1827 / 128 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Brieg, 30. Mai. Auf dem am 24. d. M- hier abgehalrenen Frühjahrs - Wollmarkt, wurden überhaupt 120 Centner 79 Psund Wolle abgewogen. Verkauft würde solhe der Cenfner- zu: 42 Thlr. 5 Sgr. und 40 Thlr. 10 Sqr. die best:, 36 Thir. 20 Sgr. die mittlere, 33 Thic. und 32 Thlr. 25 Sar. die geringere, mithin nah einem Dacch|chnittspreise der Centuer zu_36 Thir. 25 Sar. 6 Pf.

Ltebenwerda, 26. Mai. Zu dem am 24 d. ab: gehaltenen ersien diesjährigen WoUmarkt sind 54 Cent- ner 88 Pfund einshürige und 100 Centner zweiichürige Schaaswolle eingegangen ; - davon wurden verfaust, 46 Cencner 88 Pf. einschúrige und 90 Centner zweischürize, der Preis der einschürizen war 32 Tylr. 15 Sir, fúr den Centner, und der Preis der zweichürigeu 30 Thlr. 20 Sar. für den Centner. :

Posen. Jn Lissa haben der Reftor Finke bei der evangelt\cheu Schule-und der Fetedensrichter Willmann eine sogenannte Handwerfs\chule errichcer, wdrin Hand werfsgesellen uno Lehrburschen an Sou» uno Fesicagen unentgelilihen Uncerriet erholten. :

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aus dem Janern des Reicós vom Ende A pril. (Fortfeßung )

VI, Posen. Poseu. Der Gesundheitszustand hat sich im Ganzen und insdesondere gegen-die jrügzern Wionate sehr gebessert. Das kn der Stadt Schrimnui gede:rihte Nerovefi-ber ist als besecitiät anzujeyen, - dem nach dem leßt.r» Berichte nur noch 4 Kraake vor- handen waren, die ‘sih |choi in der Besserung besan- den, Dieje Krankheit hat auch, n Scharfenorth, Sam- tehen Kreiscs, und in Plugawice, D\irzeöszowschEu K--1126, aufgedôrt. Nicht minder sind die wentzen Kranken der Att, welche in dexr Stat X-ontz, im Sch-immer Kretse, vorgefkomnien, bereits n der Ge- nejung und es ist hter durch kräftige, gleich dein erstca Nusbruche der Krankhcit eingelettete Maßregelu gelu: - gen, ‘der Atusteck ang in etiem weitern Umfange zu be gegnen. Dagegen sind jebt cie Wech| fi-der haft allgze- mein vetbreiret, und es fehl! niche au Falleu von gro her Bôösactigfeit. Sehailochfieber, Rötheln, Ma ern kamen nur noch sporadtsch vor, und auch den Menichen- pocken tst| durh die getroffenen Maßregein das Felt streitig gemacht worden. Es kaun also von einer ep!‘ demischen Verbreitung derjelben nicht mehr die- Rede sein. Nur einzelne Fälle von áchten uno mot?ficiiten Meuscheablattern kamen vor Bromberg. J meh- reren Ortschaften des Wirstßber Kreises herr)chen die Mentcheupocken, jedoch mit geringer Sterdlichkeit ver bunden. Das kalte Fieber zeigt sich häufig, so wie in der Stadt Lobsens die Masern und Rötheln, Aach (u den Orricbasten K!. Bartelsee und St-:sin grassicen na- túrliz e Measchenblattern. Eben so in Strewen, Chod- ziejener Kreises, in welchem üderdèm Wechsel und Ner ve'fleberkrante vorkommen. Jm MWMozgilaoer Kreise ext- stizen chroaische und Wech!elsieber mit Sterblichkeit be gleitet, Die vorgekommenen Krankheiten waren ver:

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Berichte úber den Gesundheitszustand}

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| shiedenartíg, jedo&; nicht ‘anstecfend, sie sind begränd in Abdominallciden, eine Folge des vergangenen heiße S- mmers. Auch zeigt sich ein Augenübel, UHemeratg pia genannt, welches im. Dorfe Rozanna dinnen 5 Wi %weu 16 Personen befallen, chne deutliche Lokal Ursa Jm Gaesener Kreise sind die Masern fast allgemiij ohne Srerblichfeit, -so wie auch rheumatische Uteb( ‘ehr verbreitet und bei Kindern kamen Derüsen - Gi chmwu!st ,- Husten 2c. häufig vor. Die Wechselfiebe ¿¿n- und dreicáaige, sind nicht selten, in deren G ¡olge Wassecjucht, Gollsucht - und Anschwellung h Milz, Diese Fieber werden auch- im Jnowraclaw Kr-üte háufiger und mit Schlagflässen begleitet. Ju d Stadt Bromberg wurden zwei' mcht geimpfte Kuah von den natürlichen Biattera befallen, einer von ihn ist gestorben. und i i VIL. Sach sen. Magdeburg. Die ansehnli Menge von Kranken, welche im Monat April die Aer bejcháfcigt haben, lite größtentheils am falten Fiebi das si immer mehr verbreitete, vorzüglich in den üb [hiermtt gewesenen Gegenden, Außerdem kamen | chärrbaiisch rheumatiihe Leiden sehr häufi; vor. J SHenthia uind der Umgegend herrschten die Masern u einem dósartigen Charakter seit drei Wochen ; fast jet Haus zäylt Maserkranfke und es siad bereits 14 Kinh ¿aran gestorben. Jun Ziesar wurde ein eingewa@ ter Handwerkfsgeselle aus C-lle von den mnatüriiw &latteru befallen, aber hergestelr. Die Sterblitkü ‘übersti«ng im Allgemeinen den gewöhnlichen Grad nis Merseburg. Jin April war die allgemeine Kral geicefonstiiution fortwährend farharrhalisch und rh | nacisch. Die akucen Krankheiten nahmen schnell u leicht einen nervdjen Charafter an und wurden in ien Fällen bedenklich. Die kalten Fieber grassiren 1 mentlih in den Gegenden, wo die Flüsse über die U! geirete: und bedeucende Ueberschwemmungen Statt qu: dea hoben, Die Menschenblattern haben sich | Apr:l an veci\chiedenen Orten îm hiesigen Bezirk, mi 205x bei áltern ungeimpsten Perfonen gezcigt, auch si! ‘te Varioloiden zum dftern vorgekommen. Die angeo n ten General, Vaccinationen werden in diejem Jal init Nachdruck durchzeführt: werden, Erfurth. 2 :Ugemeine Kraufheits Konstitution war die rheumatis t charrhalische. Hin und wieder famen sehr hartnif Lungenentzündungea. vor, Uater den Kindern («uw háufig fouvulsivishe Krankheiten ein, welche hin W wieder mit dem Zahngeschäft in Verbindung standen einen tôdlihèn Vetlauf hatten.

(Schluß folgt.)

Königliche Schauspiele, Dienstag, 5. Juni, Jm Schauspielhauje : „H vig/,‘’ Drama in 3 Abtheil. , von Th. Körner. Hi auf: ¿Der Nzchcwächter,“/ Posse in 1- Aufzug, ! Th. Körner. Jo Potsdam: „„¿Der Vielwisser,‘/ Lusk"piel in Abtheilun en, von Koß-due. Hierauf: „„Solotanz“ __ Mittwoch, 6. Juni. Jm Opernhause: „„Die H! zeit des Figaro,’ Oger in 2 Abthetlungen, voir Mojl (Hr. Köckert, vom Stadttheater zu Leipzig - den 0

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Gedruckt bei Feister und Eisersdorff.

jen Almaviva, als Gastrolle,

Redacteur John

Allge

reußishe Staats - Zeitung.

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Amtlihe Nachrichten. Kronik des Tages.

Des Königs Majestät haben den Regierungs Rath

zu Franffurt a. d. Oder zum Ober Regierungs- und Dicigenten der Abtheilung für Domainen, 1 und directe Steuern bei der Regierung zu in allergnädigst. zu ernennen, und die Bestallung n e dieser Eigenschaft Allerhöchstseldst zu vollzie- eruhet.

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ingekoumimen. Der Königl, Französische Kabi- Kourier Alliot, von Paris. -

Abgereist. Dér General - Major und Komman- der bten Landwehr - Brigade, v, Thiele L, nach : Ruppin. j

er Kaiserl: Russische Hofrath v. Prainichni- , als Kourier nah Weimar.

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Zeitungs-Nachrichten.

Ausland.

Paris, 30. Mai. Vorgestern wurden in der De- ten: Kammer die Berathungen über das Budjer eseßt; bei Gelegenheit der Ausgaben für die Post h Herr v. Noailles den Wunsch aus, daß die Re. ng auf dem jeßt befolgten Wege weiterschreiten die Communicationsmittel stets vermehren möge, Mestadier bemerkte in Beziehung hierauf, daß es wichtiger sein würde, zunächst die Landstraßen zu irn, indem sonst alle Bemühungen erfolglos sein den, Nach einigen Bemerkungen des Hrn. Labbey ompieres in Betreff der Vertheilung der direkten uern, griff Hr, Mechin eine, im vorigen Jahre rück: lich dex General - Einnehmer in den Departements ne, Kduigl. Ordonnanz héftig an, und rügte un- andern, daß den General - Einnehmer dadurch die ugniß gegeben worden sei, eine große Masse Fonds den Spezialeinnehmern an ih zu ziehen, und die ern nah Belieben von ihrem Amte zu fuspendiren. Finanzminister widetlegte diese Beschuldigungen, m er bewies, daß die General - Einnehmern keines: s befugt worden seien, mehr Gelder wie früher an zu ziehen. Die hôchste Summe, welche rin Spe- leinnehmer auf einmal bei sich zu haben befugt sei, rage soviel als seine Caution, nämlich 1/12 der Ge- mteinnahmez; was darüber sei, habe schon früher der veral ; Einnehmer einziehn kdnnen ; dieses hade auch

Berlin, Mittwoch, den 6ten Juni 1827.

‘einen doppelten Nußen, denn nämlich, daß die Gelder

der Gemeinden in den Kassen der Spezialeinnehmer codt liegen und in denen der General. - Einuehmer Zin- sen trügen, und den, daß hierdurch die Gewährleistung derselben “gewonnen wird. Was endlih die Befugniß der Lehteren betreffe, Erstere vom Amte zu suspendiren, so sei sie vollkommen dadurch ger. Htfertigt, daß die General - Einnehmer für dié Spezialéinnehmer einstehn,' und folglih berechtigt sein müssen, eine genaue Kon- erólle zu führen, wie auch erforderlihcn Falls. durch ihre Einschreitung zu verhindern, daß Pflihetwidrigkeiten oder Unordnungen statifinden. Uebrigens behalte sich. die oberste Behörde stets die endliche Entscheidung vor, denn der General, Einnehmer fönñhe zwar suspendiren, aber nicht adsehen. Die Kaminer nahm in dieser Sibung die leßten Sábe des Ausgabebudjets an, und es wurde noch über das Geseß berathen; wodurch dem Minister des Jnnecn ein Credit von 52 Mill’ Fr. eröffnet wer- den sollte, um den Pallast Bourbon, wo die Kammer jebt'ihre Sibungen hält, und den sle miethsiveise inne har, zu kaufea. Her. Cas. Perier fragte, woher das Geld fommen solle, um dieses zu bezahlen, und bewerkte, es würde schifliher sein, eine: solche Ausgabe im Aus genblicke zu vermeiden, wo man sich überzeuge, daß ein Defizit vorhanden sei ; worauf der Finanzminister ant- wortete, das Geld sei shon da, und es rühre von einem Ueberschusse aus dem Jahre 1826 her. He. v. Boisclaireau sagte, er finde es unnúß, diejes Grundstuck zu kaufen,

da wan dadurch nur zu noch mehr Ausgáben- verleitet

werden würde. - Eine neue Wohnung für den Präsiden» ten sei nicht nôthig, da er schon jeßt sehr gut wohne, (Gelächter) und seine Wohnung “vortrefflich möblirt sei, (großes Gelächter.) Ueberdies möge man nicht vergess sen, daß es durchaus nicht äusgemacht sei, daß die Kammer zu jeder Zeit in der Hauptstadt versammelt wêerden würde, der König könne sie berufen,- wohin: er wolle, und es wäre niht unmöglich, daß angemessen be- funden würde, die Deputirten von dem Mittelpunkte aller Leidenschaften und von dem großen Zeitungslaboratorio zu entfernen. Das Geseß wurde schließlich mit. 204 Stimmen gegen 69 angenommen. :

Mit Bezug auf eine in der Deputirten - Kammer am 18. d. M. von dem Herrn Benjamin Constant ges haltene Rede, macht der Präfect des Nieder - Rheinis schen Departements, Staatsrath Esmangart, bekannt, daß Ersterer sih im Jrrthume befunden habe, wenn erx bei Gelegenheit wie von den Protestanten die Rede war, behauptete, daß in den Jahren 1821, 1825 und 1826 mittelst Rundschreibens dem Präfecten des Nieder, Rheins verboten worden sei, zu den Municipal, Stellen einen Protestanten zu ernennen, so lang noch irgend ein dazu qualifizirter Katholik aufzufinden sein möchte.- Von eis ner solchen Versügung sei ihm (dem Präfecten), nie

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