sich jedoch in der zweiten ilfte ves Jahres. Für die Kolonialwaaren- ranche war das Jahr im Ganzen günstig, für die Stärkefabrikation in der zweiten Hälste etwas ünstiger. Die bedeutende Chokoladenindustrie er- leute si des gleih befriedigenden Geschäftsganges wie im Vorjahre und namentli im leßten Quartale tiner Steigerung des O: Allerdings blieb der érzielte Gewinn hinter den Erwartungén zurück. Die Cihorienfabrikation wurde dur die niedrigen Zuer- und: Kaffeepreise in nachtheiliger Weise beeinflußt. Rübsl fand guten Da auch hat sich der Preis in Mannheim vom Juni bis Dezember von 48 H auf bl Æ pro 100 kg gehoben. Auch die Preise der Wbafabrikate haben {ih etwas gebessert, der Absaß wr gleihmäßig und normal. / Die Fabrikation von Ziegelwaaren, welche im Ihre 1883 den niedrigsten Stand erreiht hatte, wert sich seitdem. Auch im Berichtsjahr hat in Wt der Steigerung der Bauthäligkeit und der iinhmenden Verbreitung des Massivbaues eine er- lhöhte Nachfrage nah sämmtlichen Sorten gebrannter Stein stattgefunden, so daß. auh festere Preise telt werden konnten. Auch auf den Verbrauch von Gs, Cement, Marmor und Holzcement hatte die ethôhte Bauthätigkeit günstigen Einfluß; in Dach- cin und Ifolirfabrikaten war das Geschäft un- stig. j Für das Droguen- und Materialwaarenges{chäft hat sich das Berichtsjahr nit günstiger als sein Vorgänger gestaltet. Insbesondere zeigte das Ge- äft in Medizinaldroguen und Chemikalien, wovon hauptsächlich in die Schweiz und nah Oesterreich- Ungarn, vereinzelt auh nach außereuropäishen Län- dern, exportirt wird, wenig Veränderung. Der größere eil , der betreffenden Handelsartikel erfuhr einen weiteren Preisfall, einige derselben zogen gegen Ende des Jahres an. Chinin is seit August 1886 im Preise (von 65 auf 80 & pro Kilogramm) gestiegen, auch Kokaïn \{chloß in steigender Tendenz. ie Stuttgarter Fabrik für Malzpräparate hat die Fa- brikation hygienisher Milchpräparate im bayerischen

bessert sich in etwas der Umsaß Uünd au die Nachfrage nah besser gearbeiteten Fabrikaten. Als Sbhezialität wird die Eisenmöbelfabrikation (Garten- und Zimmermöbel, Thore, Geländer, Balkone, Bettstellen) in Schorndorf und Stuttgart bétrieben. Wie wiederholt seit der Zollerhöhung von 1879, fo äußert si auch diesmal wieder das Schorn- dorfer Etablissement über den \ Geschäftsgang be- friedigend. Für eine Stuttgarter Baubeschlägefabrik hat si die Lage gegen 1885 etwas gebessert, da der Bedarf einigermaßen zugenommen hat. Eine Koffer- \{loß- und Taschenbügelfabrik, welche nah Dänemark, Italien, in die Türkei und Schweiz exportirt, be- richtet, daß zwar der Schußzoll einen wohlthätigen Einfluß ausgeübt, aber die. zahlreihe Konkurrenz einen weiteren Rückgang der Preise verursaht habe. Von den Maschinenfabriken sind nur diejenigen gut und lohnend beschäftigt, welche (kleinere) Speziali- täten herstellen. Für die Herstellung größerer stationärer Maschinenanlagen reiht die Nachfrage nit aus; insbesondere nit für den Bau von Loko- motiven. Die Verkaufspreise verfolgten einen weitern Rückgang. welcher dur das Sinken der Material- preise nicht ausgeglihen wurde. Eine Maschinen- fabrik (in dem Meter Bezirk) konstatirt z. B., daß seit 1876 der Durhscnittsverkaufspreis für Maschinen von 100 M für 100 kg auf etwa 56 F für 100 kg, also um etwa 44/6 gefallen, während die Arbeits- lôhne in derselben Zeit um 30/6 gestiegen seien. Die Maschinenfabrik Cßlingen, welche in Eßlingen und Kannstatt 1300 Arbeiter beschäftigt, erzielte bei einem Umsaß von 3 200 000 einen Gewinn von 105 2824. Sie lagt gleich der Maschinenfabrik von Hildt & Mezger in Berg über den Rückgang der Preise. Fu landwirthschaftlihen Maschinen hat sih das Geschäft gegen 1885 noch verschlimmert. Die P Gta von Maschinen für den _Mühlenbetrieb atte einen weniger günstigen Geschäftsgang als in vorhergehenden Jahren, da die Mühslenbesißer bei der mißlihen Konjunktur nihts verdienten und au nichts anshafften. - Für eine Stuttgarter Maschinen- fabrik, welche seit einem Jahrzehnt hauptsächlich pneumatische Entleerungs- und Absuhrapparate für Städte, Fabriken, Hospitäler 2c. herstellt, folhe auch theilweise exportirt, war die Geschäftslage 1886 etwas besser als 1885. „Jch glaube“, sagt der Berichterstatter, „bestimmt, daß der Zoll nur vor- theilhaft darauf eingewirkt hat.“ Für die Werkzeug- maschinenbrandhe war der vorjährige Geschäftsgang im ganzen unbefricdigender als 18895, in einigen Fabriken mehr gégen Mitte des Jahres, in den andern hauptsählich im leßten Quartal flau. Die Verkaufspreise leiden, wie seit Jahren unter dem Drucke einer übermäßigen Konkurrenz. Von den Fabriken für Holzbearbeitungsmaschinen meldet die eine, daß sich ihr Absaß, von dem Osten abgesehen, etwas vermehrt habe, während die andere eine auffallende Zurückhaltung in den leßten Monaten konstatirt. Die renommirte Kannstatter Rund-Wirkmaschinen- fabrik (200 Arbeiter, Jahresproduktion 450 Maschinen, Export nah Oesterreih, Jtalien, der Schweiz, Luxemburg, Belgien, England, Amerika, Rußland, Dänemark, Skandinavien und Frankrei), welche seit 1882 ihren Umsaß immer weiter vergrößert hat, be- rihtet, daß auch 1886 der Umsaß gegenüber dem Vorjahr ih um ca. 20 % erhöht hat, so daß ein neuer Montirungssaal gébaut und die Arbeiterzahl um ein Drittel vermehrt wurde. Es ist dies dem enormen Aufschwung der Fabrikation von Damen- mäntelstoffen, welhe im 11. Semester 1885 etwas nachgelassen hatte, zuzuschreiben. Die Preise blieben sich gleih. Die Stuttgarter Rundstuhlfabrik, welche Rundwirkmaschinen für alle Zweige der Trikotage herstellt und na allen Ländern Europas, fowie na

sprehend den verschiedenen Fortschritten, namentlich die

as der in den Trikot- und Normal-Artikeln errshenden Veberproduktion am Ende des Jahres 1885 bemächtigt batte, dauerte auch noch im Anfange des verflossenen Jahres fort, wih jedoch im Laufe desselben, so daß man mit dem Abshluß des Jahres sehr wohl zufrieden sein kann. Der Ümjaß überstieg den des Vorjahrs; die Aufträge machten sih außer in kleineren für Normalstoffe, ganz besonders in großen Maschinen für Jersey geltend. Die belang- reihen Austräge veranlaßten eine erhebliche Ver- rößerung des Geschäfts und eine Erhöhung der rbeiterzahl ‘von 70 auf 150. Die Arbeitslöhne blieben so ziemlich auf dem gleichen Niveau wie 1885.“ Die Kannstatter Misch- und Knetmaschinen- fabrik, welche nach allen Ländern, ausgenommen Frankreich, besonders aber nah England exportirt, erhielt den Umsaß ungefähr auf der gleichen Höhe wie im Jahre 1885, nur wurde der Export speziell nah Oesterreich und Rußland wesentlich erschwert und in Folge der politischen trüben Verhältnisse und Aussihten auch der allgemeine Unternehmungsgeist bedeutend gelähmt, was einen direkten nachtheiligen Einfluß auf die Branche ausübt. In das neue Iahr jedoch nahm die Fabrik eine R große Anzahl bedeutender Ordres hinüber. Die Roh- und Hülfs\toffe sanken im Laufe von 1886 noch weiter im Preise, nahmen jedoch gegen Ende des Jahres wieder eine Bewegung nah aufwärts. Die Verkaufs- preise der physikalishen und meteorologischen Instru- mente, welche sich seit 1880 auf einem gedrückten Stande befinden, haben sich auch 1886 nicht gebessert. Dies trifft auch auf die Metall- (Aneroid-) Baro- meter zu, obgleich dieselben mehr und mehr Bedürf- nißartikel werden und der Umsaß sich stetig hebt. Der Grund des niederen Preisstandes wird in der Ueberproduktion, dann aber auch hauptsählich in dem überhandnehmenden Bestreben, billige Markt- waare zu fertigen und in der Einfuhr geringerer Waare aus Frankreih gesucht. Eine Kannfstatter Fabrik für Weder-Uhren und Wächter-Kontrol- Ühren, welche beide Artikel nach Oesterrei, Ruß- land, Italien, Spanien und Süd-Amerika exportirt, tonnte ihren Absaß, jedoch nur durch kleine Kon- zessionen hinsihtlih der Preise, mäßig erhöhen. Für die elektrotehnische Industrie läßt sich le welche Glühlichtanlagen - machen, eine Zunahme - des Bedarfs * konstatiren.

erfreuliche

Etablissement, das nah Schweden, Rußland, Dester- reih, Frankreih, Italien, Spanien und Belgien exportirt, die Herstellung von Dampfheizungen, Trockenanlagen, Vakuumpfannen, Doppelkefseln, Rektifikations- und Destillirapparaten für {chemis{che und Zuckerfabriken, Brauereien, Brennereien, Färbereien, sowie von Syzing-Cylindern für Webereien. Dasselbe berichtet über den Ge- \häftsgang des Vorjahres, daß es zwar niht an Aufträgen gemangelt habe, jedoch die Preise wenig nußbringend gewesen seien. Ein 1856 in Stuttgart gegründetes bedeutendes R be fabrizirt Rollläden aus Gußstahl-Wellblech bezw. aus ge- welitem Stahlblech und aus Holz, Rolljalousien und Zugjalousien (Wellblech-Walzwerk), Cisenkon- struktionen, Kunstshmiedearbeiten, gepreßte und gegossene Zinkwaaren für Bau- und ornamentale Zwedke. Dasselbe exportirt - in erster Linie Stahlblech-Rollläden, sodann auch architektonishe Zinkgegenstände und Kunstshmiedearbeiten. Der vorjährige E ang - war befriedigend. Die Metall- und Lackirwaarenbranhe konnte den Umsaß auf der seitherigen Höhe erhalten. In der Flaschnerei. sowie in der Fabrikation arcitektonischer und kunstgewerbliher Blechgegenstände zeigte ih 1886 ein S Konsum, wenn auch, wie beim Baugeschäft, bei sehr gedrückten Preisen. Von den Arbeiterversiherungsgeseßen werden segensreihe Folgen erwartet. Die Aktienplaquéfabrik Eßlingen für Her- stellung von versilberten, vernickelten und kupfer- bronzirten Haushaltungs-. Küchen- und Luxusartikeln, die nah allen Welttheilen exportirt werden, kon- statirt, wie wiederholt seit 1883, eine_weitere nam- hafte Vermehrung des Umsaßes und Steigerung des Exports und zuglei eine Besserung des inländischen Geschäfts. Die Fabrikation in Silberartikeln war, wenngleich zu wenig lohnenden Preisen, so doch hin- länglich beschäftigt. In den Goldwaarenfabriken war der Geschäftsgang auf dem deutschen Markte bis Mitte des abgelaufenen Jahres ruhig, jedoch

Waare bestanden und Werth gelegt. Andererseits fonstatirte aus dem damals so aggressiven Pforzheim ejn Bericht vom Januar 1887 in dem „Deutschen Handelsarhiv“ S. 93: „Die Befürchtungen, daß das Geseß, welches die französishe Industrie in den Stand: seßt, Fabrikate in jedem Goldgehalt für den Export herzustellen, die Pforzheimer Fabrikation schr schädigen und aus ihren Absaßgebieten verdrängen würde, haßen sich in keiner Weise erfüllt; die Wirkungen dieses Geseßes haben vielmehr die Leistungsfähigkeit des eigenen Landes ges{chwächt und diejenige Pforzheims gesteigert.“ Silber, das im vergangenen Sommer wohl den niedrigsten Stand hatte, ist zeitweise niht unbedeutend gestiegen. Jn Juwelen traten keine nennenswerthen Preisänderungen cin, feine Waaren, seien es Perlen, Brillanten, Rubine, Saphire oder Smaragde, sind und bleiben esucht bei hohen Preisen, wogegen zweite und dritte

ualitäten wegen geringer Nachfrage billig zu haben sind. Ein strebsames Etablissement für unechte Bijouterie- und Metallwaaren aller Art (haupt- sächlich Schmuckgegenstände sowie Münzen, welche theils nah Brasilien und Spanien exportirt werden ) hat den Umsaß gegen voriges Jahr wesentlich erhöht.

Für die deutshe Baumwollspinnerei waren die 1886 er Betriebsresultate a denjenigen Englands und der übrigen Kontinentalstaaten durchschnittlich sehr ungünstig. Dagegen vergrößerte si die Baum- wollenweberei nicht unbedeutend. Die Eßlinger Baumwollenspinnerei und ' Weberei, welche 43 200 Spindeln und 500 Webstühle umfaßt, konnte im Jahre 1886 10# 0% Dividende vertheilen. Die Handweberei baumwollener Zeuge befand si in ge- drüter Lage. Die Nähfadenfabrikation hatte gegen die ausländische Konkurrenz einen {weren Stand. Tuchfabrikanten konnten befriedigende Preise nicht erzielen. Die Kammgarnspinnerei in Eßlingen hatte guten Absaß für ihre Fabrikate. Neben Sachsen und Berlin ist Württemberg die Haupt- produktionsstätte für Trikotagen ; erst voriges Jahr wurden hier mehrere mechanische Trikotwebereien, darunter eine solhe für 500 Nundfstühle eröffnet. Diese Branche hatte sich 1886, wie in allen Distrikten, wo sie ihren Sig hat, einer dur die anhaltende Mode (Damenjacken) begünstigten Weiter- entwickelung und eines reihlichen Zugangs von mehr als hinreihenden Aufträgen zu erfreuen. ür die sehr bedeutende Leinenfabrikation war der

bsaß in

Als Spezialität betreibt ein größeres Stuttgarter | der ersten Hälfte des Jahres ziemlich befriedigend,

in der zweiten Hälfte \{chleppend. Das Umgekehrte gilt von einer Jacquardweberei für feidene, leinene baumwollene und wollene Decken. In der Geschäfts- lage der Bleicherei und Appretur hat \ich nichts Wesentliches geändert, ebenso in der Herrenkonfektion. In Manufaktur- und Pußwaaren war das Geschäft im Frühjahr s{leppend, besserte si{ch aber im Herbst. In wasserdihten, chemisch präparirten Decken und in Korsetten war der Geschäftsgang unverändert.

Der Ledermarkt ließ hier und da im Umsaß, überall in Preisen zu wünschen; die niedrigen Leder- preise wirkten aber auf die Gerberei belebend. Die wohlthätigen Wirkungen des E gesetzes auf die Arbeiter werden in dieser Branche ausdrücklich hervorgehoben Die Schuhwaaren- fabrikanten sind mit den Resultaten des Jahres 1886 wenig zufrieden. In der Portefeuillenwaarenfabrikation blieb der Umsaß im Ganzen unverändert, jedoch machte sih die übergroße Konkurrenz immer fühl- barer. Auch die Handschuhfabrikation krankt an Veberproduktion. Der Handel mit Haaren, Borsten, O und Flaum hat sich gleihmäßig ent- wickelt.

Im Holzhandel ist die erhosste Besserung aus- geblieben. Die bedeutende Stuttgarter Möbel- und Parkettfabrikation erzielte in einigen Fabriken einen gesteigerten Umsaß, aber zu niederen Preisen; in an- deren blieb die Nachfrage hinter derjenigen des Vor- jahres zurück. Für fertige Parketten stiegen die Preise um etwa 59/0. Cin Stuttgarter Engros- Geschäft für Küchen-Holzartikel, welches dieselben auch fabrizirt, hat eine weitere mäßige Steigerung des Umsaßzes zu verzeihnen. In“ der Lage dex Kisten- fabrikation ergab sich keine Aenderung. Die fa rie mäßige Anfertigung von Wagen hat sich bedeutend gehoben. Die Pianofortefabriklation steht unter dem Druck übergroßer Konkurrenz. Der Orgelbau war erheblih stärker beshäftigt als im Vorjahr.

Die Papierfabrikation wird im Handelskammer- bezirk nur von einigen Etablissements betrieben, eine

besserte \sich derselbe im zweiten Semester etwas. Die gesteigerten Ansprüche an das Material sind für den Uebergang zur Stempelung in Gemäßheit des Feingehaltgesezes, welhes am 1. Januar 1888 in Kraft tritt, sehr günstig. Heute {on wird in besserer Waare kaum ein ungestempeltes Stück mehr fabrizirt. Mit Genugthuung kann die Handels- kammer, welche wegen der entschiedenen Befürwortung dieses Geseßes fast von allen Seiten Angriffe er- fahren hat, konstatiren, daß die damaligen Befürch- tungen, M das Geseß der betheiligten Industrie Schaden zufügen und den Verkehr in Edelmetall- fabrikaten doh nit heben und regeln werde, gegen- wärtig von Niemand mehr, weder in der einen noch in der andern Beziehung getheilt werden. Heute ist

L in Stuttgart prosperirte troß der sinkenden Verkaufspreise. Im Papierhandel sind wesentlihe Aenderungen niht eingetreten. Für die rylographischen Institute war das Jahr 1886 sehr ungünstig; der Lichtdruck erfreute {ih vermehrter Aufträge; die Institute zur Herstellung von Kunst- blättern, farbigen Jllustrationen, Plakaten u. dergl. zeigten wenig Lust zu neuen Unternehmungen.

orstverkehrsblatt. (C. Seit, Aleeste, 5.) Nr. 21. Snhalt: Hani n kehr: Berliner Holzmarkt. Neueste i Preise s an Ja ine theilungen: Preußen. as u jh Forst - Assessor - SrbringisHer

wohl Alles darüber einig, daß das neue Gesetz, unter Vermeidung aller lästigen und den Betrieb erschwe- renden Kontrolemaßregeln, das Vertrauen des ein- heimischen Publikums auf deutshe Silber- und Goldwaaren stärken, und dadur naturgemäß den

den Vereinigten Staaten exportirt, berichtet : „Die Krisis, elbe sich auch der Rundstuhl-Brande in

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zu Ehren bringen wird. besseren

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Verbrauch erhöhen, andererseits das deutsche Fabrikat Holzarten. ch | im Auslande vor unehrlichem Mitbewerb {ügen und

U. z E ß i Vereinsnachrihten: Glsaß-L nting. (SAUh) fen:

mer andlungen: Moos E ver mer E DoA MWaldhaus. Unter- Ai i ‘Hwindungsverhältnisse einiger ungen V Heß, Prosessor zu.Gießen 2c. R