1827 / 34 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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ßen. Entlassen wurden 171 Wöchnerinnen, 144 mit 145 Kindern, 27 ohne Kinder. G,

-ÎIn dem verflossenen Jahre 1826 hat die wohlthä- tige Anstalt der Elijabethinerinnen hieselbst sich als solche auf das Rúhmlichste bewährt. Es wurden darin ohne Núcksiht der Religion, des Standes und der Geburt mit Einschluß der ab- und zugehenden Keanken aufge- nommen, verpflegt und behandelt : 1055 Personen weib; lih:n Geschlechts, wovon nur 25 gestorbeu und 924 ge- jund wieder entlassen sind. Erleichert verlirßev diese Anstalt 26 und von 8 Personen, die sich der fernern Pflege entzogen, blieb der Kranfkheitsausgang- unbekannt, Zur feruern Heilung verblieben 72 Personen.

Vermischte Nachrichten.

Der würtembergishen Kammer der Abgeordneten ist der Entwurf eines Geselzes úber das G.werbwesen vorgelegt worden. Man will nah demselben das alte Zunftwesen verbessern, statt es ganz wvegzu'chaff}en, Nach- stehendes ist der wesentliche Juhal!t: Die Züusftigkeit wird in Zukunft bloß in das Meisterreht ge|eßt, und dieses soll, dem Publikum eine amtliche Bürgschaft für die Brauchbarkeit der Arbeit geben. Der Ertheilung eines Meisterrechts maß stets eine Probe vorhergehzen, von der feine Befreiung starr fiaden kaun, Die Dauer der Lehrjahre soll ebenfails von ciner zu machenden Probe abhángen, damit der Geschickte \chnell ausgelernt hat, der Träge“ aber länger leruen muß. Kein despotischer Handwerfobrauch soll den Gescllen an der freien Wah! jeines Meisters, an dem Uebertritt aus eier Weckskäcte zur andern hindern; das Wandern. soll durch Unterstüz- zung und Belohuung gef&rdert, nicht durch. ge)ebliche Vorschrift erzw angen, vielweniger durch etne Geldabgabe ausgeglichen werden. Die Siß: oder Muthjahre sollen aufgehoben, Keinem, Dder die Meisterprode bestanden, soll die Aufnahme in. das Meisterreht verweigert, Kei nem die Ausüdung des erlangten Mcisterrehts in-der Gemeinde, der er als Bärger oder Beisißer angehört, auf irgend eine Weise erihwert werden 2c, Zugleich will der Entwurf alle, bisherigen Beschränkungen in der Zahl der Lehrlinge, der Gejellen und: Werkstühle, in der Wahl der Werkzeuge, Maschinen, Hülfearbeiter und Gesellschafter, auch die sogenannte Wartzeit für die An. nahme von Lehrjungen geseßlich aufgehoben wi1sseu, wo- mit auch alle bisherigen Dispensations. Einholungen in den bezeihneten Fällen abgeschasset werden. Die gleich zeitige Betreibung unzünftiger neben dem zúnftigen Ge:

werbe soll dem Meister unbedingt, die gleichzeitige Be- f

treibung mehrerer züuftigen Gewerbe nah vorgäugigem Erkenntniß des Bezirks. Beamten gestatt:t werden. Je; dem Handwerks Meister soll der Haadel nicht bloß mit seinea eigenen sondern auch mit fremden Fabrifatien sei: nes Gewerbes erlaubt werden, Dagegen wird den Hand- werfern der Handel mit fremden Fabrikaten verboten, und. der Handelsstand vou den Beschränkung-n zum

Vortheil der Handwerker befreit, die_ bisher bestanden, |

Bisher hing es nur von dem Willen der Regierung ab, den jogenanntéa gelernten Kaufleuten jede beliebige Zahl foncejsionirter Krämer an die Seite zu seben; nach dem vorltegenden Ge]cßeutwurf will die Regierutiig von diesem Rechte künstig uur so weir Gebrauch machen,

Gedruckt bei Feister und Eisersdorff.

Érichútterungen leidet. Betrachtungen konnte jedoch nur auf den Detailÿandi

Minister“ sich folg:adermaßen aus:

«dem Kunstfleiße des Einzeluen, noch der National J

als das ôrtlihe Bedürfniß, d, h.« der Mangel d. dentlichen Kaufleuten, in einzelden-Ortén die Dazwische

funft solcher Krämer fordert. Die Regierung war h +

nahe geneigt, die Zünftigkeit des Handelsstandes auf; | l c U l c f heben, und den Handel nach dem Vorgang anderer Se i

ten, frei zu geben; unterließ dieses jetoch um der Nation M hz : Industrie, die durch das vorliegende G-seb gehoben weudd

soll, nicht wit einemmale eine allzu starke Richtung nach dy

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meine

aats - Zeitung.

wenigstens scheinbar, bequemeren Handels - Gewerhe j geben, und, um nicht eine eben jo achtbare, als zt reiche Klassa von Gewerbsmännern der Konkurrenz ler Handelslustigen in dem Augenblick blos zu stelle wo dieselbe mehr als irgend ein anderes Gewerbe dur

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die Ungunst der Zeiten und durch so manche zufällig Die: eine wie die andere dies,

nicht aber auf den Eroßhandel Auwendung finden, d leinen Wesen nah so wenig, als der Handel mit (M

Urprodutten unsers Bodens, die Fesseln des Zunsftzwaj ä : i à Amtlihe Nachrichten.

ges duldet. Kronik des Tages.

Die Fabriken sind dem Zunftzwang nicht unterwe fen. Eben so die neuen Erfinder, Einfährer oder Ye

Des Königs Majestät haben dem Proviantmeister ingerhans zu Erfurt, den Character als Kriegsrath

besserer eines Gewerbzweiges. Die Selbstverfertigu zum eigenen Gebrauch, ist ebenfalls erlaubt, Die lj

verleihen und das Patent Allerhöch stseldst zu vollzie- n geruht,

weberei kann ohne Meisterrecht als Nekbenbe schè\tigu

geübt werden, Das weibliche Geschlecht kann id) sei

Kleidungsstücke durch Personen weiblichen Gestkt fertigen lassen. Erfindungs- und Einführungspatm werden ertheile, Am Schlusse des Vortrags spricht d Nicht in der 0 schlossenheit der Gewerbe liegt die Gewähr für te Nahrungsstand des Gewerb - Mannes, sondecn ih | Möglichkeit, seinem Gewerbe jeden beliebigen Grad 1 innerer Vollkommenheit und von äußerer Ausdehnun zu geben. Zu allen Zeiten haben die Stumpér úh das Ueberseßtsein der Gewerbe, die Trägen über Sti kung von Haydel und Wandel geklagt; allein diz h here Industrie bricht sich {bst ihre Bahn, wenun die Gesebgebung ihr nicht hemmend in die Räder greif Diele Hemmunisse, -diese |hädlichen Auswüchse in tleinlicheu Zunftgeistes aus dem Wege zu räumen, d die Aufgabe der Revision unserer alternden Zugaftgsct |0 wze er f 6t gestellt ist, wird der Zunftverband wu

Iagekommen. Se. Exc. der Oßber-Burggraf und Vofnarshall Sr. K. H. des Prinzen Wilhelm von reußen, Graf von der Gröben, von Danzig.

Der General-Major -und Kommandaut von Silber- 1, von Kyckpusch, von Silberberg.

Zeitungs-Näthrichten. Ausland.

Paris, 2. Februar. Die Pairs-Kammer hat den dustrie im Ganzen störend in den Weg treten ; er nsen Artikel des Jury Gesckes angenommen : nicht aber nicht allein unschädlich, er wird vielleicht sogar ein Mie gestern nach einem irrthämlichen Gerüchte gemeldet liches Organ für diz Gewerbe - Polizei. und für deeude)“ in der Art, wie die Commission ihn gefaßt Verwaltung werden, ite, sondern nah dem Vorschlage des Grafen Tour. n, wonach folgende Personen Geschwornen werden inen; 1) alle Wahlberechtigte im Departement; 2) jenigen Wahlberechtigten, welche in dem Departement uer wohnen, ihr Wahlrecht aber in einem andern Wen; 3) die vom Könige ernannten Beamten, welche nmnbesoldetes Amt bekleiden; Y) die See und Land» ziere außer Diensten; 5) die Doktoren und Lizenzia- "der vier Facultäten (des Rechts, der Medizin, der senschaften und belles lettres), die corresponudiren | Mitglieder des Justituts, die Mitglieder der von m König anerkannten gelehrten Gesell\chaften ; 6) die tatien 5; endlich ‘soll, im Fall sich unter den bisher ge nten Personen niche 600 dazu geeignete vorfinden in, die Liste durch eine Auswahl unter den am mei besteuerten Einwohnern des Departements ecraänzt hen, Der Antrag der Commission, auch Kaufleute IFabrifanten dazu zu nehmen, ist hiernach nicht ge suigt worden ; allein wan darf nicht vergessen, daß ! meisten der)elben, und nowentlih alle bedeutend-n, lh die von ihnen bezahlte Gewerb: und Grunt streucr ballbercechtigte werden,

Vorgestern erhob sich in der Devuktirten- Kommer, i Gelegenheit der Bittschrift eines Weinhändlers, um 'dafsung der Kriegezuschlagesteuer vou eite Z:hi eel

Königliche Schauspiele,

Donerstag, 8. Februar. Jm Schauspielhause. U Begehren: „„Maria Stuart,‘ Trauerspiel in 5 Abthl vvn Schiller,

Freitag, 9. Febr. Jm Opernhause: ,, Jphigen in Tauris ,‘/ groÿe Oper in 4 Abcheilungen, Miu von Gluck, Hieraus: ¿¡¿Der flatterhafte Page,‘ pu tomimiches Vallet in 3 Adih., von d’Auberval,

Wegeu Unpäßlichkeit der Mad. Schulz fkánn ! Oper Fernand Cortez an diesem Tage noch nicht, st decn ers Montag deu 12. d. M. gegeben werden.

Nedacteur Joh

Berlin, Freitag, den 9ten Februar 1827. É

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bei der Accise, eine sehr lebhafte Debatte. H. C. P & rier beshwerte sich näámlih über die späte Vorlegung des Budjecs, und über jeue im zwölften Friedensjahre erhobene Kriegssteuer ; es sei, sagte er, durchaus noth-

wendig, den Finanzzustand Frankreihs gründlih zu *

prüfen, denn der Unsichèrheit und Verkehrtheit desselben müsse man es, nebst den Gesivnungen unserer Minister zuschretben, wenn Fraufkreich täglich Demüthigungen von auswärts erleide. Darum, fuhr er fort, haben wir rue hig zusehen müssen, als preußishe Soldaten zwei franz zôsishe Dörfer mir bewasfueter Hand beseßt haben: darum auch haben wir gesehen, wie in der- Mitte der Hauptstadt ein fremder Botschafter unsern Marschällen die Ehrentitel verweigert, welche sie in zwanzig Schlachs ten errungen haben *) (Lärm und Bewegung). Der Fs nanz:Minister erwiederte, es sei unmöglich, das Buds- jet der Kammer früher vorzulegen, weil es eine Unmögs lichkeit sei, die provisorishea Rechnungen des vergan» genen Jahres. vor den ersten Tagen des Februars zu)am- men zu bringen und zu schließen, und bekanntlich schreibe das Geselz vor, daß diesc vor dem Butjet eingereicht würden. Was die Accise (Octroi) betreffe, so würde dieser Gegenstand bei dena Debatten Úber das Buojet wohl angemessener zur Sprache ‘gedraht werden. H, Benj. Constant erwiederte, diese spâte Vorlegung des Budjets und die Debatten über die große Anzahl der der Kammer vorgelegten Geseßbe wü: de die Folge haben, daß feine gründliche Berathung der Finanzgeseße satts finden würde; was aber das Zuschlagszehntel bei der Accise betref?, so sei es ein Mangel Freimüthigfeit, diese Adgabe Kriegsstruer zu nennen und sie im Frieden zu etheben z hinsichtlich der obenerwähnten Titel habe ch, so schloß der Redner, das Ministerium eines Mans gels an Würde. und einer unverzeihlihen Schwachheic \chuldig gemacht. Der Finanzminister sagte hterauf, dem Angri und mt der Verthceidizung gehn die Freis múchigfeit ab, denn es sei feine Täuschung, eine Abgabe ¿[s Kriege steuer beizubehalten, wenn sie kaum hinreiche, ‘ia Viert l der Lasten zu deckeu, we'che der Krieg dem! Frieden vermacht habe. Es i mir lieb, fuhr der Mis utster fort, eine Veranlassing zu haben, mich über den mdern erwähnten Gegenstand zu erflären, Man wirst den Ministern vor, cas sle die Frewden nit anhalten, einigen Franzo!en die Titel zu gewähren, welche ihnen nach der Chacte zufemwes. Hier muß ich bemerken, daß diele Titel zwac 1a Fraufreih aufrecht erhalten

*) Em französischer Marschall wurde näwlih vor einiger

Zit’ bet einem fremden VBo!schafter unter semem Familcns Jiamen und v Weglassi.vg keines Derzogsttiels (emcs itaiteitchen) vom Bidtenken gemeldet. Da bekanntlich das Aumelden in Paus beim Emtiuit in die Gellischast niif lauter Gli me gelchlehl, jo machke le C ace Au cln,

® Sh p AROE, b e E L S V u E, D S H 5; R