1827 / 97 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

wurde von dem größten Theile seiner Leute verlassen,

und zu Valcebra mit mehreren seiner Gefährten er-

griffen, Die Behördea von Catalonien haben ejne

Maaßregel der hohen Polizet ergriffen. Man orga-

nisire eine bewegliche Colonne von Vierhundert Köp-

fen, bestehend aus deu stárfsten Mánnern der vec-

shiedenen Brigaden und Posten der Mauthbeamten ;

diese Colonne wird sich ganj oder zum Theil auf alle

‘Punkte begeben, wo die ôffentlihe Ruhe bedroht. ist,/

sobald Berichte von den Lokalbehörden eintreffen. Ju-

dessen mögen wohl einige der unteren Behörden aufge-

opfert werden; denn man sprihc schon davon, daß die

Statt gehabten Unruhen durch den übertriebenen Eifer

veranlaßt worden seien, Jn „Figueras hat das Kriegs-

gericht die in der Nacht vom 2. auf den 3, verhafteten

vier Personen freigesprohen; sie sind indessen nichr in

Freiheic geseht worden. Einige zerstreute Banden

streichen noch auf den Bergen umher, Eine derselben,

béstehend aus ungefähr 25 Mann, zeigte sih vor einigen

j | Tagen bei Figueras ; allein sie zog sich gleih wieder in

; die Berge zurü.

: Vorgestern wurden die zwei neugewählten Afademi- fer, der Baron Fourier, ehemaliger Sekretair der ägyp-

tischen Expedition, und der Abbé Feleß, feierlih ia der

then, ob Herr Feleb die Uniform der Afademifker oder“ sein geistliches Kleid bei diejer Feierlichkeit tragen wwücs dez schließlih ent|chied er sih für leßteres und erschien in geistlicher Tracht. L}

Das Blatt, Spectateur des Tribunaux, hat aufge- hôrt Ein neues Journal, der Courier der Tribunale, übernimmt seine Abonnenten; diese Unternehmuug wird von neuen Capitalisten angefangen; aber die Redakcion bleibt denselben Advokaten übertragen.

Das Zuchtpolizeigeriht in Marseille hat einen Af- fersmann zu dreimonatlihem Gefängniß wegen Verlez-

q zung der Staatsreligion verurtheilt, weil er unter ans E dern gesagt hätte, gewisse Brüder von dem weißen Buß- l verein (pénitens blancs) ‘haben weiße Kleider aber M gar -schwarze Seelen.

Fünfprocentige Nente 100 Fr. 15 C, Dreiproc. 70 Fr. 90 €.

( London, 16. April (über Paris.) Se. Königl. Hoheit der Herzog von Clarence, nah dem Todé des Herzogs v. York präsumtiver Thronerbe, ist zum Groß Admiral vou England ernannt worden ; die bisher un- ter dem Titel : Lords der Admiralität, bekannten Be- amcen (mit Ausnahme des Lord Melville, dessen- Stelle sonach ganz eingeht) werden ein Conseil bilden, um S. K. H. in den wichtigen Functionen Beistand zu leisten.

Der bisherige Master of the Rolls, Sir John Copley (dessen man si aus den leßten Verhandlungen des Unterhauses, in Betreff der facholischen Angelegen- heit, als eines Widersachers der Emancipation erinnern wird) ist zum Lord - Kanzler ernanut worden, Die Times wollen bestimmt wissen, der König verlange, daß drei Ministerstellen mit Antikatholifen beseßt würden,

Wie man glaubt, wird der Marquis von Anglésea

Großmeister der Artillerie werden, Nach dem Abgange der Kabinets Mitglieder haben auch mehrere andere Personen von Rang ihre Stellen niedergelegt, namentlih der Herzog von Montroje, fer- ner ‘dessen Sohn der Vice : Kammerherr Marquis von Graham und der Ober-Stallmeister, Herzvg v. Dorset, auch der Marquis von Londonderry, einer der Königl. Kammerherrn, zieht „sich zurück.

Der Courièr theilt als zuverläßig die interessante Nachricht mit, daß Bolivar mitcels Proklamation vom 6. Febr. ‘die Prásidentenstelle von Columbien niedergelegt habe. Wenn man, sagt jenes Biatt, den dermaligeu

| 390 ; Pedro Plana, auch Offizier mit unbestimmtem Abschied, p schwer, die Beweggründe, welche auf den Liberta

Akademie aufgenommen. Man hatte lange darüber bera--

gewirkt haben fönnen, ‘zu entwickela, Es i Zweifel, daß die allgemeine Meinung wichtige M catiouen in der Constitution jener Republik erhe welcher Mann hätte aber, wohl mehr Ansprüche, Veränderungen zu leiten, als der Mann, dem das { seine- Existenz verdankt? Was die Besorgniß langt, als fônne man ihn ehrgeiziger Absichten ans digen, so scheint es uns eines großen Geistes unwj solches zu geftehen und dem aus dem Wege zu Staarsmáänner müssen nach dem handeln, was ihre Pflicht erachten und sich wenig darum fün wás die Welt davon denfen fônne. Von dem } blié an, wo sie das erstere Motiv fahren lassen, dem lehrern zu gehorhen sind sie nihts weiter als Verehrer des Gößben : Volksgunst, unb alles in- ihnen vershwinudêct. Seit 14 Jahreu hat Y dreimal die Pcrásidentschast niedergelegt ; soll ma selbe Schauspiel noch einmal erblicken? Dies is Frage, welche sich binnen furzem lôsen wird ; do man das Gegentheil erwaien, wenn man die Aus der Bekanntmachung erwägt, worin Bolivar sel die dringenden Gegeuvorstelluen , welche my inachen fann, vorhersieht und" erflärt, daß dit witkungslos und seine Entschlússe unabänderlich h werden. -

Consols -825.

Aus der Schweiz, 18, April. Am H ward der reformirte Gottesdienst in der dafür an senen Kapelle in Luzern auf würdevolle und ri Weise eröffnet. Von der Regierung dazu beau stellte der Oberamtmann von Luzern, Herr Regie rath Hartmann, den Herrn Pfarrer Rifkli seint meinde vor, und übergab dieser auch die zwei |( Becher (silberne Kelche), den einen als Ge]chent Majestár des Königs von Preußen, den -andecn vol zwei reformirten Vororten Zürih und Bern, als hen theilnehmenden Wohlwollens dargereicht. Der genö}sijhe Kanzler, Hr. Mousson, war, von dem drtelihes Staatsrath dazu beauftragt, nochmals Zürich eingetroffen, um dieser kirhlihen Weihe wohnen.

Madrid, 5. April. Die Sunsurgenten, die Ciudad Rodrigo nach: Spanien zurückkamen und d Mâárz entwaffnet worden waren, sind: der Marquit Chaves, der jeßt in Burgos liegt ; der Vicomte nellas, jeßt Logrono; der Vicomte” de ‘Varza, von Mollelos, Vicomte von Montealegre, Brigadit les Jordao, die Brigadiers Mageisi, Dordaz, Y reira. Sie liegen in verschiedenen Städten vond lien bis án die franzósishe Grenze. Die entw Armee beläuft sich auf 8000 Maan zu Fuß, 8 bi Pferde und 300 Kanoniere.

Hr. Labrador, der in- Paris in der Stille soll, wie es heißt, in das neue spanische Mim fommen.

Túárkei, Der Oesterreichishe Beobachter v0 April enthält weitere Auszüge aus den (zestern e! ten) Blättern der Allgemeinen Zeitung “Griechen Wir theilen daraus Folgendes mic: :

(Aus der Allgemeinen Zettung Griechenland ß

vom 7. März.)

1) Der vierte dieses Monats 1st ein festlicher wegen des an diesem Tage erfochtenen glänzenden? ges im Piráus. Der Belagerec der Af: opolis vond sah die Nachbarschaft der Unsrigen im Piräus nth! gutem Auge an, besonders nachdem dieje auch bl Thürme, unterhalb der Befestigungen auf der Cafl in der Ebene, besebkt uud sih dort verschanzt Er wollte die Unsrigen aus den für ihn getährl Stellungen der Thürme vertreiben, und mar}ir fe

Zustand von Columbien in Betracht zieht, so ist es sehr | ganzer Macht gegen jene Seite, wo er, mit UevetNshe eines andern , noch später aus der Akcopolis

N 4

„enige, die Unsrigen in den Thürmen umringte, i Gefecht gegen sie begann ; aber die geringe An» der Unsrigen ward“ durch die große Tapferkeit und auer erseßt, und der Feind bestegt. Hier folgt der cht der Unsrigen ant die Regierung üder diesés Ge-

# „„Aus dem Lager im Piräus, den 20. Febr.

(f. März) 1827, Abends.

„„Erlauchte Regierung!

„Heute in. aller Frühe harte der Feind beinahe seine Mecht/ Fußvolk, Reiterei und Artillerie, gegen rei Thürme in Bewegung geseht. Der Kampf de- mit Entschlossenheit von Seite der Feinde, uud te ununterbrochen von Tagesanbruch bis zum Abend. Griechen begegneten mit großer Staudhaftigkeit al- ngriffen, die der Feind machte. Sogleich beim Be- des Kampfes nahmen wir_ unsre Maaßregeln, um impfenden zu ermuntern, und dem Feind zu shas- Der Tagmatarh, Hr. Ch. Inglesi, führte eiligst eguláre Corps jenseits der Schanzen, der feindlichen rei gegenüber, und Hr. Seorg Chelioti bildete mit Corps Soldaten die Flugel der regulären. Pha- Das Vordringen “es Hülfscorps. und die Stand- eit der Kämpfenden* ndthigten die Feinde, auf cine u weichen; abér verstäckt in den Befestigungen, Ncen sie das Gefocht bis an den Abend fôrr, Um ommunifation mit den Kämpfenden zu eröffneu, ost der Nahrung entbehrten, ward-der Vice-Gene- . Sotiropulo beordert, unter Mitwirkung des re:- n Corps, den Mundvorrath mitten durch die Feinde eiten. Die Feinde mußten dem Ungestüm weichen, beschreiblicher Anblick! Nach vielen entschlossenen en und Angriffen ließen die Feinde über 1000 Maun und Verwundete auf dem Schlachtfelde. Die Un- stürzten hervor und nahmen viele Köpfe und fünf n; die vielen Leichname aber und die Verwunde- lieben zwischen ‘den Feinden und Thürmen liegen. den Unsrigen fielen zehn- und zwanzig wurden ver- et, Unter den Todten vom Corps des General No- is auch ein Offizier desselben, Bekiar (der Jung- zubevannt, von Argos, dén eine Granate auf telle tôdtete: Wir halten es für Pflicht, der er“ n Regierung zu berichten, daß alle nach den Stel- ) der Thúrme beorderten Soldaten sowohl, als Of- heute gekämpft haben wie Pallikaren (Helden). wenig Vortheil schaffte uns auch die Brigg des ns N. Jannibi, Hercules, welhe, ungeachtet der tille, sh doch näherte, soviel uur möglih war, e im Sande gelagerten Feinde ziemlih beuuru- Die in den Thürmen befindlih gewejenen Offi: ind folgende: Nifa und Bekiar unter General a; Spyro Donta mit Atheniensern unter Gene- acrijanni, und der Kapitain Georg Skfortarioti General Kallergi. Alle Offiziere kämpften mit und Eifer, und haben dem Vaterland Ehre ge-

Wir verharren mit der gebührenden Ehrfurcht die gehorsamsten Bürger Jo. Notara, Macrijanni, D. Kallergi, Ch. Jnglesi, Jo. G. Peta.

Aus der Akropolis hat ein afiatisher Grieche, rius Karioti, Briefe von den Dimogerouten S. pulo, N. Karori und N. Zacharilza, in ihrem r Besaßung Namen, vom 3, März überbracht. Delaßung voll Vertrauen auf die Regierung n Patriotismus der übrigen Griehen. Der Bote litten durch Athen und die Feinde, und shlich sich, wäh- s Gefechtes bei den Thürmen, in die griechtschen nzungen. Vor der Schlacht betrugen die feindlichep „Über 700 Mann, darunter der berúhmte Alba lelio Piari, der im Piräus fiel. Nach der

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nah Salamis- gefommeuen Griechen „- der umständlich über das Gefecht bei den Thürmen und den großen feinds- lichen Verlust zu sprechen weiß, waren die Belagerten unter Kriesioti zugleich ausgefalleu , - hatten die feindli- chen Palissaden erbeutet, und die Akropolis mit Holz vecsehen, dessen fie bedurste. - 3) Ju. der vorhergehenden Nummer haben wir die Kundmachung der erlauchten Regierung, wodurch die Küsten des Golfs von Malia und Eréttria, und der ganze Umkreis der Jnsel Euboea in Blockadestand ers fläcc wordea, mitgetheilt, Diese Blockade war sehr nd- thig, und seit lange hätte die Regierung sie angeordnet, hâtte die Verlegeyheit des -Staats\chaßes es erlaubt.

sind jene Gegenden bloirt, werden auch- die Muudvorb räthe abgeschnitten, und däan wird der Feind aus Man gel an Lebensmitteln gezwungen sein, auch wider Wil- len die Belagerung der Akropolis von: Athen aufzuheben. Zur Blockade des Golfs von Eretria und der süd- lihen Küsten von Euboea ist die Fregatte Hellas, befeh- ligt -von dem berúhmten Admiral Miauli selbs|, dann das Dawpf\chiff Karteria, und die Brigg Nelson des Hru. Demetrcius ‘Papa Nikoli von Psara, beordert wor- den. Diese Schiffe werden sich nicht allein auf die Blokade beschräuten, sondern werden auch Landungen machen, wo es nöthig sein sollte; daher sie auch bes tráchtliche Landungstruppen an Bord haben. Die Lans dung wird besonders bei Oropo Statt haben, wo ‘der Feind seine Magazine hat. Die Leitung dieser Expedi- cion hat der baiersche Oberst, Hr. Carl v. Heidegger, dieser aufrichtige Freund der Förderung der griechischen

ser Expedition dürfen wir mit Rechc glänzende Thaten erwarten.

4) Diesen Augenblick erhalten wir ein Schreiben des General- Commandanten Karaisfkfafi, aus dem wir ersehen, daß er den Dimo Tjelio nah Westgriehenland detajchirt habe, um Lessini im Xeromero zu nehmen, was auch ge\chehen ; und daß er. Distomo befestigt, hins länglihe Besaßung: hineingelegt, wie auch ins Kloster Jerusalem; und nun sogleich und unausbleiblih mit einem starken Corps nach Attika marschire, wo er dieser Tage ganz gewiß eintrifft. 1 (Aus der Allgemeinen Zeitung Griechenlands

vom 10. März.)

Mit Freuden verkündigen wir dem gesammten Gries chenland, daß der Generalfommandant Karaiskaki in Eleusis eingetroffen ist, und jene tapfere Armee -mit- bringe, die der Allerhöchste gesegnet, und der Sieg, auf dem Parnaß selbst, bekränzt: hat. Der Generalkomman- daut erfannte sehr wohl, daß seine Anwesenheit in At- tifa sehr nochwendig warz aber er mußte eher die Ge- genden, die er befreite, siherstellen, und alle nöthigen Positionen in .West- und Ostgriechenland- verstärken, wie ivir in der Folge auseinander seßen wollen; dann erst fonnte er ruhig nah Attifa marschiren. Die von ihm getroffenen Anstalten beweisen große Klugheit, und wahr- hafc strategishe Wissenschaft. Bxi der erbarmenswürdi- gen Lage des griechischèn Festlandes nach dem Fall des ruzmvollen Messolongi, bedurfte es eines solchen Gene- ralkommandanten, und die Regierung fonnte keine bes: sere Wahl treffen, als sie wirklich traf. Sie vertraute dem Karatiskaki die Befreiung des griechischen Festlandes an, und hat sich in der Wahl nicht getäuscht, Ein Werk bleibe dem Karaiskaki noch übrig, und dieses ist die Entsebung der Afcopolis von ‘Athen, und die Vernich- tung der Armee unter dem Kiutajer, Seine Klugheit und - Tapferkeit werden auch dieses voilbringen. Der Beistand Gottes und das Gebet der Regierung und den gesammten griechi])chen Nation sei mit im, und den unter ihm streitenden Anführern und Soldaten!

Der Feind bezieht von dort seine Mundvorräthe; und,

Angelegenheiten zum Bessern, übernommen. Von dies -

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