1827 / 158 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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über die Angelegenheiten der Vereine zu“ sprechen. Als Fürs Jabtonowsfi bald nah der Unterredung ‘Pesteis mic Grode>: añfkam, traf er duch BVermiitelunyg des Fürsten Wolkoäefi * bei diesem mic jenem zujammen Grode>i, obwohi ius Verccauen gezogen, wohate der Konferenz nicht bei, indem er uis jôrmli<h dazu eti- geladen war. Der Oder Pestel Eegann die Unterre- dung damit, dem Fücsten Jadlonowski die großen Kräjte des Russichen Vereins dahin zu s<ldern, daß mh nur dâs ganze Land, joudera- auch die Ácrmee das Joch des Despotismus abschüttelu wollten, daß hiebei auj Mitwirkung aller Theile des Rêöichs zu renen wäre, und daß es no< daraaf antáme, die Uosihten der Po len fennea zu lernen, die fráhe: eine etgene Natiou ge- bilder hätten. „Es ist kein Mittelweg,‘ sagte Péstel, „ihr múßt mit uns oder gegen un& Wir tkdunen ohae eurén Beistand stei werden; für euch aber geyt, wenu der gegenwärtige Augenblick niht wahrgenommen wicd, alle Hoffuung verloren, eure natiouale Existenz icgenc wieder zu gewinnen./ ‘Er drang -auf offeae Ectläruug, zugleich darüber, wel<e Regierungsform cer Verein cin zuführen beabsichtige, st -Jadlouowski eriviederte, daß der einzige Zweck des patridtschen Vereius, die Wie. ‘derherstelung der Selbständigkeit Polens (u den Gran, zen sei, wie sie vor der zweiten Theilung des Laudes bestanden, daß er demnach vor Allém auf die unumwun, dene Erklärung darúber beharren müsse, ob der Ruisi she Vérein in die Selbstjtändigkeit willige, Pestel ver- | sicherte, daß- dies feiner Schwierigkeit yuterliegen würde, und seines Anpreisens einer republitanishen Virjfassung nach Art der Vereinigten Staaten Amerikas ungeachtet, | blieb Fürst Jablonowski bei der Ectlä-ung, daß sciner individuellen Ansicht nach, eine monarhische koustitutio | nelle Regierung für Polen die zwe>entsprehendtste sei. Pestels Verlagen ging hiernächst dahtn, “daß der Polnische’ Verein nichts unternehwe, bis vou dem Rujsi- schen die Revolution nicht begonnen und den Polen -da- von Kenntniß gegeben würde. Er fügte hinzu, daß, wenn der Polaische Verein Hülse bedücfe, er darauf durh aufrichtige und exfolgrethe Mitwirkung si An- spruch zu erwerben habe, worauf Fürst Jablonowsöki ent. gegneté, daß das Jateresse des Vereins die- Auftrichtig- feit. des Mitwirkens verdúrge. Die weiteren. diesfälltgen Erörterungen wurden ausgeseßt, da nah Pesteis Mei: nung definitive Maaßnehmungen vor drei Jahren nicht eiitreten würden. Auf. den Wunsch des. Fürsten Jablo- nowsfki, die Personen zu bezeihnen, welche an der Spiße des Russischen Vereins si< befänden, ward nicht eingezangen, und was dem Polnischen Verein vou ge- heimen Verbindungen im Auslande etwa bekannt werden würde, sollte dem Russischen Vereine mitgetheilt werden, Nach Pestels Aussage soll man dahin úberein gekommen sein: „daß die Polen mie Seiner Kaiserl. Hoheit dem Groufürsten Constantin eben -so verfahren würden, wie die Russen mit den Úbrigen Großfürsten‘/, und nach Färst Wolkonsf1's Anführev-,,sollten vou dem Polnischen Ver- eine zwe>dienlihe Maaßnehmungen getroffen werden, um sih der Mitglieder der. Kaiserlichen Familie z1 ver, sichern, die si<h beim Aucbruche der Revolution in Wolen befinden möchten“, wel<hes beides indeß auf d be: stimmteste von dem Fürsten Zablonowski- in Abrede ge: |l stellt worden, na< dessen Behauptung man uur ver; langt, daß beim Ausbruez¿ der Revolution die Polen nicht von den Verheißungeu vortheilen, die ihnen von dem Großfürsten Cesarewitsh gemacht werden dürften, Im weitern Verfölge der Konferenz kam man“ überein, | d daß weder die Polen Russe2, noch diese gegenseits Po . len’ in die resp: Vereine ausn?hmen sollten , auch, daß es gut wäre, den Vereia in dem Lithauischen Armee Corps, der so viel Polen als Russen zähle, zu verpflan; zen, wobei die Wirtsamfeit dem Grafen Moszyneki und | d

aus dem Janern

‘es ferner für ndißig, zwischen den beiden Veri etne dauernde Kommunikation zu unterhalten, und den Wanich des Färsten \hau eia Jidivituum zu iviedert, äß ter Oberstlteutenant Lunin dazu wer] náchtigt werden. Die Konferenz !<loÿ damit, daß gegen)eitig verabredete, aufs Neue 1826 in { zur, Koutcaktszeit zusammen zu treten, Die Komq katiou jolte emitweilig dur< Vermittelung des Gro Ider die Beziéchunzen Statt finden, welche dèr Peter Mohzyoski und der Oberst Szweykowski h [hren würden. (Schluß folgr.) : Rom, 27. Jun, Vorgestern Morgens hielt heil. Vater im Vacican geheim-s Konsistorium, f er zuvörderst den beiden im Kousistorium vom 2. ( der v. J. zum hetligen Purpur besöcderten Kardin Vincenz Macchi und Thomas Bernetti in üblicher den Mund [{loß, sodann die Bescbung von 11 bis lichen Kirchen, worünter 2 in Westiùdien, in Vors brachte, sodann. aber, na<h eiuer furzen Anrede, Erzbischof von Cero, Monsignor Nasállr, und den dersheil, Rota, Mousignor d’Zloard zu Kardinäle nannte, welhemnáchst er deu Kardinälen Macchi Bernetti den Mund wieder dffuête, S Bei Moncteroni sind neuerdings drei seß,r wol

lér entde>t worden, i “Neapel, 21. Juni. Am 15 d. M. theilten Maj. dem neuen pábvit!iGen Nuntius, Motisizun,. Y di S. Filippo, Erzbijhof vou Nicza, difentliche Aud 7 Am 1. Jaauaaër 1826 betrug die hiesige Bevodlfe 331/754 Seclen; aw 41. Januar 1827 dagegeu wz auf 354 203 gestiegeu, nämli 167,175 männliche 171,028 weidl,, vie-Gartiison und die Ausländer mic gerehuet. Die Zzhl der Geborenen “in geda Jahre war 14,989 und’ die der Gestorbenen 12, worunter 13 S loöstmörder ;" 11 Personen hacten Alter von mehr als 100 Jahren erreicht.

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Breélau, 5. Juli. Der französische Gesandte

Berichte über den Gesundheitszusta des Reichs vom Eu Mai. (Besbluß.)

VIIL. Westphalen. Münster. Der Ges

heitszustand war während des Monats Mai im A meinen gut, nur Wech\e! und kalte Fieber famen hi vor, und am Stickzusten starben in einzelnen Ge

den des Beckamer Kreises no<h mehrere Kinder. L Nervenfieder zeigten sich im Tecklenburgér Kreise, in Bauerichaft Hahlen desselben Kreises hatten. fie

einen bôsartigen Charafter, indem bei einer Bevölke von 296 Seelen, nachdem bereits 15 ‘Personen di gestorben, noch 13, theilweise gefährlich, danieder li Eine eigentliche Epidemie ist jedoch nicht vorhan auch die Krankzeit an und fäc sich uiche ledensge/

ih ; sie soll vorzüglih durh das Za11ammeulében

Gesunden und Kraaken in engen Hütcen, oft in selben Betten anste>end und durch zu lang versá ärztliche Hülfe uud Mangel an Pflege edotlich we so wie grögrentheils nur die dürstigste Volksöklasse

ieser Krankheit ecgriffen is. Minden, Der

Mai vorherrschende Kranfheits:Charakter war der R} matis<h- Gastrische. Blatternfälle sind ohne weitere Verbreitung vorüber gangen ; dagegen neuerdings zu Lävdecke und Westh

Die im lebten Berichte. gemeld

rei Jadivi?uen von dieser Krankyeit befallen und d

derselzen ein neuumonatliches noch nicht vacciui!l

dem Obersten Szweykowski zugedacht ward. Maa fand

T T N A O S O S S S I E R E O E M E

Jablouowski , hierzu in 9 bestellen, ward von Pest

haltene wit [{<dnen Gemälden veczierce antike Gra

russishen Hofe, GLaf v. Ferronays, ist von Peters| fommend, hier dur< nah Dresden abgegangen.

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gestorben. Jn einizen Gemeinden Greise Dielefeld, Paderborn und Warburg sîad Ter: Feber, do ohne bdsartigen Charakter, auszebrochen, einigen Gemeinden des Kreises Brakel gutactig? érn und Freiesel, Jm ganzen- diesseitigen R egie- sdezicf betrug während dizses Monats die Zahl. der ernen 1244, der Gestorbenen 984 Judividuea. ¿berq. Der Gesundheitszustand der Menshen wäh des Monats: Mai war im Allgemeinen erwünicht. enigen, welche früher durch Witterangs Eiuflússe er ft waren, erholten sich in diefem Monat bald wie- “Das in dem “vorigen Monatsberiht erwähnte an-- end anste>ende bösartige Fieber zu Madseld im

E ist daran

fe f ilon, hat niht weiter verdreitec und ist N Dtr : E aué das in Blankenstein, Krei Bohum, allgemein herrshende Wechselfieder no< und hat den Gemeinde - Vorstand veranlaßt, der eren Voltsklas}se für Pflege und ärztliche Behandlung dfenciihen. Mitteln“ zu Hülfe zu fommen. Ju st| und Umgegend und im Kreise Dortmund littea rere Kinder am Keichhusten. - Sporadish kamen in brigen Kreisen vor :| katharrhalische und rheumarische < werden, Masern, Steinpö>ena und Wesel fieber. IX. Fâlih, Cleve, BDerg- Köln. Der Ges \heirszustand ist fortwährend befriedigender wie in frúh:rea Monaten, Keichhasten und S charlachfie- hiben nachgelassea und die Besorguisse vor den na- ihéèn Blatteca sind darch die Überall mit großem ße ausgeführte E Ses Schuz, a: Impfung wiedec gänzlich entserut worden. : R Nie déreb eiu. Koblenz. Der Gesund- éjustind ist ziemlich gut. J1 einigen Gegeudea, z- im Kreise Weblar, haden si< Diarrhöen und- Er- hen gezeigt, . Die Blattern haben no<h nit ganz gehôrt, sind aber auf diè Sterblichkeit von feinem fl1sse gewesen, da im diesseitigen -Regierungsbezirfe Impfang mit der. Population si im Gieichgewichte det, und überdies háufize Nachimpfungen geschehen ), Ja der Gemeinde U lmen Kreis Kochen. he eine Population - von 800 Seelen zähle, - ist ein artiges ansteFendes Nercvenfieber ausgedrochen y wel- é (hon 5 bis 6 Menschen weggerasfc hacte, ehe no< der rwaltungsvehdrde eine Anzeige darüber geschehen war. x Distriftsarzt fand 36 Perjonen davon ergriffen und den meisten außer der Kranfheit, auch noch großes nd. Ohae Bedeckung, ohne Wartung, Nahrung und [mittel lag eine Familie voa 4 Personen in- einer en niedrigen Hütte, in welchèr ih nun der anstef- de Stoff in großer Menge anhäufen und vermehren ÿte. Durch die auf der Stelle genommenen Maaß. eln und geleisteten Geldunterstüßungen, durch die aus ben2<hvarten Kreisstadt Cochem geleistete: Hülfe aler und durch die Thätigkeit des Landraths, bes Kreis sici und Distrifcarzrès änderte sich aber binnen weni Tagen diese traurige Scene, so daß nach etagetrete- ärztliher Hülfe fein Kranker mehr starb, und die

bl der Kranfen si< auf die Hälste vermindert hat.

<en. Anste>ende oder besonders vorherrschende anfheicen, einige wenige Fälle, wo ih noch die na- lihen Blattern zeigten, ausgenommen, sind nirgends terfc worden.- Die meisten Sterbefälle wurden durch rven- und Wechselfieber und apoplekiishe Zufälle bei yachsenen, bei Kindern zarten Alters aber durch spa s dische Uebel herbei geführt. Die Wechse'fieber waren jerst häusiz und sehr hartnákig wegen der dfteren >jálle, Trier. Die nacúrlihen Blattern herr- i zwar noch an vielen Orten des hiesigen Regierungsbe fs, do<h hat das Uebel bedeutend nachgelassen, und ed hoff-nelih bald ganz vershwindén, da das Geschäft Sch u6pockenimpfung, das zuverlássigste Mittel gegen ‘e gefährlihe Seuche, nah Auleictuuz einer neuecli assenen Verocdaang,. úbecall mit Eifer und Thäiigkeit

gekeimt wär. «Die Besorgaisse wege! 9er

betrieben wird. Von sonstigen anste>enden Krankheiten ist nichts bekannt geworden. : L

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Landwirthschafclicze Berichte-aus dem FIunern

des Reichs vom Ende Malt L, Ostpreußen, Königsberg. Die Saa: ten haben sic< im Eanzen gut erhatten, mit Ausnadine der auf saudigem Boden, wo der Regen bisher au163es

‘biiedèn is. Mit ‘der Bestellung einiger zurückgebliebencr

Sommecfelder i man j-t no< beïsháftigf, Gu m/- dennen, Der beinaheganzausgeblieh ei- Regen wirkt sehr nachtheilig auf die Saatfelder und auf dea ‘G-aswuchs und uur da, wo Strichregen gefallen, steht die Winters. jzat gut und verspcicht eine mittelnäßige Erndte, Die Sommiersaacen sind grôößteathetls gut aufgegangen, flud (ndejsen no<h zu j1ng, als ‘daß man úber den fänftigeu Ercrag derjelben jezt schon Muathmaßungen zu äußern vermödchte.

; L MWestoreußen. Danzig, Während des ganzen Monats Mai hat es nux selten stellenwethe und unbedeutend gerezuet. Getreide und Gartengewächje ivaren dur< die anhaltende Dárre im Wachsthum- zu rück zeblieben. - Der Anblick der Getretdefelder, Wiesen uad Gemüsegärten war niedershlagend, indem die Zins terjaat zum Theil verkümmert stand und von den fi il etngeitreuten- Sommersaaten ‘ein großer Theil nicht auf

diesjá rigen Crudce, welche durch den vorjähcizen Mißwachs- 131° zit |eyr angeregt warden, föônaen nur durch erqaicé2nden und cinoringenden Regen einigermaßen gemildert wr? den, (Nachrichten vom 1, Jani zufoige, Ust an Mete Tage endlich wenigstens für Danzig und die nächste Um gegend, unter hestugen Gewittèrn, Regen in dem ane erfoiut, daÿ mau. sih von demselben eine wohlthätige Wirkung für die Saatfelder, Wiejen und Gärten Mer sprehea darf.) Ju einigeu sandizen Feldmarfken be Berenter uud Karchäuser Kreises. an der Pommerschen Gränze haden sh, dur die bisherige tro>ene Wattes- rung begünstigt, Sprengsel in bedeutender Menge etnge- funden, desgleichen eine Menge shwarzer Raupen mit kleinen rothen Köpfen, die aus der Erde zu fommena scheinen und selvjè den áltesten Landwi-th:n ia der doc tigen Gegend “unbekannt sind. Dea Saatfeldern Habt weder Tie. Spreugsel, nôh die Raupeu bis jeßt Sha: den gethan, es ijt jedoch zu besorgen, daß dies \pater cer Fall sein wird, wenn durch die angewandten Tes tilguagsmittel der V-rnehrung: der Sprengsel und dgs pen und ihren Verhèeecungen nicht solite vorgebeugt wel den fôunnen. TIIL, Brandenburg.

Potsdam. Ben dem

Nachefroste, welcher gleich zu Anfang des Monats Mai eintrat, haben die Gartengewächle und die Sommeriaa-

cen in eiutzen Gegendèn etwas gelitten, doch ijt dadur<

fein jo allgemeiner und bedeutender Schaden verursacht worden, nie man anfänglich befürbtete, vielmehr stehen die Wintecsaaten ganz vortrefsflih und der Roggen ist größtentheils schon in der Blüthe. Auch di-e Erben nud Wicken vecsprecheu viel, dagegen sehnt man sich, haupt- sátlih wegen der Haser- und Gecite Saaten, nah cis nem durchweichenden erquickenden Regen. Die Unter- früchte in dea Gärten st hen ebenfalls gut, die Obst báume sind aber von Raupen aller Act, besonders vou der Wickelraupe, sehr heimgesucht worden. Fran fe fure. Warme Tage mit Gewit!er förderten le Ent: ivicelung der Feld- und Gairtenfrüchte außerordentlich, von welchen der Roggen bereits in der Blüthe stehr. IV-Pommern. Köslin. Der Stand der Wintersaaten gewährt einen erfreulichen Anblick M láÿe eine gesegnete Erndte hosen. Auch ist fast übera die Sommersaat vôllig bestellt; der Mangel au Saakt- forn aber nur in wenigen Orten eingetret-n. Ín den Gâárten richten die Raupen großr Verwüstungen au uud