1873 / 125 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Der bei der Aussteuer-Versicherung nah Tabelle VIIL. des neuen Geschäftsplanes (mit Prämien - Rü>gewähr) am 31. Dezember 1871 vorhandene Versichecungsbestand von 215 Polizen über 125,826 Thlr. Versicherungssumme, hob si<h bis zum 31. Dezember 1872 auf 416

olizen fiber 209,977 Thlr. Versicherungssumme gegen eine einmalige rämienzahlung von 844 Thlr. 23 Sgr. 11. Pf. und zur Jahres- prämie von 8401 Thlr. 22 Sgr. 6 Pf.

Der Bestand der Kinderversorgungskasse nah Tab.lle X. des alten Geschäftsplanes betrug am 31. Dezember 1871 1026- Polizen über 1578 Antheile, Ende 1872 959 Polizen mit 1481 Antheilen.

Der am 31. Dezember 1871 vorhandene Bestand der Renten- Versicherung von 37 Polizen über 7988 Thlr. jährlicher Rente haïite si< bis zum 31. Dezember. 1872 auf. 39 Polizen über 8427 Thlr. jährlicher Rente gehoben. : |

Unter den bei der Lebensversicherung Betheiligten war in dem betreffenden Geschä tsjahre eine Sterblichkeit von 223,7125 Personen mit 192,933,693 Thlr. Versicherungs-Summe zu erwarten. Es waren aber für 259 Todesfälle 204,093 Thlr. zu zahlen, demnach ergiebt sich, daß der Gesellschaft 35,2875 Personen mehr starben, au 11,159,307 Thlr. Versicherungs-Summe mehr fällig wurden, als die Rechnung erwarten ließ. i A

Auch bei der Begräbniß - Versicherung wurde die Sterblichkeits- erwartung überschritten. Es- starben 235 mit 14,625 Thlr. versichert gewesene Personen, während eine Sterblichkeit von 200,2184 Personen mit 12,140,265 Thlr. Verficherungssumme zu erwarten war. Es hat also eine Ueberschreitung der Sterblichkeitserwartung um 34,7816 Per- sonen und 2484,785 Thlr. Versicherungs]summe stattgefunden.

Schließlich is no< zu erwähnen, daß dié Gelder der Gesellschaft pupillaris< sicher angelegt werden und cin Verlust von dieser Seite bis jeßt nicht vorgekomen ist.

Verkehrs-Anstalten.

Nr. 41 der „Zeitung des Vereins Deutscher Eisen- bahn-Verwaltungen“ hat folgenden Inhalt: Berlin-Anhaltisch- Eisenbahn (Geschäftsbericht pro 1872), Berlin-Hamburger Cisen- bahn (Geschäftsbericht pro 1872). Cottbus-Großenhainer Eisen- bahn. Unstrut-Eisenbahn - Gesellschaft. Pfälzische Eisenbahnen (Geschäftsberihr pro 1872). Perjonalnachrihten. Ausland: Frankreih. Eijenbahnkalender. Offizielle und Privat-Anzeigen. Verzeichniß überzähliger Güter.

München, 25. Mai. Die Bahnlinie von Nürnberg na < Crailsheim, welche etwas über 24 Stunden lang werden wird, ist nunmehr vollständig im Bau begriffen. Da sie eine Reihe von Thälern und Flüssen, nämlich die Redniß, Rezat, Altmühl, Sulzach, MWörniß und Jaxt mit den dazwischen liegenden, oft sehr bedeutenden Wasserscheiden quer zu überschreiten hat, werden die Bauarbeiten sehr bedeutend sein; do< hofft man den Vollendungstermin im Jahre 1874 einhalten zu können. Da Reisende aus Fürth nah Ansbach 2c. mit einem Umweg von 1,8 Stunde über Nürnberg fahren müßten, so wird eine Vizinalbahn nah der künftigen Station Gebersdorf gebaut werden, wofür ein sehr günstiges Terrain zu Gebote steht.

Konstanz, 24. Mai. Im hiesigen Bahnhofgebäude finden gegenwärtig Konferenzen badischer und {<weizeris<er B e- vollmächtigter wegen der Anschlüsse der Winterthurer Bahn statt. .

London, 25. Mai. Das unterseeis<he Kabel zwischen Madras und Penang, dessen Leitung kürzlih eine Unterbrehung erlitt, ist reparirt worden, wodurch die direkte Telegraphen-Verbindung i Europa und China, Java und Australien wieder herge- tellt ift.

Museum \<hlesis<her Alterthümer in Breslau.

Der Vorstand des Museums {<lesis<er Alterthümer in Breslau erläßt folgenden Aufruf : : : E

Schlesien besaß schon im vorigen Jahrhundert, früher als irgend ein andéres deutsches Land, umfangreiche, die Verhältnisse, Sitten und Gebräuche seiner Einwohner betreffende Sammlungen, von denen wir leider Nichts mehr haben, als hre Beschreibungen und Abbildungen, welche in den Werken il)rer einstigen Besißer, Kundmann in Breslau, Hermann in Massel und Volkmann in Liegniß, enthalten sind. Mit dem Verluste jener Sammlungen {wand au der Sinn für die Beachtung solcher

egenstände, welcher erst am Anfange des zweiten Dezenniums dieses Fahrhunderts dur Professor Dr. Büsching wieder hervorgerufen und mit außerordentlichem anerkennenswerthem Eifer benußt wurde, um eine ziemlich bedeutende Sammlung zu Stande zu bringen. Ein neuer Stillstand erfolgte mit seinem bereits 1829 erfolgten Tode, und sollte nit ein überaus. reiches und die Kultur únserer Provinz na< allen Rü>sichten behandelndes literarishes Material zu Grunde gehen, wel- hem man na< langer Mißachtung endlich anfing Beachtung zu {chenken, fo erschien die Bildung eines besonderen Vereines dringend nothwendig, der es fich zur Aufgabe machte, Alles zu sammeln, was zur Kulturgeschichte .unserer M von den vorhistorischen Zeiten bis zur Gegenwart irgend von Bedeutung is. Es erfolgte dies im Jahre 1858. Seitdem hat der Verein für das Museum sthlesischer Alter- thümer die er pee Thätigkeit nah allen Seiten hin entwi>elt.

Die Zahl der Mitglieder ijt von 218 im ersten Vierteljahre bis auf 700 gewachsen, welche durch ihre Beiträge von 1-—200 Thalern eine Jahreseinnahme von gegen 900 Thalern zu Stande bringen. Unter ihnen sind 40 Magistrate und Korporationen. Die Stadt Breslau zeichnet sich dur< die höchste Beitragssumme aus.

Die Sammlungen des Vereins haben si< von wenigen hunder Stü> in den ersten Monaten des Stiftungsjahres bis auf mehr als 6500 vermehrt, die Münzsammlung nngerechnet, welche allein 3600

lesishe Stü>e unter ca. 500 Nummern zahlt, und die nicht \{lesi- | en, welche si<h auf etwa 2000 belaufen. : i

Einen wesentlichen Bestandtheil des zu Breslau im Sandstift (dem Königlichen Bibliotheksgebäude) aufgestellten Museums bildet aber die von der Königlichen Universität im Jahre 1862 übernommene Sammlung, der Rest der von Büsching herstammenden. Zugänglich find die Sammlungen in der Regel nur im Sommer, und zwar täg- li< von 3—6 Uhr; für die Mitglieder des Vereins unentgeltlich.

In vier Ugen ne man das Ganze zu gruppiren versucht. Von etwa 500 Begräbnißstätten ME eine große Anzahl heidmscher Alterthümer, wie Todtenurnen, Gefäße aller Art, Waffen, Shmu>- sachen, Hausgeräth, Spielsachen von Thon, Stein, Erz und Eisen entlehnt, darunter hö<\t eigenthümliche und \{öône Gegeristände; die Gefäße allermeist von feiner, ges<ma>voller Form, die Bronzen (wie der Spiralbrustpanzer von Schweidniß, die Hammer von osenthal und die Armringe von Tscheidt bei Coje!) von trefflicher Arbeit.

Eine zweite Abtheilung bilden die kirhlichen Gegenstände: ganze Altäre, Bilder, Altargeräthe, Glasmalereien, Webereien, Stickereien, Mende: Kronleuchter. j B j

ie dritte Gruppe besteht aus ritterli<h militärischen Alterthü- mern: Rüstungen, i von der ältesten Form des 15, Jahrhun- derts bis in die neuere Zeit, Zweihänder, Trommeln, Armbrüste, Ka- tapulte, Tartarenwaffen, Sporen, Hellebarden, Jagdgewehre u. f. w.

Die vierte Abtheilung umfaßt die häuslichen Alterthümer : Mö- bel, musikalishe Instrumente, Bergmännisches, Tischgeräth, Glas- arbeiten, Schmu>zeuge, Kleidungsstü>ke, Spiele, S Ofen- On Maße, Bauliches, Handschriften, Siegel, Petschafte und Ab-

ildungen. | i

Die Vermehrung der Sammlungen beruht theilweise auf Ge- schenken (350 Geschenkgeber ¿ählt der leßte Katalog auf), theils ‘auf Erwerbungen aus der Vereinskasse. :

Auch Dru>tjachen mancherlei Art hat der Verein zunächst für die Mitglieder herausgegeben. Abgesehen von kleineren , gelegentlich er- schienenen erwähnen wir n e UN der Sammlungen , welcher, 178 Seiten stark, 1872 in zweiter Auslage zum Dru> befördert wurde. Jährlich zweimal läßt der Verein Berichte ausgeben (, Schlesiens Vor- eit" u. }. w.), jeder mehrere Bogen stark, mit je 2 Tafeln Abbil-

ungen, mehrfa< im Buntdru>, Berichte, welche fich über alle Theile der Alterthumskunde verbreiten; 18 solcher Hefte liegen vollendet vor. Namens des Verèins, allerdings auf Kosten eines Gönners der Sache,

Preise.

Aus dem Wolff'\<hen Telegraphen-Bureau.

Wien, Mittwoch, 28. Mai, Vormittags. Beim Finanz- Minister hat eine Konferenz stattgefunden, an welcher die Ver- treter der Kreditanstalt, der Bodenkreditansftalt, der Eskomptebank und der Anglobank, sowie Wodianer und Winterstein theilnahmeu. Die genannten Vertreter erklärten, wie die „Neue freie Presse“ meldet, daß die bisherigen Maßnahnien der Regierung, nämlih die Suspendirung der Bankakte und die Ab- verlangung der Roht ilanzen als das Zwe>entsprehendste anzu- schen seien, was die Regierung thun konnte. Bezüglich der von der Haute Finance vorzunehmenden Schritte fand der Plan am meisten Anklang, wona<h ein mit 30 bis 50 Millionen zu bildender Kreditverein Wechsel eskomptiren und Papiere faufen solle. Die Geldmittel für diesen Kreditverein - hätte die Nationalbaúk auf Grund von Wechseln des Kreditvereins zu beschaffen. Die „Neue freie Presse“ hält einen ihr von anderer Seite zugekommenen Plan für ersprießliher, wona - behufs der Ver- hinderung von Exekutionsverkäufen eine Art Garantie-Syndikat zur Uebernahme der exekutirenden Effekten zu bilden wäre. Das Blatt konstatirt, daß die einzelnen großen Institute no<h immer Einlagen zurü>weisen, so daß das in Wien momentan brach liegende Geld ohne. Uebertreibung auf 50 Millionen taxirt wer- den könne; auch sei die bisherige geringe Inanspru<hnahme der verfügbaren Geldmittel der Nationalbank höchst auffallend.

Als fest beschlossen bestätigt sich die Liquidation der Wie- ner Maklerbank, Industrialbank, Börsenwechslerbank (ni<t zu verwechseln mit Wiener Wechslerbank) und Börsenkreditbank.

Die Nachricht über die Einzahlungsforderung der österreichish- :

italienishen Bank wird dementirt.

Rom, Mittwoh, 28. Mai. Das „Giornale di Roma“ dementirt die Nachricht, daß der franzöfische Gesandte beim hie- gen Hofe, Fournier, seine Entlassung gegeben habe.

: Königliche Schauspiele.

Donnerstag, 29. Mai. Opernhaus. Mit aufgehobenem Schauspiel-Abonnement. - Faust. Dramatisches Gedicht in 6 Ab- theilungen von Goethe. Musik theils vom Fürsten Radziwill, theis von Lindpaintner. Anfang halb 7 Uhr. Kleine Preise.

Im Schauspielhause. (144. Abonnements - Vorstellung.) Maria und Magdalena. SYauspiel in 4 Akten von Paul Lindau. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise. i

Freitag, 30. Mai. Opernhaus. (128. Vorstellung.) Mignon. Oper in 3 Akten nah Goethe. Musik von Thomas. Ballet von Taglioni. Mignon : Frl. v. Bretfeld. A Frl. Lehmann. , Wilhelm Meister: Hr. Woworsky. Lothario: Hr. Schmidt. Laërtes: Hr. Salomon. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-

Im Schauspielhause. (145. Abonnements - Vorstellung.) Der Elephant. Lustspiel in 4 Aufzügen von G. von Moser. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise.

Die in den Königlichen Theatern gefundenen Gegenstände können von den Eigenthümern innerhalb 4 Wochen bei den Hauspolizei - Juspekloren Schewe (Opernhaus) und Hoff-

und nicht zur unentgeltlichen Abgabe für die Mitglieder bestimmt, find auch die „Fürstenbilder des Mittelalters“ von Dr. Luchs, ein ftarker Ouartband mit 47 Tafeln Abbildungen, herausgegeben worden. Sämmiliche Schriften find au< durch den Buchhandel zugänglich. Die Theilnahme Seitens des Publikums hat sih jedoh- bei all den Erfolgen, dessen sich der Verein rühmen fann, im Ganzen noch nicht als eine der wichtigen Sache entsprechende erwiesen. Hat diese si< au< des Protektorais Jhrer Kaiserlichen Hoheit der Frau Kron- prinzessin vou Preußen zu erfreuen und Fürsprache und Anerkennung bei der Generaldireftibn der Königlichen Museen in Berlin, bei den Königlichen Regierungen Schlesiens, wie bei den Magistraten der Pro-

vinz erfahren, fo fehlt do< noch viel, daß man die Unterstüßung und

O welche die für die. Geschichte der Provinz so wichtigen ammlungen beanspruchen dürfen, für genügend erachten könnte. Zwar würden diese hon in der gegenwärtigen Anzahl, in dem fkünftigen Provinzial - Museum für bildende Künste be- gen und hell aufgestellt, demselben zu ni<t geringer

ierde dienen; aber was würde fi< erst erreichen lassen, -

wenn die Theilnahme eine allgemeinere, eine lebhaftere wäre. Es ist daher vielleicht sogar als Pflicht für jeden Schlesier anzusehen, alles nah den oben angeführten Richtungen in das Museum Gehörige, dessen er sih aus irgend welhem Grunde entshlagen muß oder kann, demselben zuzuwenden, oder von Funden oder der Untersuchung no< bedürfenden Funden Nachricht zu geben, damit wir immer mehr in den Stand geseht werden, möglichst vollständige Beiträge zur Kultur- geschichte des fernen Ostens Deutschlands zu vereinigen und zur all- gemein belehrenden Anschauung zu bringen, , was bei weiterer Zer- splitterung, bei Abgabe des die Heimath Betreffenden an ferner lie- gende Orte, welche unsere Interessen in geringerem Grade theilen, nicht der Fall sein könnte.

In den Bereich der Kulturgeschichte gehören au< die wilden und die Hausthiere, mit denen der Mensch gelebt; daher die Reste dersel- ben, die in uranfänglichen Ablagerungen der Erde mit denen der Men- schen zugleich vorkommen, ein nicht geringes Interesse beanspruchen. In Anbetracht dessen hat die Museumsverwaltung diejenigen at der Art, welche bereits in ihrem Besiß sich befinden, zu einer besonde- ren Abtheilung für vorgeschi<tliche Alterthümer vereinigt, und sie bittet, auch diesem Theile der Sammlung die allgemeine Theilnahme zuzuwenden und dieselbe als den Centralpunkt vorgeschichtliher Funde Schlesiens fortan ansehen zu. wollen.

_ Anmeldungen zur Mitgliedschaft des Vereins sowie Zuwendungen, seien es Geschenke, seien es Käufe, und auch Berichte über neue Funde nimmt der unterzeichnete Vorstand, sowie jedes einzelne Mitglied des- selben entgegen.

Breslau, den 8. Mai 1873. Der Vorstand des Museums s<lesis<her Alterthümer:

Königlicher Kammerherr Graf Hoverden, Präses. Geh.-Rath

Professor Dé. Goeppert, Vizepräses. Staatsarchivar Professor

Dr. Grüuhagen. Vikariats - Amtsrath Knoblich. Rektor

Dr. Lu<s. Baurath Lüde>e. Professor Dr. Roßbach. Baron

Hugo v. Saurma-Jelt\<. Kaufmann Selbst herr, Schaß- meister Kaufmann R. Tißte.

Leipzig. In der diesjährigen Buch- und Kunst - Aus- sttellung im unteren Saale der Buchhändlerbörse, welche am 15. d. M. eröffnet wurde, ist England unter den ausländischen Firmen beson- ders rei vertreten, Das „Dr. J.“ nennt einige der hervorragendsten englischen Werke: The arctic regions with photographs taken on an arctic Expedition to greenland; by Will. Bradford (London, Sampson Low 2c.) The Terra cotta architecture of Italy von Gruner (London, John Murray) Chefs d'oeuvre of art and master pieces of engraving (London, Sampson Low 2c.) Iliustrations of China and its people (London, Thomson). Ein japanisch-englisches Wörterbu<h" von Dr. Hexburn, das Sanskrit - @lementdtbud; die Sanskrit - Anthologie, die Bibliotheka Indica (19 Hefte), Gram- matiken des Tamulischen, der Tulusprache, des Hindostani 2c. Das Morgenland if überhaupt besonder2 vertreten durch verschiedene Schriften g: B. durch eine Ausgabe des Korans), namentlih durch geographische und kulturhistorishe und spraclihe. Dazu gehört 3: B. das Buch: Orientalische uud linguistishe Studien (N-w-York 1873).

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meister (Schauspielhaus) in Empfang genommen werden. Erfolgt die Zurü>forderung der betreffenden Sachen in der angegebenen * Frist nicht, so werden dieselben den Findern ohne Weiteres ausgehändigt.

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‘E | | | | állgemene #2 Bar. | Abw Temp. | Abw_ As g ; El Ort. | | | | Wind Biminels- zl P: L.! v.M. R. | Ÿ. M. | ansIicht. 27. Mai. 7 Constantin. |338,0/ | 11,8} |N., lebhast, [bedeckt. !) 28. Mai. tet N -! DA —- (S En x feedp A Christians. (337,4 | 42 | mäss. [wenig bewölkt. 7|Hernösand ./338,0| | 46| 0, schwach. halb heiter. A. 450 —_— | S E dpmbac etersburg 337,7 | |— s . heiter. 7 Stockkolia i, 337,5 e A 8,0 |[80., mäss. [halb heiter. 7|8kudesnäs ./338,3| | 7,2 |NW,, lebh. |bewölkt. TiOxde...…... 337,0 | 7,4 |NNW., schw. halb heiter. 2 Oen -|—-—|— |— pa A 2) Helsingör..| | | | |NN0., schw. —3) 7|Moskau .… 329,4 | 7,4 |W, mässig. |bedeckt. 6|Memel .…. .1337,1|40,3) 7,4—1,3 0., schwach. wolkig. 7| Flensburg ./336,1| | 8,0 |N0., schw. fast heiter. 7 Königsberg 336,4 —0,5| 7,5 —2,3/0., schw. bedeckt. 6 Danzig. .….1335,9/—0,9| -7,5—2,0| zieml. heiter. 6|Putbus .…. "3343_—0,3 7,5 —1,7|NO0., mässig. |bedeckt. 4) 7|Kieler Haf./337,9 -— 7,5) |N0., mässig. \trübo. 5) 7\Cöslin .. ../335,5|—0,4!| 10,3: —0,1/0., schw. bedeckt. 6|Weserleuch./335,5| | 8,2 |N0. lebhaft. |trübe. 7 Mee. 339,0, R 6,7) [NNO0,, schw. trübe, Stettin .…..1335,4—1,2) 9,2—0,4/0., mäss. trübe. 7|Gröningen . 337,6) | 8,6! N, stille. [bewölkt. L a A es = NNO, beh. bedeckt. elder... , E R J S 8ChWach. Se 6|Berlia .….. 334,1|—1,5| 7,9 —2,2|NW., schw. |bedeckt. 6|Posen 333,31 —0,8| 8,0 —2,0/0, s, schw. |bedeckt, Regen. S|Münster .….1334,1/—0,3| 8,6 —0,5|SW., schw. |trübe, Regen. S|Torgau …. 332,8 —0,7| 8,4 —1,4/W,, lebhaft. heiter. ©) 6| Breslau ..1329,7/—2,0 8,2—2,1|W., schw. |bed., Regen. 7|Brüssel .….1336,8| | 9,3! —- |NW., mässig. Regen. GICOIA 2 335,0 4-0,4/ 9,0 —2,0 W., mässig. trübe. 6| Wiesbaden .331,9/ | 8,0 W., s, schw. heiter.?) 6|Ratibor .…./326,2/—2,7 9,7 0,0 SW,, mäss, |Regen. 6|Trier ¿d 330,9 —0,6| 8,9 —1,1 SW., mäss. trübe, Regen. E O -— | E -— 2 sch. Es R et) 1939,11 10,8 No0.,, mäss. |trübe. 7\Carlsrube. 2322 | 94 SW. schw. |sehr bew 7|Paris . .…..338,9| | - 8,0 N. mässig. |bedeckt. 7/St. Mathieu/340,1| | 9,6| N. mässig. |bedeckt.

1) Gestern Regen bei starkem N. 2) Gestern Nachm. ONO. schwach. % Strom S. Gestern Nachm, S. schwach. Strom S. 4) Gestern Abend und Nachts Regen. 5) Seit gestern Mittag Regen. s) Gestern Regen, ?) Gestern Regen.

Zu den interessantesten französischen Werken gehören: L'art pour tous Recueil de tombeaux (Paris, Baudry), die heiligen Evangelisten (ein Prachtwerk) Traité élémentaire d'entomo- logie par Girard (Paris, Baillière) Concours d’Architecture, 40 Photographien na< Zeichnungen von Architekten (Paris, Baudry). Das Ausland ist ferner dur< folgende Werke vertreten: Die Silber- vase von Nikopol in der Kaiserlichen Eremitage (Petersburg, Hofbuch- handlung), Album de l'érémitage impérial (ein hö<st bedeutsames Werk), und Alterthümer von Kertsh (Petersburg). Bon deutschen Erzeugnissen ist das Feld der Photographien Vir zahlreich beseßt. Von Brü>mann (Berlin und München) : Galerie deutscher Dichter Darmstädter Galerie Galerie im Kaiserlich Königlichen Belvedère (Verlag von Miethke und Wawen in Wien) Rhododendronbilder aus den s{weizer Alpen italienifhe Landschaften Album der Komponisten. Photographien von Christmann (z. B. Stadt und Land). Hanfstängl (Schlacht von Salamis und der Triumphzug des Germanikus mit der Thusnelda, Kaulbahs Nero) u. A. Noch zu erwähnen sind: Photographien zu deutschen Volks- und Lieblingsliedern E eaS und Wallfahrtsbilder, Spibenbilder (Karl Mayex;, Nürnberg). Auf dem Gebiete der Kupferstiche, Holzschnitte 2c. : Wien im Weltausstellungs- jahre (Hölzels Kunstanstalt in Wien), Museum der mode: nen Kunst- industrie, ein Handbuch mit Vorlagen für Sndustrielle aller Zweige (Bro>haus, Leipzig) Shakespeare-Galerie, Charaktere und Scenen aus den Dramen Shakespeares (Brockhaus). Reisen in die Phi- lippinen mit Abbildungen, Holzschnitten (Weidmannsche Buchhandlung in Berlin), Plan von Wien (Manzsche Buchhandlung in Wien). Rubens' Ildefonso Altar, radirt von Unger. Hierzu kommt das Prachlwerk: Krönung Ihrer Majestäten des Kö- nigs Wilhelm und der Königin Augusta zu Königsberg 1861, welches 146 Bogen Text und 26 Jllustrationen , olzschnitte, Photo- graphien 2c. enthält (R. v. Deer, Berlin); und: Aus deutschen Bergen, ein Gedenkbuh an das bayerische Gebirge und Salzkammergut mit Holzichnitten (Stuttgart, Kröner). Ferner sind ausgestellt : Holzschnitt- proben von Brendamour in Düsseldorf und Ferd. Tegetmcyer in Leipzig; Chromolithographien von Gerold u. A.; lithographirte Pläne zum deutsch-französishen Kriege (Greve in Berlin); ein Stahlstich: Bismar>, von Merkel in Leipzig; Kupferstihe von Sachse u. Co. in Berlin: unveränderliche Lichtdru>bilder von Römler und Jonas in Dresden, Japan und seine Bewohner von Wilh. Heine in Dresden. Beachtung verdienen besonders die gelungenen Oeldru>bilder von Gerold, Hölzel, Siller und Zoller, die Farbendru>gemälde von Winkelmann und Söhne. Ueberschauen wir nun no< die Werke für Kunst und

Industrie, sowie die Lehrmittel, so tritt uns au< da manches zeit-

gemäße und praktis<e Werk entgegen. Als Prachtwerke find zu nennen: Zahn, Ornamente aller flasfishen Kunstepochen (D. Reimer) Ornamentale Werke der italienischen Renaissance vom Bildhauer Hauptmann (Dresden, Gilbers) Atlas zur allgemeinen Bau- zeitung (Waldheim in Wien). Lehrmittel haben wieder reichli< ein-

geliefert: Reimer in Berlin (Erdglobus, Riefenglobus, physikalische

Wandkarten, Wandkarte zur mathematischen Geographie 2c.), Schott in Berlin (Globen) , Schreiber in Eßlingen (große naturwissenschaft- lihe Wandtafeln mit Bergen, Seen 2c), das geographische Institut in Weimar (großer Handatlas von Kiepert) und Stahel in Würz- burg. Von dem Lebtern find eine ganze Reihe interessanter Lehrmittel ausgestellt, von denen wir nur einige anführen: Demonstrationstafeln zu Vorlesungen über Botanik allerhand Rechenapparate, Rechen- maschinen (russische, chinesische 2c.), physikalishe Apparate, Lesekästen, botanishe Wandtafeln für den Anschauungsunterricht, Telegraphen, Gewichte 2c. 2c. Schließlich ist no< auf die reich ausgestatteten Ju- gend- und Volksschriften von O. Spamer (Leipzig), Alfred Oehmigke und auf die Buchbinderarbeiten von Fribsche, Herzog 2c. hinzuweisen.

Redaktion und Rendantur: S<wieger.

Berlin, Verlag der Expedition (Kessel). Dru>: H. Heibers. Drei Beilagen (eins{ließli< der Börsen-Beilage).

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußi

¿ 125.

Erste Beilage

Mittwoch, den 28, Mai

schen Staats-Anzeiger.

18783.

C RICAMOU M I ‘ai C E R inanz-Ministerium. C Zusammenstellung der am 1. April 1873 dur< die Provinzial-Rentenbanken erzielten Resultate. Am 1. April 1873 find an Renten übernommen: Die Berechtigten O dafür Abfindungen Die aen A deo aiiee ausge- Die Kapitalien, welche von Bezeichnung ¿U °%%o des Betrages der Ablösungs- loosten, den Pflichtigen mit dem vollen Rente überhaupt Kapitali en sind am 18fachen Betrage der Rente s d an an Summa bis zum E baar M A aaten Le s | enten zu °%0 : ; ) M zahlt find und wofür die S T ib des Betrages voller sämmtlicher l. April 1873 | fäsligen [Berechtigten die Abfindung in 2 Nentenbank-Direktion ahe E der vollen Rent Rent gekündigt E Renten- | Rentenbriefen gewählt haben, S gs 2 Staats-Kasfse| Pflichtigen Rente U euen eingezay briefe betragen 2 betragen en : Bur: Krfl Do: $4 Pu: rf Pu S) Per url Pur | Pur Gr 1f| Per Su pf) Per Su pfl Fur Dur S E O e iere |—|— 1,226/14 1,22614—| [|— 1,226 /14|— 27,029 229/24 ot 27,254/24| 51 16,402/12 9 76,390 Ns Breslau E e A 29|—| 9 11,024/13 1105313! 9 # 11,053/13| 9 245,195 437|12| 25 245,632/12| 25 19,059/16! 1 172,975 580 [15 Sl 2 O a R r ea S [—|— 227/20 22720—| |— 227/20 4,990 69| 7| 97 5,059| 7| 97 1,856 —| 3 34,375 4 Magdeburg und zwar: I | | | aus der Provinz Sachsen. | |—|— 510 13 51013—| |— 51013/—| 11,22] 117/28104| 1134228108 11479110 7| 66,700 ly aus der Provinz Hannover . 288/27|— |— 288/27 334| 5 623| 2/—| 13,095 8/10|— 13,103 10|— E 660 5,778 |— 4 Mane A l auft 61/13 61/13 -- |— I: 136001 | 57 1,365 5| 7 9,151/26| 4 57,240 es [i 6 y osen E S 1,895/10 1,895/10/— 11/24 1,907| 4 42,275 7915| 63 42,354/15| 63 5,693| 611 68,815 f Pas E E 2,438/15 2,4381158! |— 2,438/159|— 54,055 133/26 8 54,188 26| 8 __14,687/18| 3 45,650j Ï s Summa 317/27| 9 17,384| 8 17,702| 5| 9 345/29 18,048] 4| 91 399,225| 1,076[11| 15] 400,301/11| 13 78,330| 1|— 522,765 6,398 [15 Hierzu die in den früheren Ter- | I | minen von den Rentenbanken über- | nommenen Renten und die dafür ) | A ausgefertigten Rentenbriefe . . . .|397,721|14/ 31 3,136,194/20 3,533,916| 4/ 31 311,688/25] 3,845,604/29| 384,665,445 99,801/14 584,765,246 14! 5% 2,540,106 /24/10j 13,900,510 7,953,462 e ; Zusammen | 398,039 12/—[ 8,153,578/28| 3,551,618/10 —| 312,034 24] 3,863,653) 4— 85,064,670] 100,877 25) 7 [85,165,547 25 7 | 2,618,436 25/10] 14,423,275 7,959,820 T5 Außerdem sind an Renten über- | | nommen und haben die Bere- | | tigten dafür in Schuldverschrei- bungen erhalten: | a. yon der Paderbornschen Til- | | QUNGSIG E i aue |—|— |— —_ |——t [— 81,046/26| 2] 2,030,000} 2,978/20| 5 2,032,978 20| 5 | / 296,889, 6| 8} 1,387,100 |— b. von der Eichsfeld)chen Til- | | | Qungeta e a aa A —_— |—— —_ |— j |— 42,973 2.10] 1,145,915 |—|[— | 1,145,915|—|— 78,495 9/ 3 308,440 A Üeberbant [398030 12 —[ 3,153,078 28] 3,991,618 10 [312,031 4 3,987,673 3/—188,240,585[ 103,856/16— 188,344,441 16 | 2,993,521 11 9 16,118,551 7,959,520 T5

Yersonal- Veränderungen in der Armee.

Offiziere, Portepee-Fähuriche 2c.

A. Ernennungen, Beförderungen und Verseßungen.

Den 17. Mai 1873. Tes, Zeug-Feldw. von der Geshüß- E _zum Zeug-Lt. befördert. v. Braunschweig, Sec. Lt. a. D., früher im Rheia. Drag. Regt. Nr. 5, bei der Kay. des 2 Bats. (Cöslin) 2. Pomm. Landw. Regts. Nr. 9 einrangirt.

Den 20. Mai 1873. v. Kal>reuth, Sec. Lt. von der Ref. des 1. Brandenburg. Drag. Regts. Nr. 2, früher Sec. Lt. in diesen Regt., in demselben wieder angestellt. Gablenz, Hauptm. von der Garde-Landw. Art., zur Dienstl. als Vorstand der Depot Verwaltung des Cisenbahn-Bats. kommandirt.

B. Abschiedsbewilligungen x.

_ Den 17. Mai 1873, Nü>les, Zeug-Pr. Lt. vom Art. Depot in Mainz, mit Pens. und seiner bisherigen Unif., der b- schied bewilligt. Czerwinski, Pr. U. von der Inf. des 1. Bats. (Riesenburg) 7. Ostpreuß. Landw. Regts. Nr. 44, mit der Landwehr- Armee-Unif., der Abschied bewilligt. v. Schedlin-Czarlins ki, Sec. Lt. vom See Ulan. Regt. Nr. 1, als temporär ganzinva- lide mit Pens. und der Regts. Unif., unter dem geseßlichen Borbehalt audgelieven. Kühne, f Lt. von der Inf. des 2, Bats. (Schweid=- niß) 2. Schles. Landw. Regts. Nr. 11, mit der Landw. Armee-Unif. der Abschied bewilligt. Freymark, Rittm. a. D,, früher Esc. Chef im 2. Schles. Hus. Regt. Nr. 6, der Char. als Major verliehen.

_ Den 20. Mai 1873. Mocewes, Major a. D., zuleßt im Niederschle. Fuß-Art. Regt. Nr. 5 und Artill. Offiz. vom Plaß in Glogau, unter Verleihung des Charakters als Oberst-Lt., in die Ka- tegorie der zur Disp. gestellten Offiziere verseßt. Jungermann, Sec. Lt. vom 2. Nass. Inf. Regt. Nr. 88, mit Pens. nebst Ausficht auf Anstellung im Civiltienst und der Regts. Unif., Brenne>e, Sec. Lt. von der Res. des Schles. Pion, Bats. Nr. 6, mit Pens. und der Landw. Armee-Unif., Haberland, Pr. Lt. vom 3. Garde-Land- wehr-Regt. mit Pens. nebst Ausficht auf Anstellung im Civildienst und der Landw. Armee-Unif., der Abschied bewilligt.

4 Bekanntmachung. i

Während der diesjährigen Badesaison in Bad Rehburg vom 1, Juni bis ultimo August c. werden zwischen Wunstorf-Bahnhof und Bad Rehburg täglich vier Personenposten mit nachstehendem Gange coursiren : 5

Von Wunstorf-Bahnhof na<h Bad. Rehburg: a. um 9.30 Uhr Vorm. im Anschluß an die Eisenbahnzüge von Minden na< Hannover, von Hannover na< Minden, von Hannover nah Bremen und von Bremen na< Hannover in Wunstorf-Bahnhof um 8. 23 Uhr, 8.9 Uhr, 8.5 Uhr und 9.1 Uhr Vorm.z; þ. um 2. Uhr Nachm. im Anschluß an die Eisenbahnzüge von Hannover na< Bremen, von Bremen na< Hannover, von O lgove na< Min- den und von Minden na< Hannover, in S um 2.5 Ubr, 1.3 Uhr, 12.55 Uhx, 1. 43 Uhr und 1. 24 Uhr ahm. ; c. um 5.45 Uhr Nachm. im Anschluß an die Eisenbahnzüge aus Hanno- ver na< Bremen und aus Minden na< Hannover, in Wunstorf- Bahnhof um 5.31 Uhr und 4.9 Uhr Nachm. ; d. um 8 Uhr Abends im Anschluß an die Eisenbahnzüge aus Hannover nah Bre- men, aus Bremen nach Hannover, aus Hannover nah Minden und aus Minden na< Hannover, in Wunstorf-Bahnhof um 6. 53 Uhr, 7.31 Uhr, 7. 15 Uhr und 6. 37 Uhr Abends.

Von Bad Rehburg na < Wuüstorf-Bahnhof: a. um 9. 39 Uhr Vorm. in Wunstorf-Bahnhof um 7.45 Uhr Vorm. im Anschluß an die Eisenbahnzüge von Hannover nah Bremen, von Bremen na< Hannover, von Gange na< Minden und von Min- den na< Hannover, aus Wunstorf-Bahnhof um 9. 1 Uhr, 8. 5 Uhr,

.- 8.15 Uhr und 8. 33 Uhr Vormittags; b. um 10. 15 Uhr Vorm. in

Wunstorf-Bahnhof um 12. 25 Uhr Nachm. im Anschluß an die Eisenbahnzüge von Hannover na< Bremen, von Bremen na< Han- nover, von Hannover na< Minden und von Minden nah Hannover, aus Wunstorf-Bahnhof um 2. 5 Uhr, 1.3 Uhr, 1.3 Uhr, 1.47 Uhr und 1, 27 Uhr Nachm. ; c. um 4. 15 Uhr Nahm. in Wunstorf-Bahn- hof, um 6. 25 Uhr Nachm. im Anschluß an die Eisenbahnzüge von Hannover nah Bremen, von Bremen nah Hannover, von Hannover nah Minden und von Minden nach Hannover, aus Wunstorf-Bahnhof um 6. 53 Uhr, 7. 31 Uhr, 7. 28 Uhr und 6. 47 Uhr Abds.; d. um 7.45 Uhr Abds., in Wunstorf-Bahnhof um 9. 55 Uhr Abds., im An- {luß an die Eisenbahnzüge von Minden na< Hannover und von

annover na< Minden, aus Wunstorf-Bahnhof um 10. 32 Uhr und 1.15 Uhr Abends. Die Fahrt zwischen Wunstorf-Bahnbof und Bad Rehburg wird in 2 Stunden 10 Minuten zurü>gelegt. Das Personen- geld beträgt für die Tour pro Perfon 17 Sgr., Beichaisen und Neben- wagen werden fowohl in Wunstorf-Bahnhof, als auß in Bad Reh- burg na< Bedürfniß gestellt.

Hannover, den 20. Mai 1873.

Der Kaiserliche Ober-Postdirektor. : / Schiffmann.

Neichstags - Angelegenheiten.

Berlin, 28. Mai. In der gestrigen Sizung des Reich s- tags leitete der Bundesbevollmächtigte General - Postdirektor Stephan die Diskussion über den Postvertrag zwischen Deutsch- land und Italien wie folgt ein :

Meine Herren! Wenn wir uns um etwa 15 Jahre im Geiste zurü>verseben, so finden wir auf der apenninischen Halbinsel acht Post- verwaltungen und in Deutschland deren se<hszehn, jede mit der vollen Autonomie der internen Geseßgebung und der Ausübung völkerrecht- licher Befugnisse. Die naturgemäße Folge dieses Zustandes war ein buntes Gewirr in den Tarifen, eine große Vers iedenheit in den Ge- wichts\äßen und eine unglaubliche Vielgestaltigkeit in den Transit- bestimmungen / und Speditionsverhältnissen. Wenn man im Jahre 1858 einen Brief im Gewicht von etwa 15 Gramm (dem heutigen ein- fachen Briefgewicht) von hier nah Neapel zu shi>en hatte, so kostete dieser an Brxiefporto 13 Sgr., wel<her Betrag in aliquote Theile zerfiel, auf deren jeden wieder eine andere Gewichtsprogression An- wendung fand. Es wäre aber eine Illufion gewesen, anzunehmen, daß diejer Brief nun wirklich bis zu seinem Bestimmungsort frei von Moris gefommen wäre. “Im Gegentheil; es*wurde im Beftimmungs- ande no< ein weiteres Porto vom Adressaten erhoben, welches für den Absender meist eine unbekannte Größe blieb. Die Berechnung einer Zeitungsfendung von einigen Lothen Gewicht von Leipzig nach Palermo war so vereinzelt, daß man fast s{<neller mit einer kübischen Gleichung fertig wurde; und ih hege die Ueberzeugung, daß die Tare für fast die Hälfte aller Sendungen im Verkehr mit Jtalien damals nah den Prinzipien der Wahrscheinlichkeitsre<nung ermittelt worden ist. Das no< Bedenklichere in den Verhältnissen lag aber darin, daß wir in unseren Beziehungen vollständig abhängig waren von der Tutelarstellung, welche die Postverwaltungen von Oesterreich und Frankreich in Hinsicht auf den Verkehr mit Jtalien eingenommen hatten. Diesem Umstande war es &ispiel8neise zu danken, daß nicht nur während einer gewissen Zeit, sondern Jahre lang, die Briefe aus Berlin nah Rom am Besten über p und Marseille und die Briefe aus Cöln nah Neapel am Besten über Prag und Wien ihren Lauf nahmen, und daß an gewi sen Tagen, je nachdem es dem Absender paßte, entweder den Vortheil des größeren Gewichts zu benußen, oder den Brief nicht ganz zu frankiren u. st. w., gerade die umgekehrte Spedition die entsprehendste war. Nun, meine Herren, der Reiz der Mannigfaltigkeit, der öfter dem kleinstaatlichen Leben nach- gerühmt wird, war hier in der That im vollsten Maße vorhanden, nur daß man unwillkücli<h an die Definition der Aesthetik erinnert wird, daß einen Faktor des Reizes das Schauerliche ausmacht. Die Verwi>elungen und Unsicherheiten waren beispiellos und die Folgen für die Wahrnehmung des Dienstes bei den einzelnen Postanstalten kann man si< ohne besondere Anstrengung der Phantasie vergegen- wärtigen. Wie stellen si< dem gegenüber jeßt die Zustände dar? Wir haben direkte Beziehungen zur apenninishen Halbinsel, wir find in unmittelbarem Austaus<h mit der Königlich italienischen Postver- waltung, unabhängig von Verträgen zwischénliegender Staaten und von den Maßregeln der intermediären Postverwaltungen. Wir benußen die Wege, welche die snellsten find und die uns sämmtlich zu Gebote stehen; wir versehen einen Brief mit einer Reichspostinarke von 24 Sgr. und der Brief geht vollständig frei von Memel bis ‘Agrigent! Diese thatsächli<hen Resultate der er- langten Einheit diesseits und jenseits der Alpen find für Jedermann zu greifbar, als daß mein \{<waches Wort hier no< irgend Etwas inzu seßen könnte, und ih {ließe daher mit dem Wunsche, daß es dem Hohen Hause gefallen möge, dem vorliegenden Akte, welcher diese Resultate besiegelt, eine Genehmigung zu ertheilen.

Nah dem Abg. Schmidt (Stettin) erklärte der General- Postdirektor : G __ Meine Herren! Der Herr Vorredner hat mit der ihm auf die- sem Gebiete eigenen Sachkenntniß genau diejenigen Länder bezeichnet, für welche no< ein höherer Portosaß als dek von 23 Sgr. besteht. In Beziehung auf Rußland wird vor der Hand ein weiterer wort: schritt nicht zu machen Vin, indem dort im Junnern noch der Saß von 3 Sgr. besteht und man füglich nicht verlangen kann, daß ein Staat für den internationalen Austaush einen niedrigeren Saß ein- führe, als für seinen eigenen internen Verkehr. Jn dem Vertrage mit Frankreich ist bereits eine Klausel enthalten, wel<he in Ausficht nimmt, zu der Taxe von Sgr. überzugehen. In Folge dessen ist auch bereits, nahdem vor einigen Tagen mit Italien der Postvertrag abgeschlossen worden ift, unsererseits an die französische Salis nad tung în diesem Sinne geschrieben. Der Erfolg steht freili< noch dahin. Dagegen ist in den Verträgen mit Spanien und Portugal eine ganz bestimmte, bindende Klansel enthalten, wona< no< im Laufe dieses Sahres spätestens bis zum 1. Januar 1874 der Portosaß von 27 Sgr. au< im Verkehr mit der pyrenäishen Halbinsel ein- geführt werden soll. Es ist nun ebenfalls nah dem Abschlusse des italieniïhen . Vertrages sofort an die beiden Poftverwaltungen ge- schrieben und sind dieselben ersucht worden, sih damit einverstanden zu erklären, daß der ermäßigte Portosaß bereits vom 1, Oktober ab în

Kraft trete. Es bleibt alsdann im europäischen Postsystem nur no< ein Vertrag mit Griechenland übrig, mit welchem Lande die Kaiser- lich Königliche osterreihis<-ungarishe Postverwaltung die Vermittlung übernimmt. Nach einer hierher gelangten Mittheilung derfelben ist sie auch bereits in bezüglichen Vertragsunterhandlungen begriffen, fo daß in Aussicht steht, es werden demnächst auch Attika und der Pelo- ponnes in das Gebiet der neueren europäischen Postverkehrs-Gemein- schaft mit eingeschlossen werden.

Jn der allgemeinen Berathung des Reichshaushalts= Etats für 1874 äußerte der Abg. Lasker u. A., der Reichs= kanzler habe einmal gesagt, daß er im Jahre 1867 rü>sichtlih der Bundesverfassung nöthigenfalls no< viel mehr zugestanden hätte, aber er (Abg. Lasker) glaube, daß Herr Richter mit Uns recht diese freimüthige Aeußerung als einen Wechsel betrachte, der den Aussteller binde.

Der Reichskanzler Fürs v. Bis mar> entgegnete hierauf :

Ich will nur eine kurze persönliche Bemerkung anticipiren, weil ih befürhte, wenn ih sie in einem späteren Stadium mache, nach der jeßigen Lage Ihrer Geschäftsordnung wieder die Veraulassung zu geben, daß eine Diskussion, die Sie {hon geschlossen, neu eröffnet werden würde. f

Der Herr Vorredner hat eine pen von mir gethane Aeuße- rung in einer Weise citirt, aus der vielleicht geschlossen werden könnte, es sei mir die Bundesverfassung bei ihrer Begründung nicht weit genug in der Richtung der heutigen Fortschrittspartei entwi>elt worden.

Ih möchte do< verhüten, daß diese Meinung sih festsebte. Wenn ih eine ähnliche Aeußerung gethan habe das kann ja in einem Privatgespräche leiht mißverstanden und erweitert werden so wird sie vermuthlich dahin gegangen sein, daß ih, um die Retichs- verfassung überhaupt zu Stande zu bringen, der Autonomie der ein- zelnen Regierungen, wenn es absolut nothwendig gewesen wäre, no< größere Opfer gebraht haben würde, in der Hoffnung, daß die Ver- fassung, nahdena sie einmal zu Stande gebracht wäre, im Sinne des Reiches von selbst sih weiter entwi>eln würde. Aber auf eine Be- reitwilligkeit, meinerseits dazu mitzuwirken, daß die Verfassung im Sinne der Fortschrittspartei weiter entwi>elt werde, darauf möchte ich allerdings bitten, keine Wechsel zu ziehen.

Demnächst nahm der Präsident des Reichskanzler - Amts, Staats-Minister Delbrü> mit Rücfsicht auf die Rede des Abg. Lasker das Wort: j |

Meine Herren! Jch erlaube mir nur wenige Bemerkungen, die si zunächst anknüpfen an den Eingang dessen, was der Herr Vot- redner gesprochen hat. Er hat am Eingange seiner Rede sih geäußert über die Stellung, welche die verbündeten Regierungen zu der Steuer- reform, inbesondere zu der Frage über die Aufhebung der Salzsteuer und den Ersaß dieser Steuer dur andere Abgaben genommen haben. Ich möchte zunächst, um die Thatsache rihtig zu stellen, daran er- innern, daß ih, als i< am 1. Mai v. J. im Namen der verbündeten Regierungen mich über die Frage ausgesprochen, gesagt habe: die ver- bündeten Regierungen sind der Meinung, daß die Aufhebung der Salz- steuer und zwar die völlige es handelte sih damals um die Crmäßigung auf die Hälfte Gegenstand ihrer ernstesten und möglichst zu beshleuni- genden Erwägung werde sein müssen. Ich habe nicht gesagt und konnte nit sagen, denn es würde den im Bundesrath obwaltenden Ansichten widersprochen haben, daß die verbündeten Regierungen entschlossen eien, die Salzsteuer aufzuheben. Die verbündeten Regierungen habea die damals zugesagte Erwägung eintreten lassen, und bevor ih auf das Ergebniß mit einigen Worten cingehe, möchte ih nur erwähnen, daß bereits seit mehreren Tagen einc dies;allsige Mittheilung des Herrn Reichskanzlers, auf Grund der 1m Bundesrathe gefaßten Beschlüsse, in den Händen Jhres Herrn Präsidenten ist, welche si< vermuthli<h in Ihren Pete, hon befinden würde, wenn nicht die Anlagen dieser Mittheilung etwas umfangreich wären, und die Vorlage etwas Zeit im Dru> erfordert haben würde. Fch erwähne dieses, weil der Herr Vorredner einen Mangel an Rü>- icht für das Haus darin gefunden hat, -daß dem leßteren bisher eine Mittheilung in dieser iGGgen Frage noch nicht zugegangen sei. :

Wenn ih nun auf. die Sache selbst eingehe, jo will i< mich auf die Hönftatipung der Thatsachen beschränken. Die verbündeten Regie- rungen haben eine Kommission niedergeseßt, welche fih mit der Frage beschäftigen sollte, welhe Steuern im Falle der Aufhebung der, alz- steuer an deren Stelle zu treten haben würde. Daß die verbündeten Regierungen die Salzsteaer nicht aufheben würden, ohne sie durch an- dere Steuern erseßt zu len habe i< am 1. Mai v. I. ebenfalls bestimmt auszusprehen gehabt. Die von den verbündeten Regierun- gen niedergeseßte Kommission hat fih der ihr gestellten Aufgabe unter- zogen, sie hat zwei Entwürfe ausgearbeitet, den Einen für eine an- derweitige Besteuerung des inländishen Tabaks in Verbindung mit einer Erhöhung des Zolles vom ausländischen Tabak, einen zweiten Entwurf in Beziehung auf eine Besteuerung gewi}}er Geschäfte dur Stempel. Es waren dies Arbeiten einer von dem Bundesrathe nieder- geseßten Kommission, welche nah der Natur der Sache dem Beschluß