1827 / 135 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Spuren , daß es gehoben war. Jn dem unglückli- chen Augenblicke arbeitete der- Meister mit einem Lehr- jungen faum fünf“ Schritte von dem verhänugnißvol- len Sake; während aber jeher von der Macht des Srtrahles und unter den Trümmern seiner einstürzenden Werkstätte unberührt und wunderbar erhalten blieb, war der Jungé in ‘einem jammervollen Zustande dem Tode nahe. Ehe no<h Hülfe herbeieilen koante, waren ihm die Kleider, bis auf einen, noch hell flammenden Theil des Hemdes, am Leibe verbrannt. Der Feuerstrom hatce ihn röe>…kwärts ecfaßt, Die umher zerstreuten, mit Pulver ganz Überzogenen Stücke vön zerschmetterten Zuckerhüten deuten auf den Ursprung. des Unglückes. War die Aufnahme des Sackes unbefangene Dienstwil- ligfeit, war sie im Bewußtsein der Gefahr sorglose Nach/äßigfeir möge das Ungluck zur Warnung hein, und Vorsicht lehren.

Aus den Taunusbädern meldet man, daß der Lenz- monat durch die fortwährenden Strichgewitter und häu. figen Regengüsse keine günstige Witterung dargeboten, soust würde die*' Anzahl der Fremden, wenigstens zu Wiesbaden, Emg und Schlangenbad, wo die Saison zum Gebrauch der Bäder früher als zu Schwalbach an fangt, bereits zahskteicer sein, ._als sie wtrklih noch ist ; jedoh befinden sich zu Wiesbaden und Ems [< » meh rere Kurgäste aus den hdheren Ständea, so daß zu Wiesdaden bereits die erste Kurliste ausgegeben werden konnte, und zu Ems wird diese gleichfalls erster Tage erscheinen. Aber in allen Taunusbädern sind - bereits eine bedeutende Anzahl Logis, von fremden Herrschaften aus allen Gegenden, für die diesjährige Saison bestellt,

so daß ihre frühere oder spätere Anfunft von der Be.

shaffenheit der Witterung abhängen wird. :

Die Redaktion der Frankfurter fürstli<h taxischen Oberpostamts Zeitung befindet sich schon seit der Befdr- derung des vormaligen Redafteurs Dr. Krapp zum fürst, lih taxishen Obervostrach in den Händen des Auhalr;- Kötheuschen Legationsraths Dr, Pfeiljchifter, Redakceurs des Offenbacher Staatsmanns, Mit dem 1. Juli wird der bisherige Redaktions Namensträger Oehler -abtreten und Dr. Goldmann, zur Zeit bei der Redaktion des Katholifen angestellt, seine Stelle übernehmen, wobei die Verhältnisse der Oberpostamts-Zeitung, wie sie der- malen bestehen, feine Veränderung erleiden werden.

Ma drid, 24. Juni (Privat Correspondenz aus der deutschen Pariser Zeitung,) Dem Vernehmen nach wird der König am 16. Juni hierher zurückkommen. Bekanntlich hat ein Dekret des Königs die Auflôsung der Polizeigendarmen zu Pferde und deren Eiuverlei- dung in andere Kapallerieregimenter verordnet, Nur 2 oder 3 Compagnien sind dur Hrn, Reccacho pon dieser Maaßregel ausgenommen worden, und sie fahren fort, den Dienst der Polizei: und beim Generalcapitain der Provinz zu versehen, Mau uncerlegr dieser Auflôsung, die von den Königlichen Freiwilligen als ein Fest gefeiert wurde, verschiedene Beweggründe, Einige sagen, sie sei von demn OÖberintendant der Polizei selbs provoçirt wor: den, indem dieses Corps einen großen Theil des Ein- fommens dieses Departements aufgezehrt habe, da z: B, der Obrist allein eine Besoldung von 35 000 Realen be, 309g. Andre behaupten, diese Maßregel sei die Folge ei nes kürzlich zwischen den Gendarmen und den König lichen Freiwilligen auf- dem großen Plakbe statt gefunde- nen Streites, wodurh auch Mishelligkeiten zwischen den Kominandeurs beider Corps entstanden seien. Nach der Meinung der Freiwilligen ist jene Königliche Verfügung der Vorbote anderer Ereignisse, die das Gebäude der Polizei zusammen stürzen werden. Gestern langte unser

mosa hier wieder ang, Unser Minister der autwin Angelegenheiten hat auf das Ansuchen des Erzbi von Toledo alle Mitglieder des diplomatischen

gebeten, die Zeitungen; welche sie aus ihren Länder pfangen, niemand mitzutheilen. Der Erzdi]chof hz gleich in se¿êm Spreagel durch einen Hirtendrief Strafe der Verdammniß das Lesen aller inländi Bücher und der Uebersezungen auslándisher Wert, wie auch die Journale, verboten, und zwar ohne nahme; seibst die Psalmen Davids, die im verwis Jahre herausgefommen sind, und deren Dedikatio Köôuig angenommen hat, sind in dem Verbot eint fen, nur die Gelobußen begreift dieser JÎndex niche, gleih wird das Eintreten in alle zu- Madrid bestid Lesefabinette untersagt. Gestern Abeud hatte de; ¿0g vo¿ Jnfantado eine lange Unterredung mit Könige ganz allein, man schließt hieraus, daß ibn der hohen Aemter des Staats werde anvertraut i Seit einigen Tagen is der Staatsrath sehr bes Der Finanzminister hat ihn über die Frage zu y gezogen, ob man fernerhin die Einfuhr der auslän Steinkohlen erlauben werde, deren man sich in dy nen von Etsen, Blei und Quecksilber, so wie in

Gewecken bedient, Auch hat der Ma1quis v. Zu

dem Staatsrath eine Auseinander]ezuig Über tj

reihen Desertionen der Conscribirten sowohl, als Truppen eingesandt, und ihn gebeten, S. M. (it tel zur Beendigung dieses Unfugs vorzu|chlagen. k

jeßt ein großer Prozeß instruirt. Bekanntlich wu

ehemalige Vicefkönig von Peru, Jooquin de la Py durch den Generallieur. Joseph de Laserna, Graf y,

Andes, abgeseßt, und nah Europa zurückge) c<id>!,

sterer-hat nunmehr gegen leßtern und ggen die Vf aller Grade, - die ihm in dieser angeblich willfühi Handlung beigestanden haben, die Srtcenge der angerufen, und der König hat die Ermächtigun Einleitung dieses Prozesses gegeben, der in E manche merfwürdige Ereignisse zu Tag fördern

Eine große Anzahl Zéugen sind bereics vorgeladen, ler andern der. General Juan Loriga, jetziger

ehemaliger Gesandt.r in Paris, Herzog von Villa- Her

gersohn des Pezuela, der damals mit diejem nq mer einerlei Meinung war. j

Der päbstlihe Nuntius, Hr. Justiniani, ha? ner Abreise Sr. Maj. eine weitläuftige Denfkschrisi ibe ben, worin er sih über die spani|chen Gerichte hu die die Privilegien der Geistlihfeir misfennia, gleih führt er Beschwerde darüber, daß die Regi dei Clerus zu wenig begünstige, während sie ded Restauration Spaniens demselben einzig zu verduss habe, nur wenn der Thron sich einzig auf den 1 stúße, fônne Spanien Ruhe erhalten, und die rung müsse demaach den Clerus die vorzügliche Lei der Geschäfte anvertrauen. Es ist hier eine Dy tion der Provinz Guipuscoa, den Grafen Penasl an ihrer Spiße, anzefommen, um gegen die Aufl der Tercios zu reclamiren.

Königliche Schauspiele

Mittwoch, 13. Juni, Jm Schauspielhause. Erstenmale ; „Der Westindier „/ Lustspiel in 5) lungen, von Cumberland, nach einer Bearbeituy/ Kotbebue. |

Donnerstag, 14. Juni. Jm Opernhause; | Zauberflöte ,‘/ Oper in 2 Abtheil. Musik von M (Mlle. Heinefetter, vom Hoftheater zu Cassel ; Pal als Gastrolle.) |

Jn Potsdam : „Die Mäntel,‘/ Lustspiel in 1 zug, aus dem Französischen, von Carl Blum, Hit ¿Der flatterhafte Page ,‘‘ pantomimisches Ballet | Abtheilungen, nah d’Auberval, von Titus.

D cor O S C I Saa ware

Gedruckt bei Feister und Eisersdorff.

Redacteur Joh}

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ceußishe Staats-Zeitung.

Me 136.

Berlin, Donnerstag, den 14ten Juni 1827.

Amtliche Nachrichten.

Kronik des. Tages.

Des Königs Majestät haben den bisherigen Assessor Beneral , Post - Amte, Hofrath Timme, ‘zum Ge en Post Rathe allergnädigst zu ernennen und darüber sprehende Patent Allerhöchstselbst zu voll; eruhet. : Des Königs Majestät haben die Assessoren der Ober: ungs - Kaminer, Hartwich und Daehnert, zu Rechnunas Räthen zu ernennen, und die Patente diesclben Allerhöchstselbst zu vollziehen geruhet.

Jm Bezirk der Königl. Regierung : legn ist-der zeitherige Prediger Zimmermann Noten zum Pastor zu Merzdorf, im Hoyerswer- jen Kreise ernannt, und der Candidat der Theologie tdessen als Substirut und künfciger Nachfolger s Vaters, des Ober: Pfarrers Ger dessen in Sei, erg bestätigt worden. i u Stettin ist der bisherige Konrektor zu Pyriß, th, zum Prediger Abjunccus in Köseliß bei Pycib

unt worden. h

RRRI)* i GNEDLD N DER E

Zeitungs-Nachrichten.

Ausland.

Paris, 7, Juni, Gestern haben Se. Mj. dem serl, Desterreichishen Botschafter, Grafen -Apponi, Privat - Audienz zu ertheilen geruh.

Die heutige Etoile enthätr folgende Artifel in ihrem ens Register, Aus dem Constitutionnel: Die in st ausgerústeten Schiffe sind dazu bestimmt, feind, Bewegungen gegen Haiti auszuführen. Ein russisches <wader freuzt im mittelländishen Meere. Rußland dam 15. d. M. anfangen, kräftig gegen die Pforte handeln. Aus dem Courrier fr.: Jn Konstantino, hat ein großer Aufruhr stattgefunden ; viele ehema- Janitscharen haben in Pera die größten Ausshwei. gen begangen. Das Journal du Commerce:

imnitlihe in Wien anwesenden Franzosen habén von

Polizei den Befehl erhalten, die Stadt inneïhalb 8 zen zu verlassen ; auf ihre Beschwerde bei dem fran, hen Botschafter wurde ihnen der Bescheid gegeben, ses sei eine Polizeisahe, wobei der Gesandte nichts

Un fônne.

Man \<reibt aus Perpignan unterm 29, Mai:

er Capitain Guré hat befanntli<h seine Leute in den

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Bergen von Catalonien in Banden von 24 his 30 Köp, fen vertheilt/ und sih entschlossen, den Krieg auf eigene R:chnung zu führen. WMegrere Dieb|tähle waren bisher durch jolhe Banden verübt: worden ;" "allein man hatte woh die öff-ntlihen Poiîwagen vershont. Gestern aber wurdez zwischen Barcellona gd Girona, nahe bei les terer &tadt, die beiden Schneliwägeti voo Figueras und

Perpignan zugleih von einer Bande von 32 Köpfen *

angefallen, die unter ‘dem Befehle eines Mannes mít großem Schnurrbart stand, den dite Räuber mit dem Namen Hauptmann beehrten, Alles Geld und alle Kost-- barfeitei, die die Reisenden und der Kondufteur bes sich führten, wurden ihnen weggenommen ; übrigens ges [hah ihnen nihts zu Leide. Unter denselben befand sich Hr. Oudinots, Hauptmann im 1. leihten Jnfantes rieregiment. Die Räuber behändigten die ganze Beute ihrem Hauptmann. Die Carlisten haben bereits in mehreren Gemeineú noh andere Bewegungen gemacht, Zu Palasurgos waren 60 königl. Fceiwillige, mit einem Bâker an ihrer Spiße, ausgezogen, nachdem sié diesem Städtchen eine Schaßzung von 60 Espardillas (Schuhe von Stricfen) auferlegt hatten. Sie zogen gegen Polamos;z allein die Einwohner dieser Stadt griffen zu den Waffen, und trieben sie zurü>. Verflossenen Dienstag führte eine

“Abtheilung Gendarmen einige gefangene Carlisten von

Girona nach Barcellona: es befand si< / darunter ein Capuziner und ein Franzisfaner. Diese Abtheilung wurde auch von einer Bande angegriffen, und mußte nah einem lebhaften Gewehrfeuer ihr Heil in der Flucht suchen. Von beiden Seiten blieben einige Todte und Verwundete auf dem Plaße: unter ‘den erstern befand sich der Capuziner. Die Chefs der Apostolischen schrei- ben allen diesen Unfuq auf Rechnung der Liberalen. Unter andern wird dieses in einem Hirtenbrief des Ge- neralvicars von Barcellona vom 17, April deutlich aus- gesprochen. :

Ein Brief aus Pernambucco (Brasilien) vom 26. April meldet Folgendes: Seit ungefähr 10 Tagen hausen zahlreihe Seeräuber an unsern Küsten. Ein solches Schiff liegt beständig auf unserer Rhede, und hat be- reits mehrere Küstenfahrer weggenommen ; die fremden Schiffe werden jedoch nicht beunruhigt.

Fünfprocentige Rente 101 Fr. 10 C. Dreiproc. 71 Fr. ;

Su don, 5. Juni. Ueber das am 1. d. vom Hers zog von Wellington im Oberhause in Antrag gebrachte und (wie bereits gemeldet worden) mit einer Majoritär von 4 Stimmen angenommene Amendement zur Korn-

bill wird von unsern weisten Blättern sehr streng ges urtheilt, Der Globe and Traveller sagt, es sei entwe- der ein gefährlicher Streich, den man dem System des

Entreporshandels habe beibringen wollen, dessen Vor-

theile jedo<h ganz unläugbar anerfaunt seien, oder es