1827 / 201 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

er, daß er in aht Tagen Griechenland wieder verlasse, wenn nicht der Streit aufhörte, die Deputirten sich ver- sammelten und die Regierung regelmäßig organisirt würde. Dies wirkte. Ju Castris und Aegina drohte das Volk die Chefs zu ermoroen, wenkh sie nihtzu ihrer Pflicht zurückkehr- ten. Am 8. April versammelten sich alle Deputirten in Trô- zen. Am 9. erfolgten die Ernennungen von Cochrane und Churh. Am 10. Abends ward eine Deputation an ersteren abgeschickc, der seine Ernennung-'annahm, und an Bord der Hellas sogleih die Gropßadmirals- flagge aufzieyen ließ. Er selvst begab sich in großer Uniform in die Nationalversammlung und s{hwur auf seinen Degèu: Griechenland treu zu- sein, so lange ev sich sélbst treu bleibe (to be true to Greece as long as she whould.be true to herself), Der Eid wurde sogleich ins Griechische verdolmet|ht, und ein Priester, der ein Mitglied der Versammlung war, verlangte, Cochrane solle ihn auf das Evangelium erneuern. Der Lord verweigerte es stolz, indem er erwiederte, der Eid auf -seinen Degen ser besser, als alle Eide der Griecheu

Eid. Die Versammlung proklamirte nuy in dec nám lichen“ Sitzung den Grafen Johaun Capo d’'IJstria auf sieben Jahre zum Prásidenten der grièchi]|chen Zepublit und ernannte bis zu heluer Ankunft eine provijorische Regierung von drei Mitgliedern ; Georg Mauromichäl1, Milaiti und Jannuli Nato. Am. 12. April erließ Coch- rane jene Proflamation, worin er die Griechen zur Ver- einigung und Ausdauer aufjorderte. Diese ‘Proflama- tion brachte auf allen Juseln eine so glúckliche Wirkung hervor, daß die angesangenen Truppenaushebuugen (n wenigen Tagen einige tauzjend Men]|chen zujammenbrach. ten. Nur Hydra theilte nicht den allgemeiuen Enthusias-. mus. Ein Atjutant Cochrane s roucde durch das Volk insultirt uad entging nur mit Müye größerer Gefahr. Cochrane ergrifs, oder rieth-wentgstens einige Maaßregeln zur inner Organisation au. Die Jusel Zea wurde als See: Arsenal bezeichnet, und der Sold der Matrosen auf monat (u 80 Piaster, der der Soldaten ader auf 50 festgeseßt. Am 20, dekretirte die Versanimlung in Trôzen die Au nahme cines neuen (des dritten) Anleihens von 3 Mill. Talaris oder harten Piastern, gegen Verpfäuduag der * Territorialgüter Griechenlands. Graf Capo d JZítria wurde mit dessen Aufnahme beauftragt, und die Dedim- gungen ihm überlassen. An demjelben Tage langte die Expedition vou Cochrane, Churh und Gordon beim Phalerus an, wo Karaiskaki bereits elne vortheilhafte Stellung inne hatte. Die kleine túrfkiiche Besatzung einiger Usfervershanzungen auf dem Wege -von Athen verließ dieselben, und vereintgte sih mic der Bejaßzung 4 des am Piráus liegenden Klosters (Sr. Spiridon) wel- 1 - he dadurch auf dreiyundert Mann, fast lauter Ulvane- ; ser, stieg. Am 25. liefen fünf griechiiche Briggs, eine Goelette und zwei Brander in den Piräus, jo daß nun : das Kloster von ‘allen Seiten einge|chlossen war, das : von den Schiffen aus, so wie durch eine Kanone von | der Hôhe des Phalerus beschossen, dabei aber von den Griechen selbst durch ungeschickte Behandlung des Ge- shübes zwei getödter und acht verwundet wurden. Am 26. lief auch die Fregatte“ Hellas in den Hafen, und vereivigte ihr Feuer mit dem der Briggs und des Pha- lerus. Erst mir Anbruch der Nacht stellten die Grie len das Feuer ein. Um 8 Uhr Abends umlagerten viertausend Griechen das ärmliche, durch Gefchús halb zerstôrte, von allen Seiten ofene Kloster, ohne es zu vagen einzudringen, : a ia vet Kloster eingesc;lossenen 300 Albane- sen, die fein Geshúß hatten, vertheidigten si aufs Hartnáckigste, bloß mit ihren Flinten, Alle europäischea

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auf das Evangelium. General Church shwur denselven |

Offiziere, die bei der Belagerung anwesend ua s chen sih mit ahtungs6voller Anerkennung über die

ihnen C trei Viet igiegen vers . T B ¿ ten uns, daß, so wie eine Geshübfkugel ei ' : S î | { Z f in die Mauer gerissen hatte, sich jedesmal mehr l c 1 ß l \ ch c : d q s c Î U n 0

banesen zu dieser Stelle. stürzten, wo ein beinahe ser Tod sie erwartete, und daß fle sich sodann jenetd nungen als Schießscharten bedienten, um ihr Gey feuer gegen die Belagerer nur desto lebhafter fortyi z zen. Am 26, erließ Lord Cochrane eine Aufforde an die Belagerten. Er bot ihuen an, sie sollten s Bord seines Schiffes begeben, daselbst Waffen un) pák ablegen, worauf sie dann in das Lager des 6; kiers gebracht werden würden, - Die Belagerten mi aber von feiner Kapitulation hôren, wenn sie mit Wassen und Gepäck abziehen dürften. Dy Nachmittags nöthigte ein Sturm, das Feuer ein)

Allgemeine

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Berlin, Donnerstag, den 30sten August 1827.

len, Von dem Kloster waren nur noch Trümmer h úber welche während des Gefechts die Türken | gen, um stets ihre Fahnen aufs Neue au fzupsi und das Kleingewehrfeuer fortzuseßen. Um die rer zu ermuthigen, verbreitete man das Gerüy Kiuutay Pascha befinde sich mit noch mehreren anden uud einer beträchtlichen Geldsumme in dem § allein die Griechen waren zu feinem Sturme zy gen, und als die Philhellenen sih dazu erbote 200 griechishe Freiwillige forderten, trat aud Ein Manu heraus. Judessea unterhandelte jj jaßung mit Karaisfkafi; der ihr freien Abzug mit fen und Gepáck bewilligte, Sie war bis auf 209 zusammenge}chmolzen, und erhielt fünf angeschaY hen als Geijel, Als die Albauesen nun Abend eine Reihe von 6000 Griechen zogen, wollte cin) tare-einem der Albanejen die Waffen entreißen. Y wehrte fich; der Grieche fstreckte ihn durch einen! leushuß zu Boden (nach andern Nachrichten (ch} eist der Albanese), und gab damit das Zeich Niedermeßlung der- Aldanesen, von denen nul! achtzig in das Lager des Kiutay entfkamen z; die i 165 fielen, jedoch nur aachdem sie gegen vierzi( Mörder erlegt und auch die fünf griechischen ihrer gerehten Rache geopfert hatten. Alle Philji waren empört über diese That. General Church | Griechenland auf der Stelle verlassen, und gab aur Lord Cochrane’s dringenden Bitten nach, ( Gordon verlaugte, man solle die Schuldigen dei aber Karaisfkafi konnte und wollte die Bestrafun| zugeben, Vom 26. bis 28, April waren mehr (h jend Kanoneuschüsse gegen das Kloster gefallen, |

Amerika, DeunneuestenNachrichten aus Mexico doner Blättern) zufolge, hat det Pater Arenas/ am 2. Juni erfolgte Hinrichtung wir bereits | haben) mchts bekanut, aber zu iviederholten Md etne Uuterredung mit dem Amerikanischen Gil Hen, Poinsett, gebeten, die ihm indessen abg wurde, Der Leichnam wurde eine Stunde lu der Aufschrift „als Hochverräther‘/ ausgestellt, uf den Mönchen des heil. Diego übergeben, die Stillen beiseßten. Die Generale Negrete un! varria siad fortwährend in BVerhasft.

Gedruekt bei Feister und Eisersdorff.

008A AMIRTIR D

Königliche Schauspiel

Mittwoch, 29, Aug. Im Opernhause: „De! rer,‘ Oper in 3 Abrh., noch Scribe, Musik vi ber, (Hr. Cornet, erster Tenorist beim Stadl zu Hamburz; Rogger; Mad, Cornec; Henri Gastcollen. Hr. Blume: Baptist.)

Redacteur J '

Zeitungs-Nachrichten.

besteht jebt die politische Religion, des aufgeklärten Eu, ropa. Auf diese Einleitung der Gazette folgt die Liste der Minister und zunächst der Métglieder- des Obers hauses: Lord Goderich, erster Lord dec Schaßkammer

Amtlihe Nachrichten. ‘Kronik des Tages.

Seine Durchl. der General - Major und Komman- | ( ehemals Hr. Robinson ). Er begann seine politische der óten Kavallerie-Brigade, Prinz George zu | Laufbahn dadurch, daß er der Mission voa Lord Castel sen-Ca ssel, ist von Frankfurt a. d. O. hier einge- | reagh beim Congreß zu Chatillon, im J.-1814, beigeord- n, net wurde. Später wurde er Schabmwmeister der Mas-

rine und Viceprásident des Handelsbüreaus, jedoch -ohne

Der bisherige Oberlandesgerichts - Referendarius Srimme im Cabinet; 1822 wyrde er Kanzler dec Schaßz- enh Fischer ist zum D tas bei 20 ergetidten des Bezirks der Grafschaft Ravensberg | j i zit etnf Zubehör im Departement des Oberlandesgerichts zu | 88 für sehr gemäßigt, und wird sich gewiß in diesen erborn, mit Anweisung seines Wohnorts zu Herford,

ellt worden. : K Dey bisherige Oberlandesgerichts Referendarius stimmt, Lord Dudley und Ward, Minister der aus-

rlach ist zum Jusriz- Kommissarius bei den Unter: p h S | ten des Sprottau- und Saganschen Kreises bestelit | für etn gemäßigter Whig, seit dem vor 4 Jahren erfolg- den, :

fammer, und, nach Lord Liverpools Austriit aue dem Ministerio, zur Pairswürde erhoben. ‘Er gilt einstims

Gesinnungen in seiner neuen Scellung nur bestárfen ; j ec hat immer súr die Emancipation der Katholiken ges

wärtigen Angelegenheiten, 40 Jahr alt; fcüher galt er

teu Tode seines Vaters aber für Tory. Er hat von’ jeher E : für die fatholishe Frage gestimmt. Lord Lyn -dhu r vai Kanzler, 43 J. alt, früher ein ausgezeichneter Advokax-

in den Nordamerikanishen Vereinigten Staaten gebo: p der Sohn des berúhmten Malers Copley. Erst als fer von Lord Castelreagh zum General - Prokurator ers nanne wurde, begann er seine politischen Grundsäbe ‘an

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A u sl and,

E Paris, 23, Augusk, Die sieben Osagen, welche | deu Tag zu legen. Er stimmt gegen die Katholiken. „Kduige vorgestelle worden sind, hatten sih zu die- | Der Herzog von Portland, Präsident des geheimen Behufe nah Ser. Cloud begeben; siè kamen dort | Raths, isk der Gemahl von Hrn. Cannings Schwester ; tend der Messe an und erwarteten S. M. in einem | ex ist immer zu den gemäßigten Whigs gerechnet wor; ah der Kapelle führenden Säle. Béi der Rück- | den; sein Vater war Minister mit Pitt und Perceval : sstt des Königs aus der Messe trat ihm der Häupt- | er stimmt für die Kacholiken, Lord Carlisle, Sie; jenes Stammes entgegen, verbeugte si und sagte | gelbewahrer, 47 Jahr alt; ein gemäßigter Whig, Schwa- Kdnige durch cinen Dollmetscher, sein Großvatec | ger des Lord Grenville, unsers Botschafters in Paris : ihm befohlen, nach Frankreich zu gehn, uni dem gro- | er beginnt erst jeßt seine politische Laufbahn. Lord Bex; Könige seine Ehrerbietung zu bezeigen; in seiner s ley, Kanzler von Lancaster, unter seinem frühern Na- wort «ewpfahl ihm der König die Franzosen, die | men Vansittart sehr befanut ; ein wohlerfahrner Finanzz ) seinem Vaterlande kommen möchtén. Das Ober, | mann; nach der Ermordung von Perceval im J. 1812 pt dieser Wilden hatte sein Gesicht mit rothen und | wurde er Kanzler der Schaßkammer, und blied es bis heu Streisen bemalt; in feiner rehten Hand hielt | 1822, wo Hr. Robinson diese Stelle erhielt. Er ist einen kleinen mit Bändern geschmückten weißen | 64 J. alt, ein entschiedener Tory , wiewohl er immer L und zwei Leute aus seinem Gefolge trugen kleine | für die Katholiken gestimmt hat. ile, Die Gazette theilt folgende Notizen über die Mit: | ein Sohn des berühmten Marquis dieses Namens, ‘der des gegenwärtigen englischen Ministeriums mit; | der im Jahre 1761 als Lord Schelburne Minister sollen, heißt es in jenem Blatte, dazu dienen, die, war. Der jeßige Marquis von Lansdowne ist igen, welche übertriebene Besorgnisse oder Hoffnun- | und zwanzigsten Jahre während des kurzen Ministeriums gehegt haben möchten, zu enttäuschen. Die Zusam, | von Fox im J. 1806 Kanzler der Schaßkammer gewe- nseßung des großbritannishen Cabinets ist weder-ge-: | sen. Sein damaliger Name war Sir Henry Petly, net, die Freunde der Ordnung ängstlich zu machen, | indeni sein älterer Bruder zu’ dieser Zeit den Titel ch diejenigen, welche einer zügellosen Freiheit huldigen | Marquis trug. Er “hat zu jeder Zeit die katholische Frage ‘ten, zum Frohlocken zu reizen. Es bietet ejne Ge: f unterstüßt, Der Marquis von An glesea, 50 J. alt, ihr dar für die Grundsäße einer weisen Freiheit, und | ausgezeichneter Kavallerie-General ; man nennt ihn oft den è das allgemeine Bedürfaiß des Friedens z und hierin | Murat des franz, Heeres. Er ist Großmeister der Artil;

Der Marquis v Landsdowne, Minister des Jnnern, 47 Jaber U,

im fänf

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