1873 / 157 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

3) in Württemberg. 1) Zeughaus-Büchsenmacher. 2) Zeugfeld- webel. 3) Zeugsergeanten. 4) Büchsenmacher und Sattler. b. Nicht servisberehtigte Beamte. 1) in Preußen. 1) Kastellan und Botcnmeister beim Kriegsministerium. 2) Kanzlei- diener und Portiers daselbst. 3) Bureaudiener bei den Intendanturen. 4) Kassendiener bei der General-Militärkasse und der Corps-Zablungs- ftelle XI1V. Armee-Corps. 5) Gouvernementsdiener in Rastatt. 6) Botenmeister, Kanzleidiener, Hausdiener und Portiers, Heizer und Heizergehülfe beim Generalstabe. 7) Ba>meister, Müh enmeister, Magazin-Ober- und Aufseher, Maschinisten, Bureaudiener und Wächter bei den M ENERe 8) Pa>meister, etatsmäßige Magazin- Arbeiter und Nachtwächter bei den Montirungsdepots. 9) Sara und sonstige Aufseher, Röhrmeister in Weißenfels. 10) Kafernen- wärter und Kasfernendiener. 11) Maschinisten, Heizer und Wasch- » meister in den Garnison-Waschanstalten. 12) Kanzlei- und Kassen- diener, Boten, Ofenheizer bei den Garnisonverwaltungen. 13) Por- tier, Hausmeister, Hausdiener und Wächter daselbst. 14) Werkmeister, Mascinenaufjeher und Heizer bei den Gewehrfabriken. 15)Portiers, Nacht- wädchterund Hausdiener daselbst. 16) Portiers, Hausdiener, Bureaudiener, Nactwächter bei den Artilleriewerkstätteä, der Geschüßgießerei und dem Feuerwerkslaboratorium. 17) Baügefangenen-Ober und Unteraufseher. 18) Kanzleidiener, Kassendiener, Bureaudiener, Kanzleibote und Haus- diener bei der General-Jnspektion des Militär - Erziehungs- und Bil- dungswesens, der Ober-Examinationskommission, dem General-Audi- toriat, der Kriegsakademie, dem Kadettencorps, dec Central-Turn- anstalt und der Militär-Roßarztshule. 19) Hausdiener, L RERAET, Portier und Kustos bei der Artillerie- und Ingenieurschule. 20) Haus- männer, Krankenwärter, Gärtner und Röhrmeister bei dem Knaben- Erziehungsinstitut in Annaburg. 21) Hauswärter, -Schulvogt und Kastellan bei den Garnisonsulen. 22) Klassenwärter, Aufwärter, Lazarethwärter, Tafelde>er, Portiers, Gärtner und Nachtwächter bei dem Kadettencorps. 23) Portiers und Aufseher bei der Kriegs-kademie, der Central-Turnanftalt und Militär-Roßarztshule. 24) Maschinisten und Heizer bei den größten Lazarethen. 25) Civilkrankenwärter und ortiers in den Lazarethen. 26) Hausknechte daselbst. 27) Portier, ufwärter, Per und Heizer beim medizinis< - <irurgischen riedri<-Wilhelms-Institut. 28) Küster, Todtengräber und Civil- ranfenwärter beim Jnvalidenhause in Berlin. 29) Futtermeister bei den Remontedepots. E / Gh fe 2. in Sachsen. 1) Kanzleidiener, Hausmann beim Kriegsmini- sterium. 2) Kassendiener beim Kriegs - Zahlamte. 3) Bureaudiener bei der Intendantur. 4) Aufwärter beim Generalstabe und Ober- Kriegsgericht. 5) Ober- und Aufseher, Mühlen- und Ba>meister, Bureaudiener bei den Magazinverwaltungen. 6) Poliere, Kasernen- und Maschinenwärter bei den Garnisonverwaltungen. 7) Aufseher beim Militärarreft in Dresden. 8) Maschinenwärter beim Garnifon- lazareth daselbst. 9) Aufwärter und Krankenwärter beim Kadetten- hause. 10) Aufseher und Hausmann bei der Lehr- und Erziehungs- anstalt in Struppen. 11) Apothekenstößer. 12) Thorwärter bei den tehnis<hen Instituten der Artillerie. 13) Aufseher beim Montirungs- epot. Ï Z Gi 3. in Württemberg. 1) Kanzlei-, Kaffen-, Bureaudiener beim Kriegsministerium, der Intendantur, dem Ober-Kriegsgericht und dem Kriegs-Zahlamt. 2) Materialienschreiber und Bureaudiener bei_dem Artilleriedepot. 3) Diener der Kadettens<hule. 4) Ba>meister, Ober- und Aufseher, Bureaudiener bei den Magazinverwaltungen. 5) Pa>- meister und Aufseher beim Montirungsdepot. 6) Kasernenauf}eher und Wärter. 7) Wärter und Hauskneh:r bei den Lazarethen. j E. Marineverwaltung. 1) Botenmeister in der Admira- lität. 2) Geheime Kanzleidiener. 3) Portiers. 4) Hausdiener. 5) Bureaudener beim echnungs- Dezernat resp. der FInten- dantur. 6) Zeichner bei den erftez 2c. 7) Werkmeister. 8) MWerfibureau - Aisistenten. 9) Schleusenmeistergehülfe. 10) Do>- meister. 11) Shleufenmeister. 12) Magazin-, Bauaufseher, Shleusen- und Do>wärter. 13} Portiers, Bureau- und Kassen- diener. 14) Gesingnie, Kasernen- und Krankenwärter. 15) Lazarethportiers. 16) Aufseher der Marineshule. 17) Portier. 18) Marineküster. 19) Oberlootsen. 20) Steuermann des Lootsen- \<ooners. 21) See- nnd Daserlgetlen, 22) Schiffsführer des Feuer- iciffes. 23) Steuermann. 24) Marineverwalter. 25) De>offizier I. Klasse. 26) De>offizier Il. Klafse. 27) Zeugfeldwebel. 28) Zeug- eanten. 2 (as F. Re<nungshof. 1) Kanzleidiener. / G. Reihs-Oberhandelsgeriht. 1) Botenmeister. 2) leidiener. 3) Hausdiener. 5 E tr “e reti 1) Kaftellane, 2) Botenmeister, 3) Kanz- leidiener, 4) Portiers,"5) Hausdiener, bei dem General-Postamte. 6) Unterbeamte bei dem Poft - Abre<hnungsbureau mit dem Auslande 2c. 7) Botenmeister, 8) Boten, bei dem Post - Zeitungsarite. 9) Unter- beamte bei den her Posibirerlianen, 10) Briefträger in Berlin. 11) Unterbeamte für den Bureau- und den Ortsbeftellungsdienst bei den Lokal - Postanstalten. 12) Poftkondukteure und Postbegleiter. 13) Pa>etträger. 14) Landbriefträger. E / J. Telegraphen-Verwal tung. 1) Kastellan bei der Gene- ral - Telegraphendirefktion. 2) Kanzleidiener daselbst. 3) Portier da- selbst. 4) Hausdiener daselbst. 5) Unterbeamte bei den Telegraphen-

ireftionen. 6) Telegraphenboten. / : E Berwaltuas des Reihs-Invalidenfonds. 1) Unter-

beamte.

L, Rei<s-Eisenbahn-Amt. 1) Kanzleidiener.

Königreich Preußen. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

Den Staatsanwalt von Rosenberg in Breslau zum Ersten Staatsanwalt bei dem Stadtgericht und bei dem Kreis- geriht daselbft; und ;

Den bisherigen außerordentlihen Professor Dr. Georg Phillips zum ordentlihen Professor in der juristischen Fa- kfultät der Universität zu Königsberg zu ernennen ; sowie

Dem praktishen Arzt 2xæ. Dr. Bergius zu Berlin den Charafter als Sanitäts-Rath zu verleihen.

Minifterium der geistlihen, Unterrihts- und Medizinal-Angelegenheiten.

Der bisherige Privatdocent Dr. Ern} Steindorff is zum außerordentlihen Professor in der philosophishen Fakultät der Universität zu Göttingen ernannt worden.

Dem Rektor der ftädtishen Louisenshule Professor Dr. Mäßtner, und dem Rektor der fstädtis<hen Victoriashule Dr. Haarbrü>er zu Berlin if der Titel „Direktor“ verliehen worden. f ;

Der praktishe Arzt Dr. Ahlemeyer zu Berlin is mit Anweisung des Wohnsizes in Limburg a. d. Lahn zum Kreis- Physikus des Unterlahnkreises ernannt worden.

Dem Komponisten Friedri< Nuhn in Burgsteinfurt ist das Prädikat „Musik-Direktor* beigelegt worden.

Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten.

Die der Direktion der Berlin-Anhaltishen Eisenbahn- gesellschaft im vorigen Jahre ertheilte Erlaubniß zur Ausführung von Vorarbeiten für eine Eisenbahn von Lu>enwalde nah Fürstenwalde ist auf die weitere Stre>e na< Küstrin oder einem anderen geeigneten Punkte der Oftbahn ausgedehnt worden.

Dem Magistrat der Stadt Sonderburg ift die Erlaubniß zur Ausführung genereller Vorarbeiten für eine Eisenbahn von Tinglef na< Sonderburg ertheilt worden.

Evangelischer Ober-Kirchen-Rath. i Der frühere Superintendent der Diöcese Freistadt, Pastor

Punke in Wüstebriese, ist zum Superintendenten der Didcése Ohlau, Regierungsbezirk Breslau, ernannt worden.

A bger eis: Der Geheime Kabinets-Rath von Wilmowski na< Bad Ems. Der Präsident der Seehandlung Bitt er nah Marienbad.

Versonal - Veränderungen in der Armee.

Offiziere, Portepee-Fähuriche 2c. Ernennungen, Beförderungen und Verseßungen.

Den 24. Juni 1873. von Livonius, Sec. L. vom Inf. Regt. Nr. 45, à la suite des Regts. gestellt.

Den 26. Juni 1873. Cafpari I, Sec. Lt. von der Inf. des Res. Landw. Bats. Nr. 35, früher im Infanterie - Regiment Nr. 24 und kommandirt zur Dienstleistung beim Infanterie- Inf. Regt. Nr. 20, im stehenden Heere, und zwar als Sec. Lt. im Inf. Regt. Nr. 112 wiederangestellt. v. Rund stedt, Rittm. aggr. dem Garde-Huf. Regt., in seinem Kommando als Adj. von der 4. zur 16. Div., v. Engel bre<t, Pr. Lt. vom Ulan. Regt. Nr. 7, in Fels nem Kommdo. als Adj. von der 6. Div. zur Insp. des Militär-Vete- rinär-Wesens, v. Reiswiß u. Kadersin, Rittm. vom Hus. Regt. Nr. 15, unter Vcrseßung in das Ulan. Regt. Nr. 4, in seinem Kom- mando als Adj. von dem Ober-Kommdo. der Okkupations-Armee in Srankreih zum Gen. Kommdo. VI. Armee-Corps, übergetreten.

Den 28. Juni 1873. v. Buttlar, Rittm. a. D., zuleßt Pr. Lt. à la suite des Kür. Regts. Nr. 4, als aggr. beim Ulan, Regt. Nr. 5 wiederangestellt.

Uebersi<ht der im Sommersemester 1873 an den land- wirthschaftli<hen Akademien Studirenden.

Staats- und landwirthschaftlihe Akademie zu Eldena: Studirende aus den früheren Semestern 9, neu eingetretene Studirende 1, Hospi- tanten 1, Summa 11. Landwirthschaftlihe Akademie zu Proskau: Studirende aus den früheren Semestern 51, neu eingetretene Studi- rende 15, Hospitanten 5, Summa 71. Landwirthschaftlihe Akademie zu Poppelsdorf : Studirende aus den früheren Semestern 23, neu ein- getretene Studirende 11, Hospitanten 9, Summa 39. Landwirth- \chaftliches Lehrinstitut zu Berlin: Studirende aus den früheren Se- mestern 9, neu eingetretene Studirende 31, Summa 40; zusammen: Studirende aus den früheren Semestern 92, neu eingetretene Studi- rende 98, -Hospitanten 11, Summa 161. Davon sind: aus der Pro- vinz Preußen 15, Brandenburg 14, Pommern 6, Posen 11, Schlesien 27, Sachsen 7, Hannover 7, Hessen-Nassau 3, Westfalen 2, Rhein- preußen 12, zusammen aus Preußen 104, aus den übrigen deutschen Staaten 10, mithin aus Deutschland 114, aus dem Auslande 47, also im Ganzen 161.

Die heut ausgegebene Nr. 5 der Allgemeinen Ver- loosungs-Tabelle des Deutschen Reichs- und Königlih Preu- gischen Staats - Anzeigers enthält die Ziehungslisten folgender Papiere: Allensteiner, Braunsberger, Calbesche, Cam- miner, Chodziesener, Ly>er, Wartenberger Kreis- Obligationen. Altmärki#\{<e Wische-Deihverband-Obligationen. Ansbach -Gunzenhausener Eisenbahn - Anlehen. Ant- werpener 3% 100 Francs-Loose von 1867. Brüsseler 3% 100 Francs-Loose von 1872. Cölnishe Maschinenbau- Aktien - Gesellschaft, Obligationen. Galizi\s<he Bodenkredit- Vereins-Pfandbriefe. ODesterreihis<hes 4% Staats-Anlehen de 1854. Dfener 40 Fl.-Loose von 1859. Posensche 31<« Pfandbriefe. Rheinische Eisenbahn-Prioritäts-Obligationen. Schlesisches Kredit-Institut, Pfandbriefe. Stettiner Stadt- R Unstrut-Verband-Obligationen, Mühlhausen bis

erxlében.

Die Allgemeine Verloosungs - Tabelle erscheint wöchentlich einmal utfb ift zum Abonnementspreis von 15 Sgr. vierteljährlih dur< alle Postanstalten zu beziehen, in Berlin au bei der Expedition Wilhelmstraße 32. Preis pro einzelne Nummer 2# Sgr.

Zur Beantwortung mehrfaher Anfragen wird bemerkt, daß die Allgemeine Verloosungs-Tabelle dem Reichs- 2. Anzeiger niht beigefügt wird, sondern nur mittel| besonderen Aböónnements bezogen werden kann.

Nichtamfkliches.

Deutsches Neich.

Prenßen. Berlin, 5. Juli. Se. Majestät der Kaiser und König find gestern Morgen um 10 Uhr in Ems eingetroffen, woselbst AÜerhöchstdieselben von Ihren Ma- jestäten der Kaiserin - Königin und dem Kaiser von Rußland, sowie den übrigen in Ems anwesenden Fürstlichkeiten empfan- gen und von dem zahlreih versammelten Publikum enthusiastish begrüßt wurden.

Der Bundesrath, der Ausshuß für Rehnungs- wesen und die vereinigten Aus\hü}e für Handel und Verkehr und für Rehnungswesen hielten heute Sißzungen.

Im Jahre 1872 wurden auf den Stationen des Deut- \hen Reihs-Telegraphengebiets, nah dem „Amtsbl. d. D. R. T. V.“, 8,249,229 Depeschen aufgegeben, 1,850,634 mehr als im Jahre 1871; davon waren im internen Verkehr 6,783,533 (gegen 1871 mehr 1,569,696), im nit internen Verkehr 1,465,690 (mehr 280,938).

Durch Allerhöchste Kabinetsordre vom 14. Juni 2c. find Kommandoworte für Shiffe und Boote an Stelle des bisherigen Entwurfs zu Kommandoworten bei Schiffsmanövern definitiv eingeführt worden. Dieselben sind in der hiesigen Ge- heimen Ober-Hofbuchdru>erei (R. v. Deer) zu beziehen.

Der Königlih großbritannishe Botschafter Lord Odo Russel hat fih am Donnerstag Abends mit seiner Gemahlin über Ostende nah London begeben.

Der mit der Führung der Geschäfte des General-Jn- \pecteurs der Artillerie beauftragte General-Lieutenant von Podbielski hat sich nah Bad Lande> begeben.

Der General-Major und Präses des Ingenieurkomites Leuthaus hat fi in dienstlihen Angelegenheiten nah Elsaß- Lothringen begeben, desgleichen der Oberst und Direktor der Ober - Militärexamin=ztions - Kommission Berger na< Mes, Engers, Erfurt, Anclam und Neiße zur Abhaltung der Öffizier- Prüfung an den dortigen Kriegs\chulen.

Der Generalmajor v. Karczewski, Direktor des AU- gemeinen Kriegsdepartements, hat einen mehrwöchentlihen Urlaub zunächst nah Homburg, sowie der Königlich bayerische Militär- bevollmächtigte, Oberst Fries einen zweimonatlichen Urlaub nah Bayérn angetreten.

Der Königliche Polizei-Präfident von Madai hat gestern einen a<twöhentlichen Urlaub angetreten und \ih utt A

Frankfurt a. M. begeben. Während seiner Abwesenheit wird derselbe durh den Geheinen Regierungs-Rath von Herzberg vertreten werden.

Dem Ober-Tribunals-Rath Voitus und dem Kammer- gerihts-Rath, Geheimen Justiz-Rath von Milewski is die nachgesuchte Entlassung aus dem Iustizdienste mit Penfion vom 1. September resp. 1. Oktober d. I. ab ertheilt worden.

In S<hildau hat sich unter dem Vorsize des dortigen Bürgermeisters ein Komite gebildet, welhes zur Verewigung der Thatsache, daß der General-Feldmarschall Graf Neidhardt von Gneisenau dortselbst geboren und als Waise 9 Jahre lang erzogen wurde, ein Asyl für Wittwen und Waisen des Soldatenstandes erstrebt.

Bei der Ostsee-Sturmfluth am 12./13. November v. I. wurde der zwölfjährige Sohn des Lootsen Kruse zu Fehmarn- sund, welcher allein auf den Trümmern des von den Wellen fortgerissenen elterlihen Hauses hülflos im Meere umhertrieb, dur die Mannschaft der vorbeikommenden franzöfishen Brigg „Locquirec*“ unter großen Anstrengungen vom augenschein- lichen Tode gerettet. Nachdem des Kaisers und Königs Majestät diefer That dur< Verleihung eines Ordens an den Führer der Brigg, Schiffskapitän René Cabon aus Morlaix AUerhöchstihre Anerkennung haben zu Theil werden lassen, is jegt dem Steuermann Pierre Geffroy das Verdienst - Ehrenzeihen für Rettung aus Gefahr verliehen und den bei dem Rettungs- werke betheiligt gewesenen Matrosen ein Ge:dgeschenk bewilligt worden.

Frankfurt, 3. Juli. Se. Hoheit der Prinz Fried- ri<h von Hessen ist von Ems gestern hier eingetroffen und im „Russischen Hof“ abgestiegen.

Bayern. München, 2. Juli. Die Zulagen, welhe dur die in ihrem wesenttihen Inhalte mitgetheilte Königliche Verordnung den nah älteren Normen pensionirten oder no< na diesen Normen penfionirt werdenden Offizieren zu ihren Pensionen, insofern leßtere hinter den früheren norddeutshen Sägen zurücbleiben, gewährt werden, betragen :

1) Für den General-Lieutenant als Divisions-Commändeur mit 41 Dienstjahren und darüber jährli< 500 fl., den General-Lieutenant in sonstiger Verwendung mit 51 Dienstjahren und darüber 500 fl.; 2) die General-Majore mit 41 Dienitjahren und darüber 350 fl.; 3) die Obersten mit 21 bis 30 Dienstjahren 37 fl. 30 kr., die Obersten mit 31 bis 40 Dienstjahren mit 650 A die Obersten mit 41 Dienst- jahren und darüber 800 fl. ; 4) die Oberst-Lieutenants mit 31 bis 40 Dienstjahren 250 fl, die Oberst-Lieutenants mit 41 Dienst- jahren und darüber 600 fl.; 5) die Majore mit 21 bis 30 Dienstjahren 12 fl. 30 kr., dies, Majore mit 31 bis 40 Dienstjahren 450 fl., die Majo mit 41 Dienstjahren und darüber 600 fl; 6) die Hauptleute 1. Klasse und Rittmeister mit 31 Dienstjahren und darüber 300 fl.; 7) die Hauypt- leute II. Klasse mit 31 bis 40 Mia 75 fl., die Hauptleute IL. Klasse mit 41 bis 50 Dienstjahren 293 fl. 45 kr., die e II. Klasse mit 51 Dienstjahren 300 fl. ; 8) die Ober-Liecutenants mit 31 bis 40 Dienstjahren 25 fl., die Ober-Lieutenauts mit 41 bis 50 Dienstjahren 156 fl. 15 fr., die Ober-Lieutenants mit 51 Dienstjahren und darüber 287 fl. 30 kr.; und 9) die Unter-Lieutenants mit 41 Dierstjahren 105 fl.

Dabei haben die begonnenen Dienstjahre für voll zu zählen. Daß den betreffenden Militärbeamten die gleiche Pensionszulage nah den bezüglihen Chargen und Rangklassen gewährt wurde, haben wir bereits erwähnt.

4. Juli. (W. T. B.) Die erfolgte Wiederwahl der hiefigen Bürgermeister Erhard und Wiedenmayer is, wie die hiefigen Zeitungen melden, vom Könige bestätigt worden.

Sachsen. Dresden, 2. Juli. Laut Bekanntmachung des hiesigen Königlihen Gerichtsamtes sind in den Dör- fern Nieder-Gorbiß, Wölfnigz u. \. w. mit Einschluß von Löbtau seit dem 25. v. M, 28 neue Cholera-Erkran- kungsfälle, davon 18 mit tôödtlihem Ausgange zur Anzeige gelangt. Die Gesammtzahl der Erkrankungen im Gerichtsamts- bezirke Dresden beläuft sich nun auf 55, die der Todesfälle auf 29. Hierüber ist no< 1 Fall mit tödtlichem Ausgange in Groß- Burgk (Königliches Gerihtsamt Döhlen) vorgekommen.

Chemnig, 2. Juli. Heute Nachmittag 3 Uhr fand die Einweihung des in den Räumen der neuerbauten Kaserne errih- teten Dffizierskasinos des hiesigen Regiments statt, welcher Feier die Prinzen des Königlichen Hauses, General- Feldmarschall Kronprinz Albert und Prinz Georg, der Chef des Regiments Nr. 106, beiwohnten. Ihre Königlichen Hoheiten kamen mit dem 2 Uhr 50 Min. Nachmittags hier eintreffenden Zuge an und wurden auf dem Bahnhofe von dem Gärnison- Kommandanten Oberst Schumann und General-Major v. Abend- roth, in dem Kasernenhofe von dem versammelten Offiziercorps nebst den zur Feier geladenen Gästen empfangen. Zu dem im Offizierskasino stattfindenden Festdiner hatte das Offiziercorps zahlreiche Einladungen an höhere Offiziere der Armee, insbeson- dere an die früheren Kommandanten des Regiments, an solche Offiziere, die im Regiment früher gedient hatten, und an die städtischen Behörden ergehen lassen. Ihre Königlichen Hoheiten verließen die Stadt mit dem 7 Uhr 52 Min. nah Dresden gehenden Zuge.

Sessen. Darmstadt, 2. Iuli. (Fr. I.) Die heutige Berathung der Zweiten Kammer begann mit Art. 16 der Landgemeinde-Ordnung und endigte wit Art. 34, über welchen leßteren übrigens die Abstimmung, mit Rücksicht auf einen vorhergegangenen Beschluß, ausgesezt wurde. Das Interesse der ganzen Sizung kulminirte in der Frage, ob der Bürger- meifter und die Beigeordneten nah der Regierungsvorlage durch den Gemeinderath, oder aber direkt durch die stimmfähigen Ein- wohner gewählt werden solle, wie der Abgeordnete Dernburg beantragt hatte. Nach langer Debatte wurde \<ließli<h nament- liche Abstimmung verlangt, welche die Annahme des Dern- burgschen Antrags mit 25 gegen 20 Stimmen ergab. Auch der Antrag Dernburgs, daß die Regierung im Falle doppelter Nichtbeftätigung des gewählten Bürgermeisters nur für ein Jahr (nicht 3 Jahre) einen kommissarishen Bürgermeister soll ernennen können, ward mit 27 gegen 18 Stimmen angenommen.

9. Juli. Heute fuhr die Kammer bei Art. 34 der Landgemeinde-Ordnung fort, und es gelangte (da alle wesentlichen Punkte in der Hauptsache bereits bei der Städte- Ordnung entschieden sind) \{ließli<h das ganze Geseÿ mit den vom Aus\{huß und na<h Maßgabe der Städte-Ordnung bean- tragten Modifikationen zur Annahme. Nur bei Art. 49 und 43 entspann fich eine lebhaftere Debatte. Nach dem ersteren Artikel soll über Gegenstände, welche niht auf der Tagesordnung stehen (dringende Fälle ausgenommen), nur dann Beschluß gefaßt werden dürfen, wenn alle anwesenden Mitglieder fich für als- baldige Erledigung des Gegenstandes ausfprechen. In der Städte - Ordnung is diese Bestimmung angenommen worden. Abg. Stephan (Osth5fen) beantragte, hier auszusprehen, daß zwar în der Sizung berathen, nit aber Beschluß gefaßt wer-

den dürfe, ohne daß die betreffenden Mitglieder geladen find. Dies ward s\{<hließli<h angenommen. Art. 43 bestimmt: „Dur<h Beschluß des Gemeinderaths kann bestimmt wer-

, daß die Sizungen desselben öffentlih sein sollen.“ Abg. Gebhard beantragte, daß die Sizungen unbedingt öffentlich sein sollen, und nur ausnahmsweise im einzelnen Fall geheim. Abg. Heinzerling dagegen wollte, daß die Sißungen im Prinzip öffentlih, eine Ausnahme aber überall zulässig sein soll, wo nah Ansicht des Kreis-Aus\{hu}es die Lokalitäten eine Aus- nahme nöthig machen, bezw. eine Dur<hführung der Oeffentlich- Feit ausschließen. Nachdem zunächst die Regierungsvorlage und dás leßtere Amendement mit 22 gegen 22 Stimmen abgelehnt wor- den, ward der Gebhardshe Antrag angenommen. Hiernächst wurde auf die Art. 1 und 9 der Kreis - Ordnung, deren Be- rathung früher ausgeseßt worden war, zurü>gegriffen, und er- hielt Art. 1 eine Fassung, daß dadurch die jeßige Kreis-Einthei- lung nit fanktionirt ist, vielmehr die Kammer bei Feststellung der neuen Kreise demnächst mitzubeshließen hat. Ebenso ward Art. 9 \o gefaßt, daß er für einen vom Abg. Möllinger ge- fieuten Antrag nicht präjudizirli<h is. In der . nächsten, am Montag stattfindenden Sizung soll in die Berathung des Bud- gets eingetreten werden.

Sachsen - Weimar - Eisenah. Weimar, 4. Juli. Der Erbgroßherzog ist nah Stuttgart abgereist.

Sachsen-Coburg-Gotha. Coburg, 3. Iuli. Eine im gestrigen Wochenblatte erschienene Ministerialbekannt- machung hebt die Entrichtung der sogenannten Hagestolzgelder, welche seither aus dem Nachlasse ledig verstorbener Männer nah zurü>gelegtem 40. Lebensjahre zu Gunsten der Wittwen- versorgungskasse zu entrihten war, auf.

(Fr. I.) Der Spezial-Landtag für das Herzog- thum Coburg if gestern vertagt worden, nachdem der Etat der Staatskasse berathen und genehmigt worden war. Derselbe ist nur auf ein Jahr bis zum 30. Juni 1874 aufgestellt worden, da erst na<h Abschluß der Verhandlungen mit dem gemeinschaft- lihen Landtag für Coburg und Gotha über die gemeinsamen Einnahmen und Ausgaben und über die nothwendigen Ver- einfahungen in der Staatsverwaltung der beiden Herzogthümer eine längere Finanzperiode in Aus\iht genommen werden kann. Der Etat für Coburg \{ließt ohne Steuererhöhung mit 483,245 fl. in der Einnahme,Tund mit 482,495 fl. in der Aus- gabe ab, und es ift für alle Staatsdiener eine namhafte Ge- haltsaufbesserung eingetreten. Beim nächsten Zusammentritt des Landtags im Herbste d. I. wird u. A. au< das vorgelegte neue Volks\hulgeseß zur Berathung kommen.

Schwarzburg-Sondershausen. Sondershausen, 2. Juli. Der Erbprinz und die Erbprinzessin haben \fih in diesen Tagen nah Wörligz an den Herzoglih defsauischen Hof begeben ; später wird die Erbprinzessin von dort nah Franzensbad gehen.

Neuß. Greiz, 3. Juli. Der Fürs empfing gestern den Königlich preußishen Gesandten am Königlih \ähfishen Hofe, Grafen v. Solms-Sonnewalde, welcher sein Beglau- bigungsschreiben als. neu ernannter Geschäftsträger am hiesigen Fürstlichen Hofe überreichte und hierauf zur Tafel gezogen wurde.

Am nämlichen Tage fand unter entsprehenden Feier- lichkeiten die Grundsteinlegung zu dem Gesammtschul- gebäude hiesiger Stadt durh Se. Durchlaucht statt.

Mittelst Regierungsbekanntmachung ist nah dem Vorgange anderer Staaten den Staatskassenstellen die fernere Annahme der öôsterreihishen und ungarishen Guldenstü>e untersagt worden.

Desterreich-Ungarn. Wien, 3. Iuli. Die Königin von Württemberg fuhr gestern Nachmittags na<h Schön- brunn und stattete dem Kaiser und der Kaiserin einen Ms ab. Nach einstündigem Aufenthalte kehrte die Königin na Wien zurü> und besuchte die Erzherzoge Rainer und Jofeph. Später bcsichtigte die Königin die Kaiserlih Königlihe Schaß- kammer.

Der Kaiserlich türkische außerordentlihe und bevollmäch- tigte Botschafter Kabuli Pascha wurde heute vom Kaiser in féierliher Audienz empfangen und hat \eine Beglaubigungs- \<hreiben überreiht. Der Botschafter wurde von dem zur Be- gleitung bestimmten Kaiserlih Königlihen Kämmerer ' Vincenz v. Almasy mit dem üblichen Ceremoniel in die Hofburg ein- geholt und zurüdgeleitet.

Klagenfurt, 3. Juli. Kronprinz Rudolf is um

‘3 Uhr Nachmittags hier angekommen und wurde auf dem Bahn-

hofe vom Statthalter Grafen Lodron, dem Landeshauptmanne Grafen Goëß, General-Major v. Stubenrauh und dein Bürger- meister Iessernigg ehrfur<htsvoll empfangen. Der Prinz drückte dem Bürgermeister die Freude darüber aus, daß er Gelegenheit habe, der feierlichen Enthüllung des Maria-Theresia-Denlmals beizuwohnen. Die in der festli<h ges<hmü>ten Bahnhofstraße zählreih erschienene Bevölkerung begrüßte den Kronprinzen mit Socrufen. An der Ehrenpforte empfing der Kronprinz von einer Lehramts-Kandidatin einen prachtvollen Blumenstrauß. Unter den Klängen der Volkshymne erfolgte die Einfahrt in die Burg.

E Das Denkmal, dessen feierlihe Enthüllung bevorsteht, ist die Erneuerung der Statue der Kaiserin Maria Theresia, welche im Jahre 1765 in Klagenfurt errichtet wurde. Das von Bálthasar Moll aus Wien gefertigte Standbild war aus Blei gegossen und hatte dur<h die Witterung stark gelitten; jezt ist dc.fselbe dur<h einen Bronzeguß erseßt worden.

Pesth, 3. Iuli. Der kroatishe Landtag soll für die zweite Woche des August einberufen werden. In der JIustiz- reform-Enquête sprach sih die Mehrzahl der Redner gegen die Einführung des mündlichen Verfahrens im Civilprozesse aus, weil dieselbe zum mindesten verfrüht wäre. Bezüglich der Reor- ganisation der Gerichte wurde die Verminderung der Zúhl der Gerichtshöfe, dagegen die Vermehrung der Bezirksgerichte und die Aufhebung des Kassationshofes gewünscht.

Schweiz. Bern, 4. Juli. (W. T. B.) Die Regierung des Kantons Tessin hat die Ausweisung zweier Priester bes<lossen und gleichzeitig damit den weiteren Beschluß gefaßt, daß mit dem Ablauf der Aufenthalts-Bewilligung für fremde Priester au<h das Placet für ihre geistlihen Funktionen erloschen sei. Endlich hat dieselbe die Versammlungen und religiösen Uebungen des Piusvereins an den Festtagen ver- boten. Der große Rath in Genf hat gestern bestimmt, daß der Staat bei der Wahl des Bischofs mitzuwirken habe.

Großbritannien und Jrland. London, 3. Juli. In Portsmouth trafen gestern drei französishe Schiffe, die Schrauben-Avisos „Cuvier“ und „Faon'“, sowie der Schrauben- dampfer „Coligny“ ein, um die Pferde, sowie einen Theil des

Gepä>s des Schhahs von Persien einzuschiffen. Die franzö- fishen Yachten „Rapide““, Hirondelle,“ und „Renard“ treffen heute ein. Die „Rapide“ (früher „L'Aigle“, die Staats-Yacht des Kaisers Napoleon) wird den Schah und seine Minister an Bord nehmen. Etwa 25 Meilen von der englischen Küste ent- fernt, wird sih den Yachten mit dem Schah und seinem Gefolge und den dieselben begleitenden britishen Kriegs-Fregatten ein französfishes Geshwader unter dem Kommando des Contre- Admirals Reynaud, bestehend aus dem „Ocean“ (Flaggens\chiff), „Thetis““, „Armide“, „Suffrenne“ und „La Reine Blanche‘! an- \<hließen. h f Y

In der gestrigen Nachmittagssizung beschäftigte sich das Unterhaus fast aus\hließ{li<h mit v zur zweiten Lesung vorliegenden Newdegate'shen Klostergeseßze. Diese Maßregel bezwe>t, wie Newdegate erklärte, die Ernennung einer Königlichen Kommission, die über den Zustand, das Vermögen, die Regeln u. \. w. der englishen Mönhs- und Nonnenklöster Erhebungen anstellen soll. An der Hand von ftatistishem Material wies Newdegate nah, daß fi< die Zahl dieser Înstitute mit jedem Jahre vergrößere. Er argumentirte, daß die Ausnahme von der staatlihen Ueberwachung, die fie genießen, eigenthümli<h und anomal sei und in keinem anderen europäischen Lande gestattet werde. Pease und Matthews bekämpften die Vorlage. Letzterer verwarf fie als inquisitoris<h und als eine Verlegung der persön- lichen Freiheit und der Dr IUU Eee Auch fast sämmtliche irische Mitglieder \prachen gegen die Bill, die nur die Unter- stüßung Whall-ys, Greeve's und Holts fand, wel leßterer be- hauptete, daß diese Institutionen illegal seien und inspizirt wer- den sollten. Die Abstimmung ergab eine Verwerfung der Vor- lage mit 131 gegen 95 Stimmen.

Im österreihishen Botschaftshotel fand am 1. ds. ein viplomatishes Diner statt, bei welchem der deutsche Botschafter, Graf Münster, der brasilianishe Gesandte, Baron de Penedo, Graf Nesselrode, der Lordkanzler General Lord Strathnairn, der Marine-Minister, sowie andere Personen von Distinktion mit ihren Damen die Gäste des Grafen Beust waren.

4. Juli. (W. T. B.) In der heutigen Sizung des Unterhauses mate der Unter-Staatssekretär im Departement des Auswärtigen, Viscount Enfield, auf eine Anfrage Edward Mialls die Mittheilung, daß die britishe und die französische Regierung zum Zwe> der Abschließung eines beide Theile C5 vai Handelsvertrags in fortwährender Unterhandlung

änden.

Fürst Poniatows ki is heute hier gestorben.

Frankreich. Paris, 3. Juli. Die Ausgaben der Stadt Paris für die Feste während der Anwesenheit des Schah von Persien werden si< auf nahe an 300,000 Frcs. belaufen. Das Wettrennen, welches der Aus\huß der Société d'Encou- ragement veranstaltet, findet am 13., am Tage des großen Stadt- festes, statt. Die ausgesezten Preise betragen 28,000 Frcs. Die große Oper soll für die Festvorstellung besonders glänzend aus- gestattet werden. Bei dem Feste am 13. wird au ein großer Zapfenstreich stattfinden. 6280 Mann Soldaten, Unteroffiziere, Offiziere, Musikanten, Trompeter und Tambours werden fih an demselben betheiligen. Iedes Regiment stellt zu demselben einen Bataillonsführer, einen Adjutanten, 18 Offiziere, 37. Unteroffi- ziere, 200 Laternenträger, 100 Fahnenträger, 20 Fatelträger, 90 Soldaten in Waffen, 70 Musikanten, Tambours und Trom- peter, im Ganzen 497 Mann.

Der Präfident ‘der Republik, Marshall Mac Mahon, und der Kriegs-Minister, General du Barail, wer- den sih na<h der Räumung sofort nah Belfort begeben. Zwei Compagnien der mobilen Gensd'armerie in Versailles haben Befehl, fih zum Abmarsche nah Nancy zu rüsten, wo sie gegen den 25., einige Tage vor den Regimentern, die daselbst nach olen der deutschen Truppen die Garnison beziehen, eintreffen ollen.

Der obere Handelsrath versammelte sich heute, um einen Steuerantrag bezüglih des Handelsumsates zu prüfen. Diese: im Jahre 1872 in ‘der Budget - Kommission bekämpfte Steuer soll die Steuer auf Rohstoffe ersetzen.

Spanien. Madrid, 28. Juni. Die „Gazeta“ bestätigt die Nachricht von der Niederlage des Obersten Cästanon. Die Verluste der republikanischen Truppen betragen 17 Todte und gegen 50 Verwundete, die der Earlisten 40 Todte und 20 Verwundete.

Îtalien. Rom, 5. Juli. (W. T. B.) Pisanelli hat, der „Opinione“ zufolge, die Uebernahme eines Portefeuilles ab- gelehnt. Troß seiner Weigerung war die definitive: Rekon sti- tuirung des Ministeriums nahe bevorstehend; in letzter Zeit haben \i< indessen neue Schwierigkeiten erhoben.

Türkei. Konstantinopel, 5. Iuli. (W.T. B.) Der Sultan hat eine Einladung des Vizekönigs von Aegypten zum Diner angenommen. Leßterer wird wahrscheinlih von hier nicht na<h Wien gehen, sondern direkt nah Aegypten zurü>kehren. Der jüngst der ägyptischen Regierung ertheilte Firman des Sultans is abschriftlih allen auswärtigen Mächten kom- munizirt.

Schweden und Norwegen. Sto>holm, 1. Iuli. Laut Telegramm aus Tromsöò isst der König am 29. v. M. mit den Kriegsschiffen „Sanct Olaf“, „Nornen“, „Laugen“ ‘und „Gunhild“ Nachmittags um 2 Uhr daselbst angekommen und hat Seitens der Bevölkerung - eine überaus herzlihe Und enthu- siastishe Aufnahme gefunden

Aus Seslsingfors wird dem „Aftonbladet“ geschrieben : Der General-Lieutenant Graf A. Aminoff soll dieser Tage über Schweden und Norwegen nach Lappmarken sih begeben, um im. Namen des Kaiser Alexander den König Oscar 11. zu begrüßen, wenn der König um den 6. Iuli auf seiner Reise dur< Nordmarken die finnländishe Grenze bei Utsjoki be- rühren wird.

Der Justizkanzler Freiherr C. G. C.“ Lejonhufovud, welcher infolge Königlichen Befehls in verschiedenen Theilen des Reiches Amtsreisen unternimmt, ist kürzlih an Bord der Dampf- korvette „Thor“ in Carlskrona (dem \{<wedis<hen Marinehafen) angekommen, wo er die verschiedenen Etablissements besichtigte.

Dänemark. Kopenhagen, 2. Juli. Prinz Walde- mar is an Bord der Dampffregatite „Själland* in Leith ange- kommen. „The Scotsman“ berichtet, daß ‘er nebst Gefolge im Mas Douglas - abstieg. Später begab fih der Prinz ‘mit ‘dem

uge nah London, um der Prinzessin ‘von Wales (seiner Shwester) einen Besuh abzustatten.

Die Nr. 13 des „Marine-Verordnungs-Blatts* hat fol- genden Inhalt: Bestimmungen über Ertheilung von Urlaub an die Offiziere und Mavnschaften der Kaiserlichen Marine. Kompetenzen der Schiffsjungen-Unteroffiziere und Schiffsjungen. Angabe der Wohnung und der Wohnungsänderung der na< Berlin kommandirten

und beurlaubten Offiziere 2c. Abänderung zur Vorschrift über die Einrichtung und Ausstattung der Handwerksstuben, Montirungs-Kam- mern 2c. Avisirung der von den Kassen-Kommissionen S. M. Shhiffe und Fahrzeuge gezogenen Wechsel. Der den Messen für die Befklei- dung der aus der Besaßung entnommenen Köche oder Kellner von dem Mefsepauschquantum zu machende Abzug. Definitive Einführung von Kommando-Werten für Schiffe und Boote bei der Kaiserlichen Marine. Auszug aus dem Gefeß wegen Abänderung des Gesetzes vom 1. Mai 1851, betreffend die Einführung einer Klafsen- und flas- sifizirten Einkommensteuer vom 25. Mai 1873. Lebensversicherungs- Anstalt für die Armee und Marine. Berichtigung. Trennung der Aerzte des Beurlaubtenstandes der Marine von denen der Land- Armee. Personalveränderungen.

Die Nr. 48 des „Amts-Blatt der Deutsch en Reichs- Postverwaltung“ hat folgenden Inhalt: General-Verfügungen : vom 2. Juli 1873: Beitritt der Privat-Postgehülfen und Privat-Post- unterbeamten gu den Post-Spar- ‘und Verschußvereinen; vom 27. Juni 1873: Wegfall der Briefbeutelshlösser; vom 2. Juli 1873: Wegfall der Liquidationsbogen bei Postwagen-Reparaturkosten; vom 2. Julï 1873: Postanweisungen nah Großbritannien und Irland.

Die Nr. 11 des „Deutschen Postar<hiv*, Beibeft zum Amtsbatt der Deutschen Reichs-Postverwalung, hat folgenden Inhalt: T. Afktenstü>e“ und Aufsäße: Die Postwerth- zeichen Württembergs. Ost - Turkestan. Die “Inselwelt des Großen Oceans. IT. Kleine Mittheilungen: Die Benußung der Briefkasten an den Eisenbahn-Postwagen. Statistik des Bezirkes der Kaiserlichen Ober-Postdirektion Gumbinnen. Die Postagentur auf der Schneekoppe. Der Wiener Frauen-Erwerbsverein. Ge- \<häftsberi<t des Schweizerisen Bundesrathes über das Post-Depar- tement. Ueber den Stand der Arbeiten an den St. Gotthard- linien. Das Postwesen in der Argentinischen Republik.

Nr. 14 des „Amtsblatts der Deutschen Rei chs- Telegraphen-Verw altung hat folgenden Inhalt : Veränderungen im deutschen Reichs-Telegraphentarife. Statistishe Nachrichten über den Verkehr der Stationen des deutschen Reichs-Telegraphenge- bietes pro 1872 im Verhältniß zu 1871. Personalien.

Statistische Nachrichten.

Nach dem 49. Jahresberiht der Berliner Gesells<aft zur Beförderung der evangelischen Missionen unter den Heiden, für das Jahr 1872, hat das Mifssionswerk in Afrika er- freuliche Fortschritte gemacht. Es waren Ende 1872 daselbst folgende Missicnsstationen in Thätigkeit : Oranjefreistaat: Bethanien, Pniel, Póbvrijesdam; Capfolonie: Amalienstein, Zoar, Ladysmith, Anhalt- Schmidt, Riverêsdale; British-Kafferland : Bethel, Wartburg, Peters- berg, Emdiseni, Etembeni; Natalkolonie: Emmaus, Christianen- burg, Stendal, Emangmeni, Hoffenthal, Königsberg; Treesvael- Republik: Bothabelo , Laydenburg, Pretovia, Wallmenesthal, Tschuaneng, Ga Matlate, Ga Lekalekale, Thuilpane, Malokung, Modincul'le, Blauberg, Makchabeng, Potschofftrom, Ga Sevaje. Zu dem neuen Missionshause in Berlin wurde am 19. August der Grund- stein gelegt; am 19. Dezember wurde auf dem vollendeten Rohbau desselben das Kreuz aufgerichtet. Zu \peziellen Kosten des Baues wurden im Jahre 1872 24,834 Thlr. vereinnahmt, 48,248 Thlr. ver- ausgabt. Oie fehlenden 23,414 Thlr. wurden theils "aus der allge- meinen Kafse entnommen, theils dur< Darleben beshafft. Zu allge- gemeinen Missionsausgaben wurden 61,009 Thlr. gebraucht und waren 63,700 Thlr. vorhanden, fodaß eine Mehreinnahme von 2691 Thlr. vorhanden war und si, mit Hinzurechnung des Kassenbestandes von 1871, ohne den Neubau, ein Kassenbestand von 7475 Thlr. ergeben haben würde. Im Vorstande ist an Stelle des Geh. Ober-Regierungs- Rath Schede déèr Vize-Präsident des Ober Tribunals Dr. v. Rohr als erster und an Stelle des Präsidenten v. Schliekmann der Geh. Ober- Regierungs-Rath Dr. Jacobi als zweiter Vize-Präsident getreten.

Kunst und Wissenschaft.

Berlin, 5. Juli. ‘Der Kaiser von Oesterreih hat unterm 19. Juni d. J. die Wahl des Profeffors ‘an der hiesigen Universität Dr. Gust äv Rose zum Ehrenmitgliede der. Kaiserlichen Aka- demie der Wissenschaften in Wien genehmigt.

,__— Am 5., 6. und 7. d. M. wird in Leipzig die dritte ordent- liche Generalversammlung der Gesellshaft für Ver- E, Ih R e NLDu g stattfinden.

Pas diesjâhrige Gesangfest des Märkischen -

bundes findet morgen in Neustadt E.-W. statt. M nage

- Bäyreuth, 1.° Juli. Das Baugerüft zum Oberbau des Bühnentaums des W agnertheaters hierselbst ift vollständig fertig und soll in zwei. bis dritthalb Wochen / dieser Theil des“ Bäâues unter Däch gebracht sein. “Die übrigen Theile des Theaters, ‘als Zuschcter- raum, Seitenflügel Magazinräume 2c. 2c. find no< ni<t“in Angriff genommen. Der Grund hierzu ist aber größtentheils schon gegraben. Wenn der Bühnenraum unter Dach ist, beabsichtigt R. Wagner die Tia des Unternéhmens zu einer Generalversammlung nah Bayreuth einzurufen.

Das Erdbeben vom 29. Juni wurde in mehr oder minder be- deutender-Stärke auch in Meran, Obermats, Jnnsbru>, Hall, Mánste; bei Rattenberg, im. Oebthale, in Brune, Sillian, St.- Ulrich in Gröôten ünd Trient beobachtet.

—/Um.>den Durchgang der Venus dur die Sonne zu beobachten, sollen von amerikanischer Seite vier Expeditionen abge- sandt werden.“ Eine jede diefer Expeditionen soll aus je<s Personen bestehen,“ und sollen si dieselben nach ‘Hobertstown, van Diemens- Land, nâch Kerguelans Land im“ südlichen Ostindischen Meer, nah Vladiftorak àn der rüffish-asiatishen Küste, und nach einer Infel ‘in der Nähe von Australien begeben. Am 18. Juni waren Professor Henry vom Smithfonian-Institut, Admiral Land und Profeffor New- comb von der Marine - Sternwarte im Marine - Ministerium in Wa- shington versam:zuelt, um vorläufig die Details der Arrangements für diese Expedition zu berathen. Die Regierung wird wahrseinli< ein Kriegéshif zur Ausführung derselben zur Disposition stellen.

) Landwirthschaft.

Wien, 5. Juli. (W. T. B.) In Mähren hat die Ernte bercits begonn°n; der Beginu derselben in Ungarn steht in dea nächsten Tagen vor. Der „Neuen freien Presse“ ist unter g:strigem Tage ein Telegramm aus Lemberg zugegangen, welhem zufolge Täágs vorher über einen großen Theil Galiziens ein wolkenbruchartiger Regen niedergegangen war. Ob und in wie weit dadur der Stand der Saaten und “der Ernte geschädigt worden ist, darüber liegeri zu- verläffige Mittheilungen noch nicht vor.

Gewerbe und Handel.

Berlin, 5. Juli. Ju der am 4. d. M. abgehaltenen Gene- ralversammlung der Papier-Fabrik auf Aktien, Wol fs- winkel, wurde zunächst die Bilanz pro: 1872 vorgelegt. Das erste Geschäftsjahr- diejer dur fommissionsweise Vermittelang der Ver- einsbanf, Quistorp & Comp., ins Leben gerufenen Aktriengesell)chaft, liéf vom Januar 1872 bis ult. März 1873. Bei einem Aktien: fapitalé von 350,000 Tblr. wurde ein Reingewinn von 50,684 Thlr: er- zielt, wovon 35,000 Thlx. oder 8% per annúm oder 10% pro rata temporis ‘als Dividende an die Aftionäre zur Vertheilung kommen: Nach dem Geschäftsberichte bekundet: schon das erste Geschäfts- jahr der Fabrik, welche seit dem Jahre 1763 ‘dur 7 ihre glü@Ælihe Lage am Finowfanal in fortschreitender Entwi>elung sich befunden hat, den Aufschwung, welchem dieselbe in ihrer neuen“Form -entgegen- strebt. Untex den seitherigen Verbesserungen heben wir - hervor, daß zur größéren Ausaubßung der L “d des Finowfkanals (welche taxrgemäß mit 125,000 Thlr. veranschlagt ift) zwei neue Türbínen (aus der E vön Eschèr, Vyß u. Comp. in wurden. Ferner wurde nah dem Patent von Lahrusse der Bau einér Strohbleiche unternommen, deren Betrieb indeffen erst dem lanfenden Geschäftsjahre mitizu-Gute kommen wird. : Ein ‘wêiterer Schritt in der für alle Papierfabrifen beute so wictig-#- Surtogatfräge geschah. dur preiswürdigen Ankauf einer Holzschleiferei zu Hèrmsdotf in Schlesien, woselbst nah dem in diesem Jahre bewirkten Umbau eine

avensburg) angelegt