1827 / 127 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Se. Exc. der wirkl. Geh. Staats- und Finanz: Mie nister v. Mo6, nah Kolno im Großherzogthum ‘Posen. Der Geueral-Majoc und Kommandeur der 7ten Landwehr - Brigade, von Pfuel, nah Magdeburg. Der General - Major und Kommandeur der ersten Garde s Landwehr - Brigade, von Block, nach Ems. Der Kammerherr, diesseitige außerordentliche Ge- sandte und bevollinächtige Minister am Kaiserl. Oester- reichishen Hofe, Frhr. v. Maltzahn, nah Dresden.

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Zeitungs-Nachrichten.

A us.l ün d.

- Paris, 29. Mai. Jn der Sibung der Deputir- tenfammer vom 25. d. M. ward zuerst über das Ausga- ben-Budjet des Marine - Ministeriums für 1828 debar: tire. Nach einigen Bemerkungen des Hrn. Labdey de Pompieres, welcher sih ‘besonders darüber- beschwerte, daß neuerli< unter 15 Stellen von Fregatten, Capitains nur 5 nah dem Dienstalter vergeben worden seien, eine Zurücksezung, -wodur< das Offizierkorps sich angeblich hart betroffen gefühlt habe, und na<hdem Hr. Strafo- rello den Wunsch geäußert hatte, daß den Seeräubereien in der Levante energisch entgegen gewirkt werden möchte, wurde das Budjet mit einzelnen Reductionen angenonm-

men, Hierauf giug man zu dem Ausgaben-Budjet des

Finanz- Ministeriums über. Hr. Casimir Perrier trat gagegen auf; er sprah vòón den Abweichungen der Com- mission in ihren verschiedenen Berichten. Er durchging das Verfahren des Ministers_ seit den Jahren 1823 dis auf die gegenwärtige Zeit. Er bemerkte, daß ia dem laufenden Jahre die Einnahmen das Deficit nicht deten, daß die Verlegenheit wachse, und im Jahre 1828 eine Crisis herbeiführen würde, Aus der Zusage der Mini: ster, daß sie künftig den Credit dur<h-Ordonnanzen wür- den gewähten lassen, ehe die Ausgaben stait fänden, folgerte er das Bekenntniß, wie bisher die leßtern ohue Wissen - der Kammern und selbst des Königs gemacht worden. Der Unfug habe sehs Jahre hindur< gedau:. E und der Hr. Präsident des Ministerraths sähe ru-

ig zu. gen trat der Finanzminister auf und zeigte, wie durch eine unrichtige Nebeneinanderstellung der Vergangenheit und der Zukunst und durch die Vergleichung von Zei- ten, die feine Aehnlichkeit hätten, man Bejorgnisse zu erregen suchte, von deren Ungrund man sih leicht über: zeugen kônne. Nach einer Erwiederung des Hrn. Ca- simir Perrier wurden die sehs ersten Capitel angenom- men. Ueber das 7te in Betreff der Dotation der Pairs- fammer spra<h Hr. v. Beaumont: Er beschwerte si, daß dieser Gegenstand nicht dur< ein Gejeß ein für allemal abgemacht sei, da so lange, wie bisher geschehen, die Sache nur dur< Königl, Verfügungen regulirt würde, dieselbe jedes Jahr Gelegenheit zu Debatten in der Kammer gebe, die es angemessener wäre, zu vermei- den. Auch seien in diesem Capitel Ausgaben aufgenom: men, die auf feine Weise die Pairskammer beträfen, so die Peusionen ehemaliger Senatoren, deren Wittwen 2c. Die Sibtung vom 26. begann mit einem Vortrag der Petitions-Commission, Auf die Vorstellung mehre: rer Kaufleute aus Marseille, welhe den Schuß der Re- gierung gegeu die Seeräubeeeien der Griechen in-An- spruch nehmen, bemerkten die Hrn. Lainé de Villevesque und Sebastiani, daß die Schuld jener Seeräubereien . hicht der griehishen Regierung aufgelegt werden könnte, welche vielmehr alles thue, um denselben ein Ende zu machen. Die Petition ward den Ministern überwiesen. Die in der vorigen Sibung unterbrochenen Verhand-

Gegen diese und andere äáhuliche Beschuldigun-

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lungen über das Budjet des Finanzministeriums wy wieder aufgenommen. des Hen, von Beaumont über die Dotation der fammer bemerkte. der Finanzminister, daß das 6

welches von denu- Ministecu früyer vorgeschlagen wi

war, von der Kammer nicht sei augeaommen wo und daher nichts andèrs übrig geblieben, als, nah

vor, dur<h Königliche Verfügungen das Erforderlig

der Sache anzuordnen. Das Capitel VI[. ward auf angenommen, so wie dann au< na< einande folgenden Capitel, bis zum Capitel XIX., welche Ausgaben für die Post enthält; bei demjelben war) Sibßung aufgehoben und auf Montag vertagt. Man glaubt, JJ-. KK. HH. die Frau He von Berry und von Orleans werden si<h in Ma nah Neapel auf einea 6 Monaec langen Besuch amilie einschiffen. : : Nachrichten aus Toulouse vom 22. Mai zus sind im südlichen Frankreih durch die Gewitter un Hagel. große Verheerungen angerichtet worden.

Siadt Toulouse selbst hat dabet bedeutend gel|

Ducch die mehrere Tage hindur<h unablä sig { stürzenden Regengüsse shwoll am 20. die - Garon einem furchtbaren Strome auf, und überschwe die niedrigeren Theile der Stadt, die Jusel Y ein großer Theil der Vorstadt St. Cyprian d Hafen Gerau waren übers<hwemmt, mehrere d stürzten ein und ein Theil der Bewohner wurde dem Schutte begraben. Die Größe des Unglüts sich noch uicht übersehen. Es sind öffentliche um Aufhôren des Negens angeordnet worden. Der franz. Generalconsul in Hayti, Hr. v. M ist nach einer sehr kurzen Ueberfahrt zu Brest. am der Fregatte Medea angelangt, Die Rükehr | Beamten giebt unter den gegenwärtigen Umständen der Courier français anmerft) zu verschiedener Vi thungen Anlaß, oie für die Verhältnisse zwischen F reih und der Republik Hayti nichts gutes hoffen l Zu Brest werden in diesem Augenbli zwei Linien| und fünf Fregatten bewaffnet. ;

Zu Toulon werden dermalen zwei Linienschiffe drei Fregatten bewaffnet, die dem Vernehmen na sere Schiffsstation in der Levante verstärken solle1.

Gestern ist Herr. Eynard nah London abge} um dort wo möglich die Sache wegen den gridi) Dampfschissen abzumachen, die so viel gekoste hi und so- wenig taugen.

Marï schreibt aus Bayonne unterm 19. d., | Tage vorher, drei Wagen mit Effekten für den di noh anwesenden Marquis von Chaves angelangt Man s<äßt die Ladung dieser Wagen auf eine Summe, und glaubt, daß der Transport allein det neral 12,000 Realen gekostet habe.

Fünfprocentige Rente 100 Fr. 65 C. Dre 70 Fr. 60 65 C. |

| London, 26. Mai. Jm Oberhause trug d Viscount Goderich darauf an, daß das Haus si | nem Ausschuß zur Verhandlung über die Bill- zur besserung der Korngeseße bilden solle. Nachdem t der Wichtigkeit des zu erwägenden Gegenstande den übertriebenen Hoffnungen und Besorgnissen derselbe erregt habe, geredet, gedachte er des edlen! von dem die Bill ausgegangen, und der, wenn hs der Schlag getroffen, sie selbst in diesem Hause tragen haben würde. Er erwartete, fuhr Lord G? fort, große Vortheile von derselben, und namentlis die Classe, in welher Sie, Mylords, si< zählen; diese Ueberzeugung bestärkt mich in dem Vertrauct; alle ungünstigen Eindrücke schwinden und die vorlit Maßregel durchgehen werde. Sie ist- eine nothwé! Folge der Kornbill von 1815. Nachdem die Hf

schlossen, in Verfolg einer der ungläklihsten E

Jn einer Antwort auf die y

wieder geöffnet wurden, trat am 15. “Nov.- 1816 Bill in Kraft, deren Wirkung bis zum 15. Fedör. wáhrte, Da sanken die Durchschnittspreise unter ph, und die Háfen wurden wiederum auf 3 Monate ossen. Drties veranlaßte eine neue Steigerung, in Folae- sle wieder bis zum 15. Febr. 1819 offen n, Die Erndte von 1318 war in ganz Europa gat ven, und es wurde daher in dem gedachten Zeic. eine ungeheure Menge Getreide eingeführt, so Alles, was bei dem A>erbau interessict war, sich rôgren Belörgaissen hiñgab, und gegen die Bill 815 feindselig gestimmt ‘wurde, Es bildete sich

fociation, eine Art von landwirhschaftlichem Pars-

sich aufs Heftigste gegen eden die Maß- aussprach, deren Fortbestehen man jeßt für das al, e Heil des Agricultur-Juteresses ansieht. Zu An- der Sißbung voa 1819* wurde ih befragt: ob die rung den Gegenstand in Erwägung gezogen habe 7. f ih erflärre, man gehe mit feiner Veránderung estehenden Geseße um. Jn den Jahren 1819 undo liesen jedo mehr ‘als 1200 Bitt|christen gegen die von 1815 ein, Jm J. 1820 wúrde daher im Un, use aus ein desjallsiges Untersuchungs: Committee ragen, was auch, ungeachtet des Wider\pruchs der ster, dur<ging. Sie gaben den Wünschen des Lan: ah; und das Committe voñ 1821 verwarf die cipien der Bill von 1815, obgleich es no< immer H eibehalcung der bestehenden Geseße anrieth. Im 322 s<lug das Committee eine zwe>mäßige Modifica- des Gejeßes von 1815 vor, und nie hat man weder Hesey von 1815, no<h dessen 1pätere Umgestaltung in dauerndes System gehalten. Das Gesel vou ist vie zur Vollziehung gekommen, weil es die Be- ung enthielt, die Häfen sollten nicht früher eröff erden, bevor die Preise auf 70 Sh. steigen wür- Mir welchem Rechte dürfen wir dem Lande einen ngeheuern Preis aufzwingen? Man vergesse nicht, im J. 1815 die Acte wegen Beschränkung der baa- Banktzahlung noch tn Kraft war. Jeder wird eine 1, wel<hen Einfluß der baare Geldumlaus auf die egende Frage hat. Was für Noth immer aus dem nwärtigeu System entsprungen hein mag, so ist diése mit den unglücklihen Folgen des vorigen nicht zu leihen. Man daxf um keiner augenblicklihen Er- terung willen ein fortwährend verderbliches Syftem hren. Jenes trieb die Erzeugnisse des Bodeus zu tünstlihen Höhe, von welcher sie zuleßt herabsinken ten: Man hac die hohe Besteurung zur Entrichtung Notionalschuld als Grund für die Fortdauer jenes ems angegeben. Frettih muß dieselde auf den Preis Boden-Erzeugnisse Etnfluß haben. Welch ein Unter- d aber zwischen unserer jeßigen Lage und im Jahre 5! dmals beliefea si<h die Lasten der fundirten und ndirten Schuld auf 47 Mill. Pfo. Sr. ; diese Summe igt jet nur 34 Mill., aljo 30 pCr. weniger, und Steuern sind um 28 Mill. vercingert worden ; die nthumstaxe hat ganz aufgehört. Die Herabseßung Steuecn muß aber eine günstige Wirkung für den Land: u haben, weil er do< nun scine Erzeugnisse zu Markte gen fann, ohne Gefahr zu laufen, ruinirt zu werden. n hat die Absichten der Minijier mißverstanden. Es delt sich nicht von der Eátgegenstellung einer neuen orie und eines erprobten Systems, nicht von der Be, ßung- eines Juteresses vor dem andern, sondern von } Vorzug einer Art und-Weise der Beschüßung vor andren, Man bedenfe, daß die Bill von 1815 bis in die grôßte Neuerung war, und daß die neue, in ge der gemachten Erfährunaen, mit gewissen Modi: tionen nur zu dem alten System zurückkehrt, unter hem Großbrittannien so lange geblüht hat. Ein stem hingegen, das unter Umständen die Einfuhr ents der durchaus untersagte oder gestattete, versebte die

t, welches

517 1 einheimischen Landbauer in die peinlichste Lage. Freilich

diente die Hôyé des Preises, welcher die Eiafuhr ge- stattete, ihnen zur Aufmunterung, eben sowohl aber auch denen, die bei Eróffnung der Häfen ihre Rechnung fanden. Ganz Europa suchte England in solhea Fällen

mit Korn zu übershwemmen. Das beweist der Umstand, daß der fleine Bruch von 2 Þ. über 80 Sh. die Häfen bis zum 15, Februar 1819 ofen erhiele. Das Gesck von 1822 hatte weiter fein Verdienst, als daß es den Preis von 80 auf 70 Sh. herabseßte. Nehmen wir den Durchschnittspreis des auswärtigen Korns nur zu 30 Sh- an, und fügen die damalige. Abgabe von 17 Sd. hinzu, so würde oder Preis si< mit Einschluß aller Kosten auf 57 Sy. belaufen, während der einheimische Preis auf 70 Sh. festgeseßt war. Nun fkdnnte man freili<h der úbermaßigen Einfuhr durh eine stehende, “hohe Abgabe von 30 oder 40 Sh. vorbeugen ; wie aber, wenn die inländischen Preise sehr ‘hoch ständen? Soll man die - nähere Bestimmung dann dea Ministern überlassen ? Eine solche Macht darf ihnen nicht übertragen werden, und es bleibt daher nichts, als eine Modification der Gefebe, mittelst einer Zoll-Seala, Übrig, da jede bestimmte Abgabe zu hoch oder za niedrig werden fann. Jm F- 1815 habe ih an der Abschaffung der damaligen Gesehe jelbst Antheil gehabt; seitdem aber meinen Jrrthum etn gesehen, indem den Gutsbesißern zwar ein erträglicer Preis gesichert werden muß, jedoch auch die nothwendig- sten Bedürfnisse des Volks auf keine Weise eine Bes- {<hránkung- unterliegen dürfen. Der Reduer verbreitete sie) hierauf ber einige ganz ungegrüudete Besorguisse- namentlih wegen des Korneinfuhr ‘aus Odessa, Der Ueberfluß des dortigen Getreides, behauptete er, wird ije nah Großbrictauvien gelangen ; indem die Hin: und Herfahrt aht Monate: wIhrxt, und überdies die Küsten des Mittelmeers von dorther versorgt werden. Geseßzt ader auch, ein Brittisher Kaufmann speculirte dorthin, so würde dies natürlih ein Steigen des dortigen Prets ses zur. Folge haben, und aljo einen no< hôhern hier

erfordern. Dagegeù liegt jeßt im Unterhause eine Bill - wegen der Korneinfuhr aus den Nord - Americanischen Colonieen zur Erwägung vor, die in jeder Hinsicht Bes achtung verdient, Diese Colonieen, die Sprache und Sitte mic uns gemein haben, dürfen nicht als fremd berrachtet, und durhaus nur mit Jrlaud gleichgestellt werden. Besonders empfehle i< noch die Bestimmung der Bill, wonach die Abgabe für das in unserm Lande aufzuspeichernde Getreide wegfällt, indem England där durch ein Stapelplaß des Welthandels werden fann ; wogegen, wenn die Lords dieselde verwerfen soüten, die Franzosen und Hollánder jene Vortheile an sich reißen würden. My!ords, {loß er , die Constitution hat die Aristokratie zu natúrlichen Repräsentanten der Landeis genthümer überhaupt bestellt; aber es wäre eine Beleie digung für Sie, deshalb anzunehmen, daß sie für das Interesse der übrigen Classen gleichgültig sein sollten, die alle bei der gegenwärtig? j

Der Graf v. Malmesbury sprach gegen die Bill. War- um, sagte er, hat man die gegenwärtigen Modififatids- nen ni<ht im Jahre 1822 vorgeschlagen ? Damals war der Durchshunitrspreis 56 Sh., nie-über 65 bis 66 Sh- und nie unter 59 Sh. 9 Pence. Von der Canada- Kornbill bemerkte er: Canada habe im vorigen Jahre niche mehr als 26,000 bis 30 000 Quarters eingeführt. Man bedenke aber die Zunahme der Jrländischen [Ein- fuhr seir 15 oder 20 Jahren! 1807: 45,000; 1808, 43,000; 1809, 60,000 uud 1821 560,000 Quartérs, Soll nun Canada, dessen Bevölkerung wahrlich derjJr- ländischen nicht gleih fomm, zur Concurrenz mit Jrs land aufgefordert werden? Hat es nihe an Westine dien einen genügenden und natürlichen Marfttr? Ber aller Liebe für die Colonicen darf man ibnen feinen Vors zug vor dem Mutterlande einräumen, das mit so s<:ve:

Maaßregel interessirt sind.