1827 / 118 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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hat gesagt, Franfreihs Einnahmen hätten in enem ge- ‘ringern Verhältniß abgenommen, als Eaglands Einkänfte; er hätte hiuzufügen können, daß Englaud seine Schuld sit 5 Jahren uin 500“ Mll. verringert hat, und wir die unsrige um 100° Mill. v:egrôßert haben; wit auch, daß die englishen Dreiproceuts zu 83 pC. ohne außer- ordentliche Hülfe und die unsrigen, ungeachtet der aus: schließlich darauf verwendeten- ganzen Kraft der Til gungsfasse, nur zu 70 pCr. stehn. Das Ministerium hat jene Lobeserhebungen nicht verdient; es führt uns im Gegentheil geradenweges zu einem Defizit, der, Bach

meiner Ueberzeugung, im Vergleich (mie dem Réesultar'

des ersten Quartals dieses Jahres, allmählig zunehmen und, am Ende des Jahres 1323, 80 Mill. betragen würde, wenn manu die urjprünglich von den Müwnistero geforderten, und jeßr aufgegedenen 23 Mill. htnzurech: nen wollte, wonach sih dena das D fizit auf 57 Mill, beshránken dúrfce. Daß die von der Regierung ergrif- fenen politishen Maßregeln auf Handel und Wandel, und folglich auf die Ernaahmen einen großèn Einfluß daben, fann nicht bezweifelt werden, die Ecfahrung be- Ksätigt es. Kaum war das Preßgeseß zuruczenommen, fo befam Alles ein neues Leden, und seit der leren Maßregel sind alle Geschäfte schwieriger geworden, wie denn Gewaltthätigkeiten niemals ein Schußmittel sind. Der Gen. Sebastiani nahm hierauf das Wort und fuchte durch éine auf Zahlen gecksúßte Beweisfühtrung därzuthun,. daß, wit Einzchtuß der für Spanien aus gelegten, gegenwärtig von der s{chwebenden Schuld ge tragenen 58 Millionen, das Defizit sich auf 180 Mill.

belaufen müsse. Der Finanzminister bewies ihw

aber, daß seine ganze Au6jührung auf Jrrehämern be- ruhe, die er durh eine aufmerfsame Duürchlesang des Budjets vermieden haden würde, so habe er z. B. ge- wisse Ausgaben des Kriegsministèriums als die verheim- lichten Bestandtheile eines schon vö:handeneu Decfiztts angegeben, während diese Ausgaben jäwmmtilich in den Etats vorfommen und bereits über und über gedeckc sind. Die 58 Mill. der s{webendeu Schuld anlangend, fo muß ich, fubr er fort, noch einmal hier bemerken, - baß man unmöglich dieselben als ordentlihe Ausgabeu ‘bétrachten darf, da sle gouz außerordenclih und gewisse:

-Maßén Kriegsausgáben sind. Spanien verschuldet uns

wegen det Occupation 79 Mill; wir haben Mittel gé- funden, davon 21 Mill. durch unsere gewöhnlichen Ein»

„nahmen zu decken, und wan will uns j-t einen Vor-

ivurf daraus machen, daß die übrigen 58 Mill. von der schwebenden Schuld getragen werden , da sie doch nur ein Vorschuß sînd, und zu den eigentlihen Ausgabdeiur gar nit gehdren? J dieser Vorwurf wohl zu recht: fertigen, da wir von 79 Mill. außerordentlicher Ausga- ben bereis 21 mit deu gewdhnlihen Mitteln bestritten

haben? Jh gloube mich-jeder weitern Auseinandersez- zung in dieseni Bezuge enthalten zu dürfen, und geye

nun zu dem Ausfall über, welchen die ersten Monate dieses Jahrès gegen das vorhergehende gezeigt haben. Es ist die Ansicht des Ministeriums, und es wird sie wohl Niemánd anfechten, daß wenn die Einfkünste eines Landes in einem rashen Zunehmen begrissen sind, es Zeirpunfte giebt, ein Stillstand eintritt. Ja diesem DA befindet sich Fraufreich, und diéser Stillstand hat sich ei uns 15 Monate später eingestellt als in einem benawbar-

- ken Lande (Stimmen von der Rechten: Ganzrichrig). Js es

nun gerecht, däs Ministerium dafür verantwortlich machen zu wdllen ? Jch glaube es niht. Von denjentgen, die diese Frage bejahen, fordre ih aber alsdann , daß sie dem Ministerium den Zuwachs von Wohistand und Reichthum zuschreiden , welcher sich seit 5 Jahren in Fraänfceich dargethan hot; ih glaube áber, daß dieses nicht der richtigè Gefichtsounft ist, von welchem niit Ret ausgegangen werdon föônne, Den Vorfall einer“ Mindèreinnahme im etsten Quartale haben wir úübri-

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¿e 5 Prozent verzinset werden sollen. Gegen dieses tere Erkenntniß hat der Beklagte, und seine Mutter, als bárgerlih verantwortlih ertlärt wurde das csmittel der Cass1tion ergriffen. h

günforocentige Rente 100 Fr. 45 C. Dreiproc.

. 50 C. ie fl edie

T udo n, 12. Mai. Hn der vorgestrtgen Sibung Oberhauses überreichte der Herzog von Newcastle e Bictschrift gegen alle Veränderungen der Korage' e, wobei er sich sehr heftig gegen das Ministecium erte, und unter andern alle Lords aufrief, deú Kd-

gens schon im Jahre 1325 gehabt, und dessen ung tet ist das Ergebniß des ganzen Jahres äußerst gewejen. Alles dberechtigt zur Hoffaung, daß. das 1827 fich ebeu so gestalten wird, aber dessen ungea habe wir es für“angemesseu gehalten, unsre Vors für den [chlimmstin Fall einzurihten. Wenn hie ein Deficic in der Vergangenheit - nicht vorhanden F und das habe ich bewiesen, und in der Zukunst j ju defücchten steht, wie wir berechtigt sind, es zu hij jo erscheinen die jo ihrecklich gemachten Drangsalen, uns devorstellen sollen, als das, was sie sind, n

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aus der bedenflihea. und gefährlichen Lage zu be: j ien, in «der er sh befinde, und ¿die hinterlistigste | d shändlichste Coalition zu stürzen, „die je im Kopfe es Staatsmannes ausgeheckt worden.‘ Viecount deri erflárte, er wisse ¿war, daß sehr viel edle Lords e der Regierung unzufrieden seièn ; sie möchten sich x nur grade und unumwunden aussprechen, uad of- en, ehrlichen Krieg führen. Der Tarquis von Sa- dury fand es selt}am, daß man verlange, die Lords cen ihre Ansicht von dem Ministertum aussprechen, das Ministerium ja roch gar nichts gethan. Gewiß rde der König dasse!be nicht dulden, hätte es nicht Maske der Liverpoalschen Grundsäße angenommen, ) hâtte das Land nichr ein so großes Zatrauen zy der eshlossenheit des Kduigs. -, «- Hier wurde: er zur dnung gerufen. Auch Lord Ellenborough meinte, ein provisorisches Ministerlum, wo gewisse edle Lords nur lange Aemter bekleideten, bis es andern gefiele, statt er einzutreten, vertiene wenig Achtung. Dagegen- hte Graf Sp ncer: auf. bloße Gerüchte hin sei es

als bloße Gebilde einer unzufcriedenen Fantasie, Labbey von Pon-rpieres behauptete, der Tilgungs sei zu stark, er ¿rug 9aher darauf an, die_der Tilgy fasse gehörenden Renten (37 Mill. Renten, welche lih. zur Tilgung: der: drerprocentigen Rente vern werden) gänzlih zu annulliren. Der Vorschlag n aber gar nicht unterstüßt, weshalb darüber nicht stimmt wurde ; am Schlusse erfolgte die Annahm 1sten Artikels dés Budjets , betreffzud ‘die Schuld den Tilgungsfonds, ohug weitere Veränderung. Ein Wassereräger, Scraße Chaussee d'Antin, dieser Tage seinen selbsi gezogenen Karcen mir den Eimern, und scine Kundschaft für fünfzigtautend f ken verkauft haben, die ihn, - zugleich mit dem, nw damit verdient hat, in den Stand seßen, jedes hi zwei Kinder mit eden einer solcher Summe auszu! An dem Assisenhof zu Charleville ist zu l dieses Monats eine Duellsache rorgekommen, dit Menge Zahdrer aus allen Ständen hetbeigezogen Am Neujahretage befand sich L. . . ., ein jangerY von gutec Familie aus Mezieres in eimm Casffee! und gerieth mir Garel, einem Mahler aus Pari Wortwechjel, worauf es zu Tyätlichkeiten, und. anl zur Herausforderung fam. Der Kampfplahßz war 1 am Walle auf einer Wiese. Nach eimgen Gängen Garel, von cinem Stich durchbohrt, tod nieder. ( Zeuge wurde sogleich von den Douaniers fest eht die dém Zweikamps von weitem zugesehen hacteu, behaupteten, es fei dabei nicht loyal hèrgegangeu, it Garel eingehalten und dem Gegner zugerusen /, Sie sind verwutidet ,‘/ - dieser ader rasch erwi „Nein, vertheidigen Sie sch!// und “ehe Garil ausgelegen, ihm den Todeestoß verseßt habe. P Sitzung haette si eine junge shwarz verschletertd mit threm Kinde éingefunden, es. war die von dak côoteten hinterlassene- Wittwe. Füt dieselbe wurde) thren Anwalt eine Privatencrschädigung von 25,008 gefordert. Einer der Mauthbeamten nahm vorl Gericheshofe seine früher vor dem Justructionsrti gemachte Aussage zurück, und ecflärte, Garel hakt reits wieder im Vertheidigungsstande oausgelegen, d die Wunde eimnpfangen habe. Hiermit waren aut Sekundanten, die doh dem Vorgange näher 4 waren, einstimmig einverstanden, und die Gew! Iprahen über den Angeflagten das „nicht shuldig" Es handelte sich nun davon, ob L... . . nun zu von der Entschädigung der Wittwe seines Gegners thres Kindes zu entbinden sci, und seiu Anwolt fich darauf, daß das Unrecht bei der That in jeden auf beiden Seiten gewesen sei. Der Gericttshf wog: daß das Duell, wenn gleich von den Gesebck feiner Strafe belegt, dennöch eine Kränkuug der 6 bildet, und Verschuldungen veranlassen kann, dece gen dem Thäter zur Last fallen; daß der Beklagte zu dem Streit Veranlassung gegeben, und übrige® dem Art. 358. der peialichen Gerichtéordnung v! sei, der von den Geschwornen der That nichr d! Erklárte kônne zur Civilentschädigung verurtheilt den, und verurtheilte ihn demnach in eine Enl digung von 2000 Fr. fúr die Wittwe und 4000 F

u beoùrfe man b:ssere Autoritäten. Graf Grey hielt e sehr lange Rede, worin er werläuftig auseinander- eto, wie er nicht für die Regierung stimmen fôane, sie noch feine Beweise und Belege threr Absichren d Gesinnungen gegeben habe. Er ging Hrn. Can- qs ganze - politische Laufdahn sehr scharf durch und achte besonders auf Widersprüche während de: selben: fmerfsam. Die Belege dazu boten ihm theils die ußerungen Hen, .C.'s in der später modificirten Rede, nsichtlih des Einmarsches der. Franzosen in Spanien d der Befreiung des spanischen Amercifa , theils die esiununzen und Ansichten dar, welche er gleichzeitig in oten an den spanish-v Bothichaster ausge]prochen. it der jeßigen Ovp?sition, sagte der Locd, habe. ich doch nihts zu \haffenz ihre Principien und die mei- gen stehen so weit ‘auseinander, wie die Pole. Lord desdale wünschte seine Resolutionen wegen der Korn: seße bis zu nächster Woche auszuseßen und hoffte, n würde es ihm nmcht als Factionsacist auslegen, nn “er sich gendthigt sähe, sih d-n Vorschlägen des tinisteriums zu widerseßen; worauf Viscount Goderich lárte, von ihm solle er gewiß nie dergleichen höôren. ierauf wurde der Dienstag für den gedachcen Antrag stgelett. i

Vorgestern hatte der Marquis von Palmella Ge- jäfte im auswärtigen Amte. i

Fürst Liewen gab Dienstag in seinem Hotel ein oßes Diner, wobei der Graf und die Gräfin von Fánster, die Gejandten von Spanien , America und reußen und ihre Gemahlinnen 2c. zugegen waren. Mehrere Truppen- Abtheilungen haden Befehl erha!- n, sich nah Halifax und Canada einzuschffen.

Jm Juni wird die verwittwete Königin von Wär- berg hier erwartet, Aa

Briefe aus Rio. de Janeiro vom 8. März melden cht das Mindeste von dem Gange der Kriegs Ereig- Me, bringen aber traurige Nachrichten über den Z=1: and der dortigen Finanzen. Die Brasilische Regie: Ina, b-ißt es darin, leidec an Geldmangel und erhebe Einkänste im Voraus, indem sie au Engl, Häuser

berichtet, daß nun Wwickluch 1aehrere Offiziere von der Ars

ht ziemlich, jolche Besch verden im Hause zu führen ; | H

*) Nicht in die Staats-Zeitung.

den Sohn, welche lehtern bis zu.“ desseu Gropjähti

Made auf die”Statthalter der nördlichen Provinzen ausjteëut. : j : i

Copenhagen, 15. Mai. Die seir Mitte v. J. abgebrochene Dampfichiffahrt zwischeu hier unz? Aarhuus 1u Jütland, wird durch die Bestrebungen des Capitatu- Lieutenants Christéasea von der Marine, pon Heuem in Gang gedeaht werdén. Er geht damit um, in Engs land eia großes Dampf)&hif anzukaufen, - das für Pri vat:-Rechnung mit Gütern uad Passagieren zwischen Cos penhagen und Aalborg, Randers und Aarhuus einmal wöcheutlich fahren soll, und wahcscheinlrch schon im Aus ge|tmonat jeiue Fahrten beginnen dücste, Am nächsten Freitag ecwartetiinan das von Loadon nach Se. Peters- burg destinmce Dampfschiff George the Four1h.

Am 21. d. M. finder die feieclihe Einweihuyg dor Afademie in Soide |tactr. ;

Am Sonauahend Morgen ging ein aus dem Catts- gat fommendes Kaiserl, Russisches Linienschiff außerhalb D:eikconeu vor Anker, und die K. Corvetce Najaden, : unter Kommando 0es_ Capitais Kiuch, verließ den Hag fea und legte sich auf der- Nyede vor Anker.

Vom Mazn, 18. Mai. Ein Mänchner Blatte

tillerie und dem Geniefkorps eine Reije nach Franfceich und Engiand angetrèten haben, um daselbst die technj- schen Anstalten in ihren Fächern fkenaen zu lernen, und daß die tehuishen Kompagnien (Mineurs und Sap- peurs) nah Jugol|tabr abmarschirt siad, um die Arbeis ten ‘des dasizen Feitungsbaues zu beginnen. Nach d-mjelven Blatce werden eintge von den in Griechen- land sich befindenden Offizieren zurücffehren, ader die ercen Ovecstlieutenant vou Heidegger, Oberlieutenant von Schilcher,¿Lieutenant Schnizlein und der Arzt Dx. Schreiner dort bleiben, i e Aus Scein (Baden) wird unterm 14. d. gemeldet : Ein gestera Abends 4 Uher plôdblich eingetretener Wols fenbrucy zerstörte einen großen Theil des hiesigen Orts; wehrcere Menschen und Thiere verlorsu thr Leben in den Fluthen ; nichts fonute gerettet werden, Viele Gedäuds wurden fortgerissen z 1n dem Domaäinenverwaltungt-Ges báude im untern Stoffe, nämlih in der Schreit stube und Negistratur, stand das Wasser 6 7 Schuh hoch. Ale Rechnungspapiere und Acten sind theils zerstôrt, theils foctgerissen z uo faun inan nicht augeben, was noch vorhanden ist, da Alles mit Schutt und Schlamm úbershúitet ist. j : Die Allgemeine Zeitung enthält folgenden, als eins gesendet dezeichneten Artikel aus Wien vom 9. Maî: ¡Die deutsche Pariser Zettuug enthält unter andern abs | ge\hmatien Fabeln , welche sie ihren Lesern tagräglich aufzutijchen pflegt, auch die Erzählung von einem e welces 1u Ungarn vorcgefalleu, und wobei der Für Friedrich von Schchwarzenberg, ältester Sohn des vei stors benen Felcmarschalls, geblieben sein \oÿ. Diejes Mährs chen ist auch io andere deutshe Blätter diesseits des Rheinst:oms, so viel wir wissen zuerst in den Närnderx- ger Korrespondenten von und. súx Deutschland, üb-rge- gangen und späterhin sogar in Berliner Blätter ausge: nommen worden. *) Fürst Friedricd von Schwarzen? berg 1ist vor einiges Tagen (m besten Wohlseyn aus Uns garn hier angefommea ; es hat gar kein Duell zwischen ihm und einem anderu Offiziere stattgesuuden, und das Ganze ist uur cine von den dreusten Lügen dex leut \chen Pariser Zeitung, welche die Herausgeber dieses Blatts entweder selbst erdichten, oder silh von elendeu

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Korcespoudenten aufb:ndeu lassen.‘ i | 1 Mh Rom, 9. Mai. Se. Maj. der König von Baiern 6 brahie am 4. d, einen großen Theil des Tages damit Fs

zu, die Werkstárten verschiedener Kúnstler y namentlich L Thyorwald)ens, Tonezani's und Wagner s mit jeiuena l,