1827 / 254 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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war das russshe Geschwader Nachts vorher wieder un- ter Segel gegangen und zwar, wie man glaubce, ia der Richtung von Mesina. L j

Tückei. Zujolge Nachrichten® aus“ Bucharest: vom 11, Oct. (in der Allzemetnen Zeitung) ist aus Koustans tinopel Befehl an die Hospodare der beiden Fürstenchù mer ergangen, der Pfo:te unverzüglich etne auperordeut liche Kriegssteuer in baarem Gelde, und Leder zu leisten. Die Forderungen der Pforte sind (heiße es) fo übertrieben, daß ihnen, selbst bei dem be: sten Millen, nicht Genüge geleistet werden fann. Jedes Fürstenthum soll 20 000 Last Getreide, 1 Mill. Piaster, 10,000 Scück Hornvteh, 30,000 Scüdck Schafe, 6000 Pferde und mehrere 1000 Centuer Leder uach deu Do- naufestungen bianen 5“ Wochen liefern. Durch die lelz: ten Unruhen haben die armen Bewohner der Moldau ‘Und Wallachei viel gelitten ; die Bojaren, die meistens ausgewandert waren und durch die Emigration große Summen verloren haben, sind bemüht geweseu, sie bei ihrer Nückkunfc auf Kosten der Unterthanen wieder ein- zutreiben und sle dürften sich je6r nicht leicht dazu ver stehen, aus eignen Mitteln die vorgeschriedene Conctri. bution zu leisten. Jn Jy besonders soll man hôst unzufcieden sein und mi Sehusucht einem - Wechsel der Dinge entgegen sehen,

Nachrichten aus Griechenland.

Die neuesten Berichte aus Zante vom 2. und 5. October ,- die wir lo eben (meldet der Oesterreichi iche Beobachter vom 24. Oftobder) über Triest erhalten, bringen folgende Nachrichten: G

Zante, den 2. Oktober 1827.

Am 28. v. M. rraf eine englische Kriegs Sloop, in Einem Tage von Navarin kommend, hier ein, um Wasser und Proviaut einzunehmen, ist eine engli\he Fregacte, und drei - Stunden später auch das Atmiral\chiff} Asia, Sir Eduard Codrington, wie es hieß, zu gleichem Zwecke hier eingelaufen. Hier- äuf erschien gestern Abends um 6 Uhr, von Navarin, in der Nähe - dieser Rhede eine andere englijhe Fre» gatte, parlamentirte durch Signale mit dem Admiral: shi}e, worauf dieses den beiden hier vor Auker gegan» genen Kriegsfahrz-ugen den Befehl gab, augenblicklich die Anker zu. lihten; und wit denselben, nebst der un: ter Segel gebliebenen, zulest angekommnen, Fregatte, Ungeachtet des heftigen Regenwetters und widrigen Win- des gegeu Navarin steuerte, wo deren Gegenwart sezpr dringend sein muß, weil nicht einmal die R'ickkehr der nach der Quelle von Crionero, eine halbe Stunde von dieser Stadt, um frisches Wasser einzunehmen, geschick: tem Boote abgewartec wurde, /

„Zante, den 5. October 1827.

„Jn: meinem Vorigen, vom 2. d. M. hatte ich ge: meldet, daß das englijche Admicalschiff Asia, nebst drei andern englischen Kriegsöfahrzeugen, am L. d. M... eili ast von hier nah Navarin, von wo- sie eben angefommen Wyaren, zurücksteuerten. Nachdem ih meinen Bericht von besagtem Tage, Morgens 8 Uhr, - geschloss-n hätte, “erfuhr ih, daß in der Nacht vom 1. aus den 2. d, M. eine Flotte von etwa 50 Segeln, die man bei Anbruch des Tages súr túrkische erkannte, längs den Küsten vou Morea, in der Richtung nach Patras gesteuert war. Gegen Mittag, am 2 d. M., l\ah man vou den Au- höhen in -der :Nöhe. dieser Stadt, - und auch von dem hoh gelegenen Fort, mit Hülfe von Fernröhren , außer den erwähnten 50 Segeln, nroch andere 14, die dei dem Cap Sfinari, dem. vôrdlichsten Puncte diejer Jansel, vor über, ohne Zweifel -auch vou Navarin fommend, glei; falls nach-den Gewässe:u von Patras steuerten, Die. erste Division bestand aus Fregatten, Korvetten uud Briggs, wie. man deutlich sah, mit türfischer Flagge z das eng! Admiralschiff Asia, mit den beiden Fcegatten und E

Getreide, Pferden-

l englischen Fregatte, die Richtung nach dieser R yede n

Gestern Morgens.

der Allgemeinen Zeituag) meldet :

olf von Patrassso eingélaufen sein, um, wie es hieß, Eis ugretsen.“ :

e e L Schiffernachrihten (in der Floren- iner Zeitung vom 18. Oct.) zutolge, joll den 27. Sept je Fregaîte Karoline. mut Depeichen der Pforte an dhrahum Pascha voa Smyraa zu Navarin ‘anugefom- "n sein, nach weichen der Sultan jest entichlossen sei, ine fremde Vermitielung aozunehmen, fondern sich lie ran die Spiße seines ganzen Volks zu Bestevung zes Kriegs zu stellen. Hierauf habe Jvrahim am 30.

Sloop, segelten dieser Flotte zur Seite, und in eini Eatfernaug sah man die andern vierzehn Segel, säm; lid von grôyecec Gattung, als raficte Lintenscchiffe R Fregatten, jedoch hatcen sie feine Flagge aufzesteck; J inan fonnte sie wenigstens uhe ecfennen, So 0 verbreitete sih hier das- Gerüche, daß Jödrahim Past ungeahtet der mit den Aomiträlen der engliicen y fcauzösischen Escadren getrojfenen U-bereinfkunft, du dié ec sh vermütchlich nur gegen wirkliche Aug: iffs,0, rationen zur See gebunden glaubte, Navarin in der

sicht verlassen habe, sich mit einem Theil seiner Fot ¡ach ‘Patras, einer befannilih im Besib der Türk ha findlichen Festung, zu begeben, wozu er die Ab wes jener beiden Admiräâle, wovon der eine, Sir E. Codtin ton, nach Zinte, der audere, de Nigny,“ wie es heiß nah Milo gegangea war, benüßte. Deshalb sebte f Sir E. Codrington, sobald er durch die am L. Ahyj auf der htesigen Rhede angekommene ‘Fregatte Ki h'evon erhalten, sogleich unter Segel, um Ibrehi Pascha aufzu¡juchen, uno ihn zur Rückkehr na |

varin zu bewegen.“

„Wirklich sah man am 3. d. M. die türfi sche sh ihre Richtung äadern und gegen Navarin zucúdck stu der englische Admiral segelte voran, hinterher die h erwähnten vierzehn Segel. Auf diese - Art euml famen diese sämmclihen Schiffe láags der dieser Zi gegeuüber liegenden Küste von Morea, heran, und j mand zweifelte, daß sie ihre Fahrt ruhig nach N 1yai fortseßen würden. Zar allgemeinen Verwunderung man jedoch piôblich es war am 3, ungcfähr um Uhr Abends das englische Admiralschi}ff, mit eint

Jeptbr. 2 starke Teuppen »- Divisionea- ins Jinere von Vorea und 15 Kcriegs]chisse mit eben so viel Transport; hifen zur Verprovtantirung von Patras ausgeschicki hd sei diesem Geschwader einige Tage nachhec in Per 4 mit 2- Lanien)chisffen und 6 Fregatten gefolgt , um n Lord Cochrane, dessen Anwejenheit in- jeuen Gewä/- n er vernommen, aufzusuchen und auzugreiten.

In [an di

Düsseldorf. Am 12. Septbr. starb zu Wupper- (dim Kreise Elberfeld der 74jähyrige evangelische ‘Pfar- { Johann Burchard Bartels, Ee war der erste Pre: jer, gewisserimaßen der Stifter und Gründer der dor- jn evangelifhen Gemeine. Du: ch seinen Fleiß, seine ihc und rajilojse Thyàâtigkeit wuide der Bau cer eun Kirche, des Pfärrhau)es, der Schule und eines menhauses in kurzer Zeit vollendet; die zu allen die- 1 Gebäuden erforderliche Summe von ungefähr 80000 jalern wurde durch den unermüclih thätigen Pjarcer sammengebracht und die Gemeine steht da ganz 1chul- nfrei. Auf der Rute, die frúyer eine dde Viey- ide war, stehen jeßt zahlreiche, zierliche Wohnungen.

men, die türkischen S4hiffe ader, nebst den mehr

wäßuten vierzéhn Segeln, die: nun ebenfalls fú-: oil mannische ecfannt wurden, ihre Direktion ändern, 1 wieder nah den G-:wässetn von Patras steuern. ( Fregatte hatte der enzlische A°mical an der Küste | Morea zur Beobachtung der tüekishen Flotte zurúdi lassen, und ein anderes seiner Fahrzeuge an den fri zôst:ehen Admiral de Rigny nah Milo geseuder, u seldeu von dem, was seit ihrer Entfernung von, Nay rin vorgefallen war, zu benachrichtigen,“

„Gestern, den 4., Morgens èrichien dée zur Buhl achtung der tücfishen Flotte an der Küste von Mor zurückgelassene englishe Fregatte, in der Nähe di Jvsel, und machte dem Admiralschiffe Asia Siznu w-lche von diesem beantwortet wurden. Hierauf [did sich die Asia zur Abfahrt an, die wegen widrigen Yi des erst um 11 Uhr Vorwittags erfolgea kounte. Wi Fregatten, die vorgestern Abends mit dem Admiral! hier eingelaufene, und die am folgenden Morgen h! angefommene, welhe die Signale gegeben hatte, folitl der Asta in der Richtung gegen die rürfische Flotte"

¿Gestern Abends von 5 bis 9 Ubr hôrte mand lebhaftes Kanonen - Feuer aus der Gegend des (i Papa, wóövon man, so lange es- noch hesl war, | der Anhôge bei dieser Stadt, die Rauchwolken wil nehmen fonnte. Ueber die Veranlassung dieser Ku nade wissen wir bisher nichts Näheres ; nur lo viel hall wir mit Bestimmtheit erfahren, daß gestern Abents t : M Theil der türfijhen Flotte bei Konopoli (einige Yel Die zahlreiche Jugend wit ihren ‘Lehrern zogen zu- südlih vom Cap Papa) vor Anker lag. Sir Cu mit dem Bürgerm'ister und den Ortsbehördén und Codrington?s Absiche |eint zu sein, diese Flotte zu h tenvorständen, dem Schul Jnspector, Pfarrer Stan- dern, nad dem Golf von'Patras oder Lépanto zu teur und Cem Kreis Landrathe zur Kirche, wo der Orts wobei ihm Wind und Wetter bisher: sehr zu Statils stlihe, Pfarrer Fuchs, wit großer Wärme eine treff:

je Rede héelt , in welche er über die Wohlthat der

gefommen sind.‘ d i / Ein Sch-eiben aus Triest vom 18. -Octbr. (Fdulen , úÚber dis Pflichren der Lehrer, der Kinder und ! Eltern, in Bezug auf die Schule, gewichtige Wotte

„Ein in 10 Taß! i von Zante hier augefommener Schiffer berictet, ta, die uni so weniger verloren sein werden, als sie wissen nicht mit - welchem Grunde, daß die 120 Se innersten Verhältnisse der Gemeinde berührten, und

Gesinnungen eine ehrenwerthe Richtung zu geben

starfe türfische Flott“, an deren Bord ch. hrahim P Ms ' 9 ‘ignet waren. Nachdem in der Kirche durch das von

n der Muttergemeine zu Wichlingyhzujen- trennte, ist it zu 5600 Seelen herangewach]ea und ‘verdanft ihre istige Bildung, wie einen großen Theil ihres zeitli

imgezaugenen Pfarrers Bartels. Kreuznach, 22, October. Gestern ward auch der emeinde Bockenau ihr neu erbautes massives mit Schie-

dulgebáude, mic besondern Oekonomie - Räunien fü: ide Konfeisionen, feierlih übergeben. :

An einem Reben. Hüzel, am Aufange eines {dner fésenthales gegen Mittag gelegen, wird es nicht allein

i befriedigen, sondern dient auch der Gegend zu eier égezeichzeten Zierde, obschon es, ohne alle Verzierun- 1, blos dúrch die Schônheit der reinsten Verchälcuisse i tinzelni n Theile, das Auge auf sich zieht.

Vbgleich die Gesammtzahl der Kinder bis über 300 en, dort ohne Mangel an Raum zu finden, obgleich |Bauplaß zum Theil aus dem Berge gebrochen und 0 Theil ourch eine Unterstú6ungs Mauer erst gewon 1 werden mußte, werden dennoch die Kosten diejes h massiven |chônen Baues, mit allen H.us- und dul: Utensilien, 4000 Tolr. nur wenig übersteigen,

[ha seldst mie Landungscruppen befinden soll, in d

den Grundlagen des Christenrhunms liegen,

Wahrhett siegen, mwáchtigen Beistand, vollendet werde ;

e fiichliche Gemeine, - welche mit 2500 Gliedern si

jen Wohlstandes, den angestrengten Bemühungen des.

n gedecêtes ‘und mit gewödloten Kellern versehenes

i Bedürfnisse der Schule auf mehr als ein Jahrhun, |

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zwei Kindern gezogene Loos entschieden war, welche Abs

| cherung ‘dés Gebáudes, das etue Scheidewaid im Js

ne:n uud im Hofe in zwei ganz gletche Hälften tyei- let, einem jeden der beroen Lehrer zufallen joll, sprach der Pfarrer Fuchs den Segen, uad die ganze Verjamms- lung begab sih im Zuge an das noch vershlossene Ges- dáude, Hier sprach der Kreis Lindorarh ber die Vers anlassungen, denen die Gemeinde dieses treffliche” Ges bâáude zunächst verdanfe, Er suchte anichaulich zu mas hen, daß die Haupttriebfedern, die hier wirkiam gewes Jen, wie bei allem Guten und Schduen, auch schon in daß es der Glaube sei, die Hosfuung und die Liebe, die auch dieses Werk volldraht. Der Glaube námlich an die Nothwendigkeit einer forticreitenden moralischen Ausbildung, wozu auch die áußeren Mittel nicht fehs- len dürfen, der Glaube und die Hoffnung, daß díe und das gute Werk, unter des, Alle die Liebe, dis Alle bedürfen, da, ohne sle, weder die Familien noch die Gemeinden bestehen, da ohne sie die Schule weder im Innern noch âuße lich gedethen fônne, und selbst die Segnungen der Religion wükungslos seien ohne Liebes zur Wahrheit, ohne Nächstenliebe, :

Vor dem Einzuge ‘in das nun feierli erdffnete Ges báude sangen die Kinder beider Konfessionen gemeins shafelih das folgende Lied : :

Sich, Vater, deine Kinder treten - Jh dieses Haus mit ernstem Geist; Bernimm, wenn wir jese zu dic beten __. Den Dank; der deine Milde preij?c; Wie tegensrèeih, wie sounenklar Stelle heute deine Huld si dar!

Denn was bedeuten diese Räume? Was ruft uns der geschmüúckte O-t? Jor Kinder naht euch; keins verjáume Zu höôcen hier das edle Wort:

Wer nah Verstand und Tugend strebt, Der hat: hier aicht umsonst gelebt!

Nach diesem Kranze laßt uns trachten! Uns jorec zu bildóén, sei uns Pflicht! Der Tráäge ist nur zu verachten, Dort háugt die Frucht, er pflúckc sle nitz Wenn auch erst“ Kleines uns gelingt, Wir Übens, weil es Seegen bringt.

Wie wird sich dann der Lehrer freuen, Dex uns zu núßen nur begehrrc! : Stets wirst Du, Herr, die Kraft erneuen D: m, der da lernt und der da lehrt,

Und bald, in heitrer St1nèen Lauf Geht uns die volle Klarheit auf.

Hierauf nahwen Kinder und Lehrer Besiß von dem oveuen Gebäude, *) und die ersten erhielten, nach alcer Sitte, ein jedes ein W-eisbrod. Mit einer herzlichen Ermahnung an Lehrer und Kinder Úder ihre Pflichtei,- beschloß der Schul Jn1pecror Stanger die Feier dieses der Gemeinde so wichtigen Tages, jw

Der evangéli]she Schul Jn'pector, Superintendent Herrmaari , ward, zur Betrúubuiß aller Betheiligten, durch' Krankheit verhindert, dem Feste beizuwohnen,

*) Es sind \eit der Vereinigung mít Preußen. zehn Elemen- tarschulen,“ neue massive Gebäude, im Kreise Kreuznach übers wiefen, außer dem Königlichen- Gymnastum hier und den bôheren Bürgerschulen in Sobernheim und Kirn, die eben? falls. alle in großen soliden Gebäuden sich befinden. Heil einem Könige, der auf Jahrhunderte hinaus die Wohlfahrt seiner Völker so dauerhaft begründet !

R e IN M La Ls 124/75 85/210 ANME g. M p U T M rar gA-n “mne