1827 / 95 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

380

Truppen, übér Dauliía, nach Talandi durchzuschlagen, bei Eleusis eingecroffen. Die in den ersten Tagen des Februars im Piräus gelandeten Griechen und Philhelle- nen befanden sih fortwährend im Besiße dieses Hafens und des Phalerus, und man glaubte, daß sie, mit Ka- raisfafi-vereint, einen abermaligen Versuch zum Entsaß der Citadelle von Athen, ‘in welcher Fabvier das Com: mando führt, unternehmen dürften. Die neuesten Blät- ter der allgemeinen Zeitung Griechenlands, die dis zum 10. März (neuen Styls) reichen, enthalten über die leßten Kriegs6vorfälle in Attika und Livadien umständli. chere Angaben, aus denen sich, wenn man sie von der, bei Berichten dieser Art gewöhnlichen Uebertreibung ent- tleidet, der eigentlihe Stand der Dinge in jenen Ge- genden ziemlih genau entnehmen läßt.

‘Madrid, 2, April. Noch immer gehen Trans porte aller Art zu der Observationsarmee ab. Man be- hauptet jet, sie sei in einem sehr glänzenden Zustande.

* Seit gestern spriht man von nichts als von der Abreise des Herrn Lamb nach Lissabon. Privatbriefe aus leßterer Stadt melden, daß fünftigen Sommer über zwei englische Ceshwader zwischen Vigo und Valencia freuzen werden.

Man hat aus Badajoz die Nachricht, daß die Eng- länder“ mit ihrer Reuterei in Elvas angekommen, mit einem andern Theile ihrer Armee über die Guadiana gegangen sind, und nun. bis Valdevargo stehen.

Man hat in Malaga den kranken Galeerensträflins gen die nöthige Kleidung angeschafft, und sie zu Arbei- ten außerhalb des Gefängnisses. angestellt, so daß die Besorgniß wegen der Pest aufgehört hat, und die Gäh- rung-unter den Einwohnern nun gestille ist.

Amer ifa. Nachrichten aus Mexico vom 22 Febr. zufolge hat der Kriegsminifter Don Manuel Gomez Pedrazza um seine Entlassung gebeten und den Divi sions-Chef Don Manuel Rincon zum Nachfolger erhal ten. Hr. Thomas Salgado ist an die Stelle des Hrn. Goría , der ebenfalls um seine-Entlassung nachgesucht hat, zum Finanzminister ernannt worden. Ueberall herrs{cht Ruhe und , sämmtliche Zweige des öffentlichen _ Einkommens befinden sich in gedeihlihem Zustande.

L É SMAUEBIAIT U) Mr E FUE A E E

F n (0: D.

Arnsberg, Die bisherige lutherische und die re- formirte Gemeinde zu Herdecke haben sih ohne Wider- spruch eines einzigen Mitgliedes zu einer evaugelischen

einde vereinigt.

Pa EuOalva und Lieutenant Leopold Overbeck zu Altena, hat zum Neubau einer Schule in der Rho- mede, Kirchspiels Lüdenscheid, hundert Thaler und das Erforderliche zum Erwerb des Bauplabes geschenkt.

Halle, 19, April, Ein seltenes Fest, die 50jährige Subelfeier eines sowohl * durch Gelehrsamkeit als tiefe Men schenkenntniß ausgezeichneten Mannes, wurde ge- stern in unserer Staot begangen, August Hermann Niemeyer, Kauzler der Universität, Director der Fran. feshen Stiftur.gen, Doctor und ordentlicher Professor der Theologie, Ober - Consistorialrath, Ritter des rothen Adlerordens 2ter Klasse mit Eichensaub, feierte gestern den Tag seines §0jährigen Doctor - Jubiläums, Der Wirkungskreis dieses gefeierten und rühmlichst bekann. ten Theologen, Pádagógen und geistlichen Liederdichters war stets so umjassend und segensreich, daß nicht allein die ihm zunächst stehenden Mitzlieder der Universität

Gedruckt bei Feister und Eisersdorff.

und des Waisenhauses, sondern auch die Behörd Stadk, viele auswärtige Gelehrte (sowohl münd shrifclich) und Deputirte von auswärtigen Corpor nen u. st. w., sich gedrungen fühlten, an diejem ihre wohlgemeinten Wünsche äuszusprehen,“ so wiz Achtungsbezeigungen an den Täg zu legen. Ge Uhr Morgens wurde der festlihe Tag durch eine lihe Musik mir abwechselndem Gesang der Chors4 vor dem Hauje des Hrn. Kanzlers eröffnet.

Professor Dieck, Jrispector Kirhner und Dr. v. Y eine sehr vorzüglihg; gearbeitete Medaille, auf) Vorderseite das Brustbild dés Jubelgreises zu sehy überreicht.

Durch eíne gnädige Kabinets-Ordre an den ? Kanzler wurde zur Erbauung eines Unive-7"tätsge die bedeutende Summe von 40,000- Thaler beu Gegen 9 Uhr des Morgens bezeigie eine ‘Depu des Magistrats, aus dem Ober - Bürgermeister Landrath Streiber, Herrn Bürgermeister Mellin, Herren Stadträthen und einigen Deputirten di meinderaths ihre Theilnahme. Hr.- Landrath Skt hielt eine Anrede und nun Übergab das älteste Mi des Gemeinderaths, * Herr Bolze, die zu diesen angefertigte sehr schdne Bürgerkrone. Dieselbe aus einem silbernen sehr stark vergoldeten Ring denselben shlingt sich ein Eichenkranz von Silby erst sauber und geschmacckvoll gearbeitet; innerhl Krone stehen folgende Worte: „¿¿Jhrem hoch verdienten Bürger, August Hermann Niemeie 18. April 1827 die dankbare Vaterstadt.‘

Die ehemaligen Zöglinge des Pädagogii in Mell úberreichten eine prächtige Dose; Andere in P cinen großen silbernen Pokal, Die verschiedenen tationen des Landgerichts, des Stadtministerii, des chen-Collegiums u. s. w,, ermangelten nicht, ihre nahme an - den Tag zu legen. Der Dedifkationei Gedichte wurden unzählige überreicht,

Breslau, 18. April, Auf dem am 7. d, beendigten diesjährigen Mitfasten - Jahrmartit bes sich 1462 Feilhabende, Die zahlreichsten Verkäufe ren: 146 Leinwandhändler, 47 Tuchhändler, 110 Fabrikanten, 146 Schnittwaarenhändler, 244 S cher, 56 Bäuderhändler, 54 Böitcher, 86 Töpfer, dèn Feilhabenden waren 501 von hier, 861 au dern Städten Schlesiens, 42 aus andern Städil Monarchiz, 23 aus Sachsen, 35 aus den Oeste schen Staaten. Am yvorjährigen Mitfasten - war die Zhl der ‘auf Marktpläßen Feilhabende 1342, und sie hat sich demnach in einem Jah! 120 vermehre. Diejes außerordentlih, zumal den hiesigen Gewerbtreibenden, wachsende Bege! Markt , Buden: Stellen, macht um so mehr die

gung eines neuen Jahrmarkt:-Plaßes nothwendi mit Recht alle Hausbesiber am Ringe laute darúbec führen, daß ihnen während der Jah die Zugänge zu ihren Häusern gänzlich durch die zahl der Buden versperrt werden. Die Orts B sind mit abhúlflichen Maaßregeln für den nächste! markt beschästiget.

RAIP E

E

Königliche Schauspiele

Montag, 23. April. Jm Schauspielhause: Soldaten,‘ Schauspiel in 5 Abtheilungen. H

„Das Heirathsge¡uch,// Localposse in 1 Aufzug,

Von þ ten der Franfeshen Stiftungen wurde durch die Hy

Redacteur J

[4 A 4

E E E E E Le E Em

Allgemein é

Ireußishe Staats-Zeitung.

Me 95,

Berlin, Dienstag, den 24ten April 1827,

P R

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Jm Bezirk der Königl Regierung eslau ist der bisherige Diakonus Neuwitth in ade, als evangelisher Pfarrer nach: Königsbruch uer: Kreises berufen worden ;

Bromberg. ist der Kanonikus Sucharsfki robst der heiligen Dreifaltigkeits-Kirche in Gnesen ; 1 Coblenz 1 der bisherige Pfarr Verweser W e: zu Kirchen, zum Pfarrer zu-Gebhardshaiu, Krei- tenfirchen ; ' : F Köln ist an die Stelle des zum Pfarrer zu „ernannten fatholishen Pfarrers Kreuzer, der ze Schulvifar J. P. Dohm zu Trz3isdorf zum

er zu Denklingen im Kreise Waldbroel ernannt:

Zeitungs-Nachrichten. A u sland.:

Paris, 17, April. Gestern. hat der König die: Ab. igen der Nationalgarde gemustert, welche am Jah: e des ersten Einzuges Sr. M. die Ehre gehabt den Dienst im Schlosse zu versehn. estern hat der Dauphin, eine aus zwei Zwölfpfün- zwei Achepfündern, zwei Haubißen und 15 Fahr- mit Schießbedars und Werkzeugen bestehende hébatterie besichtigt, welche szit dem Ende des s Januar eine Strecke -von 375 Stunden: durch wierigsten Wege zurückzelegt hat, ohne bèschädigt z wiewohl" sie durch die sandigen Gegenden: von nau über die: beinahe. unwegsamen Vogesen und die Sümpfe zwischen Sezanne und: Troyes getom- - welche damals zwei Fuß unter Wasser standen, dgleich ein Zwölfpfünder zweimal: umgeworfen hat, vatterie hat hierauf mehrere Manöver: in Trott /alopp ausgeführt, worauf S. K. H. den Offizie- hre volle Zufriedenheit zu erkennen gegeben, und oldaten eine doppelte Wein - Ration und: eine cation gewährt haben. i us Toulon - schreibt man unterm 9. d, Gestern er; die in: Marseille: erbauete und aasgerüstete ägyp- Fregatte Guerriere auf unserer Rhede, Es der hiesige“ Seepräfefkt haden dem Admiral fr und dem General Livron die Eskorte ab; gen, um welche sie ihn gebeten haben. Herr er hat bis zum Jahr 1814 als Linieuschiffs Capi- n französischen Diensten gestanden; sein Flaggen-

_sdulich sind ; denjenigen Respect einflôßen müssen,

Capitain ist ein Herr Bompar, ehemaliger Schiffslieus tenant, den der Marquis von Líoron fúr die Dienste des Pascha von Aegypten angeworben hat. Die Guer- riere segelt unter fcanzöôsisher Flagge; fie hat ihre Zahre nah Alexandrien bereits fortgeséebt. : „London, 14, April. Als vorgestern Hr. Wytin im Unterhause, näcst seinem- (gestern erwähuten) Ans ‘trage in Bezug auf Hrn. Canning, auf die Vertagung. des Hauses bis zum 1. Mai antrug, erhob sich: Herr Tierney- dagegen ; ex. faud es seltsam, daß das Haus sich auf so lange gerade zu einem Zeitpunft vertagen solle, wo die wichtige Angelegenheit der Bildung eines nzuen Ministeriums noch nicht völlig und schließlich ge- ordnet sei. Sofern er recht unterrihtet sei, wäre fast die gauze Administration abgegangen; er müsse: des- halb, ehe er der- vorgeschlagenen Vertagung dbeistimmen fônne, die Frage aufwerfea:- wie weit die Bildung: einer neuen Verwaltung gediehen sei? Hr. Wynty erwiederte, daß die Bildung eines neuen Miuisteriums einige Schwierigkeiten gefunden habe; daß die völlige Abmachung vorschreite, daß jedoch dieselbe bei der Wichtigs feit des Gegenstandes Zeit erfordere; um die Zeit der Wiederzusammenfkunft des Parlaments werde alles ges ordnet sein. Das Haus beschloß darauf seine Verta- gung ohue Stimmentheilung.

Aus unserm Bericht úber die gestrigen Parlaments- verhandlungen (sagt der Courier von gestern) wird man ersehen, daß Hr. Canning das Amt eines ersten Comse inissarius ‘des königlichen Schaßes angenommen hat-

oder, mit andern Worten, daß er nun Premierminister

von England ist. Die Meldung dieses Ereignisses wird vermuthlich nicht unerwartet fein; denn seit dem Mos ment, wo wan die Gewißheit erhielt, daß der Zustand des Grafai v, Liverpool keiner Hoffnung zu seinem Wies dereintritt in die Geschäfte. Raum lasse, war unseres Dafärhaltens' nur Eine Stimme, in: Bezug auf das Jus dividuum, welches sein Nachfölger werden würde. Es sind jedoch andere- Umstände mit diesem wichtigen Bee gebnisse verbunden, welche geeignet sind, niht nur Ver- wunderung, sondern Bedauern zu erregen. Wir wollen

zuerst von den leßteren sprechen.

Hr. Peel zieht sih von der Verwaltung zurü; er thut: jedoch solches, wie wir vernehmen, aus Grund- \áßen und Beweggründen, die ihm ganz und gar per- Grundsäße und Beweggründe, die selb. welche dieselben viclleiht als zu weit getrieben ansehen uyd deren dis

‘recte Folge— das Ausscheiden des sehr ehrenwerthen. Herrn ‘aus einem Amte, in welchem er sih so bedeutend aus- gezeichnet hat, bedauern. ‘ben, ‘gen zwi!chen Herrn Canning -und Herrn Peel, ‘dem ersterer von Seiner Majestät ausdrücklichen Befehl

Wir können, wie- wir glaus daß bei den Verhandlun na c:

zuverläßig béhaupten,

S T E Le E alia A pte

Ac Sr G s C