1827 / 60 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

# 238 Verhaue, womit ‘bíe Feinde die Wege verrammelt hat-

ten, hinderten meine Reuterei, früher als in Barca zu

mir zu stoßen. Jch refognoscirte aledaun bis St. Joao de Campos, was nur eine halbe Stunde von der Grenze

von Galizien ist. Wegen der shle<hten Wege mußte der Feind einea Dreipfünder und eine Haubiße im Stiche lassen. Jn Luvide machten wir 11 Gefangenez sie ver fichern uns, dié Absichten ihres Anführers seien, si< auf den ‘spanischen Boden zurückzuziehen. Auch der Gous- verneur von Valencia auf der galizischen Grenze mel- det, die Jusurgenten suchen diese Provinz übec Mel» ge zu erreichen. Der General Azeredo meldet aus amego vom 9., der Befehlshaber der Milizen von Francaza habe'eine Guerillasbavde zurügeshlagen, sie war Moncorao gekommen, um Fozcao zu überrumpeln, Die Jusurgenten schienen über Feixenado sich auf den spanischen Boden zuiêckziehen zu wollen,

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: eldorf, 3. März. Verflossene Nacht um halb’5 Uhr fam das Oberrhein: Eis, dessen Herrannahen schon. gestern Abend dur<h Schüsse angezeigt worden, in dihter Masse hier an; in diesem Augenblick aber (12

Uhr Mittag) treibt nur no< sehr wenig Eis vorbei. |

Das Wässser war diesen Morgeu zu seit gestern 6 Fuß 7 Zoll) gewachsen, und ist noch, in- deß unmertlich, im Steigen. Es steht bereics unter denbeiden Rheinthoren. Zum Glück, daß der Rhein, aller Wahrscheinlichkeit nah, unten überall offen ist.

Im Laufe des Jahres 1826 wurden im hiesigen Regierungsbezirk geboren: 23747 Individuen ,

E Narben . e p 16532 s

mithin sind ._, ._ 7215 Judividuen mehr ge- boren als’ starben. Jn dem Zeitraum vom 20. Be. bis Ende desselben Monats wurden 1952 Jndividuen Zz2boren, wogegen nur 1483, mithin 464 weniger, starben.

Die Gemeinde Bockum, Kreises Crefeld, hatte ein Broich, das als Viehweide von jeher benußt wurde. Der vernünftige Theil der Einwohner hatte vorlängst die Stallfütterung eingeführt, und so wurde die Weide nur von solchen Leuten benußt, die dem alten Schlendrian folgten und deren Oekonomie eben dadurch tägli< mehr Rück, als Vorschritte machte. Da im Ganzen nur circa 20 30 Stück Vieh das Aahr durch die Weide be, nußten, wovon etwa 15 bis 20 Thaler Weidegelder in die Gemeindefasse flossen, so machte der Bürgermeister Zans|en-den Vorschlag, dieses Broich parcellenweis und gegen eine ablôsbare Rente von 3 Procent zu veráu. pern. Der Gemeinde- Rath genehmigte dieses und der Verkauf hat für 108 Morgen dieses Broichs das sehr bedeutende Redemtions-Capital von 12 500 Rehlr: aufgebracht. : i i

Quedlinburg, 3. Márz. Der 27, Febr. d. G war ein für Quedlinburg festliher Tag. Der sehr ver diente Bürgermeister der hiesigen Stadt, Herr Johann August Donndorff, Juhaber des allgemeinen Ehren- zeichens erster Klasse und Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften, vollendete an diesem Tage funfzig Jahre seiner Amtsführung. Der Eintritt dieses Ereignisses wurde erst 10 Tage vorher dem Magistrate und Gemein;- derathe zufällig befannt, da die Bescheidenheit des wür digen Jubelgreises dasselbe absichtlich vershwiegen hatte : dennoch ist es gelungen, den Tag seines Amts-Jubiláums auf mannigfache Weise zu feiern. Schon am Abend vorher brachten dgs hiesige städeshe Musikchor uhd hier- nächst das Trompeter-Chor des höchldh{l. 7, Kürassier- Regiments, welches zu dem Ende von Halberstade hfer-

20 Fuß 8 Zoll (also

Abendmusik vor seiner Wohnung. Jn der Frühe andern Morgens spielte das städtishe Musikchor Choral: „Nun danket alle Gott‘ und mehrere an passende Musikstücke im Hause des Jubelgreises. “Ei Zeit darauf machten ihm der gesammte. Magistrat j eine Deputation des Gemeinderathes ihre Aufwart und statteten ihm ihre Glückwünsche ab. Densel| folgten der Rector uad die Lehrer des hiesigen Gym siums, eine Deputation der hiesigen Geistlichkeit, ersten Lehrer der Parochial- Schulen, die Abgeordn

Offizier-Corps der hiesigen Garnison, -und viele an! Freunde. und Verehrer des Gefeierten, um Jhm freudige Theilnahme an seiner Amctsjubelfeier glücn

schead zu bezeigen,

- Um Mittag hatte si{< in dem s<höôn bekränzten, dem Bildnisse des Jubilars gezierten Saale des Ri fellers eine Gesellshafet von 150 Personen zu ei Festmahle versammele. Bald nachdem der Jubilar ter dem Schalle der Musik seinen Plaß an der eingenommen und das Mahl begonnen hatte, ward | Namens des Magístrats ein schônes Festgedicht, so im Nameñ mehrerer Freunde und Verehrer, zum Anl fen an diesen Taz, eine shdöngearbeitete goldene T tiere und von zwei Mitgliedern des Gemeinderaths ges<hmackvoll gearbeiteter silberner Fesktpofkal, mit ei passenden Juschrift, überreicht, welhen sämmtliche Y gliede des Gemeinderathes dem Jubelgreise verehrt ten. Leßterer empfing diese Beweise der Jhm gz?

«Jubelgreises ausgebracht wurde.

| Leopold und Moriß Ganz.

her gejanòt worden war, dem Jubilar eine festliche

Gedruckc hei Feister und Eisersdorff.

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neten Liebe und Hochachtung mit sichhtbarer Rühru und sprach seine Empfindungen eben“ so einfach alsh lich aus. Er weihete zugleih das F-stmahl und Jhm verehrten Pokal auf die passendsté Weise ein, dem Er einen Toast auf das Allerhöchste Wohl Majestät unsers Allverehrten Königs unter lautem F denrufe der Versammlung ausbrachte. Bald da übergab der Herr Laudrath W-yhe- dem Jubilar kil diesem Feste eingegangenen Glückwünschungs|schreiben Königl, Geheimen Staatsministers Herrn von Kli Excellenz und der Königl. Regierung zu Mageburg, sprach zugleih die Gefühle uud Wünsche der Versat lung in einer Rede aus, zu deren Beschluß unter f diger Zustimmung aller Anwesenden, die-Gesundheit|

licher Ball, welchen der Jubilar, feierlih empfai unter dem Schalle von 16 Trompeten mit einer

naije erôffner, an der im zweiten Paare auch seine dige Gatcin Theil nahm. i

Königliche Schauspiele: Sonnabend, 10. März. Jm Schauspielhause : Erstenmale wiederholt: „Das Heirathsgesuch,/! Lo Posse in 1 Aufzug, mit Gesang. Hierauf; „Kritik Untifritif,// Lustspiel in 4 Abtheilungea, von E. Raup Sonntag, 11. Márz Jm Opernhause: /,, Großpapa,‘/ Lustspiel in 1 Aufzug, von Castelli, Hier ¡¿Potpourrí für Violoncelle,// komponirt und vorgetr! vom Königl. Kammermusikus Herrn Moriß & ¿Terzect aus: Zemire und Azor,‘/ von L. Spohr, jungen pon Mlle. Bertha Carl, Mad. Valentini, Mlle, Soph. Hoffmann, „¿¡¿Duet Concertante über.) nische National Lieder,‘/ für Violine uud Violon komponirt von Bohrer, ohne Begleitung des Orches vorgetragen von den Königl. Kammer, Musikern Ht Und: „¿¿Danína,‘/ ol ¡,Jocko, der brasilianis<he Affe,‘/ Ballec in 3 Abt Im Schauspielhause: Auf Begehren ; ¿„Mensd haß und Reue,“ Schauspiel in 5 Abtheilungen, Kotbebue.

Redacteur Joh "f

pi ae E R T n Ee B Ea e L I Ries s S ti a 7 AVURDCTE 1. D I S S E, R C U E eei Ea E ij

der Magisträte zu Halberstadt und Aschersleben, sämi liche Behörden des Kreises und der Stadt, so wie

Abends. war ein /W

Allge

meine:

Sreußishe Staats - Zeitung.

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60,

Berlin, Montag, den 12ten März 1827.

par

Amtliche Nachrichten.

Kronik des. Tages.

Seine Königliche Majestät haben dem Syndikus Liegnitz: Wohlauschen Fürstenthums Landschaft, Georg Inruh, den Charafter als Justizrath allergnädigst chen. :

Sicherheit nicht erhôhn, da sie, um Wähler zu sein, nur ein Patent von 300 Fr. zu ‘lôsen brauchten, welches allerdings eine Last, aber feine Garantie sei. Hr. v, B lang y verlangte, die verantwortlichen Herausgeber sollten mehr als die Hälfte des Gesammteigenthums be- siben, (die Commission batte ein Drittel vorgëschlagen) damit sie au< wirtlih das Uebergeroicht* bei der Leitung der Sachè hätten. Der Finanzminister trar dieser

I Ansicht bei, und äußerte, der Zweck- seiz die bisherige

Zeitungs-Nachrichten.

Ausland.

Paris, 5. März. Jun der Sibung der Deputirten-

mer vom 2. wurden die Verhandlungen über das eßgeseß fortgeseßt. Hinsichilih des Hausirens mit <hern und Druckschriften hatte die Commission vor- plagev, die Besugniß dazu einer von dem Präfekten ertheilenden Erlaubniß zu unterwerfen, und die Con- yentioven mit Geldbußen zu belegen. Hr. v. Lau- acin wollte aber, daß man dieses Hausiren ganz bieten sollte ; dieser Vorschlag wurde jedoch nicht ge mige. Der General Sebastiani widerseßte sich

Antrage der Commission, indem er behauptete, diese saaßregel würde die Vernichtung des Buchhandels in

fleinen Stádten und auf dem Lande zur Folge ha- » worauf der Siegelbewahrer bemerkte, die usirer würden erst durch diese Maaßregel eine geseß- je Existenz erhalten, die sie jeßt gar nicht hätten, weil bis jebt yur geduldet worden und jeden Augenblick eine Geldstrafe von 500 Fr. hätten genommen werden nen, Hierauf wurden die Verhandlungen in Be- } der verantwortlihen Herausgeber wieder aufgenom- n. Der General Sebastiani dehauptete, es sei gerecht, die Theilnehmer von Zeitungen zu zwingen, e gänzlihe Umwälzung ihrer Verhältnisse. in Bezie- ng auf dieselben vorzunehmen ; auch fêônne man sie ht mit Notaren ünd Maklern vergleichen ; denn es lángst befannt, daß, wer ein solhes Amt haben wolle, disse Eigenschaften besißen müsse; nie habe man aber her den Theilnehmern von Zeitungen eine solche Ver- ichtung auferlegt; und es fei also etwas ganz neues, ß man von ihnen verlange, sle sollten z. B. Wahlbe- btigte sein, Hr, Pav y führte aus, daß die Zeitungs- reiber eine Art von ôffentlihem Amte ausübten, und sei also bei einer so wichtigen Befugniß nicht unbil- }, zu verlangen, daß sie die, den Verhältnissen nach, thigen Gewährleistungen darbôten. Hr. Gautier gte, der Vorschlag als verantwortlihen Herausgeber r unter Wahlberechtigte zuzulassen, sei sehr unwichtig 1d diefe Maaßregel würde die von ihnen dargebotene

Fikftion zu vermeiden; diesen würde- man aber dur Anname des Antrages der Commission nicht erreidcyen ; dieser ließe die Fiftion noch zu, denn -die Eigenthümer eines Drittels, die na< demselben allein: verantwortlich sein sollten, würden unter dem überwiegenden Einflusse der Eigenthümer der übrigen zwei Drittel stehn, und also wiederum nur fingirte Dirigenten sein ; Der Vor- |<lag des Hrn. v. Blangy sei ein glücklicher Gedanke

‘und aslen úbrigen vorzuziehn. Der Vorschlag des Hrn.

v. Blangy wurde mit starker Mehrheit angenommen, Hierauf fragte Hr. Hyde v. Neuville, was denn ge\chehen würde, wenn im Fall des Todes eines Theils- habers, der allein mehr als die Hälfte besäße, die Erben sich nicht innerhalb eines Monars- (diese Frist schreibt das Geseß vor) wegen Wiederbesezung der Stelle einigs ten? worauf Hr, D udon*erwiederte, diese Zeitung würde alsdann freilih nicht länger erscheinen fönnen, (Lä: m, Tumult, ja, ja, das ist der Zweck des Geseßes 2c.)

Vorgestern wurde von einigen Mitgliedern der Vers-

such gemacht, die gegenwärtig bestehenden Zeitungen von obiger Bedingung wenigstens auf ein Jahr zu entbins den; er war aber fruchtlos; dagegen wurde “eine Bes stimmung eingeschaltet, wonach auch Frauen unter ges- wissen Bdingungen (welche auf die Eigenthümerin des Moniteurs passen) als verantwortlicher Eigenthümer zus gelassen werden sollen; auch wurde festgeselzt, daß die gegenwärtig bestehenden Zeitungen, im Fall rücksichtlich ihrer Befugnisse, ein Streit entstände, nux durch Urtel und’ Recht zu erscheinen verhindert wérden. sollten. End- lih entschied die Kammer, daß die Zahl der “Theilnehs- mer an einer Zeitung nicht beschränkt sein sollte.

Wir erhalten über London die traurige Nachricht von dem am 11. December v. J. erfolgten Ableben J- M. der Kaiserin von Brasilien. (S. den Art, Brasilien.)

Briefe aus Valparaiso melden, daß Hr. Delaforest dort als General. Jnspeftor des Handels und der Schiffs fahrt in Chili aneifannt worden ist. Hr. Chaumette- Desfosses war im Begriff, si<h in gleicher Eigenschaft nah Peru zu begeben. Nach einem neuern Dekret sol» len vom 10, Febr. 1827 an in Peru von allen Eins fuhrsartifeln 30 pCt. des abgeshäßten Werths entrich- tet werden z davon sind jedo<h Brandwein, Del, Schmalz, Täback, Möbel, Sattler- und Hutmacher - Waaren und einige andecn ausgenommen, die nur 8 pCt. zahlen.