1827 / 202 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

der etwas erholte. Die Kartoffeln geben Hoffnung zu einem guten Ertrage; nur Heu ist beim ersten Schnitt durchweg wenig gewonnen und daher Futtermangel sehr zu befürhten, wenn der zweite Schnitt nicht besser geräth. IL Westpreußen. Danzig. Wenn gleich die, aus den etzazelnen Kreisen eingegangenen Anzeigen, we- gen der Verschiedenheit der örtlichen Verhältnisse, in ih- ren Resultaten in Beziehung auf den Autrag der Ecndte, die ungewdhnlih fcúh in der Mitte des Monats Juli ihren Anfang genommen, zum Theil von einander ab- weichen, so dürften sié do< zu dem allgemeinen Ergeb nisse führen, daß das Wintergetreide nur wittelmäßig, das Sommergetreide kaum mittelmäßig, zum Thei shle<t gerathen; die Heuerndtie sehr verschieden, im Ganzen aber unzulänglich ausgefallen sei; daß die Kar- toffela für jest zwar mehr Aussihe zu einem mäßigen Ertrage darbieten, als dies im vorigen Jahre um die- selbe Zeit der Fall war, daß jedoh das Gedeihen dieser so wie dér übrigen Gartenfrüchte no< von dem Eintre- ten ciner feuhtcn Witterung, ganz abhängig dbleibr. Unter dem Einflusse der anhaltèenden Dürre hat das Wintergetreide m<t gehörig auswachsen und in den Körnern sich hinreichend ausbilden können, Bet den Erbsea hat außerdem der Mehlthau, von welchem sie in dec Blúthenzeit befallen wurden, fast überall so nach theilig eingewirkt, daß hier eine allgemeine Miße:ndte ftatt gefunden hat. Ju jedem Falie wird der Unterhalt des Viehes große Schwierigkeiten finden, da auch der Klee und andere Futterkcäuter bei der anhaltenden Dürre nichr haben gerathen fônnen. Ja einigen Gegenden, namentlih im Berenter Kreise, haben die Heuschrecen ißre Verwüstungen fortgeseßt und die Aussichten des Landmanns, ‘in Bezug auf die Halmfrüchte, mit Ein- \<luß des Buchweizens, verkümmert. Marienwer der. Der Ausfall der schon überall begonnenen- und am Winteragetreide größtentheils beendigten Erndte ent: sprichc nicht den Erwartungen, die man davon gehegt haite und ist im Ganzen wohl nur als hôchst mittelmá ßig zu bezeichnen, Der Roggen hat bei dem durch die anhaltende Dúrre verursachten s<hnellen Uebergange zur Reife dei noch nicht vollständig entwickelter Fruchtbil. dung schr gelitten und ist an vielen Orten taub oder doch. sehr mehlarm. Der Weizen verspricht einen. bes: A sern Ertrag, ist jedoch nicht frei vom Brande. Unter A. dem Sommergetreide sind Hafer und Erbsen fast größ: J | tentheils mißrathen, „indem durch Mehlthau leßtere lehr gelitten haben z- von. der Gerste sind nur die früheren Saaten in den Niederungsgeg?nden einigermaßen beloi nend, auf der Höhe ist sie höchst kümmerlich gerathen. Die Kartoffeln versprehen im Ganzen nur eine geringe Ausbeute. Dazu kommt noch, daß sih in einigeu Ge- genden des Schlochau, Coniß-, Flatau, Deutsch Krone und Schwéßschen Kreises die Heuschre>en oder sogenannten Sprengsel in großer Anzahl einzestellt und dem Win- A tergetreidè schon hin und wieder bedeutenden Schaden e zugefügt haben. Zu ihrer Ausrottung sind indeß úberall Se Anstaltungen getroffe". und es ist zu hoffen, daß das Sommergetreide dadurch ihren Veryeerungen wird ents zogen werden.

IIL, Brandenburg. Potsdam. Diez frucht- bare warme Witterung im Fcúhjahre und die spätere Hiße hat die Eradte in diejem Jahre so zeitig herbei geführt, daß schon in den ersten Tagen des Julimonats damit begonnen werden mußte: Auch ist das Einernd- ten durch Tie trockene Witterung in diejem Monat sehr gefördert worden und werden sonach die Feldfrüchte bald sämmtlich eingewonnen sein. Der Noggen hat zwar von der Hiße im Juli und der vorhergegaugeuen Dürre allerdings gelittea und giedt- weder eia jo fráftiges

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Stroh, noch einen so guten Körnerertrag, wie ma mit Rücksicht auf das frachtbare- Frühjahr wohl i erwarten föônnen, im Ganzen ist indessen die R

erudte mehr als mittelmäßig au sgefallen, besser Weizenerndte.

ten Hálste des Julimonats ebenfalls nachtheilig ge dea, doch dürste die Ecndte des Sommergetreideg jonders im Hafer, die des Wiutergetreides Überttf

Allge

meine

Whtntendee- Dem, Sommergatrine if de c Þ cu ßishe Staats - Zeitungs.

In dem süodstluchen Theile des Departeinents hi sich große Schaaren von Sprengselu und Heush angejunden, welche an verschiedenen Orten des Jj bogk Lickenwaldeschen, des Zauch. Belziaschen, des 9 und Niederbarnim|schen , so wie des Osthavelländis

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Tempüinschen und Angermündeschen Kreises betri hen Schaden angerichtet haben, in den drei zuleht nanntea Kreisen jedo< nur auf einzelnen Feldma wahrzenoinmen worden sind. Vorzüglich sind bit die Dörfer des Amis Rüdersdorf und insbesondu links von der Franfsurther Chaussee nah Stra zu g:legenen Feldmarfen heimgesucht worden. Dit! mark Vogelsdorf,- wo fih die Sprengsel in ganz ul ordentlicher Meuge zeigten, ist dadurch sehr mity men; eben so Kiein, Schönebe>, wo der Hagel h die Felder vernichtet hatte, das Uebriggeblieben nun von den Heuschrecken verzehrt wird. Dies| ziefec hat nicht nur in dem Wintergetreide Very zen. angerichtet, sondern auch in der Sommeraunz, mentlich hat es auf der Feldmark Rehfelde Hafer | sen uud Wicken rein abgefressen. Jndessen hat s selbe shou bedeutend vermindert. Frankfur ! Witterung war bei vorherrsheudem Nordwest: u)81 wéstwiade wit geriugen Unterbréchungen -den Monat Juault hindur< warm und tro>:n. Der Wi welcher hia und wieder sparsam fiel und die Pu nur vorubergehend belebte, blieb späterhin wiedu lih aus, so daß seit einigen Wochen eine Dürre eil ten ist, die dur austrocénende Winde noch verméh! Dieser Witterungsverlaus hat zwar das Reifen || treídes rasch gefördert, dürfte aber den noch st| Früchten verderblih werder, wenn die Dürre nid durh Regen unterbrochen werden sollte. -Die R Erndte ist beendigt, den Anzeigen nach aber nid all so ergiebig - ausgefallen, wie man anfangs | durste. Sie wird sowohl der Schockzahl, als dei ‘ner, Ertrage nach, nur für eine Mittel - Erndte g Auch vou der Gerste. und “dem Hafer versprid| sich feinen sonderlihen Ertrag, und den Kartosf in ihrer Ausbildung no<h zurúck sind, kaun nur Regea aufhelfen. Ergiebiger dürste die Weiz ausfallen, vor Allem 'aber dec Weinstock eine r beute gewähren, desseu Früchte schon anfangen

Amtliche Nachrichten.

Kronik des Tages.

_Befanntma < un g. : Die unten folgende Ueberseßung einer in der War- uer Zeitung vom 11. d. M. enthaltenen Bekannt- hung- des Civil, Tribunals Erster Jnstanz der Woy- dschaft Masovien vom 283. v. M., die Subintabula- der Antheile an Deposital- Activa, so Depssotal- äubiger Úberwiesen oder zugetheilt worden, in den pothefenbüchern betreffend, wird hierdurch, eines mög jen dabei obwaltenden Besten diesseitiger Deposital- ubiger ivillen, zu der Kenntniß der Königlich preuß (n Unferthanen und Jnstitute gebracht- i Berlin, den 29. August 1827. h Ministerium derx auswärtigen Angelegenheiten.

2 v. Schönberg. Ueberseßung. i

Das Civil - Tribunal erster Jnstanz der Woywod- aft Masovien. Da das Civil - Tribunal heute- den schluß gefaßt hat, nur solche Summen ü-Pfandßbrie- ad Depositum zu nehmen, welche zur Adlôsung jenigen Deposital-Activa bestimmt sind, die den Ju; ‘seten no< ni<t überwiesen worden, so seßt es die haber von Ueberweisungen auf Deposital - Activa, so diz Jnhaber von Distributions. Ecfenntnissen, durch he die Theilung von dergleichen Activa festgestellt iden, hievon in Kenntniß und fordert dieselben zu- d auf, dafur zu forgen, daß die ihnen auf Deposi- Kapitalien überwiesenen Summen bei den Hpypothe- dühern subintabulirt- werden, da sie sl<h widrigen: s selbs| die Unannehmlichkeiten und Nachtheile zu-

Reife überzugehen. (Fortseßung folgt.)

Königliche Schauspiel

Dounerstag, 30, August, Jm Schauspil ¿Die Brandschaßung,„‘’. Lustspiel in 4 Aufz Koßebue. (Hr. Me, Regisseur beim Stadtthil Magdeburg: den Bürgermeister), Hierauf: Strauß,“ Lustspiel in 1 Aufzug. Und: „Det im Feuer,“ Lustspiel in 3 Abtheil, von Schmidl| dame M:cf, vom Stadttheater zu Magdeburg: pie Gastrolle. Hr. Mec: den Corporal, als le rolle.)

Freitag, 31. August, Jt Opernhause: 1 nia in Tauris,‘ große Oper in 4 Abiheil., von] (Mlle, Schechner: Jphigenia.)

eiden müssen, welche .- daraus entstehen fönnetn, n-sie in ihrer Qualität als Gläubiger, welche nicht den Hypothefkenbüchern aufgeführt sind, in Folge des : 14 65 66 und 67 des Geselzes, betreffend den land- ftlihen Kredit, Verein, weder zur Erklärung über die je der für sie auszufertigenden Pfandbriefe, no<h zur ipfangnahme derselben aufgefordert werden sollten, da ihien gebührende Betrag an Pfandbriefen auf ihre sten ad Depositum der Haupt-Direction des land- aftlihen Kredit: Vereins genommen werden würde. Warschau, 28, Juli 1827.

Der Prásident (gez.) Brzozowski. Der Sekretair (gez) Czerminsfi.

S

Angekommen. Se. Exc! der Kaiserl, Russische rfl, Geheime Rath, Graf von Stroganow, von

Gedru>t bei Feister und Eisersdorff.

recden.

Abgereist, Der Kaiserl. Oesterreichische Käm- erer Graf v, Esterhäzy, als Kourier nah Wien.

Vei

Redacteur J!

Berlin, Freitag, den 31sten August 1827.

Zeitungs- Nachrichten. A usland.

Paris, 24. August. Der König wird den 3. k, M. von St. Cloud abreisen, und den 9, im Lager von Str, Omer anfommen. S. M, werden in der Zwischenzeit die Artillerie Schule von Lafere besichtigen und sih zwei Tage in Lille aufhalten, Von St. Omer werden S. M. Dünkirchen besuchen, und den 16. Jhre Rückreise nah St. Cloud antreten,

Laut Briefen aus Madrid ist, wie der Moniteur meldet, der Polizei: Jutendant Recacho abgeseßt, und nach Oviedo verdannt worden.

Hr. Huekfisson, Mitglied des Großöbritanuischen Kas binets, ist hier angekommen. :

Der Deputirte Hr. Gautier aus Bordeaux hat eín Privilegium für die Absendung von Packetböten erhal- ten, die jeden Monat von Bordeaux nach Vera- Cruz (Mexico) abgehen, und die Regierungs s Depeschen nach den franzósishen Antillen, wo sie aulegen werden, übers bringen sollen. Hr. Gautier erhält während zwei Jahs-

ren fúr jede Neise eine Entschädigung von 10,000 Fr.

Auf dem Rúckwege werden die Packetbôte nicht bei den Antillen anlegen, sondern direft nah Bordeaux zurück, fommen. s

Das Dampfboot, der Jngenieur, ist in der Nähe von Bordeaux geborsten. Die Veranlassung zu diesem Unglú ist der Umstand, daß zwei verschiedene Gesell- schaften auf dersclben Stre>e Dampfbdte unterhalten; diese wetteifern nun mit einander und suchen durch Kraftvermehrung des Dampfes und dur<h Aufsuchung des türzesten Fahrweges einander zuvor zu fommenz leßteres war der Fall bei der erwähnten Fahrt des Jn- genieurs, der auf einer seihten Stelle auf den Grund stieß und sogleih aufging, Die Passagiere und die Mannschaft wurden durch Fischerbôte gerettet.

Das seit langen Jahren bekannte Werk von Na- bault St. Etienne, Précis sur la révolution française, zieht, nachdem es so lange ungestôrt verfauft worden ist, seinem Buchdrucker und Verleger einen Prozeß zuz weil sich in diesem Werke eine Beleidigung gegen die Person des Königs befinden soll. Die Sache ist dem hiesigen Zuchtpolizei: Gericht überwiesen, und das Ur- theil wird nächstens gesprochen werden. (Der Verfasser st im Dezember des Jahres 1793, ohne daß er nur gehört worden wäre, vom Revolutions- Tribunal zum Tode verurtheilt worden, worauf er unverzüglich hinges richtet wurde.)

Fünfprocentige Rente 104 Fr, 25 C, Dreiproc. 73 Fr. 10 C. ;

London, 21, August. Der König fam heute Mit- tag von Windsor hier her, um Geheimerathssibung zu halten, worin der Recorder über die im Juli von den

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