1830 / 11 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Débats war freilich vortrefflich abgefaßt, und sprach so ziem- lich das im Volke allgemein verbreitete Gefühl aus; er ent- hielt jedoch denselben beleidigenden Ausdruck des Mitleids úber den König, der in dem Englischen Pasquill sich findet und so sehr den Unwillen unseres General -Antwalds ' erregt hat. Es würde voreilig seyn, aus einer Vergleichung den Schluß ziehen. zu wollen, daß cine Verurtheilung durch die Jury der Freiheit der Discussion einen geringeren Schuß ge- währe, als die Gewissenhaftigkeit eines Vereins von Rich- tern. Der Geist der Französischen Richter unserer Zeit dürfte vielleicht ein Moment seyn, auf das nicht immer zu bauen ist; das Französische System hat jedoch augenschein- lih Vortheile für sh, wenn es zufällig so entscheidet, wie es geschehen ist. Ein Verdict der Freisprechung in England ist niemals ein Beweis dafür daß die Jury, von der es abge- geben wurde, der freien Discussion Aigetbáh sey ; es wird dadurch keine Regel für künftige Jury's aufgestellt, und soll es auch zuwei- len nicht werden ; es ist vielmehr hier ein Beweis und ein Zeichen, daß die Meinungen der Jury mit denjenigen des Schriftstellers» der eben verfolgt worden ist, ganz übereinstimmen. Jn der That, die Jury - giebt durch ihren Ausspruch nur das Ver- gnügen zu erkennen, daß man {h ihren Meinungen nicht offen widerseßt, soudern ihren eigenen Vorurtheilen schmei- chelt und ihre Widersacher verdammt. Das praktische Resul- tat ist daher, der Presse lieber eine gewisse Freiheit zu gestat- ten; denn die Regierung isk niemals sicher, daß sich nicht unter der Jury ? oder 3 eigensinnétge Leute befinden, die gerade mit der Meinung desjenigen Schriftstellers, deu sie zu verfolgen wünscht, übereinstimmen. Nur diejenigen sind übel daran, deren politische Meinungen einer sehr kleinen Minorität im Volke angehören ; für. sie wird der Schuß, den eine Jury gewährt, ein blos illusori- scher, und dies haben auch die zuleßt verurtheilten Fndividuen empfinden müssen. Sie wurden nicht für \{uldig erklärt, weil ihre Sprache ausschweifend war, sondern weil ihre aus- schweifenden Worte Meinungen enthielten, die bei den Män-

nern, aus denen die Jury zusammengeseßt war, keinen Ein- gang gefunden hatten. Auf der andern Seite aber wird das Mertabben der weisen und aufgeklärten Richter, welche den Königl. Gerichtshof von Paris bilden, ein geschichtliches Precedent für alle künftigen Richter seyen; jene Männer folgten nicht der Leidenschaft, sondern feststehenden Princi- pien, und sanctionirten dadurch die Freiheir von Schrift- stellern , deren Meinungen ihnen persönlich zwar als tadelns- werth erscheinen, die zu äußern sie jedoch darum nicht für tadelnswerth erklären. Sie haben nicht etwa eine Licenz “für die Männer . ihrer eigenen , Parthei - er- wirkt sie haben vielmehr Freiheit für alle auf derselben

Grundlage proclamirt. Jhre Entscheidungen smd von Grün- den begleitet, auf allgemeinen, für jederinann verständlichen Principièn basirt, und bilden deshalb auch schon einen Schuß für jeden fünftigen Angeklagten. Männer, deren tägliche Gewohnheiten und Studien von der Art sind, daß sie da- durch vor Allem ein Urtheil nach feststehenden Geseßen und die Gerechtigkeit selbst shäßken lernen Männer, die außer- dem auch unabhängig sind müssen natürlich einen großen Vortheil vor Perfonen voraus haben, die so unabhängig sie auch sonst seyn mögen —- zufällig aus gemeinen oder fri- volen Lebens - Beschäftigungen zusammengelesen sind. Wir fôönnen das Glück, daß unsere Nachbarn , wäh-

rend der lebten 15 Jahre gehabt haben, nur bewun- dern. Dem durch Ausländer erfolgten Umsturze der Militair- Macht Frankreichs folgte die Ertheilung einer Constitution,

wie sie dicses Land, dem Anscheine nach, niemals hätte für

sich erlangen föônnen. Der Versuch, die Zusammenseßung

der Deputirten - Kammer zu corrumpiren, wiewohl mit schein-

barem Erfolge begonnen, hat diesen Theil der Legislatur am

Ende zu einem festen Damm wider jede Beeinträchtigung

werden lassen. Die Pairs-Kammer, von der geglaubt wurde,

sie sey aus Männern zusammengeseßt, die“ sich jeder Verwal- tung E zeigen würden, trat als eine unabhängige, acht - bare Versammlung auf; und jeßt hat eben die Verfolgung

wegen Pasquills, ohne Einschreiten der Geschworenen , die

Freiheit der Discussion auf ihren eigenen Principien festge- stellt. Dies is ein großer Triumph, sowohl für Frankreich

insbesondere, als für Europa überhaupt.“‘ e

Gestern, am leßten Tage' des Jahres, fand hier noch

die I von vier Verbrechern statt, wovon der Eine

sich einer Banknotey-Verfälschung, der Andere eines Schaaf-

Diebstahls und zwei des gewaltsamen Einbruches schuldig ge- macht hatten, Die Times führt Beschwerde darüber, daß das Urtheil über diese Leute, die bereits im September ge-- richtlih überführt wurden, und seitdem allerlei Pläne zur ai und zum Selbstmorde, im Einverständnisse mit ihren reunden außerhalb des Gefängnisses, geschmiedet- hatten, erst

“kaun erstlich durch Ds und zweitens durch

jebt zur Vollstrekung gelangt sey. „Wir sehen?/, fährt das genannte Blatt fort, „für ein solches Verfahren weder einen Grund der Politif, noch einen der Menschlichkeit. Was die erstere betrisst, so würde nichts den Verbrecher im Allgemei-

“nen mehr erschrecken, als die Furcht vor einer schnellen Hin- richtung, sobald der -Tod einmal beschlossen ist. Jn“ Hinsicht -

der Menschlichkeit aber ist die Zeit, die zwischen diesen bei- den graujenvollen Epochen versireicht, nur eine Zeit der Tor- tut, die, je mehr sie abgefúrzt wird, um so wohlthätiger für den Verurtheilten ist.// Andere Blätter nehmen von den gestrigen Hinr1chtungen wieder Veranlassung, die Unzweckmä- ßigfeit der in England so häufig angewandten Todes -Stra- fen darzustellen. Namentlich sagt der Sun: „Wir seßen die Gerechtigkeit nnd den Nuben eines solhen Schausplels ganz und gar in Zweifel. Zwei der hingerichteten Verbre- cher hatten sich nur gegen das Eigenthum Anderer im Allge- meinen vergangen, und mußten doch auf dieselbe Weise lei- den, wie die beiden Anderen, die des Einbruches und des Versuches, einen Wächter ermorden zu wollen, überführt worden waren. Das Geseß hat also in diesem Falle, wie es übrigens oft geschieht, einen Angriff} auf Menschen - Loben eben jo’ bestraft, wie Verfälschung und Schaaf - Diebstahl, uud: zeigt dadurch, ‘daß es keinen Unterschied mache zwischen dem, der die Regierung um Geld betrügt oder des Nachbars Hammel stiehl, tund dem, der einen Versuch macht, des Nach- bars Blut zu vetgießen. Es ist hohe Zeit, daß fúr die Abschaffung der Todes - Strafen, mindesteus- für solche Ver- brechen, die nur das Eigenthum betreffen, wenn nicht für alle Vergehen sammt und sonders, Etwas geschehe. Die Er- fahrung hat gezeigt, daß Hinrichtungen dem Zwecke, von dem Verbrechen abschrecken zu wollen, gar nicht entsprechen ; daß

die große Ungewißheit darüber, ob sie wirklich statt finden . werden, es verhindert, daß die Todes - Furcht so wirkt, wie

man es beabsichtigt, und daß endlich Verfälschung, Schaaf- Diebstahl, uud andere Vergehen, sür die jo - viele unserer Mitgeschdpfe jährlich den Tod erleiden, mit einer so betrü-

benden Regelmäßigkeit in jedem Jahre wiederkehren, daß fein *

Zweifel über die Unwirksamkeit der angewandten. blutigen Strafen übrig bleiben kann. Wir opfern daher Menschenle- ben nußlos, muthwillig, ja, man fann sagen, gottloser Weise auf; wir begehen außerdem , wozu keine Gesellschaft das Recht hat, einen Aft der Grausamkeit, der eben so barbarischch und agicht zu rechtfertigen ist, als bei wilden Nationen die MNiedermebßelung ihrer Gefangenen. Nothwendigkeit ist das Einzige, was es entschuldigen. kann, daß Menschen dem Tode überliefert werden, und die Pflicht, das Bestehen einer folchen Nothwendigkeit zu beweisen, muß, wie einst Sir J. Mackin- tosh von seinem Plabe im Parlamente. bemerkte, der Legis- latur, die ein solches System sanctionirt, anheimfallen. Schwer

aber ‘fn der That ist die Verantwortlichkeit einer Regierung,

die, entweder aus Unwissenheit, oder aus Vorurtheil, es für ausgemacht annimmt, daß es, außer Todes-Strafen, fein an- deres Mittel gebe, das Verbrechen zu verhindern. Unser Criminai- Codex ist vielmehr im Geiste der Rache], oder der Rachgierde, als lediglich zu dem Ende abgefaßt, das Verbre- chen unterdrücken zu wollen. Alles, was die menschliche Ge- sellschaft vernänftiger Weise thun fann, oder zu thun ein Recht hat, ist: Maaßregeln zu treffen , um sih- gegen Ver- lebungen von Personen und Eigenthum zu sichern. Dies ch Hemmung. des. Verbrechens geschehen. Fast überall auf dem Conti- nente hat es sich die Gesetzgebung jeßt vorgeseßt, die Todes- Strafen so viel als möglich abzu M und ihnen andexe Strafen zu substituiren; überall, nur Frankreich und England ausgenommen, sind die ersteren auch bereits weit seltener ge- worden. Großbritanien hat zu seiner Schande, während der leßten 5 Jahre, und zwar in einem immer steigenden Vere hältnisse, von seinen Unterthanen hingerichtet: im J..1824- 49; 1825: 50; 1826: 57; 1827: 70 und 1828: 79; zusam- men also 305. Wir wiederholen es: hohe Zeit ‘ists, mit Hinsicht auf das, was Weisheit und Gerechtigkeit vorschrei- ben, unser blutiges Verfahren näher in Erwägung zu ziehen. Jedesmal hält das Volk sich über Hinrichtungen auf und giebt es zu erkennen, daß das menschliche Gefühl dadurch verleßt werde. Warum aber thut das Volk nicht mehr? Warum wendet es sich niht mit Bittschriften an das Par- láment, und sucht eine Milderung der Geseßes-Strenge, eine Sparung von Menschenleben nach ?“‘ | :

Niederlande.

Brüssel, 5. Jan. Man meldet aus dem Haag, daß der Graf von Celles auf sein Gesuch von dem Posten eines. außerordentlichen Botschafters beim Päbstlichen R

? i einlage

_woûrdigfeiten vor Kurzem in Paris mit Beschlag belegt wor-

schied. als General -Majoë aus Kriegsdiensten in Gnaden er-

bein leichten Dragoner - Regiment des Prinzen Ferdinand

hier abgereist.

69 | Beilage zur Allgemeinen Preußishen" Staats-Zeitung F 11.

lassen, und daß Herr von Liedekerke, früherer Gesandter bei der Schweizerischen Tagsaßung, zum Gesandten am Röômi- schen Hofe ernannt worden sey. 3

Das gewesene Conventsmitglied, Levasseur, dessen Denk-

den sind, lebt in der Nähe unserer Stadt im Exil.

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 29. Dec. Dem Vernehmen nach, werden sich Se. Königl. Hoheit der Kronprinz vor dem Beginne des nächsten Storthings nach Norwegen begeben. S In der Mitte odex gegen Ende künftigen Monats wird, wie man jeßt mit einiger Bestimmtheit behauptet, der Reichs- tag geschlossen werden. Eine große Anzahl der Stände-Mit- glieder hat sih während der Weihnachts-Ferîen in ihre Hei- math begeben. |

Der Staats - Aus\{chuß hat auf die Bewilligung einer Summe von 2,820,000 Rthlrn. Banco, zur Erhaltung der Vertheidigungs-Werke Schwedens, angetragen.

Dánemarfk.

Kopenhagen, 2. Jan. Auf Ansuchen des General- Majors von Bassewiß, Großkreuz vom Dannebrog 2c. , Chef des Seeländischen L hie f ist derselbe von dem Regimente entlassen und als General-Lieutenant à la Suite bei der ‘Armee angestellt worden. Auch ist der Chef des Jútländischen Regiments leichter- Dragoner , Oberst von Si- monsen, auf sein Ansuchen als General- Major aus Kriegs- diensten in Gnaden entlassen worden, so wie auch der bei demselben Regimente stehende Oberst Christenser seinen Ab-

halten hat. Dagegen ist wiederum. der beim Leib - Regimente leichter Dragoner stehende Oberst von Levebau zum Com- mandeur des Seeländischen Lancier- Regiments, und der

stehende Oberst, Ritter Wildenradt zum Chef des Júütländi- chen Regiments leichter Dragoner ernannt -worden.

Der Kammerherr Magnus Joachim Scheel - Plessen, Ritter vom: Dannebrog und des Preußischen Johanniter- Ordens, ist mit seinen Descendenten in den Däaischen Lehns- grafenstand erhoben und dabei- beftimmt worden, daß das Scheelsche Stammhaus Fusing im Amte Wiburg, so wie das Plessensche und von Thienensche Fideicommiß in Hol- stein, wie der genannte Kammerherr diese Güter und Capi- talien jeßt vereint besißt, als ein Gräfliches Gesammtgut in die Stelle der Lehnsgrafschaft treten sollen.

Deutschland.

- Stuttgart, 4. Jan. Heute früh sind Seine Durchl. der Prinz Peter von Holstein-Oldenburg, nah cinem mehr- wöchentlichen Aufenthalt am Königlichen Hofe , wieder von

Kasjel, 4. Jan. Jm Jahre 1829 sind hier geboren 380 Knaben und 401 Mädchen, in allem 781 Kinder ; davon in den reformirten Gemeinden 517, in der lutherischen Ge- meinde 168, in der fatholishen 32, in der israelitischen 29, im Entbindungshause 34, im Zuchthause 1. Verehelicht wurden 183. Paar, deren 140 der reformirten Gemeinde, 30 dex lutherischen, 9 der katholischen, 4 der israelitischen Ge- meinde angehdren. Gestorben sind ‘Geg, davon 376 männlichen und 388 weiblichen Geschlechts, und dar-, unter 523 aus den reformirten Gemeinden, 147 aus der luer Ra e 33, Aus, deé latholish | tischen Gemeinde, 31 in den vereinigten Armen-Anstalten und 6 im Zuchthause. Es sind also 17 Personen weniger. gestor- ben áls. geboren. Ueberhaupt sind im verwichenen Jahre 27 Paate mehr verehelicht, 38 Kinder 1erigenageboren Und 62 Personen mehr gestorben, als im. Jahre.16WB

_ Mainz /--2. Jan. Die dünne Eisdecke des. Rheins vor unserer Stadt hielt nicht lange an; „nachdem sich dieselbe mehrmals gelös und wieder festgestellt hatte ging sie diesen Morgen abermals weg, und zwar. so, daß-sich eine. ganz freie O E R di M T Sea auch, ohne bedeutende Zunahme der Kälte, vörérst. nicht. mehr unterbrochen zu werden scheint. - Während also. oben und unten de in zugefroren ist, -haben wir hier: eine ganz ge-: fahrlose Passage des Flu rch die Verbind

n, 24. aus der. israeli-

I des Flusses, wodurch die Verbindung mit jen- -

seits aufrecht erhalten und sogar 1 ac eumal verzlgertwird. _Gotha, 5. Jan. “În- m verwichenen -Kirchenjahre. vom ‘isten Adveht 1828- bis dahin 1829 sind in der hiesigen

2EI 0g: MENIGNERAE 99 Paare getraut worden, 4 weniger als im vorigen Jahre. Geboren wurden 322 Kinder, 37 we- niger als im vorigen Jahre, worunter 4 Paar Zwillinge und 38 Uneheliche. Gestorben sind 289 Personen, 16 mehr als im vorigen Jahre und unter diesen 20. Todtgeborne, §4 im 1sten und 2ten Jahre, 18 vom Z3ten bis zum 10ten, 10 vom 10ten bis 20sten, 14 vom 20sten bis Z0sten, 15- vom 30sten bis 40sten, 19 vom 40sten bis 50sten, 28 vom 50sten bis 60sten, 37 vom 60sten bis 70sten, 34 vom 70sten bis 80sten, 2 im 81sten, 3 im 83sten, 1 im 84sten, 2 im 86sten, 1 im 87sten, 1 im 90sten.

Leipzig, 8. Jan. Jm Jahre 1829 wurden in Leipzig geboren 1248 Kinder, darunter 141 uneheliche; dagegen- star- ben 1196 Personen, unter welchen 15 Selbstmörder waren ;

317 Paare wurden getraut, Die Bevölkerung scheint in der

ejgentlichen Stadt ab und in den Vorstädten zuzunehmen, überhaupt aber die Stadt gesunder zu werden, so- wie die Austrockénung naher Sümpfe sich vermehrt.

Oen CLLe G.

Wien 4. Jan. Einer in der heutigen Wiener Zei- tung enthaltenen Anzeige zufolge, haben sich unter andern bei der Kaiserl. Armee folgende Veränderungen ergeben: Joseph Graf von Radebky, , General der Cavallerie, ad latus. des commandirenden Generals in Ungarn, wurde Festungs-Com- mandant in Olmüß. Se. Durchlaucht Philipp Prinz zu Hessen-Homburg, Feldmarfchall-Lieutenant und commandiren- der General in Galizien, wurde commandirender General ‘in Îllyrien, Jnner-Oesterreich und Tyrol. FJgnaz Freiherr von Lederer, Feldmarschall-Lieutenant und Divisionair, wurde commandirender General in Mähren. Karl Graf von Ci- valart „, Feldmarschall - Lieutenant und Divisionair, wurde ad latus des commandirenden Generals in Ungarn angestellt. Karl Freiherr Kroyher von Helmfels, Feldmarschäll-Lieutenant und Militair-Commandant in Ober-Oesterreich zu Linz, wurde Festungs -Commandant zu Königgräß und Jgnaz Graf von Hardegg, Feldmarschall - Lieutenant und Divistüonair wurde an desen Stekle Militair-Commandant allda. Joseph Frei: herr von Stutterheim, Feldmarschall - Lieutenant, Hofkriegs- rath, interimistisch commandirender Genetal- in Galizien, und Franz Xaver Richter von Binnenthal, Feldmarschall - Lieute- nant und Festungs-Commandant zu Venedig, ad interim mit der Leitung des Lombardisch-Venetianischen General-Comman- do's beauftragt, erhielten die Geheime Raths-Würde taxfrei. Befördert wurden : Zu- Feldmarschall-Lieutenants, die Ge- neral - Majors: Demeter Freiherr Radossevich von Rados, Hofkriegsrath, in seinerckAnstellung, und Alois Freiherr Goll- ner von Goldnenfels, Zu General-Majors, die Obersten: Se. Königl. s Gustav Prinz von Wasa, von Kaiser Alexander Jufanterie, Grenadier - Bataillons - Commandant; Cajetan Freiherr von Bianchi, Commandant der Herzoglich Parmaschen Truppen, in seiner Anstellung.

Die vereinigte Ofner und Pesther Zeitung vom 31. Dec. meldet: „Seit dem 24sten d. M., und besonders vom 25sten- àuf den 26sien, fiel (und fällt) hier in fo. großer Menge-Schnee, daß er für jede Art Passage sehr viele Hinse dernisse. und Verlegenheiten verursachte, und noch verursacht. Dabei war die Kälte beständig sehr streng, besonders: am 27sten, und se ist es auh noch. Mitunter \túrmte es auch gewaltig. Durch diese, (in solcher Heftigkeit, so anhaltend, von so vielem Schneefall begleitete, ): um - solche Zeit seltene Winter - Witterung ist nun die Eisbahn zwischen Ofen -und Pesth äußerst fest geworden, auch für schwere Fracht - Trans- porte, aber des aufgehäuften Séhnees wegen ist sie (wenig- stens war sie es) sehr unbequem. Diefelbe Schneemenge fiel auch, so weit die Nachrichten reichen, in- anderèn: Gegen- den, und eine Folge davon ist mitunter; daß der Postenlauf

n mehreren Seiten- her ins Stocken gerieth. Die Wiener De vom 25. Dec. z'B., die. mit dem-Eilwagen am 27sten frúh zu Ofen. hätte anfommen sollen, s Su 29sten Vor- mittag (ohne: den Eilwagen, der- erst nittag dann ans langte) l

‘ein; und die vom folgenden Tage, vom 2sten ; war erst vorgestern. Abends hier.‘ f :

E Fealien. , | „Romzp 24. Dec. Am 9ten: d. M. fand -in der hiesigen Lat ai-Kirch e die allgemeine Ordination statt, in welcher der Cardinal. Zurla: 116 jungen Geistlichen die: verschiedenen Grade- der priesterlichen Weihen ertheilte. Am 18ten hielt die la- teinische Akademie eine dôffentliche Sihung, (in welcher ver-