1873 / 178 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Verkehrs- Anstalten. 5 j Die Nr. 59 der Zeitung des Vereins Deutscher Eisen- bahn-Verwaltungen enthält: Summarisch - Alphabetisches Ver- zeichniß Nr. 2 der überzählig-n Güter und Gepäckstüce, welche bis zum 21. Juli 1873 der Redaktion gemeldet worden sind. L. Deutsche

Eisenbahnen. A. Kolli ‘mit Buchstabensignatur. y London, -8. Juli. Zur Abwehr der Cholera haben die Lo- Falbehörden von Dover für alle Schiffe, welhe aus „verdächtigen“ Häfen kommen, eine Quarantäne angeordnet. Die Schiffe sollen

Weltausstellung 1873 in Wien. (S. Nr. 174 d. Bl.) X1I. Gruppe: Papierindustrie; X11. Gruppe: Graphische Künste und gewerbliches Zeichnen.

Wenn man den Oft-Transept des Ausfstellungspalastes vom Ostportale nach der Rotunde zu durhschreitet, in gleicher Meise, wie es mit dem Westtransepte geschehen, \o bleiben, da die ersten, orientalishen und dfrikanishen Staaten- Abtheilungen, die Türkei, - Aegypten, Tunis, Marocco, China und Japan, für den vorliegenden Zweck kein Resultat ergeben, nur noch Griechenland, Rußland, Ungarn und Oester- reich in Bezug auf die X1. und X11. Gruppe zu besprechen übrig. Von Griechenland isst wenig zu registriren. In der X!1. Gruppe erscheinen nur die Arbeiten zweier Buchbinder gewöhn- liher Art. Ein wenig mehr bietet die Xl]. Gruppe. Die Haupt- druckerei des Landes ift augenscheinlih die von Coromelas in Attika, welche eine Reihe sauber gedruckter Werke, anscheinend meist wissenschaftlihen Inhalts, ausgestellt hat. Die griechische

Central-Kommission hat außerdem noch in einem verschlossenen |

Glasfkasten eine Anzahl anderer, wissenshaftliher und \{chönwis- fenschaftliher Bücher ausgestellt, welche wohl den vier übrigen im Kataloge aufgeführten, Offizinen entstammen mögen. Von den nebenher ausliegenden Proben der periodischen Presse scheint ein Journal ernsteren Inhalts, Pandora betitelt, und ein illustrirtes Modenjournal das wichtigste zu sein Ein athenisher Xylograph, S. Kiadopulos, hat Probeblätter seiner Kunst vorgelegt, welche aber noch ziemlich unvollkommen if. Bedeutender sind zwei Photographen Peter Mozaitis & Co. in Athen und Aug. Kol- las in Kerkyra auf Corfu. In tehnisher Beziehung stehen beide freilih ihren abendländishen Kollegen weit nah, sehr interessant sind dagegen die OtLjekte vieler ihrer Blätter. Allein auch dabei i es auffallend, daß eigentlich die Ueberreste des kÉlassishen Alterthums weit weniger berüsichtigt find, als die auch bereits wieder Ruinen gewordenen Baulichkeiten aus byzan- tinischer und mittelalterliher Zeit, Mogzaitis sogar seine Haupt- mühe auf eine Wiedergabe ganz moderner Villen und Land- häuser gerichtet hat, die kaum Interesse erregen können. Portraits fehlen ganz. Rußland i} in beiden Gruppen nicht besonders zahlreich (30 Aussteller in der X1,, 33 in der X11. Gruppe), aber durh reht gediegene Leistungen vertreten. In beiden Gruppen domi- nirt die „Kaiserlih russishe Expedition für Anfertigung von Staatspapieren“. Dieselbe is 1818 begründet worden, das Etablissement arbeitet u. a. mit 17 Dampfmaschinen von 4—40 Pferdekraft, 49 hydraulishen Pressen, 58 Schnellpressen und beschäftigt 1700 Arbeiter, zuweilen deren auch bis 2800. Im Allge- meinen gleichen die Resultate dieser Thätigkeit ziemlich genau denen anderer Staatsinstitute, weshalb eine ausführlichere Besprechung derselben wohl überflüssig erscheint. Auch die neueste Erfindung der Heliographie findet eine geschickte und durhgrei- fende Anwendung. Von anderweiten Papierfabriken, die felbst- verständlih auch bereits vielfach die Verarbeitung der Holzsur- rogate adoptirt haben, mögen genannt werden die Newa-Gesell- \haft für Papeterien (Gebrüder Vargumin) in St. Petersburg (Druck und farbige Papiere), Fürst Nicolaus Gagarin im DTDi- strikte Jarozlaw (Schreib- und Buntpapiere) und Ioh. Epstein in Skotchevka bei Warschau (Papiere jeder Gattung), Beson- ders umfangreih ist die Papierfabrikation in Finnland, von wo nicht weniger als sechs größere Fabriken die AussteVung beschickt haben: die Fabrik-Societät zur Herstellung von Papier-Holzbrei in Tammerfors, von Frenckel & Söhne ebendaselbst, die Aktiengesellshaft von Tervakostk, die Aktiengesellshaft von Nokia, G. Serlakius in Kèéuru und Georg Riks in Helsingfors. Eine Papier-Tapetenfabrik des General-Lieute- nants von Standerkjöld, die recht Tüchtiges und Geshmackvolles leistet, ist im Kataloge nicht verzeichnet. Desgleichen fehlt da- selbs Adolf Kantor, wahrscheinlih in Warschau wohnhaft, unter den ausgezeihneteren Buchbindern, zu denen ferner die Gebrüder Großglück in Warshau und Schwarz & Co. in St. Petersburg zu zählen sind, außerdem eine Reihe von Kontobücher - Fabrikanten in Moskau, Sarapul und Riga. Eigentlihe Druckwerke und Bücher sind in der X11. Gruppe kaum vorhanden, wohl in der rihtigen Voraus- seßung, daß dieselben dem überwiegenden Theile des Ausstellungs- publifkums unverständlih und interesselos bleiben würden. Recht zahlreih dagegen und fast durchgängig künstlerisch gut durchge- führt find Illustrationsproben und ganze illustrirte Werke ver- treten. Als tüchtiger Holzschneider zeigt fich Sal. Löwenthal in Warschau, auch Iohann Styfi ebendaselbst. Mit einem reichen musikalishen Verlage und sauber gravirten Notenplatten haben sich Basilius Bessel & Co. aus St. Petersburg (sein Spezial- Verlagskatalog hat allein 24 Seiten) und Peter Jürgenson aus Moskau eingestellt. Treffliche lithographishe und chromolitho- graphische Arbeiten find aus den Ateliers von Nicolous Brôse m St. Petersburg, Nicol. Glybof ebendaselbst (elegante Fätben- drucke in leihten, blassen Tönen), Ladislaus Valkéwitsh in Warschau, Maximilian Fayans daselbst (hübsche landschaftliche und architektonishe Anfichten, Blumenblätter und Guillochir- proben) und Alexandre Regulski, auch in Warschau, vorhanden. Besonders des Leßteren Arbeiten zeihnen \ih dur fleißige Durch- führung aus, wie er auch die artistishen Beilagen zu dem in St. Petersburg im vorigen Iahreerschienenen Werke des Dr.Ko}owicz »Inscriptiones Palaeo-Persicae“ geliefert hat. Ein gleihfalls tüchtiger Lithograph, Matisen in Moskau, is im Katalog auch niht auf- findbar. Constantin Elaguine in Moskau hat einen großen Zeug-Farbendruck ausgestellt, ein Blumenstück, dessen Total- Eindruck ein sehr gefälliger is. Unter den russischen Photo- indi stehen, wie niht anders zu erwarten, die St. Peters- urger und Warschauer obenan, denen sich aber ebenbürtig noch Frhr. Johann von Manteuffel in Riga mit seinem Porträt anreiht, und mit höchst interessanten Architekturen Michael Nastukoff in Moskau. - Mit Architektur , besonders mit den \{hwierigeren Interieurs hat sih außerdem, neben Porträts, nur noch Meleti Dutkewish in Warschau, und zwar in photo-typographijcher Manier, befaßt, die andern sind sämmtlich aus\{hließlich Porträ- tisten, so sehr tüchtig Iohann Metschkowski in Warshau und Eli ebendaselbst (,Heliominiaturen“), ferner die Petersburger Carl Bergamasko, Heinr. Denière und Sergius Lévitsky. i Das Königreih Ungarn ift (dem alten Kataloge zufolge) in der X]. Gruppe durch 58, in der X11. durch 72 Ausfteller

250 Yards von der Küste vor Anker bleiben, bis sie gehörig von den ven iee Sanitätsbeamten untersuht und freigesprechen wor- en sind.

Aus dem Wolff’schen Telegraphen-Bureau.

Königsberg i. Pr., Mittwoh, 30. Juli, Vormittags. Die „Ostpreußische Zeitung“ konstatirt den Ausbruch der Cholera hierselbst. Vom 6. bis 26. Juli find 29 Personen erkrankt und 19 verstorben.

vertreten, die augenblicklich lieferungsweise erscheinende zweite Auflage des General-Katalogs, der zugleih als Spezial-Katalog für Desterreih-:Ungarn dient, mag deren wohl einige mehr auf- geführt haben. Die ungarishe Papierfabrikation is rührig, es werden neben dem alten Lumpen-Material besonders Stroh-, weniger Den Ba verarbeitet, besonders Hervorragendes ist niht vorhanden. Dagegen zeichnen sich mehre Buchbinder dur eben so praht- wie ges{mackvolle Erzeugnisse vortheilhaft aus, beispielsweise-Adam Dörner in Pesth, Franz Erczhègyi, König- liher Hofbuchbinder in Buda-Pesth und der, im Kataloge nicht genannte, Iozef Heller ebendaselb|, der gleihfalls reht Tüchtiges leistet. Der an vorlezter Stelle Aufgeführie hat fas aus\hließ- lih deutsche, wissenschaftlihe und Unterhaltungsbücher, einge- bunden, zur Schau gestellt In der X11, Gruppe steht allen voran durh die Gediegenheit ihrer Leistungen die Königliche Staatsdruckerei. Dieselbe hat ein Verzeichniß ihrer Ausstellungs- Objekte in 5 Sprachen (ungarish, deutsch, französisch, englis und italienisch) drucken lassen, welches deren 48 aufweist.

In der Reihe der eigentlichen Buchdrucker zeichnen \ih fer- ner aus die Pesther Buchdruckerei-Aktiengesellschaft durch sauber gedruckte Tabellen, Uéberfichtskarten und Werthpapiere, von Clo- sius Erben in Hermannstadt (der Katalog hat den Druckfehler: von Kleinshe Erben), eine offenbar sehr alte Offizin, in dercn Druproben-Uebersicht \sih die älteren, mit großen altmodischen Typen gedruckten deutshen Werke fih sehr interessant von den neuern aus\{hließlich ungärischen Drucken absondern, auch die Anstalt der „Deutsch-Testvérek“ d. h. Gebrüder Deutsch in Pesth, deren Hauptverlag freilih in Aktien nnd chromolithographischen Bildern besteht. Ihnen \chließt ih der Farbendruckverlag der Légrády- Testvérek, gleichfalls in Pesth in gediegener Weise an. Unter den ungarischen Photographen interessir.n am meisten die- jenigen, welche \sich in erster Reihe mit landschaftlihen Aufnahmen beschäftigt haben, indem fie, außerdem in technischer Vollendung, kaum in weiteren Kreisen bisher geahnte Naturschönheiten ihrer Gebirgspartien aufgeshlossen haben, in denen selten höchst malerishe Schlösser und pittoreske Ruinen fchlen. Die ersten in diesem Fache sind Franz Vereß in Klausenburg und Max Stern in Trentschin. Von den Porträtisten zeihnet fih Dr. Albert in Pesth aus, dem besonders anmuthige Kinderfiguren zu gelingen pflegen. Ignaz Schrecker, ebendaselb|, hat si die Aufgabe gestellt, in einem „ungarischen Damenkranz“ die zeit- genössishen Schönheiten zu fixiren. Die photographischen Genre- Scenen Mich. Rupprehts in Oedenburg und des Professors C. Koller haben die Mängel niht überwinden können, welche, wie bei der deutshen Abtheilung auseinander geseßt worden ist, allen derartigen Versuchen anhaften.

Unter dem Titel: „Die forstlihe Ausstellung des Deut- schen Reichs auf der Wiener Weltausstellung 1873, verfaßt im Austrag? der deutschen Centralkommission für die Wiener Welt- ausstellung“ hat der Ober-Forstmeister B. Danckelmann, Direktor der Forst-Akademie zu Neustadt-Eb, und Del:girter der deutschen Centralfommission für die Wiener Weltausstellung (Berlin 1873, Verlag von Julius Springer), einen Katalog der forstlichen Aus- stellung des Deutschen Reichs in Wien herausgegeben, welcher neben der Beschreibung der einzelnen Ausstellungêgegenstände auch statistische

Nachrichten übe: die einzelnen ‘Zweige der Forstproduktion enthält.

Die feierliche Eröffnung der internationalen Ausstellung von lebenden Bienenvölkern, Bicnenwohnungen , Gerätten, Produkten, Schriften 2c. wird am 1. August 1873, Nachmittags 4 Uhr, im Garten der neuen Schule in Simmering stattfinden.

Der Eisberg bei Dornburg.

Schon früher hat die „Deutsche Jndustrieztg." auf den in seiner Art, jedenfalls wenigstens in Deutschland, einzigen Eisberg der Dorn- burg bei Hadamar im Regierungsbezirk Wiesbaden aufmerksam ge- macht, der durch seine unterirdi]|chen naßkalten Luftströmungen und die an ihm selbst im Sommer stattfindende Eisbildung für viele indu- strielle Zwecke von b öchstem Werth ist. Mit der Verwerthung dieses Kältemagazins hat sih, wie das genannte Blatt jeßt mittheilt, seit Jahren der Techniker J. Troost in Hadamar beschäftigt, und dieser hat jeßt auch eine kleine Broschüre über diesen Gegenstand veröffen.- licht *). Troost hat den schon früher ausgesprochenen Gedanken, an der Dornburg eine Brauerei anzulegen, mit Erfolg ausgeführt. Dieselbe ist seit drei Jahren im besten Betrieb; das von ihr in drei Sommern fabrizirte Biec steht in keiner Beziehung dem im Winter gebrauten nah. Die Brauerei mit den daneben licgen- den Kühlschiff-, Malzerei-, Wo.-n- und Wirthschaftsräumen liegt an dem aufsteigenden Gerölle des Berges, aus dem eine eisig kalte Luft (0 Gr. C) durch die unter den Gebäuden liegenden Keller- und Kühl- räume fließt. Der Kühlschiffraum wird dur einen ca. 32* tiefen Hohlraum (17* tief in das Gerölle versenkt und aus 15* darüber auf- geführten Mauern) gebildet, über welchen sih ein Schlot zum Weg- führen der Dämpfe bcfindet. Das Kühlschiff selbst liegt 8 über dem Boden des Kühlraum-s, von welchem, fowie aus den offenen senkrech- ten Geröllwänden, die eiskalte Luft mit Gewalt, und zwar fenkreht nah oben sih drängend, sirömt, um so stärker, je heißer die äußere Atmosphäre ist. Die Temperatur unter, neben und direkt über dem Kühlschisfe beträgt —- # bis 3 Gr. C.; der Laga:keller hat eine \tän- dige Temperatur von 0 Gr. und ist dahcr beständig Eis in demselben vorhanden; der Gährfkeller hat auch eine so niedrige Tempe- ratur, wie solhe zur Gährung der Würze die beste ist. Bei der größten Hiße im Juli und August sah man \ih jedoch ge- nöthigt, weil dann die Temperatur in ihm zu tief sank, einen Ofen in diesen Keller zu stellen, um die Temperatur entsprehend zu er- hôhen, damit die Gährung vor sih gehen konnte. Der nur theilweise in das Gerölle versenkt angebrahte Malzkeller hat eine se niedere Temperatur (+ 4 bis 6 Gr. C.), daß in demselben den ganzen Sommer hindur (jedoch auch ebenso im Winter, weil er dann wär- mer ist) das beste Malz bereitet werdcn kann. Neben der Brauerei ward ein Brunnen gegraben, welcher reihliches und vorzügliches weiches Wasser von + 3 Gr. C. enthält.

Die Erscheinungen an der Dornburg ließen sich aber au sehr gut bei der Erzeugung von Parzffin verwerthen, wozu bekannt- lich eine so niedrige Temperatur erforder:ih is, daß die Arbeit anderwärts im Sommer unterbrohen werden muß. Die nächste Umgebung der Dornburg ist reich au Braunkohle, deren Ver- werthung als Brennmaterial in größeren Absabkreisen bisher dur die Konkurrenz der Steinkohlen von der Rubr behindert wurde, und diese Braunkohlen eignen sih besonders zur Mara nf aveltaten, Es ist ferner bekannt, daß die Asche der Braunkohlen reich an Glauber- salz ist, welches behufs seiner Auékrystallisation aus der Mutterlauge

*) Die Dornburg und die praktische Ausnußung der an derselben

Straßburg, Mittwoch, 30. Iuli, Vormittags. Ein kom- binirtes Bataillon des Sächsischen Infanterie-Regiments Nr. 105, das hier und in Schlettstadt in Garnison liegt, is heute Mor- gen in einer Stärke von 490 Mann und 28 Offizieren per Extrazug nach Met gefahren, um der morgigen Einweihung des Kriegerdenkmals bei Roncourt beizuwohnen. Der General von Sas ist heute ebenfalls abgereist, um an der Feier theil= zunehmen.

eines niedern Temperaturgrades bedarf. Schon früher hat der Ober-

Berghauptmann Prinz von Schönaich-Carolath auf die Verwerthung der Aschenrüstände der auf den Salinen zu Schönebeck und Staßfurt verbraubten Braunkohlen aufmerksam gemacht, deren Verarbeitung auf die Winterszeit angewiesen is, und zwar auf einen günstigen, d. h. kalten Winter; an der Dornburg find für eine derartige Fabri- kation auch während des Sommers die Vorbedingungen gegeben.

Schr geeignet ist die Dornburg ferner für die Fabrikation eines dem Roequefort ähnlichen feinen Käse, für welche die Grundbedingung Keller mit äußerst niedriger Temperatur und Luftströmung sind. Die Keller in Roquefort kosten enorme Summen und s{chwanft dort die Temperatur zwischen 5 bis 8 Gr. C. Gleih- Vorbedingungen könn- ten an der Dornburg leiht herbeigeführt werden.

Auch wären die Räume in der Dornburg zur Eisfabrikation zu verwenden, da im höchsten Sommer kaltes Waser (von 4 bis 5 Gr. C.) und falte Luft (von 0 bis 5 Gr. C.) vorhanden sind, mittelst deren leßtern man mit einer sehr vereinfahten Kirkschen Eisbereitungs- Se das Wasser schnell und mit wenig Unkosten in Eis verwan- eln Tann. :

Bleibt man nun bei der Kombination, nicht allein durch Aus=- nußung der niedern Temperatur, welche im Jnnern des Berges- herrscht stechen, sondern zieht noch die Lage, die Umgebung, welche sih durch malerische Schönheit auszeicbnet, sowie die nahen Fichtenwälder mit in die Berechnung, so drängt sich unwillkürlih der Gedanke auf, daß die Dornkturg vor Allem ein geeigneter Ort zur Errichtung einer Kaltwasserheilanstalt, verbunden mit Malz-, Kohlensäure- und Fichten- nadel-Bâdern, ift.

Hierbei fei auch bemerkt, daß man in den an der Dornburg an- gelegten Kellern Früchte aller Art, Fleish, Eier und andere Lebens- mittel Monate lang g-gen Fäulniß bewahren und fris erhalten kann. Aprikosen, Kirschen, Pflaumen 2c. hat Herr Troost bis Weihnachten in densiclben fo fcish erhalten, daß man fie als eben ers vom Baum gepflückt glaubte. Kartoffeln sind hier gegen das Keimen cuf beliebig lange Zeit zu s{üßen Die jeßt zur Ausführung kommende Lahn- Sieg-Bahn führt unmittelbar an der Dornburg vorbei.

Zur Reise- und Badesaison.

Bad Wildungen, 27. Juli. Anfangs Mai schon trafen die ersten Kurgäste hier ein. Wenn sich auch die Logirhäuser in der Nähe der Quíllen bald füllten, so blieben doch die entfernteren Wohnungen meist längere Zeit unbeseßt. Wildungen fühlte, wie die meisten Vä- der, die Ungunst des Luettees und namentlich auch die der allgemcinen finanziellen Lage. Doch war dies nur vorübergehend. Die spezifischen Eigenschaften der hiesigen Quellen führten bald eine größere Anzahl Kranker, besonders aus den nördlichen Gegenden herbei, so daß hon zu Anfang Juli die Zahl der Fremden gegen die der früheren Jahre nicht mehr zurückstand und jeßt das Jahr 1873 feine Vorgänger über- holt hat. Das Eingehen des Spieles hat daher keinen nachtheiligen Eirfluß auf den Besuch unseres Bades gehabt.

Der Mangel an Logis, der troß der vielen Bauten si alljährlich geltend macht, hat auch in diesem Jahre zur Erbauung verschiedener Hôuser, namentlich solcher, die den Quellen und Bädern näher liegen, geführt, und bald wird die Straße von der Stadt bis zum Brunnen, an der vor faum 12 Jahren nur ein Haus stand, an beiden Seiten mit Häusern, fast sämmtlich für Kurgäste bestimmt, bebaut sein.

__ Durch die Naturalverpflegung, die in ali den verschiedenen Gast- böfen und Ristaurationen sehr gut ist, zeichnet fich Wildungen vor- theilhaft aus.

Wie die Zahl der Kurgäste von Jahr zu Jahr steigt, fo hebt sich auch der Absaß des Mineralwassers fortwährend. Wenn der Brunnenversandt in der Weise fortgeht, wie bisher, so wird in diesem Jahre } Million Flas len zur Versendung kommen. Die ausgezeichneten Eigen]chaften des Wassers werden immer allgemei- ner erkannt, Die Entfernung vom Bahnhof Wabern Mei- len macht die Verscndung lästiger und theuerer und hindert daduih den Absaß in nich: zu verkennender Weise. Hoffen wir, daß Wil- dungen in nicht allzulanger Zeit der Bahn näher kommt. Enisprechende Projekte find {hon oft aufgetaucht ; eins derselben wird sich im Laufe der Zeit wohl realisiren,

Die Bäder im Elsaß *) T.

5 Minuten vom Bahnhof Sulzbad, am linken Ufer der Mossig, liegt das Bade-Etablissement Sulzbad, in einem hübschen Thal, welches von NO. und SW. durch die Wolxveimer und Sulzer Que geschüßt ist. Das Bad liegt (172 M«t. h.) auf Wolxheimer T.rrain, von dem durch seinen Weinbau berühmten Wolx- heim 1 Kil. entfernt, in schr fruhtbarer Gegend. Die Sulzbader Quelle wird seit dem 16. Jahrhundert benußt und ent|pringt an zwei Stellen aus dem bunten Sandstein. Die eine Quelle wird mittelst einer Pumpe in ein Bassin inmitten des Etablissements geleitet und dient nur zum Trinken. Eine zweite Pumpe dient zur Speisung des Reservoirs für die Wannen-, Dampf- und Douchebäder. Das Wasser bat cine Temperatur von nur 15%, s{meckt salzig und enthält Chlor, Soda, Brom, Jod, Eisen-xyd; besonders wirksam gegen Rheumatis- mus, Hautfkrankheiten, Skrofeln und Blasenkatarrh. Vgl. Dr, Eissen, le bain de Soultz. Die Quelle liefert in 24 Stunden 9000 Hektoliter. Zimmer 1 bis 3 Fr. täglich; Pension (Dejeuner, Diner, Souper) 5 Fr. täglich. Saison vom 1, Mai bis 15. Oktober. Der Aufenthalt ift ein sehr angenehmer, sowohl wegen der geschüßten warmen Lage des Etablissements, als wegen der s{chönen Umgegend. Die nahen Hügel auf beiden Seiten des Thales bieten reizende Aussichten. Jn Wolx- heim die Kapellen St. Denis und à la Vierge d'Altbrunn, Villa Prost, Einsiedelei, Armuths-Kapelle. In (2 Kil.) Dangolsheim, früher befestigt, Kirche mit Thurm aus dem 12. Jahrhundert. Weiterhin Exkursionen nach Wangenburg, Nidek, Girbaden, Ottilienberg.

Kestenholz (Chatenois), Station, 3870 Einw. (Hotel des Bains), liegt am Fuß des Hahnenberg (512 Mect. h.). dessen Ablhänge mit Weinbergen bedcckt find. Baumwollen-Weberei (wie im ganzen Meiler- und Leber-Thal) für die Markircher Fabrikherren. Der Name „Kesten- holz“ heißt: Kastanienholz (Castinetum). Der Ort i} sehr alt und gehörte Anfangs zur Herrschaft der Grafen von Werd, Landgrafen von Niederelsaßz, später Lehnsleute der Kirche zu Strasburg. Während des Krieges des Kaisers Adolf von Naffau gegen den Bischof Conrad 1293 wurde der Ort von den Sclettstadtern verbrannt. Die Mineralquellen von Kestenholz entspringen auf dem Hahnenberg an vier Stellen und w-rden in einem Reservoir gesammelt, welches, am Fuß des Berges gelegen, die Bäder der beiden Etablissements speist. Das Wasser enthält Chlor, Soda, Jod, Brom, hat falzigen Geschhmack und 15 bis 21 Grad Temperatur, und wird besonders gegen Sfrofeln mit Anämie, Hautkrankheiten und Rheumatismus ver- ordnet; die Wirkung der Bäder ift digestiv und purgativ.

*) Aus dem Voge*enführer durch Elsaß-Lothringen von Richard Stieve, Straßburg 1873. Verlag von Moriß Schaumburg.

Redaktion und Rendantur: Schwiegz2r.

Berl in: Verlag der Expedition (Kessel). Druck: H. Heiberg. Zwei Beilagen

vorkommenden Erscheinungen. Von F. Troost. Coblenz, Denkert & Groos, 1873, | /

(eins{ließlich der Börsen-Beilage).

N 7537 dic Firma:

Ï mit ihrem Sitze zu Schwerin und einer Zweignieder-

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußi)

M 178.

Beilage

Mittwoch, den 30. Juli

Inseraten-Expedition des Deutschen Reichs-Anzeigers und Königlich Preußischen Ataats-Anzeigers: Berlin, Wilhelm-Straße Nr. 32.

e

Steckbriefe und Untersuchun gs-Sachen.

dem 12. Dezember 1872 hinter die Steinshläger Wilhelm Iahns, August Iahus und Carl Lewerenz erlassene Steckbrief ist er- ledigt. Fehrbellin, den 24. Juli 1873. Königliche Kreisgerihts-Kommission.

Der unter

Handels-Negister-.

Handelsregister des Königlichen Stadtgerichts zu Berlin, Zufolge Verfügung vom 28. Juli 1873 find, am seldigen Tage folgende Eintragungen erfolgt : In unser Gesellschaftsregister, woselbst unter Nr. 3437 die hiesige Aktiengesellschaft in Firma: Berliner YLORNEE und Handels-Bank ft steht, ist eingetragen: ¡ Ee tiibtan Friß Vogler is aus dem Vor- stande ausgeschieden. Der Kaufmann Salomon Bertheim ist in den Vorstand eingetreten,

In unser Gesellschaftsregister, woselbst unter

Nr. 3672 die hiesige Handelsgesellschast în Firma :

j U Nem & Co, erkt steht, ist eingetragen:

A Gesellschait ist durch gegenseitige Ueberein- funft aufgelöst. Der Kaufmann Albert Hein- rich seßt das Handelsgeschäft unter unveränderter Firma fort. Vergleiche Nr. 7536 des Firmen- registers, de- L

Demnächst is in unser Firmenregister unter Nr.

7536 die Firma:

x Emil Kemniß & Co. i

‘und als deren Inhaber der Kaufmann Albert Hein-

rih hier eingetragen worden,

In unser Gesellschaftsregister, woselbst unter Nr.

1731 die hiesige Handelsgesellschaft in Firma:

Schneider & Gille

vermerkt steht, ist eingetragen: 2 ,

Die Gesellschaft ist dur gegenseitige Ueberein- funft aufgelöst. Der Kaufmann Bernhard Friedrih Gille seßt das Handelsgeschäft unter unveränderter Firma fort. Vergleiche Nr. 7537 des Firmenregisters. / 7

Demnächst ist in unser Firmenregister unter Nr.

Schneider & Gille und als deren Jnhaber der Kaufmann Bernhard Friedrih Gille hier eingetragen worden. n unser Gesellschaftsregister, woselbst unter Nr. ui en hiesige Handelsgesellschaft in Firma: Günthermann & Ditges vermerkt steht, ist eingetragen: e Die Gesellschaft ist durch gegenseitige Ueber- einkunft au!gelö\#t. Der Architekt Franz Julius Ditges seßt das Handelsgeschäft ynter der Firma ‘Julius Ditges ‘fort. “Vergleiche Nr. 7538 des Firmenregisters. l Demnächst ist in unser Firmenregister unter Nr.

7538 die Firma: ; Iulius Ditges i und als deren Inhaber der Architekt Franz Julius Ditges hier eingetragen worden. Die Aktiengesellschaft in Firma: Meelenburgische e und Wehsel- an

lassung in Berlin unter der Firma :

Filiale der Mecklenburgishen Hypotheken-

und Wechsel-Bank :

(Gesellschaftsregister Nr. 4055) hat dem Emil Kay- ser Kollektivprokura in der Art ertheilt, daß er in Gemeinschaft mit je einem der Direktoren zur Ver- tretung der Ge sellschaft befugt ist.

Dies ist in unser Prokurenregister unter Nr. 2599 eingetragen, dagegen in demselben unter Nr. 2425 die dem Max Schlesinger für diese Firma ertheilte Pro- kura gelöscht worden.

Gelöscht ift: _ Firmenregister Nr. 1835 die Firma: Siegmund Kroner. Berlin, den 28. Juli 1873. Königliches Stadtgericht. Abtheilung für Civilsachen.

R S (2

Bekanntmachung In unser Firmenregister ist zufolge Verfügung vom 19, Juli 1873 ad E ce 6 nh aber Kauf bei der Firma „H. Frehe“, Inh aber Kauk- i mann Hermann Ars Frehe zu Näkel eingetragen worden : : Neu-Nuppin ton 19. Zuli 1813, eu- n, den 19. Juli V Köninliches Kreisgericht. Abtheilung T.

Bekanntmachung In unser Firmenregister ist zufolge Verfügung vom 19. Juli 1873 ad Nr 1D. Sieb n Mv bei der Firma: „F-+ W. Siebert“, Inhaber: Cauftnin, B Wilhelm Siebert zu Wuster- __ hausen a. D. eingetragen worden : : die Firma ist erloschen. Neu-Ruppin, den 19. Juli 1873. Königliches Kreisgericht.

vom 14. Juli 1873 eingetragen worden

1. Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen. 2, Handels-Register.

3. Konkurse, Subhastationen, Aufgebote, Vor- ladungen u. d-rgl.

4, Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen 2c.

Deffentlicher Anzeiger. -

chen Staats-Anzeiger.

1878.

. Verlocsung, Amortisation, Zinszahlung u. st. w. von öffentlihen Papieren.

. Industrielle Etablissements, Fabriken und Groß- handel. 5 . Verschiedene Bekanntmachungen.

. Literarische Anzeigen

Bekanntmachung In unser F:rmenregister ist zufolge Verfügung

unter Nr. 308 die Firma: „Hermann Siebert“, Fnhaber : Kaufmann Friedrih Wilhelm Hermann Siebert zu Wusterhausen a. D. mit der Niederläfsung : „Wusterhausen a. D.“ Neu-Ruppin, den 19, Juli 1873. Königliches Kreisgericht. Abtheilung I.

Bekauntmachung. Jn unser Firmenregister ist unter Nr. 349 die Firma Segeth zu Lubohm und als deren Inhaber der Holzhändler Johann Segeth daselbst heut eingetragen worden. Ratibor, den 23. Juli 1873.

Königliches Kreisgericht. Ferien-Abtheilung. In das Handelsregister ist heute auf Fol. 57 ein- getragen :

Ort der Niederlassung: Uete.

Firmen-Inhaber: Apotheker Friedri} Nölke

in Uezte. Die Firma ist erloschen. Burgdorf, den 27. Juli 1873. Königliches Amtsgericht. Zufolge Verfügung vom 17. Juli 1873 ist heute im hiesigen Firmenregistec die nachstehende Eintra- gung bewirkt worden: Col, 1, Nr. 228. Col, 2. Bezeichnung des Firmeninhabers: Kauf- mann Leopold von Schoenebeck zu Siegen. Col, 3. Ort ber Niederlassung: Siegen. Col, 4. Bezeichnung der Firma: L. von Schoenebeeck. Siegen, den 17. Juli 1873. Königliches Kreisgericht. T. Abtheilung.

Zufolge Verfügung vom 18. Juli 1873 ift heute unter Nr. 81 unseres Prokurenregisters nachfolgende Eintragung bewirkt worden: Col, 2. Bezeichnung des Prinzipals: Heinrich Schreiber zu Streethütten

Col, 3. Bezeichnung der Firma, welche der Pro- kurist zu zeichnen bestellt ist:

Heinr. Schreiber. 2 Ort der Nied: rlassung: Streethütten.- Verweisung auf das Firmen- oder Gesell- \chaftsregister. | Eingetragen sub Nr. 215 des Firmen- registers. L Bezeichnung des Prokuristen : Kaufmann Friedrich Zoellner zu Street-

hütten.

Siegen, den 18. Juli 1873. /

öniglihes Kreisgericht. T. Abtheilung.

Zufolge Verfügung vom 18. d. Mts. ist heute unter Nr. 132 unsers Gesellschaftsregisters nach- stehende Eintragung bewirkt worden: Col. 2. Firma der Gesellschaft: Holdinghausen & Comp. Col. 3. Siß der Gesellschaft: Wiederstein, Kreis Siegen. Col, 4. Rechtsverhältnisse der Gesellschaft : Die Gesellschafter sind: i i 1) Gewerke Johannes Holdinghausen zu Achen- bach bei Siegen, y 2) S Johannes Spies zu Hohenbach bei Siegen, : 3) Gewerke und Schichtmeister Heinrih Ulsch zu Gosenbach. Die Gejellschaft besteht seit dem 1. September 1872. Siegen, den 18. Juli 1873. : Königliches Kreisgericht. I. Abtheilung.

Zufolge Verfügung vom 21. Juli 1873 ift heute im hiesigen Firmenregister die folgende Eintragung be- wirkt worden:

CoL 1 Nr. 229, :

Co1, 2. Bezeichnung des Firmen-Jnhabers :

Kaufmann Philipp Braun zu Siegen. C01. 3. Ort der Niederlassung: Siegen. Co1. 4. Bezeichnung der Firma:

Philipp Braun. Siegen, den 21. Juli 1873. i Snigliches Kreisgericht. I. Abtheilung.

Konkurse, Subhastationen, Aufgebote, 07 Vorladungen u. dergl. [2197]

In dem Konkurse über das Vermögen des Kaufmanns Friedrich A zu Thorn werden alle diejenigen, welche an die Mae Ansprüche als Konkursgläubiger machen wollen, hierdurch aufgefor- dert, ihre Ansprüche, dieselben mögen bereits rechts- hängig sein oder niht, mit dem dafür verlangten Vorreht bis zum 28. August er. einschließlih bei ‘uns schriftlich oder zu Protokoll anzumelden, und demnächft zur S der sämmtlichen inner- halb der gedachten Frisk angemeldeten Forderungen, owie nach Befinden zur Bestellung des definitiven

erwaltungspersonals auf den 10. September cr., Vormittags 11 Uhr, ver dem Kommisfar Herrn Kreisrichter Plehn im Sißungssaäle des Gerichtsgebäudes zu erscheinen. Nach Abhaltung dieses Termins wird geeignetenfalls mit der Verhandlung über den Akkord verfahren werden. Zugleich ist noch eine zweite Krist ie An- meldung bis zum 18. September cr. cin E O erselben

Col, 4. CoL 5)

Col. 6.

gen Termin auf den 18. Oktober cr., Bormittags 11 Uhr, vor dem genannten Kommissar anberaumt. Zum Erscheinen in diesem Termine werden alle die- jenigen Gläubiger aufgefordert, welche ihre Forde- rungen innerhalb einer der Fristen anmelden werden. Wer seine Anmeldung shriftlich einreicht, hat eine Abschrift derselben und ihrer Anlagen beizufügen. Jeder Gläubiger, welcher niht in unserm Amts- bezirke seinen Wohnsiß hat, muß bei der Anmel- dung seiner Forderung einen am hiesigen Orte wohnhaften oder zur Praxis bei uns berechtigten Bevollmächtigten bestellen und zu den Akten an- zeigen. Wer dies unterläßt, kann einen Beschluß aus dem Grunde, weil er dazu nicht vorgeladen worden, niht anfechten. Denjenigen, welchen es hier an Bekanntschaft fehlt, werden die Rechtsanwalte Justiz- Räthe - Kroll, Dr. Meyer, Jacobson, Pancke und Schrage zu Sachwaltern vorgeschlagen. Thorn, den 18. Juli 1873.

Königliches Kreisgericht.

Erste Abtheilung.

Konkurs-Eröffnung

im abgekürzten Verfahren. Königliches Kreisgericht zu Krotoschin,

den 25. Juli 1873, Nachmittags 5 Uhr. Ueber das Vermögen des Kaufmanns Iulius Czapsfi zu Kozmin is der kaufmännische Kon- kurs im abgekürzten Berfahren eröffnet und der Tag der Zahlungseinfstellung auf den 6, Mai 1873 estgeseßt worden. D | Es einstweiligen Verwalter der Masse ift der Ackerbürger Emil Pusch zu Kozmin bestellt. Die Gläubiger des Gemeinschuldners werden aufgefordert, in dem auf ea 8, August cr., Vormittags 11 Uhr, vor dem Kommissar Herrn Kreisrichter Gladisch im Terminszimmer Nr. 31 anberaumten Termine ihre Erklärungen über ihre Vorschläge zur Bestellung des definitiven Verwalters abzugeben. Allen, welhe von dem Gemeinschuldner etwas

[2180]

an Geld, Papieren oder anderen Sachen in Besiß oder Gewahrsam haben, ‘oder welche ihm etwas verschulden, wird aufgegeben, Nithts an denselben zu verabfolgen oder zu zahlen, vielmehr von dem Besiß der- Gegenstände bis zum 26. August cr. einschließlih dem Gericht oder dein Verwalter der Masse Anzeige zu machen, und Alles mit Vorbehalt ihrer etwaigen Rechte, ebendahin zur Konkursmasse abzuliefern. Pfandinhaber und andere mit denselben gleichbe- rechtigte Gläubiger des Gemeinschuldners haben von den in ihrem s befindlichen Pfandstücken nur Anzeige zu machen. E / Zugleich werden alle Diejenigen, welche an die Masse Ansprüche als Konkursgläubiger machen wollen, hierdurch aufgefordert, ihre Ansprüche, dieselben mögon bereits rechtshängig sein oder nicht, mit dem dafür verlangten Vorrecht : bis zum 28. August 1873 einschließli, bei uns \{chriftlich oder zu Protokoll anzumelden, und demnächst zur Prüfung der sämmtlichen inner- halb der gedachten Frist angemeldeten Forderungen, auf den 30. August 1873, Bormittags 11 Uhr, vor dem Kommissar Herrn Kreisrichter Gladish im Zimmer Nr. 31 zu erscheinen. e

Wer seine Anmeldung sriftlich einreicht, hat eine Abschrift derselben und ihrer Anlagen beizufügen.

Jeder Gläubiger, welcher niht in unserem Amtsbezirke seinen Wohnsitz hat, muß bei der Anmeldung seinec M einen am hiesigen Orte wohnhaften evollmächtigten bestellen und zu den Akten anzeigen. Denjenigen, welchen es hier an Bekanntschaft fehlt, werden die Rechtsanwälte Gaebe!, Arnold und Pötsh zu Sachwaltecn vorge- schlägen.

[M.. 1314]

Nachdem über das Vermögen des Kaufmannes Gustav Wolfram von hier der formelle Konkurs erfannt worden- ist, so ‘wird Termin auf den

26. September d. I. 10 Uhr Contumazirstunde anberaumt, in welchem sämmt- lihe Gläubiger des 2c. Wolfram ihre Forderungen beim Rechtsnachtheile des Ausschlusses von der Be- friedigung aus der ‘Masse anzumelden haben.

Dieser Termin wird gleichzeitig zuc Wahl eines Kurators bestimmt. S

Zahlungen können in rechtsgültiger Weise nur an den vorläufig zum Kurator bestellten Privatsékretär Feige geleistet werden

Cassel, am 23. Juli 1873.

Königliches Amtsgericht 1. Abth. 4.

Reimerdes. (a. 826/7.)

[2186] B efanntmachung. Es Hypot uns das Aufgebot des verloren gegan-

Ediftalladung.

genen Hypotheken-Jnstruments über 1102 Thlr. 19 Sgr. Vatererbe der Anna Louise Schnabel, jeßt verehelihte Gutsbesißer Haselberger zu Alt-Lewin, aus dem Erbvyergleiche vom 27. Marz 1827 ein- etragen im Grundbuche der Fischernahrung Band I.

eite 97 Nr. 9 von Alt-Ließegoericke Abtheilung ITII. Nr. 3 zufolge Verfügung vom 6. April 1836, bean- tragîf.

Alle, welche als Eigenthümer, Cessionarien, Pfand- oder sonstige BriefsFnhaber Ansprüche auf dieses

M

Inserate nimmt an die autorifirte Annoncen-Expedition von

Nudolf Mosse in Berlin, Leipzig, amburg, Frank-

furt a. M., Breslau, Halle, Prag, Wien, München, Uürnberg, Straßburg, Zürich und Stuttgart.

an hiesiger Gerichtsstelle anstehenden Termine zu melden und ihre Ansprüche geltend zu machen, widrigenfalls sie damit zum ewigen Stillschweigen präfludirt werden sollen und das Dokument behufs Wschung der Forderung amortisirt werden wird. Baerwalde N.-M., den 24. Juli 1873.

Königliche Kreisgerichts-Kommissfion T. [2194] Ediftalladung. i Demnah laut einer Anzeige der Calenberg- Grubenhagen-Hildesheim|chen ritterschaftlihen Kredit- Kommission zu Hannover die Wittwe Caroline Bösche geb. Behrens zu Ditterke, für ih und als Vormünderin ihres Sohnes Ernst Bösche, in Ge- meinschaft mit dem Kaufmann W. Kaune zu Lesum, als Mitvormund des Leßteren und als Kurator des abwesenden Heinrich Bösche, behufs Erlangung eines Darlehns dem rittershaftlihen Kredit-Vereine den zum Nachlasse des Thierarztes Heinrih Ludwig Bösche gehörenden Halbmeierhof Nr. 5 zu Ditterke mit allem Zubehör, insonderheit an Gebäuden, ferner an Gärten, Aeckern, Wiesen und Weiden, welche Grundstücke in der Grundsteuer-Mutterrolle von Ditterke unter der Hauptnummer 5, laufende Nr, 1 bis 14 und 17 bis 19 zu 92 Morgen 115 Quadrat- Ruthen angeschrieben sind, sowie an Gerechtsamen und Zubehörungen jeder sonstigen Art zum statuten- mäßigen Pfande seßen wollen: so werden auf Antrag der genannten rittershaftlihen Kredit-Kommission alle Diejenigen, welche an den bezeichneten Grund- besiß und dessen Zubehör Eigenthums- oder Mitbesiß- Ansprüche, hypothekarishe Forderungen, servitutische, fideikommissarische, lehnrehtlihe oder fonstige ding- liche Anrechte geltend machen und begründen zu kön- nen glauben jollten, hierdurch vorgeladen, in dem auf Freitag, den 5. September d. I., Vormittags 11 Uhr, vor unterzeichnetem Königlichen Amtsgerichte anstehenden Ediktalteru1ine zu erschei- nen, um solche Ansprüche, Forderungen und Rechte anzumelden und klar zu machen, widrigenfails die sich nicht Meldenden ohne Ausficht auf Wiederein- j bung in den vorigen Stand durch Abgabe eines Präklusivbescheides der hypothekarischen Forderung, die der Kredit-Verein für ein vorzustreckendes Darlehn erlangen wird, bis zu dessen gänzlicher Tilgung nah- geseßt werden sollen. i: Les Bon der Anmeldungspflichi befreiet nur ein von ritterschaftliher Kredit Kommission über bereits an- gezeigte Ansprüche ertheiltes Certifikat. Wennigsen, den 25. Juli 1873.

Königliches Amtsgericht. Abtheilung IT.

Eggers.

689] [ Die abwesende Caroline Thiel, Tochter des zu- leßt in Exin wohnhaft gewesenen am 2. Mai 1827 verstorbenen Schneidermeisters Iohann Michael Thiel, am 8. März 1819 in Wiskitki, Königreich E A geboren, welche am 17. Juli 1829 nah Wis- itfi und von dort nah Warschau verzogen fein soll, deren angebliher Erbe, Tuchfabrikant und Bürger- meister Borkenhagen, sowie thre etwa zurückgelassenen unbekannten Erben und Erbnehmer werden hiermit aufgefordert, sih spätestens in dem

am 3. Ianuar 1874, hora 12,

anberaumten Termine bei dem unterzeichneten Ge- rihte shriftiih oder persönlich zu melden und da- selbst weitere Anweisung zu erwarten, widrigenfalls die Verschollene für todt erklärt werden wird.

Schubin, den 22. Juni 1873. j

Königliches Kreisgericht. Abtheilung I.

[1565] Bekanntmachung. Die verehelichte, Se Hofbesißerfrau Marie Claaßen, geb. Wedhorn aus Lindenau, hat gegen ihren Ehemann, den gewesenen Hofbesißer Adolph Claaßen zur Zeit in Amerika mit der Behaup- tung, daß derselbe sie im November 1871 ver- lassen habe und im Jahre 1872 nach Amerika aus- beid sei, mes böswilliger Verlassung auf

escheidung geklagt. ] j i L Verklagte Ehemann Adolf Claaßen wird deshalb hiemit ösffentlich zur Beantwortung der Klage und zur mündlichen Verhandlung zu dem auf den 12. September cr., Vormittags 11 Uhr, im Sessionszimmer für Civilsachen anberaumten Termin unter der Verwarnung vorgeladen, daß im RoEs seines Ausbleibens die Behauptungen der lägerin wider ihn für zugestanden erachtet, und was Rechtens erkannt werden wird.

Marienburg, den 26. Mai 1873.

Königliches Kreisgericht. T. Abtheilung.

Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen 2c.

"Desfiskalische Etablissement des Fisch- hofes zu Bettenhauseu vei Caffel mit Ge-

bäuden und Grundstücken und mit den hierbei bisher administrixten Fischteichen und wilden Gewässern soll zum Zweck des Fischereibetriebs und der Errichtung einer künstlichen Fish-Brut-Anstalt auf 18 Jahre vom 1, Oktober 1873 ‘ab meistbietend verpachtet werden, wozu öffentlicher Lizitationstecmin auf Freitag, den 15. August d. I., früh 105 Uhr, in das Geschä'tslokal der unterzeichneten Regierung anberaumt wird.

Das Pachtgelder-Minimum is auf 310 Thaler bestimmt. Zur Uebernahme dieser Pachtung wird ein disponibles Vermögen von halern erfor-

[

Dekument oder die Forderung zu machen E

btheilung I.

festgeseßt, und zur Prüfung aller inaerhal s Ablauf der fa Frist angemeldeten Forderun-

werden aufgefordert, sich spätestens in dem au den 14, November 1873, Bormittags 10 Uhr,

dert, über dessen Besiß neben persönlicher Qualifi- fation sih die Bewerber vorher, spätestens aber iun