1892 / 24 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Galarock der Gardes du Corps, mit Meer Mazestät der Königin von Würtiemberg und Seine Majestät der König vonWürttemberg, in der Uniform des Cürassier-Regiments Herzog Friedrich Eugen von Württemberg (Westpreußisches) Nr. 5, mit Jhrer Majestät der Kaiserin in die große Mittelloge und verneigten Sich huldvoll vor den Versammelten, die sih von ihren Sißen erhoben hatten und mit tiefer Verbeugung Jhre Majestäten begrüßten, während das Orchester die Nationalhymne spielte. In der Mitte der Loge , an der Brüstung nahmen zur Linken Jhrer Majestät der Königin von Württem- berg Seine Majestät der Kaiser und König Plaß, Aller- höchstwelhem zux Linken Zhre Majestät die Kaiserin, Seine Majestät der König von Württemberg, Jhre Königliche Hoheit die Prinzessin Heinrih und Seine Königliche Hoheit der Großherzog“ von Hessen folgten, während Jhrer Majestät der Königin von Württemberg zur Rechten Seine Königlihe Hoheit der Großherzog __von Baden und Jhre Königliche Hoheit die Prinzessin Friedrich Carl die Pläße einnahmen. Die Vorstellung, an welcher hervor- ragende Kräfte der Oper mitwirkten, bot den Anwesenden reichen künstlerishen Genuß; in der Daule wurden in dem großen Concertsaal, wo Jhre Majestäten Cercle hielten, Er- frishungen gereiht. Der Vorstellung, die bis 11 Uhr dauerte, wohnten die Majestäten bis zum Schluß bei; beim Verlassen der Loge verneigten Sih Allerhöchstdieselben, von den Ver- sammelten ehrfurhtsvoll begrüßt, wiederum huldvoll grüßend und wurden bei der Fahrt nah dem Königlichen Schloß von der dichtgedrängten Menge mit brausenden Hochs empfangen.

Die Feierlichkeiten im Lände nahmen nach den vorliegen- den Berichten überall denselben erhebenden und patrio- tishen Verlauf; über Festgottesdienste, Festacte in den Schulen, Flaggenschmuck, Festtafel, Jllumination, Con- cert, Parade und Zapfenstreih wird aus / Königsberg i. Pr., Danzig, Elbing, Posen, Nordhausen ,„ Kiel, Hannover, Köln und anderen preußischen Städten berichtet. Nicht minder betheiligten sih die Hauptstädte der deutschen Bundesstaaten an einer würdigen Veranstaltung dek Feier. München erglänzte in reihem Flaggenschmudck, und in den Offiziers-Speiseanstalten fanden Festessen stait; jedoch unterblieb wegen des Hinscheidens Jhrer Königlichen Hoheit der Herzogin Max in Bayern das im Festsaal des Rathhauses anberaumte Festessen. In der “Hauptstadt des Königreihs Sachsen wurde der

Tag durch Festgottesdienst und Festacce in den Schulen, in Karlsruhe auch noch durch eine Gala- vorstelung im Hoftheater, ferner durch ein Festmahl,

bei welhem der Staats-Minister Dr. Turban das Hoch auf Seine Majestät ausbrachte, gefeiert; Festberichte liegen ferner aus Darmjtadt, aus dem Großherzogthum Mecklenburg- Schwerin, aus dem Großherzogthum Oldenburg, aus Hamburg u..s. w. vor.

Auch die Deutschen im Auslande haben den Tag nicht vorübergehen lassen, ‘ohne von ihrer patriotishen Gesinnung Zeugniß abzulegen, und vielfah haben sich auch Ausländer jelbst an den festlihen Veranstaltungen betheiligt.

In Paris fand gestern Abend aus Anlaß des Ge- burtstags Seiner Majestät des Kaisers auf der deutshen Bot- schaft großer Empfang statt, bei welchem die Minister, die Vertreter des Militär- und Civilstaats des Präsidenten Carnot,

_ zahlreiche sonstige Staatswürdenträger, die Mitglieder des diplomatischen Corps, Senatoren, Deputirte und die hervor- ragendsten Mitglieder der deutschen Colonie erschienen.

In Brüssel beging die deutsche Colonie den Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers durch ein Festbankett, an welchem der deutsche Gesandte Graf von Alvensleben theilnahm. Jn dem Toast auf Seine Majestät feierte Graf von Alvensleben den Handelsvertrag zwischen Deutschland und Belgien als ein Ereigniß, welches bestimmt sei, eine weitere Annäherung zwischen dem deutschen und dem belgischen Volke * herbei- zuführen. ui Jn Genua veranstaltete die deutshe Colonie im Stadt- hause ein Festmahl, an welhem neunzig Personen theil- nahmen. Der deutsche Consul jowie die Consuln von Oester: reich-Ungarn und Dänemark E A dem Festmahl bei.

In Triest wurde der Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers von der reichsdeutshen Colonie durch ein oiibantett auf dem Stadthause gefeiert. Nachdem zunächst Kaufmann Lüders cinen Toast auf den österreichischen Kaiser ausgebracht und éine Militärcapelle die österreichische Volkshymne gespielt hatte, brachte der deutshe General-Konsul Dr. Michahelles das mit Jubel aufgenommene Hoh auf Seine Majestät den Kaiser aus; die Musik spielte: die preußische Nationalhymne. i

Jn Bukarest wurde der Geburtstag Seiner Majestät durch ein Tedeum in der protestantischen Kirche gefeiert. Es nahmen daran theil die Minister Lahovary und Carp, General Baroni als Vertreter des Königs, die Spizen der Civil- und Militärbehörden, der deuishe Gesandte von Bülow, das Gesandtschaftsperjonal und Mitglieder des diplomatischen Corps, sowie der deutshen Colonie. Hierauf war Empfang in der deutschen Gesandtschaft, dem ein Lunch folgte. Am Nachmittag gab die deutiche Colonie ein Bankett, an welhem fich sowohl Herr von Bülow, als auch der österreichisch- ungarische Gesandte Graf Goluchowski betheiligten.

Jn Sofia wurde in der protestantischen Kapelle ein Fest- gottesdienst abgehalten, an welchem der deutsche General: Konsul Freiherr von Wangenheim, das Konsulatspersonal und Mitglieder der deutshen Colonie theilnahmen. Später empfing Freiherr von Wangenheim die Besuche des Ministers des Auswärtigen und der diplomatishen Agenten, welche ihre Glückwünsche abstatteten. j

In Konstantinopel fand Vormittags in der Kapelle der deutschen Botschaft ein von dem Botschaftsprediger Pastor Suhle geleiteter Gottesdienst statt, welhem beiwohnten: der Botschafter von Radowiß, die Mitglieder der Botschoft, der General-Konsul Gillet, die Mitglieder des Konsulats, der Commandant, die Offiziere und Matrosen des Kaiserlichen Fahrzeugs „Loreley“, der rumänische Gesandte Mitilineo, die in türkishen Diensten stehenden deutschen Offiziere und Beamten und zahlreiche Mitglieder / der deutschen Colonie. Mittags erschienen der Ober-Ceremonienmeister Munir-Pascha und der General-Adjutant des Sultans, Schakir-Pascha, in der deutshen Botschaft, um die Glückwünsche des Sultans zu überbringen. Zu gleicher Zeit gab ein türkisches Kriegsschiff 21 Salutshüsse ab. Der Botschafter von Nadowiß empfing dar- auf die Mitglieder der Colonie und brachte dabei die Gesundheit Seiner Majestät des Kaisers aus. Am Abend fand in dem Saale des deutschen Vereins „Teutonia“ ein Festessen statt, bei welchem der Botschafter von Radowiß den Trinkspruch auf Seine Majestät den Kaiser ausbrachte. Die Versammlung sandte Seiner Majestät ein Glückwunsch-Telegramm. Der

. wandt.

S ® Mio N Botschafter von Radowiß wohnte hierauf auh noch der vom deutschen -Handwerkerverein veranstalteten Feier bei. i :

Endlih meldet „Reuter's Bureau“ aus Sanf ibar: Der Sultan stattete anläßlih des Geburtstags Seiner Majestät des Deutschen Kaisers dem deutschen Konsul einen Gratulations- besuch ab.

Zum Schluß erwähnen wix, um die festlihe Stimmung, die der Geburtstag Seiner Majestät allenthalben verbreitet hat, zu kennzeihnen, noch zweier Festartikel: der „Düssel dorfer Anzeiger“ schreibt: i L

Königs und Kaisers Geburtstag ist von jeher ein Freudenfest für das ganze preußische und deutsche Volk gewesen: ein Volk, welches

seinen Monarchen liebt, welches in ihm den obersten_ Hüter seines Wohls, den Beschüßer seines Rechts und den Förderer

seiner edelsten Interessen erblickt, gedenkt natürlih mit Theilnahme und Dankbarkeit dessen, was die hohe Person des Monarchen anbetrifft, und wie es alle Handlungen uud Kundgebungen, alle Er- eignisse in dem Leben seines Kaisers mit dem Gefühl begleitet, daß die engsten Wechselbeziehungen zwischen Fürst und Volk bestehen, so giebt es sich auh den Empfindungen herzlicher Freude an dem Tage hin, der seinem Kaiser das Leben gegeben bat. In die freudigen Glückwünsche, die dem Monarchen aus seiner Familie und aus setner engsten Umgebung entgegentönen, stimmt das ganze preußische und deutsche Volk mit Aufrichtigkeit ein, indem es zugleich seine Gebete für die Gesundheit und das Leben des Kaisers zum Himmel empor- sendet. : A:

Ja, das Geschick möge ihm Kraft verleihen, daß er scines hohen und verantwortungsvollen Amts zum Besten des Vaterlands walte und die hohen Ziele, die er sich gesteckt hat, erreiche. Mit welchem Eifer er ih diesen Zielen widmet, davon “hat der Kaiser in dem nunmehr zurückgelegten Lebensjahre wieder mannig- fache unzweideutige Beweise gegeben. Aus allen seinen Kundgebungen leuchtet der Gedanke als Leitstern hervor: Dem Vaterlande zu dienen! Dem Vaterlande, der Nation is sein ganzes Denken geweiht. Auf dem Festmahle des brandenburgischen Provinzial-Landtags am 20. Fe- bruar vorigen Jahres bekannte er ofen, wie seine lthen

Gebete zu Gott auf das Wohl des Volkes gerichtet sind, wie aber ‘auf der anderen Seite die Krone mcht diese oder jene Parteiwünshe verwirklichen könne, sondern über

den jeßigen, auf Interessen gegründeten Parteien stehen mnüsse. Sich und seinem Volke stellte er die Aufgabe: „Wir müssen vorwärts streben, wir müssen arbeiten und im Innern kämpfen.“ „Aber“ seßte er hinzu „wenn das Ganze gedeihen foll, so müssen hier und da im Einzelinteresse Opfer gebracht werden.“ Es ist dies in schlichten Worten das ganze sociale Programm des Kaisers. Ohne fsolhe Opfer läßt sich der sociale Friede, läßt sich das Gedeihen eines Volkes nit erreichen. Freilich mag manchem ein nach seinem Gefühl {wer zu tragendes Opfer an- gesonnen werden; aber der Kaiser betonte in jener Nede mit Recht die Nothwendigkeit, den Blick stets auf das Ganze gerichtet zu halten, und so Tönnen wir mit dem Dichter hinzufügen! „Wer den Blick aufs Ganze hält gerichtet, dem ist der Streit in seiner Brust geschlichtet.*

Kaifer Wilhelm hat im leßten Jahre das Friedenswerk in hohem Maße gefördert. Dié Verlängerung des Dreibundes, die persönlichen Besuche in Holland, England und Oesterrei weisen mit beredter Sprache hierauf hin. Ein wie aufrihtiger Freund und Förderer des Friedenswerks der Kaiser aber ist, davon legte er in den s{chönen Worten Zeugniß- ab, die er am 4. Mai bei dem Provinzialfest in Düsseldorf sprach: „J wollte nur, der europäische Friede läge in Meiner Hand; Jh würde jedenfalls dafür sorgen, daß er nie mehr gestört werde; . . . . jedenfalls werde Jh nichts unversucht lassen, und was an Mir liegt, dafür sorgen, daß er nit gestört wird.“

Aber auch dem focialen Frieden, der Besserung der socialen Verhältnisse und der Sitten hat der Kaifer sein Augenmerk zuge- Wie besorgt er um das sittliche Wohl des Volks ift, davon lieferte der Erlaß vom 22. Oktober Kunde, der aus Anlaß betrü- bender Vorgänge eine Reform auf gewissen Gebieten der polizeilichen Executive uud der Strafrechtspflege verlangte.

Mit warmem Herzen ist der Monarh auf das Wohl seines Volks bedacht. Unserem Kaiser hierfür dankbar zu sein, ist nicht nur Pflicht,“ sondern auh Bedürfniß des Volks, und dieses Gefühl läßt sich an seinem Geburtstag nicht* besser zum Ausdruck bringen, als in dem Wunsch: Gott segne, Gott erhalte unseren Kaiser und gebe ihm eine lange, gesegnete Regierungszeit !

Das „Dresdener Journal“ feiert den Geburtstag mit folgender Festbetrachtung:

Während man am heutigen Tage in Preußen das Geburtsfest des Königs und Kaisers Wilhelm 11. im engsten Anschluß an die Verehrung des angestammten Monarchenhauses feierlich be- geht, gedenkt man im . ganzen übrigen Deutschland und so auch in Sachsen mit warmer Theilnahme und Verehrung des für das gesammte geeinigte Reich thätigen Schirmherrn. Seine frische Kraft und kühne Zuversicht wird getragen von“ der Kraft und Zu- versiht des germanisden Volkes, » von der Treue und der brüderlichen „Hingebung eines Hochgemuthen Fürstenbundes, der in gegenseitiger Harmonie einen gefeiten e und Schußzkreis um den Vertreter des deutschen Staatslebens gezogen hat. Ein gewaltiges, in seiner Maht wohl unbesiegbares Bündniß und Symbol für Völkerfrieden und sittliche Culturentfaltung —, so steht diese segensreiche Vereinigung da, inmitten Europas, allen Stürmen der Zeit fes und ruhig E und innig verbunden mit zwei gleihgestimmten Nachbarreichen. Das sind Vereinigungen und Bürgschaften, die nicht über Nacht - geboren sind; -_ das von Deutschland im immer gleichen Wandel des Rechts und der Mäßigung erworbene Vertrauen hat diese Vereinigungen geschaffen, und daneben sind dem Deutschen Reiche und seiner Politik auch von_ anderen Seiten Achtung und Freundschaft in Fülle zu theil geworden.

Dieses erhabene staatliche Gebilde, welhes ‘uns eine frucht- bringende Zukunft verspricht, ist keine Schöpfung unseres jungen Kaisers. Es wurde von der Thatkraft Wilhelm's 1h und der ibm verbündeten Fürsten sowie vom Genius des großen Kanzlers mit patriotisher Zaubermaht ins Leben gerufen und war ein Vermächtniß für den Erben des Kaiserlihen Throns. Darin aber liegt das Segensreihe und Beruhigende, daß jenes uner- meßlihe Erbe einen seiner Größe würdigen Verwalter ge- funden hat. Dieser frohen Hoffnung, die sih mehr und mehr in den weitesten Kreifen zur Erkenutniß umwandelt, geben wir uns äm heutigen Tage mit gehobener Stimmung hin. Möge die Gnade des Weltenlenkers die Sonne hell scheinen lassen auf den Lebensweg eines

- nah Wahrheit suchenden Fürsten !

Heute hielt der Bundesrath eine Plenarsißung- ab. Vorher tagten die vereinigten Aus\shüsse für Zoll- und Steuer- wesen und für Handel und Verkehr, sowie die vereinigten Ausschüsse für Justizwesen und für Elsaß-Lothringen.

In seiner Plenarsikung am Dienstag ertheilte der Bundes- rath unter dem Vorsiß des Staats)ecretärs des Jnnern Dr. von Boetticher dem Entwurf eines Gesetzes, be- treffend die Anwendung der für die Einfuhr nah Deutschland vertragsmäßig bestehenden Zollbefreiungen und Zollermäßi- Lten gegenüber den nicht meistbegünstigten Staaten, die

ústimmung. |

Der Königliche Ober-Ceremonienmeister, Ober-Hof- und aus-Marschall Seiner Majestät des Kaisers und Königs raf zu Eulenburg ist von seiner Krankheit hergestellt und

hat die Geschäfte wieder übernommen.

Nachdem das erste Stadium der Vorarbeiten für die Betheiligung Deutschlands an der Welt-Ausstellung in Chicago abgeschlossen und es somit möglich ist, einen Üeber- blick über den Umfang der Beschikung zu gewinnen, kommt es nunmehr darauf an, einzelne hervortretende Lücken aus- zufüllen und das Vorhandene derart auszugestalten, daß die deutsche Abtheilung den Eindruck eines abgerundeten Ganzen E geeignet ist. Jn ihrem dahin gerichteten P treben wird die Reichsvertretung vielfa durch die innerhalb der einzelnen Jndustriegruppen neucrdings statifindenden Ver- handlungen wesentlih unterstüßt. So traten die Kuns- gewerbevereine am 23. d. M. in Hannover zu einer außerordentlichen Sißung zusammen, zu welcher Berlin, München, Dresden, Leipzig, Stuttgart, Karlsruhe, Frank: furt a. M., Hamburg, Bremen, Magdeburg, Braunschweig x. Delegirte entsandt hatten. Nächdem für München und Berlin berihtet worden war, daß dort eine Betheiligung in nam- haftem Umfange si bereits gezeigt habe, wurde allseitig die

beschlossen, das Kunstgewerbe unter Mitwirkung des Reichs in zusammenfassender Weise zur Darstellung zu bringen. Mit der schlesischen Jndustrie waren bisher generelle

durch eine am 2. d. M. auf Veranlassung des Geheimen Commerzien - Raths Websky, Konsuls Bauer und Fabrik- besißers Fißner nah Breslau einberufene Versammlung ge- schehen, an welcher auch der Reichscommissar, Geheime Regie- rungs-Nath Wermuth theilnahm und in welcher namentlih über die Organisation der Textil-, Holz- und Metall-Jndustrie Beschluß gefaßt wurde.

Endlich forderte auch der Verein deutscher Papier- fabrikanten seine Mitglieder neuerdings wiederholt zu einer regen Betheiligung auf; nit minder wird für die Papier- verarbeitungs-Jndustrie sowohl in Berlin als im König- reih Sachsen von sachverständiger Seite eine rührige und er- folgreihe Wirksamkeit entfaltet. Auf die Stimmung der Industrie im ganzen hat die neuerlich bei der Etatsberathung siglepgbie Debatte einen merklih günstigen Einfluß aus- geübt.

Die im Reichs-Eisenbahnamt aufgestellte, in der Ersten. bzw. Zweiten Beilage zur heutigen Nummer des „R. u. St.:A veröffentlihte Uebersiht der Betriebs - Ergebnisse: deutscher Eisenbahnen für den Monat Drcgenittes v. t ergiebt für die 70 Bahnen, welche auch schon im entsprechen: den Monat des Bialites im Betriebe waren und zur Ver- gleihung gezogen werden konnten, mit einer Gesammtbetriebs-* länge von 36 982,23 km Folgendes: Jm Dezember v. J. be-

trug die Einnahme: a. aus dem Personenverkehr: im ganzen 22 425 883 A6 oder 1 429 489 Æ mehr als in dem- selben Monat des Vorjahres, auf 1 km Betricblänge 618 4 oder 5,82 Proc. mehr als in demselben Monat des Vorjahres: b. aus dem Güterverkehr: im ganzen 64221102 M oder 964 307 #6 mehr als in demselben Monate des Vor- jahres, auf 1 km Betriebslänge 1744 46 oder 0,69 Proc. mehr als in demselben Monate des Vorjahres. Jun der Zeit vom Beginn des Etatsjahres bis Ende Dezember v. J. betrug: die Einnahme: A. Bei denjenigen Bahnen, deren Rechnungé- jahr die Zeit vom 1. April bis 31. März umsaßt a. aus dem Personenverkehr: im ganzen 217 821 658 s oder 9 236 026 6 mehr als in demselben N tcaine des Vorjahres, auf 1 km Betvriebslänge 7455 46. oder 2,69 Proc. mehr als in demselben Zeitraume des Vorjahres: þ. aus dem Güter: verkehr: im ganzen: 527 651 381 6 oder 22223 963 s. mehr als in demselben Zeitraume des Vorjahres, auf 1 km Betriebslänge 17 758 A6 oder 2,66 Proc. mehr als" in demselben ne ‘des Vorjahres. B. Bei denjenigen; Bahnen, deren Rechnungsjahr mit dem Kalenderjahre zusammen- fällt, a. aus dem Personenverkehr: im ganzen 63 412889 6 oder 1 423313 /6 mehr als in demselben Zeit. raume des Vorjahres, auf 1 km Betriebslänge 9206 f oder 0,22 Proc. mchr als in demselben Zeitraume des Vorjahrés; b. aus dem Güterverkehr: im ganzen 120260 338 M oder 4 263 173 #6 mehr als in demselben Zeitraume des Vor- jahres, auf 1 km Betriebslänge 17 288 6 oder 1,59 Prot. mehr als in demselben Zeitraume des Vorjahres. Eröffnet wurden am 1. Dezember v. J. die Strecken Walburg—Wörth a. Sauer 8,93 km (Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen)! Freystadt —Poppschüß 15,30 km (Königliche Eisenbahn-Direction- zu Breslau) und Hoffnungsthal—Jmmekeppel 5,70 km (König: liche Eisenbahn-Direction zu Elberfeld), am 15. Dezember die Strecken Grottkau—Glambah 26,85 km (Königliche Eisen: bahn-Direction zu Breslau) und Schmalkalden—Steinbah— Sberg 1064 km (Königlihe Eisenbahn-Direction zl Frfurt), am 20. Dezember die Strecke Warmbrunn—Peterë dorf 8,03 km (Königliche Eisenbahn-Direction zu Berlin), am 29. Dezember die Strecke Nagold—Altensteig 15,11 kn (Königlih württembergishe Staatseisenbahnen), am 31. De zember die Strecke Oschaßz—Strehla 11,30 km (Königlih \ächsische Staatseisenbahnen). :

Der 64.. Communal-Landtag der Kurmark ver handelte in seiner 4. Plenarversammlung am 26. d. M schusses. Unter den ersteren befanden sih, nebst drei | be- eine gleichfalls beschlossene Abänderung des Societäts?" Reglements behufs Herbeiführung größerer Gleichmäßig- keit der Beiträge für die Land - Feuer - Societôt un eine Vorlage über die Entsendung von lung von VBranödstiftungen. Ein Unterstüßungsgesuch eines früheren Beamten fand Gewährung, dagegen wurde ein solches um Entschädigung von Sturm}schäden, als den Rahmen der Entschädigungspfliht der Societät überschreitend, an den 10 n zur etwaigen Berücksichtigung aus dem Dispositionsfonds der Kurmärkischen Hilfs- kasse abgegeben. Aus dem leßteren bewilligte der Landtag in 10 Fällen Unterstüßungen an milde Stiftungen und wohlthätige Vereine, mußte aber in drei Fällen derartige Gesuche ablehnen

aus Gründen, welche bereits in dem leßten Bericht angedeutet

Nothwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens anerkannt und-

Verhandlungen noch nicht gepflogen worden; dies ist indessen

sieben Gutachten des I. und dreizehn Gutachten des I. Aus-

willigten Beihilfen zur Beschaffung von Feuer llg

etectivs zur Ermitte-.