1827 / 29 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Der Graf Villa-Flor befand sich den-9. in der Ge- end von Coruches- da- Beira, wo er ‘die Aufrührer ge: chlagen hat; es fehren tägli viele Ausïeißer zu ihren

Fahnen zurü.

Die S16ungen der Kanimern dauern fortz in der Deputicten - Kammer ist ‘beschiossen worden, daß dem Könige von England von den ihm votirten Dankßbézei- gungen, durch Uebersendung- des betreffenden Protofolls an den portugiesi\|chen Gesandten in London Kenntniß gegeben werden jollce.

P r eem

I 4 00D i Düsseldorf. Ueber die Verwa'tungen der Stadt und Landgemeinden läßt sich nur Rühmliches erwähnen : Das gefährlihe Nervenfieber in der Stadt Duisburg hatte im verwichenen, Sommer insbesondere die ârmere Volktskla}e sehr ergriffen. Einzelne Wohl:häter reichten den armen Kranken Fleish- und Weinsuppen ; allein diese mußten, als den heftigen Fieberkranfen unheiljam, ärzclih untersagt werden. Dies leitete auf die J2ee zur Einrichtung einer Krankeusuppeis » Anstalt aus rei. willigen Beiträgen, Der Obere des Meinoritenklostere ráumte dazu eine Küche ein und unt.r Leitung der Aerzte wurden dort die verschiedenen Suppen durch Sammlungen und Anschassung der Ortsbehöôrde bereitet, die dann auf die von den Aerzten ausgestellten Suppen. marfen unter Aussicht der Ortsbehörde, an die armen und minder bemitt«clten Kranken vertheilt. wurden, Die freiwilligen Beiträge flossen so reichlich, daß das ganze Bedrsniy damit bestrittea werden kounte, obgleich in manchen Häusern die ganze Familie danieder lag und Nachbarn die Suppen abholen mußten, Bei dieser glücklich Überstandenen Epidemie haden sih die Aerzte, Professor Dr. Günther und Professor Vr, Ca: stanjen, so wie der Wundarzt Louis, bei der Suppenanstalt ader vorzüglich der Beigeordnete des Bürgermeisters, Kauf mann Haas, ausgezeichnet.

Ju der Stadt Rees war bisher der Maifktplaß wegen seiner niedrigen Lage stets den Rhetnüber|chwetn mungen auszescht. Die Erhöhung uud Bepflasterung di elben war zu 1900 Rthlr. veraunjchlagt, mußie aber uirerbleiben, weil die Stadt dazu die Mittel micht aufs» zubringen vermochte. Dem wackern Beigeordneten des Bürgermeisters, Schulß, ist es geluugen diese Arbeit durch freiwillige Beifuhren und Beiträge zu Stande zu bringen, und jo ist dieje Anlage, welche zar Zierde der Stadr gereicht, fast oyue Beitrag der (tádeischea Kasse bewerkst:lliget worden.

Jn der Stadt, Cleve ist seit zwei Monaten. in dem dortigen ehemaligen Müúnzgebäude etne Armen , Arbeits und Verpfleguags Austalc auf Kosten der Stadt euge richtet, wovon sich die Ortsbehôrde elnen günstigen Cer- folg verspricht.

Ju dem Städtchen Rheinb:rg, im Kreise Geldern, ist etn Schulgebäude von 105 Fuß Fronte, für 400 Kinder erbaut worden und zwar ohne dedeutende Bet: rráge der Gemeindekasse, indem der thâtige Bürgermei ]ster Schesser die Fonds durch freiwillige Gaben bemit telier Eiawohner größtentheils zusammen gebracht haf,

Alle Berichte aus den Landgemetuen liefern De- iveise, wie wohlthätig die Theilung und Veräußerung der Gemetindebrücher auf die Kultur gewirkt habe. Jui Kreise Geldern 1st die trockene Jahreszeit des ve! slo{]e neu Sommers dazu benußt worden, die nun ins ‘Pri vateizenthum Übergegangenen Sumpfdist:ifte früherer Gemeinheiten in Gräben und Dómme zu legen und ur bar zu wacher, Jm Kreile Kempen siehe man Gär cen anb tfúnjiliche Wieseu da eutstehen, wo uan soust

jenen

dde Gemeinheiten erblicfte, und der Bärgermeister (;

rot zu Dúttgen hat den nun durch “Theilung «j mehreren Gemeinden gemeinsamen Bruchs entstande;

Scheidungsgraden fFfreundlih und friedlich mit 1

Weidenstämmen bepflanzt, wo in früheren Jahrhun

‘ten benachvarte Gemeinden sich um bie Grenze tj

dden Weidstciches vor den Getichteu und au | herum stritten, ch ch thy

Vermischte Nachrichten.

Die Gesellschaft, welche sich ‘in London gebildet f um mittelst der Dampfichiff2hrt den Handelsverhi nissen Englands mit der neuen Welt eine größere ) dehnung zu geben, und ‘dereu Pläne durch cinen tyr selbst py\lizirten Prospektus bekannt geworden su verdieut dié bejondere Aufmerksamkeit. Sie wy durch eine Parlamentsafte ins Leben gerufen, un | Kdaig verliey ihr anjeyulihè Privilegien. Jhr Kyj bejieht aus 600,000 Pf. Sterl, (ungefähr 15 Mil Franken.) Sie hat als Néederlage der nach Am bestimmten Waaren den vorzüglichen Hafen von Vil tia im |Üawestichen Theile von Jrland gewählt, H werden die Waaren von der Themsë, von Glaszwy, ( verpool, Bristol, Limerick und Galway auf Du schiffen hyingebracht, welche ‘die auf izrem Wegé gl nen Häâjen besuchen sollen. Von Valentia aus n Dawpsichisse von der größten Ladungsfähigfkeit abzi eins diejer Schisse, mit gehörigem Brennmaterial | seyen, wird, invem es den Ocean durch schneidet, st binnen 15 Tagen nah New York und Halifax in Y schotiland-begebven z eiu anderes wird regelmäßig {h Monat abgeheu, und, auf seinem Wege nach Jam die afrikanm]chen Juüjeln und Madera berühren , l uber die Azoren und die bermudichen Juseln_ Rückweg neymen. Vou Jamaica aus werden an! Dawpsichisse mit Havannay, Veracruz und den übti Seehäfen vou Südamerika 1n Verdindung gefelzt wel Quedeck und Halifax weroen in unm.ttelbare Berüh! tommen, um die Schiffahrt und den Handel nad Junern von Nordameiika auszudehnen, Die (Wi punkte der englischen Handelstyätigkeirt werden sihV

in Bezug aus dle zwei großen Abtheilungen der 1

Welr, tun Neuschottlaund und Jamaica bcfinden.

zu treffenden Atioronungen gestatten, Waaren und. jende mit der größcen Schnelligkeit und mit solcher cherheit zu besôrdecn, welche die gewdhnlihe Swiff aomódglich gewähren fann, Die Passagiere werden cen SQhisseu der Gesellschaft alle Gemäch!ichfeiten l Auneywili{ketiten des Leoens aztreffen, Es wird (hrer Wahl auheim ge]tellt bleibea, ob sie die N :istl unterboochea sortjeßen, oder ob sie mit den Post\dil fieinere Stattonen einhalten wollen, um sich von

Beschweilichketien der Fahrt bisweilen ertolen zul

uen, Die Vortheile, welche aus dieser Anstalt fürs lauds tnnern und äußern Handel entspringen wil ad auzenscheinlih, und die Gesellschaft hätte sid Mühe úb-rheden tdunen, tiese Vortheile in dem Projp:frus noch besonders auseinanderzl Mit derlelden Gewißheit thut sie auch dar, daj land, im Falle eines Krieges, durch diese Tra mittel einer Ueberlegeuheit im Handel und? Seeoperationen gelangen werde, die durch náchs l wog-n zu werdea vermag.

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K m1.g (1.0) S aus pel Freitag, 2. Fbr. Jm Opernhauje: ¡¿„Euryanl große h storisch , romantiiche Oper in 3 Adch alu mic Taz; von Helmina vou Chezy- M. v. Weber.

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T V E T merter ren

Gedruckt bei Feister und Eiserédorfí.

Nedacteur Joh!

Berl

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reußishe Staats-Zeitung.

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§7

29

—,

abend, den 3ten Februar 1827.

E S E E Emem

Amtliche Nachrichten.

Kronik d

es Tages.

Seine Majestät der König haben dem Grasen Cle-

von Boos: Waldecf die

¡heilen geruhet.

Kammerherrn , Würde

u Hezirk der Königl. Regierung zu Merseburg

e Kandidat des Predigtamts, eer zu Ober- und Niedermöllern,

a; der Kandidat des iKorschewib,

4 an der h) der Kandidat ad Drude, orie Ermöleben z mh Aug. Friedri horie Cônnern ;

der cl)

h,4y Gottfricd Heinrich inderoda, Ephorie Freiburg ; der hnts, Christoph Friedrih Biedermann, ju Ermsleben und Pfarrer Ermsleben ; der Kandidat

Áacob, als Pfarrer zu Brôckau, Epho

il Gottlob Zth t, als

H

Freiburg ;

als Pfarrer zu Ephorie Sangerhausen; der Kandidat ‘Friedrich August Henhticke, als zweiter St. Wenzelstirche in des Predigtamts, Adolph Heinrich als Pfarrer zu

der Kandidat

Joseph Born, als Ephorie Ecfarts- Predigtanits, Friedrich Wil, Bachra und Scha- des Predigt: Diako: Naumburg, Ephorie Molmersshwenda,

Kandidat des Predigtamts,

, als Pfarrsubstitut in Treb-

des Predigtamts Stolze, als Pfarrer zu. Kandidat des Pre- als Nek: zu Neuplätendorf, Epho- des Predigtamts, Johann

der Kandidat des Predigtamts, Gortlob Föôr- Diakonus zu Heldrungen; edigtamts und Rektor zu Freiburg - ih Werner, als Pfarrer zu Möckerling, der Kandidat des Predigtamts,

der Kandidat des Johann Efaias Epho Gerhard

or Me yer, als Pfarrsubstitut und einstiger Nach-

jr zu Klibschen, edigtamts, Eduard

idigtamts, Johann

Zeuchfeld, Ephorie Freiburg, Der Diaconus zu Lüben,

uge, ist als Pfarcer lez der Diaconus zu ppe,

der Húlfsprediger in

als Pfarrer nach

Ephorie Torgau; der Kandidat des Gotthelf ju Trossin, Ephorie Torgau, Friedrih Balßzer,

Ehrenhaus, als Pfar- und der Kandidat des als Pfarrer angestellt.

Johann Daniel Gottlob

nah Neuß , zweite Ephorie

Eckartsberga, Johann Friedrich

Blônsdorf, Ephorie Zahna, MWictenberg, Christian Gott

) Taucher, als Pfarrer nach Schmiedeberg, Epho-

Kemberg, verseht.

d die bisherigen Ober! arl Frietrih Dohm,

Neu)! Y ) Mulit "Fei dem Königl. Oberlandes - Gericht zu Hamm

andes: Gerichts: Auscultatorén

Wilhelm R ocholl, Heinrich

Engelbert Tendering, Ludwig v. d, Leithen, Wils helm Hennecke, Gustav v. Rappard und Wilhelm Schmiéding als Referendarien bestätigt worden.

Angekommen. Der Königl. Spanische Kabínets- Kourier Colle, von St. Pecersburg. Durchgereist. Der- Kaiserl. Russische Lieutenant T E als Kourier von St, Perersburg nach aris. : : Der Kaiserl. Russische Feldjäger Feodorow, als Kourier von Paris. nach St. Petersburg,

P V T T

Zeitungs-Nachrichten.

Ausland.

París, 26. Jan. Zufolge des Berichts des Gras fen Simeon würde der Geseßesvorschlag Über die Ges- \chwornenanstalt in seineu Abänderungen folgendermas ßen erscheinen, Spätestens am 1. Auzust hat der Prä- feft ein Verzeichniß anzufertigen, welches zuerst alle Wähler, und dann alle diejenigen Personen enthält, die, ohne Wähler zu sein, sih in einem der durch den Art. 382. der peinlichen Prozeßordnung vorgesehenen Fálle befinden ; es bleiben nur diejenigen Beamten und ubrigen Angestellten weg, die nicht Wähler sind. Dies ses Verzeichniß muß aus wenigstens 600 Personen. be- stehen, triffc man diese Zahl nicht unter den Wählern, und unter den ihnen auf obige Art beigesellten Perso- nen, so wird sie durch die Meistbesteuerten vollzählig gemacht, Dieses Verzeichn:ß dieut zur Bildung der Geschwornen und der Wahlcollegien, Es - wird am 30, September definitiv geslossen. Ein Ex-:mplar desselben wird auf der Mairie des Hauptortes des Kantons, dann auf der Unterpráäfektur und der Präfektur niedergelegt. Die Reklamationen werden in dex durch den Art. 95. des Gescbes vom S. Februar 1817 vorgeschrieb:nen Weise angemeldet und darúber erfaunt. Wer sich eins mal in dem Verzeichniß eingetragen befindet, fann nur durch eine motivirte Entscheidung ausg: strichen werden, die der Appel unterworfen ist, Der erste Theil jenes Verzeichnisses tritt an die Stelle des bisher für die Wahlcollegien vorbereiteten Verzeichnisses derselbe wird bei Gelegenheit der Wahlen éffentlich angehestet, nebst

einem Nachtrag der Berichtigungen wegen Verlusts oder Erwerbung der Wahlrechte. Am 1. Oktober bildet der Prásident ein specielles Verzeichniß súr die Jury des ev besteht aus etnem Drittel des

künftigen Jdhres: | ' ganze Verzeichuiss:6, darf aber die Zahl vou 300 nicht