1827 / 158 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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L 61 dur< Verabreichung von ‘Lebensmitteln und ärztlicher Hülfe zu degegnen. Von den Menschenpocken sind noch einzelne Fälle im Posener, Pleschener, Obornicker und Schrodaer Kreise vorgekommen. Es láßt sih ecwarten; daß durch die bevorstehende Gesammtiwyofung, wit wel- <zer úberall shon vorgegangen -wird, diesein Uebel bald ein Ende gemacht werdeo wird. Die Masern, Röchelù und-Scharlachfieber herrschen gleichfalls no< hin und wieder. Bromberg. Jm- Kreise Bromberg gras- sire das falte Fieder, jedoh ohne bôsartige Folzen. Jm Kreise Wirsiß erhalten sih noch die Meni\chenpo>en mit geringer Sterblichkeit. Es wird ihnen dur< Vaccina, tion môglichst begegnet. Ja den Städten Lobsens und Wissek dauern die Masern und Rötheln fort, im leßtern Orte siad 11 Kinder daran gestocden. Jm Jvowracla wer Kreise herrschen falce Fieber mit häufizen Rück;äl

len. J1 den Kreisen Czarnikau und Chodziesen sind die natürlichen Menschenpocken sehr dösartig, bejonders in dem leßtern Kreise sind Scharlach und Masernkrankhei

ten unter den Kindern epidemis<h., Jm Kreise Wongro- wiec und Schubin grassiren kalte Fieder, im ersten bei. nahe allgemein bôsartig, so daß in wehreren Fällen durch hinzu getretenen Nervenschlag sowohl Erwachsene als Kinder gestorben sind. Die Masecn zeigen sich im er- stern Kreije hin und wieder unter den Kindern, ' ohne einen bôsartigen Character aúzunehmen. Jn dem Dorfe Bobrownicki erkrankte ein sieben¡ehnjähriges Mädchen an den natürlichen Blattern und stard nach einem vierzehn- tägigen Kranfkfenlager. Jin Kreise Gnesen sind-rheuma

tische Kraufheiten fortdauernd mit Hirneigung zum Gastrischen. Die Wechselfieber. verallgemeinern si<h mit gastrishem Charafter, so daß sie keine deutlihe Juter. missionen mehr haben, sondern. remittirenden- Fiedern ähnlih werden. Bei mehreren altêén Personen sind die Wechselfieber. mit sopordsen Zufällen vergesellschafter. Uater den Kindern erhalten sih epidemishe Masern: fcranfheiten, ohne bösartigen Charafter. Jn Wittkowso, Powidz und Follwark sind die natüclihen Menschenblac- tern ausgebrochen. /

VIL. Sachsen. Magdeburg. Das kalte Fie ber war au<h im Monat Mai noch die vorherrschende Krankheit, und die Zahl der daran Leitenden noch im- imer ‘bedeutend, indeß schien die mildere Witterung den wohlthätigen Eiufluß zu haben, daß -die Fieberanfälle

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find mehrere

Menschen an den s<warzen Blattern franfe.

Auch sind dort nah—amtli Anzeige di erürlichen Menschendlattern Libacitis uns (R Î deren Verbreitung das Nöthige angeordnet. Erf die Sre e Ura E im Allgemeinen gut ie erdit@h)fkeit verhältnißmäßi ing. ei Ortschaften zeigten sich dra Lei die natürlichen Blattern.

(Schluß folgt.) I C A

Königliche Schauspiele,

Dienstag, 10, Juli. Jm Opernhause : 1Die J frau von Orleans, romantische Tragôdie in 5 Abtheil gen, von Schiller. (Mlle. Müller, j spielerin vom Burg, Theater als Gastrolle.)

__ Mittwoch, 11, Juli, Jm Opernhause: „Die 9 ner. in Berlin,‘ Posse mit Gesang, in 1 Aufzua,. C. v. Holtei, (Hr. Sieder, vom Hoftheater zu Ca Joseph Hubert, ais Gastrolle.) Hierauf: „Das Sch zeimiihmädchen „‘/ pantomimisches Ballec in 2 Abi lungen. # Musik vom Kapellmeister Girowebß. ¡Für Königl. Theater eingerihtet vom Kdnigl. Balletmei Titus. (Hr. Steuhlmüller, erster Täuzer' am Theatez Wien und vom Hoftheater zu Scutcgart, Herr Ÿ| und Mlle. Fourci)y, werden hierin tanzen. Hr. H inermeister, vom Herzogl. Höftheater zu. Braunschw wird vor dem Stücke: Die Wiener in Berlin, und O Ballet : Das Schweizermilhmädchen , eine

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Wegen Heiserkeit der Mlle. Schehner, kaun | auf Heute angekündigte Oper: Die diebishe E uicht gegeben werden. ; H

Donnerstag, 12. Juli. Jm Opernhause. Mit A hôchster Genchmigung : „„Concert,““ worin Mad. Ca lani zum Lehtenmale auftreten wird, und wovon Etnnahme zum Benefiz derselben bestimmt is Juh Erster Theil. Lago,“ von Rossini, gesungen von Madame Catal Große Arie, aus der Oper: „Il Orazi e Curiazz von Cimarosa, gesungen von Mad. Catalani: G

¿zu Wien : Johanna d'

leichter zu unterdrücken waren. Außerdem haden keine “epidemischen oder fontagidsen Krankheiten geherr|cht. Die Sterblichkeit überstieg den gewdhnlichen Grad nicht. Merseburg. Jm Allemeinen erhielt sih der Ge sundheirszustand im Mai gut; vorherrshend war der fatharrhalis<:gastrishe Kranfheitscharafter. Die falten Fieber famen am häufigsten vor und namentlich ian den Dörfern und Städten, die an Flußgebieten liegen und wo die Flússe ausgetreten: waren. Jun Wittenberg nimmt man an, daß mehr als der zehnte Theil der Einwohner an falten Fiebern leidet und ungeachtet des Gebrauchs des wirksamen China Präparats, des shwefelsauern Chi- nius, verläust das Uebel höchst langsatn und wenn das Fieber shwindet, kehrt es häufig nach kurzer Zwischen- zeit desto heftiger zuru>, Diese Wechselfieber sind ge- wdhnliche Folgen starker Ueberschwemmungen, wie solche in diesem Frühjahre statt hatten. Wenn gleich durch eine Befauncmachung im Amtsblatte allem Nachtheil, den vershlämmte Wohnungen auf die menschliche Ge sundheit äußern, durch eine ausführlihe Belehrung über die Reinigung der Wohnzimmer vorgebeugt worden, so fonnten do<h die shädlihen Atmosphäcilien, die der ganze Horizont aufgenommen hatte, uicht unschädlich ge. macht werden, Ju mehreren Gegeuden sind unter

Arie, aus derselben Oper, gesungen von Mad. Catal Zweiter Theil. Lied: „La Biondina in condolet wit Variationen, gesungen, von Mad. Catalani, Gi Arie aus „Mithridate,“ von Portugallo, gesungen Mad. Catalani. Auf Begehren: „God save the Kin gesungen von Madame Catalani. Vorher : „„Magi Quadrat,‘ Lustipiel in 1 Aufzug, nach dem Franzöôsis bearbeitet von C. Blum. :

Abonnements und freie Entreen sind ohne Ausnal zu dieser Vorstellung nit gültig. Die Billets d sind im Billet - Verkaufs Büreau zu folgenden Pre zu haben; gf

Ein Plak in einer Loge des Königl. Ranges 1 7 10 Sgr. Ein Plaß in einer Paiquet , Loge 1 Ein Plaß in einer Loge des zweiten Ranges 20 6 Ein Plas in einer Loge des dritten Ranges 15 Amphitheater 10 Sgr. Ein Pla6 im Parquet 1 Y Ein Plaß im Parterre 20 Sgr. '

Der Billet - Verkauf zu dieser Vorstellung f Dienstag, den 10. Juli, Morgens 9 Uhr an.

Im Schauspielhause : „Der Jude,/‘/ Schauspie 9 Abtheil. nah dem Engl. des Cumberland.

eDer häusliche Zwist „‘/ Lustspiel in 1 Aufzug,

den Kindern die Masern ausgedrohen, Ju Düben

Koßtebue.

mea arne

Gedruckt bei Feister und Eisersdorff.

Redacteur John

K. K. Hof 1Dáf

Große Arie, aus der Oper: „Donna È

Vors

Allgemeine

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reußishe Staats-Zeitung.

wiederum, jedoch nur eini

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159,

Berlin, Mittwoch, d

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages

Angekommen. Der General, Major und Kom- dant von Schweidniß, Laroche von Stakcken- s; von Schweidniß. . 7 E Abgereist. - Ge Exc. der Kaiserlich Russische Ge- al der Jnfantezie, kommandirende General und Ge al - Gouverneur ia Sibirien, von Kapzewit-\<, ) Carlsbad. S L E Der Ober : Landesgerichts - Chef - Präsident Alsle- nach Franffurt an der Oder. Se

Zeitungs - Nachrichten.

A u sland.-

Paris, 4, Juli. Die ganze Summe der zur Ein gung in das große Buch geeignet desundeneu Forde- gen französischer Emigrantêèn betrug am 1. Juli d, 550,498 543 Fr. ‘oder in Renten 16,515,115 Fr.

Die’ heutige Gazette de France erklärt sih für er- ichtigt, die (vorgestern gegebene) Nachricht, daß die indseligfeiten mit Algier bereits begonuen, zu wider; enz die Goelette „„die Fackel'/ ist nicht beschossen wor- 1, sonderu vielmehr nah Touloa zurü>gekehre,

Die alljährigen Pferderennen um “die Königlichen cise werden am 2, Seprember d. J. auf dem Mars- de statt fiuden.

See Zewabive Secretair bei der Spanischen Ge-' 1dtshaft am hiesigen Hofe, Ritter von Cordova, ist m Spanischen Gesandten in Copenhagen ernannt drden, ; h : i

Die beiden, in Nantes ausgerüsteten Bricks l'Eglise d le Destin sind, des Sclavenhandels überführe, an r Afrikanischen Küste von dem in jenen Gewässern uzenden französischen Geschwader aufgebracht und nacl m Senegal- geführt worden, wo die Eigenthümer die-

Schiffe vor Gericht gezogen werden sollen. .

Der hiesige Griechenverein hat in seiner leßten Siz ng beschlossen, der Commission in Napoli di Roma: a abermals 30,000 Fr. zuzuschi>enz; nämli<h 20,000 . vom Pariser Verein und 10,000 Fr. voúu den Ver- nen in Deutschland und der Schweiz, Es ist dies seit nem Monate die vierte Sendung. Le

Einen Beweis, wie s<hnell man jeßt mit Dampf- hien reist, hat neuerdings das Dampfboot Leeds gege’

en 11ten Juli 1827,

Vom Main, 5. Juli. Seine Maj. der König von Baiern haden -mittels Versugung vom 830. v. M, die bairishe Stände-Verjammlung auf den 10. Novbr. d. J. einverujeu. Der Felcmarschall und erbliche R eichösraty , Fürst von Wrede, ist auch fúr diese bevor- stehende Ständeversammlung zum Präsidentèn der Kam- mer der Reichsräthe ernanat worden. u

Am 3. d. sind- J9re Majestäten der König und die Königin von Baiern von München ins Bad- nach Brük; kenau abgereist. Jm Gefolge befindea sih der Oberst- ssttallmeister Fchr., v. Keßliag, der Oberst und Flúgelads- jutant. Fürst Joseph von Thurn und Taxis, die Oberst- hofmeistecin Freifrau von Redwiß und die Schlüssel, daine Gräfia v. Gravenreuth. Heute werden ZJ. KK. HH. der Krönprinz Maximilian, Prinz Otio und die Perazelsin Mathilde, uno morgen au< Prinz Luíitpold und die jüngera drei Prinzessiunen Jdzren Majestáten nachfolgen, Dem Vervehmen nach wird die K, Familie im September zurückkehren. Am 30. Juni fam J K. H. die Frau Fürstia vòôn Thucn und Taxis auf Besuch am K. Hose zu München an, und reiste am 3. d. wieder _äb. i j Aus Diersheim (am Rhein) wird folgendes trau- rige Ereigniß gemeldet: Zeha junge, rüstige Männer, der älteste 38, der jüngste 23 Jahr ‘alt, gingen am 29. v. M. Morgens aus, um 2 mic Holz beladene Schiffe, na<h Straßburg bestiwmt, den Rhein. hinauf in -die Mändang der Brüche zu rudern. Nach geendigrer Ar- beit s<lugen sie gegen 4 Uhr Abends des sauer errungenen. Lohnes froh, in einem leichten Fischerfahne den Weg in die Heimath ein. Die sonst mit dem trú- gerishen Elemente Wohlvèrtrauten geriethen in eine gefahrvolle. Stelle des Stromes in der Nähe des Kill- stetter Sporns, wo ein reißender Strudel das Schiff- chen im Augenbli>e mie Wasser überfüllte. (Am 25. ist an derselben Stelle auch ein feanz. Faschinenschiff im Strudel verunglückt.) Einer unter ihnen band sih im ersten Augenblicke des bangen Entseßens die Anbinudekette des Kahus um den Arm ; das rettete ihn ; ein anderer hatte die Geistesgegenwart und das Glü, selbst in derx. Tiefe des Stromes den sich stets langsam umwendenden Kahn immer wit einer Hand festzuhalten ; auch er wurde gerettet; von den übrigen aht vermochte si feiner zu retten. Diejes |chre>lihe Ereigniß hat in mehrere Fa- milien uñaus|prechli<hen Jammer gebracht. Vier Ehe- männer hat es getrossen, besonders aber beugt es eine alte Mutter, die drei Söhne verlor, und zwei Gattin- nen, ‘wovon jede' drei unmÜndige Kinder hat, und die eine noch ein viertes unter dem Herzen trägt,

en, das mit ‘einer vervollfommneten Maschine die Fahrt on Dublin nah Bordeaux in 6065 Stunden zurückge- egt hat. : )

Fünfproceatige Rente 102 Fr. 80 C. Dreiproc. 1 Fr. 90 C. :

Warschau, 27. Juni, (Fortsebung des Berichts der Untersuchungs-Comtnission.)

Zu Anfange des Jahres 1825 hatte Grodecki Ge: legenyeéit, im Hause des Fürsten Wolkonsfi mic Péèjtel