1920 / 223 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

c S A0 A E M2 E O IA

L A B NREBERZE N 0X: A E E

in Minden in gleicher Diensteigenshaft nah Hannover T. Dem Katasterkontrolleur, Steuerinjpektor Berr in Minden I ist die Verwaltung des Katasteramts Minden Il übertragen, der Katasterkontrolleur, Siteuerinspekior Meyer in Herford nah Minden, Katasteramt T, der Katasterkontrolleur, Steuerinspektor Overdi> in Finsterwalde in gleicher Dienjsteigenschaft nah Fserlohn, der Katasterkontrolleur, Steuerinspektor Scholz in Hillesheim na< Herford, Katasteramt I, der Re- gierungslandmesser, Steuerinspektor Hanc>e in Arts als Regierungs- und Steuerrat nah Schneidemühl,

“die Katasterlandmeïser Wiegand in Allenstein als Re-

gierungslandmesser daselbst, Miele>e in Potsdam als Kataster- éontrolleur nah Finsterwalde, Arend in Münster als Katasier- fontrolleur nah Hildesheim, Zühl in Köslin als Kataster- fontiolleur nah Bubliß, Zi>ler in Breslau als Kataster- fontrolleur nah Gr. Strehlig.

Fustizministerium.

Dem Vizepräsidenten des Oberlandesgerichis, Geheimen Oberjustizrat von Weiler in Düsseldorf und den Senats- präsidenten, Geheimen Oberjustizräten Meyer und Viußz în DENEor] ist die nahgesuhte Dienstentlafsung mit NRuhegehalt erteilt.

Die Oberlandesgerichtsräte, Geheimen Justizräte von Hazfeld, Dr. Johnen und Lenzberg in Düsseldorf sind

Senatspräfidenten daselbst, die Landgerichtsräte Dr. Klein- l hmidt in Elberfeld und Krey in Düsseldorf zu Oberlandes- gerichtsräten in Düffeldorf ernannt.

Aus dent preußischen Justizdienste find geschieden: der Kammergerichisrat Dr. Schreiner, der Oberlandesgerichtsrat Dr. Koeppel in Breslau, die Landgerichtsdirektoren Dr. Dreist vom Landgericht T in Berlin und Geheimer Justizrat Jtschert vom Landgericht IT in Berlin infolge ihrer Ernennung zu Senatspräsidenten beim Reichswirtschaftsgeriht, der Landgerichtsdirektor Dr. Conze und der Landgerichtsrat Dr. Brandis vom Landgericht T in Berlin infolge ihrer Ernennung zu Minifterialräten im Reichsjustizministerium, der Amtsgerichisrat Quassowski in Labiau infolge seiner Er- nennung zum Oberregierungsrat im Reichsjustizministertum.

Der Amtsgerichtsrat van Hengel in Herne ist zum Land- gerichtsdirektor in Köln ernannt. i

Dem Amisgerichtsrat, Geheimen Justizrat Mulert in Meinen ist die nachgesuchte Dienstentlassung mit Nuhegehalt erteilt.

Versezt find: der Landgerichtsrat Rieke aus Ostrowo nah Aurich, der Landgerichtsrat Homann in Hagen L 26 nah Hannover, der Amtsgerichtsrat Sermond aus Labischin als Landgerichtsrai nah Bochum unter Zurücknahme seiner Versezung na< Neukölln, der Amtsgerichtsrat Bi aus Gnesen als Landgerihtsrait na< Erfurt, der Land- gerihisrat Dr. Georg Müller in Prenzlau na<h Stettin, die Amtsgerichtscäte Franz Müller aus Lissa, Pa edel iri Marklisja, Renner in Friedland, Bez. Breslau, und Nosenau aus Tiegenhof nah Breslau, die Amtsgerichtsräte : Santer in Gollub nah Marienwerder, Stemler in Gelsen- firhen nah Ellrich, Dr. Hoerning in Jesjen na< Halle a. S. und Frohmuth in Neisse nah Köslin.

Der Amtsgerichtsrat Dr. Steinberg in Wriezen ist unter Zurücnahme seiner Verseßung nah Lutan an das Amt3gericht Berlin-Mitte verseßt.

Der zum Amisgerichisrat. ernannte Hilfsrihter Georg Braue ist aufaefordert, sein Amt nicht in Bottrop, sondern in Wriezen anzutreten.

Der Landrichter Rothenberg ist zum Landgerichtsrat in Köslin ernannt.

Der Landgerichtsdirektor, Geheime Justizrat Barchewißz in Potsdam sowie die Amtsgerichtsräte, Geheimen Justizräte Defon in Potsdam und Krüger in Hannover sind gestorben.

2u Handelsrichtern sind ernannt: die Kaufleute Dr. Hein- ri< Jordan und Fris Wallach in Berlin bei dem Land- aeri<t T in Berlin, der Brauereidireftor Friedri<h Grüne- wald in Hannover, der Kaufmann Hugo Erbslöh in Düssel- dorf, der Fabrikant Karl Steinweg in Lüdenscheid bei dem

Landgerißt in Hagen i. W. und der Fabrikbefizer Josef Tilmann in Dortmund, wiederernannt: der Fabrif- besizer Robert Kerb in Berlin - Dahlem, die Fabri- fanien Ludwig Jacoby in Berlin und Paul Lamm in BerlinSchönebera, der Kommerzienrat Heinrich Marzahn in Charlottenburg, die Kaufleute Berthold Kir- siein in Berlin und Berthold Tieg in Berlin-Wilmersdorf bei dem Landgericht T in Berlin, der Kaufmann Bernhard Lilienfeld in Berlin-Schöneberg und der Brauereidirektor Hermann Schulse in Berlin-Wilmersdorf bei dem Landgerichi IT in Berlin, der Brauereidirektor Ludwig Wengzell in Cassel, der Papiergroßhändler Josef Fin> in Crefeld, die Kaufleute Friedrich Horfkheimer, Dr. Robert Hohenemser, Richard Haupt und t Fabrikdirektor Dr. Karl S leußner in ranffurt a. M., der Kommerzieurat Dr. Wilhelm Barre in Bochum, der Fabrikdirektor Emil Lange in Bohum und der Bergwerksdirektor Karl Knupe in Ünden (Ruhr) bei dem Landgericht Bochum sowie der Fabrikdirektor Hermann Methser in Lägerdorf bei Jgehoe bei dem Landgericht in Altona.

Zu stellveriretenden Handelsrichtern sind ernannt: die Kauf- leute Albert Lichtenstein in Charlottenburg mnd Alfons Levy in Berlin-Wilmersdorf bei dem Landgericht 1 in Berlin, der Kaufmann Frit Oskar Manes in Düsseldorf, der Kaufmann Eugen Clemens

Kaufmann Wilhelm Köster jun. in Dort-

_ Fabrikant Hans Lange in Hagen i. W.,

t: der Fabrikant Leo Cohn in Charloitenburg und der Kaufmann Ludwig Karlbaum in Berlin-Schöneberg bei dem Landgericht 1 in Berlin, die Kaufleute Martin Kab in Berlin-Schoneberg und Jobst Hinne in Berlin-Tempelhof hei dem Landgericht IT in Berlin, der Generaldirektor C. August Kobold in Hannover, der Fabrikdirektor Heinrih Stüting in Witten (Ruhr) und der Bankdirektor Walther Grevel in

Redtinghausen bei dem Landgericht in Bochum.

Der Sitaat3anmaltschaftsrat Menge in Hagen i. W. i na<h Bonn versest. E j s M _ Dem Sitrasansialisvirekior Zimmermann in Elberfeld unò dem Sitrafanstalispfarrer Litewski aus Fordon ist die nabacudte Dienstentlafsung mit Ruhegehalt erteilt.

Der Strafansialtginipektor Nicolai in Lüttringhausen ift zum C E in Gbersen ernannt. :

Lem , Justizrat Paul Meyer in Berlin ift die Saa „Ofens aus bem E “rteilt.

__, Et B ist angewiesen Notaren: Voigt aus Liebenwalde in Erkner (Amtagerichisbezirk Kalkberge), Rath- he d aa Zanien in Zo und Dr. Stelter aus Stras- burg (WBejipre.} im Deut

Fris Kramer in Hanover, der Kaufmam.

1 Notaren sind. ernánnt die Rechtsanwälte: Marx Leh- S in Neuruppin, Josef Hilf in Höchst a. M., Dr. Georg | A las in Relinghausen-Süd und Joseph Appelrath in Mühlhausen i. i z z

In der Sifie der Rechtsanwälte sind gelösht die Rechis- anwlte: Dr. Vollrath bei dem Oberlandesgericht in Frank: furt a. M., Rinsche bei dem Amtsgericht und dem Landgericht in Münster, Hoffa>er bei dem Amtsgericht in Erkelenz, Nath che> bei dem Amtsgericht in Xanten und Vientgen bei dem Amtsgericht in Gelsenkirhea. c

In die Liste der Rechtsanwälte find cingetragen die Rechtsanwälte: Wodt>e aus Stepenig bei dem Landgericht TT in Berlin, Wientgen aus Gelsenkirchen bei dem Amtsgericht und dem Landgericht in Essen, Dr. Chone, bisher bei dem Landgericht T in Berlin, au< bei dem Amtsgericht Berlin- Mitte, Voigt aus Liebenwalde bei dem Amts3géricht in Kalk- berge mit dem Wohnfig in Erkner, Dr. Stelter aus Siras- burg, Westpr., bei dem Amtsgericht in Deutsch-Krone, der frühere Rechtsanwalt Dr. Kämper bei dem Landgericht in Frankfurt a. O., die Geri essoren: Friedrich Dahm bei dem Oberlandesgericht in a rt a. M., Dr. Leist bei dem Landaericht 1 in Berlin, Oberwinter bei dem Landgericht in Essen und Dr. Qs Levy bei dem Amtsgericht und dem Landaeriht in Duisburg. : S

Der Rechtsanwalt und Notar, Geheime Justizrat Mohr- mann in Verden ist gestorben. .

u Gerichtsassessoren sind ernannt: die Referendare Dr. Bruno Goldberg, Dr. Martin Hirsch, Dr. Ludwig Simon, Landauer, Cheim, Dr. Siegmund Friedländer und Dr. Hans Schmiß im Bezirke des Kammergerichts, Dr. Scheyer, Dr. Richard Friedlaender, Walther Dindaß und Dr. Kurt Sachs im Bezirke des Oberlandesgerichts 5 Breslau, Echte im Bezirke des lan zu Celle, Dr. Dormanns im Bezirk des Oberlandesgerihts zu Düfseldorf, Dr. Josef Grünewald, Hubert Pieper und Gustav Wegener im Bezirk des Oberlandesgerichts zu Hamm, Malter Bau> im Bezirk des Oberlandesgerichis zu Kiel, Falkenheim, Ernst Wechselmann, Dr. NRoquette und Dr. Samlowski im Bezirk des Oberlandesgerichts zu Königsberg i. Pr., Dr. Erich Lange und Albrecht Rogge im Bezirk des Oberlandesgerichts zu Naumburg a. S.

Die Gerichtsassesoren Bernard, Dr. Degner, Dr. Klinger, Dr. Pauk, Dr. Wiedersum und Zweigert sind infolge ihrer Ernennung zu Richtern beim Reichswirtschafts- aeritót aus dem preußisen Justizdienste geschieden. i

Aus dem Justizdienste sind ferner geschieden die Gerichts- assessoren: Dr. Georg Flatow infolge seiner Ernennung zum Regierungsrat im Reichsarbeitsministerium, Dr. Matthusen infolge seiner Uebernahme in die Reichsfinanzverwaltung unter Ernennung gum Negierungstns, Dr. Klingelhöfer und Dr. Carl Ernst König infolge ihrer Uebernahme in die Ver- waltung der Provinzialshulkollegien unter Ernennung zu Ne- gierungsassesoren.

Den Gericht3assessoren Dr. Aden, Dr. Karl Andrée, Dr. Berni>en, Dr. Eberstadt, Werner Franke, Dr. Georg Fröhlih, Dr. Gieseke, Dr. Hemmen, Dr. Walter Jacobi, Lahmeyer, Dr. Erich Löwenstein, Mandowsky, Dr. Walter Rothschild, Dr. Sandler, Hermann S<hmiß, Dr. Ludwig Simon, Dr. Trummler,-de Voys, Widera und Minkelmann ist die nachgesuchte Entlassung aus dem Justizdienst erteilt.

Der frühere Gerichtsa}se}ssor Dr. Theodor Haase ist als Gerichtsassessor in den Justizdienst wieder aufgenommen.

Ministerium für Volkswohlfahrt. Bekanntmachung.

Auf Grund des $ 11 Abs. 2 des Geseßes, betreffend die öffentlihe Krüppelfürsorge, vom 6. Mai 1920 Geseß- sammlung S. 280 gewähre ih für die Zeit vom 1. Of tober 1920 bis zum Ablauf des 31. März 1921 dem Land- armenverband

a) des preußish gebliebenen Teils der Provinz We st- preußen hinsichtlich aller vor dem L Januar 1910 geborenen Krüppel, b) des preußis<h gebliebenen Teils der Provinz Posen hinsichtlih der vor dem 1. Januar 1906 und der nah dem 31. Dezember 1914 geborenen Fe, c) des Bezirksverbandes des Regierungsbezirïs Wies- baden hinsichili<h der vor dem 1. Januar 1902 ge borenen Krüppel, Befreiung von der Verpflichtung unterbringung.

Berlin, den 29. September 1920.

Der Preußische Minister für Volkswohklfahrkt. Stegerwald.

zur Ansialts-

Ministêrium für Wissenschaft, Kun und L tod ibunA E f

_ Zum Rektor der Technischen Hochschule in Aachen für die Zeit uom 24. Oktober 1920 bis Ende Juni 1922 ist der ordentliche Professor Dr. Gast ernannt worden.

Die Regierungsassessoren Dr. Schamvogel bei dem Pro S n M S “ag O Go bei dem Pro- vinzialshulkollegiugs in” Magdeburg si u Regierungsräten bei diesen Behörden ernannt worden. : / 5

Bekanntmachuug,

betreffend die Felir-Mendelssohn-Bartholdy- Stiftung.

_ Das diesjährige Felix Mendels\ohn-Bartholdy-Staatsstipendium für außsübende Tonkfünstler wurde geteilt und erhielten je 790 Æ: die Pianistin Helene Renate Lang vom Württembergischen Kon- fervatorium für Musik in Stuttgart und die Violinistin Lotte Hell - wi d bom Koaservatociuis F sit in Köln. ä as Staatsftipendium ur Komponisten ift nicht verteilt worden. __ Eine ausübende Tonkünstlerin und T Ee Uke mit Zuwendungen in Höhe von 1200 „4 bedacht. L Die Unterstüßten sind: Violinistin Anna Nad niß, chemalige Zchülerin der afademis<hen Hochshule für Musik in Berlin, Kom- ponift Pantsho Wladigueroff, Schüler der akademischen Meistershule für musifalis> Komposition des Professor Dr. Georg Schumann in Berlin, und Komponist Erwin Bod ky, ehemaliger Schüler der akademischen Ho<shule für Musik in Berlin und früherer Schüler der akademischen ‘Meistershule für musikalishe Komposition des Professor Dr. Richard Strauß in Berlin. i Gharlottenburg, den 30. September 1920, Der Vorsikßende: Schreker.

Bekanntmachung.

Auf Grund des $ 38 Abs. 2 der Verordnun des Kohlen- bah Groß Berlin über die Kohlenvertecilung vom 6. März 1919 wird hiermit angeordnet:

Xe Rom 5. Oktober 1920 ab werden zur Entnahme und Abgabe von Koblen folgende weitere Abschnitte freigegeben: Abschnitt 7 der 5 Zentner-Ofenkarte : 17 109 - 27 20 37 30

47 bezw. 57 und 67 49 13 und 14 Sonderkarte.

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NBevyorzugt zu beliefern sind die früher freigegebenen Abschnitte

der Koc-, Ofen-, Koks- und Sonderkarte, sofern sie nicht für verfallen crflärt find. Ai

Vom 1. November 1920 ab dirfen auf die : Abschnitte 2 der 5 Zentner-Ofenkarte

10 - 24 7 20 L 34 7 30 e 44 bezw. 54 und 64 der 40 S Abschnitte 4 der 12 Zentner-Kockarte x 14 16 L u ; 2 ; 24 O0 L Koblen nit mehr abgegeben und entnommen werdet, IV. Verstöße gegen diese Anordnung werden gemäß S 93 der vors bezeilneten Verordnung bestraft. Berlin, den 30. September 1920. Kohlenstelle Groß Berlin. F, Bi: PO]je.

Bekanntmachung.

Dem Bruno Delshläger, Berlin - Pankow, Binzstr. 44, habe i< die Wiederaufnahme des dur<h Ver- fügung vom 14. April 1920 (N.-A. Nr. 84) Amisblatt Stü 16 untersagten Handels mit allen Gegenständen des täglichen Bedarfs auf Grund des $ 2 Abs. 2 der Bundesratsverordnung vom 93, September 1915 (RGBIl. S. 603) dur< Verfügung hom heutigen Tage mit der Einschränkung gestattet, L De die Abgabe von Speisen und Getränken in Gast- und Schankwirt- {aften und somit insbesondere die Fortführung des Schankbetriebes „Violetta-Bar“, Klosterstraße 78, weiterhin untersagt bleibt.

Berlin O. 27, den 30. September 1920.

Der Polizeipräsident. Abteilung W. J. V.: Heyl

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Bekanntmachung.

Auf Grund der Bekanntmachung zur Fernhaltun unzuvezlässiger \ersonen vom Handel vom 23. September 1915 (RGBl. S. 603) abe i< dem S<hläcbter Wilhelm Grüten, Berlin, Junkerstr. 21, dur® Verfügung vom beutigen Tage den Handel mit Gegenständen des täglihen Bedarfs wegen Unzuverlässigkeit in bezug auf diefen Handelsbetrieb untersagt

Berlin O. 27, den 28. September 1920.

Der Polizeipräsident. Abteilung W. F. V.: Heyl

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BekanntmacGung.

Auf Grund der Bekanntmachung zur Fernhaltung unzuverläffiger Personen vom Handel vom 23. September 1919 (NGBI. S. 603) habe ih dem Kaufmann Reinhold Iost, Berlin, Krausen- straße 6/7, durh Verfügung vom heutigen Tage den Handel mit Gegenständen des täglichen Bedarfs wegen Un- zuverlässigkeit in bezug auf diesen Handelsbetrieb untersagt

Berlin 0. 27, den 29. Sevtember 1920,

Der Polizeipräsident. Abteilung W. J. V.: Heyl E

Bekanntmachung.

Auf Grund der Bekanntmachung zur Fernbaltung unzuverläffiger Personen vom Handel vom 23. September 1915 (NGBI. S. 603) habe ih dem Lokalinhaber Gustáv Sqhauka, Berlin, S&röderstraße 10, dur< Verfügung vom heutigen Tage den Handel mit Gegenständen des täglichen Bedarfs wegen Un- zuverlässigkeit in bezug auf diesen Handelsbetrieb untersagt.

Berlin O. 27, den 30. September 1920.

Der Polizeipräsident. Abteilung W. I. V.: Heyl.

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 40 der Preußischen Geseßsammlung enthält unter

Nr. 11 961 eine Verordnung zur Ausführung des Betriebs- rätegeseßes vom 4. Februar 1920 (Reichs-Gesezbl. S. 147), vom 25. September 1920.

Berlin, 30. September 1920.

Geseßsammlungsamt. Krüer.

Nichtamtliches.

Deutsches Reich.

i der am 30. September 1920 unter dem Vorsiß des Reichspostministers Giesberts abgehaltenen Vollsißung des Reichsrats wurde den Entwürfen einer Verordnung, be- treffend Aenderung der Postordnung vom W. Juli 1917, und cine De über Zu>er und Melasse die Zustimmung ertei

Die Ausschüsse des Reichsrats zur Beratung der Reichs- haushaltsentwürfe (Reichsarbeitsministerium, Allgemeine Finanz- verwaltung, Reichsshuld und Haupthaushalt) hielten heute Sitzungen.

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Wie „Wolffs Telegraphenbüro“ von zuständiger Seite er- fährt, ist das deutsche Éansulai in ga mit der Ge- sandtschaft daselbst vereinigt worden. Alle in Betracht kommenden Eingaben und Sen Ba daher künftighin nur noch an die deutsche Gesandtschaft in Prag zu richten.

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richtet worden. Leiter ist der Konsul Paul Durieux. Sein ug a umfaßt Bayern ohne die Bayerische Pfalz.

In Duisburg-Ruhrort is ein Belgisches Vize“ fonsulat errichtet worden. Leiter ist der Vizekenful O. Ser°

gouûnne.

In München ist ein Französisches Konsulat er-

_ Die deutshe Regierung hatte am 15. August der Boischafterkonferenz in Paris einen eingehend begründeten Protest gegen die von ihr gefällte Entscheidung Uber das Destprenßiishe Abstimmungsgebiet überr eiht, wonach der rechte MWeichselufer streifen sowie fünf dort befindliche Dörfer völlig unb tigterweise den Polen zugesprochen wurden. Die Botschafter konferenz hat jest dem Präsidenten der deuis Friedensdelegation in Paris, wie „Wolffs Telegraphenbüro“ meldet, nachstehende Antwort zugehen lasen: A Z

Ihr Vorgänger hat mit einer Note der Friedenskonferenz einen Protest der deutschen Regierung gegen die von den alliierten Re- gierungen über as Abstimmungsgebiet von Marienwerder getroffene Entscheidung überrciht. Die, deutsche Regierung erklärt darin, jede Nerantwortung für Folgen dieser Entscheidung ablehnen zu müften, Sie fe ni<t anerkennen kann, da sie, wie sie sagt, mit den Be- stimmungen d Friedenövertrags nit vereinbar ist und ebenso sehr im Widerspru mit dem Selbstbestimmungsre<t der Völker wié mit de geographischen und wirts<aftlichen Notwendigkeiten des «an es e M

Sndem ih den Etpsang dieser Mitteilung bestätige, Habe ih die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß die Konferenz die Berechtigung des Protestes Ihrer Regierung bei der Entgegennahme der Entscheidung, die Ihnen aen worden ist- nit anerkennen fann. Die Mächte baben in voller Ausübung ihrer Nehte gehandelt, die ihnen der Artikel 97 des Friedensvertrags zuerkennt. Sie sind nur von dem alleinigen Wunsche geleitet worden, diefen Artikel anzuwenden; fie haben ebensowenig das Selbstbestimmungsre<t der Völker verlegt, wie sie die wirts<aftlihen Notwendigkeiten des Landes verkannt haben. Die deutsche Regierung kann sih übrigens ni<t weigern, eine Entscheidung anzuerkennen, zu deren Annahme sie sih dur< die Unter- {rift unter den Friedenêvertrag verpflichtet hat.

Die Antwort der Botschafterkonferenz vermeidet sorafältig jedes Eingehen auf den Protest der deutschen Regierung, dessen Begründung eben nicht zu widerlegen ist.

Wie „Wolffs Telegraphenbüro“ mitteilt, Herrscht in gewissen Kreisen der ostpreußischen Bevölkerung noh immer die Meinung, die Reichsregierung habe die Interessen Ostpreußens niht in der Weise vertreten, wie die gefährdete mwirt- schaftlihe Lage dieser Provinz es erfordert. Diese Auf- fafsung ist völlig unrihtig. Von seiten der Reichsregierung ist sowohl bei der polnischen Regierung wie bei der Fricdens- konferenz immer wieder auf die Unzuträglichkeiten hin- gewiesen worden, die sich dur<h die Hemmung des Verkehrs im sogenannten polnischen Korridor ergeben haben. Auf Grund dieser Vorstellungen, die die Reichsregierung unablässig erhoben hat, find dur< Vermittlung des Botschafterrates nun- mehr neue Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen in der Verkehrsfrage anberaumt worden, die am 8. Oktober in Paris beginnen. Zu den Verhandlungen über die praktische Verkehrsregelung werden gemäß der Zusage, die der Handels- fammer in Königsberg im Juni d. J. gemacht worden ist, Vertreter der Provinz Ostpreußen zugezogen werden.

B,

Die Nariser Presse veröffentli<ht ein Telegramm aus Posen, in dem es heißt, daß von 240 000 nah Ostpreußen geflüchteten Bolschewisten im Laufe der Verhandlungen mit Deutschland über die Jnternierung \<ließlih mir 12000 ab- transportiert seien. Das beweise, daß alle übrigen sich mit der Roten Armee vereinigt hätten. „Wolffs Telegraphenbüro“ er- Führt dazu folgendes:

Die Zahl der übergetretenen rufsisGen Truppen ift von der deutschen Regierung richtig auf rund 50 000 angegeben worden. Diefe Anzahl ist au na< Innerdeuts<land abbefördert worden, zum Teil Sur den Korridor, zum Teil auf dem Seewege. Daß aroße Massen f der Internierung entzogen hätten und wieder zur russishen Armce gestoßen sind, ist ausges{lossen. Es fann #< dabei nur um einzelne oder um fleine Trupps bandeln, die si< bei der Unüberfi@tlichkeit Ser Grenzen und unter dem Schuße der ausgedehnten Wälder der Ergreifung und Kontrolle enizogen haben mögen. Zurzeit werden vie ostpreußis{Wen Wälder na< versprengten russisGen Soldaten abgesucht,

Die Entwerkung der Kieler Förde als Kriegshafen in? fölge Schleifung der Festungswerke und die durch die Kohlen- fnappheit bedingte wirtshaftlihe Notwendigkeit, die Minensuch- verbände in der Nähe ihres Tätigkeitsgebiets zu stationieren, hat dazu geführt, einen Deil der Seestreitkräfte der Ostsee Swinemünde als Hauptstüßpunkt zuzuweisen. Die Schiffsstammdivision, die die Besaßungen der no< in Dienst zu stellenden Schiffe in sih vereinigt, foll Stralsund als Standort erhalten. Die beiden Seefestungen Swine- münde und Pillau werden von der Marine beseßt. Jn Kiel bleiben die wichtigsten Marinebehörden, die bisher dort ihren Siß hatten, ferner eine Küstenwehrabteilung und ein Teil der Seestreitïräfte.

E A R

Unter Vorsiß des Ministerialrats Dr. Bodenstein vom Reichsarbeitsministerium Berlin und bei Anwesenheit von Vertretern des sächsishen Arbeitsministeriums hat in Zwi>au fürzlih eine Konferenz mit Vertretern der Organisationen der Unternehmer und der Bergarbeiter sowie sämtlicher Be- iriebsräte des sächsishen Steinkohlenbergbaues statt- gefunden. Wie vom Reichsarbeitsministerium mitgeteilt wird, wourde vom Vertreter der Neichsregierung in längeren Aus- führungen auf die Notwendigkeit hingewiesen, zwe>s Erfüllung bes Abkommens von Spaa die Kohlenförderung zu erhöhen. Auch wurde betont, daß eine Erhöhung der Kohlenproduktion notweßdig sei, um die zunehmende Zahl der Arbeitslosen ein- zushränken. Als Zulagen für die Leistung von Uceberarbeit wurden den sächsishen Bergarbeitern dieselben Vergünstigungen in Aussicht gestellt, wie fie den Bergleuten des Ruhrreviers bereits gewährt werden; insbesondere neben ciner Fettzulage auch verbilligte Textilwaren und Schuhe. Die langandauernden sachlichen Beratungen hatten das Ergebnis, daß die Betriebsräte ihren Belegschaften die für die Leistung von Ueberstunden in Aussicht gestellten Vergünstigungen mitteïlen, und daß in kurzer Zeit neue Verhandlungen zwischen den Organfsationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer stattfinden sollen.

E

Die Brauindustrié ist dur die in den leßten Jahren geboten gewesene starke Einschränkung in der “Rohstoff- zuteilung wirtschaftli<h {wer bedroht. Diese Einschränkung hat au< zur Folge gehabt, daß der Stammmwürzegehalt des Bieres gegenüber der Friedenszeit stark herabgedrüdt werden mußte: das jeßige Dünnbier wird je länger, je mehr von weiten Kreisen der Bevölkerung zurückgewiesen, während der Genuß stark alkoholhaltiger Getränke ständig zunimmt. Um der hierin liegenden Gefahr zu begegnen und um die Brau- industrie, der eine große volkswirtshaftliche Bedeutung zukommt, ni<ht zugrunde gehen zu lassen, sind nunmehr die Malz- fontingente der Brauereien auf 80 v. H. des Friedens-

malzverbrauhs festgesest worden und es wird neben dem Einfachbier au< Vollbier mit einem Stammwürzegehalt von 8 v. H. zugelassen.

FVreußzen.

Die gestern in Wernigerode tagende Abgeordneten- versammlung des Evangelischen Vereins der Gustav Adolf-Stiftung wendet sich nah einer Mitteilung des „Evangelischen Presjedienstes“ mit folgender Kund- gebung an die evangelishe Chrisienheit aller Völker:

„Mit tiefer Bewegung Haben wir die Mitteilungen unserer Ver- reter aus den abgetrennten Gebieten über die ungeheuerlihe Be- drü>ung vernommen, mit der unsere Glaubensgenofsen in Polen von nationalem und fonfessionellem Fanatismus heimgefuht werden. Wir find ers<üttert von den Quäkereien uud Verfolgnngen durch das polnische Volk, denen die Gemeinden Pofens und Iestpreußens, ihre Marrer und Anstalten seit langem {hußlos ausgeseßt find, und

troffen von dem Kulturkamvyf, den die polnis<he ‘Regierung dur ibren Juni - Erlaß gegen die evangelis<he Kirche er: ¿ffnet hat. Entgegen dem unveräußerlichen, im Friedens vertrag feierlih verbürgten Recht auf Selbsibestin und im Widerspru<h mit den Grundsäßen frei lider Selbstverwaltung sucht man diese Kirche in eine atsfirche des tatholishen Polens zu verwandeln. Ein gleiches Schi>ksal droht der evangelischen Kire Oberschlesiens, wenn es den blutigen polnischen Umtrieben gelingt, auch dieses Gebict wegzureißen. :

Im Namen der Menschlichkeit und Gerechtigkeit, des Evangeliums nud des Friedens fordern wir den Protestantismus in der ganzen Welt feierli auf, den 900 000 Gliedern dieser Kirche zu Hilfe zu kommen. Wie einst der Schwedenkönig Gustav Adolf unseren Vorfahren in ihrer Gewissensnot als Retter erschien, und wie vor bald 200 Jahren in den leßten Tagen des alten Polens wiederholt der Gemeinsinn des englischen, bolländishen, ffan- dinavishen Protestantismus gegen die grausame polnische _Dissidentenpolitik“ protestiert hat, so muß jehßt die evangelische Ghristenheit aller Völker machtvoll ihre Stimme erheben, um dem Untergang des Evangeliums in den s{werbedrohten Gebieten Posens, Restpreußens und Schlesiens, die bisher blühende Provinzen cvangelisGen Lebens waren, zu wehren.

nseren Glaubensgenossen aber unter dem {weren Kreuz der volnis<en Bedrü>ung, gleichviel ob sie deutscher oder polnischer Zunge find, verspre<hen wir vor Gottes Angesicht, daß wir nicht müde werden wollen, unsere <ristlihe Bruderpflicht an ihnen auch ferner treuli zu erfüllen. Werft aub in shwerster Zeit euer Vertrauen nit weg! Es bleibt unser Glaube, der die Welt überwunden bat; es bleibt unsere Hoffnung, die ni<ht zuschanden werden läßt; es bleibt die Liebe, die nimmer aufhört.“

Oesterreich.

Mie die „Politishe Korrespondenz“ meldet, hat die Botschafterkonferenz in Paris die österreichische Note wegen der Entsendung von größeren Truppen- mengen nah dem Abstimmungsgebiet der inieralliierten Plebijzitkommisfion in Klagenfurt zur Begutachtung über- mittelt. Jnzwishen hat die österreihishe Regierung bei der Botschafterkonferenz den Antrag gestellt, das Abstimmungs- gebiet eventuell durh Truppen einer neutralen Macht beseßen zu lassen, um so die glatte Durchführung der Ab- stimmung zu ermöglichen. Wie verlautet, wollen fich viele Bewohner des Abstimmungsgebiets der Absiimmung enthalten, weil ste befürchten, daß das Land, wenn die Abstimmung für die Südslawen ungünstig ausfallen sollte, in einen neuen Krieg hineingezogen werde. i

Verschiedenen Meldungen zufolge ziehen die Süd- slawen an der Grenze des Kärntner Abstimmungs- gebiets größere Truppenmengen zusammen. Das österreichishe Staatsamt des Aeußern hat den österreichischen Gesandten in Belgrad beauftragt, bei der südslawischen Re- gierung in freundschaftlicher Weise vorstellig zu werden und diese auf die Truppenansammlungen aufmerksam zu machen.

Bei der dritten Lesung des Bundesverfassungs- geseßes nahm die Nationalversammlung eéin- stimmig die von den Großdeutschen eingebrachte Entschließung an, in der die Regierung aufgefordert wird, spätestens in se<hs Monaten eine Volksabstimmung über den Anschluß an das Deutsche Rei < anzuordnen. (Lebhafter Beifall.) Der in der Entschließung enthaltene Beisat, daß diese Volksabstimmung womöglich gelegentlich der Wahlen zur Nationalversammlung am 17. Oktober erfolgen solle, wurde abgelehnt. Am Schluß der gestrigen leßten Sitzung vor den Neuwahlen gab der Präsident Seit in einer längeren Nede einen Ueberbli> über die Arbeit der konstituierenden Nationalversammlung, wobei er feststellte, daß die einstimmige Annahme des Verfassungsgeseßes eine Garantie dafür bilde, daß die Republik Deutsch-Oesterreih, wie sie durch die Ver- fassung geschaffen sei, für alle Zeiten gefichert sein werde.

Großbritannien und Jrland.

Der britische Oberbefehlshaber der Regierungstruppen in Jrland, Mac Ready, ist der „Preß Association“ zufolge nach London berufen worden, um die Lage in Jrland, ins- besondere die Frage der Vergeltungsmaßnahmen, mit der Regierung zu besprechen.

Frankreich.

Die in Paris anwesenden Mitglieder des Völkerbund- rats traten gestern zu einec Sizung zusanunen, der auch der polnische Delegierte Paderewski und der _litauishe Delegierte Moldemar beiwohnten. Der „Agence Havas“ zufolge gab Leon Bourgeois ihnen bekannt, daß die in der Resolution des Rats vorgesehene militärische Kontrollkommission am 3. Oktober in Sumwalki sein und sofort ihre in der Reso- lution des Völkerbundrats vom 20. September vorgesehenen Arbeiten aufnehmen werde. Sollte si< in der Auslegung der Resolution eine Schwierigkeit ergeben, fo habe die Regierung, der diese Schwierigkeit auffalle, den Völkerbundrat zu benach- richtigen, der zu entscheiden habe.

Die von demfranzösischen Landwirtschaftsminister geplante Snternationale Konferenz zur Bekämpfung der Viehseuchen wird im Dezember in Paris zusammentreten. Es ist geplant, ein ständiges Büro zu erri ten, das alles sammelt, was auf die Bekämpfung der Viehseuchen Bezug hat.

Die Generalräte im Elsaß haben vorgestern die Wahlen für den kfonsultativen Rat vorgenommen, den die franzöfische Regierung in Elsaß-Lothringen eingeseßt hat. Wie die „Agence Havas“ meldet, wählte Oberelsaß (Departement des Oberrheins) folgende se<s Mitglieder : Drumm, Brom, Haegy, Rudolf, Tempe und Wicky. Uniter- elsaß (Departement des Niederrheins) wählte aht Mit- glieder, und zwar Ramspacher, Quirin, Jehl, Krohmer, Weyd- mann, Levy, Schiele und Georges Weill.

Auf dem Gewerk schäftzköngreß in Orlé&äns sprachen sich gestern die meisten Redner gegen den Anschluß an die Dritte Junternationale aus, namentlich Rivelli, der Führer der französischen Seeleute.

Nukß:land.

Der Heeresberiht des Generals Wrangel meldet dem „Wolfffchen Telegraphenbüro“ zufolge:

Die 13. Rote Armee, die auf ihrer Flanke und im Rüd>en angeartffen ist, zieht fi< fu<tartig nah dem Drjepr zurü. In der Gegend von Alexandrowsk sind die Bolfchewisten auf . einer Front von 209 km auf der Flut. Wir haben mel fangene gemadt, erbeuteten 50 Geschüße, mehrere hundert Maschinen- gewehre, 8 Panzerzüge, 3 Panzerautomodbile, 7 Flugzeuge und viel Kriegsmaterial. An der ganzen Taurischen melden unsere Aufklärungstruppen lebhafte Tätigkeit.

Ftalien.

Nah dem „Giornale d'Jtalia“ verlangt Jtalien auf Grund des Ariüfels 289 des Versailler Vertrags von Deutsh- land die Wiederinkraftiseßzung -des Abkommens vom 31. Juli 1912 über die sozialen Versicherungen. Wie „Wolffs Telegraphenbüro“ bemerki, ift die Jnkraftsezung des genannten Abkommens bereits auf Grund des Artikels 289 des Friedensvertrags mit Wirïung vom 8. Juli 1920 erfolgt und im Reichs-Geseßblatt 1920 Nr. 175 veröffentlicht.

Die deutsche Botschaft beim Quirinal in Nom teilt unterm 30. September mit, daß ein Königliches Dekret über die Befreiung des sogenannten fleinen deutschen Eigentums von der in Artikel 297 des Versailler Friedensverirags zugelassenen Liquid nu mehr ergangen is. Das Dekret isi von einer amilihes Verlautbarung begleitet, wonach der Ministerrat in Ueber- einstimmung mit den feit längerer Zeit von der Regierung gegebenen Zusicherungen die Befreiung und Rückgabe des feinen deutshet Eigentums an die * Eigentümer beschlossen habe. Als fleines Eigentum werde dasjenige betrachtet, das nach den gegenwärtigen Preisen einen Wert bis zu 50 000 Lire habe, ausgenommen seien Geldbeträge. Die Bewertung erfolge unter Berü>sichtigung des Gesamtvermögensstandes der einzelnen beteiligten Personen. Die Verlautbarung hebt schließlich die soziale und volkswirtschaftliche Bedeutung dieser Maßregel hervor. S

Einer Meldung der „Agenzia Stefani“ zufolge hat der Senator Melodia an den Mintster des Auswärtigen die Anfrage gerichtet, ob die Zeitungsnachricht zutreffe, nach der das amtlih veröffentlichte, von dem Terbischen Prinzregenten und den Ministern unterzeichnete Wahlgeseß für di serbische geseßgebende Versammlung die Gebiete von Zsirien mit Fiume, Laibach, Görz, Dalmatien in die Zahl der serbischen Wahlkreise einbeziche. Die „Jdea Nazionale“ weist darauf hin, daß dieses Gesez von dem Prinz- regenten und den südslawishen Ministern in einer Zeit unterzeihnet worden sei, da man von der Wiederaufnahme direkter Verhandlungen zwischen Jtalien und Südslawien über die Adriafragen spreche. „Giornale d'Jtalia“ sagt, dieses Gesez entschleiere die Richtung der fsüdslawishen Ueber- imperialisten, die fih sogar auf Görz erstre>e, und bestreite sogar offiziell die Rechtskraft der Entscheidungen der Friedenss tonferenz. s

Der sozialistishe Parteivorstand in Mai- land hat vorgestern die Frage einer Spaltung der Partei weiter erörtert.

Nachdem mehrere Redner ïaut Bericht der „Agenzia Stefani® für und gegen die Spaltung der Partei gesprocben

batten, betonte Bacci, die Moskauer Bedingungen müßten je nah den Verhältnissen der Parteien der einzelnen Länder beurteilt werden; so könne man die Reformisten in Italien nit mit denen in Frankreih zusammenwerfen. Die Aende- rung des Namens în Kommunisten, anstatt Sozialisten, könnte im Falle der Spaltung der Partei böse Folgen haben. Graziadet meinte, eine etwaige Diktatur des Proletariats in Italien ebenso, wie in Frankreih oder England, würde cine vollkommenere Form haben, als man sie in Rußland sehe, jedenfalls müsse die Revolution in den mitteleuropäishen Ländern gleichen Schritt halten.

Belgien.

Der gestrige Sißungstag der Finanzkonferenz war der Untersuchung über diè internationale Kreditfrage ge- widmet. Zu dieser bedeutsamen Frage hielt der franzöfische Vizepräsident Cellier das einleitende Referat.

Laut Bericht des „Wolffschen Telegraphenbüros" hob Cellièr Fervor, daß das Bedürfnis nach neuem Kapital groß sei, und daß es ih nah doppelter. Richtung. zeige : cinmal müsse das Defizit in Produktion gede>t und zweitens müßten die Zerstörungen s Krieges ausgeglihen werden. Dem großen Bedarf an Kapital stehe auf der anderen Seite die Knappheit gegenüber, die dur< eine Reibe von äußeren Umständen verstärkt würde, so beispielsweise dur< eine Beschneidung des internationalen Kapitalverkehrs. Cellier bat die Ueberzeugung, daß der Kapitalmarkt \ wirkli genesen werde, sobald die Staatsfinanzen, der internationale Handel und das Geldwesen wieder in Ordnung scien. Vorläufig müsse man si< mit Ersaßmitteln behelfen. Hier sei u. a. auf kurz- fristige Kredite zu verweisen, die für Rohstofflieferungen gewährt werden, und die aus dem Erlös des verkauften Fertigfabrikats geded>t werden müssen. Cellier trat für eine neutrale Fnstitution ein, die über alle Fragen internationaler Kapitalsanlagen dem Sparer Auskunft erteilen könne.

In der anschließenden Erörterung \prah der belgische Ministerpräsident Delacroix über seine Vorschläge, eine inter nationale Bank zu gründen, die dur<h die Ausgabe von Obli- gationen die Mittel für den Wiederaufbay schaffen jolle.

Die Nachmittagsfizung brachte die no< ausstehenden Berichte über die Finanz- und Wirtschaftslage einzelner Delegationen. Es sprachen zunächst der Vertreter Numäniens und dann der von Brasilien. Während das erstere Land ein ungünstigeres Bild bietet, zeigt Brasilien alle Anzeichen eines wirtschaftlich gefeftigten Staates. Fir die französishe Delegation sprah Cheysson. Sein Bericht ist insoweit bemerkenswert, als er die eigenew Anstrengungen Frankreichs hervorhebt, die fir den Wieder- aufbau der ge törten Gebiete gemaht wurden. Es seien hierfür rund 21 Milliarden Franks ausgeworfen. Dabei wird aber nicht sonderlih betont, daß au< Deutschland für die Miederaufbauarbeiten sein Budget mit zahlreichen Milliarden belastet, und daß Deutschland nah dem Friedensvertrag alle Kosten dieser Aufbauarbeiten zu tragen hat. Auch an sich bietet die französishe Finanzlage im Vergleih zu Deutschland ein günstigeres Bild, insoweit als im laufenden Jahr si die Ausgaben in bedeutend engeren Grenzen halten und Frankreich sogar einen Teil seiner Auslandshuld de>en fonnte. Für die italienishe Delegation \sprah der Senator Ferrari. Hier ist die finanzz und wirtschaftspolitishe Lage als ernst zu bezeichnen, die heute durch die wirt aftli en und sozialen Kämpfe noch verstärkt wird. Schließli gfde Ver-

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