1827 / 127 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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10, Mai abgehaltenen 13ten Sißung der Bundesver- sammlung trug der Großherzoglih und Herzoglich Sächsische Bundesgesandte, in Beziehung auf die in der 2ren diesjährigen Sißung für Sachsen: Weimar ab- gegebene Erfklárung úber den von den Herzogen zu Sach- sen - Altenburg, Sachsen - Coburg®% Gotha und Sachsen Meiningen am 12. November v. J. geschlossenen Erb - theilungsvertrag, im Namen der leßtern eine Ges geuerflärung vor, worin bemerkt wird, wie dieser Ver» trag lediglich über Besißungen und Rechte der Sachsen- Gothaischen Hauptlinie Bestimmungen enthalte, und die Gerechtsame des Großherzoglichen Hauses Sachsen: Weimar auf keine Weise berühre ; die drei Herzoglichen Häuser jedo<, im Fall daß jener Weimariichen Erklä- rung eine Beziehung auf: künftige Successiousfälle im Hause Sachsen sollte unterlegt werden wollen, eine even- tuelle- Verwahrung der ihnen zustehenden Erbfolg-Rechte und Ausprúche ihrem ganzen Umfange nah, hiermit einlegen wollten.

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Bitterfeld, 26. Mai, Auch im hiesigen Kretse hat man sich eisrigst bemüht, Jhre Hoheit die Prinzes ‘sia Marie von Sachsen-Weimar bei Höôchstihrec Durchreise am 23. d, M. auf eine zwar einfache aber herzlihe Weise zu ewpfangen, und dadurch die unbe- gránzte Liebe und Anhänglichkeit zu unserm hochvereh:- ten Königshause aufs“Neue zu bethätigen. a

In Brehna waren die Ein - und Ausgänge der Stadt und mehrere Privathäuser mit grünen Zweigen und Guirlandena festlich geschmückt, auf dem Markt hatte die g-rschast eine geshmac>volle Ehrenpforte von Moos, Laubwerk und Blumen errichtet. An sot- cer hatten sih die Mitglieder des Stadtraths, die BŸ:- gerschaft mit fliegendec Bürgerfahne und die Schu!kia- der unter Aufsicht der Schullehrer aufgestele. Beim Ezrmtressen der Höchsten Braut ertdnte ein dreimaliges freudiges Lebehoch und ein junges Mädchen überreichte in Begleitung mehrerer anderen weiß und grün geklei- deten Mädchen mit einer kurzen Aurede Namens der Büärgerschast ein Gedicht. .

Jn Bitterfeld war die Straße entlang, dur<h welche hre Hoheit die Prinzessin passiren mußten, eine Allee von schdônen grúnen Maien aufgeführt. Die Einwohner wetteiferten ihre Häuser mit Guirlanden, Kränzen, Blumen und den Namenszügen des höchsten Brautpaa- res geschmackvoll zu deforiren und selbst über die Straße herüber, beinahe Haus vor Haus Guirlanden zu ziehen, so daß si<h das Ganze recht freundlih ausnahm, «und man si< in einem großen Laubengange zu befinden glaubte. Vor dem Posthause, welches sh durch ge; shmacèvolle Verzierungen ganz besonders aucezeichnete, waren die Königlichen und Städtischen Behörden, die Geistlichkeit, die Schullehrer, die Schulkinder, weiß und grun gefleidet, die Shüßengilde und eine zahlreiche Bür- gerschaft zum Empfang versammelt; der Superintendent des Orts hielt eine Anrede an die Prinzessin Braut und die Schulkinder überreichten einen Myrthenkranz und ein Gedicht, Nachdem Höchstdieselben einige in Bereitschaft geholtene Erfrishungen, welche in den Wa. gen gereicht wurden, eingenommen hatten, wurde die Reise unter lautem Jubel der versammeltea Menge wei- ter fortgeseßt.

4 Auch in Gräfenhaynichen hatte man es si< zum Vergnügen gemacht, den Häusern dur<h Kränze, Blu- men 2c. ein freunolihes Ansehn zu geben, wobei sich ebenfalls das Posthaus vor den übrigen auszeichnete.

Gedrukt bei Feister und Eisersdorff.

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Auf-dem Markte war auch eine sebr ges<hma>voll, ( renpforte errichtet, an welcher Jhre Hoheit von Geistlichkeit, dem Stadtrathe, der Schübengilde, ej großen Theil der Bürgerschaft und den Schulkin

fommte Höchstdieselben mit einigen passenden Wo; und bei der Abreise wurde ein lautes Lebehoch gery : Selbst die Bewohner der kleinen an oder jn Nähe der Chaussee liegenden Dörfer hatten Ehren ten von Laubwerk und Blumen erbauet und ihre ser mit Guirlanden und Kränzen ges<hmü>t.

Ihre Hoheir nahmen die dargebrahten Ehréènh, gungen Überall huldreichst auf, und bezauberten alle wesenden durch ihre herablassende Freundlichkeit, so der 23. Mai auch für die Bewohner. des Bitters, Kreites ein Tag der Freude und des Festes wurde,

Swinemünde, 25. Mai, Dem hin und wi - breiteten Gerüchte von, im hiesigen Orte, aüsg <enen Menschenpocken fann hiermit offiziell widers chen werdeu. Das Wahre an der Sache ist, daj von hier gebüctiger Schiffsjunge auf der Reise London nah Stettin , zwei Tage vor seiner Anl hierselbst auf dem Schiffe die Menschenpocken b men hat. Von diesen ist der Kranke jedoch, ohue geiingsten nachtheiligen Folgen und irgend eine n Unste>ung oder Verbreitung dieser gefährlichen @ vóllig genesen ; so daßdie getröffenen polizeilichen id heitrs-Maaßregeln völlig wieder au!gehoben werden iu

Uebrigens herrscht im Orte, uach wie vor, üh die beste Gesundheit. : |

tats ewinn wee 20 Due M l (UPisMhe Staats - Zeitungs.

Königliche Schauspiele, Sonnabend, 2, Juni. Jm Opernhause. Aus gehren: „Die Schweizerfamilie,“/ Singspiel in 3 theilungen, frei nah dem Franz. bearbeitet von Ca Musik vom Kapellmeister Weigl. (Mlle. Sched Königl. Baierische Hofsängerin: Emeline. Hr. brand; Richard Boll, als Gastrollèn.) Sonntag, 3. Juni. Jm Opernhause: „„Awmphi anafreontishes Divertissement in 1 Aufzug, vom Ki Balletmeister Titus. Hierauf auf Begehren: ,; von Hohenstaufen,‘/ lhrisches Drama in zwei Auf von E, Raupach. (Erster Aufzug.) Musik vom ÿ Spontini. Ballets vom Ballecmeister Titus. (f

und am Theater zu Neapel; und Mlle. Fourcist Tänzerin der Königl. Akademie der Musif zu Pa Herr Briol, erster komisher Tänzer am K. K. Y an der Wien: werden in diesen Vorstellungen tau

Zu dieser Vorstellung sind die Billets im L Verkaufs - Bureau zu folgenden Preisen zu haben:

Ein Plalz in einer Loge des Königl. Ranges 1:1 Ein Plaß in einer Parquet Loge 1 Thlr. Ein Pl einer Loge des zweiten Ranges 2 Thlr. 2c. 216,

(Leßte Vorstellung dieser Oper nad jeßigen Einrichtung.)

Jn Charlottenburg: „„Kritik und Antikritik// spiel in 4 Abtheilungen, von E. Raupach, (Herr ringer, vom Theater zu Franfkffutr a. M.: Lôwä als leßte Gastrolle.) Vorher: „Zwei Freunde ul Rock,‘ Lustspiel in 1 Aufzug.

Montag, 4. Juni. Im Schauspielhause? Erstenmal wiederholt; „Der Färst über Alle,// Lis in 5 Abtheilungen, von E, Raupach. Vorher: zugemauerte Feuster,‘/ Schauspiel in 1 Aufzug/ Koßebue,

__ Uebermorgen, am zweiten Pfiugst» Feiertage, die Staats - Zeitung nicht erscheinen.

Redacteur Joh

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Ne 128.

Berlin, Dienstag, den 5ten Juni 1827,

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Seíne Majestät der König haben Allerhd<sJhren rordentlihen Gesandten und bevollmächtigten r am Königl. Sächsischen Hofe, den wirklichen Ge- ten Legations Rath von Jordan, zu Jhrem-witk; Geheimen Rathe mit dem Prädoikate Excellenz zu | ab, triffe in Dresden : inen, und das darúber sprehende Patent Allerhöchst-' Freitag und Dienstag 2 Uhr Nachmittags ein, und hândig zu vollziehen geruhet, E | Seine Majestät der König haben dem in Diensten Die Reisekosten betragen : j | ner Königl. Hoheit des Prinzen Carl von Preußen | 1) zwischen Dresden und Tepliß 2 Thlr. 13 ggr. 6 pf.) K den Hofstaats: Secretair Wagener, den Charak. | 2) zwishen Dresden und Prag 5 7 18 : 6 ¿S als Hofrath zu ertheil-n geruhet. i

Ihre Durchlaucht die Prinzessin Auguste von] Bei ür, Le n (m- Salm sind von Dresden hier eingetroffen, eihatsen gestellt, Für eien Plaß en Oesterrei

j Bekanntmachung. Die seit dem 10, Mai d. J. eingerichtete Schnell:

zwischen Berlin und Elstetwerda auf dew Wege | und Dresden 30 und zwischen Dresd ‘Treuenbriezen und Jüterbog wicd im Einverständ- Sten Avute » n zwischen Dres en und Wien 20

e mit der Kdnigl. Sächsischen Ober - Post - Behörde,

Samengo, erster Tánzer am K. K. Theater an der gr lau N Prt Ero (s Diese Schnellpest geht aus Berlin ab:

Montag und Donnerstag 6 Uhr Morgens, t in Dresden ein :

Dienstag und Freitag 8 Uhr Morgens,

aus. Dresden wieder ab :

Dienstag und Freitag 6 Uhr Abends

fommt in -Berlin an :

Mittwoch und“ Sonnabend 8 Uhr Abends.

Das Petsonengeld betcägt - für die Tour zwischen lin und Elsterwerda auf 213. Meilen- à 10 sgr. hlr. 7 sgr. 6 pf. und fúr .die Tour zwischen E ster- da a Dresden auf 63 Mae g Lame Ae gr. Sächsisch oder 2 Thir. 147 sgr. Preußisch, r ganze A also 9 Sen 22 "sgr. Preuß. Courant | diesseitige außerordentlihe Gesandte und bevollmächtigte welches die Postillone | Minister am Kaiserl. Russishen Hofe, v. Schöler k, dem Personengelde durch die Postbehôrde erhalten. j von St. Petersburg. Nach Ankunft der Schnellpost aus Berlin, geht

Snses und Freitag 11 Sn Bait tagE ilwagen über Tevliß na rag, wo derselbe | Mittwoch und todte 6 bis 7 Uhr Morgens | bevollmächtigte Minister a6 verschiedenen Höfen und | trie. Aus Prag geht an denselben Tagen Nachmit» | freien Städten Deutschlands, Graf von Grote, nah |

e um 4 Uhr der Eilwagen na< Wien ab, welcher } Hamburg.

1. Juni d. J. ab,

des Postillon -Trinkgeldes,

Freitag und Montag 5 bis 6 Uhr Morgens ommt.

Aus Wien geht der Eilwagen na< Prag Dienstag 6 Uhr g rer tg Sonnabend Abends 7 f r * ab, und triffe in Prag ein Mittwoch: 7 Uhr Abends und Montag 11 Uhr : Vormittags ; : Aus Prag geht der Dresdener Eilwagen Donnerstag und Montag 6 Uhr Abends

schließt sih genau an die Schnellpost nah Berlin an,

7 =

3) zwischen Prag und Wien . 10 :- 12 ¿ ; S Auf der ganzen Tour von Berlin bis Wien wer- den gegen Bezahlung des gewöhnlichen Personengeldes

<1shen Beichaisen erhöht sih der Betrag des Persgs nengeldes, und zwar von Dresden bis Tepliß um 3 ggr, 3 Pf., von Dresden bis Prag um 13 ggr., und von Prag bis Wien um 22 ggr. 8 Pf. Sächsisch.

An Gepäck hat jeder . Reisende zwischen Berlin

Berlin, den 31. Mai 1827. General-Post-Amt.

Bekanntmachung.

Auf hdhere Anordnung wird die Fahr -Post na< Me Streliß von jeßt an eine Stunde früher, also 4 E

Dienstag, Donnerstaa und Sonnabend 9x Uhr [8 B Vormittags, T

von hier abgefertigt. Die Annahme von Briefen, Gel- dern und Packeten zu dieser Post geschieht an diesen Tagen bis 8 Uhr Morgens. “Berlin, den 1. Juni 1827. Hof 3 Post s Amte.

Angekommen. Se . C1der General-Lieutenant,

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Der Kaiserl. Rufsishe Hofrath v. Prainichnis- coff, als- Kourier von St. Petersburg. 7 | Abgereist. Se. Exc. der Grand maître de la | Garderobe, diesseitige außerördentlihe Gesandte und |

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Se. Exc. der wirklihe Geheime Staats - Minifter und Ober - Präsident der Provinz Sachsen, von Kle- wiß, na<h Magdeburg.

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