1873 / 154 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

In dem im 18. Stü des Reihs-Geseyblatt:s für 1872 | | von Württemberg und die Großfürstin Vera Konstan-

sub Nr. 838 abgedruckten Militär - Strafgesezbuche für das Deutsche Reih vom 20. Juni 1872 (Reichs - Gesetblatt für 1872 Nr. 18) find Seite 191 im ersten Absas des §. 95

Drudckereiverschens die nahstehenden Worte ausgelassen worden : „bis zu fünf Jahren, im Felde Gefängniß oder Festungshaft“. Der erste Absaÿß des §. 95 hat hiernah wie folgt zu lauten: „Wird eine der in dem §8. 94 bezeichneten Handlungen vor ver- \ammelter Mannschaft oder gegen den Befehl, unter das Gewehr zu treten, oder unter dem Gewehr begangen, so tritt Gefängniß oder Festungshaft bis zu fünf Jahren, im Felde Gefängniß oder Festungshaft nicht unter einem Jahre ein.“

In diesem Jahre werden Generalstabs - Uebungs- Lee Det Det L T E E L A E N: wb XV, Armee-Corps ftattfinden.

Die zum 3. Côtus der Kriegsakademie kommandirten Offiziere haben heute eine mehrwöchentlihe Generalstabs- Uebungsreise über Spandau, Havelberg, Templin, Oranien- burg 2c. unter Leitung des Obersti-Lieutenants und Abtheilungs- Chefs im Großen Generalstabe, Keßler, angetreten.

Der französische Botschafter Vicomte de Gontaut-Biron hat sich gestern mit seiner Familie nah Schlangenbad begeben.

Der Großherzoglih mecklenburgische Gesandte am öster- reichishen Hofe, Geheimer Legations-Rath von Gamm is am Montag Abend aus Wien hier eingetroffen und im Hotel Royal abgestiegen.

Der General-Lieutenant und General-Inspecteur des Militär-Erzichungs- und Bildungswesens, Freiherr von Rhein- ‘baben, ift von Karlsbad hierher zurückgekehrt, wohin ih der- selbe mit Urlaub begeben hatte.

Der Kaiserlih rufsishe General-Adjutant, General von T\chewkine, welcher fih einige Tage hier aufgehalten hat, ift gestern Abend nah Ems abgereist.

Der Oberst und Inspecteur der Infanterieshulen von Kloeden hat sich zur Inspizirung der Unteroffizierschulen Weißenfels, Ettlingen, Biebrih und Jülih auf Dienstreisen, der Obers und Commandeur des hiesigen Kadettenhauses des Barres mit einem mehrwöchentlihen Urlaube nah Süddeuts\{h- land begeben.

Bayern. München, 30. Juni. Die Delegirten von 113, resp. 119 Kriegervereinen in Bayern find heute hier ver- sammelt, um das Statut für einen zu gründenden „Bayeri- schen Kriegerbund“ zu berathen. Die Versammlung sendete zunächst das folgende Begrüßungstelegramm an Se. Maj. den König ab: i 4 j :

„113 Kriegervereine; vertreten auf dem Delegirten - Kongreß zu München, bringen Ew. Majestät die unterthänigste Huldigung un- wande!barer Treue, Liebe und Anhänglichkeit in Treue fest dar.

Das Statut hat die Devise: „Vorwärts! Mit Gott für Kaiser, König und Vaterland!“ und in den ersten Abschnitten wird bestimmt: die Kriegervereine des Königreichs Bayern bilden unter fich eine treue, feste Vereinigung, genannt der Bayerische Kriegerbund. Derselbe hat den Zweck, ein Band treuer Kameradshaft und wahrer Brüder- lichkeit um die Mitglieder des aktiven Heeres wie des bürgerlihen Standes zu \{chließen, die Kräftigung patriotisher Gefühle in Heer und Volk, die Förderung deutscher Gesinnung durch Zusammengehen mit dem deutschen Krieger- bunde, die Unterstützung alterss{wacher und kranker Kameraden. Der „Bayerische Kriegerbund“ feiert als vaterländischen Ehren- tag speziell den 2. September als Deutsches Nationalfest in dem Vereine, den Unterverbänden und dem ganzen Bund und nimmt Antheil bei großen vaterländishen Ereignissen u. f. w. Ein Theil des Statuts war bereits in der Vormittagsversammlung zur Annahme gelangt, und dasselbe wird im Laufe des Nach- mittags vollständig erledigt werden. Sieben Vereine der Haupi- ftadt und deren Vorstädtehaben an demKongreß nicht theilgenommen, ohne den eigentlihen Grund hierfür bis jeßt bekannt zu geben.

Hessen. Darmstadt, 23. Juni. Die Ministerien des Großherzoglihen Hauses und des Aeußern, sowie der Finanzen haben, nach der „Darmst. Ztg.,“ an die Zweite Kammer der Stände des Großherzogthums nachstehende Vorlage gerichtet:

In Folge des Friedensvertrages vom 3. September 1866, durch welchen einige Theile der Provinz Oberhessen mit allen Souveräne- täts- und Domanialrehten an Preußen abgetreten uud dagegen die im Art. 15 jenes Vertrags benaanten Gebietstheile, ebenfalls mit allen Souveränetäts- und Domanialrechten, dem Großherzogthum zu- getheilt worden find, hat das leßtere einestheils Domänen verloren und anderntheils solche erworben. Die ersteren bestanden, mit Aus- nahme der Chausseen und einiger Bezirksgefängnisse, die Landeseigen- thum bildeten, lediglich aus Großherzoglihen Hausdomänen, worunter etwa 69,000 Morgen Domanialwaldungen. Von den erworbenen Domänen wurden, mit Rücksiht auf die Bestimmung der Objekte für den öffentlichen Verkehr oder für Staatszwecke, als Lan- deseigenthum behandelt der durch die vormaligen fkurhessishen und Frankfurtschen Ortsbezirke Nauheim und Dortelweil zichende Theil der Main-Weser Eisenbahn, ein sehr werthvolles Objekt, welches der Staatskasse bereits seit Jahren eine bedeutende jährlihe Einnahme gewährt, ferner die Chausseen, zwei bereits verkaufte Chaussechäuser in den Gemarkungen Nauheim und Dortelweil, das frühere Amtshaus zu Reichelsheim, welches als Justizgebäude diente, die dortige Amts- dienerwohnung, beide ebenfalls bereits veräußert, einige zum Theil be- reits abgelôste Wasserfallzinsen und endlich eine Mainüberfahrt zu Rumpenheim, die verpachtet ist. Die sämmtlichen übrigen neuerworbenen Domäncn, zu welchen auch die Saline Nauheim nebst der damit ver- bundenen Badeanstalt gehört, sind bisher theils unter der Verwaltung der Ober-Forst- und Domänen-Direktion, theils unter jener der Ober- Baudirektion als Kameral- und beziehungsweise Forstdomänen behan- delt worden, und die Großherzogliche Regierung ging von der Ansicht aus, daß dieselben in Gemäßheit des Artikel 8 der Verfassungs- Urkunde als theilweiser Ersaß der weit werthvolleren Hausdomänen in den abgetretenen Gebietstheilen dem Großherzoglihen Familien- eigenthum zugefallen seien. Die Großherzogliche Regierung glaubt voraussezen zu können, daß die Stände Hiermit einverstanden find. s fehlt jedoch bis jeßt noch an einem formellen Akt, wo- durch dies anerkannt wird, und es erscheint nothwendig, zur unzweifelhaften Feststellung des Eigenthumsverhält- nisses und Bejeitigung jeder möglichen künftigen Anstände, eine aus- drücklihe Vereinbarung darüber mit den Ständen zu treffen. Die unterzeihneten Ministerien des Großherzoglihen Hauses und des Aeußeren und der Finanzen rihten daher im Allerhöchsten Auftrage des Großherzogs das Ansinnen an die Stände: ihr Einverständniß damit zu erklären daß, mit Ausnahme der oben erwähnten, als Landes- eigenthum behandelten Objekte, die übrigen Domänen in den neu- erworbenen Gebietstheilen, beziehungsweise die Erlöse aus denselben, oweit sie bcreits veräußert worden sind, einen Beftandtheil des

amilieneigenthums des Großherzoglichen Hauses bilden.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 1. Iuli. Die Königin

tinowna treffen hier morgen Vormittag ein. Die Ankunft des

| Königs von Württemberg wird am 13. d. erwartet. zwischen den Worten „Feftungshaft“ und „niht“ in Folge eines !

Graz, 30. Juni. Der Kronprinz Rudolph if hier S und wurde von der Bevölkerung freundlichst be- grüßt.

Prag, 30. Juni. Der Kaiser Ferdinand is heute früh, die Kaiserin Maria Anna heute Abend nah Reichstadt abg: reist.

Pesth, 30. Juni. Im Abgeordnetenhause unter- breitete Koloman Szell den Bericht der ungarish-kroatischen Regnikolar-Deputation und konstatirte, daß der Ausgleich zu Stande kam. Nach längerer Debatte wurde der Antrag des Kultus-Ministers Trefort betreffs Entsendung ciner Kommission, welche über die Regelung des Verhältnisses zwishen Staat und Kirche zu berihten habe, mit dem Zusaße angenommen, daß die Kommission ihre Vorschläge auf die von Deak entwidckelten Grundsstze basire. Sodann wurde die Spezial-Dehatte über das Budget des Iustiz-Ministeriums fortgeseßzi.

Der am 29. v. M. zwischen den Regnikolardeputationen vereinbarte Entwurf, betreffend die Revision des kroatisch-un- garishen Ausgleihsgeseßes vom Iahre 1868, lautet nah der „N. Fr, P:

Geseßentwurf über die Revision, respektive Ergänzung einiger Paraxgravhen des mit dem Gesetartikel XXX. vom Jahre 1868 inar- tifulirten Ausgleihs zum Zwecke der Ausgleichung der staatsrech{tlichen Fragen, welche zwischen Ungarn und Kroatien, Slavonien und Dal- matien obshweben.

Da in Folge der administrativen Vereinigung der-zwei Warasdiner Grenzregimenter, der Zengger und Bellovarer Militärgemeinden, der Festung Ivanic und der Gemeinde Sissef mit Kroatien-Slavonien gemäß _ S. 33 des Geseßartifkels XXX. vom Jahre 1868 die verhält- nißmäßige Vermehrung der Anzahl der vom froatis-slavonisch-dalma- tinisc;en Landtage in den gemeinsamen Reichêtag zu entsendenden De- putirten nothwendig geworden, und nahdem der kroatis - slavonish- dalmatinische Landtag den Wunsch ausgedrückt, daß cinige Punkte des im Geseßartikel XXX. vom Jahre 1868 enthaltenen Ausgleihs einer

evifion unterzogen werden, so kam in dieser Angelegenheit zwischen dem ungarischen Reichstage einerseits und dem froatish-slavonisch-dal- matinischen Landtage andererseits in der vom §. 70 des Geseßartifels XXX. vom Jahre 1868 vorgesehenen Weise eine Vereinbarung zu Stande. Nachdem diese Vereinbarung von Sr. Kaiserlichen und Apostolischen Königlichen Majestät genehmigt, bekräftigt und sanktionirt ward, fo wird diefelbe als gemeinsam-s Grundgeseß Ungarns und Kroatiens, Slavoniens und Dalmaticns hiermit inartikulirt wie folgt:

8. 1, Nächdem die beiden Warasdiner Grenzregimenter , die Militärgemeinden Zengg und Bellovar, die Festung JIvanic und die Gemeinde Sissek mit Kroatien und Slavonien administrativ vereinigt ivorden find, wird die Zahl der von Kroatien und Slavonien in den gemeinsamen Reichstag zu entsendenden Abgeordneten auf Grund des S. 33 des Gesebeêartifels XXX vom Jahre 1868 nah dem Verhältniß der Populations-Vermehrung von 295 auf 34 erhöht.

S. 2. Die Worte des §. 8 im Gefeßartikel XXX. vom Jahre 1868, daß „über den Verkauf der in Kroation und Slavonien lie- genden Staatsgüter der gemeinsame Reichstag mit der Beschränkung verfügt, daß der fkroatisch-flavonisch-dalmatinische Landtag zu befragen ist und ohne dessen Einwilligung kein Verkauf stattfinden fannu“, -ist so zu verstehen, daß in den Begriff „Staatsgüter“ auch die Staats- wälder inbegriffen sind.

S. 3. Indem die §8. 15, 16, 17, 25 und 2 des Geseßzarti- fels AXX. vom Jahre 1868 außer Kraft geseßt werden, wird an deren Statt Folgendes verordnet: Das Erforderniß für die innere Verwaltung Kroatiens und Slavoniens wird vom 1. Januar 1873 angefangen für so lange Zeit, als der zwishen den ungarischen Kronländern Sr. Majestät bestehende Ausgleich währt, vor Allem mit 45 Prozent der direkten und indirekten Steuern und der sonstigen öffentlihen Revenuen Kroatiens und Slavoniens gedeckt, odec cs werden fo viele Prozente von den söffentlichßen Einnahmen jener Länder in diejenige krvatis{-slavonische Landes- oder Jurisdiftions- Kasse abgeliefert, wohin die Geseßgebung oder die Regierung der Nebenländer es verlangen wird. Von den Gesammt-(Finnahmen Kroatiens und Slavoniens sind 55 Prozent zur Deckung der ge- meinsamen Ausgaben an das gemeinîame Arear abzuliefern. Die 45 Prozent der öffentlihen Netto-Einnahmen Kroatiens und Sla- voniens werden in der Weise berehnet, däß von den gesammten direkten und indirekten Steuern Kroatiens und Slavoniens, den Einnahmen der ‘in Kroatien und Slavonien gelegenen Staatsgüter und fonstigen öffentlichen Revenuen nur jene Ausgaben abgezogen werden, welhe mit der Auswerfung und Einhebung der Steuer die Kosten der gemeinsamen Finanzverwaltung niht mit eingerechnet mit der Verwaltung der Staatsgüter und mit der Herstellung und unmittelbaren Manipulation der übrigen öffentlihen Revenuen ver- bunden find. Sobald der noch nicht provinzialisirte Theil der Mili- tärgrenze zum Theil oder ganz mit Kroatien und Slavonien vereinigt wird und sowohl die öffentlihen Einkünfte als die Kosten der iune- ren Verwaltung des zukünftigen Gesammt-Territoriums Kroatiens und Slavoniens sih werden feststellen lassen, wird, wenn auf diesen Grundlagen rücksihtlich der obigen Verfügung eine Abänderung des Gesetzes, welches die Verwendung von 45 Prozent aus den Einkünf- ten Kroatiens und Slavoniens auf die Verwaltungskosten dieser Län- der feststellt, sich nothwendig zeigen sollte, diese Azänderung, auc wenn der in §. 12 des Geseßartikels XXX. vom Jahre 1868 bezeich- nete Zeittermin noch niht eingetreten ist, mit Betrahtnahme der ge- änderten Verhältnisse und des wirklichen Erfordernisses Kroatiens und Slavoniens in der in §. 70 des Geseßartikels XXX. vom Jahre 1868 bestimmten Weise zu bewerkstelligen fein.

§. 4. Am Schlusse des §. 34 des Geseßartik-ls XXX. vom Jabre 1868 wird noch folgendes Alinea angefügt: „Fm erwähnten Falle ift der kroatis-slavonisch-dalmatinishe Landtag, von der Auf- lósung an gerechnet, binnen drei Monaten einzuberufen.“

. 5. Der §. 44 des N XXX. vom Jahre 1868 wird am Schlusse mit folgendem Zusaß ergänzt: „In dieser Eigenschaft unterbreitet er die an Se. Majestät gerichteten Vorlagen des Banus unverändert und unverzüglich; und nur in den Fällen, wo vom Gesichtspunkte der durch den Geseßartikel XXX. vom Jahre 1868 festgestellten Staatsgemeinsamkeit oder der Interessen-Ge- meinschaft Zweifel auftauchen sollten, unterbreitet er, sofern fie nach Anhörung des Banus ' nicht behoben werden sollten, Sr. Majestät gleichzeitig, aber abgesondert seine eigenzn darauf bezüglichen Bemer- kungen, beziehungsweise die der ungarischen Centralregierung.*

8. 6. Der §. 49 des Geseßzartifels XXX. vom Jahre 1868 wird mit folgendem Zusaße ergänzt: „Nach erfolgter gegenseitiger Verrech- nung: wird der Kroatien und Slavonien gebührende Theil derjelben aus den gemeinschaftli) verwalteten Fonds ausgeschieden und der autonomen öïegierung der genannten Länder ausgefolgt.“

; An die Stelle des S. 52 des Gefeßzartikels XXX. vom Jahre 1868 wird folgender Paragraph aufgenommen: „Der Banus besißt keinen militärishen Wirkungskreis.“

__§. 8. Der §. 53 des Geseßartikels XXX. vom Jahre 1868 wird außer Kraft geseht und statt dessen Folgendes verordnet: „Der Banus gebrauht auch ferner den Titel „Banus der Länder Kroatien, Sla- vonien und Dalmatien“ und bleibt Mitglied des Oberhauses im ge- meinsamen Reichstage. ;

8. 9. In Folge der mittlerweile erfolgten administrativen Ver- einigung von zwei Regimentern der froatish-flavonifchen Militärgrenze wird der §. 66 des Geseßartikels XXX. vom Jahre 1868 folgender- maßen abgeändert: Nah Punkt 7 des zweiten Alineas wird ein- geschaltet; „8 das Bellovarer Komitat“. Von den in jenen Para-

raphen aufgezählten Grenzregimentern aber werden „7 Warasdin- reußer“ und „8 das Warasdin-Szent-Györgyer“ ausgelassen.

F. 10. Alle sonstigen Punkte des mit dem Geseßartikel XXX,

vem Jahre 1868 inartikulirtcen Ausgleihes werden unverändert auf- rehterhalten. á

In Hermannstadt is am 28. v. M. nah längerer Krankheit der Erzbischof von Siebenbürgen und Metropolit der griehis{-orientalishen Romanen , Andreas Freiherr von Schaguna gestorben.

Schweiz. Bern, 29. Iuni. Die Traktandenliste der be- vorstehenden Session der Bundesversammlung enthält 69 Nummern, unter denen die folgenden hervorzuheben find:

1) Neubestellung der Bureaus des Nationalrathes und des Ständerathes. 5) Botschaft und Anträge des Bundes- rathes, betreffend Revision der Bundesverfassung. 6) Botschaft, be- treffend Abänderung des Bundeêgescßes über die Organisation und Geschäftsführung des Bundesrathes. 15) Botschaft, betreffend Staats- vertrag mit Baden über Eisenbahnanschlüsse in Singen und Constanz. 16) Botschaft über Form und Inhalt der neu zu ertheilenden Eisen- bahnkonzefsionen, 17—43) Konzessionsentwürfe und Konzessionsübertra- gungen verschiedener Eisenbahnlinien. 44) Botschaft, betreffend Nieder- lassungsvertrag mit Rußland. 45) Botschaft mit Nachtrag zum Aus- lieferungsvertrage der chchweiz mit Jtalien. 56) Motive, betreffend Bundesgeseßgebung in Kirchenjachen, sowie die Nuntiatur.

Großbritannien und Jrland. London, 30. Iuni. Der Schah von Persien wird heute den Krystallpalaft in Sydenham besuchen. Am Mittwoch gedenkt der Schah der Königin auf Windsor eine Abschiedsvifite abzustatten und am Freitag Morgen über Dover und Calais die Reise nah Frank- reih anzutreten.

Frankreich. Paris, 30. Iuni. Der neue Gouverneur von Algerien, General Chanzy, hat folgenden Tagesbefehl an die Armee in der französishen Kolonie gerichtet :

Offiziere, Unteroffiziere, Soldaten und Seeleute! Die Regierung, welche mir die Ober-Verwaltung Algeriens übertrug, vertraute mir zugleich den Oberbefehl üb:r die Land- und See-Streitkräfte an. Ich bin stolz, an der Spiße jener afrikanishen Armee zu stehen, welche jeit vierzig Jahren für die Ehre Frankreichs auf allen Schlacßtfeldern jo glorreich gekämpft hat. Indem ih den berühmten Führern, welchen Ihr Eure fchönen Traditionen verdankt, nachfolge, ist es mein Wunji, wie fie bei jeder Gelegenheit für Eure den Interessen des Landes er- gebene Mithülfe, Eure Mannszucht, die Eure Tapferkeit ausmachte, und Euren Patriotismus einstehen zu können, welche die Ordnung und die Größe des Vaterlandes sicher stellt.

Tours, 22. Juni 1873.

Der Divifions-General, Civil-Gouverneur von Algerien, Ober-Befehbls- haber der Land- und See-Streitkräfte Chbanzy.

Nach offiziellen Mittheilungen trifft der Schah von Persien am 4. Juli um 5 Uhr Abends auf dem Eisenbahnhof von Passy ein. Der Präsident Mac Mahon empfängt den Schah, und geleitet ihn dann durch das Boulogner Wäldhen und die Avenue de l’Impératrice nah dem Arc de Triomphe, unter wel- hem ihn der Gemeinderath von Paris begrüßen wird. Von dort geht der Zug dur die Champs Elysées und über den V'!ace de la Concorde nah dem Palais des geseßgebenden Körpers, wo der Schah residiren wird. Das große Versailler Fest zu Ehren des Schah findet am 6. statt. Es besteht aus einem großen Diner mit Feuerwerk. Dasselbe findet in der „Galerie des Glaces* statt, und nehmen 150 Personen daran Theil. Zu demselben wurden geladen: der Vorstand der Nationalversammlung, die Präsidenten und der Sekretär der Abtheilungen der National- versammlung, die kommandirenden Generäle, die Präsidenten -der obersten Gerichtshöfe,- der Erzbishof von Paris und der Bischof von Versailles, der Großkanzler der Ehrenlegion, die Präfekten der Seine und Somme et Dise, der Polizeipräfekt, Vertreter der Staatsräthe, des Instituts 2c.

Versailles, 1. Juli. (W. T. B.) Im Laufe des heu- tigen Nachmittags hat Dufaure dem Justiz-Minister Ernoul offiziell angezcigt, daß er morgen in der Nationalversamm- [lung den Antrag stellen werde, die konstitutionellen Gesegzent- würfe zur Berathung an die Bureaux zu verweisen.

Spanien. In der amtlichen „Gaceta“ macht, wie die Hamburger „Börsenhalle“ meldet, die Verwaltung der Staats\chulden bekannt, daß der Iulicoupon der Staats- huld zwar vom 1. Juli ab ei::gereiht werden könne, daß aber die Art und der Zeitpunkt der Einlösung defselben seiner Zeit noch bekannt gemaht werden würde.

Der „Agence Havas“ find Nachrihten aus Sevilla zugegangen, denen zufolge dort {hon am 27. v. Mts. wegen der vrohenden Haltung der Freiwilligen der Belagerungs- zustand proklamirt worden ist. Es wurde ein Zusammenstoß zwischen den Truppen und der Bevölkerung befürchtet.

Nußland und Polen. St. Petersburg, 29. Juni. Gestern ift vom Kriegsshauplaz in Chiwa, und zwar aus Tschemkent vom General-Adjutanten von Kaufmann ein Telegramm folgenden Inhalts eingelaufen :

Die Truppen des Orenburger, Kankasishen und Turkestanschen Militärbezirks haben alle die unglaublihen S-hwicrikeiten, welche ihnen die Natur auf den Strecken von Tausenden von Werften, die jeder von ihnen zurückzulegen hatte, entgegenseßte, muthig und ehren- voll überwuxden; tapfer und brav haben sie alle Versuche des Feindes, ihnen den Weg zum Ziel ihres Marsches der Stadt Chiwa zu verlegen, abgewiesen, auf allen Punkten die turkmenishen und chi- wesishen Schaaren geschlagen und haben feierlich am 10. Juni in die vor ihnen gefallene Hauptstadt des Chanats ihren Einzug gehalten und fie in Besiß genommen. j

Am 11. Juni, dem Jahrestage der Geburt des Kaisers Peter des Großen, wurde bei den Truppen ein Dankgebct für die Gesundheit Sr. Majestät ‘des Kaisers und eine Seelenmesse für den Kaiser Peter I. und die im Kriege gegen Chiwa gefallenen Kampfgenossen abgehalten.

Der Chan von Chiwa hat die Antwort des General-Adjutanten von Kaufmann auf seine Erklärung, fich vollkommen unterwerfen und fich und das Chaaat überliefern zu wollen, niht abgewartet und ist, von der fkriegerishen Partei hingerissen, aus der Stadt geflohen; er bält fih aegenwärtig unter den Soumtgen verborgen, doch ist nicht be- kannt, an welcher Stelle. ;

Die Truppen der drei Detachements sind guten Muthes, fröhlich und gesund.

Amerika. New-York, 1. Juli. (W. T. B.) ‘Nah hier cingetroffenen Nachrichten is auch in St. Louis die Cholera ausgebrochen.

Die Staatsschuld der Vereinigten Staaten hat fich laut amtliher Bekanntmahung im Monat Iuni um 2,145,000 Dollars vermindert. Im Staats\hatze befanden fi am 30. Juni 87,507,000 Dollars in Gold und 9,783,000 Dollars Papiergeld. j

Australien. Aus Melbourne wird unterm 27. d. M. per Kabel gemeldet: Die Legislatur von Victoria hat den mit der P:ninsular- und Oriental-Company abgeschlossenen Vertrag zur Beförderung der Pos via Galle ratifizirt. Die Regierung von Neuseeland is dem Dienste beigetreten. Das neue Wahl- gesez, welhes einzelne Wahldistrikte herftellt und die Anzahl der Mitglieder der Legislatur vergrößert, is in zweiter Lesung angenommen worden.

Nr. 53 - der Annalen der Landwirt KsGat Sepen öniglich preußischen Staaten“ hat folgenden Inhalt: “bat Mebailimevieihung. Das Statut der Ceutral-Landschaft F die preußishen Staaten. Verbesserungen in der Obftkultur. Die Moorkulturbestrebungen in Nordwestdeutshland. Zur Abküh- lung der Milch. Aus Dänemark. Aus den Regierungsbezirken Breslau und Cassel. Literatur: Atlas der Botanik von Dr. Moriß Willfomm. Der höhere landwirthschaftliche Unterricht in Württem- berg. Von B Dr. Walter Funke, Besondere Beilage zum Veut- {hen Reichs-Anzeiger. Vermischtes: Ueber die Assimilirbarkeit der Superphoësphate und ihre Analyse. Marktbericht. Viehpreife. Stärkepreise.

Statiftische Nachrichten.

Der Ertrag der Zölle und gemeinschaftlichen Ver- brauchssteuern- im Zollgebiete des Deutschen Reichs be- läuft sich für die Zeit vom 1. Januar bis ult. Mai d. J. auf überhaupt 41,235,570 Thlr. gegen 32,143,280 Thlr. im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Es find namlich aufgekommen: Eingangs- und Ausgangszoll 19,967,787 Thlr. (1872: 15,674,686 Thlr.), Rüben- zuckersteuer 6,664,075 Thlr. (1872: 3,793,498 Thlr), Salzsteuer 3,956,313 Thlr. (1872: 3,823,645 Thlr.), Tabaksfteuer 199,125 Thlr. (1872: 221622 Ihblr.), Branntweinsteuer 7,950,818 Thlr. (1872: 6,373,324 Thlr.), Uebergangsabgabe von Branntwein 7259 Thlr. (1872: 5292 Thlr.), Brausteuer 2,431,605 Thlr. (1872: 2,090,911 Thlr.), Ucbergangsabgabe von Bier 118,588 Thlr. (1872: 90,302 Thlr.). Von der Einnahme sind 2,298,909 Tblr. (u. a. 1,553,074 Thlr. Branntweinsteuer und 709,022 Thlr. Rübenzuckersteuer) an Bonifika- tionen für gemeinschaftlihe Rechnung in Abzug zu kringen, welche für in das Ausland exportirte Gegenstände rückvergütet worden find, fo daß aljo das Netto-Auffomnen sämmtlicher Abgabenzweige in den ersten fünf Monaten d. I. sich auf 38,936,661 Thlr. stellt. Jm gleichen Zeit- raum des Vorjahres betrug dasselbe 31,135,722 Thlr., ift also im laufenden Jahr um 7,800,939 Thlr. oder 25 Prozent gestiegen.

Die einzelnen Bundesftaatcna waren an dem nachgewiesenen Brutto-Ertrage folgendermaßen betheiligt: Preußen mit 27,592,356 Thir. (1872: 21,455,791 Thlr.), nämli: Ostpreußen 970,258 Thlr. (1872: 750,431 Thlr.), Westpreußen 938,678 Thlr. (1872: 773,889 Thlè.) Brandenburg 3,556,524 Thlr. (1872: 2,905,109 Thlr.), Pom- mern 1,650,406 Thlr. (1872: 1,283,627 Thlr.), Posen 1,298,154 Thlr. (1872: 1,085,812 Thblr.), Schlefien 3,543,708 Thlr. (1872: 2,612,946 Thlr.), Sachsen 5,576,029 Thlr. (1872: 3,841,506 Tblr.), Schleswig-Holstein £08,030 Thir. (1872: 709,519 Thslr.), Han- nover 2,278,412 Ihlr. (1872: 1,554,865 Thir.) , Westfalen 1,362,390 Thir. (1872: 1,076,115 Thlr.), Hessen-Nassau 1,342,912 Thlr. (1872: 988,645 Thlr.), die Rheinprovinz 4,266,855 Thlr. (1872: 3 873,328 Tllr.); ferner -Hohenzollern mit 19,333 Thlr. (1872: 21,856 Thir.), Lauenburg mit 13,154 Thlr. (1872: 14,371 Thlr.), die Haupt-Zollämter: Lübeck mit 146,094 Thir. (1872: 129,328 Thlr.), Bremen mit 249,429 Thlr. (1872: 169,799 Thlr.) und Hamkurg mit 601,627 Thlr. (1872: 424,079 Thlr.); sodann: Bayern: mit 1,639,385 Thlr. (1872: 1,692,584 Thlc.), Sachsen mit 2,631,572 Thlr. (1872: 2,128,624 Thlr.), Württemberg mit 777,069 Thlr. (1872: 725,116 Thlr.), Baden mit 1,183,492 Thlr. (1872: 1,196,783 Thlr.), Hessen mit §02,513 Thlr. (1872: 598,331 Thlr.), Mecklenburg-Schwerin und Sireliß mit 261,544 Thlr. (1872: 232,421 Thlr.), Sachsen-Weimar mit 137,001 Thlr. (1872: 98,756 Thlr.), Oldenburg mit 320,627 Thlr. (1872: 122,698 Thlr.), Braunschweig mit 963,000 Tblr. (1872: 505,522 Thlr.), Sachsen-Meiningen 191,800 Thlr. (1872: 152,993 Thlr.), Sachsen - Altenburg mit 94,391 Thlr. (1872: 82,185 Thlr.), Sachsen - Coburg - Gotha mit 107,800 Thlr. (1872: 96,699 Thlr.), Anhalt mit 917,751 Thlr. (1872: 656,997 Thlr.), Schwarzburg-Ru- dolstadt mit 47,039 Thir. (1872: 37,033 Thlr.), Schwarzburg-Son- dershausen mit 16,673 Thlr. (1572: 16,794 Thlr.), Reuß ä. L. mit 10,6:0 Thlr. (1872: 7785 Thlr), Reuß E mit 60,392 Thlr. (1872; 58,044 Thlr.), Elsaß - Lothringen mit 2,165,326 Thlr. (1872: 1,392,568 Thlr.). Diesen Beträgen treten noch 285,641 Thlr. (1872: 126,119 Thlr.) hinzu, welhe in Großherzogthum Luxemburg an mit dem Reiche gemeinschaftlichen Abgaben zur Erhebung gekommen find.

Bern, 25. Juni. Laut der von dem cidgenössischen statistischen Bureau auf Grund kaautonaler Berichte angefertigten Zusammenstel-

Tung über die überseeisché Auswanderung aus der Schweiz

mit Ausnahme der Kantone Uri, Soloihurn, Schwyz, Waadt und Genf find im Jahre 1871 3852 Personen ausgewandert; davon waren 2078 Männer, 930 Frauen und §14 Kinder unter 16 Jahren; 2779 gingen nach Nord-, 146 nah Central- und 731 nah Südamerika, 109 nah Australien, 16 nach Asien, 92 nah Afrika und 29 nach un- betaunten Ländern, Auf die Kantone vertheilen sie fich wie folgt: auf Bern 855, Zürich 277, Luzern, 35, Schwyz 102, Obwalden 30, Nid- walden 2, Glarus 215, Zug 91, Freiburg 19, Baselftadt 96, Basel- land 91, Schaffhausen 167, Appenzell A. R. 30, Appenzell J. R. —, St. Gallen 310, Graubünden 211, Aargau 420, Thurgau 97, Tessin 644, Walis 126 und Neuenburg 104.

St. Petersburg, 2s. Juni. Die Ausbeute an Steinkohlen und Salz im Gebiet des Don nimmt im Vergleich mit den Vorjahren erheblich zu. Jm Jahre 1868 betrug dieselbe an Stein- Fohlen und Anthrazit 5,360,003 Pud, 1871 schon 14,110,00) Pud uúd 1872 fogar 20,158,000 Pud. Im Jabre 1872 wurden aus allen Manytscher Seen 1,347,334 Pud Salz, also 482,000 Pud mehr als 1871 gewonnen.

Kopenhagen, 25. Juni. Jn den beiden erften Monaten dieses Finanzjahres haben die unter die Abtheilung für Zollfsa chen gehö- renden Einnahmen 1,837,675 Rdl. oder 67,175 Rol. mehr betragen als in den entsprechenden Monaten des vorigen Finanzjahres. Gleich- zeitig hat die Kriegéësteuer für Waareneinfuhr und Brennereibetrieb 316,407 Rdl. oder 20,243 Rdl. mehr als in den entspre{enden Mo- naten des Finanzjahres 1872—73 eingebracht. Der „Miniferial- Tid.“ zufolge find ia den Monaten Januar-Mai 1873 auf den däni- schen Telegraphenlinien 224,689 Telegramm“, wovon 90,121 in- ländische, 85,513 ausländi1che und 49,055 Transit-Telegramme waren, befördert worden. In dem entsprechenden Zeitraume des vorigen Jahres war die Anzahl der beförderten Telegramme 216,376, also ist sie in diesem Jahre um 8313 größer.

Der Gesammtverkehr deutscher Schiffe in den La Plata-Häfeu im Jahre 1872 umfaßte, der „N.-Y. H.-Z.“ zufolge, §28 Fahrzeuge mit einem Tonnengehalt von 194,345 Tons. Davon liefen 269 Fahrzeuge mit 101,087 Tons ein und 259 Fahrzeuge mit 94.258 Tons gingen ab.

Kunst und Wissenschaft.

Berlin, 2. Juli. Nach dem Monatsberiht der Königlich preußischen Akademie der Wissenschaften lasen im Februar 1873 folgende Herren: Perlz, über den Minizter Freiherrn von Stein und den Staatsrath Nicolaus Langerieff; Helmholt, Vergleich des Ampéreschen und Neumannschen Gesetzes für die elektrodynamischen Kräfte; Reichert, Beschreibung einer frühzeitigen menschlichen Frucht im bläscenförmigen Bildungszustande nebst vergleichenden Untersucbun- gen über die bläschenförmigen Früchte der Säugéthiere und des Men- schen; Dove, Ueber die Temperatur des Jahres 1872; Kronecker, Ueber die verschiedenen Sturmschen Reihen und ihre gegenseitigen Beziehun- gen; Rammelsberg, Ueber die Zusammenseßung des Stauroliths; Kiepert, Ueber die Lage der armenischen Hauptstadt Tigranckerta.

Die Gesellschaft Ur IWCHDeE Freunde feiert am 9. Juli d, J. ihren 100. Stiftungstag durch ein Festmahl im Kroll- schen Etablissement, Nachmittags 4 Uhr.

Heft 4 (April 1873) vom 9. Bande der Philofophischen Monatshefte, herausgegeben von Dr. F. Ascherjon, Dr. J. Berg- mann und Dr. E. Bratusheck, hat folgenden Inhalt: I. Abhand- lungen. Die wirklichen logishen Urtheilsformen im Moment der Relation und drei Formen synthetisher Folgerungen. Von G. Knauer. 11. Rezenfienen von 6 Schriften(Droßbach: Ueber die verschiedenen Erade der Intelligenz und der Sittlichkeit in der Natur; Horwicz:

Psycholegishe Analysen; Fr. SHulte: Der FetishiÞmus; C. P. Tiele, Max Müller und Fr. Schulße: Ueber cin Problem der Religions- wissenschaft; M. Eyfferts übcr die Darwinsche Theorie; L. Twestens

politivistische Geschichtéphilosophie, Vortrag von Vatge). Biblio- |

graphie von Dr. Ascherion (d. i. Angabe der bis zum 10. April d. J. erschienenen pbilosophischen, theologishen, pädagegischen, historischen und sozialen Schriften, in alphabetischer Reihenfolge der Verfasser). Angabe der philosophischan Vorlesungen, welhe im Sommer- semester 1873 an folgenden deutschen Universitäten gehalten werden: Berlin, Bonn, Braunsberg, Breslau, Göttingen, Greifswald, Halle, Kiel, Königsberg, Marburg, Münster, Straßburg ; Erlangen, Freib:rg, Gießen, Hamburg, Heidelberg, Jena, Leipzig, München, Rosto, Tü- bingen, Würzburg; Graz, Jnnsbruck, Prag, Wien; Basel, Bern, Zürich; Dorpat. Inhaltsangabe “folgeader vhilosophischer Zeit- ihriften: La critique philosophique von Renouvier (falich geordnete Inhaltsübersicht der Nr. 52 des 1. Jahrg. und der 10 ersten Rum- mern des 2. Jahrg.); Revue de théologie et de philosophie von Dandiran und Astié; The journal of specnlative Philosophy von Harris; The Athenaeum. Vermischtes.

Das 25. Hefi der „Annalen des historishen Vereins für den Niederrhein“, herausg. v. Mooren, Eckerts, Ennen, Hüffer und Pick hat folgenden Inhalt: Deornbush: Ueber die Kunstgilde der Töpfer in der abteilihzn Stadt Siegburg und ihre Fabrikate. Mit Abbildungen. Ennen über den „Reichs-Vizekanzler Dr. Mat- thias Held" (den Rathgeber und die rechte Hand Kaiser Karls V. in dessen Kämpfen zur Unterdrückung der Reformation), mit urkundlichen Belegen. Mooren über „die fogenannten Personate in einigen Pfarrkirchen am Niederrhein.“ Harleß: Geschichte der beiden Schlöffer zu Bensberg, des alten und des neuen. Keussen: Mit- theilungen über den „Meister des Schreines am Hauptaltare in der Pfarrkirche zu Kempen“. Ennen: Die Kreuzigung Petri von P. P. Rubens 1m der Kirche St. Petec in Cöln. Außerdem enthält das Heft Weisthümer und zwar 1) ein Weisthum des Dorfes Heerdt bei Neuß, 2) Weisthümer von Büttgenbach in der Grafschaft Sponheim, 3) Weisthümer von Holzlar im Siegkreife.

Die Nrn. 25 u. 26 von „Kunst und Gewerbe, Wochen- schrift zur Förderung Deutscher Kunst-Jndustrie“ haben folgenden Inhalt (25): Internationaler Kongreß zur Erörterung der Frage des Patentshußes. Breslau: Das Museum f{lesischer Alter- thümer. Rom: Der Mosaiktisch der Kaiserin von Rußland. Erklärung zur Beilage. Für die Werkstatt. Netizen. An- zeigen. (26); Der Zinkguß. Nürnberg: Aus dem Germanischen Museum. Saargemünd: Die Porz-llan- und Fayencefabrik. Wien: Allgemeine Zeich -ns{chulen. Erklärung zur Beilage. Aus dem Buchhandel. Für die Werkstatt. Notizen. Anzeigen.

In der C. G. Röthe*schen Buchhandlung in Graudenz ist soeben ein Plan der Umgegend der Stadt und Festung Graudenz erschienen, der, nah den neuesten Aufnahmen im Maß- stabe von 1 : 50,000 gezeichnet ist. Ja rothem Druck find die pro- jektirten und vermessenen Eijenbaßnlinien nah zuverlässigen Quellen darauf verzeihnet. Der Plan umfaßt ein Terrain von 4 Quadrat- meilen und zwar im Norden bis an die Bingsdorfer Höhen, im Often bis Klodtfkeu, im Süden bis Rondsen, im Westen bis Sibsau reichend.

London, 28. Juni. Von der Leigh Smithschen Ngrd- pol-Expedition hat der Peterheader Wallfishfahrer „Eclipse“ Briefe mitgebracht, die bis zum 1. Juni im 77.40 Breitengrade in der Nähe der fih nach Spibbergen ausdehnenden Eismafsen reichen. Darnach ist Alles wohl, nachdem nah der Abreise von L-rwick vom 17. bis 25. Mai fehr s{lechtes Wetter geherrsht hatte. Die Erxpe-

ditien berührte nicht Jan Mayen, da fie der Sturm nah Osten trieb. Es ift im Plan, den Saum des Eises entlang nach der nordöstlichen Bucht von Spißtbergen- zu segeln.

In Florenz starb am 27. Juni an einer Herzkrankheit der amerikanische Bildhauer Hiram Powers.

Das Erdbeben vom 29. früh ist auG in Augsburg be- obachtct worden. Von Tegernsee berihtet man der „Augsb. Abendztg.* über das gleiche Ereigniß, und zwar foll dort das Getöse ziemli anderthälb Minuten gedauert und der See heftige Wogen ge- worfen haben. Na Beobachtungen in dortiger Gegend hat die Be- wegung von Nordost nah Südwest stattgefunden. Als cine befonders auffällige Erscheinung ist noch hervorzuheben, daß sich jeßt bei Ab- winkel am Seeufer ein vier Fuß breiter und m-hr als drei Klafter langer Riß zeigt. Am Achensee wurden ähnliche Beobachtungen -ge- macht, und es dürfen wohl auch von verschiedenen anderen Orten wei- tere Nachrichten erwartet werden.

Wien, 30. Juni. (Wiener Abend-Post) Laut gestern Morgens an das Kaiserlih Königliche Central-Observatorium für Metcorologie auf der Hohen Warte bei Wien eingelangten telegraphishen Berichten aus Görz, Tricft, Pola, Riva, Klagenfurt und Radmannsderf wur- den Istrien, Venetien und der Südwesten voa Kärnten gestern Mor- gens 5 Uhr abermals von einem ziemlich heftigen Erdbeben heim- gesucht, welches zu Görz durch 15 Sekunden andauerte und ih dur die Heftigkeit dec auf einander folgenden Erdstöße, wesentli von den in neuerer Zeit beobachteten derlei Naturerscheinungen untershicd. Die Richtung desselben war von Nordwest gegen Südost, die dur- schnittlihe Dauer 6 Sekunden, der Luftdruck ziemiih hoch und kon- \tant, die See ruhig. Bis jeßt fehlen nähere Daten und Berichte über ctwa vorgekommene Zerstöcungen.

Landwirthschaft.

Ven dem Archiv der Deutschen Landwirthschaft ist das 2. Stück erschienen. Dasselbe enthält den Bericht über die Verhandlungen der zweiten Versammlung des deutschen Landwirthschaftsraths (17. bis einschließli 22. Februar 1873), erstattet auf Grund der Sibßungsprotofolle und der stattgefundenen stenographischen Aufzeihnungen vom General-Sekretär A. Krocker.

München, 28. Juni. Das Juniheft der „Zeitschrift des land- wirthschaftlichen Vereins“ enthält folgende Nachrichten aus den Kreifen über den Stand der Felder: Einen ungünstigeren Mai-Monat als den leßtverflossenen haben wir noech faum erlebt. Von allen Seiten flagt man über die rauhe, kalte Witterung, die nut dur einige warme Tage unterbrochen wurde. Jedem warmen Tage folgte aber sofort ein Gewitter mit darauffolgender starter Abkühlung der Atmo- phäre. Die Nächte waren durhweg rauh, mehrere Male mit starken Nachtfrösten. Vom 17.—19. Mai waren fast in ganz Bayern starke Gewitter, hie und da mit Hagel, anderwärts mit jtarken Wasser- güssen. In dem Hochgebirge fiel der Schnee bis auf 3000 Fuß, ja einige Male bis 2500 Fuß und bis in die Thälèr herab. “Daß unter der Herrschaft ciner solhen Witterung- die Ernten nicht besonders viel- versprehend aussehen, :st natürlich. Man lagt daher auch von allen Seiten, und clbst wo die Getreide nicht s{le{cht stehen, hat man nicht den Muth, fich zu erfreuen. Aus der Rheinpfalz schreibt man: „die Weinberge bieten einen trostlosen Anbiick. Zwar hoffen noch viele Leute auf einen kleinen Ertrag; doch diese Hoffnung ist wohl eitel im Hinblick auf die vorge]chrittene Zeit ; die Weinpreise stehen auf einer noch nie dagewefenen Höhe, und felbst in den eigentlichen Weinorten wird fast nur noch Bier getrunken. Die Viehpreise find allenthalben in Folge der schlechten Aussichten für die Futterernte hérabgegangen, und der Handel is im Allgemeinen flau.“ Aus der Gegend von Nürnberg wird geschrieben: „Am 7. Mai waren die ersten Aechren da, und erst am 2. Juni fand man die ersten Blüthen im Roggen; derselbe ift hoch gewachsen, verspriht langes Stroh zu geben, aber dünn. Die

erste zeigt gelbe Blätter, scheint im Wachsthum verhindert, doch die weichen warmen Tage im Juni haben fie gehoben, und man glaubt, daß sie besser wächst. Der Hafer ist gut entwickelt. Die Frühkartoffeln haben schon s{chönes, großes Kraut; die späteren sind gut aufgegangen und zeigen kräftiges Wachsthum. Das Obergras in den Wiesen ijt zum Mühen reif, während das Üntergras sehr klein geblieben. Die Feldwiesen sehen besser aus als

die fogenannten Wässerwiefen, denen Hat das Wässern bei den. falten Nächten mehr geschadet als genütt.*

Baja (Ungarn), 25. Juni. Die trüben Aussichten auf die Er- trägnisse der Herbstsaaten felbst im besheidensten Maße haben sich zum Besseren umgejstaitet, als wir heute s{bon in Weizen eine befrie- digende Schüttung fonstatiren können, worüber die Meinungen aller Oekonomen vollkommen übereinstimmen und wenngleich der Rost in leßterer Zeit energisch auftrat, fo hat die hecrliche Witterung bewirkt, daß fih der Kern naturgemäß ausbilden konnte und der Rost von den Spitzen des Weizens verdrängt und wir somit keine s{chlechte Qualität zu erwarten haben, Roggen wird den gehegten Erwartungen, da der Rost stellenweise schadete und nahdem die im Vormonate gehabte rauhe, fal‘e Witterung diese Kalamität noch mehr unterstüßte, im minderen Maße entsprechen. Hafer und Gerste lassen auf eine brillante F-chsung bei normalèm Witterungsverlaufe schließen. Mais und alle übrigen Knollengewächse haben sich anläßlich der günstigen Zeit wesentli gebessert. i

Komorn, 23. Juni. (Erntebericht.) Dur die bis Mitte Juni andauernde abnormale Witterung und dur den si zeigenden Rost wurden in der Umgebung Befürchtungen einer Mißernte in Weizen und Korn laut; doch wurde diese Anschauung, seitdem schönes Wetter eingetreten, geändert. Bei der Körnerbildung zeigt es i, daß der Rost auf diefe keinen sehr s{hädlihen Einfluß übt; und ist bei fernerem günstigen Wetter bei Weizen eine mittelgute, bei Korn eine mittelmäßige Ernte zu erwarten. Gerste und Hafer entwickeln sich vorzügli und wird darin ein sehc reiher Ertrag erwartet. Raps wird bereits cingebeimst, dessen Schüttung eine überaus reiche (man schäßt 25. M. pr. Joch), überdies wenn die Ausarbeitung von \{chönen Sonnentagen begünstigt, auch in Qualität eine vorzügliche lein wird. In dzm genaunten Artifel wurden 4—5000 Kübel pr. Juli 9.25—9.50 pr. Kübel verschlossen. Auch kamen mehrere Schlüsse in neuem Weizen pr. Augcust vor; bekannt gewordene Ceurfe find 9.90—6.25 pr. Zoll-Gtr. Das Wetter ift seit acht Tagen fortwährend heiß, am 22. d. war hier im Schatten 33 Grad R. Wasserstand

sehr hoh. Gewerbe und Sandel.

Berlin, 2. Juli. Vom Berliner Pfandbrief-Fnstitut sind bis Ende Juni c. 2,884,200 Thlr. 43 prozentige und 1,640,500 Thlr. 5 prozentige, zusammen 4,524,700 Thlr. Pfandbriefe ausgegeben. Zugesichert, aber noch niht abgehoben, waren 768,200 Thlr. Fn der Feststellung begriffen 11 Darlehnsgesuche zum Feuerversicherungswerthe von 246,200 Thlr. An neuen Anmeldungen sind im Juni c. 10 Fälle mit 274,550 Thlr. Feuerversiherung hinzugekommen.

Königsberg, 27. Juni, Der hiesige Wollmarkt ist seit hent- als fast beendet zu betrachten. Wiewohl ein nicht unbedeutend-s Ouantum Wolle im Schweiß gehoren war, so ist doch das hier zu Markt gekommene Quaatum Rückenwäsche dem des vorigen Jahres mindesten gleichzustellen und auf ca. 18—20,000 Cir. zu taxiren, da nur außerst wenig auf Kontrakt verkauft war, während der Vorher- verkauf des Vorjahres ca. 6000 Ctr. betrug. Bezahlt wurde in dieser Woche für Kammwollen 65—70 Thlr., vereinz-lt felbst darüber, Stof- und Mitteltuchwollen 65—68—69 Thlr., guie Tuchwollen 70—73 Thlr. und darüber, hochfeine bis 85 Thlr.; Alles per 106 Pfd. Zoll- Gewicht.

Dem Jahresbericht der Handelskammer zu Coblenz für 1872 entnehmen wir Folgendes: Der Absaß der in der Lahn- gegend g-förderten Eisensteine nahm zu, mit ibm die Steigerung der Preise, welche am Jahress{lusse 25 Prozent erreihte. Die För- derung an Spatheisenstein im Wiedtshen Reviere vermehrte si be- deutend, während die Preise den im Vorjahre erzielten glei blieben. Die Produktion der Grube „Gute Hoffnung“ bei St. Goar über- traf diejenige im Vorjahre. Die dargestellten verwerthbaren Erze be- trugen: 1) Bleierze 8256 Ctr., 2) kupferhaltige Bleierze 3308 Citr., 3) Zinkblende 23,419 Ctr., zusammen 34,983 Ctr. (29,831 Cir. in 1871.) Während des ganzen Jahres blieb Braunstein ein gesuchter Artikcl und der Preis in England höher als zuvor. Wenn dessenungeachtet die Bersendungen nach diesem Lande nur 90—100,000 Ctr. betrugen und am Jahress{lusse fast gar keine Vorräthe von 55—60 prozentiger Waare in der Provinz Hessen-Nafsau vorhanden waren, 1o liegt darin wohl der -deutlicste Beweis, daß die Gewinnung dieses Materials in der Abnähme begriffen und der Absaß “auf ein Fünftel, ja Sechstel des frühern gewichen ist. Das Geschäft in Tufsteinen und Traß war ein sehr lebhaftes. Jnsbesondere zeigte fih eine so starke Nachfrage nach gemahlenem Trasse für Brückenbauten und Kohlenbergwerke, wie sie seit einer längeren Reihe von Jahren niht vorgekommen. Die Ausbeute von blaucr Thonerde aus den Gruben in den Gemarkungen von Kärlich, Mül- heim und Rübenah betrug 735,600 Ctr., also 56,885 Ctx, mehr als 1871. Der Absaß an Mineralwasser, darunter besonders von Seltersbrunnen, dur die Königliche Lagerverwaltung in Ehrenbreit- stein, bezifferte fich auf 2,613,661 Krüge und Flaschen. Er überstieg den Debit des Vorjahres um 564,233 Krüge und Flaschen und lieferte weita':s das beste Resultat seit dem Bestehen der genannten Verwaltung. Auf der Kupferhütte Tubalkain zu Remagen wurden 22,500. Ctr. inländishe Erze verhüttet und daraus 1300 Centner an reinem guten Blöckchenkupfer gewonnen. Die außerdem dargestellten Halbprodufte (Regulus) reptäsentirter 500 Gentner reines Kupfer. Die Beschäfti- gung der Maschinenfabriken war eine reihlihe und gegen das Vorjahr vermehrte. Vor allem hatten fie umfangreiche Bestellungen auf Eiseukonstruftionen zu bautechnischen Zwecken und für Eijsenbahn- bedarf, dann aber auch vicle Aufträge auf Blecharbeiten für Braue- reien und auf eisenverzinkte Pontons für Truppen, endlih auf Ma- schincuiaulagen. Auf dem benachbarten Moselhelling wurden 21 höl- zerne Fahrzeuge, 1 eisernes Dampfschiff, 1 Baggermaschine bearbeitet. Die Pianofortefabriken hÿatteu befriedigenden Abjaß an Instru- menten und find vorbereitet, auch größern Anjprüchen zu genüg-n. Der Absaß in emaillirten Gußwaaren war regelmäßig. Shwarz- blech wurde seht begehrt, Weißblech konnte in der Preissteigerung dem Schwarzblêche nicht folgen. Der Bedarf in“ Eisendraht, Drahtstiften und Ketten war fortwährend ein so außergewöhnlich starker, daß die Produftion kaam im Stande war, denselbea zu be- friedigen. Das Geschäft in Bimssandsteinen war ein äußerst günstiges; Faktrikation und Absatz vergrößerten fich erheblich und find noch in Zunahme begriffen. Die Jahresproduktion belief fich auf etwa 35 Millionen Stück. Den Seifenfabriken fehlt es an aus- reichendem Absaßze nicht.

In dem mahlsteuerpflicctigen Bezirke Coblenz - Ehrenbreitstein wurden an Getreide in Köraern und Mühlenfabrikfaten 59,192 Centner versteuert, 21,454 Centner weniger als 1871. Der Verbrau an Spiritus übertraf alle Vorausfeßungen. Die im Orte Weißenthurm befindliGen Hefe-Fabriken hatten "ziemlich starken Absaß und verschickten 12—14000 Centner. Der ‘außer- ordentlich hohe Preis dér Crescenz in der Champägue kam dem heimishen Sh aumwein- Produkte zu Staiten. Der Gesammt- absaß aus dem Bezirke dürfte auf 7—800,000 Flaschen gestiegen fein. Bei Anfung dés Jahres befanden sih die Tabaks- und Cigarren-Fabriken inmitten eines Arbeiterstrikes, welcher beide Theile, Fabrikanten und Arbci:er, empfindlih schädigte. Im Ganzen war aber die Lage der Fabriken eine befriedigende. Die Tu{- fabrikation war bei den theuern Rohstoffen und Arbeits1öhnen wenig ergiebig. Aa

Es passirten die Coblenzer Rheinschiffbrücke 14,921 Fahr- zeuge (148 mehr als 1871).

Bern, 1. Juli, In Folge der gerichtlichen Untersuchung, welche gegen die Verwaltung des „Credit foncier suisse“ eingeleitet ift, und in Folge der Verhaftung des Direktors der Gejellschaft For- nerod zu Paris, haben hier die Verwaltungsräthe Vautiec -und- De- grange ihr Amt gleichfalls niedergelegt. Man glaubt, daß Vautier auch in Folge dessen von feinem Regierungsposten zurücktreten wird.

Stockhol:z, 26. Jum. Jn der Stadt Drammen wurde am Dienstag, den 24. d. M,, eine Industrie - Ausstellung vom Staatsrath Falsen im Namen des Königs in feierlicher Weise mit Festreden und Cantaten eröffnet.