1873 / 134 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

en Kenntniß, daß dem König- ch Röhr“ von uns die Konzession Als folcher hat derselbe seinen

Mir bringen hiermit zu lichen Markscheider a. als Markscheider ert MWohnsiß in Weißenfels genommen.

Halle, den 4. S

heilt worden ist.

Königliches Ober-Bergamt.

Der Vorschrlft gemäß wird hie Marscheider

unterm 26. : von Markscheiderarbei theilt worden ist, un uommen hat.

rdurch bekannt gemacht, daß dem Prüfung von uns ndigen Verrichtung gischen Staates er- ÿ in Tarnowiß ge-

ch bestandener ai d. J. die Konzession zur selbstà ten für das Gebiet des preu d daß derselbe seinen Wohnfi

den 4. Juni 1873. Königliches Ober-Bergamt.

Probenummer der All-

iegt di e) n Blatte liegt die (erste; Fe Deutschen Reichs-

Dem heutige loosungs - Tabelle

gemeinen Ver Ó und Königlich Preußischen Staats-Anzeigers

Nichtamtliches.

Deutsches Neid:

Se. Majestät der ern die Vorträge des Mili- d des Ministers des König- n Fürsten-Reichs- Mittags machten

nd König nahmen ge der Hofma n und emp

Kaiser u tär-Kabinets, lichen Hauses entgege ler, sowie den C Majestät, wie tägl _—“ Se. Königliche Hohei: Berlin am Freitag wieder in Frankenstein einge chloß Camenz begeben.

r\{chälle un fingen heute de hef des Civil-Kabinets. ih eine Spazierfahrt.

t der Prinz Albrecht, eder verlassen hat, if vor-

öchstwelcher troffen und hat Sich

gestern über Liegniß in von dort sofort nah S

t des verewig-

_ gie Leiche Sr. Königlichen Hohei Die Leiche Sr. Königlichen H9h en Nacht auf

dalbert traf in der vergangen r ein und wurde sofort un

lter Bahnhof hie illeri halter Bahnhof h Zügen der reitenden Garde-Artillerie

forte von zwei

tärisher Es 1 A tunde des Doms übergeführt.

nah der Ro

ndesraths am

der 28. Plenarsizung des Bu e dea u gg ats-Minister

Sonnabend, den 7. Juni cr., Delbrück den Vorsiß füh des Präsidenten des Reichstags zu den die Registrirung un Postvertrag mit

Ferner wur O der Vorlagen des Präsidium Gesehes wegen Ab Ordnung,

[her der Sta wurden mitgetheilt die Schreiben stags, betreffend - die Beschlüsse des sezentwürfen über die Kriegsleistungen ; d Bezeichnung der Kauffahrteischiffe und den

châftlihe Behandlung a. den Entwurf eines iniger Bestimmungen der Gewerbe- zur Herstellung eines Reichstags- Gesetzes, betreffend die Abän- d, den Antrag Preußens, betref- er die Bestrafung der K ftlihen Arbeitgeber

Schweden. de beschlossen, über die ges s, betreffend :

Geldmittel c. den Entwurf eines Reichstagswahlkreisen, ntwurf eines Gesetzes üb nd- und forstwirthscha den Antrag Bayerns, betreffend den Ent- Einführung des Geseßes über die und Wirthschaftsgenossen-

Derung von fend den E traktbrüchigkeit der la und Arbeitnehmer, e. ines Geseßes wegen chtlihe Stellung der Erwerbs- {haften in Bayern.

Aus\chußberich Erhöhung der Pauschquanta und 1874, þb. den Na 1873, c. die Na{htrags- fonds und die verschie d. den Geseßentwurf wege den Etat für

te wurden erstattet über a. die Vorlage wegen der Militär-Verwaltung für 1873 Etat der Militär-Verwaltung für tats für die Verwaltung des Invaliden- denen Einnahmen für das Iahr 1873, n Feststellung des Nachtrags-Etats die Verwaltung des Invalidenfonds entwurf, betreffend die Geldmittel zur falien des Auswärtigen Amtes, g. eine es Eingangszolles für raffinirten

für 1873, e. für 1874, f. den Gesetz Erweiterung der Dienftlo Petition wegen Erhöhung d

ch wurde eine Eingabe vorgelegt.

_ Der Bundesrath, die Aus\{hü} sowie die vereinig

e für Iustizwesen ten Ausschüsse für für das Landheer und sen hielten heute Sihungen.

Sitzung am 7. d. M. gench- urf, betreffend den außer- darf für die Reichs-Eisenbahnen unter er Vorlage der Regierungen, bezüglich des im Uebrigen aber den dgetkommission gemäß, o daß aus den

Milliarden der französischen Kriegskosten- die bezeihneten Zwecke 35,019,587 Thaler davon im Jahre 1873 nicht 15 Millio- e verlangte, sondern nur 14 Millio- rden von den zur Vervollständi- rweiterung der Bahn- und Bahnhofs - Anlagen ge- Thaler einstweilen bis zur Feststellung der chlâge zunächst nur 5,204,350 Thaler bewilligt; ionen Thaler aber für eine später erfolgende d Bewilligung in Reserve gestellt. Reichsíag mit dem Gesehentwurf, betreffend der Einnahmen und Ausgaben des r Kommissarius des Reichskanzler-Amtes, Geh. Rath Dr. Michaelis (\. u. Reichstags-Angele- die unerläßlihste Vorarbeit bezeihnete, um zu des Reichs-Rechnungshofes zu ge- welche nur zu entscheiden e an eine Kommission verwiesen oder im n werden soll, standen \ih die Anträge der w und Lasker gegenüber, und der Abg. den dritten Vorschlag gesotdnung gänzlich abzu- Vorschlag wurde abgelehnt, der Antrag zu einer namentlihen Ab- igkeit des Hauses heraus- 91 Stimmen gegen die Verweisung Kommission abgegeben wurden. Die Z Uhr geschlossen und die nächste

Rechnungswesen, n und für Rechnungswesen,

izwese Aust! und für Rechnungswe

die Festungen Im weiteren Verlauf seiner

migte der Reichstag den Geseßentw

ordentlihen Geldbe Wiederherste Baues der Vorschlägen der Bu reservirten anderthal Entschädigung für

zur Verwendung gelangen, nen Thaler, wie die Vorlag und außerdem wu

Linie Lauterburg-Straßburg,

nen Thaler, gung und E forderten 7,704,390 Pläne und Kostenan} der Gan von Prüfung un schäftigte sich der die Verwaltung ches, den de Ober-Regierung enheiten) als einer Verst langen. Be hat, ob eine Vorla Plenum durchberathe Abgg. v. Wedell-Malchow 1 Dr. Windthorst (Meppcn) fügt inzu, den Gegenstan . Dieser lehtere f Abg. v. Wedell-Malhow füh Ftimmung, welche die Besch da 90 Stimmen für, der Vorlage an eine Sihung wurde daher um auf heut angeseßt.

In der heutigen (48.) Sißung des Reichstags, der ishe des Bundesrathes der Reichskanzler Fürst von Bis- -Minister von Roon, Delbrück, von Kameke t mehreren Kommissarien beiwohnten, wur- ende Gesezentwürse in dritter“ Berat erordentlihe Ausgaben für die Jahre 1873 und 1874zur.- der Lage der Unteroffiziere. Auf den Antrag des wurde unter Zustimmung des Staats-Ministeis von

Demnächst be-

ändigung bezüglich i der ersten Berathung,

e ihnen no d von der Ta

marck, die Staats-L und Dr. Fäuftle mi

ung genehmigt :

1) betr. auß Verbesserung Abg. Websky

Kameke in §. 2 der Ausdru, „Manquement“ durch „jeweilig ‘unbeseßte Stellen“ erseßt; 2) betr. die Erweiterung der Dienst- ebuude des Kriegs-Ministeriums U. \. w. unverändert nah den chlü}en der zweiten Berathung; 9) betr. den außerordent- lichen Geldbedarf für die Reichhs-Eisenbahnen. In diesem Gesegentwurf wurde auf den Antrag der Abgg, Elben, Lamey und Dr. Hammacher unter Zustimmung ves Kommissars des Bundesrathes, Wirkl. Geh. Ober-Regierungs-Rath Herzog als Lit. h. die Eisenbahnlinie von Mülhausen bis zur Rheinmitte in der Rihtung auf Mülheim mit 1,274,000. Thaler hinzu- gefügt, \so daß der gesamnite Geldbedarf die Höhe von 36,293,587 Thlr. errçiht. Alsdann trat der Reichstag in die zweite Be- rathung des Haushalts-Etats des Deutschen Reichs für das Iahr 1874 und genehmigte in rascher Folge bis Schluß des Blattes die Positionen 1—10 der Ausgaben des Etats des Reichskanzler-Amtes. Se. Majestät der Kaiser und König haben dem ehemaligen Bürgermeister von Dover, W. H. Payn daselbst, welcher Allerhöhstdemselben eine von ihm gefertigte, die Landung Sr. Majestät in Dover: im Iahre 1814 darstellende Skizze ein-

erciht hatte, nachstehende Antwort ertheilen lassen: pa E E “Berlin, den 26. Mai 1873. Auf die Eingabe vom 19. y. M. habe ich die Ehre, Ihnen im Allerhöchsten Auftrage mitzutheilen, daß Se. Majestat der Kaiser und König, mein Allergnädigster Herr, Sich mit Vergnügen nicht allein der im Jahre 1855 in Dover stattgehabten Begegnung mit Ihnen besinnen, sondern Sih auch sehr wohl jene Landung in Dover im Fahre 1814, welche auf dem von Jhnen überreichten Bilde dargestellt worden ist, in das Gedächtniß zurückriefen. Se. Majestät haken da- her dieses Bild, für wels Allerhöchstdieselben Jhnen den verbind- listen Dank aussprechen lassen, ‘mit besonderem Interesse entgegen- genommen und werden es als eine angenehme Ecinnerung an ein denk- würdiges Ereigniß aus frühster Jugendzeit stets bewahren. S Der Geheime Kabinetsrath Sr. Majestät des Deutschen Kaisers

und Königs von Preuten.

von Wilmowski.

An Mr. William H. Paya in Dover."

Heute Vormittag 9 Uhr fand auf dem Tempelhofer Felde die diesjährige Frühjahrsbesihtigung der Garde-Feld- Artillerie-Brigade, bestehend aus dem Garde-Feld-Artillerie- Regiment, Corps-Artillerie und dem Garde-Feld-Artillerie-Re- giment, Divisions-Artillerie, in Anwes enheit der bezüglihen Vor- geseßten statt.

.— Morgen Vormittag wird in Potsdam die diesjährige Frühjahrsbesihtigung des Garde-Husaren- und des 1. Garde-Ulanen-Regiments stattfinden.

Die provisorishe Feld-Abtheilung des Garde- Feld - Artillerie-Regiments, Corps-Artillerie, wird bis auf Weiteres in Oranienburg untergebracht werden.

Das 1. Bataillon des Königlich Bayerischen 2. Fuß-Artillerie-Regiments wird zum 1. Oktober cr. nach Mez verlegt und dem XV. Armee-Corps attachirt werden.

Der Erste Präsident des Kammergerihts, Wirklicher Geheimer Rath Dr. von Strampff, hat seine Inspektions- ‘reisen angetreten und fich zunächst nach Prenzlau begeben.

Der Oberst und Abtheilungs-Chef im Kriegs-Minisierium, Himpe, hat sich mit Urlaub auf kurze Zeit nah Schlesien be- geben. |

Der Major von Xylander vom Königlich bayerischen Generalstabe, welcher zum Stabe Sr. Kaiserlihen nnd Königlichen Hoheit des Kromprinzen fommandirt war, is nah München zu- rückgekehrt.

Der Betrieb der Thüringischen Cisenbahn, welher vor einiger Zeit N eine im Hausdorfer Einshnitte unweit Apolda stattgehabte umfangreiche Berg-

rutshung vorübergehend gestört wurde, war, seitdem auf den unmittelbar nach diesem Ereignisse zur Aus- führung gebrachten provisorischen Umgehungsgeleisen völlig regel- mäßig ausgeübt worden. Leider hat jedo ein Wolkenbruh am 6. d. M. Abends an der bezeichneten Stelle eine abermalige Unterbre- chung des Verkehrs herbeigeführt. In dem von Neuem ver-

\hütteten Einschnitte lagen die Geleise zum Theil im Wasser und mußte der Betrieb in der Nacht vom G2 Ut ale 0e M 901A eingestelt werden. Im

Laufe des lehteren Tages wurde derselbe für die Reisen- den mit Umsteigen an der Unfallstelle wieder aufgenommen. Zur Beseitigung der Störung is die Legung eines neuen Nothgeleises sofort in Angriff genommen und am 8. Nachmittags 3 Uhr vollendet worden.

Der Nacht\chnellzug aus Frankfurt a. M. ift am Sonnabend Nachmittag um 4 Uhr 35 Minuten hier ein- getroffen. Die Reisenden haben an der Stelle des Erdrutsches bei Apolda die Wagen verlassen und in cinen diesseits aufgestellten Zug einsteigen müssen.

Die fällige englische Post aus London den 7. früh über Cöln ift ausgeblieben.

Frankfurt a. O., 4. Juni. Der Ober-Präsident Frhr.

v. Nordenflycht veröffentlicht im Amtsblatt folgenden Ab- chied: [9 Nachdem Se. Majestät der König gerult haben, mich zum Ober- Präsidenten der Provinz Schlefien zu èrnennei, werde ih in den näh- iten Tagen mein hiesiges Amt niederlegen und meinen bisherigen Wir- fungsfreis verlassen. Jch vermag dies nicht, ohne einige Worte des Abschiedes an die Bewohner des Bezirks zu richten.

Fn sechsjähriger Amtsdauer habe ih meine shwachen Kräfte den Interessen dieses \{hönen Bezirkes, ih glaube versichern zu können, mit Hingebung gewidmet. Ich habe mich bestrebt, dem Lande in seinen Bedürfnissen nüßlich zu werden, den Bewohnern, wo ich darum ange-

angen wurde, die mir zu Gebote stehende Hülfe zu leihen, und wo Pont meine Entscheidung angerufen wurde, nah bestem Gewissen Ge- rechtigkeit zu üben. Das große Vertrauen, welches mir hierbei überall entgegengebracht wurde, hat mi glücklich gemacht, und die Behörden und Beamten, welche mir hierin so treu zur Seite gestanden, haben mich zum vollsten und wärmsten Danke verpflichtet. eine lebendige Theilnahme für das fernere Gedeihen dieses Bezirkes wird mich be- gleiten und die herzliche Freundlichkeit, welche ih jo vielfach darin er- fahren, werde ih niemals ver essen.

Frankfurt a. O., den 3. Zuni 1873.

Frhr. v. Nordenflycht.

Cöln, 8. Juni. Se. Majestät der Shah von Per- fien is gestern Abend 11 Uhr 10 Minuten von Essen, -wo Allerhöchstderselbe das Etablissement des Geheimen Kommerzien- Raths Krupp in Augenscheim nahm, hier eingetroffen. Als der Zug fih den Wällen von Deuß näherte, gaben, 1ie die „K. 3.“ mittheilt, die auf denselben postirten Kanonen eine Salve von 33 Schuß. Beim Einfahren des Zuges in die hiesige Central- station, auf welcher fi die Spigzen der Königlichen Behörden fowie die hierzu befohlenen Offiziercorps der hier stehenden Trup- pentheile zum Empfange des Hohen Gastes eingefunden hatten und als Ehrenwache eine Compagnie des 16. Infanterie-Regi-

das Gewehr präsentirt.

‘dem Spiel der Mufik der Schah nah

eshah “nohmals , “als

ause den

einer

24 vorhanden maren. vierspännigen, durch Postillone vom Sattel gefahrenen Wagen.

nach dem Absteigequartier des Hohen Reisenden, Schah wurde mit lebhaftem Zurufe begrüßt und erschien alsbald

und Militärbehörden.

Heute Vormittag blieb der Schah in Seinen Appartements, wo Ihm gegen 11 Uhr von der Kapelle des 40. Infanterie-Re- giments und dem Trompeter-Corps des Rheinischen Kürassier-

unternahm Se. Majestät mit einem Theile Seines Gefolges eine

Garten.

MWieshaden, 8. Juni. hier heute Nachmittag um 6# Uhr eingetroffen und im König- lichen Schlosse abgestiegen. die Spitzen der hiesigen Behörden am Bahnhof eingetroffen.

Frankfurt, 7. Iuni. Ihre Königliche Hoheit die

und im Englischen Hofe abgestiegen. Sigmaringen, 31. Mai.

vom 2. April 1873. | Bayern. München, 7. Juni. Prinz Leopold und

Monats zum Besuche nah Wien ‘begeben. Der Kaiser von Rußland,

5 Minuten weiter fahren. o Dur Königliche Allerhöchste Entshließung wird bestimmt,

na

Erziehungs- und Bildungsanstalt,

Redlichkeit gedient haben.

Mecklenburg. herzog die Großherzogin

Schwerin, 7. Iuni. und die Herzogin

Offiziere zur Verabschiedung eingefunden. Herrschaften gedenken, dem

Iuni, in Wien einzutreffen.

„Meine Herren!

neue Formen für unsere öffentlichen Verhältniffe.

schiedene, und es wird wohl feinen geben, der Allen gefällt. Weg aber müssen sein nah mecklenburger Art.

selber und au allein machen.

Darum hat es auch das Recht, hochzu auf unser Mecklenburg! Es lebe hoh!“

" Militärbedürfnifse.

das Königlih württembergi Ende des Jahres 1873 anerkannt werden.

ist heute Vormittag hier eingetroffen.

Familie aus Waldleiningen in die Residenz zurügekehrt.

worden.

Hessen. Darmstadt, 6. Juni.

Gebet des am 9. Juni gedacht werden.

von Preußen ist auf Allerhöchsten

Braunschweig, 7. Iuni.

am Donnerstag Abend wieder nah Hannover begeben.

ments nebst der Kapelle desselben gu war, wurde s

Tes kurzen Ihm - zur: Verfügung gestellten Salonwagen verließ. Nach stattgehabter Begrüßung \hritt Se. Majestät an der Front der Ehrenwache entlang und begab Sih dann mit Seinem zahlreichen Gefölge zu den bereitstehenden Wagen, deren Der Schah nahm Seinen Plat in einem

haben fich heute zu

Die Wagenreihe bewegte sich inmitten eines zahlreihen Publikums dem Hotel du

Nord, an dessen Eingang ein Doppelposten aufgestellt war. Der

auf dem Balkon Seines Salons, wo Sich Se. Majestät bei er- neuertem Zuruf dankend verneigte. Im Hotel erfolgte noch die Vorstellung der zum Empfange gekommenen Spitzen der Civil-

Regiments Nr. 8 eine Morgenmusik dargebracht wurde. Später Promenade zu Wagen nah der Flora und dem Zoologischen

Die Abreise Sr. Majestät erfolgte um 2 Uhr Nachmittags. Der Schah von Persien is

Zu Seinem Empfange waren der fommandirende General des XI. Armee-Corps: von Bose und

Fürstin von Rumänien is mit Gefolge hier angekommen

Das Amtsblatt veröffentlicht in cinem Extrablatt die Instruktion des Ministers des Innern vom 22. d. M. zur Ausführung der die Zusammenseßung der Amtsversammlungen und des Kommunallandtags betreffenden Vorschriften der Hohenzollernshen Amts- und Landes-Ordnung

Prinzessin Gisela werden sich in der zweiten Hälfte dieses

welher Wien heute Nahmittag verläßt, wird morgen früh 3 Uhr 35 Minuten hier eintreffen und nah einem nur 10 Minuten lagen Aufenthalt im Bahnhofe die Fahrt über Ulm und Stuttgart und darauf nah Darmstadt fortsegen. Der Kaiserlihe Extrazug wird im d e in Augsburg des Morgens um 5 Uhr eintreffen und

daß die Anstellung der Verwaltungs-Assistenten bei den Montirungs- und den Remonte-Depots, bei der Militär- der Gewehrfabrik und den Proviantämtern künftig niht mehr in pragmatischer Eigenschaft erfolge, denselben jedoch die Allergnädigste Zusicherung ertheilt werde, daß fie gleih pragmatish Angestellten sollen behandelt werden, wenn fie zur Allerhöchsten Zufriedenheit mit Treue und

Der Groß- Marie haben heute Vormittags 94 Uhr die Reise nah Wien angetre- ten. Auf dem Bahnhofe hatten sih die Mitglieder des Staats- Ministeriums, die Chefs der Behörden und verschiedene höhere Die Großherzoglichen Vernehmen nah, heute noch bis Dresden, am Montag bis Prag zu reisen, um am Dienstag, 10.

Der Großherzog hat bei dem Festdiner gelegentlich

der landwirth\haftlihen Ausstellung in Wismar am 6. d. M., der „Mecklenb. Anz.“ zufolge, nachstehenden Toa ft ausgebracht: Fch danke Ihnen für das Mir gebrachte freu- dige Hoch. Ich will es erwidern durch ein Hoch auf unser geliebtes mecklenburgishes Vaterland. Wir leben in einer ernsten Zeik, und es mag gut sein, daß wir uns darüber einmal aussprechen. Wir suchen l i Das Ziel ist klar: staatliche Herausbildung derselben. Aber der Wege dahin gie e pte tel un l Der Rot, - den wir tragen sollen, muß uns auch passen: Darum wollen wir ihu uns Mecklenburg steht treu und fest zum Deutschen Reich und Vaterland. Das ga! es mit der That bewiesen. G l i alten seine eigene Art. Und so fordere Ih Sie auf, meine Herren, bringen Sie mit mir ein Hoh

Württemberg. Stuttgart, 6. Juni. Das heute aus- gegebene Regierungsblatt Nr. 16 veröffenilicht das Geseß, betreffend die Bestreitung des Aufwands für außerordentliche Vom 19. ‘Mai 1873. Beigegeben is dem Gesetz eine Uebersicht derjenigen Kosten, welche für Bauten und Beschaffungen zur Ergänzung der Garnisonseinrihtungen für

se . Armee-Corps als Bedarf bis

8, Zuni. (W. T. B.) Der Kaiser von Rußland

Baden. Karlsruhe, 6. Iuni. Der Großherzog, dit F Großherzogin und der Erbgroßherzog, \owie die Prin- zessin Victoria und der Prinz Ludwig Wilhelm find geftern Nachmittag von dem Besuche der Fürstlich Leiningischen

_— Der Professor Dr. Lothar May er in Karlsruhe ist auf sein Ansuchen des Amtes eines ständigen Sachverständigen für gerihtlihe Gutachten aus dem Gebiete der Chemie enthoben und diese Funktion nunmehr für sämmtliche Gerichtsbezirke des Lan des dem Hofrath Dr. ‘Lambert v. Babo in Freiburg übertragen

Nah Bestimmung des Großherzogs wird im laufenden Jahre am 9. Juni eine besondere kirhliche Feier nit stattfinden, dagegen in dem Gottes- dienste am 8. Juni l. I. durch ein besonders einzulegendes kurzes stattfindenden Allerhöchsten Geburts fest es Am 17. Iuni dagegen wird zur Feier des Re- gierungs-Iubiläums ein liturgischer Gottesdienst abgehalten werden.

Wegen Ablebens des Prinzen Heinrih Wilhelm Adalbert efehl eine Hoftrauer von! heutigen Tage bis einschließlich den 16. Juni verordnet wordell.

Der stellvertretende * komma’ dirende General des X. Armee-Corps, von Treskow, hat s

Reuß. Greiz, 4. Iuni. Der Fürst und die Fürstin einem mehrwöchigen Aufenthalt nach Schloß Burgk begeben.

Gera, 5. Juni. Heute wurde hier dér Staatsrath Ern st Dinger beerdigt. Derselbe war bis zum Iahre -1848 Rechts- anwalt hier und wurde dainals in den Staatsdienst berufen, bei der einige Iahre später eintretenden Neugestaltung des Mi- nisteriums aber mit vollem Wartegehalt zur Disposition gestellt.

Sachsen - Altenburg. Altenburg, 7. Juni. Die Prinzessin Moriß ist heute früh 7x Uhr mit der Prin- zessin Margarethe nah Meiningen abgereist. Der Prinz

Moritz begab fih mit den Prinzessinnen Marie und Elis\ abeth heute Nahmittag 44 Uhr nah Hummelshain. Hesterreich-Ungarn. Wien, 7. Iuni. (Wien. Z.)

Se. Majestät Kaiser Alexander 11. von Rußland, Ihre Kaiserlihe Hoheiten der Großfürst- Thronfolger Alexander Cäfa- rewitsch und die Großfürstin - Thronfolgerin Maria Cäsarewna find heute um 5 Uhr Nachmittags mittelst Separathofzuges der Kaiserin - Elisabeth - Westbahn vom Bahnhofe in Penzing ab- gereist. Auf dem Perron des Bahnhofes, der durh Blumenbos- quets u. \. f. geschmackvoll dekorirt war; hatte nah 4 Uhr eine Ehrencompagnie des 29. Linien - Infanterie - Regiments Feldzeugmeister Graf Thun - Hohenstein mit Fahne und Musik Aufstellung genommen. Gegen halb 5 Uhr hatten fih die Minister des Aeußern u. \. w. auf dem Bahnhofe eingefunden, auf welhem sih gleichzeitig auch das Personal der russischen Gesandtschaft und der Kaiserlih rufsishen Ausftelungs-Kom- mission so wie die Suiten der Höchsten russishen Herrschaften, Alles in voller Gala, versammelt hatten. Vom diplomatischen Corps waren der deutsche Botschafter General von Schweiniß mit Gemahlin sowie der Königlich italienishe Gesandte Graf Robillant erschienen. Nah #5 Uhr begann die Auffahrt der Höchsten Herrschaften. Die Erzherzoge Kark Ludwig, Albrecht und Wilhelm waren der Uniform Höchstihrer russischen Regi- menter, die russishen Ordensbänder über dem Roe, erschienen. __Um halb 5 Uhr waren Ihre Kaiserlichen Hoheiten Groß- fürst-Thronfolger und Großfürstin-Thronfolgerin, sowie Groß- fürst Wladimir von der Kaiserlih Königlichen Hofburg in Schön- brunn angekommen, worauf nach § 5 Uhr Ihre Kaiserlichen und Königlichen Majestäten “mit dem Erzherzoge Kronprinzen Rudolf, sowie Se. Majestät Kaiser Alexander ll, und Ihre Kaiserlihen Hoheiten der Großfürst-Thronfolger, die Großfürstin-Thronfolge- rin und Großfürst Wladimir das Schloß, woselbst sich die ober- sten Hofchargen, Garde-Kapitäne und Hofdienste eingefunden Pee verließen und fich nach dem Penzinger Bahnhofe be- gaben.

Ihre Majestät die Kaiseriri mit Ihrer Kaiserlichen Hoheit der Großfürstin-Thronfolgerin fuhren im ersten Wagen, diesem folgte Se. Majestät dex Kaiser (in der Uniform Allerhöhhstseines russishen Grenadier-Regiments) mit Sr. Majestät dem Kaiser Alexander 11, Allerhöhhstwelcher die Uniform des Allerhöchstseinen Namen führenden Infanterie - Regiments trug. Im dritten Wagen fuhren Se. Kaiserliche Hoheit der Durchlauchtigste Herr Erzherzog Kronprinz Rudolf (in der russischen Obersten-Uuiform) mit Sr. Kaiserlichen Hoheit dem Großfürsten-Thronfolger, Höchst- welcher in der Uniform des Höchstseinen Namen führenden In- fanterie-Regiments erschienen war; in einem vierten Wagen folgte Se. Kaiserlihe Hoheit Großfürst Wladimir, diesem die Wagen der Suiten der Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften.

Kurz vor fünf Uhr betraten die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften den Perron. Die Ehrencompagnie, an deren rehten Flügel der Bataillons- und Regiments-Kommandant, der Divi- sfionár und Brigadier Aufstellung genommen hatten, leistete die militärishen Ehrenbezeugungen und wurde unter den Klängen der russischen Volkshymne von beiden Majestäten besichtigt.

Um 5 Uhr fuhr der Separathofzug, der mit einem Theile des Gefolges der höchsten russischen Herrschaften von der Sta- tion Wien kam, in den Bahnhof ein und blieb mit dem Hof- salonwaggon unmittelbar vor Ihren Majestäten stehen.

Die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften verabschiedeten fich sodann in der herzlichsten Weise.

Se. Majestät Kaiser Alexander \o wie ‘Ihre Kai- serlihen Hoheiten der Großfürst - Thronfolger und die Großfürstin - Thronfolgerin bestiegen - den Hoffalon- waggon, von dessen Fenstern Höchstdieselben bei der

Abfahrt des Zuges Ihren Kaiserlichen und Königlichen Ma- jestäten und den Höchsten Herrschaften freundlihe Grüße zu- winkten, Höchstwelhe in herzlicher Weise die Grüße erwiede-ten.

_Die Sr. Majestät dem Kaiser Alexander 11, so wie Sr. Kaiserlichen Hoheit dem Großfürsten - Thronfolger zugetheilten Herren, begleiten die Höchsten Herrschaften bis zur Landesgrenze.

* Auf Allerhöchste Anordnung wird für Se. Königliche Hoheit den Prinzen Adalbert von Preußen, die Hoftrauer von Mon- tag, den 9. Juni angefangen durh 10 Tage, d. i. bis einschließlich 18. Juni, ohne Abwehslung getragen werden.

Se. Königliche und Kaiserliche Apostolishe Majestät haben Se. Majestät den Kaiser Alexander U. von Rußland zum Oberst-Inhaber des Linien-Infanterie-Regiments Alexander I., Kaiser von Rußland Nr. 2 i Entschl. vom 4. Juni 1873); den Kaiserli russishen Feldmarschall Friedrih Wilhelm Grafen Berg zum Oberst-Inhaber des Linien-Infanterie-Regiments Nr. 70 (Allerh. Entschl. vom 4. Juni 1873) ernannt.

_— Der Grundstein zum Rathhause der Stadt Wien wird am 14. Iuni 1873 um 11 Uhr Vormittags durch Se. Majestät den Kaiser und in Gegenwart Sr. Königlichen und Kaiser- lihen Hoheit des Kronprinzen Erzherzogs Rudolf und der übrigen Mitglieder des Kaiserhauses gelegt.

Pesth, 6. Iuni. Im Abgeordnetenhause interpretirte Gustav Tarnoczy den Finanz-Minister wegen Regelung der Bankfrage. Hierauf wurden die sanktionirten Gesetze über Die Abänderung der galizischen Eisenbahn-Konzession und die Kredit-

- reste des Kommunikations - Ministers * promulgirt.— Der Finanz-

Minister Kerkapolyi überwies die Benußung der 1872er Kredit- reste für das laufende Budgetjahr hauptsächlih behufs Wieder- herstellung der dur Feuersbrunst zerstörten Marmaroser Acerarial- gebäude. Koloman Szell überreichte den Generalberiht des Finanzaus\cusses über die Budgetvorlage für 1874.

Schweiz. Bern, 7. Iuni. {(W. T. B.) Die von dem großen Rathe - von Graubündten vorgenommenen Wahlen für den Regierungsrath sind im entschieden revisionistishen- Sinne ausgefallen. Ebenso sind auch die für den Ständerath gewählten Delegirten einer Revision der Bundesverfassung günstig gesinnt. :

8.-Iuni. Wie von St. Gallen gemeldet» wird, sind die von dem dortigen großen Rath vorgenommenen beiden Er- e ri für den Regierungs - Nath im liberalen Sinne aus- gefallen.

Großbritannien und Jriand. London, 6. Juni. Der Prinz und die Prinzessin von Wales find von ihrer Reise in Lancashire hierher zurückgekehrt.

Zur Dienstleistung bei dem Shah von Persien wäh- rend seines Besuches in England find der Earl von Morley, Kammerherr der Königin, General-Major Hardinge, Oberst-Lieu- tenant Byng, General-Major Sir H. Rawlinson und Major Burne ernannt worden.

___— Der „Daily News“ zufolge, beabsichtigt die Admiralität, während des Besuchs des Schahs eine Flottenrevue auf der Höhe von Spithead zu veranstalten. Außer Liverpool, Man- chester, Portsmouth und Oxford hat auch Glasgow dem Schah eine Einladung, die Stadt zu besuchen, zugehen lassen.

__ Frankreich. Paris, 6. Juni. Der Schah von Per- sien wird bei seinem Aufenthalt in Paris das Palais bewoh- nen, in welhem sonst der Präsident des französischen geseßz- gebenden Körpers residirte. :

__— Das „Journal officiel“ enthält einen Bericht des Ministers für Ackerbau und Handel an den Prä- sidenten der Republik und éin sich daran \chließendes Dekret, welhes den obersten Rath für Handel, Ackerbau und In- dustrie reorganifirt und dessen Mitglieder ernennt. Das amt- lihe Blatt zeigt ferner an, daß von den Bischöfen der Erz- bischof von Paris, der Bischof von Orleans, der Erzbischof von Rouen und der Bischof von Angers zu Mitgliedern des obersten Unterrihtsrathes erwählt wurden. Außer- dem bringt dasselbe folgende Bekanntmachung:

Eine Anzahl von Munizipalräthen glaubte den Marschall Mac Mahon zu seiner Ernennung zum Präsidenten der Republik be- glückwünschen zu sollen. Der Marschall ist empfänglih für die ihm von den Munizipalitäten gegebenen Zeichen des Vertrauens. Allein beauftragt, über die strenge Beobachtung der Geseße zu wachen, kann er diese Adressen, deren Geseblichkeit bestritten werden kann, weder billigen, noch dazu aufmuntern.

(W. T. B.) Die Ernennung Baude's zum Ge- sandten in Brüssel gilt als gewiß, diejenige Ch a- teaurènard's zum Gesandten in Bern als wahrschein- lich. General Chanzy wird mit großer Bestimmtheit als designirter General-Gouverneur von Algier genannt. Prinz Napoleon reist, gutem Vernehmen nah, hon am Montag wieder nah Italien zurü.

8. Juni. (W. T. B.) Das Weitererscheinen des Jour- nals „Corsaire“ is wegen heftiger Angriffe gegen die Regie- rung und wegen Verbreitung von Lehren Und Doktrinen, die gegen die Gesellschaft gerichtet find, verboten worden. Dem „Journal de Paris* zufolge hat der Ministerrath überhaupt betreffs der in Frankreich zum Vertriebe zugelassenen resp. zuzu- lassenden Journale wichtige Beshlüs\e gefaßt.

Lyon, 8. Juni. (W. T. B.) Von den heute für den Munizipalrath gewählten 36 Personen gehören 35 der von der radikalen Partei aufgestellten Wahlliste an; nur in der Set tion von Bellecour erhielt ein Kandidat der liberalen Republik die Majorität.

Versailles, 7. Juni. In der heutigen Sizung der Nationalversammlung wies der Handels-Minister darauf hin, daß der Geseyzentwurf, betreffend die Besteuerung der Roh- stoffe bei seiner Ausführung jedenfalls Schwierigkeiten und zwar sowohl politischer wie finanzieller Natur herbeiführen würde. Er schlage trozdem niht vor, den Geseßentwurf ganz zurückzu- ziehen, empfehle aber die Berathung desselben zu vertagen, bis über den Antrag Tirard bezügli der Handelsverträge mit Eng- land und Belgien, sowie betreffs der Flaggensteuer Beschluß ge- faßt sei. „Der Minister fügte hinzu, daß er die Frage dem

Ober-Handelsrathe vorgelegt habe, der auf Donnerstag zusam--

menberufen sei.

Spanien. Madrid, 7. Juni. (W. T. B.) Hier einge- gangenen Nachrichten zufolge is unter den Truppen des gegen die Carlisten im Felde stehenden General Velarde unter Kundgebungen zu Gunsten der föderalen Republik eine Empö- rung ausgebrochen. Der;General, sowie die Offiziere, mußten vor den Empörern die Flucht ergreifen. Ersterer hat auf telegraphi- hem Wege seine Entlassung gegeben. Es sind sofort Truppen gegen die Aufrührer entsandt.

In der heutigen Sißung der konstituirenden Cortes wurde Orense mit 177 Stimmen zum Präsidenten wieder- gewählt, ebenso die übrigen Mitglieder des provisorischen Bu- reaus. Der bisherige Präsident des Ministeriums, Figueras, legte hierauf die Exekutivgewalt in die Hände der Versammlung nieder, indem er hervorhob, daß die Zustände augenblicklih schwieriger seien als je. Derselbe theilte mit, daß in der Divi- sion des General Velarde eine Empörung ausgebrochen fei und in Granada zwischen der Bevölkerung und der bewaffneten Macht ein Zusammenstoß stattgefunden habe. Figueras beantragte darauf die Proklamirung der föderalen Republik. Ein anderer Antrag, wonach die demokratishe Republik als die Re- gierungsform Spaniens erklärt werden foll, ward unter fast einstimmiger Akklamation zur Berathung gestellt. Morgen soll über diesen Antrag, dessen Annahme gesichert erscheint, de- finitiv abgestimmt werden. Cervera unterstüßte einen Antrag, nach welhem Py Margall zum Präsidenten des Konseils er- nannt und autorisirt werden soll, ein Ministerium zu bilden. Derselbe wurde mit 142 gegen 58 Stimmen angenommen.

Das Ministerium wird sich morgen den Cortes vor- stellen und dürfte folgendermaßen zusammengeseßt sein: Py Mar- gall Minister-Präsident ohne Portefeuille, Diaz Quintero Handels- Minister, Palanea Minister des Innern, Maisonnave Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Pedregal Justiz - Minister, Estevaner Kriegs - Minister, Torni Kolonial - Minister, Tutau Finanz-Minister, Oreiro Marine-Minister.

_— 8, Iuni., (W. T. B.) Die konstituirenden Cortes haben fih mit 210 gegen 2 Stimmen definitiv für die Errichtung der föderalen Republik ausgesprohen. Der Antrag, zu Ehren der Proklamirung der föderalen Republik eine dreitägige Festfeier für das Land anzuordnen, wurde abgelehnt. Ein neues Ministerium ist noch nicht gebildet.

Aus Granada wird ein blutiger Zusammenstoß zwischen der Bevölkerung und den Karabiniers gemeldet, bei welhem mehrere Personen getödtet und verwundet wurden. Nah fünfstündigem hartnäckigen Kampfe haben sih die Kara- biniers ergeben und an die Bevölkerung die Waffen. ausgeliefert.

Py Margall hat den souveränen Cortes die folgende Zusammenseßung des Ministeriums vorgeschlagen: Pi Margall - Präsident des Ministeriums und Inneres, Estevanez Kriegs-Minister, Oreiro. Marine-Minister, Cärvajal Finanz-Mi- nister, Cervera Auswärtiges, Pâlanea Minister {für öffentliche Arbeiten, Sorin Minister der Kolonien, Pedregal Justiz-Minister. Die Acceptation dieses Ministeriums durch die Cortes scheint sicher. Figueras ermahnte die Mitzlieder der republikanischen Partei zur Einigkeit, jede Spaltung gefährde die Republik. Ein von der Partei der „Unversöhnlihen“ (Intrasigenten) gestellter

Antrag, an Stelle des seitherigen Nationalbanners die rothe

Fahne aufzupflanzen, wurde abgelehnt.

Italien. Rom, 8. Iuni. (W. T. B.) Heute Vor-

mittag hat der Botschafter des Deutschen Reiches v. Keudell E Es in feierliher Audienz sein Beglaubigungs\chreiben

Nußland und Polen. St. Petersburg, 2. Juni,

Der „Regierungsanzeiger“ veröffentliht die Kaiserlihe Verord- nung, betreffend die Einführung der cussishen Spree als Geschäfts\sprache bei den Gerichten im Königreich Polen. selbe datirt vom 18. April und bestimmt:

Die- 1) Die Geschäftsführung „in den Warschauer Departements des

dirigirenden Senats“ hat fortan sowohl im mündlichen als im schrift- lichen Verfahren aus\hließlich in der russischen S ps par In drei Fällen ift der Gebrauch einer anderen, speziell der polnischen Sprache, gestattet, und zwar dürfen Dokumente in der Originalsprache verlesen werden, auf Verlangen der betheiligten Parteien Senats- verfügungen in polnischer Kopie ausgestellt werden, und endlich stebt es in Kriminalsachen den Angeschuldigten frei, falls fie des Russischen durchaus niht mächtig sind, ihre Ausfagen oder ihre Begnadigungs- gesuche in einer andern Sprache vorzutragen. 2) Als Termin für- die Einführung des Russischen als Geschäftssprahe wird der 1. Sep- tember d. J. bestimmt. 3) Der Statthalte: in Polen hat rechtzeitig Maßregeln zur Durchführung dieser Verfügungen zu treffen und dabei insbesondere die in dem Personalbestande der Gerichte, wie der Kanzleien der Warschauer Departements nothwendig werdenden Ver-

änderungen vorzunehmen. Es find demnach zu den schied Aemtern, namentlich auch zu Senatsmiítgliedern, Lz ito cteuen zu berufen, welche „unabhängig von der Erfüllung anderer geseßlichen Bedingungen“, der rusfsischen Sprache völlig mächtig sind.

Monats - Uebersicht für Mai. “Wenige Tage nah der am 8. Mai erfolgten Abreise des Deutschen Kaisers von St. Petersburg traf der Schah von Pérsien zu einem Besuche am Kaiserlichen Hofe ein und wurde glän- zend empfangen. Ueber die Bedeutung dieses Besuches und den Charakter des Empfanges äußert fich der Regierungs-An-

geiger in folgender Weise: „Der bei dem Empfange bewiesene

Eifer entsprang aus dem Bestreben, den Schah mit den - zügen und den Vortheilen der europäischen Civilisation Canad zu machen.“ „Eine \o edle Aufgabe war schon lange die Ten- denz der rusfischen Politik. Selbst“ die radifalsten Gegner und rag E L LCIE A dem Zarenreiche diese roße und edle Aufgabe: die Civilisation n fi it- teln Ma dée D 4 Avdraile? ' E E E

Na er Abreise des Schah begab \ich der Kaiser Alexan- der zur Weltausftelung nach Wien, n ua eine Woche E weilen, worauf er fich zum Gebrauche der Cur nah Ems zu M gedenkt. ;

_ Von den Fragen der äußeren Politik ift der Feldzu

Chiwa noch immer als die bedeutsamste Azcaitgeninit gu V6 traten. Von den drei gegen Chiwa ausgeschickten Abtheilungen haben zwei ihre Vereinigung béreits bewirkt. Dabei ward der von den betreffenden Abtheilungen während des Marsches dur die Wüsten erlittene Verlust als ein höchst geringer fonstatirt.

Die Reichsrathsverhandlungen über Einführung der allge-

meinen Wehrpflicht sind zum Abschluß gelangt. Die leßte Le- sung des Geseges wird nah vollendeter Redaktion und Styli- firung des endgültig festgestellten Materials in kürzester Frist statthaben, und zwar niht mehr in der Geseßgebungs-Kommis- sion des Reichsrathes, sondern in seiner Plenarversammlung. Damit is diese große Reform erledigt und zur Thatsache ge- worden. __ Das Maiheft des Journals des Unterrichts-Ministeriums ver- öffentlicht interessante Notizen über das Volksfchulwefen in Ruß lang. Am meisten haben die von der Regierung Alexanders 1. in einer Anzahl Gouvernements eingeführten Provinzial - Land- stände für Vermehrung dér Volks\{chulen gethan. In Bezug auf die Anzahl der Schulen haben die Dorfgemeinden selbst mehr geleistet, aber ihre Mittel konnten uiht mit denen der Landstände konkurriren. So stellt sich demnah das Verhältniß der Volksschulen in den 35 Gouvernements, welche Provinzial- Landstände befizen, folgendermaßen heraus:

Die Provinzialstände unterhalten 3487 Schulen mit einem Jahresbudget von 1,035,097 Rubel, die Dorfgemeinden unter- halten 4137 Schulen mit einem Jahresbudget von 588,284 Rubel, die Stadtgemeinden 603 Schulen mit einem Jahresbudget von 304,544 Rubel, reiche Privatleute unterhalten 633 Schulen mit einem Jahresbudget von 124,410 Rubel, verschiedene Behörden (aus eigenem Antriebe) unterhalten 1140 Shulen mit einem Jahresbudget ven 75,621 Rubel, Stadt- und Dorfgemeinden zusammen unterhalten 371 Schulen mit einem Jahresbudget von 30,851 Rubel; das macht an Volksschulen, die niht von der Regierung selbs errihtet wurden, 10,371, mit einem Iahres- budget von 2,158,807 Rubel, was für die wenigen Jahre, seit- dem die Provinzial-Einrichtungen und die größere Autonomie der Gemeinden bestehen, für die Öpferwilligkeit aller Stände E Men Initiative eine ganz anerkennenswerthe Illustration

ildet.

_ In Bezug auf die Justizpflege ward zur Förderung einer größeren Konformität bei den Warschauer Departements des russischen Senats (als der obersten Reichsbehörde in Rechts\achen) die russische Sprache als aus\ließlihe Geschäfts\sprache konstituirt. Dokumente, verschiedene Vetitionen werden jedoch in polnischer Sprache noh zugelassen, ebenso äuf Verlangen auch von Ur- theilen beglaubigte Translate in derselben herausgegeben. Einen selbständigen Senat als oberste Appellations-Instanz hat das russishe Polen gar nicht besessen und es war eine Anoînalie daß das neunte und das zehnte Departement des russischen Senats, welche in Warschau domizilirten, in einer den übrigen I En Ati s verhandelte.

ei der Gesellschaft zur Förderung des russishen Han

und Gewerbefleißes wird die Frage be der Ms S Eisenbahn durch Sibirien bis nah der chinesishen Grenze mit lebhaftem Eifer ventilirt. Eine Kommission, welcher“ die Gesellschaft die Erwägung dieser Frage - besonders “ans era legte, hat unter Kooptation anerkannter Autoritäten die

ache für ausführbar erklärt. Sie meint nur, daß man nicht auf einmal die ganze Linie in Angriff nehmen dürfe, son- dern fie nur stückweise nach einem festen System realisire. Als die am Meisten beatenswerthe, Rihtungslinie - giebt sie folgende an: Katharinenburg -im Ural, Stschadrinsk, Omsk, Tomsk, Kiasnosarsk, Irkutsk, Weochne-Udinsk. Von dem leßteren Orte bliebe die Wahl, die Bahn nach der Amur- mündung, oder nah Tfsitsikar- in der Mandschurei zu leiten. An diese POPAE {lösen \sich Zweigbahnen nach Tjumen, nah Taschkend, nah Barnaul. Völlig widertathen wird “die Linie nah Kjachta, Urga;, Kalgan. Die Ausfprüche der „Gesellschaft zur Förderung des russishen Handels und Gewerbesleißes“, und der von ihr bestellten Kommissionen werden im ruffishen Publi- kum und \elbst in den administrativen Kreisen mit großer Auf-

- merksamkeit gehört.