1899 / 2 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Laut ra Eee E, an das Ober-Kommando "der Marine ist S. M. S. „Moltke“, Kommandant: F -Kapitän Schr öder, am 31. Dezember v. J. in Cien- os (Cuba) angekommen und an demselben na< Havanna wieder in See gegangen ; der Reihs-Postdampfer „Ba yern“ mit der abgelösten Besaßung der Schiffe des Kreuzer-Geshwaders, Transportführer: Kapitän zur See Koellner, is am 1. Januar d. J. in Neapel angekommen und am 2. Januar nah Genua wieder in See gegangen.

Elsaß-Lothringen.

Der chemalige Unter-Staatssekretär für Landwirthschaft und öffentlihe Arbeiten im Ministerium für Elsaß-Lothringen und Kurator der Kaiser Wilhelms-Universität zu Straßburg Dr. Ledderhose ist, wie „W. T. B.“ erfährt, gestern ge- Forben.

Deutsche Kolonien.

Ueber seinen jüngsten Zug nah dem Süden des Schußgebiets Deutsh-Südwestafrika hat der Gouver- neur Leutwein unter dem 28. Oktober 1898 aus Keetmans- hoop folgenden, im „Deuischen Kolonialblatt“ veröffentlichten Bericht erstattet : aen

Der Zwe> der nah Süden unternommenen Expedition ift er- reiht und der Frieden in diesem Theile des Schuggebietes wieder hergestellt worden. Die beiden {huldigen Kapitäne sind vor ein Gericht der nihtbetheiligten übrigen Kapitäne des Namalandes gestellt und von diesem zur Tragung der Kosten der Expedition zu gleichen Theilen, der Kapitän von Bethanien außerdem zur Abtretung eines Stüd Landes verurtheilt worden. Die Größe des leßteren sollte der «Souverneur im Verein mit den vier als Richter fungierenden Kapitänen bestimmen. Die Richter bestanden aus den Kapitänen Hendrik Witbooi von Gibeon, Christian Goliath vor Be:feba, Simon &ooper von Gokhas und Hans Hendrik von den Veldschoendragern. Den Vörsig führte der Regierungs-Rath von Lindequist. Ich batte diese Zusammenseßung des Gerichts aus politiswen Gründen ge- wählt. Im Verlauf der Untersubung batte sich ergeben, daß do< der Kapitän Paul Fredriks von Bethanten der Schuldigere gewesen war, daber die bärtere Strafe für diefen. Die auf Verleßung der Schußverträge lautende Anklage wurde einstimmig bejabt. Die Kapitäne waren sehr eifrig bei der Sache, und es machte die Stellung ihrer Standesgenofsen vor tas Gericht der Kapitäne auf die letzteren sihtli< den beften Eindru>: eine gute Grundlage für S(lichtung von Streitigkeiten in der Zukunft. Na gefälltem Urtheil wurde in einer öffentliden Verfammlung, an wel<er etwa 700 Eingeborene mit allen Kapitänen des Namalandes theilnahmen, die nunmehr geswasfene Sachlage auseinandergeseßt, sowie das Ver- hältniß zwishen Shußmacht und den Eingeborenen genau flargelegt. Nach diesen Darlegungen, welhe von meiner Scite gegeben worden waren, nahm Kapitän Witbooi zu einer Ansprahe das Wort, welcher im allgemeinen sich meinen Auéführungen anshloß, dem Dank für die Wiederherstellung des Friedens Ausdru> gab und die Anwesenden ermahnte, stets der Obrigkeit gehorsam zu sein, hinzufügend, daß unter legterer der Stammeékapitän und die gemeinsame Regierung zu verstehen seien. Schließlich trennte fich alles in Frieden and Freundschaft. Die Frage der Stempelung der Gewehre ift dadur erledigt worden, daß die beiden aufsäffigen Kapitäne mit der Stempelung bereits begonnen haben. Angesichts der nunmebr ganz veränderten Satlage habe ih, mit Rükzicht auf Shonung von Zug- und Reitthieren, meine ursprünglihe Absicht, von hier nah Warm- bad zu marshieren, aufgegeben und werde daher mit der Truppe direkt rah Bethanien gehen. N2< Erledigung der dortigen An- gelegenbeiten, zu welhen au< die Einrichtung der Station gebört, werde ih über Grootfontein und Nomtfas nah Windhoek zurückehren.

Im Schußgebiet Kamerun hat eine Strafexpedition gegen den Batschengastamm stattgefunden, Uber welche das „Deutsche Kolonialblatt" nachstehenden Bericht des Leiters derjelben, Oberleutnants Dominik vom 3. September v. J. wee : A E |

eit dem 23. August balte ih mi< mit dem Sergeanten Klein und 40 Mann im unteren Batschengagebiet (vier Stunden unterhalb der Nahtigalfälle), Häuptling Abanda, auf. Der Grund ift fol- gender: Son feit längerer Zeit klagten die oberen Batschengas (ehemals Kule) über häufige Uebergriffe der unterhalb wohnenden Stammesgenossen, und Ende Juli hatten diese ih erdreistet, zwei Haussas, die von Ngutte kamen, aus- zuplündern. Infolge defsen ließ i< den Häuptling Abanda dur< den Jaúnde-Polizisten Obama vorladen. Abanda weigerte fich, zu erscheinen. Darauf sandte ih am 25. Juli die Gefreiten Siaker und Dadamadersar mit vier Mann no<mals zu Abanda, um diesen auf die Station zu entbieten. Der Häuptling weigerte sih au diesmal, zu erscheinen. Als die Soldaten ihm bierauf ecklärten, er folle ver- nünftig sein und freiwillig mitgehen, da sie sonst mit mehr Leuten wiederkommen würden, um ibn zu holen, rief Abanda seine Leute zu- sammen und sagte ibnen, die Soldaten bätten ibm gedroht, jeßt sollten Fe ihrerseits die Soldaten fangen. Als die Patrouille bierauf ihre Gewehre lud, ließen die Batschengas sie rubig abziehen, überfielen fie aber zwei Stunden sräter beim Ueberjezen über den Nfemba, der die Grenze der Abanda-Batscheagas nah der Station zu bildet. Der Soldat Duaru I1. wurde {wer verwundet, ebenso ein die Soldaten

begleitender Jaúndemann.

Bei meiner Ankunft fand ih nur ganz vereinzelte Poften im

Lande vor. Sämmtliche betbeiligten Batschengas batten sih auf eine zusammenhängeade Reibe dit bewaldeter Inseln mitten im Sannaga zurü>gezogen. Der Sannaga fließt auf dieser Seite in einem 500 m

breiten, auf der Ngillaseite in einem nur 150 m breiten, aber unge-

heuer reißenden Wafserarm um genannte Inseln, auf denen die Batschen- as große Dörfer angelegt batten, in denen sie Vieh und Lebenêmittel Da sie sämtliche Kanus entfernt batten, so war zunähst ein Angriff unmögli<, und mit M ACNAE

er e Inseln umgiebt, au< niht beizukommen. Ich shi>te nah der Station zurüd>, um das 3,7 cm-Schnellfeuergeshüß holen zu lafsen, und ließ ¿wei Kanus von den Nachtigalfällen aus zu Abanda schaffen; da dieser Transport aber wegen der unzähligen Fälle und Schnellen des Sannaga auf dem sehr gebirgigen und waldigen Landwege vor fih

n Hülle und Fülle hatten.

war den Leuten wegen des dichten Waldgürtels,

gehen mußte, so war erst am 31. August alles zum Angriff bereit

e Batschengas hatten uns während der ganzen Zeit Tag und Nacht mit lautem Pauken und Gesang verhöhnt, und in der nächtlichen Stille hielten ftimmbegabte Krieger lange Reden mit wilden Drohungen

an uns,

Am 1. September bei Tagesanbruch seßte der Feldwebel Zampa Sannaga und marshierte am jenseitigen Ufer ftromabwärts bis zu den Inseln. Der Klein war leider infolge des vielen Nafiwerdens von Schwarzwasserfieber befallen und mußte im Lager Ih s:ló\t beshoß von 9 bis 10 Ubr auf 500 m die Infeln mit Granaten, aber ohne si<htbaren Erfolg. Als um 10 Uhr <ärfftem Feuer ann faßten, mit Aber kaum hatten sie sih den Inseln ge- eine ganze Wolke großer Kanus, dicht beseßt mit shießen- Leider gelang es F unsere mekrere um und trieben uns zu, liegenden zu erreichen

mit 15 Mann bei den Nachtigalfäüen über den

Unteroffizier einem {weren bleiben.

mpa zu -feuern begann, versuhtien unter Da beiden Seiten die beiden Kanus, die je vier Freiwilligen überzuseßzen. nähert, als r den Eingeborenen, abstieß und ibnen entgegenfuhr. den im Wasser unglaublih gewandten Eingeborenen au Tleinen Kanus zum Kentern zu bringen, auch

Batschenga-Kanus s\{<lugen wurden sofort bestiegen, um den im Wasser Soldaten Hilfe zu bringen und die Inseln Die Soldaten Musa, Leo, Ande, Kabbar, Goba wurden gerettet, d

_

Soldaten Njo und Tomi kamen, obglei< um. Auf der Insel hatte als erfter O See S ava mit drei Mann Fuß gefaßt, denen jeßt ihrerseits der dihte Wald sehr zu statten kam, bis auf den nunmebr massenhaft vorhandenen Kanus alles die Inseln erreicht hatte, von denen nun unter s{arfem Feuer sämmtliche Batschengas zu flüchten juhten. Auf den Inseln selbft warder Widerstand kein energisher mehr. Ueber 70 Frauen und Kinder hatten nit mehr ftromab fabren können und wurden gefangen. Zahlreiches Vieh fe in unsere Hände. Die diesfeitigen erlufte betragen, außer den eiden bereits erwähnten Todten, zwei Mann: die Soldaten Kabbar Il. und Boema 1V., wel<e verwundet wurden. Fre verloren wir im Wasser se<s Gewehre und ebensovi?l Koppel mit gefüllten Taschen. Abanta selbst, ein großer Freund Ngilla?s, ist leider in dessen Gebiet nah Menage entkommen. Die gefangenen Weiber und Kinder werde ih, sobald rie Abanda-Batsengas um Frieden bitten werden, was in wenigen Tagen erfolgen dürfte, zu ihren Familien wieder entlassen. Diese troß der großen Schwierigkeiten erfolgte schnelle Bestrafung des huldigen Stammes wird ring8um zur Aufrehterhaltung der Rube und Ordnung im Jaúndebezirk wesentlih beitragen.

Oesterreich-Ungarn.

Der ungarishe Minister-Präfident Baron Ban ffy wurde gestern von dem Kaiser in Audienz empfangen. : Angesichts des Umstandes, daß die zwangsweise Bei- treibung der direkten Steuern in Ungarn durch einen Erlaß des Finanz-Ministers bis auf weiteres aufgehoben worden ist, hat, dem „W. T. B.“ zufolge, eine große Anzahl von Bürgern, um ihrer Sympathie für die Politik der Regiecung Ausdru> zu geben, die direkte Steuer für das ganze Jahr im voraus entrichtet.

Jn der von Rumänen bewohnten Ortschaft Nagy- Komlosd im Torontaler Komitat ist es zu Ausschreitungen gekommen. Als die Gendarmerie die Menge beruhigen wollte, griff diese die Gendarmen thätli<h an. Leßtere waren zu ihrer Abwehr gezwungen, zwei der Angreifer niederzustehen. Hierdurch noch mehr erregt, entriß die Menge den Gendarmen ihre Waffen, und es gelang diesen nur mit großer Mühe, ihr Leben zu retten. Die Volksmenge wollte nun das Haus des Orts- rihters und Notars in Brand seßen. Jnzwischen traf aber die aus Groß-Kifinda zu Hilfe gerufene Gendarmerie ein, der es gelang, die Vienge auseinanderzutreiben.

Großbritannien und Irland. Der Herzog von Northumberland, früher Vize- Präsident des Handelsamts und Geheim-Siegelbewahrer, ist, wie „W. T. B.“ meldet, gestern gestorben.

Portugal.

Der König eröffnete gestern die Cortes mit einer Thronrede, in welh:r Allerhöchstderseibe, wie das „Reuter- sche Bureau“ meldet, zunächst denjenigen Staaten, welche an- läßli< der Gedenkfeier der Entde>ung des Seeweges nah Ostindien ihrer Sympathie Ausdru> gegeben haben, seinen Dark ausspra<. Sodann betont die Thronrede, daß während des Krieges zwishen den Vereinigten Staaten und Spanien, also zwishen zwei Portugal befreundeten tationen, Portugal unbedingte Neutralität proklamiert und diese auch, wie es seine Pflicht gewesen, aufrecht erhalten habe. Die Nede gedenkt ferner der Jnitiative des Kaisers von Rußland zur Einberufung einer internationalen Konferenz behufs Sicherung der Wohlthaten des Friedens. Portugal habe gezeigt, wie sympathish ihm diejer hochherzige Gedanke sei, und demgemäß beschlossen, der Einladung zu dieser Konferenz Folge zu leisten. Portugal habe fi<h au<h auf Einladung Jialiens bei der Konferenz zur Berathung von Maßregeln zur Bekämpfung des Anarchismus, welcher die Grundlagen der Gesellschaft bedrohe, vertreten laffen. Was die au2wärtige Schuld angehe, so werde die Re- gierung den Cortes die Schritte mittheilen, welhe unter- nommen worden seien, um ein Einvernehmen mit den Jn- habern der Titres der auswärtigen Schuld herzustellen. Der Kriegs-Minister werde einen Geseßeniwurf, betreffend die Reform der Armee, vorlegen, ferner einen Entwurf, betreffend den An- fauf von Jnfanteriewaffen. Jn der Thronrede werden sodann die Reformen aufgezählt, welche auf finanziellem und wirth- schafilihem Gebiete und in der Verwaltung geplant seien. Für die Kolonien, heißt es dann weiter, genüge es niht, daß der Kolonialbesiz Portugais in vollständiger Un- verjehrtheit als geheiligtes Erbe der Nation erhalten werde, sondern der Besiß müsse nußbringend verwaltet und als solider Grundbau für die wirthschaftliche Wiederaufrihtung Portugals ausgebildet werden; auc in diesem Sinne würden den Cortes Vorlagen gemacht werden. Türkei.

Wie das Wiener „Telegr.-Korresp.-Bureau“ aus Kon- stantinopel meldet, find die Nachrichten, welche fortwährend über neue Truppenverstärkungen und -Verschiebungen im Bereiche des IIl. Armee-Korps (Salonichi) verbreitet werden, unrichtig. Die Truppen des Bereiches dieses Armee-Korps wurden bei der Räumung Kretas durch die dortige Division verstärkt; seitdem fand keine weitere Ver- stärkung, au< keine Mobilmachung einzelner Truppentheile statt. Die von Kreta nah Salonichi gebrahten drei Ba- taillone Festungs-Artillerie und 40 Festungsgeshüße sollen demnächst zur Vervollständigung der Ausrüstung Adrianopels verwendet werden. : i : 4

Jm Bauten - Ministerium ist eine Kommission damit be- auftragt worden, verschiedene arie über die Art und Weise zu - ftudieren, wie die militärij<e Leistungsfähigkeit der Verbindungs - Eisenbahnlinie Konstantinopel —Sa- lonihi erhöht werden könne.

Amerika.

Wie dem „New York Herald“ aus Washington ge- meldet wird, trat daselbjt am Sonntag im Weißen Hause das Kabinet zu einer Sizung zusammen, weil von dem General Otis Naqtrichten shwerwiegender Natur eingetroffen waren. Naqhrihten von anderer Seite zufolge war, wie „W. T. B.“ meldet, die Haltung der Aufständischen auf Luzon eine drohende; do<h waren unter ihnen Meinungsverschiedenheiten ausgebrochen. Das Vershwin- den Aguinaldo's rufe die Befürchtung hervor, daß er fich darauf vorbereite, den Amerikanern Widerfiand zu leisten. Den Londoner Blättern „Standard“ und „Morning Post“ ist aus Washington die Nachricht zugegangen, daß dic amerikanische Regierung die Absendung von Verstärkungen na< den Phi-

_Asffien,

Aus Peking wird dem B BYutea au“ gemeldet, daß der französishe Gesandte Pichon es ge rürzlich in Hunan verübten Gewaltthätigkeiten gegen die Missionare die Bestrafung der lokalen Beamten und die Wiedereinsezung der Missionare verlangt habe. Der General Rios hat, dem „W. T. B.“ zufolge, tele- graphis< na< Madrid gemeldet, daß er in Manila ein- reges sei, nahdem er die Visayas-Jnseln und den

orden der Jnsel Mindanao vollständig geräumt habe. Er habe 14 Forts und die auf dem Lanao-See liegende Flottille von Kanonenbooten in die Luft sprengen lassen. Seine Truppen seien in Zamboango konzentriert. Dem „Reuter schen Bureau“ wird aus Manila vom 1. Januar berichtet: Ein daselbst eingetroffener amerikanischer Aviso habe die Nachricht überbracht, daß die Lage in Jlo- Flo äußerst kritisch sei. Die Vorstadi am Molo sei von 1500 bewaffneten Eingeborenen beseßt, und weitere 17 000 erwarteten den Befehl zur ias von Negros-Jsland, das 15 Stunden von Zlo-Zlo entfernt sei. Der General Miller habe die Uebergabe der Stadt bis zum erng des 30. v. M. gefordert und den Einwohnern zuglei für Leben und Eigenthum Schuß zugesichert. Die Bitte der fremden Ve- wohner, einen Aufschub zu gewähren, habe der General GRALET General Miller bereite eine gewalisame Landung vor, allein bevor cr hierzu schreiten wolle, habe er einen Boten na<h Manila esandt, um daselbst Jnstruktionen einzuholen. Jnzwischen hätten die Aufständischen ihre Stellung verflärkt und rüsteten fh zum Widerstand. Als der Avifo Jlo-Jio verlassen habe, seien die Straßen von bewaffneten Soldaten gefüllt und das us die öffentlichen Gebäude und die Kirchen, sowie die den luß entlang liegenden Boote mit Aufständischen beseßt gewesen. Das amerikanische Krieas\{hiff} „Newport“ habe die Boote niedergeiassen, die Maschinengeshüße am Bug hochgezogen und Leichterschiffe zur Seite. Die „Arizona“ und die „Pennsylvania“ lägen 3 Meilen südwärts von Jlo - Jlo unier Dampf.

Afrika. Nus Kairo vom gestrigen Tage meldet das „Reuter sche Bureau“, aus dem Sudan sei die Nachricht eingetroffen, daß der bei Kedaref am 24. Oktober von den british-egyptishen Truppen geschlagene Anführerder Derwishe Ahmed Fe dil weiter nah Süden gezogen sei und binnen kurzem den Blauen Nil bei Noseires jenseits der egyptishen Grenze überschreiten wolle. Oberst Kitchener sci am Sonntag mit Truppen aufgebrochen, um das Kommando über dic Expedition zu übernehmen, welche von Dulim aus gegen den Kyalifen vorgehen solle, der die Araber in der Umgebung dieses Ortes brandschagze. H Nach den ‘leßten in Tanger Io Tnes Nachrichten

befindet fih der Sultan von Marokfo wohl. Jn Tafilet herrshe Ruhe.

Statistik und Volkswirthschaft.

Grundstü>ke und Gebäude, Verschuldung und Wechfel des Grundbesizes in Berlin. Nach dem soeben erschienenen 23. Jahrgang des im Auftrage des hiesigen Magistrats von R. Bö>h herau3gegebenen „Statistischen Jahrbuhs der Stadt Berlin* (Verlag voa P. Stankiewicz? Buchdru>erei hierselb), welher die Statistik des Jahres 1896 nebfft den weiteren Ergebniffen der Berufs- und G2werbe- sowie der Volks- zähßlunzg vom Jahre 1895 enthält und wiederum etne Fülle inter- efffsanter und namentli< füc den Sozialpolitiker werthvoller Mittbeilungen bietet, waren im Stadtbezirk Berlin am Schluß des Jahres 1896 23667 bebaute Grund- stüd>de (275 mehr als am Shluß des vergangenen Jahres) mit einem Jahres-Nußzertrag von zusammen 301 924 204 (4+ 8 033 796) A oder durschaittlih 12 832 (+ 213) Æ prs Grundstú> bei cinem durhsnittlihen Jahreé-Nußungswerth von 13 330 (+ 175) Æ vorhanden; der Nußzungs-Ausfall betrug demna 18968 im Durchschnitt 3,74 (— 0,34) °/9 des Nugungswerthes der Grundstü>e. Seit 1893 ij der dur<shanittlihe Nußungsertrag eines bebauten Grundstü>s in Berlin von 12465 auf 12832 oder um 367 M gestiegen. Auf den 23 667 (+ 275) bebauten Grundftüden befanden sh am Schluß des Jahres 1896 insgesammt 482 671 (4+ 15 765) oder dur<s<nittli< 209,39 (+ 0,43) Wohnungen und Gelasse, von denen 457762 (+ 17943) benugt wurden und 24 909 (— 2178) oder 5,16 (— 0,64) ?%% mit einem Jahres- Nutung8werth von 11 227 839 (— 992 920) # unbenußt waren. Der durhs{nittlihz Nuzungswerth der vorhandenen Wohnungen und Gelafe berewnete si 1896 auf 661 (— 3) K, der dur&schnittliche Nugertrag der benußten Wohnungen und Gelaj1e auf 673 (— 5) A, der dur<s{nittlihe R dwerih der unbenugten auf 451 (— 0,4) M.

Außer den 23 667 (+ 275) bcbauten Grundstü>en waren in Berlin am Schluß des Jahres 1896 no< 703 (+ 160) unbebaute, als Zimmer-, Holz-, Koblen-, Steinpläße, Gärten 2c. vermiethete oder vom Gigentbümer benußte Grundstücke, sowie 1516 (— 297) ertraglose Parzellen (Baustellen) vorhanden, fodaß die Gesamnit- zahl der Grundstüdte sih auf 25886 (+ 178) belief.

Am 1. Oktober 1896 waren nah dem Katafterbeftand der ftädtishen Feuersocietät 23 307 Grundstüde (342 oder 1,49%/6 mehr als am 1. Oktober 1895) versichert ; die Versiherungssumme betrug 3 615 602700 4 und war seit dem 1. Oktober 1895 im Ganzen um 110401 100 M oder 3,15 °/o gea Der durch- schnittlihe Feuerkassenwerth eines versicherten Grundstü>s be- rechnete sih auf 155 129 #4 und hatte sih seit dem 1. Oktober 1895 um 2497 4 oder 1,64 °/6, seit dem 1. Oktober 1886 um 34133 „M oder 28,27 9/9 erhöht. fh

Von B L arina Interesse sind die Mitthentangen des Jahrbuchs über den Wechsel des Grundbesißes im Berichtsjahre, Im Ganzen sind als in andere Hände übergegangen im Grundbuch ver- merkt 1826 bebaute, 607 unbebaute Grundstü>e, dazu 109 Antheile an bebauten, 9 an unbebauten Grundstü>en dur freiwilligen Verkauf, 1 Antbeil an einem bebauten Grundstü> durch Subhastation, 96 An- theile an bebauten, 2 an unbebauten Grundstü>-en dur< Ver- erbung. Von den im Jahre 1896 eingetragenen 1826 bebauten Grundftü>en gingen 1058 dur freiwilligen Verkauf, 352 dur< Sub- 416 dur Vererbung, von den 607 unbebauten 562 dur

57 dur Subhastation und 18 dur über. Für 1059 freiwillig ver- üde O d übrigen e er ädti Statistts Amt ne näheren Anga

fiaiges O G Kaufpreis von 258 270 383 M gezahlt, während der Feuerver ng8werth derselben nur 152 150 400 „M oder 58,91 %% des Kaufpreises betrug, für 351 subhaftierte bebaute Grundstüde cin Faufpreis von 69441527 M bei einem Feuer- versiberungswerth von 59 979 100 4 oder 86,37% des ee REieo; bei 509 freiwillig verkauften unbebauten Grundftüden belief der Kaufpreis insgesammt auf 65 666 241 #4, bei den 57 subhasftiertez

unbebauten Grundftüden auf % 622516 M | Die Gesammtzahl ter freiwilligen und der unfceiwilli en VBer- fäufe bebauter und unbebauter Grundstü>e m 1896 8,28 9% der in den Grundsteuer-Katastern geführten Grundstü>e aus, gegen 10,30,

faufte

ie

lippinen in der Weise beshleunige, daß binnen 14 Tagen 6 Regimenter dorthin abgehen könnten. :

¡ 97, 12,34, 12,98, 14,86, 19,17, 16,02, 15,21 %/ nah dem 1a Eee Stlasler in den 9 Jahren bis 1887 rüd>wärts. Die seit

dem Jahre 1889

eingetretene Verminderung der Grundftü>s- veräußerungen bat si also au im Jahre 1896 fortgeseßt. Derselbe Gang zeigt sih au< bei den bebauten Grundftü>en insbesondere. Auf je 100 bei der ftädtis<en Feuer - Sozietät versicherte Grund- ftü>e kamen im Jahre 1896 8,05 verkaufte bebaute Grundstü>z, gegen 7,13, 7,33, 7,82, 9,33, 9,58, 10,79, 12,82, 10,48, 10,65 %o in den Vorjahren rü>wärts. Verkbältnißmäßig die meisten Veräußerungen bauter Grundstüle haben im Berictsjahre im Ver- sicherungs - (Standesamts-) Bezirk „Rosenthaler Vorstadt® ftatt- gefunden: 9,43 von ‘je 10 Versicherten, nähstdem im Bezirk „Friedri - Wilhelmstadt, Moabit, Thiergarten - Vorstadt“ 8,03 9/0, im Bezirk „Wedding“ 6,93 9%, im Königstädtishen Viertel 6,33 9/9, im Stralauer Viertel 6,19%. Die übrigen Versicherungs- bezirke blieben unter der Durchschnittszabl, diesseitige Luisenstadt mit Neu - Kölln: mit 4,38 verkauften bebauten Grundstü>en von je 100, nähftdem die jenseitige Luisenftadt mit 4,66. Veräußerungen unbebauter Grund- stü>e kamen 2,43 auf je 100 im Grundfteuer-Kataster geführte Grund- stüde (gegen 3,43, 3,91, 3,46, 3,39, 3,83, 4,57, 7,03, 5,99, 5,13, 5,90 in den Vorjahren rü>wärts). In den einzelnen Standesamts- Bezirken s{wankt dieses Verhältniß zwischen 4,60% im Stralauer Viertel (120 Veräußerungen unbebauter Grundftü>e) und 0,09 9/6 in der dieëfeitigen Luisenstadt und Neu-Kêlln. In der Friedrichstadt hat überbaupt keine Veräußerung eines unbebauten Grundstü>ks statt- gefunden. Von fämmilihen Grundstü>8-Veräußerungen waren im Jahre 1896 20,44% Sub hastaît ionen, bei ten bebauten Grundftü>en insbesondere 24,96%, (gegen 21,69, 20,61, 19,17, 15,62, 6989/6 in den fünf Vorjahren rü>wärts), bei den unbebauten 9,64 9/9 (gegen 4,54, 7,32, 8,40, 5,48, 4,36 in den Vorjahren). Die Vergleichung der beiden folgenden Zabhlenreihen zeigt, wie die Vermehrung der Zwangsverkäufe und die Verminderung der freiwilligen Grunditü>s- verkäufe gleihzeitig nebeneinander laufen. Auf je 100 im Mietb- fteuer- bezw. Grundsteuer-Kataster geführte (bebaute und unbebaute) Grundstü>e famen Verkäufe in den 10 Jahren 1887 bis 1896: 15,21, 16,02, 19,17, 14,86, 12,98, 12,34, 10,97, 10,87, 10,30, 8,28. Die subbastierten Grundftü>ke machten in diejen 10 Jahren von 1887 bis 1896 Prozent afller verkauften aus: 2,53, 1,50, 1,28, 4,27, 6,19, 12,83, 15,77, 15,90, 15,99, 20,44. Was die Verschuldung des Grundbesißes in Berlin an- belangt, so werden seit dem Jahre 1889 die Hypotheken und die Grundschulden bei dem Amtsgericht niht mebr gefondert nahgewiesen. Der Gesammtbetrag aller eingetragenen, nit gelöshten Hypotheken und Grundschulden belief sh am 1. Dezember 1887 auf 2 773 067 588 Æ und stieg bis zum 1. Dezember 1896 unurterbrochen auf 4283 981197 #, die durds{nittlihe eingetragene Belastung eines Grundstü>s wenn für die Ermittelung derselben die in den Mietb- bezw. Grundsteuer-Kataftern geführte Grundftüszahl zu Grunde gelegt wird von 122670 # am Schluß des Jahres 1886 auf 175 789 &# Ende 1898 oder um 43,28 9%, der durhs{<nittlihe ‘Feuerkafsenwerth eines versicherten Grundstü>k3 dagegen in derselben Zeit nur von 120936 auf 155 129 e oder um 28,27 9/0, der dur<s<nittlihe Mietbertrag eines Grundftü>s von 2817 auf 12411 Æ oder um 26.43 9/0. Die Grade der zebnjährigen Steigung find für die leßten 10 Jabre bei der dur<schnittlichen Belaftung stets höher gewesen als bei dem dur<snittlihen Miethertrage. Seit 1872, dem ersten Jahre, für welhes das Material füc diese Ver- leicung vorhanden ift, Hat die eingetragene dur<shnittlide Be- astung der Grundftü>de um 1238, der durschnit!lihe Miethertrag um 79, der durhshnittli&e Feuerkassenwerth um 133 % zugenommen.

am weitesten die

Zur Arbeiterbewegung.

Ina Bochum tagte am Sonntag, wie die „Köln. Ztg.“ berichtet, eine Versammlung von Bergarbeiter - Vertretern des ganzen Ruhrbezirks unter Leitung des Vorsitzenden des (sozialdemokratishzn) Verbandes deutscher Berg- und Hüttenarbeiter. Es wurde - über die Lohnfrage verhandelt; der Referent rieth von einem Ausstande unter allen Umständen ab. Schließlih wurde eine Resolution cngerommen, die gegen das Verhalten der Arbeitgeber Stellung nimmt.

_ Aus Krefeld wird demselben Blatt zum Weberau®ftande weitér gemeldet: Gekündigt baben nun auch die Arbeiter der Firmen : M de Greiff u. Cie., Gustav Jacobiny, Gebrüder Pelzer. Die Arbeiter dreier Fabriken, die in eintägiger Kündigung steben, wollen am 13. Januar kündigen,

Kunft und Wissenschaft.

Aus St. Petersburg vom 2. Januar meldet ,W. T. B.*: Der deuishe Botschafter Fünst von Radolin gab heute zu Ehren der aus Anlaß der Hundertjahrfeier der Medizinischen Militär-Akademie hier anwesenden deutshen Aerzte, Professoren Dr. Waldeyer, Dr. von Bergmann und General-Arzt Dr. Grasni> ein Frübftü>, zu welhem die Spißen der russishen Medizinalbebörden geladen waren.

Literatur.

Kommentar zum Bürgerlihen Geseßbuhe für das Deutsche Reich nebs Einführungsgesez, in Gemeinschaft mit Dr. Theodor Löwenfeld, Universitäts-Prefessor und Rechtsanwalt in München, Karl Kobe r, Landgerichts-Rath daselbst, Dr. Felix Herzfelder, Rechtsanwalt, Philipp Mayring, Ober-Ämts- richter, Dr. Theodor Engelmann, Landgerichts - Nath in München, Joseph Wagner, Ober - Landesgerichts - Rath und Landtags - Abgeordneten in Memmingen, erausgegeben von De. Julius von Staudinger, Senats - Präsident a. D. in München. Lieferung 1 bis 4. Verlag von J. Shweitzer (Jos. Eichbichler), München. Preis 12 4 Von diesem {hon früber angezeigten Kommentar bayerischer _Juristen liegen nunmehr vier Lieferungen vor, welhe auf 340 Seiten das (den II1. Band des Werkes füllende) Sachenre<t ($$ 854 bis 1296 des B. G.-B.), bearbeitet von dem Landgerichts. Nath Kober, und auf weiteren 288 Seiten vom Familienre<t (1V. Band) die ersten fünf Titel ($8 1297 bis 1362), erläutert von dem Landgerichts-Rath Dr. Engelmann, sowie den größeren Theil ($$ 1363 bis 1517) des von dem Senats-Präsidenten a. D. Dr. von Staudinger kommen- tierten fe<sten Titels, des ehelihen Güterrehts, enthalten. Schon jeßt muß anerkannt werden, daß das, was diese vier Lieferungen bieten, zu den weitestgehenden Erwartungen bere<tigt. Ueberall haben die Verfasser in den Erläuterungen, in denen die gesammten Ma- terialien in angemessener Weise verwertbet sind, Knappheit und Klarheit des Auédru>s mit übersihtliher Ordnung des Stoffes zu verbinden gewußt, wobei sie wirksam durch die geshi>te Vereinigung von syftematisher Gliederung desselben mit der Form des Xommentars alier worden sind. Wenn das Werk auch in erster Linie für die bayerischen

uristen beftimmt und deshalb überall auf das bisher in Bayern geltende Ret hingewiesen ift, so verliert es do<h durch diese Heran- ziehung des Landesre<ts nit seine Brauchbarkeit im Bren Deutsch- land; vielmehr sichern die Eigenart und die allgemeinen Vorzüge des Buchs ihm au< außerhalb Bayerns eine freundlihe Aufnahme. Nachdem von diesem Kommentar der das Sachenre<ht behandelnde Theil vollendet und vor kurzem au Biermann?s kommentatorishe sowie Dernburg's systematishe Bearbeitung des Sachenrechts erschienen ift,

rd man daher ni<ht mehr sagen können, daß dieser Theil des Bürgerlichen SEN , der vor setner Einführung besonders genau bekannt sein muß, in der Bearbeitung im Rückstand geblieben sei. Unter den in jüngster Zeit ershienenen Monographien über einzelne Abschnitte des deutshen Bürgerlihhen Geseßbuhs ragen be- sonders felgeude wissenschaftli<h bedeutenden Schriften hervor : eine ystematishe Darstellung des iethre<ts na< dem B. G.-B. von Dr. Ludwi uld, Rechtsanwalt in Mainz (Verlag von Dund>er u. Humblot in Leipzig, Preis geb. 5,40 S eine umfassende

Gegenüberftellung des preußishen Vormundschhaftsrehts und unter Berü>ksichtigung des Geseßes über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit von August Fuchs, Landrichter in Limburg a. d. Labn, und eine Darstellung des testamentarishen Erb- re<ts unter dem Titel „Das Testament Hand- und Musterbuc für leygtwillige Verfügungen nah dem B.G.-B. mit Hinweis auf die bisherigen Sonderrehte Deutschlands“ von G. Eichhorn, Kammergerihts-Rath (Berlin, Verlag von Franz Vablen, Preis 6 bezw. 4,90 4). Das erstgenannte Buch ist ein nüßliher Rathgeber für Mietker und Vermiether. Das B. G. - B. bringt in feinem Miethre<ht so tief einshneidende, für die Gesammtbevölkerung so wihtige Bestimmungen, daß jeder- mann fi klar zu macen hat, was vom 1. Januar 1900 an auf diesem Gebiet Rechtens im Deutschen Reih is. Der Verfasser behandelt den Stoff in zehn Kapiteln, welche folgende Ueberschriften tragen : Begriff und Inhalt des Miethvertrags, Vereinbarung des Miethver- trags, die Pflichten des Vermiethers, die Pflichten des Miethers, Beendigung des Miethverbältnisses, das Pfandrecht des Vermiethers, die Veräußerung der Miethsawe, Verjährung der An- sprühe aus Miethverträgen, Miethre<t und Prozeß, Mieth- re<t und Strafrecht. Jn einem Anhange wird der Vertrag zwischen dem Gastwirth und dem Gast erörtert. Kaum eine wichtigere Frage, deren Beantwortung in dec Praxis häufiger erforderli< wird, ist in dem Werke übergangen und die Aufgabe, au dem Laien das Recht klar und deutlich zu machen, in glüd>licher Weise gelö. Die Bearbeitung des deutschen Vormund|\chafts8- re<ts von Fus hat nc< des Verfassers Vorwort den ZweF>, als Handbuch für den Vormundfcaftsrichter zu dienen, \ denjenigen, welhe sich mit dem neuen Rechte gründlich vertraut machen wollen, das Einardeiten - zu erleichtern. Wie {on die Denkschrift zum Entwurf eines B. G.-B. hervorhebt, haben die Grundlage des neuen Vormnndschaftsre<ts die Bestim- mungen der preußis<hen Vorwmundshaftsordnung vom d. Juli 1875 ebildet. Der Verfasser hat daber zwe>mäßig überall den neuen Nechts\äßen des B. G.B. die entsprehenden Vorschriften der preußi- {en Vormundschaftsordnung zur Seite gestellt. Durch diese Gegen- überstellung wird denjenigen Juristen, welhe bisher das preußische Necht in Anwendung zu bringen hatten, zugleih Gelegenheit gegeben, sich der Abweichungen des neuen Rehts von dem bisherigen Re<ts- ¿ustande schneller und sicherer bewußt zu werden, als es ohne eine folie Vergleihung der Fall jein würde. Diese Gegenüberstellung ist au bei der Verwerthung der Re<tspre<hung des Neichsgerihts und des Kammergerichts, die in dem Buch ausgiebig berücksichtigt worden ist, von besonderer praftisher Bedeutung. Denn wenn diese Recht- spre<ung sih au nur auf die preußishe Vormundschaftsordnung er- stre>t, so ergiebt si< do< aus dem angedeuteten Verhältnisse des Vormundschaftsre{ts des B. G.-B. zu jenem Gesetze, daß sie au für die Auslegung des B. G.B. niht ohne Bedeutung ist. Das Bu zerfällt in zwei Theile. Der erfte Theil enttält eine flare und vollfiändige Darftelung des materiellen Vormund- schastsre<is, der zweite Theil unterrihtet über das Verfahre Vormundschaftsfsahen. In einem Anhange find die bestimmungen mitgetheilt. Das an leßter Stelle genannt und Musterbuch für leßtwillige Verfügungen nah dem B. ( Gichhorn, wel<hes der Verfasser als- dritte Auflage seines namigen preußisdhre{htliden Werks bezeihnet bat, giebt das testamentaris@e Erbre<ht betreffenden Vorschriften des B. G.-B. wieder ‘und zwar na< cinem eigenen, ras<e Orien-

andere leßtwillige Anordnungen, Ecrihtung des Testaments, bebvyng deéselben, Eröffnung und Vollziehung desselben, Erwerb- und Verluít der Grbichaft aus einem Testament und über die Rechte auf den Pflichttheil gegenüber dem Testament. In einem Anhange werden die Ucbergangsbeftimmungen des Einf.-Ges. zum B. G-B., ein Auszug aus dem Reichsgejseße vom 17. Mai 1898 über die Angelegen- beiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit und die Vorschriften des B. G.-B. über die Thätigkeit des Nachlaßzerihts mitgetheilt. In jedem der angeführten Abschritte des Bus ftellt der Verfafser die einschlagenden Bestimmungen des B. G.-B. voran, kommentiert fie eingebend, wobei auf die entspre<enden Vorschriften des preußishen Allgemeinen Landrechts, des Code civil und des fäbsishen Bürgerlichen Gesetzbuchs hingewiesen wird, und fügt zahl- reiche, aus dem praftis<en Leben genommene und die vershiedenartigsten Verbältniffe berü>sichtigende Beispiele hinzu, dur<h welche die richtige Anwendung der neuen Vorschriften verdeutliht wird. Dem Leser ist da- dur< die Möglichkeit gegeben, si< sofort den Willen des Geseßgebers Elar zu mahen und zu prüfen, wie das Testament demgemäß abzu- fassen ist. Richter und Notare, denen das Buch bei der Aufnahme Tettwilliger Erklärungen wie bei der Entscheidung von Streitfragen als Berather dienen soll, dürften es daher als praftis< brauchbares Hilfsmittel willkommen heißen.

Die preußischen direkten Steuern. Von B. Fuisting, M Enten des Königlichen Ober-Verwaltungs- geri<ts. I. Band: Kommentar zum Einkommensteuergeseß. Vierte, völlig umgearbeitete Auflage. Berlin, Karl Heymanns Verlag. Preis geb. 12 A Die seit dem Erscheinen der dritten Auflage des Füisting’shen Kommentars zum Sees in Bee erfolgte weitere Entwi>elung des Einkommensteuerwesens in Preußen

Orte: Maul- und Klauenseuche . 9 Nothlauf der Schweine . Schweinepest (Schweineseuche) Maul- und Klauenseute . . Rothlauf der Schweine . . Schweinepest (Schweineseuche) Rotblauf der Schweine . Schweinepest (Schweineseuche) Nothlauf der Schweine . . Schweinepest (Schweineseuche)

Nicder-Defterreich . 4 / | j | S i Rotblauf der Schweine

Ober-Oefterreih .

Steiermark . Krain

Küstenland .

Tirol .. Vorarlberg

Böhmen

Schweinepest (Schweine euche) Maul- und Klauenfeuche .

Rothlauf der Schweine . , Schweinepest (Schweineseuche)

Mähren . , Nothlauf der Schweine .. Schweinepest (Schweineseuche) ! Maul- und Klauenseuche . . Sé&lesien . « « « f NMothlauf der Schweine . Selten Cg) aul- und Klauenseuche . Galizien . O E

Bukowina . .

Soli Stre weinepe weineseu Mothlaúf der Schweine . .

| ZoSoas lo

4, November.

Komitate: Orte: Höfe: ¿aul- und Klauenseuche 25 129 10 un enseuche dd 2 2 3 E Rothlauf der Schweine À 29 81 305 31

Komitate: 25

Bearbeitung des deutshen Vormundschaftsre<ts unter

Schweineseuhe. . i 208 1008 59

sowie allen-

14 Maul- und Klauenseuhe . . n Maul- und Klauenseuche . * P 40 Maul- und Klauenseuche . . S 12 7 2 389 68 598

hat dem Verfasser Anlaß gegeben, niht nur die dlegenden Be- grie von Ertrag und Einkommen und alle eem ix Beitr ; ehenden Fragen eingehend zu erörtern, sondern au< das gesammte Veranlagungsverfabren, die Aufgaben der Steuerbehörden und ibrer Organe wie die Obliegenheiten der Steuerpflichtigen ausführlih zu behandeln. Hierbei hat der Verfasser besonders die Ergebnisse der Rechtspre{ung des Ober-Verwaltungsgerihts und die von ihm selbft in feiner amtlichen Stellung gesammelten Erfahrungen in einer den Anforderungen der Wissenschaft und der Praxis gleihmäßig entsprehenden Weise verwerthet. Dies hat zur Aufnahme umfangreiher Abhandlungen in die Erläuterungen geführt. Beispielêweise seien erwähnt die Ausführungen über Einkommen, Einkommenéquellen und Ertrag, über sahlihe und persönliche Abzüge, über den Gegenfaß von Berehnung und Schätzurg, über das land- und das forstwirthschaftlihe Xinkommen, über die Unterscheidungen des gewerblihen Einkommens, besonders von Voll- und Minder-Kauf- leuten, über die Besteuerung der Aktiengesellschaften 2c. (Agiogewinn , Bilanzen, Abschreibungen, Reservefonds) und der Berggewerk|chaften, über die amtlihe Ermittelungepflicht der Veranlagungsbehörden und die Beanftandung der Steuererklärungen, über das Verfahren in der Be- rufungsinstanz, insbesondere Abgrenzung der Ermittelungs- und der Anzeigepfliht, Beweis, Begründung der Berufungsentscheidungen, über Nachbefteuerung. Einer Beeinträchtigung der Uebersihtlichkeit dur< die Einschiebung solher umfangreiher Abhandlungen if dur< systematishe Anordnung und dur augenfällige äußere Gliederung des behandelten Stoffes vorgebeugt. Im Vergleih mit der dritten Auflage is das Buh faff ein neues Werk geworden. Die Entscheidungen des Ober-Verwaltungsgerichts einshließli<_ der fonst no< niht veröffentlihten Urtheile bis zur neuesten Zeit sind in ausgedehntem Umfange, nah Möalich- keit unter Wiedergabe des Wortlautes der entscheidenden Stelle, benußt worden; au< die Literatur hat eingehende Berü>ksichtigung gefunden. Die Vertretung und Begründung abweihender Mei- nungen des Verfassers wird der richtigen Eikenntniß und Lösung der behandelten Streitfragen sehr förderlih sein. Das vorliegende Werk bildet den ersten Band einer die preußishen direkten Steuern die Staatssteuern wie die vom Staate veranlagten und verwalteten direkten Steuern ums- fassenden Sammlung. Der zweite Band foll die Ergänzungsfteuer, der dritte die Gewerbesteuer in der Form von Kommentaren behandeln, während der vierte Band die geshichtlihe Entwikelung des preußischen Steuerwesens und die systematishe Darstellung der geltenden direkten Steuern einshließli< der Grund- und Gebäudesteuern zum Gegen- stande haben wird.

Das Kommunalabgabengeset vom 14. Juli 1893 neb Ausführungsanweisung vom 10. Mai 1894, erläutert von F. Nöll, Wirklichem Geheimen Ober-Regierungs-Rath. Dritte, vermehrte Auf- lage. Berlin, Karl Heymann's Verlag. Preis 9 (4 In der neuen Auflage hat der bekannte Kommentar zum Kommunalabgaben- geseß dur< eine Darstellung der Entstehungsgeshihte des Gesetzes und dur< Beifügung eines Musters für eine Umsfabßsteuerordnung

| sowie zweier Muster für Gewerbesteuerordnungen, die den Kommunal- | beböôrden sebr willkommen sein dürften, eine \<häßenswerthe Bereiche- | rung feines Inhalts erfahren. Jm übrigen sind die während der leßten drei

Iabre von neuem in zahlreichen Fällen von den zuständigen Ressort-

ie } Ministern erlafsenen Anweisungen zur Ausführung des Gesezes, die es | CUGUIFTEIAng des ae und die Literatur über

d ondo d d N ; : : , C i 1 m n De | das geltende Kommunalabgabenre<ht ausgiebig verwerthet. terbei tierung über die zusammengebörigen Beftimmungen ermöglichenden | x Ó 9 System in a<t Abschnitten über allgemeine Regela, die Zuwendung, ! Auf- j

haben au< ni<t wenige Entscheidungen des Ober-Verwoaltungsgerichts, die einstweilen noh nit veröffentliht sind, und mehrfahe Ministerial- Erlaffe, die voraussihtli< zur weiteren Veröffentlihung nicht gelangen werden, Berücksichtigung gefunden, sodaß das Werk die Handhabung des Kommunalabgabengeseßes außerordentlich erleichtert.

Verkehrs-Anstalten.

Bremen, 2. Januar. (W. T. B.) Norddeutscher Llov d. Dampfer „Aller“ 31. Dez. Nahm. v. New York n, E + tg „Karlsruhe“ 1. Jan. v. Bremen in New York angek. „Barbarossa“ 1. Jan. v. Port Said n. Australien abgeg. „Kaiser Wilhelm 11.“ 1. Jan. v. New York in Neapel angek. und 2. Jan. n. Genua abgeg. „Mainz“, v. Brasilien kommend, 1. Jan. Vlissingen passiert. „Weimar“, n. New York best, 1. Jan. Dover passiert. „Sachsen“ 1. Jan. y. Antwerpen n. Ost-Asien abgeg. „Maria Ri>kmers“, v. Baltimore kommend, 1. Jan. Lizard passiert. „Bayern“, v. Ost-Asien kommend, 1. Jan. in Neapel eingetroffen.

_ Hamburg, 2. Januar. (W. T. B.) Hamburg-Amerika -

Linie. Dampfer „Patria" Sonnabend in New York, „Polaria* in St. Thomas angekommen. A London, 2. Januar. Union-Linie. Dampfer „Mexican“ Sonnabend auf Ausreise v. Southampton abgeg. „Gaul“ Sonn- abend auf Ausreise in Kapstadt angek. „Gascon“ heute auf Heim- reise bon den Canarischen Infeln abgegangen.

Castle-Linie. Dampfer „Doune Castle“ Sonnabend auf Heimreise von Mauritius, „Avondale Castle“ Sonnabend auf Aus- reise von Southampton abgegangen.

Rotterdam, 2. Januar. (W. T. B.) Holland-Amerika - Linie. Dampfer „Spaarndam“ Sonnabend v. New York n. Rotterdam abgeg. „Statendam“ heute Vorm. Lizard passiert.

Gesnndheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs-Maßregeln. Nachrichten über die Verbreitung von Thierkrankbeiten im Auslande. Oefterreich.

7. Nevember,

Höfe:

68 44 18 42 15 25 11 16 47 11 10 27

14. November. 21. November. 30, November. Bek der verseuchten

Orte: öfe: Orte: Höfe: Orte: Höfe:

51 104 73 143 65 146

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Ungaru. 11. November.

Zahl der Orte: : 130 1983

18, November. 2%. November. verseuchten

Komitate: Orte: Pte: Komitate: Orte: fe: 27 106 282 286 125

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90 3029 29 84 990 30 91 290

934 59 894 58 798