1830 / 18 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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“zum Uebérseßen eines m

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alten. Ohne - königi. Genehmigung darf fein auzerordent- ppa Salléiaa vorgenommen. werden. Aller Holz - Verkauf erfolgt dur< össentliche Seri gerung Verwandte der Forst- bedienten, und alle irgend mit diesem Zweige der Verwal- tung in Verbindung sehenden Beamten , dürfen nicht. bie- ten. Dasselbe gilt hinsichtlich des Versteigerns der Eichel- mast, der Hütungen u. #, w. Die Regierung fann die Ab-

[ôsung aller auf ihren. Forsten ruhenden Dienstbarkeiten

einleiten; nie sollen neue ähnlicher Art wieder. bewilligt werden. Nur ee wo das Weide - Recht zur Erhaltung gewisser Gemeinden schlechthin nothwendig erscheint, soll es fortdauern; es erstre>t sich niemals auf die in Schonung ge- legten Theile. Jedes iu die Forstèn getriebene Thier“ muß cine Glocke am Halse tragen. Es ist (so lautet Absaß 78) ohne Rücksicht auf alle entgegenstehenden Titel und Besib- rechte ‘allen Nießbrauchern (usagers) verboten, Ziegen, Schafe oder Hammel in die Forsten zu treiben. Doch soll ihnen, wenn sie ihr Recht vollständig beweisen fkônnen, eine Entschà- digung im Wege des Vergleichs, oder dur<h die Gerichte (tribunaux) bewilligt werden. Die zu Raff - und Leseholz

Berechtigten dürfen sich keiner Haken oder eiserner Werkzeuge

bedienen. 4 Mes, Bei der Frage úber die Benußung der Gemeine - For- sten wird die Orts: Obrigkeit gehört, und Streit durch den Práfektur-Rath, in leßter Stelle aber dur<h den Staatsrath entschieden. Kein Forstboden darf ohne Genehmigung der Regierung ju anderen Zwecken benußt werdenz ja der König selbst ertheilt unmittelbar die Genehmigung, wenn auch nur 5 oder 10- alte. Bäume in cinem Gemeine -Forste jollen ge- schlagen werden. (Siehe z. B. bulletin' des lois, 8 série, {ome 9, p: 943.) Es ist allgemein verboten, dieselben jemals unter’ die einzelnen Gemeine- Glieder eigenthümlich zu ver- theilen. Um die Regierung für die Kosten ihrer Ober - Auf- sicht ‘zu entschädigen, erhebt sie von den Gemeine -Forsten eine jährlich "zu - bestimmende Summe. Für die Flotte und zu Strom- und Wasserbauen findet, unter näheren Bestim- mungen, ein Vorkauf gewisser Bäume und Holzarten statt. Wer ‘in den Forsten, außer den gewdöhalichen Wegen, mit -Beilen, Sägen oder andérn Werkzeugen getroffen wird, zahlt 6 Franken Strafe. Anlage von Gebäuden, Kalköfen, Holz- Niederlagen, Schneidemühlen u. dgl. innerhalb oder in der Nähe: der Forsten , f ohne Untersuchung und Genehmigung nicht erlaubt. Die Forstbeamten sind berechtigt auf Wagen,

‘Zugvieh, Werkzeuge verdächtiger Personen Beschlag zu legen ; °

bei Haussuchungen sollen sie indeß irgend eine: andere obrig-

feitliche Person des Orts, oder einen Gendarmen zuziehen. olz¿Diebsktahl wird mit Gelde oder Gefängniß gebüßt. Die trafe steigt. nach Maaßgabe der 'Holzarten, der Stärke -des

Baums, der gebrauchten Werkzeuge, der Tages- oder Nacht- zeit u. s. w. Schwerere Vergehen wider die Forstbeamten werden. nach dem peinlichen Geseßbuche. beurtheilt. (

Auf 20° Jahre hinaus darf kein Privatmann ohne Ge- nehmigung Waldboden zu andern Zwecken verwenden ; doch sind E Fälle aufgezählt, wo jene nicht verweigert wer-

‘den darf. Lf is i '

: Die höchste Leitung des Forstwesens steht einer dem Finanz-Ministerium untergeordneten eon ju, Wir finden mehrere Abstufungen von Forstbeamten. Zu ihrer Bil- dung wird eine Königliche Schule mit 24 r egrün- det. Der Cursus, in welchem män auch deutsche Sprache lehrt, dauert zwei Jahre. - Zur - Aufnahme in die Anstalt ge- “hört Kenntniß der Arithmetik und Geometrie, des Zeichnens,

er Französischen Spra und des Lateins „: wenigstens bis

ig schweren S

Königliche Schauspiele. “Sonntag, 47. Jan. Im Opernhause: Der Kapellmei- ster aus Venedig, musikalisches Quodlibet in 1 Aufzug, von L. Breitenstein. Hierauf: Therese, die Nachtwandlerin, panto- mimisches Ballet in 2 Abtheilungen, vom Königl. Balletmei-

- ster Titus. (Hr: Rozier, wird hierin tanzen.) : Im Schauspielhause: Der Kaufmann von - Venedig, .

Schauspiel in. 5 Abtheilungen, von Shakespeare, - überseßt von A. W. Schlegel. - / i

i Montag, 18. Jan. Jm Schauspielhause: Blind ‘und lahm, Lustspiel in 1 L von L. Robert. Hierauf: Die Schleichhändler, Possenspiel in 4 Abtheil. , von E. Raupach.

Königsstädtsches Theater.

Sonntag, 17. Jan. “-Das Schloß Greifenstein, oder : Der Sammtschuh, Gemälde der Vorzeit in 5 Akten, nebst einem Vorspiel, genannt : Zulima. - ,

Montag, 18. Jaùñ. Er ist mein Mann! Lustspiel. in 1 Akt. “Hierauf: Vettêr Paul, oder : , Die Rache des Deutr- schen , Schauspiel in 1 Aft. Zum. Beschluß: Der Diener zweier Herren, Lustspiel in 2 Akten. « 00A

Dienstag, 19. Jan. Das Pfeffer-Rösel, oder: Die Frankfurter Messe im Jahre 1297, ein Gemälde der Vor- zeit in 5 Aften- i :

Mittwoch, 20. Jan. Zum erstenmale: Fortunats Aben-

‘theuer zu Wasser und zu Lande, Zauberposse mit Gesang in

3 Akten, von Lembert; Musik von A. Müller.

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Berliner Börse. Ben 16. Januar 1830. :

Ami]. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preufs.

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St.-Schuld-S ch, Pr. Engl. Anl, 18 Pr. Engl. Anl. 22 Kurm.Ob. m.L1.C. Neum.Int.Sch.d. Berl. Stadt- Ob. Königsbg. do. Elbinger do. Danz.do.in THZ: Westpr. Pfdb.A. dito dito B. Grolshz. Pos. do. Osipr. Psandbrf. Pomun. Pfandbr.

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Auswärtige Börsen Amsterdam, 11. Jan. j Oesterr. 5proc. Metall. 101%, Part.-Oblig. 412, Russ. Engl. Anl. 1023. Russ. Anl. Hamb. Cert. 10148.

Friki a. M.. 11. E : i Oesterr. 5prac. Metall 1037. - 4proc. 952. Bank-Actien nait Div. 1563. Part,-Oblig. 136. Loose zu 100 FI. 1835.

Frank fut a! M. 12. Jan. : Oesterr. 5proc. Metall. 10345. Apróc. 953. Bank-Aclien mit

Div. 1561. Partial Obligationen 1357. Loose zu 100 FI. 1837.

: Via Hh Mam) S gate / - Z3proec. Cons. 954. Buss. 1093, Dän. 753. Brasil, 703. Port. 60. Coluinb. 242. Griech. 34x, Mexic. 262. / d fa ; PAria, L, Zproc. Rente pr. compt. 84 Fr. 25 Cent., fin. cour. 84 Fr. 60 Cent; Sproc. pr. compt. 108 Fr. 60 Cent., fin eour: 108 Fr. 95 Cent. i

P aris, 8. Jan.

__ proc. Rente pr. compt. 84. Fr. 60 Cent, fin cour. 84 Fr. 95 Cent. Sproc. pr. compi. 108 Fr. 60 Cent,, fin cour. 109 Fr.

Hierbei Nr. 5 des Allgemeinen Auzeiger s. i Unsern auswärtigen Abonnenten wird derselbe durch die nächste Fahrpost zugesandt werden, |

Gedrut hei A. W. Hayn

Redacteur ‘John. Mitredacteur Cottel,

M 18.

“Allgemeine

Preußishe Staats-Zeitung.

Amtliche Nachrichten. Kronik dés Tages.

: Im Bezirk der Königl. Regierung “zu Achen ist ‘der - bisherige Pfarrer’ von Balkhausen, Johann Heinrich Erkens, in gleicher Eigenschaft für die Pfarrstelle zu Pièr, Kreis Dären,- ernannt ; zu Bromberg ist der bisherige Pfarrer Xaver Sal- monsfki zum Probst der katholischen Pfarrkirche in Strzelno landesherrli<h bestätigt, und der bisherige Commendarius, Albert Kasimir Kiéramuszewsfki zum Pfarrer der fka- tholischen Kirche in Sora ernannt ; _zu Oppeln s der bisherige Kapellan Er n| Grö schel in Ziegenhals zum Pfarrer in Groß - Carlowiß, Grotkauer Kreises, befördert worden. |

Angekommen: Se. Excellenz der Staats-Minister und

Ober/Präsident der Provinzen Jülich, Kleve - Berg und Nie- - der-Rhein, Freiherr von Jngersleben, von Frankfurt an

de S 7E Q E „2 bgéreist: Der Königlich Großbritanische Capitain

Shaw, als Courier nach. London.

_ Zeitungs-Nachrichten. au land.

¿50400 Rußland St. Petersburg, 8. Jan. Vorgestern am heiligen Weih-

na<tsmorgen wurde in der Hof-Kapelle des Winter-Pallastes,

in Gegemwatt Ihrer Kaiserlihen Majestäten und Jhrer Kaiserlichen N des Großfürsten Thronfolgers, des Großfürsten Michail Pawlowitsch und der Großfürstin He- lena Pawlowna, eine feierliche Messe gehalten, begleitet von einem Te Déum zur danfbaxen Erinnerung an die vor 17

Jáhren an diesein Tage erfolgte völlige Befreiung Rußlands

vòn dem Einbruche der Feinde. Die Mitglieder des Reichs- rathes, die Minister, Senatoren, Generale, der Hof und eine roße Menge angesehener Personen E der Feierlich-

eit bei. Zu gleicher Zeit wurde itn Weißen und im St. Georgs-Saale im Beiseyn der in dieser Hauptstadt anwesen- den Öfficiere, Unterofficiere und Soldaten der Kaiserlichen Garde sowohl als der Linientruppén , die En eus von 1812 mitgemacht haben und die jeßt hier aufgestellt waren,

M ein Te Déáih gesungen. Jhre Majestäten gerúüheten bei

rem Austritt aus der Kirche, diesen mit den Denkzeichen jener glorreichen Zeit geschmütten“ Kriegern Jhre Gegen- wart zu schenken, und indem Höchftsie die Runde durch. beide Säle machten, die Reihen der Truppen im Vorübergehen i mustern. Als Jhre Majestäten Sich aus dem Weißen dem St. Georgs-Saale verfügten, verweilten Höchstsie

hes: Saale der: Bildnisse. Sogleich bei dem Eintritte

Majestäten stimmte“ die Geistlichkeit die Hymne für ‘haltung der kostbaren Tage unsers Monarcbén and be

“ganzen Kaiserlichen Familie an, - und verrichtete das Todten-

ant zum Gedächtnisse des in Gott ruhenden Kaisers Alexan- der. Abends war ‘die Mes erleuchtet.

Briefe aus Pera vom 9. Dec. gebèn folgende Détails Über die Antritts-Audienz, welche Se. Excellenz der General- Lieutenant und’ General - Adjutant, Graf Alexis Orloff, bei dem Sultan in Ramis-Tschiflik gehabt hat: „Nachdem der Graf Orloff dem-Reis-Efendi auf amtlichem Wege seine Ab- sicht kund gethan hatte, in Bujukdete zu verbleiben, bis ihm

_dér Tag seiner Vorstellung beim Sultan angezeigt worden

wäre, erhielt er am 2. Dec. die Nachricht, daß seine Antritts-

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Berlin, Montag den 18e YFanuar

, dieser Mittheilung erwiederte. der Graf dem Reis -

fing es und

1830.

| Audienz auf den 4. Dec. festgeseßt worden sey. Jn Folge

dessen begab er sich ‘am Zten nah Pera, wo er, eine Stunde nach seiner Anfanft die Begrüßungen empfing, welche die Pforte den Repräsentanten fremder Souveraine gewöhnlich zu ertheilen pflegt; bei der gegenwärtigen Gelegenheit bemerkte man, daß, anstatt unserm Gesandten, wie-:es sonst Sitte is, die Geschenke an Früchten und Zuckerwerk dur< den Dol- metscher der Pforte zu übersenden, der Reis - Efendi seinem Kessedar (Büreau - Chef), einer Person von viel höherem Range, diesen Auftrag ertheilt hatte. Der Sultan hatte zum Empfange ‘des außerordentlichen Gesandten Sr. Kaiserlichen Majestät in der. Eile ein Lokal in 'Ramis-Tschiflif vorbereiten lassen. Der Graf Orloff begab sich am 4ten, Morgens 9 Uhr, dorthin, wobei ihn der Staatsrath von Franchini, als Dollmetscher, und zwei Officiere seines Gefolges, der Capitain vom Generalstabe, Koßebue, und der Lieutenant des Pawlogradschen Husaren - Regiments, Pachmetieff, begleite- ten; zwei Unterofficièére- von dem Regiment Erzherzog Ferdinand und von dem Donschen ' Kosaken - Regiment bildeten sein Übriges Gefolge. Jn Ramis - Tschiflik angekommen, fand der Graf Orloff einen Adjutanten des Sultans, Avai-Bei, vor, der ihn beim Haupt - Eingange er- wartete. Jm Spalier aufgestellte Soldaten erwiesen ihm" die milit>irischen Ehrenbezeugungen. Officiere aller Grade utzd allèér Waffenarten beeiferten sich, Sr. Excellenz entgegen

i zu ommen. Nachdèm der Graf in das Gemach des Seliktar-

‘ga getreten war , fand ‘er dort den Reis - Efendi vor, der ihm, nach einigen gegenseitigen Höflichkeits-Bezeugungen, an- fündigte,. daß die Regierung es fich zur Pflicht gemacht habe, den Behörden: in ‘Adrianopel’ die ‘nöthigen Befehle zu erthei- len, um den in der Stadt zurückgebliebenen und in unserm Militair - Hospital befindlichen Kranken die größte Sorgfalt zu widmen und die“ mit jenem Hospital verbundenen Kaser- nen ganz zu unserer Verfügung zu stellen. / Beim O endi, daß sie Sr. Majestät dem Kaiser um so angenehmer seyn „pvürde, da sie allen seinen Wünschen zuvorkäme, so daß ihm, anstatt sich über diesen Gegenstand mit einer Bitte an ihn wenden zu müssen, nichts weiter übrig bliebe, als denr Ministerium Sr. Hoheit seinen Dank abzustatten. Diese Unterhaltung wurde durh einen Adjutanten des Suitans, Achmed-Bei, unterbrochen, - der sogleich den Grafen anmeldete, worauf derselbe vom Reis-Efendi ohne Verzug bei dem Sul- tan eingeführt wurde. Nachdem sich der Graf nah Euro-- päischer Sitte vor dem Großherrn verbeugt hatte; näherte er

sich dem Thronhimmel, unter welchem der - Sultan saß, und

Überreichte das Kaiserliche Cabinets-Schreiben, n Ueber- bringer zu seyr er die Ehre hatte. Der Reis -Efendi em- berreichte es fnieend- Sr. Hoheit. Sobald der Graf das Schreiben in den Händen des Großherrn erblicte, sagte er deinselben, daß deè Kaiser ihn beauftragt. hätte, es dem Sultan als ein Unterpfand Seiner Gesinnungen zu úüber- reichen; daß Se. Majestät, als Sie ihm diesen Antrag an- vertrauten, zuglei beltdien hätten, die mündliche Ana zu machen, wie sehr Sie wünschten, daß der iu Adrianopel glücklich abgeschlossene Friede von ewiger Dauer seyn möge ; daß, da die Verbindung zwischen beiden Nationen wieder hergestellt sey, es dem Kaiser am Herzen liege, mit dem Sul-

tan in persönliche Freundschafts - Verhältnisse zu treter, und

daß die Sorge, diése gegenseitigen- vertraulichen Beziehungen ins Leben zu rufen, eine der vorzüglichsten Gegenstände de Mission sey, mit der er sich beehrt finde; worauf der Sul- tan ihm dur< dén Reis - Efendi antworten ließ, daß er das - Schreiben des Kaisers und die freundschaftlihen Gesinnun- grn, deren Beweis es enthalte, mit Dankbarkeit - entgegen- nehme; daß er, seit Wiederherstellung ‘des Friedens , keinen andern Wunsch hätte, als ihn aufrecht zu erhalten , und. daß

die púnktlichste Erfüllung des abgeschlossenen Vertrages hinführo