1827 / 205 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

s E D E L e R T A E E E

Volks herabzuseßen, auf den sonderbaren Einfall, sich den Körper shwarz anzustreichen , sich Fesseln anlegen zu lassen, und sich in diesem Aufzug halb nacckt dem Póôbel zu zeigen, Er füßrte dann in einer langen “Rede aus, wie der fraglihe Candidat und setne Anhänger nihts anderes bezwecten, als das ganze Volk in- die Lage zu bringèn, in dex er j:6t erscheine, :

Cin Schreiben aus Port-au- Prince vom 4, Juli meldet: „Ohne Zweifel werden Sie in amerifani|hen Zeitungen vieles über eine Revolution, die hier ausdre- chen sollte, und einen an dem Präsidenten Boyer ver- suhten Meuchelmord gelesen haben, Allein die Lärm: shläger machen größern Lärm als recht ist, was einen nachtheiligen Einfluß auf den Handel äußert. Ein Com- plott, das eine Regierungs - Veránderung bezweckte, ist, wie man sagt, entdeckt worden; die NRáädelsführer, ein Hauptmann und ein Lieutenant von des Prásiden- ten Garde, ein Subaltern Offizier und ein Sergeant von einem andern Corps sind vor ein Kriegsgericht ge- stellt, und gestern im Beisein der ganzen Garnijon er-

schossen worden.“ i Die Times geben einen Auszug aus einem

Schreiben Bolivars aus Caracas vom 10, Juni, dessen Aechtheit sie verbürgen wollen. Bolivar ertlárt darin, daß er bei der Entsagung auf die Präsidentenstelle be- harren werde „in Vertheidigung seiner selbst gegen die Verläumdungen, welche, wie zu verhoffen, dann auf den Lippen seiner Feinde ersterben würden.‘/ Weiter-

bild, der des Sysla dagegen, obwohl-auch dieser ein Et

Die bolivishe Verfassung ist meine jüngste Tochter, ich liebe sle mit Junigfeit und in den lebten Zügen, wegen des Schmerzes selbst, den sie mir gemachc hat. Sie faun fehlerhaft sein, aber ihre Bestrafung ist durch das Uebermaaß ein Act der Grausamkeit geworden. Selbst idre Redlichkeit hat sie niht geshüsr, ihre Unschuld und Reinheit haben sie zum Opfer gemacht. Jch fordre Euch auf, sle, als ein Schlachtopfer, gegen cie Wuth ihrer Feinde zu [{chüßen.// An wen das Schreiben ge- richtet sei, wird nicht angegeben. :

Vom Main, 29, August. Das hohe“ Geburts und Namensfes Sr. Maj. des Königs von Baiern wurde zu Münehen am 25, d, auf das Feierliste und Fröhlichste begangen. Nach dem Gottesdienst erössnete

h der Hr. Geh. Hofrath v. Schelling die neu organisirte 2A Akademie der Wissenschaften mit einem Vortcag über 8 die Verhältnisse der Akademie, worauf der Hr. Seh. a Rath v. Schrank úber die Urkunden der Vorwelt sprach, i und Hr. Ministerialrath v. Roth- Bemerkangen üher

den bürgerlichen Zustand Galliens zur Zeit der fränki

4 shen Eroberung ablas. Eine Rede des Vorstandes, Ÿ Hrn. Geh. Hofrath v. Schelling, schloß die dffentliche 4A Versammlung.

Zu Wärzburg hat am Ludwigstage die neue philo- sophi|ch»- medizinische Gesellschaft sih als fonstituirt er- 4 flärt und zur wissenshaftl, Arbeit eröffnet. Tags dar: À auf begaben sich die Mitglieder derselben nach dem 5

j Stunden von Würzburg entferuten Orte Wipfeld, um das Andenken des dort gebornen berühmten Konrad Cel- tes, des ersten gekrönten Dichters deutscher Nation, eh: rend zu feiern. :

, Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Meeklen- 4 burg- Streli6 ist vorgestern zu Würzburg eingetroffen, und hat gestern von da, unter dem Namen eines Gra- fen von Stargardt, die Reise nah dem Schlosse Taxis, zum Besuch Sr. Durchlaucht. Schwester, der verwitt- weten Frau Fürstin. von Thurn uad: Taxis, fortgesest.

Weimar, 29. August.- Jhre Kaiserl. Hoh. un- sere Frau Großfsúrftín und Erbgroßherzogin sind am 24. d. M, mit Jyco Hoheit der Herzogin Augusta, Hôchst-

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hin sagt er: „der Charafter des Brutus ist meiu Vor--

retter der rômishen Constitution war, ist mir ein Greuel. }

welche am 21. d. M. zu Schloß Belvedere, bei Wej- mar, confi:tnirt wurde, nah Carlsbad abgereiset.

Am 27. d. M., Abends 9. Uhr, trafen unvermuthe Se. Majestát der Kdnig von Baiern, bloß voa -Jhrey

nung begleitet, hier ein und stiegen im Gasthofe zum Erbprinzen äb. Nachdem Se. Maj. am andern Mor, gen Jhrcen Königl. Hoh. dem Großherzoge und de Großyeczogin ihren Besuch abgestatter und die Gemäly von Lucas Kkanach in unserer Scadtkirche, so wte einig öffentliche Anstalten besacht hatten, begaben sih Höchst dieselben, begleitet von Jhren Königl. Hoheiten dey Großherzoge und dem Ecdgroßherzoge, in die Wohnun Göôthe’s, um demselben Jhreu Glückwunsch zu seing heutigen Geburtstage darzubringen. Als Hôchstdiese, ben in das Zimmer eintraten, war Göthe von eîiny großen Anzahl Glückwün|schender von nah und fern um geben, Se. Maj.. der König überreichten, nah Abstat tung Jhrer Glückwünsche, Göthe'n das Großkreuz du Civil - Verdienst - Ocdens der Baierschen“ Krone, inden Höchstdiejelven die Hossnung aussprachen, es werde ay der Brust des Gefetecten noch ein Pläßbchen für diese Andenken vorhanden sein. “Abends wohnte der Köui nebst Jhren Königl, Hoh. dem Großherzoge und de Großherzogin, so wie]dew Erbgroßherzog, eiuem sehr zahl

bei, wobei Se. Maj. mit der Hôchstiynen eigenthúmli chen Lebhaftigkeit und Huld mit eiuer großen Anzah der Anwesenden sprachen. WMoétgen werdeu Se. Maj unsere Sradt wiedec verlassen.

Madrid, 15. Augujt. Ju der Gazette vom 183,

sterium wieder vereinigt worden ist.

haben die Regierung bewogen,

nach jener Provinz geschicke, Die größte Schwierigfkei rec“ bisherigen Stellung.

(in dem- dajelbst erscheinenden Observareur impattial) einiges Licht zu verbreiten.

mes Eiaverständniß. enthúüllen.

Ueberdem machten le sich anheishig, den ‘Peloponnes z

erhielten.

f, R Sk E: E DRE S T BEE R E R D t O N: R As A 0 iti R A S T S Hf R B VENS ai G G “Met N P A S E P T E T; ff E Q

Ober, Stallmeister, Gras Kesling, und weniger Bedie, f

Lon Massoul sind verwüstet worden und die Einwohner

reih bejuchrew Balle in dem s{chôdnen Schießhaussaal[

d. M. ist die Köaigl. Vecordnuvg enthalten, wodur die Stelle des Polizei, Jutendanten aufgehoben und dit künftige Verwaltung der Polizei mit dem Justiz-Mini

Die Fortschritte der Jusurrection- in Catalonien egie fräftigere Maßregeln zu deren Vertilgung zu tressea. Der Befehl], in Ca/ ‘talonien eine Armee von 8000 Mana zusammen zuy ziehen, ist erlassen worden, und dennoch werden aus den verschiedenen Bejaäalßungen die Dispontbdeln Negimenter

liegt aber in der Herbei|chaffung der nöthigen Fondé, um die daraus erwachsenden bedeutenden Ausgaben zu decken. Uebrigens bleibt die Armee des Tago in ihi

Türkei. Eiu Schreiben aus Smyrua vom 28. Jul|

¡heine Úber dea eigentlichen Aulap der {gestern gemel deten) neuerdings in Nauplia statt gehabten Unruhen ¿Maa hat‘/ (heißt ed darin) „so eben Briefe aufgefangen, welche ein zwischea JFörahim. Pascha und Colocotroni stait gehabtes gehe Das Publikum wird nunmehr die gehzimuißvolle Unthätigkeir des Sohnes des Viceköônigs von Aegypten begreifen. Für eine Mil lion Tala-ris hatten Colocotroni und die vornehmsten Klephtrea Kapitaine dem Jbrahim Pascha Nauplia, Koi rinth und Napoli di Malvasia zu überliefern .ver!prochen,

beruhigen, uuter der Bedingung, daß si: für. sich uu} ihre mäánaulihen Nachkommen Agaliks, als Majorat! Jun etlichen Tagen würde der Erfolg diese Unterhandlungen gekiônt haben; Emissarien des Gens rals Chucch fingen jedoch Packete, die an Kolokotroui gerichtet waren, auf und so-ward alles entdeckt. Die ‘mächtige Partei, an deren Spiße Kolofotroni steht, 6 chert denselben gegen jede Verjolgung, ja man suchte die ganze Sache zu unterdrücken; inzwischen steht der General Church vor Nauplia und veclangt, als Gene- ralissimus des grieh schen Heeres, das Commando. Die dasigen Milicairhefs aber, Mitshuldige Kolokocroni's,

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aben den Gen. Church bedeutet, er solle seinen Ansprü: hen entsagen uad sich zurückziehen ; sie haben sogar ge \roht, die ganze Stadt mit Feuer uno Schwerdt zu ver- ütten, wenn Church si feindselig zeige. i

“Nach cinem Schreiben aus Bagdad vom 1. Juni in dem obgenannten Blatte) hat ein Ausstand der Be: yohner von Massoul gegen den Pascha Aalaß gegeben, ie Plackereien der Christen von Diarbekir zu verdoppeln, Drei von Christen bewohnte Dörfer in der Nachbar]chast.

r Fluche genöchigt, haden sih in Fzhrzeuge geworfen, in den Tyaris hinab nah Bagdad zu gehen. - Auf der dálfte des Weges, von einem mächtigen und habgierigen Pramme angehalten, haben sie auch das Wenige verlo: 0, was sie aus der Heimath zu retten vermocht hat: n, und um das Ungläck aufs hôchste zu trerben, sind ie meisten bei ihrer Ankunft in Bagdad ins Gefäng: geworfen wo-den, um den persönlichen Tribut, dèr 5, 30, ja 60 Piaster auf den Kopf beträgt, zu ent- chten. Die: Mildthärigfeit des Bischofs von Bagdad, den, 'Cóuperif, ist ihnen jedoch zu Hülse gefommen ; hat die Kopfsteuer sür die Unglücklichen entrichtet ud sich ihrer fernerhin angenommen.

P90: :-D.

Stettin, 31.. August, Nachdem Seine Königl. )oheit der Kronprinz gestern Vormittag gegen 9 Uhr on Berlin ausgefahren waren und uaterwegs auf dew nte Chorin gespeist hatten, trafen Hôchstdieselben bends 11 Uhr, Behufs des mit den hier versammelten ruppen abzuhaltendea Manöuvres,- hier ein und st(e- n im Landhause ab. - Ó |

andwirthscchaftliheBerichte aus dem Junern des Reichs vom Ende Juli. (Schluß.)

VIIL. Westphalen, Mänster. Mit der Erndte r der Landmann und Acferbürger überall beschäftigt. ie Roggen-Ecndtre fällt meistens sehr mittelmäßig aus, sonders in Sandgegenden, daher der Preis des Rog» ns sich hebt. Die Heuerndte is sehr ergiebig gewe- 1, Der Weizenfverspricht in schwerem Boden guce Aus- te. Der Raps ist nicht so gut als im vorigen Jahre athen, und die Sommerfrüchte scheinen wenig Er- g liefern zu wollen. Der Hanf ist ia vielen Gegeu-

mißrathen, Obst wird“-2s wenig geben. ‘Der Flachs t wegen Mangels- an Regen in manchen Gegenden r färglihe Ausbeute geliefert. Der Buchweizen ver; icht einen reihen Gewinn. Minden, Die Erñdte e um die Mitte des Monats Juli begonnen, und e ihre Abtheilungen folgen sich mit ungewöhnlicher chnelligfeit. Der Ertrag des Roggens bleibt bedeu- d unter der Mittelmäßigfkeit, man darf ihn um we- zstens # geringer als im vorigen Jahre anschlagen. nzelue Probeausdrüsche haben uoch viel ungúünstigere sultate geliefert, z. B. 1# Himpten die Himpts 8 Preußischen Meßen im Durchschnitt gerehget 6 37 Stiegen, welche (n gewöhnlich guten. Jahren 7 mpten geben Jm Ganzen ist faum anzunehmen, ; úber das vierte Korn an Roggen geerndtet sein

d, Vom Weizen hosst man mehr, doch, auch der ggen hat getäusche. Allen Sommer- und Garten- chten ist die hartaäcfige Därre úberaus nachtheilig esea, Die Heuerndte war außerordentli ergiebig, wurde gut eingesheuert. Desto schlechter sind die 6ssichien des zweiten Schnittes, Der Flachs erfüllt von ihm gehegten Hoffnungen, auch durch vorzüg: je Qualität, besonders der Frühflahs. Leider macht

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so mehr zu bedauern ist, da der Flachsbau überhaupt dort eigentlih erst im Beginnen s. ht,

traq des Bet-eides is arößtenutheiis hinter der Erwars cung zucÜckgeblieben. Gerite und Roggen sind nicht reihhalcig an Köraern,- geben aber gutes Stroh. Die erste Heuerndte ist; von der guten Witterung begünstigt, schnell beendige worden und mittelmäßig ausgefallen, Von Weizen und Hafer verspricht man sih einen guten Ertrag. Der Weinstock hat ausageblüht, dre Beeren sind úberall gebildec und für die Jahreszeit vorge-ückt, do fallen davon viele ab, welhes man einigen falten und nassen Náchten zuschreibt. Obst giebt es durchgängig wenn.

X. Niederrhein. Koblenz, Die Witterung war für den Weinsto sehr günstig, eben so für die Heuerndte. Die Kartoffeln und die meisten Gattungen von Gartengemüse haben aber dabei gelitten. Eben so haben Raupen, Erdfldhe, Mehl- und Honigthau an Bäumen und Gartenfcrúchten, besonders an allen Kohl- arten, großen Schaden gethan. An vielen Orten ist die Roggenerndte schon beendigt. Det Ertrag au Gars ben ist im Ganzen bedeutend, an Körnern jedoch sehr verschieden und in manchen Kreisen sehr gut, in audern dagegen unter dem Mittelmäßigen ausgefallen,

Berichte über den Gesundheitszustand aus dem Jnunern des Reichs vom. Ende Juli.

I. Ostpreußen. Gumbinnen, Die Sterbes fálle sind dei Überhaupt wenigen Kranfheiten der Wen schen selten gewesen, außer im Sensburger Kreilje, w9o mehrere Kinder Opfer der Masern wurdet. :

IL, Westpreußen. Marienwerder, Die unter den Men\chen vorherrschend epidemischen Kran ks heiten sind dreitägige Wechselfieber mir der Eigentzúm- lichkeit, daß sie, wie früher, leiht Rücksälle machen. Ans C HINEs Krankheiten von Bedeutung hat es nicht ges geben. | IIL. Brandenburg. —Potsdam. Die Krank- heiten haben sich im Allgemeinen vermindert, doch fa- men. falte und Wechselfi:ber noch häufig vor und kehrten in manchen Ortschaften immer von neuem wieder, Außerdem wurden Gallen: und Schleimfieber und unter den Kin»

herrschten serner uuter den Kindern die Masern und Röth-lu, dagegen wurden solche in Potsdam seltener und eben so ließ das Scharlach fieber in Stolpe, Nieder- barnimscheu Kreises, seyr nah Von wahren Menschen? blattern fam in Potsdam abermals ein Fall vor, wels her jedoch feine weitere Ansteckung- zur Folge hatte. Ferner erfcanften daran im Dotfe Reinsdorf, Jüter/

Neustadt Eberswalde ein von Berlin daselbs eingewan? derter Handlungsdiener,. —Frank furth. Als vorherr* schende Krankhetc behaupten sich immer noch die falten Fieber, wovon Erwachsene und Kinder befallen werdem, Sonst zeigten flch auch Gallenfieber, Brustbeklemmuns gen, heftige Schnupfen uno Augen Entzündungen. Das findlihe Alter wurde an manchen Orten von gutartis gen Masern und Pocken heimgesucht. Die Sterblichs feit blieb Úbrigens in den gewöhnlichen Grenzen,

IV. Pommern. Stettin. Es gab gaskri he Fieber und rheumatishe Diarrhder; die Menschen- blattern hatten in Gollnow sehr um sich gegriffén, ins dem dort 137 Menschen, theils an den ächten, theils an modíficirten -Blattern litten ; von ersteren starben 14. Jeßt sind der Weiterverbreitung Grenien gesebt. Köslin. Die Sterblichkeit unter den Menschen wähs

Kreis Warburg hievon eine Ausnaÿme, welches n

rend des Monats Juli war gewöhnlich. Außer den Fie

“IX. Zülich, Cleve, Berg. Köln. Der Er- -

dern der Keichhusten bemerkt. Jm Prenzlowschen Kreise

bogf-Luckenwaldschen Kreises, einige Individuen und in

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