1827 / 223 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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rier aus Wien erhalten. Dieser Diplomat hat auf der Stelle Jore Köntgl, Hoheit die Prinzessin - Regeticin um eine 4udi?enz gebeten, um Jhr die von seinem Hote erhaltenen Depeschen vorzulegen; er hat den Wuu]ch geäußert, daß das diplomatiihe Korps bei- dieser Au dienz zugegen sein möge. Jhre Köuigl. Hoheit haden ihm diese Audienz einige Tage nachher zu bewilligen ge ruht. Der Herr Gejchäftsträger stellte dann die Frage, ob der Junfaut Dom Miguel, wenn erc das Alter von 25 Jahren ecreiht haben wird, nah Portugall kommen fônne, um nah der gegenwärtigen Vectassung Portu- galls die jel der Regierung zu übernehmen, JZhre König!, Hoheit die Prinzessin Regentin erwiederte, oaß sie, als Shyweistir tes Jufanten, sich gerne iz seine Wänsche zen, und deu Frieden in" ihrer Familie, so wie die Rahe im Königreiche erhalten wolle, um jo mehr, als die Last der Regierung, bei ihrem geshwächren Ge. sundheitözustande,- ihre Kráfte Üdersteigez daß aber die gegeniväriige Regeutschaft nicht die von der Charte fest- geleßbte, folglich in dem vorliegendeu Falle von feiner Minderjährigkeit die Rede sei, und daß ihr die Regie, rung des Königreichs von ihrem Vater ativertraut und von ihrem Bruder, dem Könige, bestätigt worden sei, daß sle demzufolge aus eizener Macht nichts eutscheiden tôane; daß man sich deshalb an den König, lhren Bru- der, wenden müss.“

Man versichert, der englishe Botschafter habe er- flärt, daß ec auf eine Frage dieser Art mchts zu ant, worten habe, da sie bloß die häuslichen Angelegenheiten

Portugalls betreffe, daß er aber, nah Juhalt dec von

seiner Regierung erhaltenen Jnstructionen erfláren müss-, daß er nie zugeben werde, daß irgend eine auswärtige

Macht sich in die innern Angelegenheiten - Porctugalls.

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Es bedurfte feiner mühsamen Nachforshung, um zu der Ueberzeugung zu gelangen, daß, troß der Zuver- sicht, womit der Dericht , Erstatter auftrat, diese ganze diplomacishe Scene eine rene Erdichtung warz ein neuer Beweis der grenzenlosen Verwegenheit, womit die sogenannten Organe der ôffentlichen Meinung diese df fentliche Metauag ohne Uuterlaß irre zu führen und zu vergiften suchen, i : i

Weniger leiht war es, bei dem Mängel zuverläßi ger Nachrichten, den dur portugiesishe, englische und franzósisbe Journale täglih gesteigerten Glauben an die Reise des Kaisers von Brasilien zu erschüitern, ob, gleich der Umstand, daß nicht ein einziger authentischer Brief oder Bericht aus Rio de Janei:0 des Reisepro. jects Erwähnung gethan hatte, für Besser, Unterrichtete ein hinreihender Grund war, auch diese angebliche Neuigkeit unter die Fabeln zu verweisen.

Die Ankunft des Packetbootes . Gräfin Chichester, das am 5. Juli von Rio- de Janeiro abging, und am 26. August zu Falmouth landete, hat endlich das Lügen, gewebe mit ein Paar Federstrichen zerrissen. Es be- steht nun fein Zweifel mehr, daß der Kaiser Dom Pe- dro nie die Absicht gehabt hat, sich nah Europa zu be- geben ; daß Er gleih nach Unterzeichnung seines Frie- denstraftates mit Buenos Ayres , besonders aber seit dem Empfang der Nachrichten von der gefährlichen Krankheit dec Jafantin JZs\abella Maria ausschließlich mit Maßregeln zur Sichersteüung der Ruhe und Ord. nung in Portugall bechäftiget, schon în den legten Ta. gen ‘des Juni den Entschluß faßte, Seinen Bruder, den Jufanten Dom Miguel zum Regenten von *Portugall zu ernenneu, und daß dieser Entschluß, nebst den dar- 2uf Bezug habenden Decreten, durch einen eigens nach Europa gesandten Abgeordneten Zhren Majestäten dem Kaiser von Oesterrei und dem Könige von. Großbrit-

Gedruckt bei Feister und Eisersdorff.

‘zes ‘Vertrauen behéle.

tannien, in freundschaftlichen Handschreiben, Unter theilung der darauf Bezug habenden Decrete, etdf worden ist. : z

Port au Prince, 8. Juli. Der heutige graph euthält folgende Proclamation des Prâàsidg Boyer: i

Haitier! Die götcliche Vorsehung, welche übe, Schicksal von Haiti wacht, hat uns einen Beweis i Schußes gegeben , {1noem sie ein Complot veri das nur dahin zweckte, das Vaterland in die Gil der Anarchie hiñabzushleudern. L

Eimge Verruchte, Feinde des Friedens un) dffentlih:n Ruhe und von bürgerliher Ehr]ucht et bildeten sich etn, daß es fein anderes Maittel- zus ceihung, ihrer Zwecke gebe, als geaen das Obet ces Staats Vershwdrungen atizuzettely, Aber ej nicht allein mein Leden, worauf es atigesehen war z; ch4; auch die Pluúnderung Eures Eigenthums, der Mot rer Familica, was sie in ihren Versammlungen best len, J! Auf die allgemeine Teauer gründeten sj Hoffnungen ihrer Erhebung. Aber der Himmi laubte nicht, daß dies shreckliche Verbrechen ausg wurde. Die Ver|clwornen wurden verhaftet und Schwerdt der Geseße üderliefert.

Büceger! Jor e:shrackc, als Jhr die Verwega dieses Complots vernahmt, das gegea die Sicherheit Staats geshmiedet wurde. Beruhigt Euch und Vertrauen. in die Energie der Regierung. Laßt bj diesen abscheulihen Versuch Eure W-chsamkeit im mehr gewect sein, Hütet Euch, zur Erhaltuvg l| fentlichen Ruhe, vor den Gotilosetn, denen nich ti hl ist, die aber jedesnal enthüllt da stehen werden, ui sie auch wit noch so großer Schlauheit- die Ehr sud verschleiern suchen, von der sie verzehrt werden.

Soldaten! Wenn die Verräther, die das Het Vaterlandes zerreißen wollten, aus Euren Reihen | vorgetreten sind, so- fanden sh auch in diesen Re die Braven, welche hre treulosen Rathschläge ans |

offiziere, die nicht verdienten an Eurer Seite zuy schiren, fôanen die Ehre einer Armee nicht bis, welche die Nationaldanfkbarkeit verdient uyd mein Getreu Eurer Pflicht, wi Jhr immer fortfahren, in den Augen der Welt den sterblichen Ruhm zu bewahren, den Jhr errungen h Gegeben im National Pallast von Port au Pii

den 4. Juli 1827, im 24. der aan dAo gige ohe Ein Artikel in demselben Blatt nennt dem fu matin Mathurin vom 8. Jyfanterieregiment, du der Fußgarde entlassenen Lieutenant Canchois, den!

tenant Bellegarde von der Jägergarde: und den i ‘anten Louis von der Garde als dicjenigen, di

Verschwörung wegen, am 3. Juli durch Kriegs geri \pruh zum Tode verurtheilt wutden. Es wt nun zum Lieutenant erhobene Sergeant Just voi

untetbrochen.

Königlihe Schauspiele Montag, 24. Septbr. Jm Schauspielhause:|

‘Erstenmale wiederholt: „„Antar,// Drama in 1 Ai

Hierauf : „„Ec mengt sih in Alles,‘ Lustspiel in ó theilungen,

Dienstag, 25. September. Jm Schauspielh! ¿Waller steins Tod,// Trauerspiel in 5.Abtheilungen, E (Hr. Lemm wird als Wallenstein. wieder treten. j

brachten. Die Verbrechen einiger Offiziere und U

Grenadiergarde, der die Anzeige von dem Kons ligen. Se. Maj. werden den 20. in Str. Cloud ein- machte. Die dffentlihe Ruhe wurde keinen Auga

Redacteur J!

a

Allge

Vreußishe St

meine

aats - Zeitungs.

NE

224, -

Berlin, Dienstag, den

Amtliche Nachrichten.

Kronik des Tages.

Seine Königliche Hoheit der Prinz August von reußen sitúid nah Magdeburg abgegangen.

Das 1b6te Stück der Geseß Sammlung, welches

ute ausgegeben wird, enthält: /

die Verorduungen unter

Nr. 1085. wegen der nah dem Gesese vom 27, März 1824 vorbehaltenen Bestimmungen für die

Rheinprovinzen ;

desgleichen für die Provinz Westphalen ;

die Kreisordnung für die Rheinprovinzen

und Westphalen. Sämmtlich vow 13. Juli

s 4086. s 1087.

d, J. und |

diè Allerh ôchste Kabinetsorder vom 2. {. „M. die Modifikation des Geseßes vom. .17. Mai d. J. in Beziehung auf die Städt Oebisfelde betrefsend.

am 25, September 1827, Dedits-Komtoir.

s - 1038. Betr lia,

Angekommen, Der Königlich 'Großbrittannische abinet6- Kourier Williams, von London.

{Staatsminister v.

Zeitungs - Nachrichten.

| _Æu s lan d, } - Paris, 18. Sèept. Se. Maj. haben gerubt, den orps, die im Lager bei St. Omer die Uebungen mit- macht, haben mehrere Ordensauszeichnungen zu bewil

Se. K. Hoh. der Prinz von Oranien hat sich den 5, bei Sr. Majestät beurlaubt und ist nah: Brüssel rückgekehrt.

Herr Lamb, der großbrittannische Gesandte in Ma: id, hat, wie die Gazette meldet, einen Urlaub erhal; n, und denselben mit einer Reise nah Englaùd ange; eten. Da er seit sehr langer Zeit Spanien nicht ver- issen hatte, so läßt diese Abreise muthmaßen, daß die

laterhandlungen zwischen Spanien und Portugal be-

ndigt sind.

n Ae O Rente 101 Fr. 65 C, Dreiproc.

4 Fr. 40 C. : London, 15, September. Zur Meublirung des

Schlosses zu Windsor hat der König den Spitalfields

25 sten September 1827,

Séidenfabrikanten eine Bestellung gegeben, die ch au 80,000 Pf. St. beläuft. E M O D qui Vom 1. Jan. bis 25. Aug. 1826 wurd:n 473,436, und in derselden Zeit dieses Jahres 702,173 Ballen Daumwolle in Gropybrittanien und Jrland eingeführt.

: Die Chester Chronicle zeigt einen merkwürdigen Fall, die Ungewißheit der Gesehe darthuend, ao, der sich am Sonnadend vor 8 Tagen in Beaumaris ereignete. Die Geschworenen konnten fih über das zu fällende Urtheil nah einer langen Discussion nicht eintgen, deshalb lie- ben sie das Ungefähr entscheiden, indem- sie eine Münze in die Hôhe warfen, zuvor ausmachend, daß wenn sie auf die eine Seite fiele, der Beklagte schuldig, und daß wein sie auf die andere Seite fiele, der Beklagte freis gesprochen werden müsse. Dieser Umstand fam zu den Ohren des cinen Advocaten, der sih nunméhr gegen das ton auflehat und eine neue gerichtlihe Untersuchung verlangt.

Uasere Zeitungen sind mit Klagen über den Zustand der Polizei in London angefüllt, da ‘die nächtlichen Haus; einbrüche sehr zugenommen haben. Sie sagen, die Po- lizei gewähre Sicherheit der Person (wozu vielleicht die Gaserleuhtung beitrüge), nit aber Sicherheit des Eé- genchums. Es stánde zu erwarten, daß nächstens auch die Nachtroächter gestohlen werden würden. /

Consols fielen von 875 auf 862 und s{chsosseu zu 87,

Rostock, 16. Sept. Bei der Eröffaung des Cons vocationstages am 4. d. M. trugen Se. Excellenz der Plessen nachstehende Proposition den versammelten Ständen vor;

¿Seine Königl, Hoheit der Allerdurchlauchtigste Großherzog und Herr, Herr Friedrich Franz, Großher- zog von Mecklenburg, Fürst zu Wenden, Schwerin und Raßeburg, auch Graf zu Schwerin, der Lande Rostock und Stargard Hrer u. s. w. u. s. w., entbieten Zhrer getreuen Ritter- und Landschaft Jhren gnädigsten Gruß, und lassen den ausgeschriebenen allgemeinen Convocas cionstag, in Gemäßheit der ergangenen Landesherrlichen Ladungen, Kraft dieses durch folgende ausführliche Pros- positionen eröffnen:

Nachdem die vermehrten Kosten des Deutschen Buns des-Contingents, hach den früher voraufgegangenen Ver- handlungen und freiwilligen Beiträgen der Stände, in- sonderheit aus dem Convocationstage und dem Landtage im Jahre 1823, seither und bis zu Johannis dieses Jahres 1827 ihre, für das jeßige Erforderniß zulängliche Decung und Befriedigung erhalten haben, die weitere Uebernahme solcher Kosten, mittelst freiwilliger Beiträge, jedoch von den Ständen aúf dem leßten Landtage voríis gen Jahres bestimmt abgelehnt worden, so sehen Se. K. H. die Frage: von der Ständischen "Verbindlichkeit dazu wiederum auf die Zeit und den Standyunkt zu- rückgeführt, für welche der Convocatioustag vom Jahre